Beyond Re/Production: MOTHERING Dimensionen der sozialen Reproduktion im Neoliberalismus

Ausstellung – Vorträge, Diskussionen – Filmprogramm

Ein Projekt von Felicita Reuschling in Zusammenarbeit mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, dem Gunda-Werner-Institut und dem fsk-Kino. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds

 

Januar 2011: Die Berufstätigkeit von Müttern steht heutzutage auf der Werteskala der modernen Gesellschaft ganz oben. Aber wie bewerkstelligen Frauen den Balanceakt zwischen Berufstätigkeit und Familie? Wie gestaltet sich Mütterlichkeit in Strukturen zwischen Kind und Beruf, in denen sich die Rolle des Mannes kaum verändert hat? Die Ausstellung Beyond Re/Production: MOTHERING reflektiert zeitgenössische künstlerische und dokumentarische Ansichten zum Thema Mutterschaft und dem damit verbundenen Bild von Fürsorglichkeit. Die Wunsch- und Angstbilder, die mit der sozialen Figur der Mutter im gegenwärtigen biopolitischen Umbruchsprozess verknüpft sind, sollen sichtbar gemacht werden.

Gemeinsam mit dem umfangreichen Begleitprogramm versteht sich die Kunstausstellung als Bestandteil eines feministischen Diskussionsprozesses, der die Situation von berufstätigen Müttern und der (damit einhergehenden) Verbreitung von schlecht bezahlter Haus- und Pflegearbeit als symptomatischen Ausdruck der sozialen Reproduktion in neoliberalen Gesellschaften aufgreift, die wiederum ohne weibliche Arbeitsmigration nicht denkbar wäre.

Die Arbeiten der 19 Künstlerinnen und Gruppen aus zehn Ländern bewegen sich an den Grenzen zwischen Selbstbeobachtung, künstlerischer Forschung und politischer Praxis. So setzt sich Lenka Klodova in ihrer Fotografie „Life with a handicap“ mit der Gratwanderung der berufstätigen Mutter auseinander, die als Super-Mami trotz der täglichen Belastungen eine Meisterleistung in Sachen Flexibilität hinbekommen muss. Mary Sibande aus Südafrika greift die rassistischen und postkolonialen Aspekte von bezahlter Care Work auf, und der Quilt „Blurred Boundaries“ verweist auf die unscharfen Grenzen zwischen Arbeit und Privatheit, die typisch für Haus- und Pflegearbeit sind. Die Installation „Mammamil“ zeigt Muttermilch in Sunkist-förmigen Tetrapaks – eine Paradoxie, welche auf die bürgerliche Bewertung des Stillens als höchst private Fürsorge anspielt und provokativ umkehrt.

Das ergänzende Vermittlungsprogramm bietet den Besuchern weitergehende kulturelle, politische und fachspezifische Zugänge und Hintergründe zu „Mothering“ und „Care Work“, um eine interdisziplinäre und fortlaufende Beschäftigung mit dem Thema zu unterstützen. Die Vorträge thematisieren die Haus- und Pflegearbeiten, die in reicheren Ländern hauptsächlich von Frauen mit Migrationshintergrund und oft unter prekären Bedingungen ausgeführt werden. Die Filmreihe verknüpft diesen Aspekt mit dem der Adoption und der Kindesvernachlässigung und bietet mit „Ein Blick zurück“ ein Stück feministische Filmgeschichte.

 

Antragsteller/in Felicitas Reuschling

Veranstaltungstermin 26. Februar bis 25. April 2011 Eröffnung: Freitag, den 25. Februar, ab 19 Uhr

