Die coolsten Bilder des Wirtschaftswunders - Der Kameramann Wolf Wirth

Der Kameramann Wolf Wirth (1928-2005) prägte das optische Erscheinungsbild des frühen Jungen Deutschen Films. 1959 Gründungsmitglied der Münchner „DOC 59 – Gruppe für Filmgestaltung“, photographierte er zahlreiche jener Kurzfilme, mit denen die Unterzeichner des 1962 publizierten Oberhausener Manifests („Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen.“) damals neue Wege des Filmemachens, die Vermittlung realitätsnaher, gesellschaftlich relevanter Stoffe und eine neue Ästhetik suchten. Ebenso stand Wirth bei den ersten abendfüllenden bundesdeutschen „Jungfilmen“ hinter der Kamera. Für seine Arbeit an der ersten Böll-Adaption „Das Brot der frühen Jahre“ erhielt er 1962 seinen ersten Deutschen Filmpreis. Wirths Bedeutung wurde damals durchaus wahrgenommen, seine kühne, oft avantgardistisch anmutende Photographie ebenso viel gepriesen wie als manieriert geschmäht.

 

Wirth scheute allerdings nicht davor zurück, diese auch für Vertreter der befehdeten „Altbranche“ einzusetzen, insbesondere für Rolf Thiele. Dessen Versuche, provokante und gesellschaftskritische Sittenbilder der bundesrepublikanischen Gegenwart zu zeichnen, ergaben zusammen mit Wirths virtuoser Kameraarbeit faszinierende Filme, die im damaligen Deutschland ihresgleichen suchten.

 

So bedeutend das Schaffen Wirths, der Mitte der 70er Jahre vollständig zur Werbung wechselte, war, so wenig ist es in den letzten Dekaden gewürdigt oder auch nur beachtet worden. Bis heute ist keine Publikation über ihn und seine Arbeit erschienen. Auch hat es bislang keine ihm gewidmete Retrospektive gegeben. Dies wird nun, im Jahr seines neunzigsten Geburtstags, nachgeholt.

 

Jahrzehntelang konnte der Regisseur erst Tage nach den Dreharbeiten, bei der Vorführung der Muster, sehen, was der Kameramann überhaupt photographiert hatte. Dennoch wird der Arbeit der Kameraleute bis heute zu wenig Bedeutung beigemessen. Die Wolf-Wirth-Werkschau versteht sich auch als Anregung, Filmgeschichte nicht nur wie üblich als Werk von Produzenten, Regisseuren, Drehbuchautoren und Schauspielern zu betrachten. Manchmal konnte die Arbeit eines Kameramannes mindestens ebenso wichtig sein. Wie im Falle von Wolf Wirth.

 

Die Retrospektive im Zeughauskino bietet 17 abendfüllende und 16 Kurzfilme, darunter Raritäten wie Rolf Thieles bizarres Frauenpsychodrama „Venusberg“, Peter Lilienthals Erstling „Stück für Stück“ oder den nahezu unbekannten Wolfgang-Neuss-Film „Wenn ich Chef wäre ...“.

 

Antragsteller/in Jan Gympel

Veranstaltungstermin 25. Oktober - 15. Dezember 2018

Veranstaltungsort Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums

Förderbetrag 23.000 €

Internetseiten www.dhm.de/zeughau...f-wirth.html

DOKUARTS 11 - Unformatiert / Beyond Format

Der unformatierte und von unabhängigen Filmautor*innen hergestellte künstlerische Dokumentarfilm ist mittlerweile fast gänzlich aus den deutschen Fernsehprogrammen verschwunden.

Die 11. Ausgabe des Festivals für Filme zur Kunst DOKUARTS zeigt vom 4.-21. Oktober im Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums das gesamte faszinierende und lebendige Formenspektrum des zeitgenössischen unformatierten dokumentarischen Schaffens. Insbesondere unkonventionelle persönliche Künstlerportraits, Essayfilme, Langzeitbeobachtungen und die Dokumentation von Arbeitsprozessen erfreuen sich international großer Beliebtheit bei Filmemacher*innen und dem Publikum und sind dennoch meist nur vereinzelt am Rande der großen Festivals aufzufinden.

