800 Jahre Berlin - Ein Hörspaziergang in die Zukunft

2012 feiert die Stadt Berlin ihr 775jähriges Bestehen. Solche Jubiläen sind meist Anlass zurückzublicken - "800 Jahre Berlin" aber richten den Blick nach vorn, in unsere nahe Zukunft, und feiern bereits das 800jährige Bestehen der Stadt. Ein ortsbezogenes Hörspiel im Stadtraum nimmt den Hörer mit ins Berlin des Jahres 2037.

 

Wie leben wir in 25 Jahren? Hat die postfossile Epoche dann bereits begonnen und haben sich nachhaltige Lebensweisen durchgesetzt? Wie sehen die alternativen Modelle der Mobilität und Energieerzeugung aus? Sind Urban Farming und Urban Woods Alltag geworden? Und wie wirken sich all diese Faktoren auf das Stadtbild und den Alltag in Berlin aus?

 

Das Kunstprojekt 800 Jahre Berlin löst Zukunftsvisionen aus dem rein wissenschaftlichen Kontext: Das Publikum ist ausgerüstet mit Mp3-Playern oder Smartphones und einem Routenplan. Die Orte der Gegenwart werden mit dem Hörspiel der Zukunft verknüpft, eine fiktive Geschichte legt sich über den realen Stadtraum und lässt die Zuschauer das Berlin des Jahres 2037 erleben.

 

Ab dem 25. August 2012 als App im Apple App Store sowie im Android Play Market und während der Festivitäten zu 775 Jahre Berlin im Infocenter an der Marienkirche auf portablen Geräten erhältlich.

 

 

Idee/Konzept/Regie/Produktion: Isabel Raabe und Franziska Sauerbrey, büro für kulturelle angelegenheiten

Aufnahme/Musikkomposition/Sounddesign: helix audiodesign, www.helix-audiodesign.com

Drehbuch: Britta Böger/Tobias Hülswitt

Programmierung App: Snippy, www.snippy-media.de

Grafik: Anna Härlin, www.annahaerlin.de

Antragsteller/in sauerbrey I raabe - büro für kulturelle angelegenheiten

Veranstaltungstermin ab 25. August bis 28. Oktober 2012 - als App verfügbar

Veranstaltungsort Schlossplatz Berlin

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen 775 Jahre Berlin/Kulturprojekte Berlin GmbH

Internetseiten www.800-jahre-berlin.dewww.sauerbrey-raabe.de

Bild: Birkel, Gestaltung: Anna Härlin

II. BERLINER MUSIK-FILM-MARATHON

 

INTRO

 

"Was bleibt von einem Film-Erlebnis? Die Stars, die Story oder eine eindrucksvolle Bildeinstellung? Vielleicht übt für viele doch die Musik die tiefste Wirkung aus."

 

Albrecht Dümling: Die richtige Konstellation in: Kino. Movie. Cinéma. 100 Jahre Film. 24 Bilder einer Ausstellung, Hg. Jacobsen/Prinzler/ Sudendorf, Berlin 1995

 

Der Dreiklang von Musikfilme sehen, über Musikfilme reden und die praktische Arbeit an der Musik (im Film) ist konstitutiv für dieses Projekt. In vertikal und horizontal strukturierten thematischen Blöcken sollen sich über einen Zeitraum von vierzehn Tagen die beeindruckende Leistung von Künstlern und Gruppierungen und die vielfältigen Auseinandersetzungen von Neuerern und audiovisuellen Forschungsreisenden auf dem Gebiet des Musikfilms spiegeln.

 

Im Begriff des Musikfilms – per se eine hybride Gattung – west mehr, als das Wort verrät. Filme, wie wir sie verstehen, wollen den Zuschauer weder überwältigen noch manipulieren. Sie sind authentisch, ehrlich, inkorrupt. Es sind darum Filme, die nicht altern. Und sie zeigen, dass es überall auf der Welt hochkarätige Künstlerinnen und Künstler gibt, RegisseurInnen, AutorInnen und KomponistInnen, die bemüht sind, musikalische Inhalte und Film kongenial miteinander zu verschmelzen, d.h. mitunter, sie zu kontrapunktieren.

 

Zonen des Umbruchs und der ästhetischen Erneuerung, wie sie in diesem Programm schlaglichtartig erhellt werden, die Formulierung neuer Ansätze, die Zusammenschau von Material, das aus ganz unterschiedlichen Etappen und Hemisphären stammt und so noch nicht in einen Kontext gebracht wurde, ist ein Erlebnis, zu dem dieser II. Berliner Musik-Film-Marathon beitragen möchte.

 

Anhand ausgewählter Spiel- und Dokumentarfilme, E-Filme (Experimentalfilme), Art brut-Filme, verkannter Filme (Films maudit), Outsider-Filme und Künstlerfilme soll ein exemplarischer Einblick in das Schaffen jener vermittelt werden, die mit ihren Arbeiten Maßstäbe gesetzt haben.

