Ah! Oh! A contemporary Ritual

Der Raum ist in Dämmerlicht getaucht, durchzogen von einem Beat, der an den Herzschlag eines rastlosen Tieres erinnert. Aus dem Schatten lösen sich zaghaft sechs Gestalten. Sie wirken vertraut und doch haftet ihnen etwas fremdartiges an: verloren im Zustand des Vergessens. Ihre Bewegungen sind zögerlich, gezeichnet von einer archaischen Angst. Ihr Tasten lässt zugleich eine Sehnsucht erkennen, den anderen zu berühren und ihm nahe zu sein.

 

Mit ihrer neuen Choreografie „Ah! Oh! A contemporary Ritual“ für sechs TänzerInnen zoomt die Berliner Choreografin Kat Válastur in eine post-apokalyptische Gesellschaft hinein, die erkennbar Züge unseres heutigen Lebens trägt. Die Momentaufnahme erzählt von einer Gesellschaft, in der jeder auf sich gestellt und doch von dem Wunsch nach einem übergeordneten Gefühl von Gemeinschaft getrieben ist. Über die Trümmer der Vergangenheit hinweg, wagen die verlorenen Gestalten eine vorsichtige Annäherung. Doch wie lässt sich ein neuer Anfang machen? Wodurch wird die Endzeit zur ‚Neutopie’?

 

Inspiriert von der Kreis-Formation des Reigens als Ausdruck von Gemeinschaft in rituellen Tänzen von der Antike bis zur Gegenwart des Abendlandes, entwirft Válastur einen utopischen Ritus für eine Gemeinschaft von morgen. Gekonnt entfesselt sie auf den Körpern der PerformerInnen ein Spiel aus Nähe und Distanz, Verzweiflung und Hoffnung, Angst und Sehnsucht, in dem die kleine Geste der Handreichung den Aufbruch in eine neue Zeit einleitet.

Antragsteller/in Kat Válastur

Veranstaltungstermin 5. bis 7. Dezember 2014

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer/HAU2

Förderbetrag 69.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Kat Vàlastur in Koproduktion mit HAU Hebel am Ufer Berlin. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.hebbel-am-ufer...ritual/1389/

Foto: Iosif Lykakis

Blind Spotting

Erschöpfung als Diagnose unserer Zeit, Isolation als Mittel der Wahl – mit einem Ensemble von acht TänzerInnenn betreten Margrét Sara Guðjónsdóttir und Angela Schubot in „Blind Spotting“ den blinden Fleck, mit dem wir uns vor der täglichen Informationsflut schützen. In eindrucksvollen und zugleich verstörenden Bildern legen sie die Verwundbarkeit der fragilen Körper unserer Leistungsgesellschaft frei und schärfen den Blick für die Kraft in seiner vermeintlichen Schwäche.

 

Wer kennt nicht das Gefühl der Erschöpfung im Alltag der Großstadt, den Wunsch, sich zurückzuziehen und zu verschließen vor den mannigfaltigen Eindrücken? Abgrenzung ist das Schlachtwort unserer Zeit. Wir haben gelernt, unsere Wahrnehmung auf ein Minimum zu reduzieren – und doch gibt es Ereignisse und Momente, die wie aus dem Nichts in unser Bewusstsein dringen und uns berühren.

Poetisch, verstörend und unheimlich zugleich dringt das Ensemble von acht TänzerInnen zu diesem ‚blinden Fleck’ unserer Wahrnehmung vor und lädt dazu ein, gemeinsam das fragile Selbst in unseren überladenen Körpern zu erfassen. Verunsichert durch die schier grenzenlose Empathie mit den Anderen beginnt dieses Selbst damit, seinen eigenen Blick zu beobachten und seine Wahrnehmung zu erforschen. In dichter Atmosphäre, erfüllt von einschüchternder Intimität, der man sich nur schwer entziehen kann, versuchen die PerformerInnen gemeinsam mit ihrem Publikum, das Bewusstsein für die individuelle Präsenz des Gegenübers zu schärfen und einen anderen, verletzbaren und fragilen Körper zu behaupten: Einen Körper, der in seiner Verwundbarkeit und Offenheit die eigene Stärke entdeckt.

Konzept: Margrét Sara Guðjónsdóttir, Angela Schubot

Regie, Choreografie, Bühnen- & Kostümbild: Margrét Sara Guðjónsdóttir Choreografie/Performance: Louise Dahl, Annie Kay Dahlström, Catherine Jodoin, Angela Schubot, Laura Siegmund, Suet-Wan Tsang, Marie Ursin, Rodrigo Vilarinho

Musik: Peter Rehberg Lichtdesign & Bühnenbild: Andreas Harder Dramaturgische Beratung: Anja Röttgerkamp, Thomas Schaupp Produktionsleitung: Gabi Beier Produktionsmitarbeit & Presse: björn & björn Fotografie: David Kiers

Filmversion: Antoine Verbièse

Antragsteller/in Angela Schubot

Veranstaltungstermin 12. Juni 2014 (Premiere), 13., 14. und 15. Juni 2014

Veranstaltungsort Sophiensaele, Sophienstr. 18, 10178 Berlin

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen Life Long Burning Cultural Programme of the European Union 2013-2018 und Cullberg Ballett, MDT Stockholm, Wilderness dance as part of keðja unterstützt vom Culture Programme of the European Union, Nordic Culture Fund und Kultur Kontakt Nord und regionalen und nationalen Förderern, Tanzfabrik Berlin und Advancing Performing Arts Project (APAP).

Foto: David Kiers

Foto: David Kiers

Foto: David Kiers

bodieSLANGuage

Sechzehn Hände sind die Protagonisten von bodieSLANGuage.

Sie nehmen Verbindung auf, erschaffen Welten, kommunizieren miteinander, sind fremd, sind Freund, stiften Sinn und driften wieder auseinander.

 

BodieSLANGuage erforscht den Slang der Körper. In einer Verbindung von zeitgenössischem Tanz, Gebärdensprache und Gesten aus Popkultur und Alltag erproben drei Choreographen mit teils gehörlosen Performern die Ausdrucksmöglichkeiten der Hände.

Ausgangspunkt der Performance sind Sprachen und Slangs der Performer aus acht Ländern. Sie übersetzen Musik und Klang durch Körper- und Gebärdensprache in physischen Ausdruck. Ihre Gebärden, Gesten und Mimik führen über Zitate, Aneignung, Miss- und Unverständnisse schließlich zu einer neuen Kommunikation.

