Tanz im August

„Tanz im August“ ist nicht nur Deutschlands wichtigstes Festival für zeitgenössischen Tanz und mit einer Auslastung von über 90% ein ausgesprochener Publikumserfolg, sondern seit seiner Gründung 1988 auch wichtige Inspiration und Motor für die Berliner Tanzszene und Anziehungspunkt für Tanzinteressierte aus der ganzen Welt. Das Festival bietet ein abwechslungsreiches Programm aus aktuellen Tanz- und Performanceproduktionen. Mit seiner Vielfalt von Stilen und künstlerischen Ansätzen bildet es wegweisende internationale Entwicklungen des Tanzes ab und wendet sich an ein breites Publikum.

Das internationale Festival Tanz im August, präsentiert von HAU Hebbel am Ufer, macht Berlin vom 9.–31. August 2019 wieder zur Tanzhauptstadt Deutschlands. Die 31. Ausgabe zeigt zahlreiche neue Arbeiten unterschiedlicher Generationen von Choreograf*innen. Am HAU Hebbel am Ufer und an weiteren Orten in ganz Berlin werden insgesamt 7 Uraufführungen und 18 Deutschlandpremieren gezeigt. Im Mittelpunkt des Festivals steht in diesem Jahr die New Yorker Choreografielegende Deborah Hay, der Tanz im August unter dem Titel RE-Perspective Deborah Hay: Works from 1968 to the Present eine große Werkschau und eine Publikation widmet. Zu den weiteren Höhepunkten zählen drei Abende zum 100. Geburtstag des US-amerikanischen Choreografen Merce Cunningham, mit CCN – Ballet de Lorraine und dem Berliner DANCE ON ENSEMBLE, sowie viele weitere Produktionen internationaler und lokaler Choreograf*innen.

Das Festival wird am 9. August mit einem Grußwort des Berliner Staatssekretärs für Kultur Dr. Torsten Wöhlert und zwei Uraufführungen von Deborah Hay im HAU1 eröffnet. Bis zum 31. August werden in rund 70 Vorstellungen an 11 Veranstaltungsorten in ganz Berlin, mit mehr als 160 Künstler*innen aus 15 Ländern, insgesamt 31 Produktionen präsentiert.

 

 

 

Antragsteller/in Hebbel Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 9.-31. August 2019

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer (HAU1, HAu2, HAU3), Akademie der Künste Berlin, Deutsches Theater Berlin, KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Radialsystem, SOPHIENSÆLE, St. Elisabeth-Kirche, Volksbühne Berlin

Förderbetrag 750.000

Internetseiten www.tanzimaugust.de

The Reversed Alchemist: Figure 1-3

Ixchel Mendoza Hernández konfrontiert uns in ihrem aktuellen Stück mit dem Phänomen des exzessiven und beschleunigten Konsums von Informationen und Wissen im digitalen Zeitalter, verbunden mit der Unfähigkeit, die Fülle der Stimuli zu verarbeiten. Profitieren wir auf der einen Seite vom schnellen und fast grenzenlosen Zugang zu Wissen, geraten wir nicht selten in den Strudel der Ablenkung, des wirren Abschweifens, der Fragmentierung. Am Ende fehlt uns im mentalen Nebel der Informationsflut die Orientierung: Die Solo-Performance „The Reversed Alchemist: Figure 1-3“ erforscht choreografisch und medial, welche Strategien wir heute zur Verarbeitung und Transformation von Informationen nutzen.

Auf der Suche nach einer emanzipatorischen Haltung gegenüber dem hyperbeschleunigten „Information Overload“, eröffnet das Stück einen poetischen Reflexionsraum über das Verhältnis von Information und Wahrnehmung. Im Stück „The Reversed Alchemist: Figure 1-3“ erinnert Ixchel Mendoza Hernández mit drei singulären Prozessen an die Wissenschaft der Alchemie, die unedle Metalle in Gold umzuwandeln trachtete und dabei ihr ursprüngliches Ziel, eine Perfektion des Seins zu schaffen, aus dem Blick verlor. War es damals die Gier nach Gold, ist es heute der exzessive Konsum von Informationen. Die Tanzperformance fordert dazu auf, kontrastierende Arten des Begreifens und Wahrnehmens zu entdecken: Der transformative Prozess, der hier angeregt wird, ergibt sich aus einer stetigen Neuerfindung jedes gegenwärtigen Moments, wodurch ein Zustand permanenter Veränderung der eigenen Perspektive erzeugt wird. Eine komplexe kinästhetische Erfahrung ermöglicht in der Tanzperformance einen reflektierten Diskurs. Dabei treffen Publikum und Akteurin in einem Ritual unmittelbar zusammen: Durch Wiederholungen erzeugt dies Stabilität und Kontinuität, macht die laufende Zeit aber auch sichtbar. Gerade weil Rituale in modernen Gesellschaften häufig ihren Wert verloren haben, will die Tanzperformance erinnern an den Trost des Miteinanders, an die Kraft der Solidarität in gemeinsamen Erlebnissen. Über den Körper in seinen Bewegungen und über Text, Licht und Ton aktiviert „The Reversed Alchemist: Figure 1-3“ dabei die Imagination und innere Kreativität des Publikums.

Foto: Christiane Schniebel

Antragsteller/in Ixchel Mendoza Hernández

Veranstaltungstermin Do 18. – So 21.07. 19:00 Uhr

Veranstaltungsort Tanzfabrik Berlin im Rahmen von Open Spaces/Sommer Tanz , Uferstr. 23, 13357 Berlin

Förderbetrag 31.000,00 €