Alien - Die Wiedervereinigung

 

Alien – Die Wiedervereinigung

Mareike Mikat & Das Helmi

 

Drei Träumer.

Damit wir uns richtig verstehen, keine berufsmäßigen Träumer. Berufsmäßige Träumer sind hochbezahlte, sehr gesuchte Talente. Diese drei träumen wie die meisten von uns, ohne Anstrengung und ohne Disziplin. Berufsmäßig zu träumen, so, daß diese Träume aufgezeichnet und zur Unterhaltung anderer wieder abgespielt werden können, ist eine viel kompliziertere Sache.

 

Die Welt auf Fury 161 ist in Ordnung, soweit man Fury 161 eine Welt nennen kann. Wir, die letzten übriggebliebenen Häftlinge des ehemaligen Gefängnisplaneten, haben hier zum Glauben an die Zukunft zurückgefunden. Es ist das radikale Experiment einer Männergemeinschaft, eine finale Überprüfung unserer Fähigkeit zu solidarischem Handeln. "Vielleicht sollten wir das Projekt ’Durchbruch!’ nennen?"

Die Eitelkeit ist das erste, was man auf Fury 161 verliert. Später lernt man die Dunkelheit, die Einsamkeit und die Abgeschiedenheit zu schätzen. Immer wieder haben wir uns hier die Geschichte unseres Weltraumhelden Leutnant Ripley erzählt und seine Abwehrkämpfe gegen die Angriffe feindlicher Aliens zelebriert. Eines Tages stürzt in unser isoliertes Dasein eine Rettungskapsel, der ein weiblicher Ripley entsteigt. Und sie hat ein Alien mitgebracht: die gefürchtete Konfrontation mit den Versuchungen wahrer Emotion! Wie wird man ein Actionheld, wenn man nur Buttermesser zur Verfügung hat?

 

In ihrer ersten Zusammenarbeit nehmen die Regisseurin MAREIKE MIKAT und der Puppen-Männerbund DAS HELMI Kurs auf eine Bestandsaufnahme und eine Fortschreibung des modernen Mythos Alien.

Das Grauen ist unermeßlich und im Kosmos, und niemand hört Dein Schreien.

 

mit FLORIAN LOYCKE, BRIAN MORROW, ABAK SAFAEI RAD, EMIR TEBATEBAI

 

Regie MAREIKE MIKAT Bühne und Kostüme MAIKE STORF Puppen FLORIAN LOYCKE Video und Sounds THOMAS FRIESE Licht VOLKER M. SCHMIDT Regieassistenz SUSANN NEUENFELDT Ausstattungsassistenz MAX JOHNS Produktion DANIEL SCHRADER / BALLHAUS OST

Antragsteller/in Mareike Mikat

Veranstaltungstermin Premiere, 4. September 2010, 05. / 23. / 24. / 25. / 26. September 2010

Veranstaltungsort Ballhaus Ost

Förderbetrag 48.000 €

Internetseiten www.ballhausost.dewww.youtube.com/wa...=g2kiTN7r-Yc

Foto: Volker M. Schmidt

Ausschnitt: Foto: Volker M. Schmidt

Blackwater - Private Military Companies

„If you have a real problem, leave it to the real professionals.“ (Eigenwerbung pmc))

Söldner, Mercenaries, Hunde des Krieges – all das sind Bezeichnungen für Männer, deren Beruf der Dienst an der Waffe ist. Sie kämpfen und töten in armeeähnlichen Verbänden, ohne selbst Angehörige einer staatlichen Armee zu sein.

Seit dem Ende des Kalten Krieges verlagern sich militärische Aufgaben des Staates zunehmend in den Bereich privater Dienstleistungsfirmen. Die amerikanische Firma BLACKWATER, heute Xe Services, einer der prominentesten Akteure in diesem Marktsegment, erhielt im Jahr 2006 für ihre Dienstleistungen (z.B. Personenschutz, Schutz von Öl-Förderanlagen, Logistik und Training lokaler Kräfte) im Irak und Afghanistan mehr als eine Milliarde Dollar von amerikanischen Behörden.

Unternehmen wie Blackwater verändern die Modi der Kriegsführung. Ihre Führungsebene rekrutiert sich aus ehemaligen hohen Militärs, leitenden Mitarbeitern von Nachrichtendiensten oder politischen Funktionsträgern, ihr Personal besteht aus Ex-Soldaten und Ex-Polizisten. Militärische Aktionen werden zum Geschäftsbereich von Firmen, die in Handelsregistern erfasst sind und deren Geschäftsinteresse es ist, das eigene Betätigungsfeld zu erhalten und auszuweiten, ihre Bezahlung erfolgt bisweilen über die Abtretung von Schürfrechten.

Das Stück benutzt Dokumente zur Geschichte von Blackwater, Einsatzprotokolle, Unterlagen von internationalen Sicherheitskonferenzen und fragt sich schon mal, wie wohl die Kernaufgaben der Bundeswehr in 10 Jahren aussehen, falls dann immer noch unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt wird. Wie weit geht eine demokratische Gesellschaft zur Durchsetzung ihrer Interessen?