Veranstaltungsort Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Vorträge – Beyond Re/Production: Care Work - Die Vortragsreihe ist eine Kooperation des Kunstraums Kreuzberg/Bethanien mit dem Gunda-Werner-Institut. - teils in Englisch mit konsekutiven Übersetzungen und anschließenden Diskussionen Care Ökonomie zwischen Weltmarkt und Privathaushalt Juliane Karakayali (Berlin), Christa Wichterich (Bonn) Mittwoch, 2. März 2011. 19:00–21:00 Uhr Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin Hat Versorgungsarbeit (k)ein Geschlecht? Silvia Federici (New York) Mittwoch, 16. März 2011, 19:00–21:30 Uhr Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin Vom Lohn für Hausarbeit zur Hausangestellten Marina Vishmidt (London) Mittwoch, 30. März 2011, 19:00–21:30 Uhr Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin Prekäre Arbeitsverhältnisse migrantischer Care Work Rechte und Selbst-Organisierung von Haus- und Pflegearbeiter/innen Helen Schwenken (Kassel), Muchtar Cheik-Dib (Berlin), Bárbara Miranda (Berlin) Donnerstag, 7. April 2011, 19:00–21:30 Uhr Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin Care Revolution Zur Notwendigkeit der Umwertung gesellschaftlicher Reproduktionsarbeit Gabriele Winker (Hamburg) Mittwoch, 13. April 2011, 19:00–21:30 Uhr Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin Re/Produktion von Mütterlichkeit Sarah Speck (Berlin) Mittwoch, 20. April 2011, 19:30–21:30 Ort: Studio 1, Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin Weitere Informationen zu den Vorträgen, Referentinnen und mehr zum Thema Care Work: www.gunda-werner-institut.de

Internetseiten www.kunstraumkreuzberg.de

Kate Kretz, Copyright: Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Verena Jaekel, Copyright: Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Elzbieta Jablonska, Copyright: Kunstraum Kreuzberg/Bethanien

Frische Tinte - Reckless ... und was davor geschah

„Frische Tinte - Reckless ... und was davor geschah“ ist eine Erlebnis-Ausstellung für Kinder ab 4 Jahren. Die Ausstellung „zum Anfassen“ taucht ein in die eindrucksvollen Sprach- und Bilderwelten der erfolgreichen Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke. Mit ihren spannenden und brillanten Geschichten öffnete die Autorin Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen neue Türen zur Welt des Lesens und der Fantasie. So verweist „Frische Tinte“ auch auf die herausragende Bedeutung der Kulturtechnik des Lesens. Lesekompetenz gewinnt in der visuell geprägten Welt des 21. Jahrhunderts zunehmend an Bedeutung und wird zum entscheidenen Schlüssel, der Zugang zu Wissen ermöglicht und die individuelle Entwicklung sowie kulturelle Bildung von Kindern prägt.

 

In „Frische Tinte“ treffen die Kinder auf viele bekannte Figuren und Geschichten, die in den Spielstationen sinnlich begreifbar und „lebendig“ werden. Mit einer eigenen, künstlerisch-ästhetischen Bildsprache werden Mädchen und Jungen angeregt, ihre Fantasiewelt mit den Funke-Geschichten zu verknüpfen. Neben „Drachenreiter“ und „Herr der Diebe“ wird auch Cornelia Funkes neuer, mit Spannung erwarteter Roman „Reckless“ Teil der Ausstellung werden.

Antragsteller/in Labyrinth Kindermuseum Berlin

Veranstaltungstermin 19. Dezember 2010 bis 5. August 2012

Veranstaltungsort Labyrinth Kindermuseum Berlin

Förderbetrag 110.000 €

Kooperationen Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Department Design - Cecilie Dressler Verlag - internationales literaturfestival berlin u.a.

Internetseiten www.labyrinth-kindermuseum.de

Design: xplicit.de

Gute Geschäfte. Kunsthandel in Berlin 1933-1945

Mehr als fünfundsechzig Jahre nach dem Ende der NS-Herrschaft ist eine Darstellung des Kunsthandels in Berlin in dieser Zeit noch immer ein Desiderat der Forschung. In der »Reichshauptstadt« Berlin, in den 1920er Jahren eine der Metropolen des internationalen Kunsthandels, wurden die Maßnahmen der nationalsozialistischen Kunst- und Kunsthandelspolitik ab 1933 unmittelbar wirksam.

Die Ausstellung, die das Aktive Museum in den historischen Räumen der Neuen Synagoge zeigt, beleuchtet beispielhaft anhand der Geschichte von vierzehn Berliner Kunsthandlungen und Auktionshäusern, wie die NS-Kulturpolitik auf eine bis dahin weitgehend unabhängige Branche Einfluss nahm. Neben einigen prominenten Häusern werden auch kleine, bisher weitgehend unbekannte Galerien und Händler dokumentiert.

