(IM)POTENCIA

(IM)POTENCIA als dokumentarische Performance an der Schnittstelle von Installation, Theater und visueller Kunst widmet sich dem Identitätsverlust der Bevölkerung von Buenos Aires (Argentinien) nach dem ökonomischen Totalzusammenbruch im Jahr 2001. Quasi über Nacht verloren damals tausende Menschen ungeschützt Ersparnisse, Perspektive und Selbstbild als der Argentinische Staat seinen Bankrott erklärte. Wie kein anderer Ort repräsentiert Buenos Aires heute die Fragilität individueller Lebenspläne und ihre Abhängigkeit von den Kategorien globaler ökonomischer Systeme. Das Leben in der Stadt wirft Fragen auf, die den Westeuropäischen Umgang mit der Angst vor dem Verlust materieller und ideeller Sicherheiten spiegeln: Was wird mit dem Menschen in der ökonomischen Krise? Wenn zur Gewissheit wird, dass man sich auf gar nichts verlassen kann, woran glaubt der Mensch dann? Und kann die bewusste Akzeptanz wirtschaftlicher Instabilität öffnen für ein mutigeres Leben, das die Möglichkeit der Krise jenseits von Angst und Selbstmitleid integriert? Buenos Aires und seine Bewohner liefern eigenwillige und inspirierende Antworten, die zum Nachdenken anregen. (IM)POTENCIA beschreibt dokumentarisch-subjektiv das Alltagsleben in der Stadt auf der Basis von Interviews, Tönen, Videobildern und Objet Trouvés. Im Zentrum des Stückes stehen die Lebenswelten der Argentinischen Mittelschicht, die zu den Hauptleidtragenden der Krise gehörte. Die Inszenierung des Materials erfolgt mit den in Berlin lebenden Argentinischen Performerinnen Tamara Saphir und Juliana Piquero. Beide erlebten den Zusammenbruch persönlich. Ihre Eltern gehören zu den Interviewten.

Antragsteller/in VOLUMEN EXPRESS and friends/ Anett Vietzke

Veranstaltungstermin 24., 25., 27., 28., 29., 30. April 2010

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Sophiensaele (Berlin) Black Box Teater (Oslo) und MARSTRAND FESTIVAL VOL II Hauptstadtkulturfond (Berlin) Fond Fritt Ord (Oslo) Norsk Kulturråd (Oslo) Norsk Kulturråd Scenetekst (Oslo) Goethe Institut München Goethe Institut Oslo

Internetseiten www.volumenexpress.com

Foto: Anett Vietzke

Der Sumpf. Europa Stunde Null

Am 21. Juli 1990 führte Roger Waters The Wall noch einmal in Berlin auf, auf dem Potsdamer Platz, wo früher die „echte Mauer“ stand. Für viele Pink Floyd Fans war das größte Konzert aller Zeiten eine grobe Enttäuschung, schale Gefühle schlechter Sound, nichts zu Trinken. Wir lieben was wir verabscheuen und verabscheuen was wir lieben. Roger Waters, der Architekt, brachte seine Styropor-Mauer zu Fall, in einem Festakt, an den sich heute kaum noch jemand erinnern kann. Wo standen wir eigentlich im Sommer 1990? Auf einem Brachland ohne Ideologie und ohne Philosophie? Oder am Beginn einer neuen Weltordnung mit neuen Feindbildern und neuen Kriegen?

Der Sumpf. Europa Stunde Null ist ein Projekt über Pink Floyd und über die Wende von 1990. Eine Zeitreise über Erinnerung, melancholische Ebenen, psychedelisch kläffende Hunde und über eine riesige, gewaltige Verschwörung.

 

Für dieses Projekt gründeten die Autorin Claudia Basrawi, der Musiker Ted Gaier & der Regisseur Samuel Schwarz die Spin-Off Gruppe 400asa Sektion Nord.

 

Konzept/Text: Claudia Basrawi, Paolo Fusi, Ted Gaier, Samuel Schwarz

Regie: Samuel Schwarz

Musik: Paolo Fusi, Ted Gaier, Gina D´Orio,

Bühne/Kostüme: Cristina Nyffeler

Licht: Philipp Stengele

Produktionsleitung: Anna Bergel

Produktionsleitung Zürich: Michael Röhrenbach

Logistik: Peter Weiss

Korrepetition: Martin Gantenbein

Asistenz Regie: Deborah Neininger

Assistenz Bühne/Kostüme: Dorothee Bach, Andrea Urbutt

Assistenz Produktion: Maximilian Fischer

 

Mit: Claudia Basrawi, Paolo Fusi, Ted Gaier, Erdinç Güler, Christopher Novak, Gina D’Orio, Yoshii Riesen, Wanda Wylowa

 

 

Antragsteller/in Claudia Basrawi

Veranstaltungstermin 23., 24., 25.,29., 30. September sowie 1. bis 3. Oktober 2009

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 12.000 € Wiederaufnahme

Kooperationen Der Sumpf. Europa Stunde Null Eine Produktion von 400asa Sektion Nord, donaufestival.at und Sophiensaele Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, Pro Helvetia und das Präsidialdepartment der Stadt Zürich

Internetseiten www.400asa.com

Dong Xuan Festival. Vietnamesen in Berlin

Vietnamesen stellen die größte Gruppe von Asylbewerbern in Berlin und sind in der Stadt mittlerweile beliebt und gleichzeitig oft fast unsichtbar. Sie teilen sich in zwei sehr unterschiedliche Gruppen: die Ostberliner Vertragsarbeiter, die kurz vor der Wende kamen, und die nach Westberlin eingewanderten Boat People. Aufgrund ihrer Herkunft scheinen sie manchmal die deutsch-deutschen Befindlichkeiten zu spiegeln.

