Anish Kapoor

Anish Kapoor ist einer der weltweit bedeutendsten zeitgenössischen Künstler. Seit seinen ersten Skulpturen – einfache, auf dem Boden aus gebreitete Formen mit farbigen Pigmenten – hat Kapoor ein facettenreiches Werk aus verschiedenen Materialien wie Pigment, Stein, Stahl, Wachs, PVC und High-Tech-Material entwickelt. In seinen Objekten, Skulpturen und Installationen verwischen die Grenzen zwischen Malerei und Bildhauerei. Für seine erste große Ausstellung in Berlin wird er das gesamte Erdgeschoß des Martin-Gropius-Baus bespielen einschließlich des grandiosen Lichthofs. Viele Arbeiten entwirft Anish Kapoor eigens für das Haus.

 

Die Schau bietet mit etwa 70 Werken auch einen Überblick über das abstrakt-poetische Werk des Turnerpreisträgers. Kapoor, 1954 in Bombay geboren, zählt zu den prominentesten Vertretern der British Sculpture. 1973 kam er nach London, wo er seither lebt und arbeitet. Kapoor studierte an der Hornsey School of Art Bildhauerei. Hornsey war damals die radikalste unter den Kunsthochschulen Londons – am offensten für Einflüsse der marcuseschen Revolution, die zu jener Zeit die Studentenbewegung erfasst hatte. 1990 vertrat er auf der Biennale von Venedig Großbritannien und erhielt den begehrten Preis „Pemio 2000“ der internationalen Jury. 1991 wurde ihm der renommierte Tunerpreis verliehen. Set den frühen 1980er-Jahren wird sein vielfach prämiiertes erk weltweit ausgestellt.

 

Charakteristisch für Kapoors Arbeiten sind eine unbegrenzte Fähigkeit, die künstlerische Sache sowohl in der monumentalen wie auch in der intimen Dimension immer wieder neu zu erfinden, und die vielen Dualitäten, die in seiner Suche nach den ästhetischen Kräften sowohl in der Perfektion als auch im Chaos zu Tage treten. Seine Arbeiten sind aus natürlichen und künstlichen Materialien geschaffen. Sie dienen Kapoors unendlich einfallsreicher und suggestiv abstrakter Metaphorik. Kapoor lässt sich in kein Schema pressen. Typisch für ihn ist auch, dass jedes von ihm neu geschaffene Werk das Verhältnis zwischen Malerei und Bildhauerei zur Architektur neu definiert. Für den Lichthof des im Stil der Neorenaissance erbauten Ausstellungshauses gestaltet Kapoor eine neue Skulptur. Ihre Form und Materialität soll bis zur Eröffnung unbekannt bleiben. Sie wird in der Tradition von El Lissitzky,

dem großen russischen Konstruktivisten, stehen, der für Malewitsch’ Oper „Der

Sieg über die Sonne“ (1913) in den 1920er Jahren seine berühmten Lithografien schuf. El Lissitzky erfand mit „Proun“ eine neue Welt, die er selbst als „Umsteigestation von Malerei zu Architektur“ bezeichnete.

 

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 18. Mai bis 24. November 2013

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 220.000 €

Kooperationen Veranstalter: Berliner Festspiele. Die Ausstellung ist ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. Kurator: Norman Rosenthal Mit freundlicher Unterstützung: Lisson Gallery, Gladstone Gallery, Fondazione Prada Mailand Partner: Wall, Dussmann, Yorck Kino, Alexa, Megaposter GmbH / Humboldt, Visit Berlin, DB – Der schöne Tag, Lufthansa, The Mandala Medienpartner: Tagesspiegel, Zitty, Monopol, Exberliner radio eins

Internetseiten www.gropiusbau.de

Pressestimmen

Symphony for a Beloved Sun, 2013 Mixed media Dimensions variable Installation view: Martin-Gropius-Bau, 2013 Photo: Jens Ziehe Courtesy the artist © Anish Kapoor / VG Bildkunst, Bonn, 2013

Fotografie-Ausstellung „Tobias Zielony. Jenny Jenny“

Der in Berlin lebende Künstler Tobias Zielony (*1973 Wuppertal) zählt zu den meistdiskutierten deutschen Fotografen seiner Generation. Die Berlinische Galerie zeigt jetzt erstmals in einer umfangreichen Einzelausstellung sein neuestes Projekt „Jenny Jenny“ (2011-2013), das auch zwei fotografische Animationsfilme umfasst. Daneben wird die Serie „Trona“ (2008) zu sehen sein, die das Landesmuseum für Moderne Kunst für seine Fotografische Sammlung erwerben konnte.

