ALGORITHMEN - Eine biographische Formelsammlung

Was in uns Menschen funktioniert algorithmisch, was nicht? Welchem Programm folgst du in einem Entscheidungsmoment, welchem ich? Was sind überhaupt Algorithmen und wie kann ich sie durcheinanderbringen? Sind sie meine Komplizen oder Gegenspieler? Sind wir Menschen komplett berechenbar und unsere Individualität nur eine Wunschvorstellung? Oder lauert die unerwartete Komponente, die 13. Fee, hinter jeder Ecke?

 

Turbo Pascal nimmt eine Übersetzerfunktion ein: Wir übersetzen Alltagsabläufe in Algorithmen und Computerscripts in Erzählungen. Wir testen die Poesie der Quelltexte und versuchen, sie zu verstehen. Wir switchen zwischen dem „einen“ und dem „anderen“ Denken und heben die algorithmische Logik aus dem Dunkel der Rechenzentren ins Licht der Bühne. Dabei orientieren wir uns an den Grundkomponenten der Algorithmen: Vergleich, Mustererkennung, Gruppenbildung, Auswahl und Entschluss.

Ist es möglich, Zuschauer und Performer zu einem Daten verarbeitenden Algorithmus zusammen zu schließen?

 

Antragsteller/in Turbo Pascal

Veranstaltungstermin 9. bis 11. Oktober, 21 Uhr 12. Oktober, 19 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensäle Berlin

Förderbetrag 45.000 €

Internetseiten www.turbopascal.info

AUSNAHMEZUSTAND oder sechs Versuche in der Kunst der Gastfreundschft

AUSNAHMEZUSTAND ODER SECHS VERSUCHE IN DER KUNST

DER GASTFREUNDSCHAFT

sind sechs Performances frei nach Reportagen von Navid Kermani.

Die feinen Beobachtungen des deutsch-iranischen Autoren Navid Kermani in den Regionen am Rande der Welt, in denen Ausnahmezustand herrscht, entwickeln eine stille Kraft. Sie erzeugen

mit ihrer poetischen Ruhe und Genauigkeit das Gefühl einer Begegnung mit Menschen in Kaschmir, Indien, Afghanistan, Iran, Syrien, Palästina und auf Lampedusa, dem Tor zu Europa. Sie sind

Einübungen in Fernstenliebe.

 

Die Auseinandersetzung mit Kermanis Texten in der Reihe AUSNAHMEZUSTAND ODER SECHS VERSUCHE IN DER KUNST DER GASTFREUNDSCHAFT beschreibt verschiedene Anordnungen von Verständigung.

 

Wir nehmen Kermanis Geschichten zum Anlass, in der Vierten Welt einen Ort der Gastfreundschaft zu errichten. Wir betreten einen Raum, in dem wir uns als Gast und als Gastgeber begegnen. Hier

ist ein ungeschriebenes Gastrecht verbürgt. Ein Recht, von dem wir eigentlich nichts (mehr) wissen. Die Gast/Gastgeber-Verabredung

wird zum theatralen Grundthema der Abende. Aber was ist das Gastfreundschaft? Was kann das sein? Jemanden zuzurufen,“Fühl dich wie Zuhause... Help yourself..." ist vermutlich die Annullierung der Gesetze der Gastfreundschaft. Stehen wir vor der

Aufgabe, uns an die Gesetze der Gastfreundschaft zu erinnern, um sie neu zu erfinden? Wir werden unser Bestes tun und unsere Gastgeber, die Performer Anders Carlsson und Matthias Breitenbach

werden an sechs Abenden auf ihre jeweiligen Gäste aus Pakistan, Afghanistan, Teheran, Syrien, Palästina und Lampedusa treffen.Und dabei insistieren sie auf die kulturelle Differenz.

Es gibt nichts zu versöhnen und nichts zu heilen. Wir leben zusammen in einer Welt, in der die Universalität der Moderne unerbittlich weiter Wunden schlägt. Alles Traditionelle vernichtet.

Es gibt kein Zurück. Wir werden den Weg weiter zu gehen haben. Wie? Darüber müssen wir uns – wie Karl Marx es formuliert, bei Strafe unseres Untergangs – verständigen.

 

Sprachen: deutsch/englisch

 

Teil 1: Gastgeber Anders Carlsson mit seinem Gast aus Pakistan Omar Kasmani

Teil 2: Gastgeber Matthias Breitenbach Gast aus Afghanistan

Teil 3: Gastgeber Matthias Breitenbach Gast aus Teheran

Teil 4: Gastgeber Matthias Breitenbach Gast aus Syrien

Teil 5: Gastgeber Matthias Breitenbach Gast aus Palästina

Teil 6: Gastgeber Anders Carlsson Gasteberin aus Lampedusa

 

Lesung alle sechs Teile: Judith van der Werff

 

Regie: Dirk Cieslak | Dramaturgie/Produktion: Annett Hardegen | Ausstattung: primavera°maas | Künstlerische Mitarbeit: Luisa Grass |