 

Der bildende Künstler Danh Vo wird die Festival-Plakate handschriftlich von seinem Vater und anderen Vietnamesen anfertigen lassen. Danhs Eltern kamen als Boat People nach Kopenhagen und finanzierten sich ihr Leben mit dem Braten von Hamburgern. Dagegen setzt die Kunst der Kalligraphie einen anderen Arbeitsbegriff und stellt implizit die Frage nach dem Wert von Arbeit. Unter dem Titel „2.2.1861“ schafft Danh Vo mit der Performance "Last letter of Saint Theophane Venard to his father before he was decapitated copied by Phung Vo" sowie dem Talk mit Dominic Eichler den Rahmen des Festivals.

 

Zentrales Projekt des Festivals ist „Dong Xuan oder Frühling in Lichtenberg“. Zwei Touren mit mehreren Stationen führen über die Herzbergstaße und die vietnamesischen Markthallen des Dong Xuan Centers. Tour A wird sich stärker auf die Hallen selbst konzentrieren. Tour B wird auch die umliegenden Plattenbauten einbeziehen und das Umfeld der Hallen in der einstmals hoch industrialisierten Straße. Interessant an dem Marktgelände ist auch, dass sich eine Symbiose aus den Bewohnern Lichtenbergs, darunter vielen Rentnern, und den Händlern ergeben hat, die eine Atmosphäre schaffen, als wäre man in den Hanoier Hallen gleichen Namens.

 

„Aus den Ruinen der größten Elektrokohlefabrik der DDR blühen die Markthallen Dong Xuan: Blühende Frühlingswiese - eine Reminiszenz an die gleichnamigen Hallen in Hanoi, dort im ehemaligen französischem Kolonialbau, hier in langgestreckten Messehallen der asiatische Großmarkt Berlins. Hier decken sich Händler mit zarten Kunstblumen und pinkneonfarbener Unterwäsche, asiatischen Lebensmitteln, blinkender Weihnachtsdeko, Chinalampen und Nagelstudio-Grundbedarf ein. Massagesalons und Friseurläden fürs komplette Shoppingerlebnis – auch sehr beliebt bei den Freunden des Kahlschnitts mit Ornament. Die vietnamesische Gemeinde der ehemaligen Vertragsarbeiter kommuniziert, arbeitet - und feiert hier. In der ewigen Tristesse der Platten von Lichtenberg ein Abstecher nach Ganzwoanders. Während sich der längst stillgelegte Backofen des Arbeitshelden Hans Garbes, verewigt als „Lohndrücker“, im Abbau befindet, sind die Hallen voll mit den Erzeugnissen der Billigproduzenten Asiens und Arabiens. Die Hinterbühne der vietnamesischen Händler, Betreiber der ehemals süßsauerchinesisch - jetzt panasian Lifestyleküchen, der Kioskbesitzer, Blumenhändler und der Kindergeneration der binationalen Schüler und Abiturienten versammelt Biografien der Diaspora und des Ankommens im Hinterland des Kapitalismus. Auf dem Schürfgelände deutscher Industriegeschichte, den sich schließenden Brachen der DDR blühende Shoppingmalls einer Globalisierung, deren Arbeits-Fleiß und Handelskette hier im Detail zu finden ist. Was mach ich als Panda unter den Kühen, fragt sich Baly in Halle 1. Eine Annäherung. Ein Stationendrama zwischen Messeständen, ideologischen Kämpfen, Grenzgängern, der freien Internetplattform „Talawas“, dem tödlichen Scherengriff des vietnamesischem Kung Fu und der köstlichen Pho Bo Suppe danach.“ (Gesine Danckwart, Kuratorin von „Dong Xuan oder Frühling in Lichtenberg“)

 

Touren mit Arbeiten von Phil Collins, Gesine Danckwart, Barbara Ehnes, Baly Nguyen, Nguyen Tan Hoang, Truong Ngu, Pham Thi Hoai, Rimini Protokoll, Susanne Sachsse/Marc Siegel u.a.

 

Mit freundlicher Unterstützung der Dong Xuan GmbH.

 

 

Ea Sola bezieht sich in „The White Body“ auf eine Schrift von La Boétie „Diskurs über die freiwillige Sklaverei“ aus dem Jahr 1530. Von Ho Tschi Minh-Stadt aus appelliert sie an die Europäer, nicht den sozialen Fortschritt über Bord zu werfen. „Ich möchte lediglich verstehen, wie es passieren kann, dass so viele Menschen, so viele Dörfer, so viele Städte, so viele Nationen, manchmal unter einem einzigen Tyrannen leiden, der keine andere Macht besitzt, als die, welche sie ihm geben.“ (La Boétie ). „Ihre jungen vietnamesischen Tänzer skizzieren die Frage nach dem Wert des Individuums als Schemen, hinter einer Plastikplane. Sie spielen Fashion Victims im Konsumrausch. In furiosen Szenen werden ihre Bewegungen hektisch, repetitiv und mechanisch, sie wirken ihrer eigenen Rebellion völlig entfremdet.“ (Thomas Hahn)

Die französisch-vietnamesische Choreografin Ea Sola setzt sich mit dem Aufeinandertreffen von traditioneller Gesellschaftsform und einem kapitalistisch eingefärbten Kommunismus auseinander. In den 90er Jahren gastierte sie mit großem Erfolg mit „Sécheresse et pluie“ im Hebbel-Theater.