BodieSLANGuage ist eine Tanzproduktion des Choreographen-Duos matanicola (Nicola Mascia und Matan Zamir) und des Performance Künstlers und Gebärdendolmetschers Gal Naor (the progressive wave), die erstmalig für dieses interdisziplinäre Tanzprojekt zusammen arbeiten.

 

Mit Bráulio Bandeira, Jan Michael Kress, Laura Levita Valyte, Maureen Lopez Lembo, Nicola Mascia, Gal Naor, Jija Sohn, Simo Vassinen

Konzept, Regie, Choreografie Nicola Mascia, Gal Naor, Matan Zamir

Sounddesign Tomer Rosental, Alma Ben Yossef (Panda Porn)

Lichtdesign Avi Yona Bueno (Bambi) | Video Safy Etiel | Kostüm Saşa Kovacevic | Technik Fabian Bleisch

 

Antragsteller/in Matan Zamir

Veranstaltungstermin 11. bis 13. September und 9. bis 12. Oktober 2014, 21. und 22. Mai 2015

Veranstaltungsort Ballhaus Ost /Theater Freiburg

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Ballhaus Ost Berlin Theater Freiburg

Internetseiten www.matanicola.com

Cadenza

Fließender Verkehr, pulsierende Lichter, Menschenströme. Stillstand. Jede Stadt hat ihren Rhythmus. Yui Kawaguchi und Aki Takase spiegeln sie wie unter einer Lupe als Mikro-kosmos wider und entwerfen eine neue, utopische Stadt – die Stadt im Klavier. Der Konzertflügel ist das zentrale Organ des Abends. Aki Takases virtuose Beherrschung des gesamten Klangkörpers löst das Instrument akustisch in seine Einzelteile auf und schafft Verbindungen zwischen verschlungenen Harmonien, isolierten Tönen und manipulierten Timbres. In diese Klangsphären taucht Yui Kawaguchi ein und formt durch den Tanz neue Strukturen und Räume. Ein Dialog beginnt zwischen zwei starken Persönlichkeiten und zwei expressiven Kunstformen.

 

Im fünften Stück ihrer Reihe „Die Stadt im Klavier“ lassen sich die in Berlin lebenden japanischen Künstlerinnen von der westlichen Konzertkadenz inspirieren. Das dynami¬sche Wechselspiel von Choreografie, Komposition und Improvisation wandelt sich dabei zum abstrakten Sinnbild für unser urbanes Dasein zwischen Regelsystem und Regel¬bruch. Auch im Bühnenraum spiegelt sich diese Ambivalenz wider, wenn mit der Kugel, der wohl flüchtigste aller Körper, in das Geschehen eingreift und unversehens in eine Kettenreaktion verwickelt wird...

 

 

2008 begegneten sich die Tänzerin und die Jazzpianistin erstmals auf der Theaterbühne, seither spinnen sie ihr leidenschaftliches Zwiegespräch in immer neuem Kontext fort. Bereits die vierte Stadt im Klavier "Chaconne" feierte 2011 und 2012 mit sechs Vorstellungen einen großen Erfolg in den Sophiensaelen. Umso erfreulicher, dass auch "Cadenza" nach der restlos ausverkauften Uraufführung im Mai 2013 noch einmal an drei Abenden im Festsaal zu erleben ist. In der Zwischenzeit ging das Stück weltweit auf Tour, u.a. nach Japan, Kanada, Luxemburg, Polen und Österreich.

 

Antragsteller/in Die Stadt im Klavier GbR

Veranstaltungstermin Berliner Wiederaufnahme 5., 6., 7. Februar 2014 - jeweils 20 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 6.500 € Wiederaufnahme

Kooperationen Eine Produktion von Yui Kawaguchi und Aki Takase in Koproduktion mit dem Museum of Art, Kochi (Japan), der Philharmonie Luxemburg und Sophiensaele. In Kooperation mit Nico and the Navigators, dem Centrum Kultury Agora Wroclaw und dem Osterfestival Tirol. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von Yamaha.

Internetseiten www.mendora.comwww.akitakase.de

dreamed apparatus

Träume bestimmen unseren Alltag vielleicht mehr als uns bewusst ist. Mit einem unbestimmten Gefühl entlassen sie uns aus dem Schlaf oder holen uns während des Tages wieder ein. Ihre Bedeutung erschließt sich uns jedoch nur selten. Auf einer Bühne des Träumens erkunden die PerformerInnen unsere nächtlichen Weisen des Seins und die Erinnerung daran. Ihre Handlungen, Worte, Geschichten und Gesten verdichten sich zu einem Apparat, der die gewohnte Logik durchbricht und spielerisch die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit unterwandert.

Antragsteller/in Public in Private / Clément Layes

Veranstaltungstermin 24. bis 27. April 2014, jeweils 20 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 54.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Public in Private in Koproduktion mit Kunstencentrum BUDA Kortrijk, Dampfzentrale Bern, Theatre de Nimes, fabrik Potsdam und SOPHIENSALE. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Unterstutzt durch Etape Danse, einer Initiative des Institut Francais Deutschland/Bureau du Theatre et de la Danse und der Fabrik Potsdam, gefördert durch die SACD und das französische Ministerium fur Kultur und Kommunikation/DGCA und die Landeshauptstadt Potsdam. Dank an Kunstfabrik Flutgraben, Uferstudios und Stamsund International Theaterfestival.

Internetseiten sophiensaele.com/p...21&hl=de

Foto: Public in Private

Foto: Public in Private

Hunter

"Wie kann ich die vielen Einflüsse und Spuren verarbeiten, die mich als Person und als Künstlerin geprägt haben. Wie kann mein Körper möglichst viele Genealogien und bislang unverwirklichte Geschichten entfalten?”