 

Seit mehr als zehn Jahren portraitiert Tobias Zielony junge Menschen, denen er an urbanen und sozialen Peripherien westlicher Wohlfahrtsstaaten begegnet. Dort wo Errungenschaften der Moderne brüchig und Versprechen auf ein solidarisches Gemeinwesen entzaubert sind, entstehen seine Motive: Jugendliche im nächtlichen Los Angeles, die ihren Ort in den Zwischenräumen der Stadt suchen (The Cast, 2007), Nachfahren kanadischer Ureinwohner in den Reservaten Manitobas, deren kulturelle Traditionen ebenso zerstört wurden wie ihre Zukunftsaussichten (2009), Camorra-Familien, deren Kinder im einstigen Avantgarde-Wohnkomplex, dem Neapolitanischen „Vele“, posieren (2010). Sie alle scheinen sich vor Zielonys Kamera ins geeignete Licht rücken zu wollen für die Konstruktion eines souveränen, stolzen Bildes ihrer selbst, obgleich sie um die Anfechtbarkeit der Bilder wissen.

 

Die 18-teilige Serie „Trona“ (2008) zeigt Jugendliche aus der gleichnamigen Wüstenstadt unweit von Los Angeles. Als die ehemalige Industriestadt im Zuge wirtschaftlicher Veränderungen verfiel, begannen viele ihrer Bewohner sich mit der Droge Crystal Meth zu betäuben. Trona steht für viele Städte des verarmten ländlichen Amerikas. Zielony fragt, was passiert, wenn soziale und institutionelle Strukturen zerfallen und die Menschen sich selbst überlassen werden.

 

Sein jüngstes Projekt heißt „Jenny Jenny“. Es geht um junge Frauen, von denen einige ihr Geld mit Sexarbeit verdienen. Doch die Realitäten und Rollen sind fließend. Sowohl für die Frauen selbst, als auch im Hinblick auf gesellschaftliche Zuschreibungen. Die Offenbarung des wahren Kerns einer Person oder eines Moments ist ein Mythos, denn die Frage nach der Authentizität des Subjekts scheint für Zielony ebenso entschieden wie die Frage nach der Objektivität des Dokumentarbildes: Beide sind niemals frei von Inszenierung.

 

Spezielle Vermittlungsangebote ermöglichen einen barrierefreien Zugang zur Ausstellung, insbesondere für gehörlose Besucher. Ein Videofilm über Künstler und Werke in Deutscher Gebärdensprache wird auf der Museumswebsite wie auch im Ausstellungsraum zu sehen sein. Führungen in Deutscher Gebärdensprache finden zu festen Terminen statt und können auf Nachfrage auch von Gruppen gebucht werden.

 

Antragsteller/in Stiftung Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Veranstaltungstermin 21. Juni bis 30. September 2013

Veranstaltungsort Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, Alte Jakobstraße 124-128, 10969 Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Medienpartner: taz, Der Freitag, tip, Profifoto, Yaez

Internetseiten www.berlinischegalerie.de

Tobias Zielony: Vorhang, aus der Serie Jenny Jenny, 2013, © Tobias Zielony, Courtesy of Tobias Zielony and KOW, Berlin

Tobias Zielony: Light Box, aus der Serie Jenny Jenny, 2013, © Tobias Zielony, Courtesy of Tobias Zielony and KOW, Berlin

Tobias Zielony: Two Boys, aus der Serie: Trona, 2008, © Tobias Zielony, Courtesy of Tobias Zielony and KOW, Berlin

Ina Weber - Hier

Ina Weber sammelt öffentliche Gebäude, die sie zu Architekturplastiken verkleinert. Die Bildhauerin greift Bauwerke aus dem urbanen Raum auf, die für Aufbruch, Mobilität und Modernität stehen: Industriearchitektur nach 1890, Bauhausarchitektur der 20er Jahre, 60er Jahre Moderne in Ost und West, Plattenbauten, Tankstellen, Schwimmbäder, Casinos, aber auch Haltestellen oder Fußgängerzonen mit 70er Jahre Mobiliar. Ihre Arbeiten erscheinen wie Modelle und sind doch auf die eigene Körpergröße reduzierte Plastiken, die nach eigenen Fotografien entstehen.

