A Blind Spot

Der blinde Fleck einer Fotografie bezeichnet etwas, das nicht sichtbar, aber dennoch latent in einem Bild vorhanden ist. Die Bilder der Ausstellung „A Blind Spot“ verwerfen das herrschende Bildregime und bewahren sich stattdessen eine Offenheit und Unbestimmtheit, die sich nicht auf die Beschreibung oder Illustration einer spezifischen Realität reduzieren lässt.

Davon ausgehend stellen sie den dokumentarischen Aspekt von zeitgenössischen künstlerischen und fotografischen Praktiken in Frage.

 

Die Ausstellung, kuratiert von Catherine David, zeigt Arbeiten von Eric Baudelaire, Elisabetta Benassi, David Goldblatt, Hassan Khan, Joachim Koester, Vincent Meessen, Olaf Nicolai, Melik Ohanian, Efrat Shvily, Jeff Wall und Christopher Williams.

 

Antragsteller/in Haus der Kulturen der Welt

Veranstaltungstermin 31. Mai bis 1. Juli 2012

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen in Kooperation mit dem Berlin Documentary Forum 2

Internetseiten www.berlindocumentaryforum.de

Pressestimmen

Antes. Malerei 1958-2010

Horst Antes ist einer der international bedeutendsten Künstler der letzten Jahrzehnte. Wie wenige andere deutsche Künstler hat er zum globalen Kunstdialog beigetragen. Dreimal war er auf der documenta vertreten. Auf den Biennalen in Venedig und Sao Paolo war er präsent. In allen wichtigen europäischen, amerikanischen und japanischen Museen und Samm-lungen sind seine Werke vertreten.

 

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau konzentriert sich auf sein malerisches Schaffen und wird alle Epochen dieses Schaffens über einen Zeitraum von fünf Jahrzehnten vorstellen – von den informellen Anfängen um 1958 bis zu den spektakulär großen und strengen ‚Haus’-Bildern der letzten Werkphase. Die Schau im Martin-Gropius-Bau wird die erste große Ein-zelausstellung der Gemälde nach fast zwei Jahrzehnten sein. Gezeigt werden rund 90 Bil-der. Ergänzt werden sie durch zwei eng mit dem malerischen Werk verknüpfte Skulpturen, vier sogenannte „Votive“ und die Präsentation einiger von Horst Antes gestalteter Bücher und Mappen.

 

Im Hinblick nicht nur auf die vielen ausländischen Leihgeber, sondern auch auf bisher noch nie öffentlich gezeigte Bilder aus dem Besitz des Künstlers selbst wird diese Ausstellung einzigartig sein und den großen Beitrag, den Horst Antes zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts geleistet hat, deutlich machen und im Gedächtnis des Besuchers verankern.

 

Den Anfang der Ausstellung machen die informellen, gestischen und stark farbigen Arbeiten der späten 1950er Jahre. Es folgen die roten Bilder („Die roten Majas“) von enormer Intensi-tät und archaischer Erotik. Eine größere Werkgruppe befasst sich mit der Herausbildung des „Kopffüßlers“, jener Kunstfigur, die sehr schnell einen Siegeszug durch die gesamte Kunst-welt antritt. Ein weiterer Saal versammelt die wichtigsten Bilder, die sich auf direkte Weise mit seiner Wahlheimat Italien einlassen, mit den Meistern der Renaissance, mit der klaren und versöhnenden Landschaft zwischen Florenz und Siena, mit dem toskanischen Licht. Eine Werkgruppe befasst sich mit der Religiosität des Künstlers, der – als Sammler – schon immer für die magischen Anfänge der Religionen ein brennendes Interesse zeigte. Zum ersten Mal werden zwei motivische Stränge – die Auseinandersetzung mit christlichen Motiven (Werkzeuge der Kreuzigung, Wundmale) und mit dem Glauben und den Ritualen der Hopi-Indianer (Regen, Schlange, Tableta) – zusammengeführt. Die letzten Säle dokumentieren schließlich den Umbruch im Werk von Horst Antes, der sich – nach dem Falkland-Krieg – von der von ihm erfundenen Figur trennt und zu neuen Bildthemen –Fenster, Boote, Da-tumsbilder – und insbesondere dem Haus vorstößt. Im letzten Saal machen acht sehr große, überwiegend schwarze ‚Haus’-Bilder in ihrer strengen Bildsprache und in ihrer massiven Präsenz einen überwältigenden Eindruck. Die ‚Haus’-Figur hat die menschliche Figur abge-löst und steht für die gesamte Menschheit und ihre Gedanken.

 

Die Ausstellung im Martin-Gropius-Bau wird ein Ort der Wiederentdeckung und Neubewertung des komplexen Werkes von Horst Antes sein.

 

Horst Antes wurde 1936 in Heppenheim geboren und lebt in Sicellino, Karlsruhe und Berlin.

Sein Lehrer an der Akademie in Karlsruhe war HAP Grieshaber. Im Kontext der Diskussion um Abstraktion oder Figuration in den späten 1950er Jahren verknüpfte Horst Antes schon früh gestische Farbkompositionen mit figurativen Elementen. In den 1960er Jahren bildete sich dann die Figur des Kopffüßlers heraus. Von da an wurde sein Werk in der ganzen Welt bekannt.

Im Jahr 1982, unter dem Eindruck des Falkland-Krieges, entstehen die ersten Schablonen-Figuren. Ab 1987 beginnt Horst Antes mit den Werkgruppen der ‚Fenster’-Bilder- und ‚Haus’-Bilder. Gleichzeitig fertigt er zahlreiche Großskulpturen, die in Düsseldorf, Salzburg, Stutt-gart, Wien und Mainz aufgestellt werden.

 

Antes nahm an der documenta III (1964), IV (1968) und VI (1977) teil und hatte Einzelausstellungen im Guggenheim-Museum New York (1984), im Sprengel Museum Hannover (2002), in der Kunsthalle Würth (2006) und in verschiedenen japanischen Museen. Er gewann den UNESCO-Preis für Malerei der Biennale von Venedig (1966), den Premio Marzot-to – Europa (1968), den Großen Preis der Biennale von Sao Paolo (1991) und den Kultur-preis des Landes Hessen (1991).

