"Klassiker sehen – Filme verstehen" – Die junge Filmakademie. Eine Veranstaltungsreihe der Deutschen Filmakademie

Zielsetzung: Das nachhaltig angelegte Projekt möchte Schüler ab der 9. Klasse mit Filmklassikern in Berührung bringen und so Filmgeschichte vermitteln.

 

- Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt und wird von den Veranstaltern intensiv begleitet. Die teilnehmenden Schulklassen durchlaufen pro Halbjahr ein Klassiker-Programm, mal einen Einzelfilm, mal Doppel-Features:

->‘Jugend in den 50er Jahren‘ (DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN (R: Nicholas Ray, USA 1955) und BERLIN – ECKE SCHÖNHAUSER (R: Gerhard Klein, DDR 1957)

->'Kriminalfilme – Hitchcock & Truffaut – Partners in Crime‘ (IM SCHATTEN DES ZWEIFELS (R: Alfred Hitchcock, USA 1943) und DIE BRAUT TRUG SCHWARZ (R: Francois Truffaut, F 1967)

-> ‘Vampirfilme‘ (NOSFERATU (R: Friedrich Wilhelm Murnau, D 1922) und TANZ DER VAMPIRE (R. Roman Polanski, GB 1967)

-> Westernfilme – 12 UHR MITTGAS (R: Fred Zinnemann, USA 1952) und ERBARMUNGSLOS (R: Clint Eastwood, USA 1992)

->‘Monumentalfilme‘ wie DR. SCHIWAGO (R: David Lean USA 1965)

 

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Ablauf:

1. Zu Beginn der Reihe findet ein Lehrercoaching zum Thema Filmanalyse und zur Vermittlung von Filmklassikern in schulischen Zusammenhängen statt. Das Lehrercoaching wird als Fortbildung anerkannt.

 

2. Im Vorfeld jedes Screenings erhalten die Lehrer Unterrichtsmaterialien zur Vor- und Nachbereitung des Screenings im Unterricht, die auch online verfügbar sein werden. Mit Hilfe des Materials werden einige Vorinformationen zum (film-)historischen Hintergrund gegeben, die mit entsprechenden Beobachtungsaufgaben für den Kinobesuch verknüpft werden. Bei Rückfragen der Lehrer steht ein Coach telefonisch zur Verfügung.

 

3. Kinobesuch: Die Schulklassen sehen gemeinsam im Kino die beiden Filme. Anschließend gibt es ein ca. einstündiges Filmgespräch, das ein Coach der Filmakademie leitet. Es ist angedacht, dass zu den Screenings prominente Filmakademiemitglieder eingeladen sind, die Besonderheiten des gezeigten Programms herausstellen. Der Kinobesuch ist für die Lehrer und Schüler kostenfrei.

 

4. Schulbesuch durch den Coach: Bei dem circa dreistündigen Schulbesuch durch den Coach, der in zeitlicher Nähe zum Kinobesuch stattfindet, erhalten die Schulklassen weiterführende Aufgaben, die in Partner- oder Gruppearbeit gelöst werden. Für die Bearbeitung der Aufgaben werden ihnen von der Deutschen Filmakademie Filme auf DVD ausgeliehen, die für den Vergleich mit dem im Kino gesehenen Filmen herangezogen werden.

 

5. Die Arbeitsergebnisse werden durch einen Projektbericht der Schüler dokumentiert, der ein kurzes Statement zu der Begegnung mit den gesehenen Filmklassikern

enthält sowie eine Zusammenfassung der Arbeitsergebnisse der weiterführenden Aufgaben. Neben dem Text sollen auch Fotos, Film- oder Tonmaterial, je nachdem welche Auswertungsmittel und -methoden gewählt wurden, enthalten sein. Die Arbeitsergebnisse werden im Rahmen des Unterrichts den anderen Schülern der Klasse vorgestellt, mindestens aber zugänglich gemacht.

 

Alle Termine sind flexibel und werden mit den Lehrern abgestimmt.