Viele Berliner Kunsthändler wurden Opfer der antisemitischen Verfolgung. Sie mussten ihr Geschäft aufgeben, und nicht allen gelang es, rechtzeitig zu emigrieren. Andere waren als Profiteure bei der Liquidation der Geschäfte ihrer verfemten Kollegen oder als Hehler beschlagnahmter und geraubter Kunst aktiv beteiligt. Hinzu kam ab 1937 der Handel mit den in deutschen Museen als »entartet« beschlagnahmten Werken der Moderne. Der freihändige Verkauf gegen Devisen ins Ausland verlief hauptsächlich über vier Kunsthändler. Drei von ihnen waren in Berlin tätig.

Zwischen 1933 und 1945 fand auf dem Berliner Kunstmarkt ein Verdrängungsprozess statt: während zahlreiche Kunsthandlungen schließen mussten, wuchs die Bedeutung von Auktionshäusern, die private Kunstsammlungen oder ganze Wohnungseinrichtungen von meist jüdischen Berlinern versteigerten. Bis zuletzt profitierte der Berliner Kunsthandel darüber hinaus vom Handel mit Beutekunst aus den im Krieg eroberten Gebieten.

Auch die Debatte um die Restitution verfolgungsbedingt entzogener Kunstwerke steht noch immer am Anfang. Erst seit einigen Jahren werden die Bestände der großen Berliner Museen und Sammlungen nach »Raubkunst« durchleuchtet. Nur wenige Bilder wurden seither den Nachfahren ihrer früheren Besitzer zurück gegeben. Den Blick

der Öffentlichkeit auch hierauf zu lenken, ist ein Anliegen dieser Ausstellung, die von einer Arbeitsgruppe des Aktiven Museums erarbeitet wurde, das seit vielen Jahren vernachlässigte Aspekte der Geschichte Berlins im Nationalsozialismus erforscht.

 

Ausstellung vom 10. Arpil bis 31 Juli 2011 in der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Antragsteller/in Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 5. Dezember 2012 bis 30. Juni 2013 Sonntag - Mittwoch, 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 - 20 Uhr 30. März bis 20. Mai 2012 - Dienstag bis Sonntag, 10 bis 19 Uhr - Haus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6-7, 10823 erlin 20. Oktober 2011 bis 27. Januar 2012 Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 17 Uhr im Landesarchiv Berlin, Eichborndamm 115 - 121, 13403 Berlin 10. April bis 31. Juli 2011 in der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum

Veranstaltungsort Mitte Museum, Pankstraße 47, 13357 BerlinHaus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6 - 7, 10823 Berlin

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum Landesarchiv Berlin

Internetseiten www.aktives-museum.de

Herta Müller. Der kalte Schmuck des Lebens

»Der Bogen von einem Kind, das Kühe hütet im Tal, bis hierher ins Stadthaus von Stockholm ist bizarr. Ich stehe, wie so oft, auch hier neben mir selbst.«

 

Mit diesen Worten begann Herta Müller am 10. Dezember 2009 ihre Tischrede beim Nobelpreis-Bankett. Zum ersten Mal wird der rumäniendeutschen Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller eine Ausstellung gewidmet. Gezeigt werden bisher unveröffentlichte Dokumente und Fotografien aus dem Familienbesitz Herta Müllers, in Filmausschnitten sieht man u.a. das historische und das heutige Banat; Weggefährten wie die Autoren der »Aktionsgruppe Banat« kommen zu Wort. Auszüge aus Securitate-Akten berichten von einem rigorosen und menschenfeindlichen politischen System. Originalmanuskripte, ein Arbeitsbuch zu »Atemschaukel« und andere literarische Zeugnisse sind zu sehen. Herta Müllers Collagen, die seit Ende der 80er Jahre entstanden sind, werden im Original präsentiert. Die Ausstellung folgt den Spuren der Autorin: angefangen bei ihrer Kindheit im schwäbischen Banat bis hin zur Verleihung des Literaturnobelpreises in Stockholm im Winter 2009.