 

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 14. Juni bis 16. September 2013

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Veranstalter: Berliner Festspiele. Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten www.gropiusbau.de

Sitzende Figur mit Scheibe und Ei (1971/6), 1971 Aquatec, 150 x 196 cm Kunsthaus Zürich © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

Rote Scheibe, 1969 Acryl auf Leinwand 60 x 70 cm Sammlung Großhaus, Schleswig © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

Für Salomea, 1973 Acryl auf Sperrholz 62 x 102,5 cm Horst Antes - Sicellino © VG Bild-Kunst, Bonn, 2013

Ausstellung Elke Silvia Krystufek: Harmonie 20 - Landschaftskunst

Die geplante Ausstellung mit Elke Silvia Krystufek hat nicht stattgefunden.

 

Die 1970 in Wien geborene, heute in Berlin und Wien lebende Künstlerin Elke Silvia Krystufek arbeitet als Malerin im Bereich der Gender-Thematik, die sie durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Islam, dessen Bilderverbot sowie dem anderen Umgang mit der Vorstellung von Zeit jüngst wesentlich erweitert.

 

Malerei bedeutet für Krystufek ein Gemälde auf Leinwand zu malen, eine Plastik, ein Video oder eine Installation zu realisieren, oder auch eine Ausstellung zusammen zu stellen. Sogar eine ganze Ausstellungsreihe, wie sie die Künstlerin für 2011/12 unter dem Gesamttitel "Harmonie" in London, Los Angeles, Zürich, Poitiers und Berlin plant, versteht Krystufek als "Landschaft und Gemälde".

 

Im Haus am Waldsee wird das Verdrängte von Lust, Gefühl, Körperlichkeit, Affektivität, Spiel, Spontaneität, Neugier und Unbewusstem in Form von Zeichnungen, Texten, Malerei, Fotografie und Video im Dialog untereinander sichtbar gemacht. Die Künstlerin wird das Ausstellungshaus mit unterschiedlichen Materialien aus den Massenmedien, mit Bildern des Fremden, Neuen, Unberechenbaren füllen, und ihr unerschöpfliches visuelles Material im Prozess des Aufbaus landschaftlich verdichten. Dabei tragen einige Zeichnungen poetische Tagebuchtexte, die sich offen an den Betrachter wenden und ein Zu-sich-selbst-kommen im Anderen thematisieren, wie es als Motto über dem Gesamtwerk, das die Künstlerin bis heute geschaffen hat, stehen könnte. Ihr kritisch-subjektiver Zugriff auf die Welt entspricht einer Repolitisierung des Intimen.

 

Auf der Basis von zwei frühen Landschaftsgemälden baut Krystufek ihre Ausstellung assoziativ wie ein Gemälde auf. Bis zur Eröffnung unterliegt der kuratorisch-künstlerische Prozess der Dynamik des Wandels. Konzepte können ebenso schnell gefasst wie radikal verworfen werden.

"Harmonie 20" wird die erste institutionelle Einzelausstellung von Elke Silvia Krystufek in Berlin sein. Nach Lehraufträgen an den Kunstakademien in Karlsruhe und Wien hat sie 2009 den österreichischen Pavillon auf der Biennale von Venedig gestaltet.

 

Es erscheint ein Katalog in Deutsch und Englisch im Verlag Walther König.

Antragsteller/in Haus am Waldsee e.V.

Veranstaltungstermin 7. September bis 18. November 2012

Veranstaltungsort Haus am Waldsee - Internationale Gegenwartskunst in Berlin

Förderbetrag 60.000 €

Internetseiten www.hausamwaldsee.de

Elke Silvia Krystufek: The idea of love (Dubai), 1999, Courtesy: Elke Silvia Krystufek

Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie

Die ehemalige Kongresshalle, heute Haus der Kulturen der Welt, ist eine Architektur-Ikone und Paradigma der Nachkriegsmoderne, die im Rahmen der Internationalen Bauausstellung in Deutschland manifest wurde. 1956 im Auftrag der US-Regierung von Hugh Stubbins, dem ehemaligen Assistenten von Walter Gropius in den USA, entworfen, wurde das Gebäude aus durchaus ideologischen Gründen auf einem künstlichen Hügel errichtet als ein nach Osten und Westen weithin sichtbares Zeichen der Freiheit.

 

Nur im September ist das architektonische Wahrzeichen im Rahmen der von Valerie Smith kuratierten Ausstellung Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie als Großskulptur zu erleben, neu interpretiert durch künstlerische und architektonische Interventionen, die das ideologische Programm der Nachkriegsmoderne offen legen. Bei freiem Eintritt und von allen Himmelsrichtungen zugänglich entstehen neue Sichtweisen auf Form, Funktion und Geschichte.

 

Die Architektur der ehemaligen Kongresshalle und ihre Entstehungsgeschichte bilden den Ausgangspunkt für Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie. Nicht das Gebäude an sich steht im Zentrum der künstlerischen Auseinandersetzung, sondern die Ideen und Fragestellungen, die die Architektur als Instrumentarium in der Baugeschichte, Philosophie und Politik illustriert respektive beantwortet.

 

Die Ausstellung präsentiert 10 ortsspezifische Neuproduktionen von internationalen Künstlern und Architekten, die die Räume und Außenflächen des HKW inszenieren und zur Diskussion stellen, was „Architektur“ alles sein kann. Die lokale Geschichte der ehemaligen Kongresshalle wird auf globaler Ebene in der Gegenwart neu kontextualisiert und das Haus der Kulturen der Welt als Skulptur ins Zentrum gerückt.

 

Zur Ausstellungseröffnung am 1. September erscheint ein Katalog mit zahlreichen Texten und einem umfangreichen Bildteil im Hatje Cantz Verlag.

 

Mit neuen Arbeiten von

Amateur Architecture Studio (Wang Shu & Lu Wenyu)

Arno Brandlhuber

Ângela Ferreira

Terence Gower

Initiative Weltkulturerbe Doppeltes Berlin

Iñigo Manglano-Ovalle

Marko Sančanin (Platforma 9,81)

Eran Schaerf

Studio Miessen

Supersudaca

und anderen

 

Antragsteller/in Haus der Kulturen der Welt

Veranstaltungstermin 01. bis 30. September 2012

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 180.000 €

Internetseiten www.hkw.de/wallsandwindows

Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie

Doppeltes Berlin

BQV. Büro für Qualifikation und Vermögen

Sozialamt, Jobcenter, Gründerberatungsstelle: Orte, so inspirierend wie eine Zahnarztpraxis. Orte, die die in Berlin steigende Anzahl von “Kreativen” meidet – selbst wenn die Ratlosigkeit unter ihnen wächst, wie die eigene Existenz zu finanzieren ist.