 

Company Ea Sola in Koproduktion mit Théatre de la Ville Paris, Hong Kong Arts Festival, Holland Festival, Auckland Festival und Grand Theatre Groningen. Mit freundlicher Unterstützung des Goethe-Instituts (Logo).

 

Die zwei von Marc Siegel ausgewählten Filmabende werfen ihren Blick auf vietnamesisch-amerikanische avantgarde Dokumentar- und Kurzfilme. Das Programm wird von der nur selten in Berlin anzutreffenden Filmemacherin und Vertreterin der postkolonialen, feministischen Theorie Trinh T. Minh-ha eröffnet. Gezeigt wird ihr zum Klassiker avancierter Dokumentarfilm über vietnamesische Frauen: SURNAME VIET GIVEN NAME NAM (1989).

Vor dem Hintergrund der Kritik Trinhs an einem westlich anthropologischen Blick setzen sich die beiden Filmemacher jüngerer Generation Tran T. Kim-Trang (THE BLINDESS SERIES; 1992-2006) und Nguyen Tan Hoang (PIRATED! u.a.; 1995-2000) mit Themen von Blindheit, Wahrnehmung, Identität, Gender und Sexualität auseinander.

Die Filmemacher/innen sind anwesend und diskutieren im Anschluss an die Präsentation ihrer Filme.

 

Vietnamesische Diaspora and Beyond. Diskursprogramm kuratiert von Kien Nghi Ha

„Während die dominanten Integrationsdebatten immer noch nationalkulturell geprägt sind und oftmals kaum über rassistische Plattitüden hinauskommen, vollzieht sich in der sozialen Realität ein fundamentaler gesellschaftlicher Wandel. Am Beispiel der vietnamesischen Migration, die gerade in Berlin stark präsent ist, lässt sich aufzeigen, dass das Leben in der Diaspora vielgestaltige Formen annimmt und dieser Prozess von der Perspektive der migrantischen Subjekte zu denken ist. Mit diesem Perspektivwechsel vollzieht sich auch eine Verschiebung der gewohnten Wahrnehmungsmuster und der damit verbundenen Inhalte. In dem die Nation von ihren Rändern aus neu gedacht wird, wird es möglich, bisher vernachlässigte Fragen aufzuwerfen und marginalisierte Räume in den Fokus zu nehmen.

Zu dieser Revision gehört es nicht nur essentialistische Identitätskonstruktionen und das homogenisierende Kulturverständnis zu überprüfen, sondern auch den Begriff „Diaspora“ einer zeitgenössischen Bedeutung zuzuführen. Darin wird Migration nicht länger als ein zu bewältigendes Problem begriffen, sondern die Diaspora als eine kosmopolitische Form der Vergesellschaftung diskutiert, die Berlin mit Vietnam, Orange County (USA) und anderen diasporischen Orten vernetzt. Das Zuhause-Sein zwischen hybriden Kulturen, politischen Grenzen und konstruierten Nationen, das transnationale Verbundenheit ermöglicht und Forderungen nach „cultural citizenship“ provoziert, stellt die tatsächliche Zukunftsaufgabe der Migrationsgesellschaft dar. Solche komplex zusammengesetzten Identitäten in diasporischen Communities reflektieren unterschiedliche geschichtliche Erfahrungen mit Exil, genderspezifischer Ausbeutung und Rassismus, die einerseits kulturell verarbeitet werden und andererseits eine gesellschaftspolitische Dimension in sich tragen. Dabei geht es keinesfalls um Defizit-Kompensationen und Integrationsleistungen, sondern um gleiche Rechte und demokratische Ansprüche. Diese universellen Kategorien deuten gleichzeitig auf die Notwendigkeit hin nicht in die „Ethno-Falle“ zu tappen, sondern die Diskussion über anti-asiatische Rassifizierung und Exotismen für andere Erfahrungen zu öffnen und grenzüberschreitende Solidaritätsformen zu suchen.“ (Kien Nghi Ha)

 

Mit Trinh T. Minh-ha (Berkeley), Ruth Mayer (Hannover), Pham Thi Hoai (Berlin), Iman Attia (Berlin), Thuy Nonnemann (Berlin), Nivedita Prasad (Berlin/Wien), Toan Nguyen (Berlin), Sun-Ju Choi (Bonn/Seoul) u.a.

 

 

Das Diskursprogramm findet statt in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Geschichte und Gesellschaft Südostasiens, Humboldt Universität zu Berlin.

 

Das Festival wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, präsentiert vom tip

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 21. bis 27. November 2010

Veranstaltungsort HAU 1,2 und 3, sowie Dong Xuang Center, Herzbergstrasse, Berlin-Lichtenberg

Förderbetrag 130.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Kien Loang Le

NN

GEGENDARSTELLUNG

Während die Veranstalter der Fußball-WM 2010 kraft der Medien ein weitgehend widerspruchsfreies Bild des Gastgeberlandes zu verbreiten suchen, hinderte die rauhe gesellschaftliche Wirklichkeit die LOSE COMBO 2008 bei einem Südafrika-Aufenthalt mancherorts sogar daran, Bildmaterial für ihre künstlerische Arbeit zu sammeln. Eindrückliche Fremderfahrungen jenseits des touristischen Mainstreams, faszinierende Begegnungen und verstörende Erlebnisse sind deshalb allein aus der Erinnerung gespeiste Tatsachenbehauptungen geblieben, denen die performative GEGENDARSTELLUNG jetzt auf den Grund geht – der Mangel wird zur Chance des Projekts.