Video: Lenny Triefenschal | Technik: Miriam Akkermann

 

Antragsteller/in Dirk Cieslak

Veranstaltungstermin 12. und 13. Dezember 2014 17. und 18. Januar 2015 1. und 2. November 2014 und weitere Termine Feb./ März u April 2015

Veranstaltungsort Vierte Welt

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.viertewelt.de

Be Part of Something Bigger - Celebrating the art of collectives and 20 years of Gob Squad

Im Herbst 2014 feiern Gob Squad ihr 20-jähriges Bestehen als Künstlerkollektiv. 20 Jahre kollektive Arbeit sind 20 Jahre vergangene Zeit, in der eine Gruppe wächst, entwirft, plant, verwirft, diskutiert, streitet, altert, lernt und liebt. In dieser Zeit sind berufliches und privates Leben untrennbar ineinander übergegangen, es wurden Höhen und Tiefen geteilt, Ruhm und Scheitern, Kinder, Beziehungen, Wohnungen und ein Büro. Damals, im Herbst 1994, wurden die Besucher der ersten Gob Squad Performance House in ein leerstehendes Wohnhaus in Nottingham (UK) eingeladen, um Teil einer theatralen Installation zu werden, die dort in verschiedenen Räumen ihren Lauf nahm. Dem Publikum zu ermöglichen Teil eines größeren Ganzen zu werden, ist auch heute noch ein Anliegen und Motivation für das künstlerische Schaffen von Gob Squad.

 

Um zwei Dekaden kollektiver Arbeit zu markieren – und auch zu reflektieren – wird das HAU Hebbel am Ufer zu Gob Squads Haus für ein langes exzessives Wochenende mit Kunst und Performance, Gesprächen und Filmen, Theorie und Praxis, Magie, Musik und heißer Suppe. Be Part of Something Bigger lädt eine Öffentlichkeit dazu ein, zusammen mit Gob Squad und ausgewählten Gästen der Frage nachzugehen: Wie arbeiten und leben wir und wollen wir das eigentlich so? und dabei das Phänomen Kollektiv aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten... und zu feiern.

 

Die drei ausgewählten Aufführungen von Gob Squad Are You With Us?, Before Your Very Eyes und We Are Gob Squad And So Are You stehen nicht im Zentrum des Wochenendes, vielmehr werden sie Räume schaffen – physisch wie auch gedanklich – um innezuhalten, in die Vergangenheit zu schauen, die Gegenwart zu überprüfen und im Austausch mit geladenen Künstler_innen und Theoretiker_innen in einem spielerischen Setting mögliche Visionen für die Zukunft zu spinnen. Jeweils exemplarisch für Themenbereiche wie Gruppe und Individuum, Identität und Repräsentation werden die Arbeiten auch zu Material für die diskursiven Formate. In diversen Videoinstallationen machen Gob Squad außerdem einen Teil ihres kollektiven Bildergedächtnisses zugänglich, in dem Versuch abermals die Vergänglichkeit zu bannen. Ein Filmprogramm widmet sich dem Thema Arbeit und Arbeitsformen, Obsessionen, Visionen, Abwegen und Abgründen.

 

Be Part of Something Bigger will aber auch feiern: durch kleine magische Momente, die die Kostbarkeit des Augenblicks bewusst machen und durch exzessivere Formen, die Gelegenheiten bieten, sich im Moment zu verlieren und in der Menge aufzugehen: Bei einem Queen-Cover-Konzert mit einer exklusiven Ansammlung von Instant-Bands, beim gemeinsamen Kopieren von Tanzszenen aus Filmen und Videoclips – oder zu DJ-Sets von DJ Phono oder Bobby Friction. Man kann sich zu Tischtennis-Rundlauf verabreden oder am großen Dinnertisch neben Fremden Platz nehmen, mit Berliner Kollektiven Quartett spielen oder sich die Zukunft vorhersagen lassen oder sich zwischendurch oder mittendrin zu einem Nickerchen hinlegen und dann, wenn man immer noch nicht genug hat, ausgewählte Sitzmöbel als Besitz markieren und als Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen...

 

"Welcome to our house, built with you in mind."

 

 

 

Antragsteller/in Gob Squad

Veranstaltungstermin 20. bis 22. November 2014

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen "Be Part of Something Bigger – Celebrating the art of collectives and 20 years of Gob Squad" ist eine Koproduktion von Gob Squad und HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Kulturverwaltung. Be Part of Something Bigger wird von Gob Squad und Christina Runge kuratiert.

Internetseiten www.gobsquad.com/weekendwww.hebbel-am-ufer...hing-bigger/

Pressestimmen

Collective Jumps

In ihrer neuen Arbeit setzt sich Isabelle Schad mit der Utopie der Gemeinschaftsbildung im Tanz auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Laurent Goldring untersucht die Choreografin mit einer Gruppe von 16 Tänzern, welche Möglichkeiten sich in der Beziehung zwischen Form und Freiheit ergeben. Kann die Herstellung eines unendlichen, vereinten, monströsen Körpers ein Ort des kulturellen Widerstands sein? Die Vorstellungen werden von einem Vortrag, einem Film und einem Publikumsgespräch begleitet.