 

Doch was, wenn es ein Beratungsbüro gäbe, das von den Betroffenen geleitet wird? Eine Selbsthilfestelle, in der die Sachbearbeiter keine realitätsfernen Maßnahmenleiter sind, sondern erfolgreiche Künstler und Sozialunternehmer. Ein Ort, an dem nicht der Geruch von Akten die Atmosphäre bestimmt, sondern der Anschein einer geheimen Bar. Willkommen im BQV, dem Büro für Qualifikation und Vermögen!

 

An der wohl populärsten Kreuzung Berlins, am U-Bahnhof Eberswalder Straße, nimmt im Mai und Juni 2012 das BQV Gestalt an: an üblichen Arbeitstagen ein Schaufenster, das Passanten aus der Reserve lockt und zur Kommunikation verleitet; während der Sprechzeiten eine Wirkungsstätte für die AkteurInnen der Kulturszene Berlins. Hier erkunden sie die ökonomischen Bedingungen ihres Schaffens: Wie sehen Überlebensstrategien aus? Wie funktionieren Modelle, die zukunftstauglich sind, in einem Spannungsfeld zwischen Prekarität, Kreativwirtschaft und staatlicher Förderung?

 

Das BQV richtet seine Sprechstunden nicht nach den Arbeitszeiten von Beamten. Stattdessen öffnet das Büro an vier Samstagen seine Türen. An den Nachmittagen gibt es Workshops mit BotschafterInnen der Kulturszene sowie deren BeobachterInnen – eine Videodokumentation und Graphic Recordings halten fest, was passiert. An den Abenden steht das Büro allen offen: In Performances werden die Ideen des Tages weiterentwickelt und beim Bargespräch vertieft.

Antragsteller/in Berliner Gazette e.V.

Veranstaltungstermin 19. Mai bis 9. Juni 2012

Veranstaltungsort Eberswalderstraße 21, Prenzlauer Berg

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Dr. Pong, social impact lab, tab ticketbroker, Der Freitag

Internetseiten berlinergazette.de/bqv

Foto: Florian Reischauer (piecesofberlin.com)

Caraota von Moules

Caraota von Moules / Werke von Carla Arocha (mit Stéphane Schraenen), Arturo Herrera und Meyer Vaisman

 

Eine Ausstellung von Carla Arocha (mit Stéphane Schraenen), Arturo Herrera und Meyer Vaisman suggeriert auf natürliche Weise, dass sie ihren inneren Zusammenhang in der gemeinsamen venezolanischen Herkunft der Künstler hat.

Mit Ausnahme von Stéphane Schraenen, der aus Antwerpen stammt und mit Carla Arocha seit einigen Jahren kollaboriert, kommen die drei anderen Künstler aus Venezuela und gehören der gleichen Generation an. Aber das ist eine falsche Fährte, denn was diese Künstler viel grundsätzlicher verbindet, ist wesentlich tiefgründiger verortet als die nationale Identität: Die Arbeiten der Künstler sind durch innerkünstlerische thematische Zusammenhänge und durch den Aspekt der Nutzung ähnlicher künstlerischer Verfahrensweisen verbunden.

Anliegen der Ausstellung ist es insofern, die gemeinsame inhaltliche Basis, auf der die Beteiligten arbeiten, zu beleuchten: die kategorische Hinterfragung des Verhältnisses von Bild und Bedeutung.

Venezuela gehört zu den Regionen Lateinamerikas, die eine besonders stark ausgeprägte künstlerische Tradition der Moderne besitzen. In den letzten Jahren machte sich im europäischen Westen und den USA eine ansteigende Sichtbarkeit und Bearbeitung dieser Tradition bemerkbar. Durch eine junge Generation von Kunsthistorikern und Theoretikern werden andererseits globale Einflüsse und die Auswirkungen der Moderne von außen neu bewertet.

In Venezuela konnte man eine Präsenz bestimmter Architekturformen und Einflüsse in der bildenden Kunst konstatieren, die sich durch ihre Herleitung aus der Migration, von Ideen und Praktiken der europäischen Moderne vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis hin zum lateinamerikanischen Modernismus zurückverfolgen lassen. Die Komplexität der modernistischen Ideologie in Venezuela besteht darin, dass in ihr beide Haltungen - die von der künstlerischen Elite importierte europäische Auffassung und die einheimischen Zweige modifizierten und angepassten Modernismus – zum Ausdruck kommen und miteinander in Beziehung gesetzt werden müssen.

Das will die Ausstellung versuchen zu leisten. Nur im aktiven Erlebnis des Vergleichens können wir erfahren, was ähnlich und was unterschiedlich ist

 

Antragsteller/in Künstlerhaus Bethanien GmbH

Veranstaltungstermin 5. bis 29. Juli 2012

Veranstaltungsort Künstlerhaus Bethanien

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen HKF

Internetseiten www.bethanien.de

Installation view Foto: David Brandt für Künstlerhaus Bethanien

Installation view Foto: David Brandt für Künstlerhaus Bethanien

Installation view Foto: David Brandt für Künstlerhaus Bethanien

Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur/ Hörende Kultur

Die Ausstellung Gebärde Zeichen Kunst. Gehörlose Kultur / Hörende Kultur stellt Kunstformen vor, die sich im Spannungsfeld zwischen Gehörloser und Hörender Kultur bewegen. Gezeigt werden Werke von Künstlern, die von unterschiedlichen Sprach- und Kommunikations-systemen ausgehen und bewusst mit den Differenzen, Ähnlichkeiten und spezifischen Eigenheiten arbeiten. Dabei blenden sie ihre eigene Perspektive und dessen Begrenzung nicht aus, sondern eröffnen neue Möglichkeiten aus den vorhandenen Grenzziehungen.

Der Körper ist die erste Grenze an die jedes Individuum stößt. Die Ausstellung geht zunächst vom Körper aus, folgt dann seiner Sprache und ihren Abstraktionen.

Die Kuratoren Wolfgang Müller und An Paenhuysen wählten die Möbiusschleife als Modell für ihre experimentelle Ausstellung. Die Möbiusschleife fordert unsere Wahrnehmung heraus: sie ist nicht orientierbar, das bedeutet wir können nicht zwischen unten und oben oder innen und außen unterscheiden.