 

In ihrer ersten abendfüllenden Solo-Performance erforscht Meg Stuart ihren Leib als Archiv, das von persönlichen und kulturellen Erinnerungen, von Vorfahren und künstlerischen Vorbildern, von Fantasien und unsichtbaren Kräften bevölkert ist. Als Tänzerin geht sie auf Entdeckungsreise in einem Land der kleinen Dinge, die ihren Körper umgeben, und übersetzt die Ergebnisse ihrer Recherche in eine Serie von Selbstporträts. Erfahrungen werden auf dem Schneidetisch in Einzelteile zerschnitten und wieder zusammengeklebt, damit neue mögliche Verbindungen hervortreten können. Es entsteht ein cartoonartiger Körper, eine flüssige Installation, ein schamanistisches Gesangsritual oder, warum eigentlich nicht, eine Séance, die Tante Margaret heraufbeschwört. Innere Zustände, über unterschiedliche Oberflächen und verschiedene Medien hinweg verteilt, entwickeln in einer von allen geteilten Welt einen Resonanzraum.

Antragsteller/in Damaged Goods | Meg Stuart

Veranstaltungstermin 26., 27., 28. und 29. März 2014

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer Berlin

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen HAU Hebbel am Ufer (Berlin), La Bâtie Festival de Genève, Gessnerallee (Zürich), BIT Teatergarasjen (Bergen), Centre Pompidou (Paris)

Internetseiten www.damagedgoods.be/hunter

Foto: Iris Janke

Foto: Iris Janke

Foto: Iris Janke

Foto: Iris Janke

KRUMP 'N' BREAK RELEASE

„Ich kann mit Tanz all´ das sagen, was ich nicht mit meinem Mund sagen kann.“

Alan Page (aka Baby Coldboy)

 

Unser Körper erzählt unsere Geschichte. Er berichtet von unseren Wurzeln, unseren Lebensumständen und unserer Umgebung. Fünf Tänzer aus Frankreich und Deutschland und vier Tanzstile begegnen sich auf der Bühne. In KRUMP´N´BREAK RELEASE lassen sie sich aufeinander ein, begeben sich in die Welt der anderen und entwickeln eine gemeinsame Körper-Sprache. Die vertanzte Wucht des Krump, die virtuose Akrobatik des Break, die Durchlässigkeit des Release und die intensive Kommunikation des Contact bringen ihr eigenes Vokabular mit. Sie bilden die Basis für eine Arbeit, die tief in die Biographien jedes einzelnen Tänzers vordringt.

Was mit Worten nur angedeutet werden kann – im Tanz ist alles zu sehen: Wut, Faszination, Liebe, Schönheit, Angst – alles was die Tänzer bewegt. Sie erzählen ihre eigene Geschichte und verschreiben sich bewusst einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit sich und ihrer Umwelt. Es scheint nur konsequent, dass viele Tänzer ihre Tanzkompanie gleichzeitig auch als eine Art Familie sehen. Als Wahlfamilie, die die gleiche Sprache spricht und die sich ohne Worte versteht. Das gilt besonders für den ausdruckstarken und explosiven tänzerischen Ausdruck des Krump, in dem jede Krump-Familie eigene Bewegungen und Ausdrucksformen entwickelt.

Die Choreographen von shifts – art in movement, David Brandtstätter und Malgven Gerbes, kannten weder Krump noch Urban Dance, als das französische Festival Les Hivernales sie bat, ein HipHop-Projekt für sie zu entwickeln. Zeitgleich lernten sie den Berliner Raphael Hillebrand kennen, der aus dem Breakdance kommt und sich inzwischen international einen Namen als Zeitgenössischer Tänzer und Choreograph gemacht hat. Die französischen Krumper Waldo Pierre (aka Junior Tiger), Anthony Jean (aka Crow aka Boy Tiger), Emlilie Ouedraogo-Spencer (aka Girl Mad Skillz) und Alan Page (aka Baby Coldboy) stießen durch Workshops dazu und die Idee von Krump`N`Break Release nahm schließlich Gestalt an. shifts steht für den Wechsel von einem definierten Zustand in einen anderen und impliziert damit eine Dynamik des Übergangs. Die Produktionen der Choreographen sind befreit von festen Stilgerüsten – sind art in movement in jeder Hinsicht.

Eines ist gewiss – aus dieser Begegnung entsteht eine neue Form intensiver Körperlichkeit. Ein neuer Tanz. Eine neue Bewegung. Und dies ist der erste Schritt zu einer neuen Welt.

 

Konzeption & Choreographie Malgven Gerbes, David Brandstätter // Tanz & Choreo-graphische Mitarbeit Raphael Hillebrandt, Alan Page (aka Baby Coldboy), Waldo Pierre (aka Junior Tiger), Anthony Jean (aka Crow aka Boy Tiger), Emlilie Ouedraogo-Spencer (aka Girl Mad Skillz) // Coaching & Dramaturgische Beratung Howard Katz // Video Christoph Lemmen, Malgven Gerbes // Komposition Jimmy Sert, David Brandstätter // Lichtdesign Ruth Waldeyer, Bruno Pocheron // Produktionsleitung Katja Kettner / Christine Elbel

 

Antragsteller/in David Brandstätter / Malgven Gerbes shifts

Veranstaltungstermin 1., und 2. November 2014 um 20.30 Uhr, 3. November 2014 um 11 Uhr und 19 Uhr

Veranstaltungsort Tanzfabrik Wedding / Open Space#2 / Uferstudios Studio 14

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Mit freundlicher Unterstützung durch: Le Centre Chorégraphique National du Havre Haute-Normandie – Direction Emmanuelle Vo-Dinh, La Compagnie Beau Geste, Le Rive Gauche – Scène conventionnée de St Etienne du Rouvray, Tanzfabrik – Uferstudios Berlin, Odia Normandie – Office de Diffusion et d’Information Artistique en Haute-Normandie. Gefördert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, Direction Régionale des Affaires Culturelles de Haute-Normandie, La Région Haute-Normandie, Institut Français de Berlin

Internetseiten www.s-h-i-f-t-s.org

La Mula - A Beatmusical

Noch Boheme, bereits prekär oder schon Unterschicht?

In Gestalt des unerschrockenen Charakters La Mula denkt Anja Müller in ihrem Solo laut nach über Armut als künstlerisches Lebensprinzip, die alltägliche Jagd nach Poesie und Prestige sowie Entertainmentzwang und Entertainmentdrang.

Die ruhmlose Beat-Artistin unternimmt den größenwahnsinnigen Versuch, mit nur einem Körper, einer Stimme und der Kraft der fünf Musen die alleinige Protagonistin eines ergreifenden Musicals zu sein. Bewaffnet mit passioniertem talk-rap Style und fuzz-soaken Bassbeats transformiert La Mula Unaussprechliches into poetry.