DOKUARTS 11 - Unformatiert / Beyond Format präsentiert mit seinem Programm das Gedächtnis der Künste und ihre Bedeutung für die Gegenwart. Die internationale Filmwerkschau umfasst 24 neue Filme zur Kunst aus 16 Ländern, darunter 12 Filme von Filmemacherinnen. Alle Filme sind erstmalig in Berlin und nur bei DOKUARTS zu sehen, die meisten als Deutschlandpremieren. Fast alle Filmemacher*innen werden ihre Filme persönlich präsentieren.

Im Rahmen des European Month of Photography werden 6 Filme zur Kunst der Fotografie am Wochenende 12. - 14. Oktober gezeigt. Europa- und Deutschlandpremieren und die Anwesenheit der Fotografen Harry Gruyaert und Daniel Schwartz prägen dieses zweite Festivalwochenende.

Das diesjährige DOKUARTS-Symposium findet in Kooperation mit dem European Documentary Network statt und thematisiert die historische, gegenwärtige und fortschreitende Formatisierung der Medien- und Kulturlandschaft, sowie Herstellungszusammenhänge der Produktion, Ästhetik und Politik von Filmen zur Kunst.

 

Antragsteller/in Andreas Lewin

Veranstaltungstermin 4.-21. Oktober 2018

Veranstaltungsort Zeughauskino, Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Kooperationspartner: DHM/Zeughauskino Partner: Botschaft des Königreichs der Niederlande, Generaldelegation der Regierung Flanderns, Schweizerische Botschaft, Botschaft von Spanien, Schwedische Botschaft Berlin, European Month of Photography, European Documentary Network Medienpartner: ARTE, rbb kulturradio, taz, Ask Helmut, Photography in Berlin, Exberliner, KCRW Berlin, Creative City Berlin

Internetseiten doku-arts.de/de/starthttps://de-de.face...m/DOKU.ARTS/

HOLLYWOOD BLACKLIST

„Are you or have you ever been a member of the Communist Party?“ Das musste sich ab 1947 fragen lassen, wer verdächtigt wurde, kommunistische oder subversive Verbindungen zu haben. Wer sich weigerte zu antworten (oder die Frage gar bejahte), landete auf Hollywoods Schwarzer Liste und erhielt Berufsverbot.

 

Die Retrospektive HOLLWOOD BLACKLIST ist den betroffenen Filmschaffenden gewidmet und zeigt, was dem US- amerikanischen Kino durch die Blacklist verloren ging.

Antragsteller/in Hannes Brühwiler

Veranstaltungstermin 1. bis 30. September 2018

Veranstaltungsort Kino Arsenal

Förderbetrag 43'000 Euro

Kooperationen Kino Arsenal

Internetseiten www.arsenal-berlin.de

Human Rights Film Festival Berlin

In der Filmwoche vom 20. bis zum 26. September 2018 findet im Babylon Mitte, im Hackesche Höfe Kino und im Sputnik Kino das Menschenrechtsfilmfestival „Human Rights Film Festival Berlin“ unter der Schirmherrschaft von Ai Weiwei statt. Organisiert von Aktion gegen den Hunger werden Beiträge von Filmschaffenden aus aller Welt gezeigt. Thematische Schwerpunkte der Veranstaltung sind globale Fluchtbewegungen und humanitäre Problemstellungen. Neben sehenswerten und zum Teil bereits ausgezeichneten Dokumentarfilmen bieten wir unseren Besucherinnen und Besuchern Podiumsdiskussionen und Raum für offenen Austausch.

 

Wir wollen den Zugang zu Menschenrechten stärken. Denn: wir glauben an das Recht auf umfassenden Zugang zu grundlegenden Menschenrechten für alle - unabhängig von Herkunft, Sprache, Kultur oder Religion. Das Medium Film schafft eine einzigartige Plattform für Vernetzung, Workshops und Diskussionen. Gemeinsam machen wir uns für universelle Menschenrechte stark.

 

Antragsteller/in Aktion gegen den Hunger gGmbH

Veranstaltungstermin 20.September bis 26.September 2018

Veranstaltungsort Babylon Mitte, Hackesche Höfe Kino, Sputnik Kino

Kooperationen SOS Mediterranée, IRC, NRC, Auswärtiges Amt

Internetseiten www.humanrightsfil...denhunger.de

Pressestimmen