Antragsteller/in Hans-Werner Kroesinger

Veranstaltungstermin 4. bis 7. November 2010

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, HAU 3

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Der Kirschgarten

Nach „Onkel Wanja. Szenen aus dem Landleben“ (2008) setzt das Regieduo Thorsten Lensing und Jan Hein seine Auseinandersetzung mit Anton Tschechow fort und inszeniert „Der Kirschgarten“ - eine genau komponierte Kette aus prallen, disparaten Augenblicken, unerhört, komisch, überraschend wie das Leben selbst. Tschechows letztes, dem Sterben abgerungenes Stück gibt einen nahezu körperlichen Eindruck von der Zeit, die verstreicht. „Erster Akt: Der Kirschgarten muss vielleicht verkauft werden. Zweiter Akt: Der Kirschgarten wird verkauft werden. Dritter Akt: Der Kirschgarten ist verkauft. Vierter Akt: Der Kirschgarten ist verkauft worden. Der Rest: das Leben.“ ( Jean Louis Barrault)

Tschechow wirft einen nüchternen, vorbehaltlosen Blick auf das Leben. Er erläutert nicht, er bewertet nicht, er stellt fest und lässt uns so die Zeit, den Tod, die Liebe und das Geld anschauen.

„Für Chemiker“ sagt Tschechow, „ gibt es auf der Erde nichts Unreines. Der Schriftsteller muss genauso objektiv sein wie ein Chemiker, er muss sich freimachen von der Subjektivität seines Alltags und wissen, dass die Misthaufen in der Landschaft eine sehr beachtliche Rolle spielen, und böse Eigenschaften dem Leben ebenso eigen sind wie gute.“

 

Mit: Benjamin Eggers, Anna Grisebach, Eva van Heijningen, Maria Hofstätter, Valentin Jeker, Willi Kellers, Joachim Król, Peter Kurth, Ursina Lardi, Philipp Richardt, Lars Rudolph, Aenne Schwarz, Devid Striesow, Rik van Uffelen

 

Kostüme: Anette Guther, Christel Rehm

 

Musik: Willi Kellers

 

Produktionsleitung: Eva-Karen Tittmann, Ina Zimmermann

 

Technische Leitung: Andreas Harder

 

Regieassistenz: Benjamin Eggers, Pia Bruer, Laura Natalie Junghanns

 

 

 

Antragsteller/in Theater T 1 Thorsten Lensing

Veranstaltungstermin Premiere: 09. Dezember 2011 - weitere Vorstellungen: 10., 11., 16., 17. und 18. Dezember 2011 jeweils 20 h

Veranstaltungsort sophiensaele Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Kampnagel Hamburg, sophiensaele Berlin, Theater im Pumpenhaus Münster, Grand Théâtre Luxembourg, TAK Theater Liechtenstein, Festspielhaus Hellerau Dresden. Gefördert vom Kulturamt der Stadt Münster

Alle Rechte bei: © David Baltzer/bildbuehne.de Auf dem Bild: Ursina Lardi, Devid Striesow

Alle Rechte bei: © David Baltzer/bildbuehne.de Auf dem Bild: Peter Kurth, Ursina Lardi, Devid Striesow, Philipp Richardt

Alle Rechte bei: © David Baltzer/bildbuehne.de Auf dem Bild: Devid Striesow, Ursina Lardi, Peter Kurth

Alle Rechte bei: © David Baltzer/bildbuehne.de Auf dem Bild: Devid Striesow, Ursina Lardi, Peter Kurth

Deutschlandmärchen

La Hengst / Müller-Klug

Deutschlandmärchen

 

 

Im Deutschlandmärchenpark begegnen sich politische Mythen und Grimmsche Märchenstoffe. In hochmodernen Fahrgeschäften erleben die Gäste die Fliehkräfte der sozialen Marktwirtschaft am eigenen Leib. Ein transhistorischer Märchenwaldexpress katapultiert sie durch 65 Jahre deutsche Nachkriegsgeschichte bis in eine ungewisse Zukunft. Wirtschaftswunder, fabelhafte deutsche Ingenieurskünste, Fußball- und Exportweltmeister treffen auf tapfere Schneider, Rattenfänger und vernachlässigte Mittelschichtsstieftöcher. Frau Holle glänzt als Pionierin der sozialen Selektion und Ludwig Erhard drückt seine Zigarre in das Tischleindeckdichtuch. Wann fährt der Knüppel aus dem Sack und auf wen hat er es abgesehen?

Geschulte RekommandeurInnen sorgen für Ihre Sicherheit und Zerstreuung. O-Töne der amtierenden Bundesmärchenerzählerin führen durch die Attraktionen.

 

In „Deutschlandmärchen“, wie schon zuvor in „Der innere Innenminister“ erproben La Hengst/Müller-Klug mittels ihrer Technik der O-Ton-Montage die Fiktionalisierung von politischen Roh- und Realstoffen und den künstlerischen Umbau von Wirklichkeiten.

 

 

Text und Regie: Till Müller-Klug & Bernadette La Hengst

Spiel und Musik: Claudia Wiedemer, Bettina Grahs, Bernadette La Hengst

Dramaturgie: Nina Tecklenburg

Produktionsleitung: Marc Pohl

Sounddesign: Christina Runge

Regieassistenz und Soundeinspielung: Dorothea Schmans

Recherche: Imke Momann

Bühnenhausbau: Christian Wenzel

 

 

Ort

Sopiensaele(Hochzeitssaal), Sopienstr. 18, 10178 Berlin

Kartentelefon: (030) - 2835266

 

Kartenkauf und Reservierung:

www.sophiensaele.com/kartenreservierung.php

Antragsteller/in La Hengst/Müller-Klug GbR

Veranstaltungstermin 20., 21. und 22. Januar 2011 - jeweils 21.00 Uhr 17., 18. und 21. Dezember 2010

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Sophiensaele und FFT Düsseldorf. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von www.artplants.de.