Antragsteller/in Deutsche Filmakademie: Anne Leppin (GF) und Alfred Holighaus (GF)

Veranstaltungstermin Diverse Termine in unterschiedlichen Bundesländern 2013

Veranstaltungsort bundesweit

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen - Bundeszentrale für politische Bildung - je nach Bundesland z.T. regionale Kooperation (filmernst (Brandenburg); Deutsches Filmmuseum/Deutsches Filminstitut (Hessen); Film + Schule NRW (NRW))

Internetseiten www.deutsche-filma...-schule.html

19. Jüdisches Filmfestival Berlin & Potsdam

Seit 1995 bringt das JÜDISCHE FILMFESTIVAL BERLIN & POTSDAM das Neueste, Beste und Interessanteste des jüdischen Films weltweit sowie die kulturellen Höhepunkte des israelischen Kinos nach Deutschland. Die 19. Ausgabe des Festivals fand vom 29. April bis 12. Mai 2013 statt. Nach der feierlichen Eröffnungsgala am 29. April 2013 im Potsdamer Hans Otto Theater ging es zunächst im Thalia Programmkino Babelsberg (vom 30. April bis 2. Mai) weiter. Vom 2. bis 11. Mai gastierte das Festival dann wie gewohnt im Berliner Kino Arsenal. Am 12. Mai zeigte das Festival wieder je zwei Highlights in drei Berliner Spielstätten – dem CharlottenburgerFilmkunst 66, dem Kreuzberger Eiszeit-Kino und dem Weißenseer Kino Toni.

 

Die Schirmherrschaft hatte erneut der Brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck übernommen. AlsFestivalpaten konnten die beliebten Schauspieler Margarita Broich und Christian Berkel gewonnen werden. Leiterin des Festivals ist Nicola Galliner.

 

Mit 34 Filmen - darunter drei Welt- und 13 Deutschland-Premieren – und über 40 Gästen aus aller Welt bot das Festival in 2013 das größte Programm seiner Geschichte.

 

Traditionell gibt das Festival am Ende auch die Preisträger der Gershon-Klein-Filmpreise bekannt.

 

Der Preis für den besten israelischen Film ging an Eran Riklis für seine Film „Zaytoun“, der auch der diesjährige Eröffnungsfilm des Festivals war und dort seine Deutschland-Premiere feierte. „Zaytoun“ erzählt die Geschichte der Freundschaft eines israelischen Kampfpiloten und eines 12-jährigen palästinensischen Jungen und bringt, so die Begründung, „einen Funken Hoffnung auf Frieden“.

 

Der Preis für den Besten Deutschen Dokumentarfilm mit jüdischer Thematik ging dieses Jahr nicht an einen Film, sondern an eine Person: Die Jury vergab den Preis an Dr. Sabine Scharnagl, Leiterin des Programmbereichs Kultur und Familie beim Bayerischen Rundfunk, für ihr langjähriges Wirken und Schaffen. In der von Festivalleiterin Nicola Galliner verlesenen Begründung heißt es: „Sabine Scharnagl hat den wunderbaren Dokumentarfilm ‚Max Raabe in Israel’, der vergangenes Jahr als Weltpremiere unser Festival eröffnet hat, redaktionell verantwortet und traute sich, die TV-Reportage ‚Entweder Broder - Die Deutschlandsafari’ in die heimischen Wohnzimmer zu bringen. Sie scheut die Konfrontation nicht und ist bei Ihrem Wirken und Schaffen immer mit ganzem Herzen dabei.“ Das Preisgeld von 2.000 Euro stiftet Sabine Scharnagl an das Altersheim in Israel, in dem einer der Protagonisten von „Max Raabe in Israel“ lebt.

 

Den Publikumspreis konnte sich „Out In The Dark“ sichern, Michael Mayers packendes Drama über eine unumstößliche Liebe mitten im israelisch-palästinensischen Konflikt.

 

Insgesamt sind die Gershon-Klein-Filmpreise mit 7.000 Euro dotiert.

