Projekt
The World Is Not Fair - Die Große Weltausstellung 2012
Antragsteller/in
Hebbel am Ufer
Termin
1. Juni bis 24. Juni 2012 - Do/Fr 16-22 Uhr - Sa/So 14-22 Uhr
Veranstaltungsort
Tempelhofer Park/ ehem. Flughafen Tempelhof
Kooperation
"The World Is Not Fair - Die Große Weltausstellung 2012" ist eine gemeinsame Produktion von Hebbel am Ufer und raumlaborberlin. Sie wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Schering Stiftung. Das Projekt entsteht in Kooperation mit Grün Berlin GmbH und IGA Berlin 2017.
Inhalt
Unter ironischer Bezugnahme auf die Tradition der „Expos“, die seit mehr als 160 Jahren weltweit an wechselnden Schauplätzen ausgerichtet werden, steht vom 1. bis 24. Juni ein Ausstellungsparcours
mit 15 Pavillons zur Erkundung bereit. Diese Pavillons verstehen sich nicht als Agenten der Markenbildung von Nationalstaaten, sondern als Orte eines höchst subjektiven Nachdenkens über die Welt mit den Mitteln der Kunst.
Über die Grenzen kultureller Disziplinen hinweg suchen Theatermacher, Performer, Bildende Künstler, Filmemacher und Architekten die Auseinandersetzung mit Ideen, Systemen, Phänomenen, über die noch die entlegensten Kulturen miteinander verbunden sind.
Schauplatz des Geschehens ist der ehemalige Flughafen Tempelhof. Mit seiner ungeheuren Ausdehnung und seiner wechselhaften Geschichte als ehemaliger Exerzierplatz, als Bühne früher Luftfahrtexperimente, als Stützpunkt für den Luftkrieg der Nazis und als historische Bühne der Luftbrücke zwischen Berlin und Westdeutschland ist das Gelände der ideale Ort für dieses Vorhaben.
In den letzten Jahren wurden leidenschaftliche Diskussion um die künftige Nutzung des Tempelhofer Feldes geführt. Mit seiner Entscheidung für diese Spielstätte lädt „The World Is Not Fair – Die Große Weltausstellung 2012“ auch zum Nachdenken über einen reflektierten Umgang mit öffentlichen Räumen und die
Zukunft dieser Stadt ein.
In einer Architektur, die an die havarierten Reaktorblöcke in Fukushima gemahnt, nähert sich der Regisseur Toshiki Okada (Yokohama) in einer Sprache reduzierter Gesten und knapper Worte der Abstraktheit
und der Unermesslichkeit katastrophischer Ereignisse (siehe Foto). Hans-Werner Kroesinger (Berlin), einer der führenden Vertreter des Dokumentartheaters, konzipiert in einem Antennengebäude eine belebte Klanginstallation. Sie beschäftigt sich mit der militärischen Nutzung und der Geschichte der Zwangsarbeit auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof.
Die Künstlerin Tracey Rose (Johannesburg) inszeniert mit Hilfe von Laiendarstellern eine Seifenoper. Als Bühnenbild dient ihr die überdimensionierte Nachbildung eines Schwarzweißfernsehers der Marke Blaupunkt, der ihrer Familie in Südafrika zu Zeiten der Apartheid einen Zugang zum Weltgeschehen eröffnete.
Der Filmemacher Harun Farocki (Berlin) erkundet die Rolle von Computeranimationen für prognostische Dienstleistungen. Es geht um die globalen Kreisläufe von Luft, Feuer und Wasser –und das Verlangen nach der Beherrschbarkeit einer Welt, in der sich zukünftige Ereignisse immer schwerer vorhersagen lassen.
Das Architektenkollektiv Umschichten (Stuttgart) baut aus vorgefundenen Materialien ein Festivalzentrum. Es soll den Ausstellungsbesuchern als Ort der Begegnung und des Austauschs dienen. Hier wird auch ein umfangreiches Begleitprogramm präsentiert.
www.hebbel-am-ufer.de