Internetseiten www.sophiensaele.c...IDstueck=815www.lahengst.comwww.artplants.de

Grafikdesign © Freedarich

Grafikdesign © Freedarich

Grafikdesign © Freedarich

Einzelkämpfer Monologe - Festival

An vier Festivaltagen treffen 17 neue Monologe aufeinander – 17 persönliche Stellungnahmen zur Gegenwart, der Idee des Revolutionären und den Grenzen des Monologs.

 

Wer ist heute in der Lage, eine komplexe Beschreibung der gegenwärtigen Situation zu geben, die gleichzeitig einen Raum für gesellschaftlichen Wandel eröffnet?

 

Nachdem vor Jahren das Ende der Geschichte ausgerufen wurde, sind die Privilegien und der Einschluss der Einen nach wie vor die Not und der Ausschluss der Anderen. Niemand vertritt niemanden mehr gescheit, schon gar nicht real-demokratisch, schon gar nicht auf der Bühne. Eigentlich kann jeder nur noch für sich selbst sprechen.

 

Im Monolog bezieht einer Stellung und stellt sich dadurch zur Disposition. Er wagt eine Setzung - ausgehend von nicht mehr und nicht weniger als seiner eigenen Perspektive. Mit dieser Positionierung tritt er als Einzelkämpfer vor Andere und schafft so möglicherweise Anknüpfungspunkte, Anschlussmöglichkeiten und Ausgangsorte für gemeinsames Handeln. Wo kippt der Monolog ins Soziale?

 

Wir freuen uns 17 Beiträge präsentieren zu können, die mit sehr unterschiedlichen Arbeitsansätzen und Themen auf die Gegenwart zugreifen.

 

 

 

Authentic Boys / Alexis Bug / JungYun Bae / Daniel Cremer / Eisenaecher/Harder Claims / Gotta Depri / Franziska Dick / Simone Eisenring / IIPM - International Institut of Political Murder / Gintersdorfer/Klaßen / Philipp Guhr / Heide Kuhl / Tomi Paasonen / Tina Pfurr / Milo Rau / Christian Saak / Katharina Schmitt / Wieland Schönfelder / Daniel Schrader / Marie-Alice Schultz / Heiko Senst / Skelly / Marcus Steinweg / Vanessa Stern / Lajos Talamonti / Anne Tismer / Lucie Tuma / Otmar Wagner / White Horse

 

Antragsteller/in Heike Pelchen / Michael Müller (Theaterdiscounter)

Veranstaltungstermin 14. bis 17. Oktober 2010 - Start 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Theaterdiscounter, Berlin-Mitte

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Unterstützt durch: - Botschaft des Königreichs der Niederlande -Schweizerische Botschaft Medienpartner: - zitty - taz - die tageszeitung - Kulturradio Sponsoren: - Zapf Umzüge

Internetseiten www.theaterdiscounter.dewww.monologfestival.de

Gestaltung: Christiane Patic

(c): Knut Klaßen

Erinnerung an die Zukunft

Die Vision vom Leben in Wolkenkratzern, von Reisen in Hochgeschwindigkeitszügen und von weltumspannender Kommunikation in Echtzeit ist still und leise unsere Realität geworden. Die Utopien des 20. Jahrhunderts liegen hinter uns. Meldungen von Naturkatastrophen, die in den Science-Fiction-Filmklassikern das Ende der Zivilisation und im besten Fall eine Neuorientierung der Gesellschaft nach einer langen Phase der düsteren Anarchie einleiteten, sind zur zeitlosen Gegenwart geworden. Zukunft ist etwas, an das man zurückdenkt.

 

In der Regie von Ulf Otto arbeitet sich 2e bureau an filmischen Zukunftsvisionen ab. Die Schauspieler reisen zum Planet der Affen, fliegen mit dem Supercomputer HAL 9000 zum Jupiter und steigen in die Unterstadt von Metropolis hinab. Dabei werden die futuristischen Dokumente zum Ausdruck eines Zeitverständnisses ganzer Generationen, in der sich die Lust an der Antizipation mit der Skepsis vor modernen Errungenschaften verbindet. Zentrale Motive, Haltungen wie Handlungen und Settings der filmischen Visionen verbinden sich auf der Bühne mit persönlichen Zeitzeugnissen aus dem Leben der Schauspieler und ihrer Vorfahren. Erzählungen, Tagebucheinträge und andere Aufzeichnungen eröffnen im Spiel mit der „science fiction“ von gestern eine Lesart der Geschichte von morgen und der Zukunft von heute.

Mit dem gebotenen Respekt, Witz und nicht ohne Ironie gehen die Akteure der Frage nach Zukunftsmodellen unserer gegenwärtigen Gesellschaft nach. Welche Krisenszenarien können uns heute noch erschüttern? Schließt sich an die klassische Industriegesellschaft des 19. und die Risikogesellschaft des 20. Jahrhunderts nun das Leben im Krisenmanagement an, das uns in Ermangelung von Zeit den Raum für Utopien raubt? Welches Verständnis von Zukunft haben wir heute und wie weit kann es sich vom Heute entfernen?