 

Antragsteller/in Welser 25 - Freundeskreis des Jüdischen und Israelischen Films e.V.

Veranstaltungstermin 29. April bis 12. Mai 2013

Veranstaltungsort Arsenal, Thalia Potsdam, Kino Toni, Filmkunst 66, Eiszeit Kino

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Kino Arsenal Berlin Filmmuseum Potsdam Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus Hans Otto Theater Botschaft des Staates Israel in Berlin

Internetseiten www.jffb.de

Pressestimmen

André Schmitz (Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten in Berlin), Margot Friedländer, Christian Berkel, Nicola Galliner (Festivaldirektorin des Jüdischen Filmfestivals Berlin und Potsdam) Eröffnungsgala des 19. JÜDISCHEN FILMFESTIVALS BERLIN UND POTSDAM im Hans Otto Theater in Potsdam am 29.04.2013 Agency People Image © Marko Greitschus

Sabine Kunst (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg), Bernd Neumann (Kulturstaatsminister), Georgia Tornow Eröffnungsgala des 19. JÜDISCHEN FILMFESTIVALS BERLIN UND POTSDAM im Hans Otto Theater in Potsdam am 29.04.2013 Agency People Image © Marko Greitschus

Margarita Broich, S.E. Yakov Hadas - Handelsman (Botschafter des Staates Israel in Deutschland) und Ehefrau Ita Hadas - Handelsman Eröffnungsgala des 19. JÜDISCHEN FILMFESTIVALS BERLIN UND POTSDAM im Hans Otto Theater in Potsdam am 29.04.2013 Agency People Image © Marko Greitschus

AMOK! Manifestationen des School Shooters seit Mitte des 20. Jh. – Filme, Zeugnisse, Gespräche

Wie wird ein Schüler zum School Shooter? Und welche Rolle spielen dabei mediale Inhalte und Praktiken? An zehn Abenden versuchen wir im Gespräch mit Experten und dem Publikum dem Phänomen auf die Spur zu kommen...

 

Amok ist dem abendländischen Denken seit dem 15. Jahrhundert bekannt. Seefahrer berichten von der mörderischen Raserei in Südostasien. Im 19. Jahrhundert wird der Begriff importiert, um das Fremde im Eigenen zu beschreiben. Spätestens seit den 1960er Jahren erleben der Begriff und das Phänomen, das er beschreibt, einen rasanten Aufstieg – und in der Folge die Spezifizierung des Amokläufers im schulischen Raum als School Shooter.

Amok ist von seiner medialen Umgebung nicht zu trennen - von frühen Reisedokumenten bis zur heutigen medialen Hysterie. Mediengeschichte und die Geschichte des Amoks entwickeln sich korrelativ. Unsere Reihe mit ihren unterschiedlichen thematischen und historischen Schwerpunkten verbindet Filmsichtungen und Lesungen mit moderierten Expertengesprächen, um schließlich in einen offenen Dialog mit dem Publikum zu münden. In der Gegenüberstellung von Filmen, die für School Shooter eine Rolle spielten, Diskursen über den Amokläufer und den hinterlassenen Zeugnissen der Täter selbst soll ein Verständnis entwickelt werden für die Funktionen historischen und zeitgenössischen medialen Selbstausdrucks - jenseits endlos wiederholter Reaktionsschleifen von der Unfassbarkeit der Taten. Den roten Faden bildet dabei das spezifische Interesse am Zusammenhang von medialem und sozialem Erleben und Verhalten – bedienen sich School Shooter doch nachweislich aus dem Pool der ihnen verfügbaren Narrative und Bilder, um ihre Amokpersona zu entwerfen.

Wir möchten dazu einladen, den vielbeschrittenen Pfad kausaler Schuldzuweisungen zu verlassen, um dem gesellschaftlichen Phänomen der School Shootings im gemeinsamen Austausch und über ein lautes „Denken in Bildern“ entgegenzutreten.

 

AMOK! ist eine Veranstaltungsreihe von André Grzeszyk und Simon Kleinschmidt.