Ein aus vielen Originaltonbeiträgen Herta Müllers mit älteren und aktuellen Gesprächen, mit Lesungen und Kommentaren zusammengestellter Audioguide begleitet die einzelnen Ausstellungsstationen.

 

Antragsteller/in Literaturhaus Berlin

Veranstaltungstermin 17. September bis 21. November 2010 Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr, Sa, So, Feiertag 11–19 Uhr / Do 11–21 Uhr

Veranstaltungsort Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Akademie der Künste

Internetseiten www.literaturhaus-berlin.de

Pressestimmen

Die Aktionsgruppe Banat hält sich über Wasser Gründungstreffen, Juli 1972. Von links: William Totok, Werner Kremm, Richard Wagner, Johann Lippet, Rolf Bossert, Anton Sterbling. Unter Wasser: Gerhard Ortinau, Ernest Wichner. © Archiv Richard Wagner

Herta Müller und Richard Wagner, März 1987 Durchgangslager Nürnberg © Archiv Richard Wagner, Foto: Matthias Müller-Wieferig

ID - Contemporary Art Indonesia

ID - Contemporary Art Indonesia ist eine Ausstellung mit 11 internationalen Positionen. Der Leitfaden ist das vielfältig denkbare Buchstabenpaar iD, mit seinen verschiedenen Interpretationsebenen. Thematische Schwerpunkte hierbei sind nationale, individuelle und kollektive Identitäten sowie deren Entgrenzungen. Im Spannungsfeld dieser Topoi stehen viele Diskurse, die den Wandel und die Funktionsweise unserer Welt reflektieren. iD steht als Kürzel für Identität und Indonesien.

 

KünstlerInnen: Sally Moira Busse, Setu Legi, Yudi Noor, Sara Nuytemans & Arya Pandjalu, Rebecca Raue, Nadin Reschke, Prilla Tania, Rizki Resa Utama, Jorinde Voigt, Forum Lenteng [Kollektiv]: Otty Widasari/Andang Kelana, Ruang MES 56 [Kollektiv]: Anang Saptoto

 

In Residence: Setu Legi, Sara Nuytemans & Arya Pandjalu, Prilla Tania, Rizki Resa Utama, Otty Widasari, Andang Kelana, Anang Saptoto

Antragsteller/in Nya Luong / J.C. Lanca

Veranstaltungstermin 11. Dezember 2010 - 13. Februar 2011 Eröffnung: Kunstraum Kreuzberg/Bethanien Freitag, den 10. Dezember, ab 19 Uhr

Veranstaltungsort Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, FSK Kreuzberg

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen Kunstraum Kreuzberg/Bethanien Kino FSK Kreuzberg IAAW - Humboldt Universitaet zu Berlin Robert Koch Oberschule Berlin

Internetseiten www.id-berlin.orgwww.kunstraumkreuzberg.de

Nan Goldin - Berlin Work. Fotografien 1984-2009

Nan Goldins Fotografien sind Bilder ihres Lebens. Sie zeigen in unerschöpflicher Fülle und Farbigkeit die „Familie“ Goldins – ihre Freunde, Bekannten, Liebhaber. Seit sie mit 14 Jahren ihr Elternhaus verließ, lebte sie mit einer Subkulturszene von Drag Queens, Homosexuellen und zuerst in Boston und ab 1978 in New Yorks Lower East Side. 1991 kam sie durch ein DAAD-Stipendium für ein Jahr nach Berlin und blieb dort mit kurzen Unterbrechungen bis 1994. Seither ist sie immer wieder in die Stadt zurückgekehrt.

 

Die Ausstellung „Nan Goldin. Berlin Work“ umfasst 80 Werke, von denen einen Vielzahl noch nie gezeigt wurde. Die Auswahl hat die Künstlerin selbst vorgenommen und dafür monatelang ihr Archiv durchgearbeitet. Neben den Einzelarbeiten werden auch 2 so genannte „grids“ zu sehen sein. Bei diesen handelt es um von Nan Goldin zusammengestellte Bildkompositionen, deren Einzelbilder auch als autonome Werke funktionieren.