 

"Der Körper dieser Gruppe besteht aus Vielen. Wir widmen uns Praktiken, die gemeinschaftsbildend sind, nicht individualisierend. Wir verstehen diese Praktiken als Weg. Sie sind biologischer, zellulärer, energetischer Natur. Wir verstehen Freiheit im Verhältnis zu Form. Form, die aus inneren Prozessen und ihren Rhythmen entsteht. Rhythmus schafft demnach die Form. Das Vielfältige, Subjektive. Und Variation, gerade innerhalb von Wiederholung. Wir verstehen Freiheit als das Wesen des Glücks. Wir suchen nach Gleichwertigkeit in der Bewegung und nach dem Ende von Hierarchie zwischen Körperteilen. Beziehungen zwischen Körperteilen verstehen wir wie Beziehungen zwischen den Performern innerhalb der Gruppe. Wir borgen uns Raumzeichnungen, Formationen und Fassungen aus dem Volkstanz und brechen gleichzeitig dessen Codes, damit die Substanz dahinter aufscheint. Wir beziehen Widerstand auf Fragen des Rhythmus und Protest auf Fragen der Organisation.

Kann ein end-loser, vereinigter, monströser Körper einer Gruppe zum Ort des Widerstandes werden?"

 

Konzept und Choreographie: Isabelle Schad

in choreographischer Zusammenarbeit mit Laurent Goldring

Performance, Tanz:

Juan Cobeis, Hana Erdman, Naïma Ferré, Jasmin Ihrac, Przemyslaw Kaminski, Roni Katz, Mathis Kleinschnittger, Inna Krasnoper, Aoife McAtamney, Zwoisy Mears-Clarke, Lea Moro, Benjamin Pohlig, Julia Rodriguez, Claudia Tomasi, Nir Vidan, Sunniva Vikør Egenes.

Theoretische Begleitung: Gabriele Wittmann

Licht: Mehdi Toutain-Lopez

Sound: Damir Simunovic

Kostüme: Lèa Girod

Produktionsleitung:Heiko Schramm

Antragsteller/in Isabelle Schad

Veranstaltungstermin 28., 29. und 30. November 2014

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen Produktion: Isabelle Schad. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten In Kooperation mit: Goethe-Institut Nigeria, Goethe-Institut Warschau, Art Stations Foundation Poznan, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin (HZT) Unterstützt durch: Wiesen55 e.V. Dank an: Daniella Kaufmann, Teresa Hoffmann, Winfried Lotz-Rambaldi, Matthias Quabbe, Volker Hüdepohl, Angela Millano

Internetseiten www.isabelle-schad.netwww.hebbel-am-ufer.de/

Collective Jumps von Isabelle Schad Foto: Laurent Goldring

Collective Jumpa von Isabelle Schad Foto: Laurent Goldring

Collective Jumpas von Isabelle Schad Foto: Laurent Goldring

Das Kongo Tribunal

„Das Kongo Tribunal" versammelt in der Tradition von Jean-Paul Sartres „Vietnam Tribunal“ in Bukavu – der „Welthauptstadt der Vergewaltigung“ – und in Berlin – der Stadt der historischen Afrika-Konferenz von 1885 – über 60 Zeugen und Experten und durchleuchtet die Gründe und Hintergründe für den seit bald 20 Jahren andauernden Krieg im Ostkongo – einer der rohstoffreichsten Regionen der Welt.

Während sechs Tagen treten kongolesische Regierungs- und Oppositionspolitiker, Militärs und Rebellen, UNO- und Weltbankfunktionäre, große Minenbaufirmen genauso wie einfache kongolesische Bürger, Philosophen, Ökonomen und Juristen vor eine internationale Jury. Anhand von drei konkreten Fällen werden in Bukavu die wirtschaftlichen Perspektiven in einer politisch instabilen und von Rebellionen und ethnischen Konflikten heimgesuchten Region untersucht.

Daran anschließend beleuchten die Hearings in Berlin die Verwicklungen der internationalen Akteure – der multinationalen Unternehmen und der Weltbank, der Industriestaaten, der UNO und der NGOs – in den Krieg im Ostkongo und ihre ökonomischen sowie politischen Interessen in der Region.

Die Gegenstände der Untersuchung werden kontrovers und mit offenem Ausgang verhandelt. Die Hearings werden gefilmt und stehen im Zentrum eines gleichnamigen Dokumentarfilms mit inter nationalem Kinostart im Herbst 2016.