 

"Erinnerung an die Zukunft" versucht herauszufinden, wer wir sind, in dem wir uns daran erinnern, wer wir dachten, dass wir sein würden.

 

Regie: Ulf Otto Ausstattung: Jelka Plate & Eike Böttcher Video: Juana Awad Musik: Jens Stoll Von & mit: Godehard Giese, Ursula Renneke, Vanessa Stern Produktion: ehrliche arbeit – freies kulturbüro Presse: Björn Pätz & Björn Frers - björn & björn

Antragsteller/in Ulf Otto

Veranstaltungstermin 4., 5., 10., 11., 12. und 13. November 2011, jeweils 20 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Eine Produktion von 2e bureau mit sophiensaele.

Internetseiten www.sophiensaele.com

Foto: Eike Böttcher

F.I.N.D. 10 - Die drei Amerikas: Stimmen aus der neuen Welt

Das 10. Festival Internationale Neue Dramatik widmet sich anlässlich des 200. Jahrestages der beginnenden südamerikanischen Unabhängigkeitskämpfe den »Drei Amerikas«. Wir laden Sie ein, neue lateinamerikanische, angelsächsische und frankophone Stimmen aus der neuen Welt zu entdecken.

Antragsteller/in Schaubühne Berlin

Veranstaltungstermin 3. bis 7. März 2010

Veranstaltungsort Schaubühne am Lehniner Platz

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen Hauptstadtkulturfonds, Bundeszentrale für politische Bildung, Goethe-Institut, Argentinisches Kulturministerium, Freundeskreis der Schaubühne am Lehniner Platz

Internetseiten www.schaubuehne.de

Familienrat "WAS WEISS ICH" (AT)

Wie auch in ihrem preisgekrönten Film „Prinzessinnenbad“ widmet sich Bettina Blümner in ihrer ersten Theaterarbeit sozialen und familiären Auseinandersetzungen. Dafür verwendet sie Originalaufnahmen aus „Familienräten”, die sie 2009/2010 im Rahmen eines Pilotprojekts bundesdeutscher Jugendämter mit der Kamera begleitet hat. Familiäre und nachbarschaftliche Netzwerke werden für diese Selbsthilfemethode mobilisiert und zur Erarbeitung der Problemlösung an einen Tisch geholt.

Auf der Bühne steht Familie Häusermann, deren Mitglieder eigentlich überhaupt kein Problem damit haben, dass Miles schwul ist. Und: Die Häusermanns sind auch keine Patchwork Familie. Trotzdem ist Miles von zu Hause abgehauen und Philipp hat am Telefon erfahren, dass Andi nicht sein leiblicher Vater ist. Sie präsentieren den ganz alltäglichen hassens- wie liebenswerten Familienwahn, dem man nicht entkommen kann.

Antragsteller/in DUNJA FUNKE

Veranstaltungstermin 07. bis 11. Januar 2011

Veranstaltungsort THEATER HEBBEL AM UFER (HAU), HAU III

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen DEFA-STIFTUNG, JUGENDAMT BERLIN MITTE, HEBBEL AM UFER THEATER

"DER FAMILIENRAT" © Sebastian Bolesch

"DER FAMILIENRAT" © Sebastian Bolesch

"DER FAMILIENRAT" © Sebastian Bolesch

Heile Welt

Hofmann&Lindholm entdecken eine Marktlücke und öffnen die Bühne für Werbezwecke. Es ist so einfach, wie es klingt: Unter dem Dach des Theaters begegnen sich offensive Dienstleister und potentielle Kunden. Warum sollte man ein so traditionsreiches Kommunikationsmedium wie das Theater marketingstrategisch ungenutzt lassen? Angesichts des sich stetig ausweitenden, nachfragedominierten Käufermarktes scheint es an der Zeit zu sein, die Absatz fördernden Möglichkeiten der Rampe auszuloten und die Illusions-, Präsenz- und Echtheitseffekte des Theaters kommerziell zu verwerten. Werbung verspricht den Bedürftigen eine Steigerung ihrer Attraktivität, sie schafft neue Werte und erlaubt den Glauben an Vorbilder in einer heilen Welt - das Theater kann sich diesem Optimismus nicht länger verweigern. Hofmann&Lindholms aktuelles Projekt erprobt das Schaufenster als moralische Anstalt.

 

Am 19. Juni 2010 erschien in verschiedenen deutschen Tageszeitungen folgende Anzeige: Wir gestalten einen Theaterabend für Ihre Werbezwecke. Berlin / Düsseldorf / Köln. Hofmann&Lindholm, Büro für Angewandte Kulturvermittlung. kontakt@hofmannundlindholm.de.

Antragsteller/in Hofmann & Lindholm

Veranstaltungstermin 23., 24., 25. und 27. September 2010, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer - HAU3, Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer, Berlin Forum Freies Theater Düsseldorf

Internetseiten www.hofmannundlindholm.dewww.hebbel-am-ufer.dewww.forum-freies-theater.de

Aus Privatbesitz

kommunalka 09010

Das Ballhaus Ost ist besetzte Zone. Das gesamte Haus wird zur KOMMUNALKA erklärt: Eine Ost-Europa-WG im Ausnahmezustand!