Antragsteller/in André Grzeszyk

Veranstaltungstermin 10 Abende in der Zeit vom 30. Mai bis 6. Juli 2013

Veranstaltungsort Vierte Welt, Berlin-Kreuzberg

Förderbetrag 15.000 €

Kooperationen In Zusammenarbeit mit Vierte Welt Kollaborationen

Internetseiten amok-film.orghttps://www.facebo...MOKFilmreihe

BERLIN IM AUFBAU. DEFA-FILME AUS BERLIN 1945-1949

Die DEFA-Stiftung präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Zeughauskino dreizehn preisgekrönte sowie bisher weitgehend unbekannte Filme aus der Zeit von 1945 bis 1949 mit dem Drehort Berlin – Sowjetische Besatzungszone. Darunter sind Klassiker wie Die Mörder sind unter uns (1946) von Wolfgang Staudte, aber auch Dokumentarfilme wie Und alles wird wieder gut! (1947, Willy Zeunert) über die Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes.

Als Zeitdokumente vermitteln die ausgewählten Filme auf einzigartige Weise Einblicke in die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Zustände Berlins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

Höhepunkt der Retrospektive BERLIN IM AUFBAU ist der Film- und Diskussionsabend zum Thema "Das DEFA-Filmerbe im digitalen Zeitalter" am UNESCO-Welttag des audiovisuellen Erbes am 27. Oktober 2013.

Die Filmreihe BERLIN IM AUFBAU konnte dank einer Förderung durch den Hauptstadtkulturfonds und in Kooperation mit der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung und der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen realisiert werden.

Antragsteller/in DEFA-Stiftung

Veranstaltungstermin 18. bis 31. Oktober 2013

Veranstaltungsort Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Tel. Kinokasse: +49 (0) 30 – 20 30 4 - 770

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung; Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen

Internetseiten www.defa.de/cms/fi...in-im-aufbauwww.dhm.de/kino/sfvv.de/

Counterplanning from the Kitchen - Feminstischer Film als politische Praxis

COUNTERPLANNING FROM THE KITCHEN erzählt nicht die Geschichte des feministischen Films. Stattdessen versuchen wir, punktuell die Berührungspunkte zwischen Film und feministischer Bewegungsgeschichte zu beleuchten. Wir möchten damit zu einer in den letzten Jahren endlich wieder belebten feministischen Diskussionskultur beitragen, die sich zwischen den Begriffen feministisch und queer bewegt. Indem wir aktuelle

Filme neben solche aus dem Kontext der zweiten Frauenbewegung stellen, sollen Ähnlichkeiten und Brüche in ästhetischen und politischen Konzepten deutlich und diskutierbar werden.

Die Filmreihe lädt an insgesamt 11 Abenden zur Diskussion ein. Gemeinsam mit unserem Publikum möchten wir der Frage nachgehen, wie das Medium Film als Bestandteil von politischer / feministischer Praxis verstanden wurde und wird.

Antragsteller/in Felicita Reuschling

Veranstaltungstermin 1. Oktober bis 3. Dezember 2013

Veranstaltungsort Moviemento/Vierte Welt

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen Kino Moviemento Vierte Welt Kooperationen

Internetseiten www.thecaninecondi...terplanning/

Heymann & Lubitsch - Das gibts nur einmal

Werner Richard Heymann als Film-Komponist und Ernst Lubitsch als Filmregisseur haben ausgehend von Berlin Filme von bleibendem emotionalem Wert hinterlassen.

Während Heymann zum Ufa-Musikdirektor avancierte, entwickelte Lubitsch in Hollywood den Lubitsch Touch. Die Wandlung vom Stumm - zum Tonfilm machte aus Heymann in Deutschland den meistgespielten Komponisten.

Sein Hit „Das gibt’s nur einmal, das kommt nie wieder“ aus Der Kongress tanzt (1931) ist heute Synonym für eine ganze Epoche und auf ganz besondere Weise mit dem Schicksal unserer Stadt verbunden: Der Titel wurde bei der Siegesparade zum Ende des 2. Weltkrieges am Times Square ebenso gespielt, wie am 2. Mai 1945 am Berliner Zoo.