Für eine re-konstruierende Visualisierung persönlicher Erlebnisse nutzt die LOSE COMBO aus den Massenmedien entwendetes Material, das entweder auf das Sport-Megaevent einstimmen soll, oder – trotz seines bisweilen investigativen Charakters – vor allem geeignet ist, statistisch belegte Klischees über Südafrika zu illustrieren.

Auf großformatige Plakatwände projiziert, bieten diese Medienbilder den Kontrastraum für weit verzweigte Erinnerungsberichte, Reflexionen und freie musikalische Improvisationen, während aus Kapstadt, Johannesburg, Zürich und Amsterdam via Skype zugeschaltete „Südafrika-Experten“ aus Sport und Kultur Stimmungsberichte von den Austragungsorten wenige Tage vor der WM übermitteln, oder aus ihrer Erinnerung heraus Facetten zu den südafrikanischen Erlebnissen der LOSE COMBO beisteuern.

 

Antragsteller/in LOSE COMBO / Jörg Laue

Veranstaltungstermin 4. bis 6. und 8. bis 10. Juni 2010

Veranstaltungsort sophiensæle

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen sophiensæle, Pro Helvetia Cape Town, blank projects Cape Town, Jo:zi Art Lab Johannesburg

Internetseiten www.losecombo.dewww.sophiensaele.com

HABITAT

HABITAT ist eine begehbare Performance-Installation und lädt das Publikum ein, verschiedene reale wie virtuelle Raumebenen aus einer selbst bestimmten Perspektive zu erleben.

 

Aus Eiche modellierte Skulpturen gestalteten den Gesamtraum der Performance-Installation. Die Einheit von Tanz und Skulptur entsteht unter Anwendung eines speziell für die Performance entwickelten Computerprogramms. Mittels digitaler Videotechnik wird in Echtzeit eine Verbindung zwischen der Tänzerin im realen Raum und dem intimen, für den Betrachter zu entdeckenden Innenraum der Skulpturen hergestellt. Die in den Monitoren zu sehenden Räume bilden die mediale Verlängerung der Skulpturen und die virtuellen Bühnen für die Tänzerin. Diese werden im Verlauf der Performance durch den Tanz belebt.

 

Die klassische Trennung zwischen Bühne und Zuschauer wird aufgebrochen. Für die Zuschauer entsteht eine Umgebung, die sowohl Performance als auch Installation ist. Er hat die Möglichkeit, sich frei durch die Performance-Installation zu bewegen. So erschließen sich ihm neue Wege der Wahrnehmung. Es gibt keine Lücke zwischen Spielfläche, Publikum, Performer, Akustik und Skulptur. Dadurch wird der künstlerische Prozess während der Performance für den Zuschauer erfahrbar.

 

 

Konzept: LaborGras & Volker Schnüttgen Choreografie: LaborGras (Renate Graziadei & Arthur Stäldi)

Performer: Renate Graziadei

Skulpturen & Gestaltung Virtuelle Innenräume: Volker Schnüttgen

Videoart: Frieder Weiss & Martin Bellardi Komposition & Live Musik: Constantin Popp

Kostüm: Chantal Margiotta

Künstlerische Assistenz Skulpturen: Fernando Almeida

Technische Leitung: Jochen Massar Produktionsleitung: Inge Zysk

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Yven Augustin

 

Antragsteller/in LaborGras

Veranstaltungstermin 17. Dezember 2010, 22: Uhr 18. Dezember 2010 um 22:00 Uhr 19. Dezember 18:00 Uhr

Veranstaltungsort Radialsystem V, Holzmarktstr. 33, 10243 Berlin

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Unterstützt durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten Kirchhoff Automotive Galeria Arthobler Die Work in Progress Version 2008 entstand in Kooperation mit Espaço dos Tempos Convento da Saudação, Montemor-o-Novo, mit - Faculdade De Belas Artes Do Porto und wurde Unterstützt von Kirchhoff Automotive.

Internetseiten www.laborgras.comwww.radialsystem.de/www.volker-schnuettgen.com

HABITAT, Eugenia Rufino

HABITAT, Eugenia Rufino

HABITAT, Eugenia Rufino

Hüzün

Sein neues Gruppenstück „Hüzün“ befasst sich mit der Rolle des Mannes in patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen. Als prägnanten Nebenstrang setzt sich Kadir Memis auch mit dem spezifisch türkischen Gemütszustand „Hüzün“ auseinander, der nicht nur mit dem Gefühl Tristesse zu übersetzen ist, sondern auch für eine kollektive Schwermut steht, die vor allem zentraler Bestandteil türkischen Musikempfindens, eine Form der Poesie und der Lebensanschauung darstellt.

Ausgehend von seiner eigenen Biografie reflektiert Amigo die Schritte seiner Mannwerdung in einem Leben zwischen Deutschland und der Türkei, das von ihm als Zustand einer konstanten Melancholie empfunden wird. Zusammen mit einem Ensemble aus Tänzern/Innen, Schauspielern/Innen und Musikern unterschiedlichen Alters und Nationalitäten geht er diesen Fragen auf den Grund, wobei vor allem der HipHop als transnationale Kultur im Mittelpunkt steht.