Vertreten sind Werke von Künstlern, die sich mit Klang, Musik, Lautsprache, Gebärdensprache, Zeichen, Schriftsprache und den ihr inhärenten künstlerischen Potenzialen beschäftigen. Die interdisziplinäre Ausstellung bewegt sich auf neuem Terrain: mittels Gebärden, Gesten, Klängen und Interaktionen betreten unbekannte, namenlose Kunstformen die Bühne. Die Grenzen zwischen Tanz, Performance, Musik, Sprache, Literatur und Malerei kommen in Bewegung.

Gebärde Zeichen Kunst ist die weltweit erste Ausstellung, die Kunstwerke präsentiert, welche in den Schnittstellen zwischen Gehörloser und Hörender Kultur Gestalt annehmen. Gesellschaftliche, kulturelle, politische und soziale Hierarchien werden dabei sichtbar.

In Deutschland spielte der Gebärdensprachperformer und Künstler Gunter Trube (1960-2008) eine bedeutende Rolle im Kampf um die Anerkennung der Gebärdensprachkultur. Mit Gunter Trube hat der Co-Kurator dieser Ausstellung Wolfgang Müller seit 1980 in verschiedenen Projekten zusammengearbeitet, u.a. in Die Tödliche Doris.

Antragsteller/in An Paenhuysen, Wolfgang Müller, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Veranstaltungstermin 10. November 2012 bis 13. Januar 2013

Veranstaltungsort Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Martin Schmitz Verlag, Berlin

Internetseiten www.kunstraumkreuz...rogramm.html

Roman Signer, Installation, 2006

Vier Wortgebärden für Angst, 1996, gebärdet von Gunter Trube, fotografiert von Barbara Stauss

HUNGRY CITY. Landwirtschaft und Essen in der zeitgenössischen Kunst

Ein Ausstellungsprojekt des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien kuratiert von Anne Kersten in Zusammenarbeit mit Stéphane Bauer

 

Die internationale Gruppenausstellung Hungry City versammelt 19 künstlerische Positionen, die Landwirtschaft thematisieren und auf unterschiedliche Aspekte von Nahrungsmittelproduktion und -versorgung eingehen. Aktuelle Werke werden ergänzt durch Arbeiten namhafter KünstlerInnen der 1960er bis 1980er Jahre, die darlegen, dass das Thema in der Kunst bereits in vergangenen Jahrzehnten virulent war. Neue Kunstgattungen wie die Rural Art und Projekte urbaner Landwirtschaft verdeutlichen die Brisanz der Thematik und verweisen auf Veränderungen der stereotypen Zuschreibungen von städtischem und ländlichem Raum. Mit Installationen, Videos, Zeichnungen und Fotografien bietet die Ausstellung einen umfangreichen Überblick über landwirtschaftliche Aspekte in der zeitgenössischen Kunst von 1960 bis heute.

 

Das Begleitprogramm zur Ausstellung widmet sich besonders der Verbindung von Stadt, Land und Essen. Von einem städtischen Kulturort aus wird mit Vorträgen, Spaziergängen, Exkursionen, Gesprächen und Angeboten der kulinarischen und kulturellen Bildung der Blick und Weg ins nahe und ferne Umland gefunden werden.

 

 

KÜNSTLER_INNEN:

 

Jekaterina Anzupowa (UA/DE), KP Brehmer (DE), Agnes Denes (US), Leticia El Halli Obeid (AR), Fallen Fruit (US), Futurefarmers (Amy Franceschini, Dan Allende, Lode Vranken) (US), Fernando García-Dory (ES), Tue Greenfort (DK/DE), Kultivator (SE), Kristina Leko (HR/DE), MyVillages.org (NL/GB/DE), Heinrich Riebesehl (DE), Antje Schiffers & Thomas Sprenger (DE), Bonnie Ora Sherk (US), Lukasz Skapski (PL), Åsa Sonjasdotter (SE/NO/DE), Daniel Spoerri / Tony Morgan (RO/IT, GB), Ève K. Tremblay (CA/US/DE), Insa Winkler (DE).

 

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ÖFFNUNGSZEITEN: 12-19 Uhr ⎢täglich

EINTRITT: frei

Antragsteller/in Anne Kersten & Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Veranstaltungstermin AUSSTELLUNGSZEITRAUM: 1. September - 28. Oktober 2012 ERÖFFNUNG: Freitag, den 31. August 2012, ab 19 Uhr BEGRÜSSUNG: Monika Herrmann, Bezirksstadträtin für Kultur und Bildung EINFÜHRUNG: Anne Kersten, Stéphane Bauer

Veranstaltungsort Kunstraum Kreuzberg / Bethanien

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG VON: • Goethe Institut • Kulturministerium der Republik Kroatien • Kulturamt der Stadt Zagreb • OCA – Office for Contemporary Art Norway • Projektfonds Kulturelle Bildung (Fördersäule 1 und Fördersäule 3) IN ZUSAMMENARBEIT MIT: • Demeter Ökodorf Brodowin • Fichtelgebirge Grundschule • Gartenstudio / Malte Zacharias • Ferdinand-Heiligrath-Schule – ISS Bergmannstraße • Kampagne „Meine Landwirtschaft“ • Markthalle Neun • MILK mit Kultursprünge e.V. im Ballhaus Naunynstraße • Pestalozzi Fröbel Haus • Prinzessinnengärten • raumlaborberlin – EMMAS Hoftour • Slow Food Convivium Berlin • TonSteineGärten • Zukunftsstiftung Landwirtschaft • u.v.a. MEDIENPARTNER: taz

Internetseiten www.kunstraumkreuzberg.de

Pressestimmen

Agnes Denes: Wheatfield – A Confrontation: Battery Park Landfill, Downtown Manhattan. Financial Center. 1982. Farbfotografie. 40 x 60 cm. (c) Agnes Denes

Fernando García-Dory: A Shepherd’s School. Seit 2004 fortlaufend. Rauminstallation (Ölgemälde, Tusche-/Aquarell-Zeichnungen, Fotografien, Fotokopien, Text-Booklet). (c) Fernando García-Dory

Letzte Zuflucht Mexiko. Gilberto Bosques und das deutschsprachige Exil nach 1939

Anhand von 25 ausgewählten Biografien, neun Thementafeln und zwei Medienstationen erzählt die Ausstellung von der Rettungsaktion des mexikanischen Diplomaten Gilberto Bosques (1892-1995), vom Leben der Berliner Exilanten im fernen Mexiko und von ihrer Rückkehr in das

zerstörte Nachkriegsdeutschland. Als Konsul in Marseille versorgte Bosques von 1940 bis 1942 unter dramatischen Umständen zahlreiche deutsche und österreichische Flüchtlinge, die nach dem Vormarsch deutscher Truppen im Süden Frankreichs festsaßen, mit Visa, Unter-künften und Schiffspassagen. Zu ihnen gehörten viele Schriftsteller, Musiker und Künstler, unter ihnen Alexander Abusch, Hanns Eisler, Ludwig Renn, Anna Seghers, Steffie Spira, Jeanne und Kurt Stern, Bodo Uhse und Paul Westheim, deren Nachlässe im Archiv der Akademie der Künste überliefert sind. Ihre Erfahrungen im mexikanischen Exil werden in der Ausstellung dokumentiert. Bei ihrer Rückkehr nach Berlin liefen die „Mexikaner“ in der DDR Gefahr, als „Westemigranten“ denunziert und verfolgt zu werden.