 

Antragsteller/in Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Veranstaltungstermin 20. November 2010 bis 28. März 2011 Eröffnung: 19. November 2010

Veranstaltungsort Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Förderbetrag 100.000 €

Internetseiten www.berlinischegalerie.de

Pressestimmen

Pierre Soulages

Pierre Soulages ist einer der weltweit bedeutendsten abstrakten Maler der letzten Jahrzehnte. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde er mit einer Retrospektive im Centre Pompidou in Paris geehrt. Ab 2. Oktober 2010 zeigt der Martin-Gropius-Bau Berlin diese Ausstellung in veränderter Form.

Drei Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, 1948, beteiligte er sich an der damals wegbereitenden Ausstellung „Französische abstrakte Malerei“, die auch in Berlin zu sehen war. Er war der jüngste einer Gruppe von Meistern der abstrakten Kunst: Kupka, Doméla, Herbin. Über 70 Bilder aus allen Schaffensperioden, von den Arbeiten mit Nussbeize (1947 bis 1949) bis zu den radikal schwarzen bis zu drei Me-ter hohen Gemälden der letzten Jahre werden gezeigt. Viele werden erstmals in Deutschland ausgestellt. Sie verdeutlichen die Dynamik einer künstlerischen Ent-wicklung im Werk dieses berühmten zeitgenössischen französischen Künstlers.

 

Pierre Soulages, geboren am 24.12.1919 in Rodez, einem kleinen Ort nördlich zwi-schen Toulouse und Montpellier gelegen, verweigerte sich der Ausbildung auf der „Ecole nationale superieure des beaux arts“ in Paris. Er konnte mit der für ihn rück-wärtsgewandten Kunstvermittlung nichts anfangen. Im Jahre 1939 widmete er sich daher in Paris statt seinem ursprünglich vorgesehenen Studium vor allem Ausstel-lungsbesuchen, in welchen er die Werke von Picasso und Cézanne kennenlernte. Doch schon im selben Jahr verließ er Paris und ging in den Süden nach Montpellier, um dort die „Ecole-des-beaux-arts“ zu besuchen. Er lernte in jener Zeit Sonia Delau-nay kennen, die ihm Kataloge zeigte, in denen die damaligen Machthaber die ihrer Meinung nach „entartete Kunst“ zeigten. Das stellte für Soulages die Legimitation dar, selbst abstrakt zu arbeiten. Nach dem Krieg zog er nach Paris, stellte im Salon der Surindépendants aus und hatte mit seinen Werken Erfolg. Die Bekanntschaft mit Francis Picabia und Hans Hartung im Jahr 1947, sowie die Bekanntschaft mit der amerikanischen Szene und ihren Vertretern wie Marc Rothko, Robert Motherwell und Wilhelm de Kooning zeigen, wie sehr sich das Interesse an seiner Kunst internatio-nalisierte. Durch seine Teilnahme an der documenta I, II und III erreichte er in Künst-ler- und Fachkreisen Anerkennung. Sein eigenwilliger Stil, der durch seine fast aus-schließliche Beschränkung auf die Farbe Schwarz gekennzeichnet ist, lässt sein Werk im Kunstbetrieb singulär stehen. Der Amerikaner Robert Motherwell kam übri-gens wie Soulages in einigen Werken auf ähnliche Ergebnisse. Nur Soulages jedoch hatte die Konsequenz, seine Arbeiten durch Jahrzehnte der Farbe Schwarz und letzt-lich dem Licht zu widmen.

 

Sein „Outrenoir“, eine Bezeichnung, die Soulages sich für die Verwendung von Schwarz in seinem Werk ausdachte, schluckt das Licht ganz besonders in den Pa-pierarbeiten und erzielt eine besondere Tiefenwirkung. „Outrenoir“, was übersetzt soviel bedeutet wie „das Schwarz von der anderen Seite“, oder auch das „jenseitige Schwarz“, verschließt nicht, sondern zieht den Betrachter in die Tiefe, verleitet zum genauen und nahen Betrachten der Arbeiten und fesselt den Blick.