 

Antragsteller/in Kadir Memis

Veranstaltungstermin 16. Dezember 2010, Premiere, 20:00 Uhr, Vorstellungen: 17.,18., und 19. Dezember 2010, jeweils um 20:00 Uhr

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 46.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion mit dem HAU in Berlin

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de/

IFWUALA

IFWUALA

Try Out 1, eine argentinisch-deutsche Performance

Ein Projekt von Lara Kugelmann und Jürgen Berger

 

 

Die Wichí-Indianer im Norden Argentiniens sind Jäger und Sammler. Ihre Lieder, Tänze und Geschichten allerdings, mit denen sie ihre Kultur und ihr Leben von Generation zu Generation weiter erzählen, drohen allmählich verloren zu gehen. Für die Choreographin Lara Kugelmann und den Kulturjournalisten Jürgen Berger war das der Anlass, zusammen mit europäischen Künstlern ein Performanceprojekt zu starten. Ausgangspunkt ist Santa Victoria Este an der Grenze zu Paraquay, die erste Station das Studio des Maxim Gorki.

 

Bei diesem sich in mehreren Stufen entwickelnden Work in Progress stehen Berlin, Buenos Aires und die subtropische Landschaft rund um Santa Victoria Este Pate für verschiedene Lebensentwürfe und Gesellschaftsmodelle. Argentinische und europäische Sänger, Tänzer und Schauspieler verhandeln ihr Leben und ihre Kultur. Es geht um die Mythen der Kulturen und wie sie sich in alltäglichen Erfahrungen niederschlagen, sich verändern.

 

Während der ersten Begegnungen und Proben in Santa Victoria Este ist eine Fülle an szenischem Material entstanden, das in der Performance zur Bild-, Text- und Klangfläche wird, gleichzeitig aber auch ein Zeitzeugnis der beteiligten Wichí-Indianer ist. Nach dem ersten Try Out in Berlin wird IFWUALA weiter entwickelt und 2011 in Buenos Aires, der nordargentinische Provinzhauptstadt Salta und in Brasilien gezeigt.

 

Antragsteller/in Lara Kugelmann

Veranstaltungstermin 13., 14., 17., 18., 19. September 2010

Veranstaltungsort Maxim Gorki Theater

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Goethe Institut Buenos Aires

Internetseiten www.don-berlin.com

NATURAL HABITAT

Nach dem Rückblick in die 200-jährige Geschichte des Naturkundemuseums und gleichermaßen in die Wissenschaftsgeschichte wagt Natural Habitat mit diesem künstlerischen Projekt einen Blick in die Zukunft. Wie koennte unsere Welt in 200 Jahren aussehen? Inmitten einer post-apokalyptischen, surrealen Wüstenlandschaft befindet sich eine Frau (Homo Sapiens), umgeben von Ueberlebenden anderer Spezies. Sowohl als Beobachterin als auch Beobachtete, interagiert sie mit den sie umgebenden Tieren und den sich verändernden Bedingungen ihres Lebensraums.

 

In Form einer ‚kulturellen Feldforschung’ greifen die Beteiligten die Ergebnisse der Wissenschaft inspirativ auf und machen ihre Reflexionen auf künstlerischer Ebene erfahrbar. Das Projekt nutzt dafür ein altbewährtes Mittel wissenschaftlich-musealer Vermittlungstechniken: Ein lebensgroßes Diorama wird konstruiert, ausgestellt und belebt. Auf diese Weise wird der Besucher selbst zum Beobachter und erkennt sich als Mitverursacher der Veränderungsprozesse. Natural Habitat wird im Museum für Naturkunde zugleich als abendfüllende Performance und als Installation zu erleben sein.

Antragsteller/in Laurie Young / Heike Schuppelius

Veranstaltungstermin 25., 27., 29. und 31.Mai 1. und 2. Juni 2011

Veranstaltungsort Museum für Naturkunde Berlin

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen koproduziert von Canada Council for the Arts, Sasha Waltz & Guests, Radial Stiftung und Grand Théatre de Luxembourg. in kooperation mit Museum für Naturkunde Berlin und sophiensæle. mit besonderem dank an Antenna International.

Heike Schuppelius

Pandämonium Germanicum: Lenz im Loop

„Goethe! Goethe! wenn wir zusammenblieben wären.“

(J.M.R. Lenz: Pandämonium Germanicum)

 

Goethe? Nein, Lenz! Lenz ist der Dichter des Sturm & Drang! Was für Goethe nur eine vorübergehende Phase war, war für Lenz Mission: Kulturrevolution! Die Entzweiung von Goethe & Lenz 1776 in Weimar beendete den Aufbruch der ersten Jugendbewegung in Deutschland. Während sich die nordamerikanischen Kolonien für unabhängig erklärten, wurde Goethe Geheimrat und Lenz wahnsinnig.

 

andcompany&Co. bearbeiten Lenz' geniale Genie-Parodie Pandämonium Germanicum: Nun spukt er in seiner Stube, schläft in seinen Büchern, duelliert sich mit sich selbst, wird von Dämonen mit barocken Fugen gequält, fliegt mit Schreibfedern übers Gebirg' und macht Anmerkungen übers Theater: „Ich zimmere in meiner Einbildung ein ungeheures Theater, auf dem die berühmtesten Schauspieler alter und neuer Zeiten nun vor unserm Auge vorbeiziehen sollen.“ Mal geht er durchs Gebirg', mal begeht er eine Eselei, mal haust er im Wald: Lenz im Loop.