 

Antragsteller/in IIPM e.V. / Milo Rau

Veranstaltungstermin 26. bis 28. JUNI 2015

Veranstaltungsort SOPHIENSAELE, BERLIN

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen DAS KONGO TRIBUNAL ist ein Film- und Theaterprojekt von Milo Rau und dem International Institute of Political Murder (IIPM). Das THEATERPROJEKT ist eine Koproduktion des IIPM mit den Sophiensaelen Berlin, in Zusammenarbeit mit Fruitmarket Kultur und Medien, Langfilm, dem European Center for Constitutional and Human Rights und der Zürcher Hochschule der Künste, gefördert durch Mittel des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten, des Hauptstadtkulturfonds Berlin, der Bundeszentrale für politische Bildung und des Goethe Instituts Johannesburg. Mit der freundlichen Unterstützung von Brussels Airlines. Der FILM ist eine deutsch-schweizerische Koproduktion der Fruitmarket Kultur und Medien und der Langfilm, in Zusammenarbeit mit dem IIPM, dem Schweizer Radio und Fernsehen SRF & Radio Télévision Suisse RTS, Lemafrika Culture et Développement (Bukavu) und Kwetu Film Institute (Kigali), gefördert durch die Film und Medienstiftung NRW, das Bundesamt für Kultur (Schweiz), den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (Deutschland), die Kulturförderung Kanton St. Gallen / Swisslos, die Zürcher Filmstiftung, die Filmförderungsanstalt, den Deutschen Filmförderfonds und die Volkart Stiftung.

Internetseiten www.international-institue.dewww.the-congo-tribunal.com

Pressestimmen

Szenenbild "Das Kongo Tribunal" in den Sopheinsaelen Berlin.(Photo: Daniel Seiffert)

Chefankläger Sylvestre Bisimwa befragt Präsidentschaftskandidat und Experte des Tribunals Vital Kamerhe bei den „Berliner Hearings“. (Photo: Daniel Seiffert)

Die Jury der „Berliner Hearings“ von links nach rechts: Wolfgang Kaleck, Saran Kaba Jones, Harald Welzer, Colette Braeckman, Saskia Sassen. (Photo: Daniel Seiffert)

Dissolved – the Uncanny Valley

Die Kantine der Sophiensæle und ein Galerieraum in London werden per Video-Stream überblendet. Die Performer geben ihre Körper und ihre Identität in diese virtuelle Welt. In der Begegnung schaffen sie rätselhafte Mischwesen, halb existent, halb nicht, gefangen in permanenter Überblendung. Menschen und Dinge sind was sie sind und zugleich etwas ganz anderes, in dieser beunruhigenden, fesselnden und manchmal hoch komischen Performance.

Antragsteller/in Florian Feigl

Veranstaltungstermin 6., 7., 8., 13., 14., 15., 20., 21., 22. März 2014

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 49.000 €

Kooperationen Christopher Hewitt, Berlin und Julian Maynard Smith/Station House Opera, London

Internetseiten florianfeigl.com

© Station House Opera

© Station House Opera

© Station House Opera

FRÜHLINGSOPFER aufgeführt von She She Pop und ihren Müttern

Gemeinsam mit den eigenen Müttern werden die Performerinnen von She She Pop die Performance Frühlingsopfer nach Igor Strawinskis „Le Sacre du Printemps“ zur Aufführung bringen. Im Mittelpunkt der Performance steht die Frage nach dem weiblichen Opfer in der Familie und in der Gesellschaft. Dafür überblenden She She Pop bewusst die religiöse Sphäre des rituellen Menschenopfers aus „Le Sacre du Printemps“ mit der ethischen Frage des persönlichen Verzichts zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Müttern und Töchtern. Diese Überlagerung erzeugt sofort Widerwillen: Sich als Frau für andere aufzuopfern ist ein Programmpunkt eines heute peinlich veralteten Normenkatalogs. Die überragende Bedeutung von Selbstermächtigung und persönlicher Freiheit hat alle Akte des Verzichts und der Hingabe in ein obskures Licht verrückt. Das archaische Frühlingsopfer dagegen steht für die Gewissheit, dass jede Gemeinschaft Opfer fordert, ja sogar erst um das gemeinsame Opfer herum entsteht und bestätigt wird.

 

In der Überlagerung dieser Sphären sehen She She Pop die Möglichkeit, ein Thema zu entwickeln, das stumm zwischen den Generationen steht. Wie bei Strawinski entfaltet sich die Performance Frühlingsopfer selbst als ein Ritual: Die Begegnung von She She Pop, ihren Müttern und dem Publikum wird in aller Feierlichkeit inszeniert. Doch im Gegensatz zu der Gemeinschaft, die sich bei Strawinski für das Frühlingsopfer versammelt, besteht bei She She Pop und den Müttern keineswegs fraglose Einigkeit über das Vorgehen, im Gegenteil. Zweifel stehen von Anfang an im Raum. Aber ebenso der Entschluss, es gemeinsam zu versuchen.