 

Pierre Soulages ist – wie zahlreiche Maler – vom Phänomen des Lichts fasziniert. Er sucht akribisch nach Möglichkeiten, Licht in der Farbe Schwarz arbeiten zu lassen. Arbeiten, in denen sich zu Schwarz auch eine zweite Farbe wie Blau oder Rot ge-sellt, bleiben in seinem Werk Ausnahmeerscheinungen.

 

Die eigene Handschrift, verdeutlicht in breiten, kräftigen Linien und teilweise kalligra-phisch anmutenden Passagen, ist ein wichtiges Gestaltungsprinzip in seinen Arbei-ten. „Ich fand kleine Pinsel nur für das exakte Arbeiten, so wie es im 19. Jahrhundert und davor in der Kunst notwendig wichtig war– auch Picasso selbst hat noch in sei-nen frühen Werken mit zarten Pinseln gearbeitet. Für mich kam das aber überhaupt nicht infrage. Ich wollte etwas gänzlich anderes probieren und so ging ich in Paris in ein Farbengeschäft und kaufte mir breite Pinsel wie zum Ausmalen von Räumen, Walzen und große Bürsten.“ In Kombination mit einer dunklen Nussbeize, der soge-nannten „brou de noix“ schuf er seine ersten Meisterwerke, von welchen eines be-reits 1948 vom Museum of Modern Art in New York angekauft wurde.

 

Seine Gemälde befinden sich in den Sammlungen von über 100 Museen weltweit: so im Solomon R. Guggenheim Museum, New York, Australian National Gallery, Canberra, Eremitage, St. Petersburg, Museum Sammlung Essl, Klosterneuburg,

Musée national d’Art moderne, Paris, Staatsgalerie Stuttgart, Instituto Valenciano de Arte Moderno, Valencia, Museum of Modern Art, Toyama, Tate Gallery, London,

Museum of Fine Arts, Houston, Musée d’Art contemporain, Montréal, um nur einige, wenige zu nennen.

 

Soulages erhielt vielfache Auszeichnungen, darunter den Gran Prix des Arts der Stadt Paris, den Rembrandt-Preis der Stadt Hamburg sowie in Japan den Praemium Imperiale.

Die Stadt Rodez widmet Pierre Soulages ein eigenes Museum. Es soll 2012 eröffnet werden.

 

Eintritt:

10 € / ermäßigt 8 €

Gruppen (ab 10 Personen) p.P. 8 €

Schüler- und Studentengruppen (über 16 Jahre, ab 5 Personen) p.P. 5 €

Eintritt frei bis 16 Jahre

 

Führungen:

Öffentliche Führungen

Sonntags 14 Uhr

p.P. 3 € zzgl. Eintritt p.P. 8 €

Führungen sind auch individuell und nach Vereinbarung buchbar (siehe Anmeldung für Führungen)

 

Antragsteller/in Berliner Festspiele - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 2. Oktober 2010 bis 17. Januar 2011

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen veranstalter: Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Centre Pompidou, Musée national d'art moderne / Centre de création industrielle, Paris. Präsident des Centre Pompidou: Alain Seban, Generaldi-rektorin: Agnès Saal, Direktor: Alfred Pacquement Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin. Unterstützt durch CULTU-RESFRANCE und die Botschaft der Republik Frankreich in Berlin. Unter der Schirmherrschaft S.E. Bernard de Montferrand, Botschafter der Republik Frankreich in Deutschland und Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin und Bevollmächtigter der Bundesrepublik Deutschland für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit. Medienpartner: Der Tagesspiegel, rbb kulturradio, Exberliner, Le Monde Diplomatique, Berlin Poche Kooperationspartner: Wall AG

Internetseiten www.gropiusbau.de

Pressestimmen

Ausschnitt_Soulages

Proto Anime Cut – Räume und Visionen im japanischen Animationsfilm

Die Ausstellung Proto Anime Cut präsentiert Originalzeichnungen der wichtigsten Regisseure und Illustratoren von japanischen Animationsfilmen.