So zieht der „Meteorit der deutschen Literatur“ (Goethe über Lenz) immer wieder am Himmel vorbei wie ein Komet: Seit Büchners Novelle ist Lenz der Archetyp des wahnsinnigen Genies, aber auch der Verzweiflung an den deutschen Verhältnissen. So spiegelt sich im Scheitern von Sturm & Drang das Scheitern der ersten Nachkriegsgeneration: „I saw the best minds of my generation destroyed by madness“ schrieb der Beat-Poet Allen Ginsberg. In Westdeutschland traf es Bernward Vesper. Hellsichtig hat der Sohn eines berüchtigten Blut & Boden-Dichters und Ex-Freund von Gudrun Ensslin vorweggenommen, wie der 'sommer of love' verging, um im 'Deutschen Herbst' zu enden. Auf Sturm & Drang folgte die Weimarer Klassik, auf APO & RAF dann 200 Jahre später Punk & Postfordismus. Womit wir es jedoch heute zu tun haben ist das Scheitern der business punks, der postfordistischen Konterrevolutionäre. Und der Kulturnation, die sich auf ihre Klassiker beruft als würde sie Geister beschwören. Oder Dämonen. Goethe? Nein, Lenz!

 

 

von und mit

Alexander Karschnia, Angelika Sautter, Karolina Bäter, Nicola Nord, Nikolai Plath, Reinier van Houdt, Sascha Sulimma&Co.

 

Bühne: Hila Peled, Noah Fischer&Co.

Ausstattung: Christine Bentele&Co.

Ausstattungsassistenz: Eva Swoboda&Co.

Licht: Gregor Knüppel&Co.

Kostüme: Frau Blau

Technische Leitung: Marc Zeuske

Bühnenbau: Jörg Fischer

Produktionsleitung: Anne Schulz

Produktionsassistenz: Marta Hewelt

Regieassistenz: Juliane Hahn

Antragsteller/in andcompany&Co.

Veranstaltungstermin 6., 8., 9., 10. und 11. Januar 2011, 20 Uhr

Veranstaltungsort HAU 2, Hallesches Ufer 32

Förderbetrag 58.000 €

Kooperationen Eine Produktion von andcompany&Co. in Koproduktion mit Hebbel am Ufer, Forum Freies Theater Düsseldorf, Pumpenhaus Münster und Frascati Amsterdam. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten. Mit freundlicher Unterstützung durch die Tanzfabrik Berlin.

Internetseiten www.andco.de

(c) Gregor Knüppel

Perform a Lecture!

Perform a Lecture!

Eine Veranstaltungsreihe in sechs Teilen an unterschiedlichen Orten in Berlin, präsentiert von Mai bis Dezember 2010.

 

Perform a Lecture! ist eine sechsteilige Reihe, die das Genre ‚Lecture Performance‘ in der Praxis und auf diskursiver Ebene befragt. Entstanden in den 1960ern als Sonderform der Performance‚ steht die ‚Lecture Performance‘ seit einigen Jahren verstärkt im Fokus der zeitgenössischen Kunst. Perform a Lecture! verbindet Performances international bekannter und jüngerer Künstler mit einer Folge von Gesprächen zwischen Künstlern, Kuratoren, Kunsthistorikern, Philosophen und dem Publikum, die sich der Thematik aus diskursiver Perspektive nähern. Die Präsentationen werden in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen in Berlin organisiert.

Perform a Lecture! möchte die Aktualität des Formats befragen und sich mit der ‚Politik‘ des Mediums beschäftigen: Angesiedelt zwischen Sprechen und Handeln, zwischen Reflexion und Produktion, bewegt sich die Lecture Performance in einer ‚Grauzone‘, die das Verhältnis von Kunst und Wissen, bzw. Wissenschaft, wie das von Kunst und ihrer Vermittlung unweigerlich im- oder explizit mit thematisiert. Deshalb ist die Lecture Performance potentiell ein Ort, an dem aktuelle Debatten um den Werkbegriff auf der einen, und um den Kunstkontext (vgl. die ‚dritte Welle der Institutionskritik‘) auf der anderen Seite verhandelt werden können.

Performance. Während historisch das bis dato rein reflexive Format der Lecture erstmals als künstlerisches Medium genutzt wurde, um mit einer Lecture Performance etablierte Vorstellungen vom Kunstwerk und den Funktionsmechanismen des Kunstkontextes zu befragen, nutzen aktuelle Lecture Performances das Format als bereits bewährte Form künstlerischen Ausdrucks, dass sie flexibel für unterschiedlichste Interessen angewendet werden kann. Die sechs eingeladenen Künstler entwickeln neue Performances oder präsentieren Projekte, die zum ersten Mal in Berlin zu sehen sind.