Europa traf auf Amerika und Werner Richard Heymann traf wieder auf Ernst Lubitsch – in Hollywood. Es entstanden zwischen Angel 1937 (mit Marlene Dietrich in der Hauptrolle) und To Be or Not to Be 1942 (dem Meisterstück Lubitschs) insgesamt sechs Filme, die alle im Olymp des Films versammelt sind. Außerdem noch Bluebeard’s Eighth Wife, Ninotchka, The Shop Around the Corner, That Uncertain Feeling. (Die Musik Heymann’s wurde zwei mal für den Oscar nominiert.)

1930 schreibt die Vossische Zeitung über Heymanns Musik zu Liebeswalzer: „ Er ist überdies einer der wenigen Komponisten mit dem Talent zur Lustigkeit.“ In der Überwindung existenzieller Schwerkraft durch die Kraft des leichten Tons trifft Werner Richard Heymann sich wieder mit Ernst Lubitsch. Zwei Verschworene, damit beschäftigt, der Welt angesichts der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs, angesichts von Ideologie und Gleichschritt, daran zu erinnern, dass es auch ganz anders geht: kreativ, mit Lust und selbst bestimmt.

 

Antragsteller/in Neue Babylon Berlin GmbH / Timothy Grossman

Veranstaltungstermin 19. bis 28. Juli 2013

Veranstaltungsort Babylon

Förderbetrag 50.000 €

Taking Pictures: Nostalgia isn't what it used to be - 50 Jahre Arsenal

Im Mai 2013 jährt sich die Gründung des Vereins Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V., vormals Freunde der Deutschen Kinemathek e.V., zum 50. Mal.

Anlässlich des Jubiläums soll das Projekt mit dem Titel „Taking Pictures: Nostalgia isn’t what it used to be“ exemplarisch sechs Meilensteine der Film- aber auch der Institutionsgeschichte des Arsenals neu zugänglich machen und anhand von unterschiedlichen Vermittlungsformen, die ein Bild der kuratorischen Praxis des Arsenals zeichnen (so z.B. Podiumsdiskussion, DVD-Edition, Einführungen, Vertonung etc.), in einen zeitgenössischen Kontext stellen.

Die Auswahl der Filme reflektiert kuratorische Schwerpunkte der Institution: Experimental- und Dokumentarfilm, Kino aus Südamerika, feministischer Film, sowjetischer Stummfilm. Die einzelnen

Filme nehmen darüber hinaus eine besondere Position in der Geschichte des Arsenals ein, sei es in ihrer Funktion als Referenzpunkt oder indem sie Aktionsfelder des Vereins markieren.

Da die sechs Werke in Deutschland bzw. in Europa nur noch in schlechten Kopien zugänglich sind, soll von jedem Film bestmögliches Vorführmaterial hergestellt werden. Aufgrund der heutigen sehr unterschiedlichen Präsentationskontexte, der fortschreitenden Digitalisierung, aber auch in Hinblick auf die Sichtbarmachung des Originalformats sollen am Ende des Projekts alle sechs Filme sowohl in analoger als auch in digitaler Form vorliegen. Darüber hinaus ist ihre Präsentation im Kino Arsenal

im Laufe des Jubiläumsjahrs 2013 zentraler Bestandteil des Vorhabens, z.T. in enger Verbindung mit anderen Projekten des Hauses, z.B. Forum Expanded oder Living Archive. Unterschiedliche Vermittlungsansätze stehen dabei für die kuratorische Vielfalt des Arsenals. Da alle Filme sukzessive in den Verleih des Arsenals übernommen werden sollen, kann die bundesweite Kommunale Kinolandschaft ebenfalls am Jubiläum teilhaben.