 

Die aktionsgeladenen Heldengeschichten und die visionäre Science-Fiction des japanischen Anime spielen in eindrucksvoll und detailliert konstruierten Welten. Ein Blick auf den Gestaltungsprozess zeigt die Filmemacher als architektonische Träumer, die virtuos an den Grenzen von Glaubwürdigkeit, Fiktion und Utopie operieren. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Entwicklung dieser Handlungsräume und erzählerischen Szenarien. Zahlreiche Hintergrundmalereien, Storyboards, Skizzen, Inspirationsquellen und Filmausschnitte geben Einblick in die Arbeitsweise der erfolgreichsten Animationskünstler der letzten zwei Jahrzehnte. Proto Anime Cut präsentiert sie zum ersten Mal in Europa.

 

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Hideaki Anno (Regisseur, Neon Genesis Evangelion), Koji Morimoto (Regisseur, Dimension Bomb), Hiromasa Ogura (Art Director), Mamoru Oshii (Regisseur, Patlabor, Ghost in the Shell, Innocence) und Takashi Watabe (Layout).

 

Die vorgestellten Künstler sind Schlüsselfiguren in der Entwicklung von Anime. Durch ihre enge Zusammenarbeit in verschiedenen Produktionsstudios in Tokio haben sie einer Vielzahl von Filmen ihre persönliche Handschrift verliehen und den für Anime prototypischen Stil entwickelt.

Antragsteller/in Les Jardins des Pilotes e.V.

Veranstaltungstermin 21. Januar – 6. März 2011 Eröffnung: 20. Januar 2011, 19 Uhr

Veranstaltungsort Künstlerhaus Bethanien, Berlin

Förderbetrag 140.000 €

Kooperationen Ein Projekt von Les Jardins des Pilotes (Berlin) in Kooperation mit 2dk (Tokio) Koproduziert von Obra Social CajaMadrid (Madrid) Gefördert von Hauptstadtkulturfonds und Japan Foundation Mit freundlicher Unterstützung des Künstlerhauses Bethanien

Internetseiten www.jardinsdespilotes.org

Teotihuacan. Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt

Der Martin-Gropius-Bau präsentiert vom 1. Juli bis 10. Oktober die Ausstellung „Teotihuacan – Mexikos geheimnisvolle Pyramidenstadt“. Mehr als 450 herausragende Objekte, die erstmals in Europa einen umfassenden Einblick in Kunst, Alltag und Religion dieser rätselhaften Kultur geben, werden zu sehen sein. Unter anderem monumentale Architekturelemente, filigrane Gefäße und Figuren, kostbare Steinarbeiten, Masken, Götterstatuen und Tierdarstellungen sowie Beispiele symbolreicher Wandmalereien, die ihre leuchtenden Farben seit ihrer Entstehung von ca. 2000 Jahren bewahrt haben.

Antragsteller/in Berliner Festspiele - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 1.Juli bis 10. Oktober 2010

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 200.000 €

Kooperationen Berliner Festspiele. Eine Ausstellung des Consejo Nacional para la Cultura y las Artes (CONACULTA) und dem Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH), México D.F. Mit Unter-stützung der Fundación Televisa A.C. In Zusammenarbeit mit dem Musée du Quai Branly, Paris, dem Museum Rietberg, Zürich und dem Martin-Gropius-Bau, Berlin. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. Unterstützt von der Botschaft von Mexiko in Berlin.

Internetseiten www.gropiusbau.de

Pressestimmen

Maske aus Malinaltepec Guerrero, Malinaltepec Teotihuacan – Westmexiko Mittlere Klassik (300-550 n. Chr.), Stein mit Einlegearbeiten aus Türkis, Amazonit, Obsidian und Muschel; Kette aus 55 Perlen und einem Anhänger, 21,6 x 20,7 x 7,9 cm © Consejo Nacional para la Cultura y las Artes-Instituto Nacional de Antropología e Historia, Mexico Foto: Martirene Alcántara, assistant Olivier Dekeyser

Anthropomorphe Maske Teotihuacan, Klassische Periode (150-650 n. Chr.) Ton, Stuck und Farbe, 17,5 x 24,4 x 7,1 cm © Consejo Nacional para la Cultura y las Artes-Instituto Nacional de Antropología e Historia, Mexico Foto: Martirene Alcántara, assistant Olivier Dekeyser

