MYKORRHIZA: EIN APPARAT

 

Für sieben Wochen wird das Heizhaus der Uferstudios zu einem Apparat. In dieser offenen Anlage aus Pilzen, Künstlerresidenzen, Projektionen und Aktionen entsteht ein Ort der Verflechtungen und Täuschungen. Während dieser Zeit arbeiten unter anderem Ariel Efraim Asbhel, cobratheater.cobra, Thorsten Eibeler, Florian Feigl, Orthographe, Oblivia, Kate McIntosh, Eva Meyer-Keller, Elisbeth von Samsononw, N.K. Projekt, Quast und Knoblich und viele andere parallel zu den wachsenden Pilzen, sie besiedeln den Raum mit Kunst, Leben und hinterlassen Spuren. Das Myzel wächst im Verborgenen und generiert sichtbare Fruchtkörper: Das Publikum ist eingeladen zu Open Houses, Performances, Lectures, Musical Thursdays und Erfrischungen an der Spores Bar.

 

Theater lässt sich spekulativ als Apparat beschreiben, der in Szene setzt, was erst entstehen sollte. Illusionen sind konstruktiver Bestandteil menschlicher Wahrnehmung. Es gibt das Internet, es gibt das Darknet, es gibt das Netz, das die Zentralperspektive über die Bilder geworfen und damit Wahrnehmung neu geordnet hat und es gibt das Netz der Längen- und Breitengrade, das den Globus umspannt. Das älteste Netz, von dem wir inzwischen wissen, ist das Wood Wide Web: Es trägt den Namen Mykorrhiza und ist das größte Netzwerk der Welt. Bestehend aus unterirdischen Pilzfäden garantiert Mykorrhiza nicht nur das Leben der Pflanzen, sondern organisiert weite Teile ihrer Kommunikation. Mykorrhiza: Ein Apparat bringt menschliche und nicht menschliche Akteure zusammen, traditionell als entweder künstlich oder als natürlich wahrgenommene Agenten treffen auf Zuschreibungen von Aktivität und Passivität. Wir nehmen uns ein Beispiel am Illusionstheater der Pilze und Pflanzen.

 

Immer donnerstags veranstaltet das N.K. Projekt im Rahmen von Mykorrhiza: Ein Apparat den Musical Thursday: Im Geiste der Symbiose und des Netzwerks der Pilzfäden wird jeweils ein Künstler eingeladen, im Gegenzug kuratieren die Gäste für ihren Abend das zweite Konzert. Das experimentelle musikalische Programm umfasst Improvisations-Sessions, Performances und eine neue, speziell für das Mykorrhiza-Projekt entwickelte Arbeit.

 

Im Mykorrhiza-Blog www.mykorrhiza-berlin.de, der von Ariel Ashbel angelegt wurde und von allen Beteiligten gespeist wird, finden sich praktische Hinweise zum Projekt und das sich aktualisierende Programm; gleichzeitig wächst aus dem Netzwerk eine Sammlung aus Bildern, Texten und Videos. Ein Netz-Pilzgewächs, ein wuchernder Wissensschatz, der sich während der Dauer des Projekts ständig verschiebt. Der Blog bietet verschiedene Möglichkeiten an, sich dem Mykorrhiza-Erlebnis zu nähern: unerwartete Zugänge, assoziative Umwege und manchen überraschenden Link.

 

 

Künstlerische Leitung: Dr. Stefanie Wenner

Raum: Thorsten Eibeler

Assistenz der Künstlerischen Leitung: Maja Zimmermann

Technische Leitung: Milos Vujkovic

Blog: Ariel Efraim Asbhel

Produktionsassistenz: Mia Sellmann

Produktion & Presse: björn & björn

 

 

 

 

 

Antragsteller/in Dr. Stefanie Wenner

Veranstaltungstermin 17. Mai bis 5. Juli 2014

Veranstaltungsort Uferstudios

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Thomas Fritsch: Allianz Malplaquetstr. 6, 13347 Berlin, protobag.de – Licht & Zelte (Friedemann Hanewinckel), Anne Luft (Grafische Gestaltung Diaprojektion), Katrin Otto & Ruben Weber (Himmelbeet), Dr. Edith Hammer (AG Rillig, Freie Universität Berlin), BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung): Dr. R. Plarre und Dipl.Ing. K. Klutzny, Alte Kantine, N.K. Projekt, Team der Uferstudios, Berlin und des HZT Berlin. Dank an den Berliner Knabenchor. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten www.mykorrhiza-berlin.de

Voicing Resistance

Studio 1071;

VOICING RESISTANCE

Berlin, 7. November bis 7. Dezember 2014

Berlin calling Athen, Chisinau, Damaskus, Diyarbakir, Istanbul, Kairo, Kiew, Marrakesch, Teheran

 

Anlässlich des 25. Jahrestags des Mauerfalls fragen wir nach den Erfahrungen in Deutschland und der Welt mit Widerstand und was Proteste, Aufstände und Revolutionen mit uns als Bürger*innen und Künstler*innen gemacht haben.

 

Berlin, die Stadt, deren Geschichte von Teilung, Grenzen und Einreiseverbot geprägt ist, steht heute für eine Zufluchtsinsel für Schaffende, die wegen Repressionen und Zensur ihre Länder verlassen. Berlin steht aber auch für das Land, das maßgeblich daran beteiligt ist, neue Mauern um sich und Europa zu ziehen. Die täglichen Nachrichten über Menschenrechtsverletzungen im Mittelmeer zeugen von den katastrophalen humanitären Folgen.

 

Welche Widerstandserfahrungen haben Menschen aus anderen Ländern, aus Syrien, Ägypten, der Ukraine oder der Türkei? Wie erzählen Künstler*innen von Unruhen und Umstürzen, von der Zeit danach? Das Festival schlägt die Brücke zwischen Revolten von heute und damals und befragt künstlerisch, wie wir die Gegenwart durch das Vergangene lesen und welche Schlüsse wir aus unseren Erfahrungen ziehen.

 

Die erste Ausgabe des Festivals Voicing Resistance fand 2012 am Ballhaus Naunynstraße statt. Nun lädt das Studio Я Künstler*innen nach Berlin ein, um in Theater, Lecture- und Tanzperformances, Diskussionsrunden und Musikevents eine persönliche Sicht auf Widerstand und das Erleben aus unmittelbarer Nähe zu erzählen.

 

 

Antragsteller/in Maxim Gorki Theater

Veranstaltungstermin 7. November bis 7. Dezember 2014

Veranstaltungsort Studio 1071; in Maxim Gorki Theater

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Kulturelle Bildung: Stiftung Mercator

Internetseiten www.gorki.de/spiel...-resistance/

Pressestimmen