 

PERFORMANCE, CHOREOGRAFIE Anja Müller

MUSEN Dennis Deter, Jochen Haker, Hermann Heisig, Alma Söderberg, Hendrik Willekens PRODUKTIONSLEITUNG Ann-Kathrin Reimers

Antragsteller/in Anja Müller

Veranstaltungstermin 9., 10. und 14. September.2014 jeweils 20:00 Uhr

Veranstaltungsort SOPHIENSÆLE (Hochzeitssaal)

Förderbetrag 28.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Anja Müller in Koproduktion mit Theater Freiburg, artblau Tanzwerkstatt Braunschweig, SOPHIENSÆLE. Unterstützt durch Tanzfabrik Berlin e.V.

Internetseiten www.determueller.comwww.sophiensaele.de

miles mysteries

Das Stück ist angeregt von Goyas späten Radierungen. Entstanden gegen Ende seines Lebens, kann man sich auch nach über 200 Jahren ihrer ins Bewusstsein drängenden Wirkung nicht entziehen.

 

Goya will Formen und Gebärden vorführen, die bisher nur im menschlichen Geiste existierten und zwar in einem Geiste, der verdunkelt und verwirrt ist aus Mangel an Aufklärung oder überhitzt ist durch die Zügellosigkeit der Leidenschaften. Seine „Schwarzen Bilder“ sind zeitlos und allgegenwärtig, weil wir uns selbst in einem Spiegel wiederfinden.

 

Ihm folgend, ist unser Stück keine choreographische Inszenierung seiner Bilder, sondern eine Begegnung auf den Spuren der conditio humana, deren Ergründung in unserer Arbeit zunehmend eine Rolle spielt. In „miles mysteries – die schreienden Bilder“ stauen sich zurückgehaltene Wut, Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit, Ängste, Melancholie und Träume auf und entladen sich in einem Schrei. Wenn Normalität und Irrsinn sich verkehren, steigt Ungeheuerliches hoch.

 

„miles mysteries“ ereignet sich in einem Niemandsland, geheimnisvoll und dennoch nicht weniger real, bevölkert von Figuren an der Schwelle zwischen Norm und Wahn, Licht und Schatten, Erscheinung und Verschwinden – eine Vision des Bizarren.

 

 

„Das Beeindruckendste an der cie. toula limnaios ist nicht das unglaubliche Gefühl für Raum und Bewegung, noch die Weisheit im Umgang mit den malerischen Mitteln oder die Qualität der Tänzer. Es ist nicht nur, dass eine gute Aufführung zu erwarten ist, sondern Toula Limnaios erhöht die Ausdruckskraft von Tanz ... Sieht man eine Aufführung der Compagnie, sind nicht nur einfach die Tänzer zu sehen, sondern eine Innenschau in uns selbst, die Konflikte unserer Existenz reflektiert. Sie können durch Bewegungen und poetische Bilder Empfindungen im Betrachter auslösen mit einem Tanz, der die Möglichkeiten der Körpersprache erweitert, weshalb sich Toula Limnaios als eine der großen Schöpfer des zeitgenössischen Tanzes festigt und ihre Compagnie heute eine der ausdrucksstärksten ist.“ (VIVADANÇA, Silvana Moura, Mai 2014.)

 

 

 

Konzept/ Choreographie: Toula Limnaios

Musik: Ralf R. Ollertz

Tanz/ Kreation:

Giacomo Corvaia

Marika Gangemi

Elia López

Samuel Minguillon

Hironori Sugata

Karolina Wyrwal

Inhee Yu

Assistenz: Carlos Osatinsky

Lichtdesign: Felix Grimm

Raum/ Kostüme: Antonia Limnaios /Toula Limnaios

Public Relations: Silke Wiethe

 

Antragsteller/in cie. toula limnaios

Veranstaltungstermin 1. - 3. & 7. - 10. & 14. - 17. August 2014, um 21 Uhr

Veranstaltungsort HALLE TANZBÜHNE BERLIN

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Eine Produktion der cie. toula limnaios mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin.

Internetseiten www.halle-tanz-berlin.dewww.toula.de

cie. toula limnaios: miles mysteries © cyan

cie. toula limnaios: miles mysteries © cyan

cie. toula limnaios: miles mysteries © cyan

Mistral: Susanne Linke und Koffi Kôkô

In der Produktion „Mistral“ führen Susanne Linke und Koffi Kôkô einen Dialog darüber, wie das Wissen großer Tanztraditionen zwischen Kulturen und über Generationen hinweg zu vermitteln ist. Tänzerische Präsenz, Körpergedächtnis, Technik, kultureller Kontext und Geschlecht werden zu Ausgangspunkten einer einzigartigen Begegnung von performativem Wissen und gesellschaftspolitischen Fragen. Und das in einer radikalen Gegenüberstellung: Susanne Linke, Vertreterin der Tanzmoderne von Mary Wigman und des Deutschen Tanztheaters, trifft auf die jahrhundertealte „Körper-Bibliothek“ des zeitgenössischen afrikanischen Performers Koffi Kôkô: Eingeschrieben in die Körper zweier Ausnahmetänzer begegnen sich Modernen und Traditionen.

Antragsteller/in Susanne Linke und Inge Zysk

Veranstaltungstermin 17. bis 19. Oktober 2014 um 20:00 Uhr

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen In Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, Berlin

Internetseiten www.adk.de/de/aktu...jectID=33486www.schwindelderwi...-koffi-koko/

Regelförderung - Tanz im August 26. Internationales Festival Berlin

Tanz im August ist eine Veranstaltung des HAU Hebbel am Ufer, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Mit Unterstützung der Aventis Foundation.

 

In Kooperation mit Braennen, Schaubühne am Lehniner Platz, Schinkel Pavillon e.V., Sophiensaele, Tanzfabrik Berlin e.V., Theater an der Parkaue, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Tanz im August zu Gast bei den Berliner Festspielen.

 

Mit freundlicher Unterstützung British Council, Goethe-Institut, Institut français und das französische Ministerium für Kultur und Kommunikation / DGCA, Botschaft von Kanada, Schwedische Botschaft, Japan Foundation.