Die Sonnenpyramide vom Platz der Mondpyramide aus gesehen, das heißt von Nordnordwesten © Consejo Nacional para la Cultura y las Artes-Instituto Nacional de Antropología e Historia, Mexico Foto: Martirene Alcántara, assistant Olivier Dekeyser

The Complete METROPOLIS

Die Ausstellung erzählt die Geschichte der künstlerischen Vision und der gigantischen Produktion von METROPOLIS (D 1927, Fritz Lang). Der deutsche Stummfilm gilt als Mutterschiff des Science-Fiction-Genres und beeinflusste eine ganze Generation von Filmemachern. The Complete METROPOLIS präsentiert entlang zentraler Schauplätze des Films vielfältige Quellen und Originalobjekte. Ein Teil der Ausstellung veranschaulicht den aktuellen Restaurierungsprozess, denn erst im Jahr 2008 wurde die verloren gegangene Urauffführungsfassung in Buenos Aires wiederentdeckt.

Antragsteller/in Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen

Veranstaltungstermin 21. Januar bis 25. April 2010

Veranstaltungsort Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Friedrich-Wilhelm-Murnaustiftung La Cinemathéquè francaise Transit Film Theaterkunst Kostümausstattung

Internetseiten osiris22.pi-consul...500008570724

Hauptmotiv der Ausstellung „The Complete Metropolis“ Maschinen-Maria (Brigitte Helm), Quelle: Cinémathèque française - Iconothèque

Schauplatz: Oberstadt. Bau des Stadtmodells, METROPOLIS, R: Fritz Lang, Deutschland 1927, Quelle: Deutsche Kinemathek – Fotosammlung

Schauplatz: Rotwangs Haus. Kostüm der Maschinen-Maria, Entwurf: Aenne Willkomm, METROPOLIS, R: Fritz Lang, Deutschland 1927, Quelle: Deutsche Kinemathek – Sammlung Aenne Willkomm

Unerkannt durch Freundesland - Illegale Reisen durch das Sowjetreich

Von der ruhmreichen Sowjetunion war allerorten die Rede, aber besuchen durften selbst DDR-Bürger jenes Mutterland des Kommunismus nur, wer sich einer Intourist-Reisegruppe anschloss, oder eine Einladung vorweisen konnte. Auf eigene Faust zu reisen, war schlichtweg verboten. Es gab jedoch ein bürokratisches Schlupfloch: Man benötigte dazu ein Transitvisum, das einen für 48 Stunden berechtigte, einzureisen, auch wenn damit keinerlei Genehmigung verbunden war, sich dort auch aufzuhalten. Eine Vielzahl abenteuerlustiger Menschen wagten trotz des Verbotes und der daraus folgenden Konsequenzen diesen Schritt. Wer sich so jenseits er offiziellen Touristenpfade durch die Sowjetunion bewegte, erlebte ein zerrissenes, marodes und mitunter absurdes Land, das zwar in der Lage war, einen Sputnik ins All zu schießen, aber bei den einfachsten Alltäglichkeiten scheiterte.

In der Ausstellung werden bislang unveröffentlichte Fotoserien, Dokumente und Schmalfilme aus den 70er und 80er Jahren präsentiert, die von der Faszination erzählen, die dieses Land mit all seinen Widersprüchen zwischen Mythos und zerfall ausstrahlte.

Antragsteller/in Cornelia Klauß/Karl Karau

Veranstaltungstermin 18. Juni - 24. September 2010 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag und Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr. An Feiertagen ist geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort Museum Lichtenberg im Stadthaus, Türrschmidtstraße 24, 10317 Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Museum Lichtenberg, Robert-Havemann-Gesellschaft e.V., Zeughauskino

Internetseiten www.havemann-gesellschaft.de

(c) Frank Hawemann

(c) Jan Oelker

Wiederkehr der Landschaft

Vorlaufkosten im Jahr 2009 für die Ausstellung in 2010.

Antragsteller/in Akademie der Künste

Veranstaltungstermin 13. März bis 30. Mai 2010

Veranstaltungsort AdK, Hanseatenweg

Förderbetrag 100.000 € (2010) 40.000 € (2009)