Interviews mit in Berlin lebenden Osteuropäern waren Ausgangsmaterial dieses Spektakels, das Lebens-, Aktions- und Kunsträume im Rahmen einer großangelegte Collage präsentiert. Der KOMMUNALKA-Besucher ist Teil der Okkupation und wird in den Sog verschiedenster Künste, Sujets und Geschichten osteuropäischer Sehnsüchte, Visionen und Alltagsrituale gezogen. Hierbei ist das Ballhaus-Ost Areal – im Freien wie im Haus selbst – Bühne und Wohnraum zugleich, simultan begeh- und erfahrbar:

So gibt es unter anderem das Zimmer des bulgarischen Opernsängers, den Salon des polnischen Literaten, das KOMMUNALKA-Kino, die ukrainische Friseurstube, den Ort des tschechischen Installationskünstlers, das KOMMUNALKA-Kasino oder den polnischen Metzgerladen; ein russisches Orchester wird das Haus akustisch verändern, eine polnische bildende Künstlerin Räume thematisch gestalten, Radioaktivisten einen eigenen Radiosender bespielen oder eine KOMMUNALKA-Soap im Theatersaal die Herzen erweichen und zerstören … Und was wäre eine KOMMUNALKA ohne ihre Küche …? Also wird gekocht und getrunken bis spät in die Nacht und getanzt bis in den nächsten Morgen hinein.

 

mit TATJANA GOLA, REX JOSWIG, TOBIAS KILIAN, LAURA PARKER, IRINA PLATON, JULIA REZNIK, PETER TRABNER, IVAN VRGOC, sowie GUIDO PLONSKI und PIT SCHULTZ (HERBSTRADIO), KRZYSTOF NIEWRZEDA (LITERAT), LUDEK PESEK PACHL (REBELART), SKAZKA ORCHESTRA, CHOR und ANDEREN AKTIVISTEN

Leitung RALF GRUNWALD, JÜRGEN SCHULTZ Räume HENDRIK SCHEEL Kleider DARIA KORNYSHEVA Autor HANS HENNER HESS

 

Ein Projekt von kommunalka e.V. – initiiert von Jürgen Schultz und Ralf Grunwald

 

Antragsteller/in Jürgen Schultz / Ralf Grunwald

Veranstaltungstermin 3. bis 5. Juni 2010

Veranstaltungsort BallhausOst Berlin

Förderbetrag 90 000 €

Kooperationen BallhausOst

Internetseiten www.kommunalkaberlin.de

www.don-berlin.com

Peaches Does Herself

PEACHES DOES HERSELF

von und mit Peaches und special guests

 

Peaches feiert den 10. Geburtstag ihres Debütalbums "The Teaches Of Peaches" mit einer Oper, die ihre vier Alben zum Thema nimmt. Im Stil eines Jukebox-Musicals, das die Songs eines Künstlers durch eine fiktive Handlung verbindet, hat Peaches eine absurde Oper geschrieben, die den Peaches-Mythos auf die Bühne bringt und dabei ihre Positionen zu gender, Schönheitsnormen und Alter verhandelt. Sie erzählt eine groteske Geschichte nur anhand von 24 ihrer eigenen Songs, ganz ohne Dialoge.

Mit dabei: große Tanznummern, eine Hommage an ihre Lieblingsmusicals und grandiose Überraschungsgäste. Peaches: "Es wird ein fantastisches Musical das niemals am Broadway laufen könnte."

 

Englische Version:

 

PEACHES DOES HERSELF

with and by Peaches and special guests

 

Peaches has decided to celebrate the 10th anniversary of her debut album "The Teaches Of Peaches" by creating an opera centered around her 4 albums. Following in the style of jukebox musicals where the musical works of an artist are put to a fictional subject, Peaches has created an absurd themed Opera (there will be no dialogue besides the songs themselves) that would represent her work and her concerns about gender, beauty and age.

Expect big dance numbers, odes to favorite past musicals and fantastic surprise guests. Peaches: "I want it to be a fantastical musical that broadway would never be able to present."

Antragsteller/in Merrill Nisker (Peaches)

Veranstaltungstermin 4. bis 7. Mai 2011

Veranstaltungsort HAU 1

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer

Internetseiten www.peachesrocks.comwww.peachesofficialblog.comwww.hebbel-am-ufer...r_18745.html

Pressestimmen

Ausschnitt: copyright: Doro Tuch

Polski Express III - The Promised City

 

Das polnische Selbstverständnis hat sich in den letzten Jahren radikal gewandelt. Der Beitritt zur EU hat ebenso wie wirtschaftliches Wachstum auf der einen und Einbruch der Krise auf der anderen Seite das Gesicht der Gesellschaft verändert. Nicht alles hält, was es versprach. Es gibt eine verstärkte Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte. Im Zentrum vieler aktueller Theaterarbeiten stehen heute die Jahre des Zweiten Weltkrieges, die Verbrechen, der Antisemitismus auf der polnischen Seite, die Kollaboration mit den Deutschen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ändert nichts an der Suche nach dem Glück, das nach dem Ende des Kommunismus nur im Kapitalismus zu finden zu sein scheint. Der wiederum hat als alternativloses System bereits eine neue kritische Linke hervorgebracht, die sich der Medien virtuos bedient.