Antragsteller/in Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 2. Dez. 2012 bis 14. April 2013

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Förderbetrag 48.405 €

Kooperationen Akademie der Künste, Berlin Ibero-Amerikanisches Institut - Preußischer Kulturbesitz, Berlin Instituto de Investigaciones Interculturales Germano-Mexikanas A.C., Mexiko-Stadt Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin

Internetseiten www.aktives-museum.de

Mythos Olympia. Kult und Spiele

Mythos Olympia – Kult und Spiele

31. August 2012 bis 7. Januar 2013

Martin-Gropius-Bau

 

Schirmherrschaft:

Karolos Papoulias, Staatspräsident der Hellenischen Republik

Joachim Gauck, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland

 

Veranstalter: Berliner Festspiele. Die Ausstellung „Mythos Olympia - Kult und Spiele" ist eine Initiative der Griechischen Kulturstiftung Berlin, der offiziellen Vertretung des Griechischen Kulturministeriums. Partner: Deutsches Archäologisches Institut und Martin-Gropius-Bau, Berlin. Partner der Griechischen Kulturstiftung Berlin: Archäologisches Nationalmuseum Athen, Archäologisches Museum Olympia, Numismatisches Museum Athen, Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin.

 

Die große Ausstellung widmet sich dem antiken Heiligtum von Olympia, dem dortigen Kult und den dabei veranstalteten Wettkämpfen, die alle vier Jahre auch hinter den modernen olympischen Spielen aufleuchten.

„Mythos Olympia“ ist eine Initiative der Griechischen Kulturstiftung und des Griechischen Kulturministeriums. Das Deutsche Archäologische Institut und der Martin-Gropius-Bau sind Partner des Projektes. Die Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin unterstützt das Vorhaben großzügig mit Leihgaben.

Über 500 wertvolle Leihgaben aus Griechenland sind zu sehen. Wichtige Leihgaben aus dem Vatikan, aus Paris, Rom, Dresden und München ergänzen das große Panorama.

 

In drei Abschnitten wird jener weltberühmte Mythos dargestellt, der seit der Antike mit dem Namen des Heiligtums von Olympia auf der Peloponnes verbunden ist:

- eine Präsentation des Heiligtums mit wertvollsten Grabungsfunden,

- eine Darstellung der antiken Spiele in Olympia,

- eine Dokumentation der Ausgrabungsgeschichte.

 

Das antike Heiligtum wurde um 1000 v. Chr. für Zeus, den höchsten aller griechischen Götter, gegründet und hat etwa 1500 Jahre geblüht. Die umliegende Landschaft Elis hatte schon im mykenischen 2. Jahrtausend v. Chr. eine bedeutende Rolle gespielt, wovon reiche, bisher noch niemals gezeigte Funde aus neueren griechischen Ausgrabungen im ersten Saal der Ausstellung zeugen. Viele Tausend Weihegaben mit Tier- und seltenen Menschendarstellungen waren für den Zeuskult einst von Pilgern abgelegt worden. Sie stammen teilweise aus den ältesten griechischen Kunstperioden. Eine Auswahl von wichtigen Funden ist in der Ausstellung zu sehen.

 

Für Zeus wurde in klassischer Zeit ein großer skulpturengeschmückter Tempel errichtet, dessen Kultbild zu den sieben Weltwundern gezählt wurde. Die Berliner Ausgräber des 19. Jahrhunderts verabredeten mit dem griechischen Staat, dass alle gefundenen Originalfragmente der Skulpturen vor Ort in einem eigens dafür errichteten Museum verbleiben, Berlin aber Abgüsse erhält: Die Rekonstruktionen der beiden Giebel des Zeustempels, jeder etwa 30 Meter lang, sind im prachtvollen Lichthof des Gropiusbau als Mittelpunkt der Ausstellung aufgestellt.

 

Schon früh entstanden als Teil des Zeuskultes die olympischen Spiele. Die älteste der sportlichen Disziplinen, ursprünglich zum Altar des Zeus gerichtet, war der Wettlauf der Männer. Bald durften sich die Sieger der Wettkämpfe durch Statuen feiern lassen. Teilnehmende griechische Städte suchten sich durch Weihgaben zu übertrumpfen. Auf den einfachen Erdwällen des Stadions in Olympia standen aufgereiht und aufgetürmt Waffen, mit denen sich die Sieger der unzähligen Städtekriege des alten Griechenland präsentierten. Von den vielen Funden seit den 1870er Jahren zeigt die Ausstellung einen breiten Querschnitt. Weitere Funde, von denen viele erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden, kommen von Altären anderer Gottheiten in Olympia.

 

Die Ausgrabungen im Heiligtum von Olympia werden in der zweiten Abteilung der Ausstellung so eindringlich wie noch nie erläutert. Es beginnt mit der Wiederentdeckung des Heiligtums durch eine französische Expedition im Jahre 1829. Einige der frühen Funde kommen als Leihgaben aus dem Louvre. In drei Sälen werden die deutschen und griechischen Grabungen in Olympia vorgestellt. Bedeutende Funde aus den drei Grabungsperioden werden mit Grabungsmethoden konfrontiert: Schnittzeichnungen, Funddokumentationen, Prospektionen.

 

In der dritten Abteilung der Ausstellung werden mit herausragenden Leihgaben die antiken Sportarten vorgestellt - Leichtathletik, Schwerathletik und Siegerbilder. Diese hatten noch eine andere, unerwartete Folge in der Kulturgeschichte der Menschheit, sind doch die Darstellungen des nackten menschlichen Körpers, in Olympia also des männlichen Siegers, grundlegend für die Entwicklung unseres Menschenbildes geworden. Ein eigener Saal versammelt hierzu Leihgaben aus dem Vatikan, aus Athen, Rom und Dresden.