Antragsteller/in Arsenal - Institut für Film und Videokunst e.V. / Stefanie Schulte Strathaus

Veranstaltungstermin 11.02.2013 POR PRIMERA VEZ (Octavio Cortázar, Kuba 1967) 07.06.2013 RIDDLES OF THE SPHINX (Laura Mulvey, Peter Wollen, GB 1977) 09.06.2013 COME BACK, AFRICA (Lionel Rogosin, USA 1958) 16.09.2013 CHIRCALES(Marta Rodríguez,Jorge Silva, Kolumbien 1972) tba ARSENAL (Alexander Dovzhenko, UdSSR 1928) tba (nostalgia) (Hollis Frampton, USA 1971)

Veranstaltungsort Kino Arsenal

Förderbetrag 49.960 €

Internetseiten www.arsenal-berlin.de

ARSENAL (Alexander Dovzhenko, UdSSR 1928) (Filmstill: Marian Stefanowski)

COME BACK, AFRICA (Lionel Rogosin, USA 1958)(Filmstill: Marian Stefanowski)

CHIRCALES(Marta Rodríguez,Jorge Silva, Kolumbien 1972)(Filmstill: Marian Stefanowski)

Wie Film Geschichte anders schreibt - 30 Filmtips von Frieda Grafe

Der dritte und letzte Teil der Retrospektive der 30 Lieblingsfilme Frieda Grafes findet vom 30. Oktober bis zum 3. November statt. Zehn Filme werden im Double Feature zu sehen sein. Der erste Abend bringt Sacha Guitry und Jean-Luc Godard zusammen, über den Grafe schreibt: „Seine Bewunderung für Sacha Guitry ist so zu verstehen: Er lieferte mit seinen Filmen Dokumente der Erfindung. Große Filme sind die, in denen die Fusion vollkommen ist.“ Am zweiten Abend trifft Jerry Lewis auf seine Wurzeln, die Stummfilmkomödie, personifiziert durch Capras Harry-Langdon-Film THE STRONG MAN (USA 1926).

 

Der dritte Abend bringt Jean Renoir und Chantal Akerman zusammen und konfrontiert zwei Spielarten des Autorenfilms. Am vierten Abend trifft Josef von Sternberg auf Roberto Rossellini, jeweils mit einem Film aus den frühen 50er Jahren. Zwei soziale Mikrokosmen verdichten sich an Orten, die aus der Geschichte gefallen sind, ein vernebelter Vulkan im Süden Italiens, eine vergessene Insel im Pazifischen Ozean, Orte, die zu zwei Ländern gehören, die wenige Jahre zuvor noch eine faschistische Achsenmacht gebildet haben. Am finalen Abend dann trifft die beklemmende Beziehungsanatomie Luc Moullets auf die befreienden Farben von Howard Hawks, der „nicht das geringste Bemühen um Realismus“ aufweist.

 

Wie schon im April und Juli, den beiden ersten Teilen der Frieda-Grafe-Lieblingsfilmreihe, werden alle zehn Filme von den Autorinnen und Autoren eingeführt, die im gleichzeitig bei Brinkmann & Bose erscheinenden Buch zur Teilreihe neue Texte über die Filme veröffentlichen.

 

 

Mi 30.10., 19h, Einführung: Henriette Gunkel

DESIRE Sacha Guitry Frankreich 1937 OmE 97‘

„Guitry ist auf dieselbe ostentative Weise geistreich, wie Lubitsch witzig ist“, schreibt Frieda Grafe. „Sein Fundus war, wie für Lubitsch Operettensujets und ungarische Bühnenschriftsteller, das Boulevardtheater.“ Die Komödie schaut sich genüsslich die da unten und die dort oben an. Klassenwidersprüche und Unvereinbarkeiten werden beschaulich seziert, und Guitry selbst spielt den Kammerdiener Désiré, der Moderator und Brandbeschleuniger zugleich ist.

