Der Dokumenararchäologe in Südostasien

Der Dokumentararchäologe in Südostasien

 

Seit Ende 2008 arbeitet Jörg Herold an einer Folge von Bildwelten zu einem fiktiv erschaffenen Land. In loser Reihung überarbeiteter Kopien von ethnografischen Fotos hinterfragt er mit kritischem Blick das Fremde und Unbekannte. Seine Arbeiten beinhalten dabei seine Sicht auf Prozesse des Verlöschens weltweiter Lebensgemeinschaften auf allen Ebenen sozialer Strukturen. Unter dem theoretischen Dach der „Postkolonialen Transformation“ analysiert er verschiedene Formen von Identität im lokalen und globalen Kontext, Aspekte der Gewalt und ihre Auswirkungen auf Natur und Landschaft. In Bildern, Skulpturen und Texten dokumentiert er die beschleunigte Konversion sozialer und kosmologischer Organisationen. Die Arbeiten befragen Vorstellungen zu Körperlichkeit und Muster von Ritualen marginalisierter Völker. Ähnliche thematische Ansätze führten ihn bereits 2006 und 2007 auf Reisen als Dokumentararchäologe zur Wiege Europas: der Kaukasus. Eine Region von Gegensätzlichkeiten in Kultur, Religion und Brauchtum, verwurzelt in Jahrhunderte alten Traditionen. Dort suchte er den Ursprung Europas, warf einen Blick auf das Ursprüngliche, die Schönheit der Wildnis, das vermeintliche Paradies Gottes. Doch die Wirren vieler Konflikte haben tiefe Narben hinterlassen in den paradiesischen Orten und mancher Streit ist noch nicht entschieden.

Vor diesem Hintergrund fühlte Jörg Herold sich herausgefordert an Orten gestillter Geschichte „zu graben“ und Wurzelwerk an Überlieferungen freizulegen – der Eingriff des Künstlers als Zeitzeuge.

Die Reise nach Süd-Ost-Asien folgte diesen konzeptionellen Überlegungen und Wirkungsansätzen erneut. In einer 6 bis 8-wöchigen Reise durch Vietnam, Kambodscha, Thailand und Laos beleuchtete er die indigenen Konstruktionen von Gemeinwesen, sowie deren Interaktionen zwischen der „zentralen“ und der „peripheren“ Gesellschaft näher.

Erste Ergebnisse seiner Kaukasusreise waren im Januar 2009 in Berlin zu sehen. Weiterführende Arbeiten sind im Kontext der Reise nach Süd-Ost-Asien entstanden.

 

Als Dokumentararchäologe dokumentiert er nun in künstlerischer Auseinandersetzung filmisch, fotografisch und zeichnerisch die Muster von Ritualen des Alltags, welche die beschleunigten Prozesse der Transformation der Gesellschaft darstellen. Die künstlerische Aufarbeitung der Reise als Dokumentararchäologe wird in einer Ausstellung präsentiert. Es entstehen Leinwandarbeiten, Zeichnungen und eine sog. „Minoritätenbox“, eine begehbaren Installation, die das Kernstück der Ausstellung bildet.

 

Antragsteller/in Jörg Herold

Veranstaltungstermin 22. Januar bis 12. März 2011

Veranstaltungsort Berlin

Förderbetrag 25.000 €

Jörg Herold „Feldarbeit“ aus der Serie „Tuol Sleng“, 2010

M FOR FAKE - Ehe und Schein in der Kunst Nataša Drakulas

“Eine Scheinehe ist eine Ehe, die man für die Scheine braucht.” Anonyma

 

Eine Ehe in Deutschland zu schließen ist – zumindest in der Vorbereitung – eine sehr aufwändige Angelegenheit. Teilweise absurde Züge erhält das Vorhaben, falls einer der künftigen Ehepartner Ausländer ist. Von Romantik keine Spur. Nataša Drakula nähert sich dem Thema aus künstlerischer Sicht und holt in ihren Arbeiten die Menschen aus der Abstraktheit der aktuellen Integrationsdebatte.

 

Die Künstlerin stellt dieser – damit sehr persönlichen – Ausstellung im Kunsthaus Meinblau ein Video ihrer eigener Hochzeit voran. EINE GANZ NORMALE HOCHZEIT zeigt dem Betrachter die Protagonisten und Bilder einer scheinbar fröhlichen und vergnügten Hochzeit. Aber zeigen diese Sequenzen wirklich das, was es zu sein scheint?

Mit der Multi-Channel-Installation M FOR FAKE werden dem Beispiele anderer Ehen – Schutzehen, Scheinehen, Zweckehen – gegenübergestellt. Nataša Drakula befragt mehrere anonyme Beteiligte nach ihren Erfahrungen und Motivationen, nach ihren Ängsten und Bedürfnissen. In Bild und Ton berichten Betroffene, welche existenziellen Diskussionen mit den Partnern geführt wurden und wo Entscheidungen den Bescheinigungen bzw. dem Staat zuliebe getroffen werden mussten.