Für unsere dritte Ausgabe von Polski Express haben wir Arbeiten eingeladen, die sich mit der aktuellen Auseinandersetzung mit Geschichte in Polen beschäftigen, Arbeiten, die einen skeptischen Blick auf die kapitalistische Gegenwart werfen, Arbeiten, die sich auf der Suche nach einer eigenen Sprache befinden. Die gefeierte junge Regisseurin Barbara Wysocka lotet in Kaspar (26. bis 28. Mai) die Grenzen der Sprache aus. Kaspar Hauser wird zum Bild von Sprache als einem Gefängnis, einem System aus dem es kein Entrinnen gibt. So, wie es zum kapitalistischen System keine Alternative zu geben scheint, sind wir in Sprache geworfen – es gibt keine Metasprache! Einen ähnlichen Ansatz verfolgen Harakiri Farmers, ein junges Kollektiv aus Krakau, das interdisziplinär arbeitet. In We Are Oh So Lucky! (28. und 29. Mai) schaffen sie eine Hybridtheatersprache, in der Bewegung, Bild und Wort gleich gestellt werden. „Wir sind – ach – so glücklich“, wir haben Glück gehabt, wir sind noch mal davon gekommen. Text, Bild und Bewegung spielen mit der Figur des Lucky aus „Warten auf Godot“ und eröffnen Perspektiven auf die Konstruktion von Realität.

 

Agnieska Olsten hat mit Samsara Disco (25. und 26. Mai) eine Neuinterpretation von Tschechows „Iwanow”, auf der Basis von Wiktor Pelewins „Das Leben der Insekten" vorgelegt. Samsara als der ewige Kreislauf von Werden und Vergehen, in dem Gier, Hass und Verblendung die Triebkräfte sind, die es zu überwinden gilt, trifft auf Disco als einen Ort des Feierns, an dem reine Weltlichkeit zelebriert wird. Nach dem Kommunismus scheint im Konsumismus die einzige Erfüllung zu liegen. Ist hier eine Aufklärung überhaupt möglich? Und woher kommen die Emotionen? Sie sind außerhalb des Scheins zu suchen. Denn schließlich will sich hier jeder Richtung Licht bewegen, landet aber ständig in der Dunkelheit.

 

Wir zeigen zum Festivalstart am 25. Mai einen Live Trailer zum dritten und letzten Teil von Yael Bartanas Filmtrilogie über die polnisch-jüdischen Beziehungen, nach „Mary Koszmary“ (Albträume) und „Mur i wieża“ (Mauer und Turm). We will be strong in our weakness wird einen Kongress der jüdischen Renaissance in Polen präsentieren. Bartana benutzt die visuellen und sprachlichen Charakteristika der Versammlung einer neuen politischen Bewegung, um die universelle Sprache der politischen Propaganda darzustellen - ein Repertoire von Gesten, Rhetorik und Symbolen, die nicht an eine bestimmte Zeit oder Ideologie gebunden sind. Dadurch kann die Geschichte als Form kollektiver Psychotherapie gelesen werden, bei der die nationalen Dämonen geweckt und ans Tageslicht gebracht werden.

 

Im Auftrag des Goethe-Instituts haben die indischen Künstler, Dokumentarfilmer, Networker und Spezialisten für urbane Fragestellungen Monica Narula, Jeebesh Bagchi und Shuddhabrata Sengupta aus dem Raqs Media Collective in drei Metropolen eine Videoinstallation aus Sound, Text- und Archivmaterial mit dem Titel The Capital of Accumulation (25. Mai bis 04. Juli) erstellt. Raqs entwickelt entlang einer an Rosa Luxemburgs „Die Akkumulation des Kapitals“ angelehnten Erzählstruktur eine gemeinsame ökonomische, politische, soziale und urbane Geschichte, die so im 20. Jahrhundert in Berlin, Mumbai oder Warschau stattgefunden haben könnte. Es sind Erzählungen vom Versprechen eines Neubeginns, vom Scheitern und von den Übergängen.

 

Bilder bestimmen das kollektive, gesellschaftliche Gedächtnis und formen so unser Geschichtsbild. Wir erinnern uns an fotografische Momentaufnahmen vom Kniefall Willy Brandts in Warschau (1970), an die Entführung Hanns-Martin Schleyers durch die RAF (1977) oder an das ‚Gladbecker Geiseldrama’ (1988). Wir erinnern uns an Bilder, die als Medienikonen auserkoren wurden. Für die Realisation der Videoinstallation Serie Deutschland (26. bis 29., 31. Mai und 01. Juni) haben Hofmann&Lindholm BürgerInnen verschiedener Städte eingeladen, vor laufender Kamera historische Referenzbilder an Originalschauplätzen nachzustellen. Die Serie wird seit 2008 fortlaufend durch weitere Bildmotive ergänzt.