Mi 30.10., 21.15h, Einführung: Constanze Ruhm

UNE FEMME EST UNE FEMME Jean-Luc Godard Frankreich/Italien 1961 OmE 85‘

„Das für seinen Schreib- und Filmstil oft angeführte Zitieren geht bei ihm auf in Montage. Das Wort beschreibt sein Verhältnis zur Filmgeschichte, zur Geschichte“, schreibt Frieda Grafe über den Film. UNE FEMME EST UNE FEMME ist Godards Antwort auf Cinemascope und Farbe und wird deshalb manchmal als leicht zugänglich wahrgenommen. Auf der anderen Seite kann man den Film auch – darin ist er Luc Moullets ANATOMIE D’UN RAPPORT nahe, der später in der Woche noch zu sehen sein wird – auch als Untersuchung einer Zweierbeziehung verstehen.

Do 31.10., 19h, Einführung: Luke Robinson, am Flügel: Eunice Martins

THE STRONG MAN Frank Capra USA 1926 OF 75’

Harry Langdons zweiter langer Film hat alles, was man von Stummfilm und Slapstick erwartet, bis hin zur Demontage des Sets, aber eben noch viel mehr. Luke Robinson: „Comedy could (…) be the acrobatics of a movement that draws on the vitality of change in order for its movement to grow in volume. It is perhaps for this reason that laugher is infectious. It is also perhaps why silent film comedy appears to be a cinema of larger than life movement.“

Do 31.10., 21h, Einführung: Gertrud Koch

THE BELLBOY Hallo Page! Jerry Lewis USA 1960 OmU 72’

„Der erste Film, den Jerry Lewis in eigener Regie gedreht hat, ist zugleich eine Hommage an die Riesen des Slapstickfilms, auf dessen Schultern er zu tanzen angefangen hatte“, schreibt Gertrud Koch. „(…) er bewunderte Chaplin und Stanley Laurel, weil sie als Regisseure ihrer selbst eben jene visuelle Ebene erreichten, die er selbst vervollkommnen wollte.“ Den Film kann man locker als Experimentalfilm lesen, oder als experimentelle Komödie, weil Lewis so demonstrativ, und demonstrativ komisch natürlich, mit Bildern und Effekten arbeitet.

Fr 1.11., 19h, Einführung: Florian Schneider

BOUDU SAUVE DES EAUX Boudu – Aus den Wassern gerettet Jean Renoir Frankreich 1932 OmE 81‘

„Die Nouvelle-Vague-Regisseure filmten das Paris der späten Fünfziger und Sechziger wie Renoir das der Dreißiger in BOUDU SAUVE DES EAUX “, schreibt Frieda Grafe. Die Komödie ist der erste Film, mit dem sich Renoir endgültig verabschiedete vom Ruf, lediglich der Sohn seines Vaters zu sein.

Fr 1.11., 21h, Einführung: Kathrin Rothemund

NEWS FROM HOME Chantal Akerman F/B/BRD 1976 OmE 85’

Frieda Grafe fragte sich, ob der Essayfilm der Autorenfilm des Dokumentargenres sei. „Heißt das, auch Essayfilme sind letzte Gefechte? Oder aber waren sie vielleicht von Anfang an Filmkritik? Mit kinospezifischen Mitteln.“ Dieser Film ist eine essayistische Idee Akermans vom Leben in New York und der Fernbeziehung zu ihrer Mutter.

Sa 2.11., 19h, Einführung: Ute Holl

THE SAGA OF ANATAHAN Josef von Sternberg Japan 1953 jap./engl. OF 92‘

Frieda Grafe: „In ANATAHAN hat Sternberg die Verachtung der Sprache auf die Spitze getrieben. (…) Nur ein verbindender Text, von Sternberg selbst gesprochen, kommentiert auf Englisch die Vorgänge auf der Leinwand.“ Der Film, der Ute Holl zur Frage verleitet „Was heißt es, wenn Männer Texte fabrizieren oder Filme machen über Gewalt und Vergewaltigung und sich selbst, Mea Culpa, hört her, dabei ertappen, zu unterstellen, es sei auf Wunsch der Frau geschehen und zu verstehen?“