 

Für die griechische Seite wirken an der Erstellung der Ausstellung und des Katalogs mit Georgia E. Hatzi, Leiterin der 7. Ephorie für Prähistorische und Klassische Altertümer,

Dr. Nikolaos Kaltsas, Direktor des Archäologischen Nationalmuseums Athen sowie Georgios Kakavas, Direktor des Numismatischen Museums Athen, für die deutsche Seite

Prof. Dr. Wolf-Dieter Heilmeyer, Direktor a.D. der Berliner Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, Präsident a.D. des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin und Dr. Susanne Bocher.

Antragsteller/in KBB - Berliner Festspiele - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 31. August 2012 bis 7. Januar 2013

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 250.000 € 2012 100.000 € 2011

Kooperationen Ermöglicht wurde die Ausstellung durch eine Förderung des Hauptstadtkulturfonds und des Kulturfonds des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Die John S. Latsis Public Benefit Foundation Athen und die The A.G. Leventis Foundation fördern die Ausstellung. Partner: Wall, VBKI, visit Berlin, Mandala Hotel, Yorck Kinogruppe Medienpartner: Tagesspiegel, zitty Berlin, Exberliner rbb-fernsehen, kulturradio, inforadio, Berliner Fenster Business & Diplomacy, Arab Forum, G/Geschichte CITY iLIKE

Internetseiten www.gropiusbau.de

Marmorstatue eines Athleten von Eleusis 2. Jh. v.Chr. National Archaeological Museum, Athens © The Hellenic Ministry of Culture and Tourism, Archaeological Receipts Fund Foto: John Patrikianos

Kopf der Athena mit attischem Helm und Diadem. Keramik; um 490 v.Chr; Fundort: Stadion in Olympia Archaeological Museum Olympia © The Hellenic Ministry of Culture and Tourism, Archaeological Receipts Fund Foto: Socratis Mavrommatis

ONE ON ONE

ONE ON ONE

Massimo Bartolini, Nina Beier, Joe Coleman, Trisha Donnelly, Geoffrey Farmer, Hans-Peter Feldmann, FORT, Günter K., Annika Kahrs, Robert Kusmirowski, Alicja Kwade, Renata Lucas, Yoko Ono, Blinky Palermo, Anri Sala, Jeremy Shaw, Tobias Zielony

 

18.11.2012 – 20.01.2013

Eröffnung: 17.11.2012, 12 – 22 Uhr

 

Allein im Raum mit der Kunst, eins-zu-eins mit dem Werk, das für den Einzelnen geschaffen ist. Im direkten und unvermeidlichen Austausch, intim und konfrontativ.

 

Die Ausstellung ONE ON ONE ermöglicht den Künstlern die direkte Ansprache des singulären Betrachters. Einzelne, in sich geschlossene und eigens für die neu geschaffenen Arbeiten konzipierte Räume besiedeln die gesamte Ausstellungsfläche der KW und sind den Besuchern nur einzeln zugänglich. Ob Aktions- oder Kontemplationsraum, Kabinett oder Nicht-Ort, ob performativ, installativ oder konzeptuell, materiell oder immateriell – der künstlerischen Schaffung individueller Mikrokosmen sind jenseits der räumlichen keine Grenzen gesetzt.

 

Dabei werden sich die KW zu einem Ort der unmittelbaren und ungestörten Begegnung mit der Kunst verwandeln, der Zeit und Raum neu erfahrbar macht und gänzlich neue Formen des Zeigens, des Ausstellens und des Sehens hervorbringt.

Antragsteller/in KW Institute for Contemporary Art - Kunst-Werke Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 17. November 2012 bis 20. Januar 2013

Veranstaltungsort KW Institute for Contemporary Art, Berlin

Förderbetrag 180.000 €

Internetseiten www.kw-berlin.de

Abbildung: LSD

Pacific Standard Time. Kunst in Los Angeles 1950-1980

Das Ausstellungsprojekt „Pacific Standard Time. Kunst in Los Angeles 1950-1980“ zeigt Entwicklungsprozesse der Kunstszene im Los Angeles der Nachkriegszeit. Die Stadt am Pazifik zeigt eine beeindruckend vielfältige und äußerst agile West-Coast-Kunstszene. Sie belegt damit, dass sie mehr ist als Hollywood und eine große Stadt im Land der Sonne und der Palmen. „Pacific Standard Time“ lenkt den Blick auf international vielbeachtete Künstler wie John Baldessari, David Hockney, Edward Kienholz oder Ed Ruscha als auch auf weniger bekannte Protagonisten wie die abstrakten Maler Helen Lundeberg und Karl Benjamin, Keramiker wie Ken Price oder John Mason und Bildhauer wie De Wain Valentine.

 

Die Megaschau – in Los Angeles waren über 60 Institutionen und Galerien beteiligt – kommt mit den beiden wichtigsten Kernausstellungen des Getty Museum und Getty Research

 

Institute nach Europa. Einzige europäische Station ist der Martin-Gropius-Bau in Berlin. „Pacific Standard Time“ ist die erste Ausstellung zur modernen Kunst des Getty Museum.

 

Jener Ausstellungsteil, der in Los Angeles im Getty-Museum unter dem Titel „Crosscurrents in L.A. - Painting and Sculpture 1950-1970“ zu sehen war, präsentiert Malerei und Skulptur. Im zweiten Teil, in Los Angeles zu sehen unter dem Titel „Greetings from L.A. – Artists and Publics 1950-1980“, werden Poster, Künstlerkataloge, Postkarten, Einladungskarten und andere Memorabilia gezeigt, die einen tieferen Einblick in die Netzwerke der Kunstszene jener Zeit in Los Angeles erlauben. Für Berlin wird die Schau um Fotografien von Julius Shulman ergänzt. Seine Architekturaufnahmen prägten in den 1950er Jahren entscheidend das Bild des kalifornischen Lebensstils. Seine Sensibilität, sein intuitiver und unvergleichlicher Sinn für Komposition und den 'entscheidenden Augenblick' brachten ihm den Ruf eines Meisters seines Fachs zu sein.