 

Konzept: She She Pop | Von und mit: Cornelia und Sebastian Bark, Heike und Johanna Freiburg, Fanni Halmburger, Lisa Lucassen, Mieke Matzke, Irene und Ilia Papatheodorou, Heidi und Berit Stumpf, Nina Tecklenburg | Video: Benjamin Krieg | Bühne: Sandra Fox | Kostüm: Lea Søvsø | Musikalische Mitarbeit: Damian Rebgetz | Choreographische Mitarbeit: Jill Emerson | Assistenz und Dramaturgische Mitarbeit: Veronika Steininger | Lichtdesign und Technische Leitung: Sven Nichterlein | Ton: Florian Fischer | Produktion/PR: ehrliche arbeit- freies Kulturbüro | Company Management: Elke Weber.

Antragsteller/in She She Pop

Veranstaltungstermin 10., 12., 13., 14. April 2014

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, HAU1

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen HAU Hebbel am Ufer, FFT Düsseldorf, Tanzhaus NRW, Künstlerhaus Mousonturm, Kaserne Basel, brut Wien, Prager Theaterfestival deutscher Sprache, Archa Theater Prag, Kyoto Experiment 2014 und Théâtre de la Ville/Festival d'Automne à Paris.

Internetseiten www.sheshepop.de

Hausbesuch Europa

"Hausbesuch Europa" ist eine Aufführung, die sich im Handgepäck transportieren lässt und die uns so nahe kommt, wie es die großen Ideen sonst selten tun. Was ist Europa? Ist es eine geografische Grenze, eine kulturelle Identität, ein Staatenverbund? Europa, so wird immer wieder konstatiert, ist am ehesten eine sich ständig wandelnde Idee – zu theoretisch, als dass sie vom Einzelnen als Lebenswirklichkeit erfahren werden könnte. Rimini Protokoll kontrastiert diese abstrakte europäische Idee mit der Individualität einer Privatwohnung. In einem Wohnzimmer werden 15 Menschen Teil einer Inszenierung, die persönliche Geschichten und die Mechanismen des politischen Europa miteinander verzahnt. Wie viel Europa steckt in einem Menschen?

Antragsteller/in Rimini Protokoll

Veranstaltungstermin 6. bis 22. Mai 2015

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer, Berlin

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Hausbesuch Europa ist eine Produktion von Rimini Apparat. In Koproduktion mit Archa Theatre Prague, BIT Teatergarasjen/Bergen International Festival, Frascati Teater Amsterdam, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Kaaitheater Brussels, LIFT London, Malta Festival Poznan, Mungo Park, Sort/Hvid, Teater Nordkraft, Théâtre de la Commune Aubervilliers, Théâtre Garonne, Teatro Maria Matos. Die Produktion entstand im Auftrag von und in Koproduktion mit House on Fire und wird mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union präsentiert. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin.

Internetseiten www.rimini-protokoll.dewww.homevisiteurope.org

Pigi Psimenou

Pigi Psimenou

Pigi Psimenou

Intim – Freischwimmer 2014/2015

Die Verquickung von privatem und öffentlichem Leben ist ein allgegenwärtiger und wohlbekannter Topos unserer Zeit. Soziale Netzwerke und Reality-TV, Abhörskandale, Spionage und Überwachung – all das sind alltägliche Phänomene geworden. Doch wie verhält es sich über das Private hinaus mit dem Intimen?

 

Das diesjährige Freischwimmer-Festival schickt sieben KünstlerInnen und Gruppen auf die Suche nach Intimität. Worin unterscheidet sie sich vom Privaten? Wie kann sie im öffentlichen Theaterraum thematisiert werden? Wo können Grenzen überschritten oder auch gezogen werden, Perspektiven verkehrt, Inneres nach außen gewendet oder Phobien und Sehnsüchte geteilt werden?

 

Freischwimmer 2014/15 findet Intimität im dänischen Fernsehen und auf österreichischen Bauernhöfen, in gelatinereichen Radioshows oder dem mütterlichen Fitnessstudio, beim Tierpräparator, in ungewöhnlichen Familiengeschichten oder bei einem ganz privaten Tanz im öffentlichen Raum.

Antragsteller/in Sophiensaele GmbH

Veranstaltungstermin 17. bis 25. Oktober 2014

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen brut Wien, Gessnerallee Zürich, Mousonturm Frankfurt a.M. und FFT Düsseldorf

Internetseiten www.sophiensaele.comwww.freischwimmer-festival.com

Männer in Garagen

Hinter Wohnblocks, am S-Bahnhof, am Stadtrand oder auf der Brache stehen sie: Garagen. Zu Zeilen aneinandergereiht führen sie eine urbane Rande­xistenz. Sie sind überall, nützlich für alles Mögliche und doch fast unsichtbar. Neben ihrer eigentlichen Bestimmung als Parkplatz dienen sie als bessere Keller, Werkstätten und Lagerräume, Büros, Ateliers oder Mu­sikstudios, Labore, Partyräume und Gartenlauben. Abseits des Wohnraums und jenseits jedes Repräsentationsanspruchs kann hier ausgelebt werden, was in anderen Räumen nicht geduldet wird oder wofür sonst kein Platz ist. Gerade in Berlin, wo preiswerter innerstädtischer Raum immer knapper wird, sind Garagen begehrt wie nie zuvor.