 

Inhalt

Tanz im August vom 15. bis 30.08.2014 in Berlin: Die 26. Ausgabe des internationalen Festivals des zeitgenössischen Tanzes, veran¬staltet vom HAU Hebbel am Ufer, präsentiert 21 Kompanien/Choreografen aus 14 Ländern an zehn, über die ganze Stadt verteilten Spielorten. Unter den über 60 Vorstellungen gibt es zahlreiche Deut¬schlandpremieren und Berlin-Debüts sowie das lang erwartete Wiedersehen mit der Michael Clark Company und dem Cullberg Ballet.

 

Das Festival beginnt mit CHOREO_DRIFT – einem Symposium mit Vorträgen und Choreografien, das einen Themen- und Debatten-Rahmen für das diesjährige Programm setzt. Das Publikum ist herzlich eingeladen, an einer Reihe von Begegnungs- und Gesprächsformaten teilzunehmen: Physi¬cal Introductions, Dance Circles und Meeting of Minds. Installationen, Partys und die Kooperation mit der Tanzfabrik, die mit der Tanznacht in den Uferstudios einen Einblick in die Arbeit der Berliner Tanzszene ermöglicht, runden das Festivalprogramm ab.

 

Das diesjährige Programm von Tanz im August setzt auf starke künstlerische Visionen und die ganze Bandbreite des zeitgenössischen Tanzes: Formvollendete und gefeierte Choreographen wie Anne Teresa De Keersmaeker, Maguy Marin oder Michael Clark. Hinzu kommen ganz junge und erstmalig in Berlin auftretende KünstlerInnen wie zum Beispiel Dana Michel aus Montreal oder Eduardo Fukushima aus Sao Paulo. Die Nachwuchskompanien La Veronal aus Barcelona oder Loose Collective aus Wien sind Vertreter einer ganz neuen Tanztheater-Generation. Etablierte Kompanien die ihr Berlin-Debüt erleben: das New Yorker Big Dance Theater und Daniel Léveillé aus Montreal. Der Brasilianer Marcelo Evelin oder die Formationen Mamaza und May Zahry schaffen sehr unmittelbare, intime Begegnungen mit dem Publikum. Mit "Sensational" von Imaginart wird eine Aufführung speziell für ein sehr junges Publikum von achtzehn Monaten bis drei Jahren angeboten.

 

Am ersten Tag des Festivals sind Produktionen der in Schweden arbeitenden Cristina Caprioli, des Brasilianers Eduardo Fukushima, des Amerikaners Trajal Harrell und des Kanadiers Daniel Léveillé zu erleben. Sie setzen die Themen des Festivals: Geschichte, Erinnerung, Identität und Macht. Festivalleiterin Virve Sutinen, die erstmalig Tanz im August programmiert hat, bietet dieses Jahr eine große ästhetische Vielfalt von unterschiedlichsten künstlerischen Generationen - für ein breit gefächertes Publikum.

 

 

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin Gesellschaft mbH

Veranstaltungstermin 15. bis 30. August 2014

Veranstaltungsort HAU, Schinkel Pavillon, Sophiensæle, Haus der Berliner Festspiele, Schaubühne am Lehniner Platz, Theater an der Parkaue, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Braennen, Uferstudios

Förderbetrag 400.000 €

Kooperationen Tanz im August ist eine Veranstaltung des HAU Hebbel am Ufer, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Mit Unterstützung der Aventis Foundation. In Kooperation mit Braennen, Schaubühne am Lehniner Platz, Schinkel Pavillon e.V., Sophiensaele, Tanzfabrik Berlin e.V., Theater an der Parkaue, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Tanz im August zu Gast bei den Berliner Festspielen. Mit freundlicher Unterstützung British Council, Goethe-Institut, Institut français und das französische Ministerium für Kultur und Kommunikation / DGCA, Botschaft von Kanada, Schwedische Botschaft, Japan Foundation.

Internetseiten www.tanzimaugust.de/

Regelförderung für die Compagnie Sasha Waltz & Guests für das Jahr 2014

Projekte & Aktivitäten 2014

 

URAUFFÜHRUNG

Choreographische Oper „Orfeo“ von Claudio Monteverdi (1607)

Choreographie / Regie Sasha Waltz, Musikalische Leitung Pablo Heras-Cassado

mit Sasha Waltz & Guests, Freiburger BarockConsort, Vocalconsort Berlin

Uraufführung Nederlandse Opera Amsterdam 3.9.2014

 

WEITERE PROJEKTE

Ausstellung „Sasha Waltz. Objekte, Installationen, Performances“ im ZKM Karlsruhe (Finissage 02/2014)

 

„Tannhäuser“ in der Regie von Sasha Waltz, mit der Staatskapelle und dem Chor der Staatsoper unter der Leitung von Daniel Barenboim, Premiere 04/2014 im Rahmen der „Festtage“, Produktion Staatsoper im Schiller Theater

 

Kindertanzcompany Berlin, drei fortlaufende Gruppen in verschiedenen Altersstufen

Wiederaufnahme im Radialsystem V: „The wild things“ (2013)(06/2014)

 

WIEDERAUFNAHMEN AUS DEM REPERTOIRE IN BERLIN

Staatsoper Berlin: „Dido & Aeneas" (2005) (05/2014), „Scéne d’amour / Faune / Sacre" (2013) (11/2014)

Radialsystem V: „Twenty to eight" (1993) (10/2014), "Zweiland" (1997)(12/2014)

Haus der Berliner Festspiele: „Jagden & Formen ( Zustand 2008)" (11/2014)

 

GASTSPIELE AUS DEM REPERTOIRE INTERNATIONAL

„Scène d’amour / Faune / Sacre" (2013): Luxemburg (01/2014), Köln (09/2014)

"Metamorphoses" (2010): Ferrara (02/2014)

"Travelogue - Twenty to eight" (1993) (02/2014): Yangon, Myanmar

„d’avant“ (2002): Antwerpen (03/2014)

„Dido & Aeneas“ (2005): Sydney (01/2014), München (04/2014)

„gefaltet“ (2012): Lille (04/2014)

„Matsukaze (2011): Lille (09/2014)

„Orfeo“ (2014). Luxemburg (12/2014)

"Impromptus" (2004): Berkeley, Californien (10/2014)

Antragsteller/in Sasha Waltz & Guests gGmbH

Veranstaltungstermin 1.1.-31.12.2014

Veranstaltungsort verschiedene Orte in Berlin (Staatsoper im Schillertheater, Haus der Berliner Festspiele, Radialsystem V) und international (siehe Kooperationen)