 

Antragsteller/in KBB GmbH Berliner Festspiele - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 15. März bis 10. Juni 2012

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Veranstalter: Berliner Festspiele und Martin-Gropius-Bau. Eine Ausstellung des Getty Research Institute und des J. Paul Getty Museum Los Angeles in Verbindung mit dem Martin-Gropius-Bau Berlin. Ermöglicht durch The Getty Foundation Los Angeles. Gefördert vom Hauptstadtkultur-fonds Berlin. Unterstützt von der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Kuratoren: Andrew Perchuk, Deputy Director, Getty Research Institute, Rani Singh, Senior Research Associate of the Getty Research Institute’s Department of Architecture and Contemporary Art, and John Tain, Assistant Curator of Modern and Contemporary Collections, Getty Research Institute. Partner: WALL AG, Visit Berlin, Dussmann. Das Kulturkaufhaus, Mandala Hotel, Galeries Lafayette Medienpartner: Tagesspiegel, zitty Berlin, Monopol, Upon Paper Magazin, Exberliner rbb radioeins, rbb inforadio

Internetseiten www.gropiusbau.de

Pressestimmen

Rosa von Praunheim: Rosen haben Dornen

Unter dem Titel "Rosen haben Dornen" präsentiert das Haus am Lützowplatz eine retrospektiv

angelegte Ausstellung zu Rosa von Praunheims 70. Geburtstag, die am Abend vor seinem

Geburtstag, dem 24. November 2012, eröffnet werden soll und mit den Berliner Filmfestspielen

am 17. Februar 2013 enden wird.

 

Dieses Highlight versammelt erstmals verschiedenste künstlerische Projekte des Berliner

Ausnahmekünstlers in einer Ausstellung: In sieben thematisch gestalteten Räumen werden

neben Filmausschnitten aus Rosa von Praunheims wichtigsten Filmen wie u.a. "Die Bettwurst"

und "Rote Liebe", 70 neue Kurzfilme, die er anlässlich seines 70. Geburtstages gedreht hat,

großformatige Fotografien, Zeichnungen und Installationen zu sehen sein.

 

In einer Art Ausstellungsparcours können die Besucher in von Praunheims Welt eintauchen und

seine "Träume von Sex und Liebe und Politik, von Unruhe und Poesie" kennen lernen.

 

Rosa von Praunheim, 1942 im Zentralgefängnis von Riga geboren und in Berlin aufgewachsen,

schrieb 1967 sein erstes Buch "Männer, Rauschgift und der Tod". Zur gleichen Zeit begann

seine Filmarbeit. Sein legendärer, 1970 gedrehter Film "Nicht der Homosexuelle ist pervers,

sondern die Situation, in der er lebt" wurde intensiv diskutiert und führte zur Gründung von

über 50 Schwulengruppen.

 

Sein Buch "Ein Penis stirbt immer zuletzt" erscheint im November 2012 im Martin Schmitz Verlag.

 

Antragsteller/in Haus am Lützowplatz

Veranstaltungstermin 25. November 2012 - 17. Februar 2013 Vernissage 24. November.2012, 21 Uhr

Veranstaltungsort Haus am Lützowplatz

Förderbetrag 53.000 €

Kooperationen Medienpartnerschaft mit dem Tip Verlag

Internetseiten www.hausamluetzowp...de/index.htm

Pressestimmen

Rosa von Praunheim, Die Bettwurst, 1971

Rosa von Praunheim, Affengeil - Eine Reise durch Lottis Leben, 1990

Ryoji Ikeda »db«

Der japanische Komponist und Bildende Künstler Ryoji Ikeda hat für den Hamburger Bahnhof eine Ausstellung konzipiert, die erstmals die beiden symmetrischen Räume im Obergeschoss des Ost- und Westflügels des Museums kompositorisch miteinander verbindet. Der Ausstellungstitel »db« (Abk. für Dezibel) greift diese Symmetrie auf und verweist gleichzeitig auf die komplementäre Beziehung der beiden Ausstellungsräume zueinander. Der von Ikeda entworfene weiße Raum bildet das Pendant zum schwarzen Raum und umgekehrt, nicht nur in physikalischer Hinsicht (Helligkeit, Farbe), sondern auch in der konzeptionellen Anlage und im Modus der Wahrnehmung. Das Projekt versteht sich als Komposition, in der Zeit und Raum durch minimalsten Einsatz von Sound, Licht und visuellen Elementen geformt werden. Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland.

 

Ryoji Ikeda (geb. 1966, lebt in Paris) gehört seit Mitte der 1990er Jahre zu den international führenden Komponisten und Künstlern im Bereich neuester digitaler Technologien und deren integrierten Einsatz in visuellen und akustischen Präsentationen. Seine Arbeiten basieren auf Zeit-Raum-Kompositionen, in denen das musikalische und visuelle Material auf ein Minimum reduziert wird: Sinuswellen, Soundimpulse, Lichtpixel und Zahlendaten. Er untersucht Klang, Zeit und Raum auf der Grundlage von mathematischen Methoden und transformiert sie in seinen Konzerten und Installationen zu einem intensiven Erlebnis für das Publikum.

 

Die Ausstellung »db« von Ryoji Ikeda findet statt im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Musikwerke Bildender Künstler«, die seit 1999 von Freunde Guter Musik Berlin in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie und seit 2002 auch mit dem Festival MaerzMusik der Berliner Festspiele durchgeführt wird. In der Reihe wurden bereits musikalische Werke und Installationen präsentiert von: Hanne Darboven, Yves Klein, Hermann Nitsch, Rodney Graham, Stephen Prina, Lawrence Weiner / Peter Gordon, Christian Marclay, Käthe Kruse, Carsten Nicolai, Janet Cardiff & George Bures Miller, Cory Arcangel und Egill Sæbjörnsson & Marcia Moraes.

 

Kuratorinnen: Ingrid Buschmann, Gabriele Knapstein

 

Antragsteller/in Freunde Guter Musik Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 28. Januar - 9. April 2012 Eröffnung: 27. Januar 2012, 20 Uhr

Veranstaltungsort Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart - Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Eine Veranstaltung von Freunde Guter Musik Berlin e.V. und Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin In Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele /MaerzMusik 2012. Gefördert durch Schering Stiftung und Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten www.musikwerke-bil...kuenstler.dewww.hamburgerbahnhof.de

Ryoji Ikeda, data.tron, Audiovisuelle Installation, 2007 Foto: Ryuichi Maruo courtesy Yamaguchi Center for Arts and Media

Takehito Koganezawa – Luftlinien

Der 1974 in Tokio geborene Künstler Takehito Koganezawa nutzt einfachste Mittel, um den Begriff der Zeichnung zwischen Performance und Video neu zu definieren. Koganezawa setzt seinen Körper mit Video-Projektoren und Videokameras in Beziehung. Aus der Bewegung der drei Komponenten heraus entstehen ungewöhnliche optische Phänomene der Überlagerung und der Verdichtung zu komplexen Bildflüssen. In der Ausstellung „Luftlinien“ sind neben Zeichnungen vor allem abstrakte Videos sowie Performances zu sehen, die sich aus dem Gedanken der Zeichnung heraus entwickeln.