 

„Frauen haben Hobbys, Männer Garagen.“ Als klischeebehaftete Orte wird in ihnen eine Bastion reaktionärer, betont hetero­sexueller Männlichkeit gesehen – Autos, Sport und Pin-Ups. Bei genauerer Betrachtung öffnen sich jedoch Welten: Garagen sind Treffpunkte für verschiedenste Menschen, sind Orte für Selbstverwirklichung und Improvisiertes, für Geheimnisse und Intimes – bis hin zur Illegalität. Doch was genau macht diese wenigen Quadratmeter so attraktiv? Sind sie die letzten Zu­fluchtsorte für Visionäres, Verbotenes und Freigeistiges?

 

Die Sophiensæle machen die Garage auf und präsentieren ein Performancefestival zwischen Klischees und neuen Perspekti­ven auf einen Kulturraum in Randlage!

 

MIT GARAGEN VON: Burmester + Feigl, Cora Frost, copy & waste, Grayson Millwood, Henrike Iglesias, Lötscher/Schmidli/Lötscher, Lovefuckers, Lwowski-Kronfoth Musiktheaterkollektiv, Markus&Markus, Sahar Rahimi (Monster Truck) und Studierenden des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin

Antragsteller/in Sophiensæle GmbH

Veranstaltungstermin 24. bis 28. September 2014

Veranstaltungsort Gründergaragenhof Himmelsbach, Breite Strasse 42A, Pankow

Förderbetrag 130.000 €

Kooperationen Eine Produktion von SOPHIENSÆLE in Kooperation mit dem Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Medienpartner: Missy Magazine, Siegessäule, Zitty, taz.die tageszeitung

Internetseiten www.sophiensaele.c...55&hl=dewww.sophiensaele.c...en.pdf?hl=de

Nazisupermenschen sind euch allen überlegen

Deutschland, 1934, Paralleluniversum Lamda III. Während eines Besuchs bei Albert Einsteins stiehlt der Ingenieur Wernher von Braun dessen Telefonbuch. Er interessiert sich nicht für die darin enthaltenen Nummern, sondern für Alberts scheinbar unzusammenhängende Kritzeleien auf dem Umschlag, die er als den Bauplan einer Zeitmaschine identifiziert. Im Tunnel Mittelbau-Dora wird die Maschine von Zwangsarbeitern unter strenger Geheimhaltung zusammengebaut. Da sich niemand findet, der bereit ist, die Maschine als Passagier zu testen, werden vier niedere Nazi-Chargen als Strafe für ein Disziplinarvergehen dazu verurteilt, in die Vergangenheit zu reisen und die Herrschaftsstrategien, Rituale, Kriegstaktiken und Organisationsstrukturen untergegangener Großreiche auszukundschaften. Als „Abgesandte des Volks ohne Raumzeit“ begegnen die Chrononauten Weltherrschern verschiedener Epochen und versuchen, durch retro-aktive Historien-Reparatur die Weltgeschichte auf die Ankunft ihres Führers Alfred Hitler vorzubereiten.

Antragsteller/in Showcase Beat Le Mot

Veranstaltungstermin 19. und 20. Dezember 2014, 20.00 Uhr 12. und 13. Dezember 2014, 15.00 Uhr Folgen 7 bis 9: 4., 5., 6. Oktober 2014, jeweils 20.00 Uhr Folgen 4 bis 6 am 15., 16., und 17. August .2014 jeweils 21.00 Uhr

Veranstaltungsort Ding Dong Dom - Das Theater der Zukunft, Holzmarktstraße 25, 10243 Berlin

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Nazisupermenschen sind euch allen überlegen. Performance-Serie zum Ende vom Ende der Geschichte. Eine Produktion von Showcase Beat Le Mot in Koproduktion mit dem Holzmarkt und dem HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.showcasebeatlemot.de

Alexej Tscherniy

Pionier Geist (Appell / Anrufung / Absturz)

Welche Rolle hat die vielschichtige und extrem widersprüchliche Figur des Pioniers in der verdrängten Epoche des real existierenden Sozialismus gespielt? Wie verhält sie sich zum Mythos des flexiblen und netzwerkenden Erneuerers und Vorreiters, der in Zeiten des Neoliberalismus als Vorbild gilt? In welcher Weise lässt sich der Pionier für eine künstlerische Subjektivität nutzbar machen, die genau diese gesellschaftlichen Normen überschreitet? In ihrer Konzertperformance verdichten die Choregrafinnen und Performerinn Camilla Milena Feher und Sylvi Kretzschmar ihre Fragen an den Pioniergeist zu ebenso abstrakten wie poetischen Bildern von kühler Schönheit. Sie ihm ihre Stimmen, ihre Instrumente und Maschinen, arbeiten sich an ihm ab und sind von ihm besessen. SKILLS betreten Neuland, um herauszufinden, wie das alles so sehr von uns Besitz ergreifen konnte.