 

Einen umfangreichen Programmblock mit Arbeiten von und über den Elektronikpionier Oskar Sala haben Daniel Meiller, Oliver Rauch, Ingo Rudloff, Wolfgang Seidel und ich gemeinsam vorbereitet.

 

Unsere Gäste: Peter Badge (Fotograf und Buchautor), Frank Behnke (Filmemacher

 

und Musiker), Albrecht Dümling (Musikologe und Autor), Bettina Ehrhardt (Regisseurin und Drehbuchautorin), Rudi Flatow (Cinecontract), Fuzzy (Komponist und Elektronikpionier), Folkmar Hein (Ingenieur und vormals Leiter des Elektronischen Studios der TU Berlin), Frank Hentschel (Musikologe und Buchautor),Theo Janssen (Filmemacher),Andree Korphys (Medienkünstler), Markus Löffler(Medienkünstler), Henning Lohner (Regisseur und Komponist), Juliane Lorenz (Filmschaffende und Präsidentin der Fassbinder-Foundation), Daniel Meiller (Filmemacher und technischer Leiter der Abtl. Film Deutsche Kinemathek), Elfi Mikesch (tbc, Kamerafrau und Regisseurin), Heiner Mühlenbrock (Fotograf und Filmemacher), Hugo Niebeling (Regisseur, Drehbuchautor und Produzent), Oliver Rauch (Filmemacher und Dozent),

 

Ingo Rudloff (Filmemacher und Dozent), Ulrich Rützel (Musikproduzent und -verleger), Frank Scheffer (Musikfilmregisseur), Carsten Schmidt(Musikinstrumentenmuseum Berlin),Irmin Schmidt(Komponist und Produzent),Dieter Schnebel (Komponist Musikwissenschaftler und Theologe), Wolfgang Seidel (Musiker, Grafiker und Musikautor), Christian Braad Thomsen (Filmemacher, Produzent und Musikautor), Costis Zouliatis (Musikologe, Komponist und Filmemacher)

 

Für vielfältige Unterstützung danke ich dem Hauptstadtkulturfonds, unseren Sponsoren und Förderern sowie dem gesamten Team.

 

Helma Schleif / 2012

 

Antragsteller/in Helma Schleif

Veranstaltungstermin 10. bis 24. April 2012

Veranstaltungsort Kino im Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 75.000 €

Internetseiten www.musik-film-marathon.dewww.take-off-productions.de

Making of History, Film und Szenischer Kommentar

Film:

Kolutindo Sospater, Elisheva Auerbach, Hans-Jürgen Fischbeck, Manfred Fischbeck, Captain Richard Boardman, Aleni Kagashani, Kelvine Mashimba, Denice Florian, Fadhila Peter, Robin Arthur (Stimme)

Regie: Constanze Fischbeck, Daniel Kötter, Sound: Daniel Dorsch, Dramaturgie: Regine Dura, Produktionsleitung: Marc Pohl

 

Szenischer Kommentar:

Judica Albrecht, Abak Safaei-Rad, Armin Dallapiccola, Robin Arthur (Stimme)

Regie: Hans-Werner Kroesinger, Raum und Kostüme: Constanze Fischbeck, Sound: Daniel Dorsch, Dramaturgie: Regine Dura, Produktionsleitung: Marc Pohl

 

Was hat ein Schulinternat in Tansania mit der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen zu tun? Die biografische Erzählung um einen Zivilgefangenenaustausch im zweiten Weltkrieg verbindet zehn Menschen auf drei Kontinenten, die einander nie kennengelernt haben.

Die Protagonisten des Films suchen in Bildern der Originalschauplätze nach Bezügen zur eigenen Biographie, die sich nicht immer herstellen lassen.

Ein Bild kann umgedeutet werden. Das Gedächtnis hat Räume vermischt und umkonstruiert, die wiederholte Erzählung hat andere Zusammenhänge zementiert. Constanze Fischbeck und Daniel Kötter montieren im Film eine heterogene Erzählung die verschiedene Zeiten, kulturelle und historische Konstellationen über vier Kulturräume zueinander in Beziehung setzt.

Der szenische Kommentar von Hans-Werner Kroesinger beschäftigt sich mit den Konstruktionsprinzipien des „Making of History“, fragt nach den Geschichten und ihren Absichten, die in der Konstruktion verborgen bleiben. Er bezieht sich auf den Film und fragt: wer konstruiert was für wen?

Antragsteller/in Constanze Fischbeck

Veranstaltungstermin Do 11.10.2012 20.15 Sa 13.10.2012 20.15 So 14.10.2012 20.15 Do 18.10.2012 20.15 Fr 19.10.2012 20.15 Sa 20.10.2012 20.15 Publikumsgespräch am 13.10.2012 mit den Künstlern und Dr. Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen

Veranstaltungsort Maxim Gorki Theater (Studio), Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Rudolf-Augstein-Stiftung sowie der Landeszentrale für Politische Bildung.