Förderbetrag 875.000 €

Kooperationen Koproduktion "Orfeo" (Uraufführung 2014)mit Nederlandse Opera Amsterdam, Les Théatres de Luxembourg, Bergen International Festival und Opéra de Lille, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der Lotto Stiftung Berlin. Gastspiele (chronologisch): Les Théâtres de la Ville de Luxemburg, Sydney Festival, ZKM Karlsruhe, National Theater Yangon Myanmar, Teatro Comunale di Ferrara, de Singel Antwerpen, Bayrische Staatsoper München, Opéra de Lille, Oper Köln, CalPerformances Berkeley USA

Internetseiten www.sashawaltz.de

Pressestimmen

Orfeo von Sasha Waltz / Claudio Monteverdi@ Monika Rittershaus

Sacre von Sasha Waltz / Igor Strawinsky © Bernd Uhlig

Sacre von Sasha Waltz / Igor Strawinsky © Bernd Uhlig

synekism / groove space

Wir sind täglicher Teil einer urbanen Dauerchoreografie. Vielfältige, hoch sensible physische Fähigkeiten ermöglichen es uns StadtbewohnerInnen, auf die verschiedenen Dynamiken unseres Umfelds einzugehen. groove space ist eine Forschungs- und Performanceserie, die als gemeinschaftliches Projekt in Berlin startet und in den nächsten Monaten auch in Hamburg, Zürich, Freiburg, Düsseldorf/Tokio und Basel Station machen wird. Mit lokalen KünstlerInnen und ZuschauerInnen erarbeitet das Forschungsteam um Sebastian Matthias in kollaborativer Methode das Stück immer wieder aufs Neue. Wie muss ein Kunstraum beschaffen sein, damit Kompetenzen der Straße darin zum Tragen kommen und nicht an der Garderobe abgegeben werden?

 

Nach einer intensiven tänzerischen Recherche der Dynamiken des zusammen Lebens und Bewegens in Berlin lädt das Team um Sebastian Matthias zu einer Präsentation am 8./9.8. in den Sophiensaelen Berlin sowie zu einem Preview am 23.8. ins Tanzhaus NRW Düsseldorf und am 28.8. und 4.9. zu einem Open Space in den Uferstudios Berlin ein. Die ZuschauerInnen sind dazu eingeladen, selbst Teil des Forschungsteams zu werden und ihre Kompetenz als StadtbewohnerInnen und BerlinerInnen einzubringen.

 

Aus dieser Zusammenarbeit leitet er sich schließlich ab: Der Groove Berlins! Die tänzerischen Ergebnisse des Forschungsprojekts werden in synekism / groove space am 18.-21. September 2014 in den Sophiensaelen gezeigt, gerahmt von Eva Berendes' Rauminstallation, die auf urbane Architektur Bezug nimmt, und den Soundkulissen von Tamer Fahri Özgönenc aus der Berliner Clubszene.

 

CHOREOGRAFIE, KONZEPT Sebastian Matthias

CO-CHOREOGRAFIE, TANZ Jubal Battisti, Lisanne Goodhue, Kiriakos Hadjiioannou, Isaac Spencer, Harumi Terayama, Idan Yoav, Deborah Hofstetter

SOUND Tamer Fahri Özgönenc

RAUM Eva Berendes

LICHT Tanja Rühl

KOSTÜM Nina Irina Witkiewicz

DRAMATURGIE Marcus Droß, Jan Burkhardt

ASSISTENZ Luisa Scholz, Marie Schmieder

TECHNISCHE LEITUNG Arne Schmitt

PRODUKTIONSDRAMATURGIE Mira Moschallski

FOTOINSTALLATION Jonas Paul Wilisch

 

Antragsteller/in Sebastian Matthias

Veranstaltungstermin 18. bis 21. September 2014, 8.,9., 23. und 28. August 2014

Veranstaltungsort Sophiensaele, Tanzhaus NRW, Uferstudios Berlin

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Sebastian Matthias in Koproduktion mit Tanzhaus NRW Düsseldorf, Kaserne Basel, Theater Freiburg, Kampnagel Hamburg, SOPHIENSÆLE und dem CCN de Franche-Compté in Belfort unter der Schirmherrschaft des accueil/studio Programms des Ministeriums für Kultur und Kommunikation/DRAC Franche-Compté. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Form-B-120614-1729 © Jonas Paul Wilisch

Form-B-120614-1714 © Jonas Paul Wilisch

Form-B-130614-0941 © Jonas Paul Wilisch

Tanznacht Berlin 2014

Die 8. Tanznacht Berlin präsentiert vom 28. bis 31. August 2014 in den Uferstudios | Tanzfabrik Wedding und in der Nachbarschaft ein vielfältiges Programm mit 100 Künstlerinnen und Künstlern in 30 Tanzaufführungen, Performances, Videoinstallationen und Artistic Practices.

 

Unter der künstlerischen Leitung von Heike Albrecht widmet sich die 8. Ausgabe der Berliner Tanzbiennale dem Verhältnis des zeitgenössischen Tanzes zu seinen globalen Ursprüngen, Traditionen und kulturellen Signaturen. Mit einem populärkulturellen Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft zeichnet die Tanznacht eine Landkarte, die die Verflechtungen der in Berlin lebenden internationalen Choreografinnen und Choreografen zu ihrer soziokulturellen Herkunft aufzeigt.

Die Besucher erwartet an vier Tagen ein dichtes Programm aus innovativen Arbeiten des zeitgenössischen Tanzes aus Berlin. Zu sehen sind herausragende Produktionen u.a. von Juan Gabriel Harcha, Dragana Bulut, shifts – art in movement / David Brandstätter & Malgven Gerbes, Kenji Ouellet, Dewey Dell, Martin Hansen, Kat Válastur, Jolika Sudermann, Ricardo de Paula, Christoph Winkler, Tian Rotteveel, Frédéric Gies, Angela Schubot & Jared Gradinger und Alexandre Achour.

 

Präsentiert werden zudem Performances von Kindern und Jugendlichen der TanzZeit Jugendcompany Evoke und Kadir „Amigo“ Memis sowie von Eva Meyer-Keller und Sibylle Müller.