Antragsteller/in SKILLS / Camilla Milena Fehér

Veranstaltungstermin 19.-22. Februar 2015, HAU Hebbel am Ufer Berlin 28. Februar 2015, Theater im Pumpenhaus Münster 9.-12. April 2015, Kampnagel Hamburg

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer Berlin, Theater im Pumpenhaus Münster, Kampnagel Hamburg

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Kulturbehörde Hamburg, HAU Hebbel am Ufer Berlin, Theater im Pumpenhaus Münster, Kampnagel Hamburg

Internetseiten www.we-are-the-skills.de

Foto: Gianmarco Bresadola

Foto: Gianmarco Bresadola

Sauer Macht Lustig - Ein machtkritisches Festival

DAS SAUER MACHT LUSTIG FESTIVAL

 

findet vom 9.–12. Oktober 2014 in der Distel in Berlin statt. Es widmet sich den verschiedenen Machtdimensionen von Lachen und Humor – was macht ein solidarisches, subversives, komplizenhaftes, verletzendes oder ausgrenzendes Lachen aus?

Im Fokus des Festivals stehen Sexismus und Rassismus. Kann Komik auch eine Ausdrucksform von Empörung sein, kurzum: macht sauer lustig? Wir nähern uns den Fragen von Macht und Humor über ein interdisziplinäres und spartenübergreifendes Programm.

Antragsteller/in Prof. Dr. Ulrike Schaper

Veranstaltungstermin 9. bis 12. Oktober 2014

Veranstaltungsort Kabarett-Theater Distel, Berlin

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Medienpartnerschaft mit dem Missy Magazine

Internetseiten www.sauermachtlust...festival.de/

The Cloud. A Cosmo-Choreography made by animals/vegetables/minerals/humans/concepts&emotions

Was wäre, wenn diese Performance als Produkt der Arbeit eines Shrimps, einer Distel, eines Menschen oder reiner Affekte entstünde? Wie würde sich unsere Wahrnehmung mit diesem Wissen verändern? Das Performancekollektiv SXS enterprise benutzte wissenschaftliche Methoden, um seine KollaborateurInnen kennenzulernen, und parawissenschaftliche, um mit ihnen zu kommunizieren. Gemeinsam mit ihren KollaborateurInnen lassen Sie eine Kosmochoreografie entstehen, in der sich Bewegungen, Objekte und Situationen miteinander verschlingen und untereinander Beziehungen herstellen.

 

Im Mittelpunkt steht das Produkt aus Menge und Beziehung von Wasser, Temperatur und Staub – eine Wolke. Sie live herzustellen ist äußerst heikel, denn die bloße Anwesenheit des Publikums wird die Atmosphäre beeinflussen. Aber vielleicht geht es genau darum - dass alles einander affiziert und auf einander einwirkt. Der Atem vermischt sich mit der Wolke.

Antragsteller/in Siegmar Zacharias/SXS Enterprise

Veranstaltungstermin 30. und 31. Januar, 1. Februar, 7. und 8. Mai 2015

Veranstaltungsort sophiensaele berlin; FFT düsseldorf

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen sophiensaele Berlin, FFT Düsseldorf, MDT Stockholm

Internetseiten WWW.sxsenterprise.comwww.thecloud.nu

Pressestimmen

SXS ENTERPRISE

SXS ENTERPRISE

SXS ENTERPRISE

Treffpunkte

Treffpunkte: 1. bis 26.10.2014 / Verschiedene Orte in Berlin

Der urbane Raum war in den letzten Jahren häufig Gegenstand theatraler Erkundungen. Wie steht es aber um den Status des Privaten in der öffentlichen Sphäre? Ist sie ein Ort, an dem es noch so etwas wie Intimität gibt? Lässt sich hier, im Zeitalter der totalen Durchdringung des öffentlichen Raumes durch das Marktförmige,eine Kommunikation zwischen Menschen herstellen, die den Namen verdient?

Zum Auftakt der am 1. Oktober beginnenden Spielzeit zeigt das HAU Hebbel am Ufer die Reihe Treffpunkte. Künstler wie Phil Collins, Dries Verhoeven, Sarah Vanhee sowie Lutz Henke, Yukihiro Taguchi und Raul Walch suchen für ihre künstlerischen Interventionen vor allem Orte im Berliner Stadtraum auf, die in einer Grauzone zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten angesiedelt sind.

 

Sarah Vanhee / Campo: Lecture for Everyone

Als freundliche Unbekannte dringen die belgische Künstlerin Sarah Vanhee und ein deutscher Performer in unterschiedliche Versammlungen in Berlin ein – sei es ein Gottesdienst, eine Geschäftssitzung in einem großen Unternehmen, ein Parlamentsausschuss oder die Mitgliedsversammlung eines Vereins. Wie ist es möglich, Menschen zugleich kollektiv und individuell zu erreichen? Das Projekt, das bereits in über zehn Städten durchgeführt worden ist, überrascht die Anwesenden mit einer persönlichen Lecture.