 

Unter dem Titel reverse fast forward stellt am 27. Mai das kuratorische Team von the KNOT zusammen mit beteiligten Künstlern und special guests in einer live Installation erste Ergebnisse vor. The KNOT ist ein Forschungs- und Imaginationscamp für die Zukunft öffentlicher Räume und Stadt. Bis zum Vortrag hat das Camp und seine Besatzung bereits das Kulturforum und den Mariannenplatz hinter sich gelassen und lagert gerade auf dem Tempelhofer Flugfeld. www.knotland.net

 

Außerdem zeigen wir Das gelobte Land (31. Mai und 01. Juni) des Nobelpreisträgers Wladyslaw Reymont in der Inszenierung von Jan Klata. Reymont hat den Ende des 19. Jahrhunderts spielenden Roman in der Textilindustriestadt Łódź angesiedelt, die durch das Zusammenleben von Polen, Juden und Deutschen geprägt war. Der Stoff wurde von Andzrej Wajda 1974 kongenial verfilmt. Klata bezieht sich nicht nur auf diese beiden Erzählungen, sondern aktualisiert den Stoff radikal unter Bezugnahme auf Oliver Stones Film „Wall Street“ von 1987, dem der Slogan des Stücks „Greed Is Good!“ entnommen wurde. „Gier ist gut“, auch in Zeiten des global organisierten Kapitalismus, das ist das Motto der Protagonisten des Stücks, die versuchen aus der Lage auf skrupellose Weise Profit zu schlagen.

 

In sechs Abendvorträgen zwischen März und Juli 2010 wird die Frage des Glücks im urbanen Kontext untersucht. Kulturanthropologen, Stadtforscher und Architekten beleuchten die Ideologie der Glückssuche und ihre realen Effekte. Am Beispiel einzelner Städte (Warschau, Berlin, Neapel, Bukarest, Las Vegas, Mumbai) eröffnen sich Zusammenhänge von Migration, Tourismus, Stadtplanung und Architektur. Die Verheißungen der Stadt gehen über das Private hinaus und strukturieren die Gesellschaft. Sie sind daher ein Schlüssel zum Verständnis unseres Zusammenlebens.

Konzept: Stefanie Peters, u.a. mit Joanna Tokarska-Bakir am 31. Mai und Norman M. Klein am 01. Juni.

 

Krzysztof Warlikowski eröffnete sein eigenes Theater in Warschau mit (A)pollonia (04. und 05. Juni), einer Inszenierung über Selbstopfer und Menschenopfer seit der Antike. Titelgebend ist die Geschichte der Apolonia Machczynska, die im 2. Weltkrieg 25 jüdische Kinder vor der Gestapo versteckte und sich anstelle ihres Vaters an die Gestapo auslieferte. Fast allegorisch inszeniert Warlikowski diese Figur, die er zwischen antiker Tragödie – Alkestis – und zeitgenössischer Literatur – Elizabeth Costello von J.M. Coetzee – situiert. Nur in Auseinandersetzung und unter Anerkennung der Vergangenheit, auch der Verbrechen der Vergangenheit, kann ein neues Bild entstehen.

 

„Polski Express III“ ist ein Teil des Projekts „The Promised City“, einer kulturellen Initiative zwischen Berlin und Warschau mit Kooperationen in Mumbai und Bukarest: Künstler, Kuratoren, Kulturschaffende und Wissenschaftler aus Deutschland, Polen, Indien und Rumänien entwickeln zahlreiche neue künstlerische Produktionen, die sich interdisziplinär mit den Träumen, Illusionen und dem Glücksversprechen moderner Metropolen auseinandersetzen. www.promised-city.org

 

Polski Express III ist eine Produktion des HAU und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und das Adam-Mickiewicz Institut.

 

Antragsteller/in Hebbel Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 25. Mai bis 5. Juni 2010

Veranstaltungsort HAU 1, 2 und 3 sowie STATION BERLIN

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Polski Express III ist eine Produktion des HAU und wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und das Adam-Mickiewicz Institut.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Pressestimmen

Schnee

SCHNEE

 

Frei nach dem gleichnamigen Roman von Orhan Pamuk

Regie: Hakan Savas Mican

 

Stückfassung: Hakan Savas Mican und Oliver Kontny

Bühne und Kostüm: Lea Walloschke

Musik: Turgay Ayaydinli

Dramaturgie: Irina Szodruch

Produktionsleitung: Kathi Bonjour

Regieassistenz: Paulina Papenfuß

 

Mit

Godehard Giese

Nora Rim Abdel-Maksoud

Aleksandar Tesla

Sesede Terziyan

Mehmet Yilmaz

 

 

Du warst noch nie in Karsberg? Doch, du kommst sogar daher. Und jedes Mal, wenn der Schnee fällt, hoffst du, dass er das Elend und den Schmutz deiner Plattenbaustadt unter sich verdecken und die stille Unschuld der Kindheit wiedererwecken wird. Früher waren wir hier alle Brüder. Heute ist jeder ärmer und stolzer als früher. Die Islamisten gehen von Tür zu Tür. Sie sagen, dass diese Armut, dieses Elend, die über uns gekommen sind, daher rühren, dass wir vom Wege Gottes abgewichen sind. Der andauernde Schneefall ist, wie Orhan Pamuk sagt, eine ermüdende, nervtötende Angelegenheit.

 

Alles, was du in Karsberg tun kannst, ist entweder fernsehen oder gläubig werden oder dich umbringen. Letzteres mögen die Leute nicht, vor allem wenn es Frauen mit Kopftuch tun. Doch wenn Unglücklichsein ein triftiger Grund für Selbstmord wäre, würde die Hälfte der Frauen in Karsberg den Freitod wählen.

 

Karsberg ist ein Loch, wer einmal reinfällt, kommt nie wieder raus.