Sa 2.11., 21h, Einführung: Aryan Kaganof

VIAGGIO IN ITALIA Reise in Italien Roberto Rossellini Italien 1954 engl. OmU 97‘

Frieda Grafe: „Wir sind so sehr gewöhnt daran, gefüttert zu werden mit Geschichten, in denen alles aufgeht, dass, wenn Unmotiviertes auf der Leinwand erscheint, wie bei dem Schluss von Rossellinis VIAGGIO IN ITALIA, es gleich heißt: ein Wunder.“

So 3.11., 19h, Einführung: Volker Pantenburg

ANATOMIE D’UN RAPPORT Anatomie einer Beziehung Luc Moullet & Antonietta Pizzorno Frankreich 1976 OmE 82‘

„Es greift zu kurz, in ANATOMIE D’UN RAPPORT lediglich Mischungsverhältnisse zwischen Dokumentarischem und Fiktionalem am Werk zu sehen. Eher müsste man in diesem Fall die Grenze selbst als suspendiert betrachten“, schreibt Frieda Grafe über Moullets Untersuchung einer Zweierbeziehung.

So 3.11., 21h, Einführung: Diedrich Diederichsen

GENTLEMEN PREFER BLONDES Howard Hawks USA 1953 OmU 91‘

Diedrich Diederichsen: „Selten ist es einem Film gelungen, nicht nur den Begriff des Werts, die Idee der individuellen unersetzlichen Persönlichkeit und schließlich die Ideologie der Geschlechterdifferenz, der sexuellen Orientierung und ihrer Natur nachhaltiger auseinanderzunehmen.“

 

 

 

 

„Wie Film Geschichte anders schreibt“ nimmt den 10.Todestag (10.Juli 2002) der Autorin zum Anlass, um mit einer Filmreihe an die Arbeit Frieda Grafes zu erinnern. Daran, dass ihr Blick auf das Kino seit den 1960er-Jahren das Sehen und Verstehen von Film grundlegend verändert hat. Und daran, dass die Debatten jener Zeit um soziologische versus ästhetische Filmkritik nicht nur die Filmkritik selbst, sondern auch den Film weitergebracht haben. Endlich wurde eine Debatte geführt, die den Film in seiner Gesamtheit und aus sich heraus kritisierte. Diese Debatte, die nicht nur in Fachzeitschriften, sondern bewusst im Feuilleton der Tageszeitungen geführt werden sollte, ist, wenn sie nicht einfach verschwunden ist, vor allem zu einer filmwissenschaftlichen Auseinandersetzung geraten und in den universitären Raum migriert. Oder erschöpft sich gern in elegischen Notizen von Eindrücken, die heute viele Blogs und Foren füllen. Das Projekt „Wie Film Geschichte anders schreibt“ verbindet bewusst diese alten und neuen Orte und Medien der Auseinandersetzung um Film.

 

Grundlage für die Filmreihe ist eine Liste von Frieda Grafes 30 Lieblingsfilmen, die 1995 in der Zeitschrift Steadycam veröffentlicht wurde. Diese Liste verbindet Bekanntes mit selten und von auch erfahrenen Cineasten nie Gesehenem. Es werden 30 internationale Filmschaffende gebeten, neu über diese Filme zu schreiben und die Einführung der jeweilgen Filme zu übernehmen. Die Texte werden parallel in drei Heften veröffentlicht, die lose an die historische Zeitschrift Filmkritik erinnern und beim Verlag Brinkmann & Bose erscheinen werden.

Antragsteller/in Annett Busch

Veranstaltungstermin 30. Oktober bis 3. November 2013 1) 24. bis 28. April 2013 2) 10. bis 14. Juli 2013 3) 30. Oktober bis 03. November 2013

Veranstaltungsort arsenal - institut für film und videokunst e.V.

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen arsenal - institut für film und videokunst e.V., Verlag Brinkmann & Bose

Internetseiten friedagrafe.net/www.arsenal-berlin.de/www.brinkmann-bose.de/