1. Oktober, 19 Uhr / HAU3 : Opening Session

14. Oktober, 20 Uhr/ HAU2 Closing Session

 

Dries Verhoeven: Wanna Play?

In vielen Städten, so auch in Berlin, eröffnen heute weniger Bars für ein homosexuelles Publikum als noch vor zehn Jahren. Warum die Wohnung verlassen, um jemanden kennenzulernen, wenn das auch von zu Hause aus über das Internet geht? Der niederländische Künstler Dries Verhoeven entwickelt mit dem HAU Hebbel am Ufer das neue Projekt “Wanna Play?”, eine performative Installation, welche die Möglichkeiten und die Tragik des Phänomens der Smartphone-Apps für Sexdates thematisiert. Eine Fingerbewegung genügt – schon erscheinen auf dem Handydisplay bis zu 200 Männer, die sich in der Nähe befinden, geordnet nach geografischer Entfernung. Nach den erfolgreichen Kämpfen der Schwulenbewegung scheint so nun eine neue Heimlichkeit, ein neues “Closet”, zu entstehen. Die Art und Weise, wie Männer sich treffen, wird erneut unsichtbar für die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt. Genau diesen Prozess möchte Dries Verhoeven mit seiner Arbeit darstellbar machen und einer Diskussion aussetzen. Verhoeven, der unter anderem bereits mit “Dein Reich komme”, “Niemandsland”, “You are here” und “Fare thee well!” am HAU zu Gast war, wohnt zwei Wochen lang in einem gläsernen LKW-Trailer und tritt via Smart­phone mit Menschen in der Umgebung in Kontakt, die er zu sich einlädt. Das sogenannte “closed closet” wird öffentlich.

15. Oktober, 20 Uhr / HAU1: Wanna Play? – The Coming Out / Moderation: Martin Reichert.

 

 

Phil Collins: my heart’s in my hand, and my hand is pierced, and my hand’s in the bag, and the bag is shut, and my heart is caught

Nach Stationen in Köln und New York ist Phil Collins’ Installation nun in Berlin zu sehen. Der britische Künstler arbeitete dafür mit Gästen von GULLIVER, der Kölner Überlebens-station für Obdachlose. Vor Ort installierte er ein kostenloses Telefon. Die so aufgezeichneten Gespräche wurden anschließend anonymisiert an verschiedene Musiker, geschickt. Den Besuchern der Installation werden sowohl die Gespräche der Obdachlosen als auch die darauf basierenden Songs auf 7" Vinylschallplatten in speziell entworfenen Hörkabinen präsentiert.

Das Pro­jekt bein­hal­tet Beiträge von namhaften Kün­stlern wie Scrit­ti Polit­ti, David Syl­vian, Læti­tia Sadi­er und Da­mon & Nao­mi, weg­weisende ex­per­i­men­telle und In­die-Acts (Demdike Stare, Plan­n­ing­torock, Maria Min­er­va, Heroin In Tahi­ti, Pye Corn­er Au­dio, Peak­ing Lights), lokale Berühmtheit­en un­ter­schiedlich­er Gen­er­a­tio­nen (Elek­tronische Musik aus: Köln, Plu­ra­mon, Cologne Tape) und als Spe­cial Guest der deutsche Su­per­s­tar Ju­lia Hum­mer.

26. Oktober, 20 Uhr / HAU2: Phil Collins – Artist Talk

 

Lutz Henke, Yukihiro Taguchi, Raul Walch: FUTURE LIVING lab

Bis zu ihrer Räumung zählte die unweit der Oberbaumbrücke gelegene Cuvrybrache zu den wenigen verbliebenen Freiflächen in Berlin. Es waren der Künstler Yukihiro Taguchi und die Architektin Chiara Ciccarello, die zu Beginn des Jahres 2012 mit einer ersten Hütte den Grundstein für die kurz darauf entstehende Siedlung mit ungefähr hundert Menschen legten. Im Rahmen von “Treffpunkte” nehmen Yukihiro Taguchi und der Künstler Raul Walch gemeinsam mit dem Kurator Lutz Henke vor dem HAU2 das FUTURE LIVING lab in Betrieb, eine mobile temporäre Architektur, die gleichzeitig als „Meeting Point“, als Galerie und als Gemeinschaftszentrum konzipiert ist. Eine Ausstellung formuliert einen Beitrag zur Geschichtsschreibung der umkämpften Immobilie. Diskussionsveranstaltungen und weitere partizipative Projekte stellen die Frage, wofür die Cuvrybrache innerhalb der Debatte um die Zukunft des Wohnens stand.

26. Oktober, 17 Uhr / HAU2 : Cuvrytopia – Freiraum, Museum & Favela

Abschlussgespräch mit Lutz Henke, Raul Walch, Stephan Lanz / Moderation: Nina Apin

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 1. bis 26. Oktober 2014

Veranstaltungsort Verschiedene Ort in Berlin

Förderbetrag 130.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de