 

Als Ka in einer Winternacht in der Kleinstadt Karsberg strandet, begegnet er nicht nur seiner Jugendliebe Seide, sondern gerät unvermittelt zwischen die Fronten. Dabei will er nur einen Artikel über die Selbstmordwelle unter jungen Frauen schreiben.

 

Hier, wo jeder alles über jeden weiß, bekämpfen sich radikalisierte Islamisten und militante Deutschisten bis aufs Messer. Wie kann Ka Seide heil aus dem Loch herauszerren und mit sich in die ferne Großstadt nehmen, wenn alle über jeden seiner Schritte Bescheid wissen? Ganz sicher nicht ohne eine Konfrontation mit dem charismatischen Islamistenführer Lapislazuli.

 

Hakan Savas Micans Bühnenadaption von Orhan Pamuks Roman Schnee übersetzt den Stoff in die deutsche Gegenwart und setzt sich mit den brennenden Fragen unserer Zeit mit den Mitteln des türkischen Romanciers auseinander.

 

Nach seinen Theaterstücken Der Besuch, Die Schwäne vom Schlachthof und Warten auf Adam Spielman widmet sich der junge Autor und Regisseur Hakan Savas Mican erstmals der Bearbeitung eines Romans des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk, dessen Stoff er aus der Türkei der 90er in eine fiktive europäische Gegenwart transponiert. Geschickt bildet er so ein Relief zwischen den gesellschaftspolitischen Umständen, dem allerorten erlebbaren Drama einer Liebesgeschichte und den mannigfaltigen Situationen, die das eine mit dem anderen verbinden.

 

Hakan Savas Mican kam 1997 nach Berlin, studierte Regie an der Deutschen Film- und Fernsehakademie und schreibt und inszeniert regelmäßig für das Ballhaus Naunynstraße.

Antragsteller/in Hakan Savas Mican / Koproduktion mit Kultursprünge e.V.

Veranstaltungstermin Premiere 25., 26., 28. und 29. November 2010, 1. bis 5. Dezember 2010, 20 Uhr Publikumsgespräch 10. November 2010, nach der Vorstellung

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstrasse

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Basierend auf dem Buch: KAR von Orhan Pamuk, Copyright © 2002, Alle Rechte vorbehalten.

Internetseiten www.ballhausnaunynstrasse.de

Sehnsucht nach Familie Krause

Es gibt eine Welt, die ist so klein, dass man sie kaum sieht. Doch bevölkert wird sie von Hunderttausenden: die Welt der Modellbaufiguren der Firma Preiser. Zentrum dieser Parallelgesellschaft in 1:87 ist die Familie Krause. Sie ist das Abbild unserer Realität und verkörpert zugleich den Wunsch nach einer besseren Welt. Preiserlein sind die Figuranten eines Traums von Ruhe und Frieden, von Normalität, den zu träumen in einer von Unsicherheit geprägten Welt utopisches Potenzial hat. Wir wollen, dass er wahr wird. Deshalb machen wir uns auf die Suche nach Familie Krause. Sie soll aus ihren Dioramen und Modellen heraus treten, die Skala der eigenen Sehnsucht erweitern, real werden. Und wenn das nicht geht, kommen wir zu ihnen. Wir wollen klein sein. Regression als Offensive. Wer den Preiser-Katalog aufschlägt, wird uns finden!

Antragsteller/in Schauplatz International, Lars Studer

Veranstaltungstermin Premiere 14. Mai 2010, 20 Uhr - 15., 16., 23., 24., 28., 29., 30. Mai 2010, jeweils 20 Uhr

Veranstaltungsort Theaterdiscounter, Klosterstraße 44, Berlin Mitte

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen präsentiert von: ausland Berlin Förderer: HKF, MIGROS Kulturprozent, Stadt Bern, Kanton Bern Koproduzenten: Ringlokschuppen Müheim an der Ruhr, Schlachthaus Theater Bern, Kaserne Basel Medienpartner: taz, zitty Berlin

Internetseiten www.schauplatzinte...national.netwww.ausland-berlin.dewww.theaterdiscounter.de

Pressestimmen

The Four of the Gas Station

The Four of the Gas Station

 

Eine Theaterminiatur über die Ressourcen Erdöl und Freundschaft

- basierend auf "Die Drei von der Tankstelle"

 

Die Tankstelle aus dem Musical-Film-Klassiker "Die Drei von der Tankstelle" (1930) wird zum exklusiven Theater. In der rekonstruierten Tankstelle erleben die Zuschauer die wahre Geschichte von Rühmann und Co., die in den 30er Jahren dem Filmschnitt zum Opfer fiel. In der allgemein bekannten Fassung von „Die Drei von der Tankstelle“ verkaufen drei Freunde ihren Mercedes in der Wirtschaftskrise, um von dem Erlös eine Tankstelle aufzumachen. post theater erzählt nun mit Schauspiel, Medienkunst und Installation, wie es wirklich war, und was knappe Ressourcen, Ölkatastrophen und andere energiegeladene Themen mit der wichtigsten Wärmequelle zu tun haben: Freundschaft.

 

Antragsteller/in post theater / Max Schumacher

Veranstaltungstermin 28., 29., 30. Dezember 2010 zweite Serie im März 2011 (t.b.a.)

Veranstaltungsort Radialsystem V

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Akademie Schloss Solitude Stuttgart, KUTAG

Internetseiten www.posttheater.com