 

Ina Weber untersucht mit ihren architektonischen Plastiken gesellschaftliche Utopien des späten 19. und 20. Jahrhunderts. Sie hinterfragt deren Wirkung im Zusammenhang heutiger europäi-scher Metropolen. In der Ausstellung entsteht eine Laborsituation, die urbanistische Dynamiken aufzeigt und diese auf ihre utopische Halbwertszeit hin untersucht, um sie mit dem Betrachter zu diskutieren.

Durch Strategien der Verkleinerung, Verniedlichung und Verharmlosung gelingt es Ina Weber humorvoll und ironisch Distanz zu den einstigen Symbolen des modernen Komforts herzustellen. Dabei öffnet sie ein Bewusstsein dafür, wie der letzte Schrei der Fortschrittlichkeit sich allmählich in Hässliches und Ausgedientes verwandelt, wie einstige Zukunftseuphorien in Resignation und Nutzlosigkeit umschlagen. Dem Vergänglichen wohnt immer auch ein Stück Schönheit und Würde inne. Weber ist dieser Aspekt wichtig, sie arbeitet ihn heraus, indem sie ausschließlich Originalmaterialen einsetzt. In ihren Plastiken, vor allem aber auch in ihren realistischen Zeichnungen, führt Ina Weber einen Prozess der Umwertung vor, vor dem die meisten Menschen im Alltag ihre Augen verschließen. So kann man ihre Arbeiten auch als Arbeit an den Wahrnehmungslücken im urbanen Umfeld begreifen.

Die Ausstellung im Haus am Waldsee wird den besonderen Umgang Ina Webers mit öffentlichen Räumen, Architekturen, Erinnerungen, Utopien und Realitäten, den die Künstlerin seit über 15 Jahren konsequent verfolgt, zum ersten Mal in einer Berliner Institution vor einem großen Publi-kum ausbreiten. Eine zweite Ausstellungsstation ist im Frühsommer 2013 für die Städtische Galerie Delmenhorst geplant.

 

Antragsteller/in Haus am Waldsee e.V.

Veranstaltungstermin 18. Januar bis 1. April 2013

Veranstaltungsort Haus am Waldsee - Internationale Gegenwartskunst in Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Städtische Galerie Delmenhorst

Internetseiten www.hausamwaldsee.de

Ina Weber, Bus Shelter (glue), 2011, Courtesy: Galerie Georg Kargl, Foto: Lisa Rastl

lens based sculpture

»Lens-based sculpture. Die Veränderung der Skulptur durch die Fotografie« ist die erste Ausstellung, die das Verhältnis von Fotografie und Skulptur aus der Perspektive der Skulpturgeschichte darstellt. Sie zeigt, dass die für die Skulptur des 20. Jahrhunderts charakteristische Experimentalisierung der plastischen Gestaltung und ihre Loslösung vom Prinzip der Statue entscheidend mit den neuen Medien Fotografie und Film zusammenhängen. Die Ausstellung ist in vier Sektionen untergliedert, die räumlich miteinander verschränkt sind. Die in Halle 1 präsentierten Werke veranschaulichen die Bedeutung der wissenschaftlichen Chronofotografie für die revolutionären Veränderungen in den Skulpturen von Umberto Boccioni, Raymond Duchamp-Villon und Marcel Duchamp in den Jahren 1913 und 1914. In Halle 2 liegt der Schwerpunkt auf Bildhauerfilmen und Bildhauerfotografien sowie auf apparativen Skulpturen und Installationen von 1970 bis in die Gegenwart, die Fotografie und Film integrieren und zugleich dekonstruieren. Für den experimentell arbeitenden Bildhauer gehören Fotoapparat, Videokamera und heutzutage der Laptop ebenso selbstverständlich zu seinen Werkzeugen wie der Modellierbock, Hammer und Meißel, das Schweißgerät und die Blechzange. Die Fotografie wird als Dokumentations- und Kommunikationsmittel, als visueller Notizblock und Instrument skulpturaler investigations eingesetzt. Zeitabläufe, Materialprozesse, Aktionen, Interventionen und Performances werden mittels Fotosequenzen und Videos in eine dauerhafte Form gebracht. Ein weiterer Akzent der Ausstellung liegt auf den Verfahren der Moulage und des Abgusses, die sich als »Fotografien« mit skulpturalen Mitteln verstehen lassen. In Halle 3 liegt der Akzent auf der fotografisch inspirierten figürlichen Skulptur, deren Wirkungen zwischen dem Komischen und dem Unheimlichen oszillieren. Das Ende des Parcours bilden ganzfigürliche Porträts, die mit Körperscanner und 3D-Drucker hergestellt wurden. Die von den Bildhauern Bogomir Ecker und Raimund Kummer entwickelte Architektur betont den Werkstattcharakter der Ausstellung, die eine neue Perspektive auf die Geschichte der modernen Skulptur zu eröffnen sucht. In zwei speziellen Räumen präsentieren sie Synoptische Tableaux, die zusätzliche Einblicke in die vielfältigen Gestaltungen von lens-based sculptures vermitteln.