Antragsteller/in Haus am Waldsee e.V.

Veranstaltungstermin 2. März bis 20. Mai 2012

Veranstaltungsort Haus am Waldsee

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Japan Foundation Deutsche Telekom AG Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

Internetseiten www.hausamwaldsee.de

The World Is Not Fair - Die Große Weltausstellung 2012

Unter ironischer Bezugnahme auf die Tradition der „Expos“, die seit mehr als 160 Jahren weltweit an wechselnden Schauplätzen ausgerichtet werden, steht vom 1. bis 24. Juni ein Ausstellungsparcours

mit 15 Pavillons zur Erkundung bereit. Diese Pavillons verstehen sich nicht als Agenten der Markenbildung von Nationalstaaten, sondern als Orte eines höchst subjektiven Nachdenkens über die Welt mit den Mitteln der Kunst.

Über die Grenzen kultureller Disziplinen hinweg suchen Theatermacher, Performer, Bildende Künstler, Filmemacher und Architekten die Auseinandersetzung mit Ideen, Systemen, Phänomenen, über die noch die entlegensten Kulturen miteinander verbunden sind.

Schauplatz des Geschehens ist der ehemalige Flughafen Tempelhof. Mit seiner ungeheuren Ausdehnung und seiner wechselhaften Geschichte als ehemaliger Exerzierplatz, als Bühne früher Luftfahrtexperimente, als Stützpunkt für den Luftkrieg der Nazis und als historische Bühne der Luftbrücke zwischen Berlin und Westdeutschland ist das Gelände der ideale Ort für dieses Vorhaben.

In den letzten Jahren wurden leidenschaftliche Diskussion um die künftige Nutzung des Tempelhofer Feldes geführt. Mit seiner Entscheidung für diese Spielstätte lädt „The World Is Not Fair – Die Große Weltausstellung 2012“ auch zum Nachdenken über einen reflektierten Umgang mit öffentlichen Räumen und die

Zukunft dieser Stadt ein.

In einer Architektur, die an die havarierten Reaktorblöcke in Fukushima gemahnt, nähert sich der Regisseur Toshiki Okada (Yokohama) in einer Sprache reduzierter Gesten und knapper Worte der Abstraktheit

und der Unermesslichkeit katastrophischer Ereignisse (siehe Foto). Hans-Werner Kroesinger (Berlin), einer der führenden Vertreter des Dokumentartheaters, konzipiert in einem Antennengebäude eine belebte Klanginstallation. Sie beschäftigt sich mit der militärischen Nutzung und der Geschichte der Zwangsarbeit auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof.

Die Künstlerin Tracey Rose (Johannesburg) inszeniert mit Hilfe von Laiendarstellern eine Seifenoper. Als Bühnenbild dient ihr die überdimensionierte Nachbildung eines Schwarzweißfernsehers der Marke Blaupunkt, der ihrer Familie in Südafrika zu Zeiten der Apartheid einen Zugang zum Weltgeschehen eröffnete.

Der Filmemacher Harun Farocki (Berlin) erkundet die Rolle von Computeranimationen für prognostische Dienstleistungen. Es geht um die globalen Kreisläufe von Luft, Feuer und Wasser –und das Verlangen nach der Beherrschbarkeit einer Welt, in der sich zukünftige Ereignisse immer schwerer vorhersagen lassen.

Das Architektenkollektiv Umschichten (Stuttgart) baut aus vorgefundenen Materialien ein Festivalzentrum. Es soll den Ausstellungsbesuchern als Ort der Begegnung und des Austauschs dienen. Hier wird auch ein umfangreiches Begleitprogramm präsentiert.

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 1. Juni bis 24. Juni 2012 - Do/Fr 16-22 Uhr - Sa/So 14-22 Uhr

Veranstaltungsort Tempelhofer Park/ ehem. Flughafen Tempelhof

Förderbetrag 250.000 €

Kooperationen "The World Is Not Fair - Die Große Weltausstellung 2012" ist eine gemeinsame Produktion von Hebbel am Ufer und raumlaborberlin. Sie wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Schering Stiftung. Das Projekt entsteht in Kooperation mit Grün Berlin GmbH und IGA Berlin 2017.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Trans*_Homo: von lesbischen Trans*schwulen und anderen Normalitäten

Was bedeuten 'schwul' und 'lesbisch', wenn die Begriffe ‚Mann’ oder `Frau´ nicht mehr klar zuzuordnen sind?

Das Ausstellungsprojekt Trans*_Homo agiert an der Schnittstelle von Trans*identität und Homosexualität. Internationale künstlerische Arbeiten aus Trans*Perspektive treten in einen Dialog mit historischen Dokumenten und aktivistischem Material. Die Medien reichen von Video über Installation bis zum Comic. Das Begleitprogramm mit Filmen, Vorträgen, Performances, Workshops und Führungen lädt zu Auseinandersetzungen ein.

Trans*_Homo wirft Schlaglichter auf Trans* und seine Beziehungen und Konflikte mit schwulen und lesbischen Szenen, auf die Bereiche des Rechts und der Medizin bzw. Psychologie. Als Expert_innen kommen in diesem Fall nicht Wissenschaftler_innen zu Wort, die eine Außenperspektive auf Trans* einnehmen: Die Wissenschaften werden stattdessen zu Objekten der Reflexion. Das Ausstellungsprojekt untersucht Diskriminierung, strukturelle Gewalt und ihre historischen Hintergründe in der Gesetzgebung und in der Sexualwissenschaft. Eine Besonderheit der Ausstellung sind vier Projektpartnerschaften, in denen Künstler_innen und Wissenschaftler_innen bzw. Aktivist_innen gemeinsam neue Arbeiten entwickeln.

 

Antragsteller/in Schwules Museum

Veranstaltungstermin 17. August 2012 bis 19. November 2012

Veranstaltungsort Schwules Museum, Mehringdamm 61, 10961 Berlin

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen Magnus Hirschfeld Stiftung Kino Moviemento, Berlin

Internetseiten www. schwulesmuseum.dewww.transhomo.de

Funder/Lawyer, 2009 © Sandra Alland in Kollaboration mit Robert Softley and Nathan Gale