Zur Uraufführung kommt Fake – the real deal von Sergiu Matis, sowie als Berlin Premiere Begüm Erciyas Produktion Hypnosis und Der Carpenter-Effekt von Jochen Roller & Mónica Antezana.

Parallel dazu gibt es außergewöhnliche Formate, die sich dem Dialog und Austausch künstlerischer Perspektiven verschreiben, darunter Dialogic Movement. Forum für zeitgenössische urbane Kultur unter der künstlerischen Leitung von Niels ’Storm’ Robitzky, Raphael Hillebrand und Louise Wagner, die Lecture Performance Invasive Hospitality von Siegmar Zacharias, der Videovortrag Mann-Frau-Maschine von Bjørn Melhus zum Körperbild des Androiden im Film sowie In Residence: On Tradition eine Erkundung der Nachbarschaft rund um die Uferstudios von Jo Parkes und Inge Koks.

 

Mit der Galerie Patrick Ebensperger präsentiert die 8. Tanznacht Berlin zum ersten Mal gemeinsam fünf Videoarbeiten renommierter Künstler_innen aus Berlin: On Orientations | Shifting the burden von An Kaler und Anne Quirynen, Maestra von Bjørn Melhus, Contagious! von Pauline Boudry und Renata Lorenz, Penelope Wehrlis House of Snow sowie The Only Possible City von Meg Stuart.

 

Ein vielgestaltiges Rahmenprogramm lädt Publikum, Gäste und Nachbarn ein, auf dem weitläufigen Gelände der Uferstudios die sommerliche Atmosphäre dieses inspirierenden Ortes zu erleben. Club Real gestaltet für die 8. Tanznacht Berlin mit Freileitung den Hof. Außerdem werden die Videoarbeiten Those 3 little words von Diego Agulló & Agata Siniarska und Spectators 2.0 von speechproject zu sehen sein.

 

Niels ’Storm’ Robitzky gibt einen vier tägigen Workshop Urban Dance Fundamentals und auf der Podiumsdiskussion wird debattiert über Gefördert – und wie weiter? Das Berliner Fördersystem im Zeichen kultureller Diversität und ständiger Transformation in der zeitgenössischen Tanzkunst.

 

Das vollständige Programm unter www.tanznachtberlin.de

 

Uferstudios • Uferstr. 8/23 • 13357 Berlin • www.uferstudios.com

Galerie Patrick Ebensperger, Plantagenstraße 30, 13347 Berlin

 

Eine Produktion der Tanzfabrik Berlin.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

 

In Zusammenarbeit mit: Galerie Patrick Ebensperger, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin, mapping dance berlin, Tanz im August / HAU Hebbel am Ufer, Uferstudios GmbH. Im Rahmen des Netzwerks apap – advancing performing arts projects / Performing Europe 2011-16. Unterstützt durch EU Kultur / apap Netzwerk.

 

Mit freundlicher Unterstützung durch:

Aktion KulturAllianzen der Allianz Stiftung, Fachbereich Kunst und Kultur Bezirksamt Mitte, Bezirkskulturfonds, Institut français und Nationales Performance Netz im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

 

 

Antragsteller/in Tanzfabrik Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 28. bis 31. August 2014 8. Tanznacht Berlin 18. und 19. Juli 2014 Fälle von Folklore: regionaler Tanz und populäre Entgrenzen

Veranstaltungsort Uferstudios Berlin, Galerie Patrick Ebensperger

Förderbetrag 140.000 €

Kooperationen Galerie Patrick Ebensperger, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin, mapping dance berlin, Tanz im August / HAU Hebbel am Ufer, Uferstudios GmbH.

Internetseiten www.tanznachtberlin.de

shifts - art in movement, Festina Lente - Make Haste Slowly. Bild: Cezary Zacharewicz

Jochen Roller / Monica Antezana, Der Carpenter Effekt. Bild: Bo Lahola

Juan Gabriel Harcha, Angela Loij. Bild: Andreas Krosch

Thingamajig

Wie entsteht eine theatrale Erfahrung? Bei einer Tanzaufführung kommen wir zusammen und gehen einer Sache nach, die sich nicht so richtig greifen lässt: eine Choreographie, die sich im Moment ihrer Aufführung realisiert, um sogleich wieder zu verschwinden. Die einen tun dies tanzend, die anderen zuschauend.

Mit beiden Aktivitäten bastlen die Anwesenden an der theatralen Erfahrung. Und so wird mit der verbrauchten Energie keine Ware produziert, sondern lediglich ein paar Vorstellungen, Gedanken, Gefühle und Fragen, die in Erinnerung bleiben. Deshalb handelt es sich beim Tanzen und Zuschauen auch nicht um Arbeit, die entlohnt wird, da sie messbare Werte schafft (wem auch immer diese Werte zugute kommen). Vielmehr werden hier Werte geschaffen, die sich nicht messen und deshalb auch nicht so einfach verrechnen und umverteilen lassen. Es sind die Vorstellungen, Gedanken, Gefühle und Fragen, die am Ende bleiben. Wenn dies aber Werte sind, müssen wir Tanzen und Zuschauen als Arbeit betrachten. Aber was für eine Arbeit ist das?

Mir erscheint die gemeinsame Verausgabung von Energie in dem zweckfreien, nicht jedoch sinnlosen Raum des Theaters als eine der Möglichkeiten von Tanz, uns zeitweise von der unmittelbaren Wertschöpfung und Nutzbarmachung von Arbeitsenergie zu befreien. Im gemeinsamen Experimentieren mit Bewegungen und Wahrnehmungen lassen sich diese einer wirtschaftlichen Ausbeutung zumindest zeitweise entheben. Es entsteht ein zweckfreier Apparat, der die Anwesenden hoffentlich mit der Tatsache vertraut macht, dass das Basteln an der Realität nie so richtig aufhört, auch wenn es mitunter anstrengend wird.

