OUTLAND

Schmerzvoll-poetisch (Spiegel), mit Dialogen, die, obwohl sie aus schmucklosen, knappen Sätzen bestehen, so viel Tiefe ausstrahlen (Nachtkritik), spiegelt Anne Habermehl das Politische in den Narben des Privaten (Theater Heute). In den Sophiensælen bringt die junge Dramatikerin nun erstmals ein neues Stück in freier Produktion zur Uraufführung: OUTLAND zeigt in Momentaufnahmen Figuren, die generationsübergreifend versuchen, ihren Platz in der Welt zu finden - hemmungslos überfordert und mit einer Portion lakonischen Humors. Eine junge Frau verliert wieder einmal ihren Job und sucht bei jeder Begegnung mit anderen nach einer Diagnose, warum sie keinen Halt in der Gesellschaft findet. In einer Provinzstadt beginnt, zwischen Katholizismus, Joy Division und der Sehnsucht nach Veränderung, die erste Liebe zweier Teenager – bis er nach einem Selbstmordversuch in der Psychiatrie landet und sie merkt, dass seine Krankheit auch ihre Existenz bedroht. Der fast erwachsene Sohn einer Ärztin und Ethik-Expertin verschwindet spurlos und mit ihm die Sicherheit ihrer moralischen Koordinaten; erst als der Sohn nach Wochen wieder auftaucht, stellt die Mutter fest, dass sich der Ausnahmezustand realer angefühlt hat als das geregelte Zusammenleben. Und in einem Seniorenheim blicken alte Menschen auf ein Jahrhundert voller Kriege und Entbehrungen zurück und fühlen sich aus einem Land verbannt, das sie einst mit aufgebaut haben. Liebe, Familie, Arbeit – was unsere sozialen Bindungen definiert und uns fest verankert, wird in Anne Habermehls Stück unwiderruflich gekappt. Plötzlich klafft zwischen „Ich“ und „den anderen“ eine große Lücke, die erst wieder mit Sinn gefüllt werden muss, um als Einzelner nicht länger außer sich zu sein, und die Grundsatzfrage aufwirft, wie wir als Gesellschaft mit Versehrung umgehen.

Antragsteller/in Anne Habermehl

Veranstaltungstermin Premiere 2. Dezember 2017, 20.30 Uhr, Sophiensaele Berlin weitere Vorstellungen 3. / 4. / 5. Dezember 2017, 20.30 Uhr, Vorstellungen Sophiensaele Berlin 6. Dezember 2017, 18.30 Uhr, Vorstellungen Sophiensaele Berlin

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 85.000,00 €

Kooperationen Eine Produktion von Anne Habermehl in Koproduktion mit Sophiensæle. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Heinz und Heide-Dürr-Stiftung.

Internetseiten www.sophiensaele.com