Internetseiten www.gorki.de/spiel...-history/98/

ROUNDHOUSE REVERB

ROUNDHOUSE REVERB

Die Kafka-Fragmente von György Kurtág in einer filmischen Installation / Konzert mit Video am 10. April 2013 / Webseite

 

von Isabel Robson und Susanne Vincenz

 

Zwei Frauen reisen Richtung Osten, im Gepäck eine Geige und die Noten der Kafka-Fragmente des ungarischen Komponisten Kurtág. In einem verlassenen Rundlokschuppen entlang der Bahnlinie entdecken sie einen Resonanzraum, den die Kafka-Fragmente musikalisch eröffnen: Anklänge an die Geschichte einer Region, in sich die Spuren des 20. Jahrhunderts eingegraben haben und sich bis heute fortschreiben.

 

ROUNDHOUSE REVERB lädt die Besucher der Eric F. Ross Galerie im Jüdischen Museum Berlin dazu ein, sich innerhalb einer kreisförmigen Anordnung von Projektionsflächen frei zu bewegen und dabei die 1-stündige Komposition zu hören. Der Raum spiegelt die Form des Rundlokschuppens wider, ein Kuppelbau des 19. Jahrhunderts mit einer Drehscheibe, um Loks zu wenden und auf andere Gleise setzen zu können.

 

Die Filmaufnahmen begleiten die Sopranistin Caroline Melzer und die Violinistin Nurit Stark auf verschiedenen Stationen von Berlin nach Polen und weiter Richtung Russland, wo sich Spuren und Hinweise auf die Entstehungszeit der Komposition, aber auch auf die Gedankenwelt Franz Kafkas finden. Der Osten, den die beiden Protagonistinnen bereisen, löst sich ab von konkreten Orten und driftet ins Imaginäre: So werden sie im Verlauf der Reise zu Figuren, die mal aus dem realen Sozialismus und mal aus der konkreten Lebenswelt Franz Kafkas zu stammen scheinen. Die filmische Installation erforscht das absurde Potenzial der kafkaschen Textfragmente mit Musikclips und benutzt die Architektur der Rundlokschuppen als Drehscheibe durch die Zeit.

 

Die Kafka-Fragmente op. 24 für Sopran und Violine von 1987 gehören zu den bedeutendsten Werken zeitgenössischer Kammermusik: György Kurtág, 1926 geboren und in der jüdischen Tradition Budapests aufgewachsen, verwendet für die vierzig Fragmente, einige zum Teil kürzer als eine Minute, ausschließlich Zitate und Aphorismen von Franz Kafka, in denen das Motiv der Reise und des Weges auftaucht. Mit „Die Guten gehn im gleichen Schritt“ beginnt der Zyklus, eines der zentralen Fragmente trägt den Titel „Der wahre Weg“.

 

Am 10. April 2013 haben die Besucher die Möglichkeit, eine konzertante Aufführung mit Video der Kafka-Fragmente mit den beiden Interpretinnen Caroline Melzer und Nurit Stark in den Ausstellungsräumen des Jüdischen Museums Berlin live zu erleben.

 

ROUNDHOUSE REVERB wird erstmalig im Jüdischen Museum Berlin vom 15. März bis 26. April 2013 zu sehen sein. Die Ausstellungseröffnung findet am 14. März 2013 um 19 Uhr in der Eric F. Ross-Galerie statt.

 

Ab dem 2. Mai 2013 wird die filmische Installation im deSingel in Antwerpen gezeigt.

 

ROUNDHOUSE REVERB

Konzept und Realisation: Isabel Robson / Susanne Vincenz

 

Sopran: Caroline Melzer

Violine: Nurit Stark

Sounddesign: Daniel Dorsch, Antje Volkmann

Kostüme: Margret Nisch

Videoassistenz: Alejo Franzetti

Produktionsleitung: Dr. Nina Jozefowicz

 

Antragsteller/in Isabel Robson / Susanne Vincenz

Veranstaltungstermin 14. März bis 26. April 2013 Ausstellung im Jüdischen Museum, 10. April 2013 Konzert im Jüdischen Museum 2. Mai 2013 Konzert im deSingel Antwerpen

Veranstaltungsort Eric F. Ross Galerie im Jüdischen Museum Berlin

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen In Kooperation mit dem Jüdischen Museum Berlin und mit deSingel International Arts Campus Antwerpen. Das Konzert am 10. April 2013 im Jüdischen Museum Berlin wird von der Ernst von Siemens Musikstiftung unterstützt und von Deutschlandradio Kultur mitgeschnitten.

Internetseiten www.roundhouse-reverb.de