 

Der Betrachter bekommt eine Ahnung vom Ungleichgewicht zwischen den Partnern in binationalen Ehen. So ist die Frage der Aufenthaltsgenehmigung belastend für jede Freundschaft, viele Beziehungen scheitern an ihr. Selbst über Menschen die aus Liebe geheiratet haben, schwebt stets der staatliche Verdacht der Scheinehe. „Mit dem Projekt versuche ich zu zeigen, durch welche absurden Lebensphasen viele Menschen gezwungen werden und was dies für sie bedeutet.“ so Nataša Drakula über ihre neuesten Arbeiten. „Damit hoffe ich zum besseren Verständnis zwischen Ausländern und Deutschen beizutragen, vielleicht sogar, diese Klassifizierungen aufzuweichen.“

 

Videoinstallationen:

EINE GANZ NORMALE HOCHZEIT (1-channel)

M FOR FAKE (4-channel)

 

Fotos:

M FOR FAKE

• 2 Leuchtkästen 100x100 cm

• Groß-Formate 80x120 cm

• 16 Klein-Formate 40x60 cm

 

Nataša Drakula, geboren im ehemaligen Jugoslawien, lebt seit 1991 in Deutschland. Sie studierte an der Kunsthochschule in Bremen und erwarb ihren Master of Arts an der UdK Berlin. Nataša Drakula arbeitet als Dozentin für visuelle Kommunikation an zahlreichen deutschen Universitäten und Kunsthochschulen und hält Vorträge auf Fachkonferenzen. Die Galerie Meinblau zeigt die erste Einzelausstellung der in Berlin und auf Hvar lebenden Künstlerin.

 

Die Ausstellung wird mit einem Blog unter: scheinehe.blogspot.com begleitet.

Weiterhin ist eine Podiumsdiskussion geplant.

 

Antragsteller/in Natasa Drakula

Veranstaltungstermin 26. September - 17. Oktober 2010 Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 14.00 bis 20.00 Uhr Eröffnung: Sonnabend, 25. September 2010, ab 19.00 Uhr

Veranstaltungsort Kunsthaus Meinblau

Förderbetrag 7.500 €

Kooperationen Meinblau e.V.

Hochzeit1

Hochzeit2

Hochzeit3

Temporäres Denkmal für Johann Trollmann

Die BEWEGUNG NURR und Florian Göpfert wollen mit ihrem temporären Denkmal 9841 – der Titel greift die Häftlingsnummer Trollmanns aus dem KZ Neuengamme auf – an einen außergewöhnlichen deutschen Sportler erinnern, dem aufgrund seiner ethnischen Wurzeln im Nationalsozialismus Erfolg und sozialer Aufstieg versagt blieben. Entrechtet und ausgegrenzt, verlor Trollmann schrittweise seine Existenzgrundlage, wurde 1942 im KZ Neuengamme inhaftiert und schließlich 1944 im KZ Wittenberge ermordet.

Der über eine Ringecke abgesenkte Boxring in originaler Größe übersetzt die soziale und politische Gefährdung, die Trollmanns Leben beherrschte, in ein dreidimensionales Objekt. Die schräge Ebene des Boxrings garantiert keinen Halt mehr, so wie die brutale Diffamierung „nicht-arischer“ Menschen zu Beginn des Dritten Reiches Trollmann sukzessive in den Abgrund von Rechtlosigkeit und Verfolgung zog. Er verlor nicht nur seinen rechtmäßigen Anspruch auf den sportlichen Titel, sondern letztlich auch – und mit ihm viele „nicht-arische“ Sportler – sein Leben.

Den 9. Juni 1933, der Tag, an dem Trollmann Deutscher Meister im Halbschwergewicht wurde, möchten wir 2010 zum Anlass nehmen, die Boxring-Skulptur 9841 im Viktoriapark in Kreuzberg einzuweihen.

Im Jahr 2004 wurde Trollmann posthum der Titel des Deutschen Meisters im Halbschwergewicht vom Berufsverband Deutscher Boxer wieder zuerkannt, seine Heimatstadt Hannover benannte einen Fußgängerweg nach ihm. Mit der Skulptur 9841 soll das Schicksal Trollmanns wieder in den öffentlichen Fokus jener Stadt gerückt werden, in der das Ende seiner Boxerkarriere brutal besiegelt wurde.

Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm wird die Intervention im öffentlichen Raum begleiten und die Skulptur zeitweilig in eine Bühne und Plattform für Begegnungen verwandeln. Als Beitrag zur aktiven Geschichtsvermittlung konzipiert die Künstlerin Mona Jas in Zusammenarbeit mit der nahegelegenen Bildungseinrichtung die gelbe Villa ein Kunstvermittlungsprogramm für Schüler, die sich in mehrmonatigen Projekten mit Themen wie Ausgrenzung, Intoleranz und Rassismus auseinandersetzen werden.