Gespräch. Um einen kontinuierlichen und sich vertiefenden Dialog über das Thema zu etablieren, schaffen sechs parallel stattfindende Gespräche eine Basis, die jede einzelne Performance mit den anderen aus der Serie in Zusammenhang stellt. Als Gastgeber laden die Kuratorin Ellen Blumenstein und der Philosoph und Dramaturg Felix Ensslin jedes Mal einen anderen Gesprächspartner aus den Bereichen der Bildenden Kunst, dem Theater und der Theorie ein. Auf diese Weise übernehmen sie die Rolle eines ‚Gedächtnisspeichers‘, der die Fragen und die Ergebnisse von einer Diskussion zur nächsten weiterträgt.

Perform a Lecture! wird realisiert in Zusammenarbeit mit Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, Lehrstuhl für Ästhetik, Kunstvermittlung und psychoanalytische Kulturtheorie; Sonderforschungsbereich 626, Freie Universität Berlin; Tiergarten 1 (Eternithaus); Radialsystem V – New Space for the Arts in Berlin; .HBC Berlin; ICI Berlin; Salon Populaire / Kunstsaele Berlin.

Perform a Lecture! wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.

Für weitere Informationen siehe www.theoffice.li oder wenden Sie sich an fiona@theoffice.li

 

MAI 2010

1. Architektur

Dan Graham/Nicolas Guagnini - Tourguide – A Platonic Dialogue Through the City

Performance: Hufeisensiedlung, Gropiusstadt, Hansaviertel

Gespräch: Eternithaus, Altonaer Str. 1

Teilnehmer: Eric de Bruyn, Ellen Blumenstein, Felix Ensslin

Datum: 8.05.2010

 

Der amerikanische Künstler Dan Graham erkundet auf einer performativen Stadtführung durch Berlin Bruno Tauts Vision des ‚Außenwohnraums‘. Als Bewunderer des deutschen Architekten entwickelt Graham mit seinem Künstlerkollegen Nicolas Guagnini ein Frage- und Antwortspiel, das in der Hufeisensiedlung in Neukölln beginnt. In Form eines platonischen Dialoges führt die Lecture Performance das Publikum durch die erste Berliner Großsiedlung, mit der Taut Ende der 1920er Jahre Geschmacksfragen zu sozialen Fragen erklärte. Im Anschluss ist als weitere Station der Führung ein Rundgang durch die Satellitensiedlung Gropiusstadt geplant.

Die Performance wird von einer Abendveranstaltung diskursiv ergänzt. Einleitend wird das Video 'Performer/Audience/Mirror' (1975, 20 min.) von Dan Graham gezeigt, das eine der frühen bekannten Lecture Performances dokumentiert und den Bogen zur historischen Entwicklung dieses Formats schlägt. Ausgehend von Grahams künstlerischer/architektur-kritischer Praxis in den vergangenen vier Jahrzehnten untersucht die Diskussion das aktuelle Interesse am Format.

 

Eric de Bruyn hat seit 2003 eine Assistenz Professur für Zeitgenössische Kunst und Medien am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Groningen inne. Er hat diverse Interviews mit Dan Graham veröffentlicht und zahlreiche Essays in Monografien zu Graham verfasst.

Antragsteller/in Ellen Blumenstein

Veranstaltungstermin 1. Veranstaltung 8. Mai 2010 dann folgend monatlich bis Dezember 2010

Veranstaltungsort Eternithaus

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Gefördert von: Hauptstadtkulturfonds In Zusammenarbeit mit: Staatliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart, Lehrstuhl für Ästhetik, Kunstvermittlung und psychoanalytische Kulturtheorie Sonderforschungsbereich 626, Freie Universität Berlin Tiergarten 1 (Eternithaus) Radialsystem V – New Space for the Arts in Berlin .HBC Berlin Salon Populaire / Kunstsaele Berlin ICI Berlin

Internetseiten www.theoffice.li

Dan Graham, Performer/Audience/Mirror, New York 1975.

Superschool's GESICHTSBUCH

Es gibt eine unendliche Menge an gespeichertem Wissen, das jederzeit zugänglich ist. Die Produktion und Verbreitung davon ist in der vielbeschworenen 'Informationsgesellschaft' von zentraler Bedeutung. Diese Prozesse nimmt Superschool mit dem 'Gesichtsbuch' unter die Lupe.

Die digitalisierte Welt des Internet wird für den Verlauf eines Abends in eine analoge Bühnenform übertragen. Die Inszenierung übernimmt die Sprache und Techniken des Bloggens und Twitterns, den Umgang mit Datenbanken und Suchmaschinen, wie Wikipedia, Yahoo Clever und der unterschiedlichen sozialen Netzwerke, wie Facebook, StudiVZ, Jappy.

Mit dem Gesichtsbuch möchte Superschool das Medium Internet als Informationsplattform in ein spannendes Verhältnis mit einer paradigmatischen Form seriöser Wissensvermittlung setzen, dem akademischen Vortrag. Die möglichen Unzulänglichkeiten beider werden gemeinsam mit dem Publikum spielerisch ergründet und Ausblicke auf gemeinschaftliche Wissensproduktion geschaffen. Der Live-Charakter des akademischen Vortrags wird auf das Medium Internet übertragen und umgekehrt werden die Eingriffsmöglichkeiten des Internets auf den akademischen Vortrag angewendet.

Antragsteller/in Superschool

Veranstaltungstermin 7. und 30. Mai und 12. Juni 2010

Veranstaltungsort Studiobühne des MAXIM GORKI THEATER BERLIN

Förderbetrag 19.000 €

Kooperationen Maxim Gorki Theater, Berlin

Internetseiten www.superschool.de

Superschool

Superschool

What Was I Thinking?