Antragsteller/in Akademie der Künste

Veranstaltungstermin 24. Januar bis 21. April 2014 Eröffnung: 23. Januar 2014, 19 Uhr

Veranstaltungsort Akadmeie der Künste, Hanseatenweg

Förderbetrag 160.000 €

Kooperationen Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

Internetseiten www.adk.de/de/proj...re/index.htm

Tony Cragg, Caught Dreaming, 2006, Courtesy the artist, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Speaking in Tongues - begehbare Videoinstallation des Künstlers Aernout Mik

Charakteristisch für die neuen religiösen Bewegungen weltweit sind Erlösungsverheißungen, aber auch das Versprechen materiellen Wohlstands. Dabei gehen diese Bewegungen nach dem Vorbild internationaler Unternehmen vor. Aernout Miks Multikanal-Videoinstallation überführt dokumentarische Aufnahmen von Pfingstgemeinden in Lagos, Belo Horizonte und Rio de Janeiro in inszenierte öffentliche Veranstaltungen mit über 200 Darstellern am Haus der Kulturen der Welt. Die Arbeit stellt neuartige religiöse Gemeinschaften den großen säkularen Versammlungen der Geschäftswelt gegenüber, die sich ihrerseits verborgene religiöse Riten und Eigenschaften einverleibt haben. Der geschäftliche Charakter mutiert zu einer ambivalenten Form, in der säkulare und religiöse Kollektivrituale ineinander übergehen. Aus unterschiedlichem Quellenmaterial wird eine Landschaft der Übergänge zwischen dem Religiösen und dem Weltlichen geschaffen. Mit Lars Eidinger, Burghart Klaußner u. a.

Antragsteller/in metroZones - Zentrum für städtische Angelegenheiten

Veranstaltungstermin 15. November 2013 bis 12. Januar 2014 Eröffnung 14. November 2013, 19 Uhr

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 48.000 €

Kooperationen Haus der Kulturen der Welt, Mondriaan Stiftung

Internetseiten www.metrozones.info/hkw.de/global_prayers

Aernout Mik, Speaking in Tongues, Photo: Florian Braun

The Unanswered Question. Iskele 2

Ein Ausstellungsprojekt des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) in Kooperation mit TANAS Berlin

 

KünstlerInnen: Halil Altindere, Fikret Atay, Maja Bajevic, Candice Breitz, Rosa Barba, Jae Eun Choi, Braco Dimitrijevic, Maria Eichhorn, Ayse Erkmen, Andrea Faciu, Pravdoliub Ivanov, Annika Kahrs, Ali Kazma, Gülsün Karamustafa, Kimsooja, Alicja Kwade, Jonas Mekas, Dan Perjovschi, Sarkis, Superflex, Hale Tenger, Thu Van Tran, Nasan Tur, Lawrence Weiner, Maaria Wirkkala und andere

 

Kurator: René Block

 

Der Neue Berliner Kunstverein und der 2008 gegründete Projektraum TANAS stehen für eine Praxis des transnationalen Dialogs zwischen den Kulturen. Nach der politischen und kulturellen Annäherung der Türkei und ihrer Nachbarregionen an die Europäische Union ist die Zeit reif für eine Überblicksausstellung, die prospektiv angelegt ist. Die Türkei bildet den Ausgangspunkt der Recherche, jedoch wird der Blick weit darüber hinaus auf ehemals der Peripherie angehörenden Regionen gerichtet, die in den letzten 20 Jahren einen Modernisierungs- und Internationalisierungsschub erfahren haben. Zur Ausstellung The Unanswered Question. Iskele 2 sind KünstlerInnen, PerformerInnen und MusikerInnen aus unterschiedlichen Generationen und geopolitischen Räumen eingeladen, die an und mit gesellschaftlichen Bruchlinien arbeiten und Verknüpfungen und Verbindungen zu den gelebten Konzepten einer exemplarischen Global Citizenship im kulturellen Feld herstellen. Ausstellung und Performance-Programm versuchen die Materialität der Zwischenräume, des Transits zu erforschen und einen zu öffnen, der zu einer neuen Perspektive des Verhältnisses von BetrachterIn – Werk – Raum führt. Das Projekt zielt darauf, gemeinsam mit den KünstlerInnen einen Raum temporär zu schaffen, in dem nicht die kulturelle Repräsentation und Zuschreibung im Vordergrund stehen.