 

 

KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Martin Nachbar

TANZ UND CHOREOGRAPHIE: Philipp Enders, Coralie Meinguet, Benjamin Pohlig, Jochen Roller (in Berlin vertreten durch Martin Nachbar), Sunniva Vikør Egenes

COACHING: Jan Burkhardt

DRAMATURGIE: Valto Kuuluvainen

MUSIK: Boris Hauf

LICHT: Bruno Pocheron

KOSTÜME: Marion Montel

KOSTÜMASSISTENZ: Léa Girod Piskiewicz

KONSTRUKTION LICHTELEMENTE: Claire Terrien

PRODUKTION: Susanne Beyer

PRODUKTIONSASSISTENZ: Dino Spiri

Antragsteller/in Martin Nachbar

Veranstaltungstermin 2. bis 5. Oktober 2014 / 19h30 5. bis 7. Februar 2015 (FFT Düsseldorf)

Veranstaltungsort Sophiensaele, Berlin www.sophiensaele.com

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion von Martin Nachbar und Sophiensaele Berlin. Gefördert durch Mittel des Hauptstadtkulturfonds, des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten und der Kunststiftung NRW. In Kooperation mit Dock 11/Eden und Uferstudios.

Internetseiten ww.martinnachbar.de

Tuning

Tuning ist eine Hommage an Ikonen der Rockgeschichte:

Die koreanischen Choreografinnen Su-Mi Jang und Sung-Im Her tunen ihre Körper, antworten auf die Bühnenexzesse männlicher Idole der Popkultur und übertragen den Geist von Sex, Drugs and Rock’n’Roll auf die Bühne der Uferstudios.

 

Mit ihren eigenen, alles andere als männlich zu nennenden Körpern holen die Tänzerinnen Su-Mi Jang und Sung-Im Her die Idole ihrer Jugend auf die Bühne. Musikalisch begleitet von Thomas Jeker, entdecken sie Bewegungssprache und Habitus der Rockikonen. Geleitet von der Musik, aber auch der exzessiven Verausgabung der Rock-Heroen, spielt Tuning mit den Extremen dieses Lebensgefühls. Wie schon ihre Vorbilder bringen Jang und Her ihre Körper auf Hochtouren. Analog zu einem Verbrennungsmotor oder auch den Frequenzen einer Musik, 'tunen' sie förmlich die eigene weibliche Physis zu den Hochleistungen der männlichen Idole der Popkultur. Spielerisch lassen sie geschlechtliche Stereotypen im Exzess kollidieren und formulieren einen kritischen Kommentar auf die beherrschende Stilisierung des Erotisch-Weiblichen in der Musikbranche. Geleitet von der Musik führen sie sich selbst und ihr Publikum in den Exzess. Bekannte Posen, geläufige Gesten und expressive Bewegungsabläufe aus dem kollektiven Gedächtnis der jüngeren Musikgeschichte verdichten sich in Tuning zu einer Rockchoreografie des zeitgenössischen Tanzes.

 

Choreografie/Performance: Su-Mi Jang & Sung-Im Her Musik/Performance: Thomas Jeker

Ton/Licht: Jochen Haker

Dramaturgische Beratung: Anna Wagner, Lea Martini

Presse: Björn&Björn

Produktion: Marie Schmieder

Antragsteller/in Su-Mi Jang

Veranstaltungstermin 13., 14., 15. November 2014, 19 Uhr

Veranstaltungsort Studio 1, Uferstudios

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen In Koproduktion mit Theater Freiburg und LIG Arts Foundation. Gefördert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und des SoKultur/Lotteriefonds Kanton Solothurn. Unterstützt durch das Art Council Korea.

Visible Undercurrent

Die Arbeiten der Berliner ChoreografInnen Sasha Waltz, Meg Stuart und Jeremy Wade sind stark durch die Einflüsse der Post-Judson Avantgarde in den 1980er und 90er Jahren geprägt, die sich über deren Aufenthalte in New York, aber auch über die SNDO Amsterdam und EDDC Arnheim nachverfolgen lassen, an denen u.a. Mark Tompkins, Eva Karczag und Yoshiko Chuma unterrichteten. Lange Zeit galten diese Schulen als einzigartig in Europa, um jene, in New York geprägten, choreografischen Verfahren zu studieren. Sowohl Meg Stuart und Sasha Waltz bezeichnen diese Zeit als prägend und wegweisend für ihre spätere Arbeit.

Im September treffen sie in den Sophiensaelen bei einem Kick-Off Wochenende auf damalige WeggefährtInnen wie Yoshiko Chuma, Mark Tompkins und Eva Karczag, um deren Einflüsse in Improvisationen, Gesprächen und Lectures sichtbar zu machen. Es werden Aspekte einer Tanzgeschichte verhandelt, die auch für eine junge TänzerInnen-Generation präsent und zukunftsweisend sind. Gemeinsam mit Asaf Aharonson, Marcio Canabarro, Mor Demer und Paul Singh wird Peter Pleyer aus diesem Kick-Off-Wochenende das Stück Visible Undercurrent entwickeln: Im Probenprozess werden die jungen TänzerInnen mit geschichtlichem Material und Methoden aus dieser Zeit konfrontiert, um körperliche und konzeptuelle Freiräume sowie nicht explorierte Gebiete des choreografischen Schaffens zu öffnen. Im Dialog mit der Vergangenheit können so verloren gegangene Inspirationen und Strömungen neu und zukunftsweisend wieder entdeckt werden. Dieses neue Material wird mit rekonstruiertem und dokumentiertem Material collagiert und im November in den Sophiensaelen gezeigt.

 

Antragsteller/in Peter Pleyer

Veranstaltungstermin 13. bis 15. November 2014 11. bis 13. September VISIBLE UNDERCURRENT - Kick Off 11. September 2014 19.00 Uhr Gespräch mit Yoshiko Chuma, Eva Karczag, Kirsten Maar und Peter Pleyer im Anschluss Stardust - Tanz mit Mark Tompkins und Jeremy Wade 12. September 2014 19.00 Uhr Gespräch mit Mark Tompkins und Jeremy Wade im Anschluss Tanz mit Yoshiko Chuma und Eva Karczag 13. September 2014 19.00 Uhr Gespräch und Tanz mit Meg Stuart, Sasha Waltz und allen TeilnehmerInnen VISIBLE UNDERCURRENT - das Stück 13. bis 15. November 2014 jeweils 21.00 Uhr Konzept: Peter Pleyer TänzerInnen: Asaf Aharonson, Marcio Canabarro, Mor Demer, Paul Singh Kostüm und Bühne: Michiel Keuper Sound: Alessio Castellacci Dramaturgie und Recherche: Kirsten Maar

Veranstaltungsort Sophiensaele, Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Sasha Waltz and Guests, Sophiensaele GmbH, Tanzfabrik Berlin

Internetseiten www.sophiensaele.com