Die Philosophin und Feministin Avital Ronell erzählt die Geschichte ihrer Familie. Oma Friedrich Schlegel war böse, weil Avital wiederholt mit den Ideen anderer schwanger nach Hause kam. Tante Friedrich Nietzsche verließ die Familie und ging nach Amerika, ins Land der Schauspieler und erfundener Genealogien. Der Cousin, Sigmund Freud, ist streitsüchtig und brutal. Avital muss ihm den Weg jenseits des Lustprinzips zeigen. Und dann sind da noch die vielen Geister, die die ganze Zeit mittels technologischer Medien dazwischen funken. Doch am Ende reißt sich die Wissenschaftlerin von Familie und Geistern frei und hält ihren Vortrag über die Rolle der Medien im Kontext der Ethik. Larry Rickels und Susan Bernstein stellen Fragen. Am Ende werden die Wissenschaftler von einer großen Camera Obscura aufgesogen.

 

Regie und Konzept: Sladja Blazan

Text: Avital Ronell

Darsteller: Susan Bernstein, Larry Rickels, Avital Ronell

Camera Obscura: Orthographe

Bühnenbild: Judith Hopf

Video: Chris Kondek

Musik: Tatjana Mesar und Greg Cohen

Produktionsleitung: Laura Hörold

 

Antragsteller/in Dr. Sladja Blazan

Veranstaltungstermin 17., 19. und 20. Juni 2010

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer

Förderbetrag 32.000 €

Kooperationen Alexander von Humboldt Stiftung

Internetseiten www.spectralcolloquy.de

X-Schulen

Elternabend: nach dem langen Weg durch das Schulfluren-Labyrinth atmest du erleichtert auf, wenn du das Klassenzimmer betrittst. Fünfzehn Jugendliche spielen ihre eigenen Eltern. Und du? Du bist heute LehrerIn. Aber ob das die angenehmere Rolle ist? Tamer Yigit ist Regisseur einer der 21 Kurz-Inszenierungen an der Hector-Peterson-Schule in Kreuzberg, die sich der Besucher auf einer der drei Parcours erläuft. Die Schule am Tempelhofer Ufer, schräg gegenüber vom HAU 2, ist eine Gesamtschule mit rund 500 SchülerInnen in den Klassenstufen 7 bis 10. Über 95 Prozent der SchülerInnen haben einen Migrationshintergrund; auch sie sind im nächsten Jahr der Schulreform unterworfen.

Das HAU und die Hector-Peterson-Schule wollen mit „X-Schulen“ ein künstlerisches Nachdenken über Aspekte der Institution Schule anregen. Wir laden Künstler und Künstlergruppen dazu ein, die Schule, das heißt: Klassenräume, Aula, Flure, Direktorenzimmer, Schultoiletten, Turnhalle, Schulhof, Keller, zu erforschen und zu bespielen. Selbstverständlich sind ihre „eigentlichen Bewohner“ - Schüler, Lehrer, Hausmeister, Eltern, Mensaköche, Putzkräfte – Teil dieses Spiels. Neben Tamer Yigit sind Tim Etchells, Boris Nikitin, Chris Kondek, White Horse, Turbo Pascal, Kulturmaßnahmen, Tobias Yves Zintel, Nurkan Erpulat, Anca Munteanu-Rimnic, Jeremy Wade, Rabih Mroué, Zombo Combo u.a. mit dabei. Chris Kondek wird auf die Suche nach Gangführern gehen, um von ihnen ein paar Coolness-Tricks zu lernen. Rabih Mroué untersucht in einer Video-Performance das Verhältniss zwischen Schülern und Eltern, Kunst und Religion. Wie geht man als Berliner Jugendlicher mit Eltern um, die Kunst aus religiösen Gründen verbieten? Und Jeremy Wade entwickelt eine Choreografie mit Jungen, in der es um „Kontrolle-Verlieren und Kontrolle-Behalten“ geht.

Die Wiederbegegnung mit der Institution Schule hat für Künstler und Zuschauer den Charakter einer Zeitreise zurück in die eigene Kindheit. PISA. Reform. Amoklauf. Wie kaum eine andere Institution in Deutschland ist die Schule in den vergangenen Jahren in die Krise geraten und in der Öffentlichkeit fast ausschließlich durch Katastrophenmeldungen mit anschließenden Reformwünschen geprägt: in der Schule verdichten sich gesellschaftliche Probleme und Brüche in existentieller Weise.

Drei Theaterparcours mit 10-minutigen Inszenierungen bzw. Rauminstallationen führen den Besucher durch die belebte Schule, Inhalte und Geschichten stehen in enger Verbindung mit den Räumen, in denen sie gezeigt werden. In den letzten Jahren hat das HAU mit „X-Wohnungen“ ein künstlerisches Format geschaffen, das die Lebenssituation in verschiedenen Berliner Stadtbezirken erforschte. Mit „X-Schulen“ wenden wir uns zum ersten Mal einem institutionellen Raum und dessen Erzählungen zu. MIT u.a. Tim Etchells, Rabih Mroué, Vaginal Davis, Susanne Sachsse, Tamer Yigit, Boris Nikitin, Zombo Combo, Lucio Auri, Nevin Aladag und viele mehr.

Antragsteller/in Hebbel Theater Berlin GmbH - HAU

Veranstaltungstermin 1. bis 4. Juli 2010

Veranstaltungsort Hector-Peterson-Schule

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen /

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de