Antragsteller/in Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.)

Veranstaltungstermin 8. September bis 3. November 2013

Veranstaltungsort Neuer Berliner Kunstverein und TANAS — Projektraum für zeitgenössische türkische Kunst

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen TANAS — Projektraum für zeitgenössische türkische Kunst

Internetseiten www.nbk.org

Halil Altındere, Hommage to Serge Gainsbourg, 2005 © PILOT, Istanbul / Halil Altındere

Gülsün Karamustafa, The Table, 2013 © Gülsün Karamustafa

Mona Hatoum, Balançoires, 2010 © Beirut Art Center / Agop Kanledjian

Zerstörte Vielfalt

Im Jahr 2013 jähren sich die Machtübertragung an die Nationalsozialisten zum 80. und der Novemberpogrom zum 75. Mal. Beide Ereignisse, nationalsozialistischer Machtantritt und Novemberpogrom, haben für Berlin eine herausgehobene Bedeutung. Als Reichshauptstadt war Berlin Schauplatz und Symbol der Machtübernahme sowie der gewaltsamen Etablierung der Diktatur. Als jüdische Metropole mit mehr als 160.564 jüdischen Bürgerinnen und Bürgern (das waren 3,8% der Gesamtbevölkerung) war die Stadt zugleich von den Auswirkungen der Judenverfolgung besonders stark betroffen. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler bildete nicht zuletzt den Ausgangspunkt für die systematische Verfolgung der Juden, die 1938 im Pogrom und in den Massendeportationen ab Herbst 1941 und schließlich in der Ermordung gipfelte.

Der Vielfalt des Berliner Vorkriegslebens und ihrer Zerstörung sollen mit einer kooperativen, dezentral organisierten Ausstellung mit zahlreichen, vielfältigen einzelnen Aktivitäten gedacht werden. Im Zeitraum zwischen dem 30. Januar 2013 und dem 9. November 2013 sollen in ähnlicher Weise den Berliner Bezirks-, Stadt- und Spezialmuseen, den Gedenkstätten, Universitäten und Kultureinrichtungen jüdische Menschen mit ihren Werken und ihrer Biografie als Musiker, Komponisten, Bildende Künstler, Autoren, Journalisten, Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker etc. in den jeweiligen Instituten der Stadt, in den Opern, Theatern, Konzerthäusern, den Wissenschaftsinstitutionen, der IHK, in den entsprechenden Museen und Ausstellungshäusern etc. vorgestellt und damit in der Summe deutlich gemacht werden, welchen Anteil diese Menschen an unserer Kultur und Gesellschaft bis heute haben.

Für eine „gemeinsame Handschrift“ und einen gemeinsamen Rahmen all dieser Projekte, wird die Gesamtkoordination an einen Träger – die Kulturprojekte Berlin GmbH – übergeben.

Das Land Berlin gewährt auf der Grundlage der §§ 23 und 44 Landeshaushaltsordnung (LHO) nach Maßgabe der Entscheidung des Gemeinsamen Ausschusses des Hauptstadtkulturfonds vom 22. Juni 2011 und der Fach-Juryentscheidung vom 18. Januar 2012, dieser Richtlinie und der Verwaltungsvorschriften zu § 44 LHO eine Zuwendung zur Förderung der Projektreihe „Stadtweite Projekte im Themenjahr 2013 – Zerstörte Vielfalt“ aus den hierfür vom Hauptstadtkulturfonds bereitgestellten Mitteln.

 

Weitere Informationen zu den einzelnen Projekten können Sie auf der Website des Kulturprojekte Berlin GmbH erfahren.

 

Antragsteller/in Kulturprojekte Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 2012 und 2013

Veranstaltungsort verschiedene Veranstaltungsort in Berlin

Förderbetrag 200.000 € 2012 200.000 € 2013

Internetseiten www.kulturprojekte...te-vielfalt/