 

Die BEWEGUNG NURR und Florian Göpfert begannen Ende 2008 mit der Projektentwicklung für das temporäre Denkmal 9841.

Das Künstlerkollektiv BEWEGUNG NURR (http://nurr.net/) wurde 1989 in Dresden von Christian Steuer, Alekos Hofstetter und Daniel H. Wild gegründet und arbeitete von 1996 – 2008 in der Besetzung Christian Steuer, Alekos Hofstetter, Lokiev Stoof. Seit 2010 ist die BEWEGUNG NURR als Künstlerduo (Hofstetter & Steuer) tätig.

 

Antragsteller/in Lith Bahlmann und Simon Marschke

Veranstaltungstermin 9. Juni bis 16. Juli 2010

Veranstaltungsort Viktoriapark Berlin

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Amadeu Antonio Stiftung, Berlin Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg e.V. Zentralrat Deutscher Sinti und Roma workstation-ideenwerkstatt Berlin e.V. Die gelben Villa, Berlin Manuel Trollmann

Internetseiten www.trollmann.info

Johann Trollmann auf dem Höhepunkt seiner Karriere in den letzten Jahren der Weimarer Republik copyright Manuel Trollmann

Flora-Theater in Hamburg, 26. Februar 1933, Kampf gegen Fred Bölck copyright Manuel Trollmann

THE KNOT - linking the existing with the imaginary / a mobile laboratory

THE KNOT – linking the existing with the imaginary

 

THE KNOT BERLIN.

Kulturforum. 28.04.2010 – 01.05.2010.

Mariannenplatz. 04.05.2010 – 16.05.2010.

Flughafen Tempelhof. 17.05.2010 – 30.05.2010.

 

THE KNOT ist eine mobile Plattform, die von Ende April 2010 bis Ende Mai 2010 in Berlin (und danach in Warschau, 15. Juni - 16. Juli, und Bukarest, 8. -31. Oktober) verschiedene Orte im öffentlichen Raum besetzt und zum freien Begegnungs-, Austausch- und künstlerischen Versuchsraum umfunktioniert. In der Aktivierung des öffentlichen Raums verfolgt THE KNOT die Frage nach dem Umgang mit Kunst außerhalb schützender Institutionen, die angewandte Forschung über die Chancen öffentlicher Räume und die Schaffung eines experimentellen Raums für neue Formen der Kooperation im „digital age“.

 

Im Gegensatz zur Frontalität musealer Präsentation, ist das umfangreiche Programm von THE KNOT durch das Moment der Gleichzeitigkeit bestimmt. Dieser ‚Live-Aspekt’ bewirkt, dass alle, Agierende und Zuschauer, gemeinsam vor Ort und in Echtzeit erleben und handeln. Die künstlerische Produktion entsteht nicht in der Intimität eines verschlossenen Ateliers, sondern dieser Prozess wird an einen öffentlichen Ort der Herstellung und künstlerischen Produktion verlegt: THE KNOT.

 

Zentrum aller Handlungen und Aktionen ist ein speziell für THE KNOT konzipiertes mobiles Forschungslabor, das sich an urbane Situationen anpasst und auf diese reagieren kann. Es wird gleichzeitig als Produktions- und Veranstaltungsort genutzt und bietet Raum für verschiedene Funktionen, die alltägliche Abläufe und Rituale der einzelnen Orte überlagern.

 

Das Programm verbindet on-going Projekte (KNOT Residents. Pola Dwurnik, Katharina Koch, Roman Dziadkiewicz, Michelle Teran, Heimo Lattner und Kai Schiemenz) mit spezifisch für einen Ort entwickelten künstlerischen Arbeiten, wie der Fotoworkshop von Kottishop auf dem Mariannenplatz am 5. Mai und Tages- und Abendveranstaltungen, darunter der „Kampf um den goldenen Schlüssel zum Kulturforum“, ein Tischtenniswettbewerb von Ping Pong Country am 1. Mai oder der performative Vortrag „reverse fast forward“ des Kuratorenteams von THE KNOT (Markus Bader/raumlabor berlin, Oliver Baurhenn/DISK/CTM, Kuba Szreder/freier Kurator und Raluca Voinea/E-cart.ro) im HAU 2 am 27. Mai. Als work-in-progress-Projekt wird das Programm ständig auf www.knotland.net veröffentlicht und aktualisiert.

 

INITIATOREN.PARTNER.FÖRDERER. THE KNOT ist ein Projekt kuratiert von: Markus Bader (raumlabor berlin), Oliver Baurhenn (DISK/CTM), Kuba Szreder, Raluca Voinea (E-cart.ro). THE KNOT wird organisiert von: Goethe-Institut, Polnisches Institut, raumlabor Berlin und Asociata E-cart.ro. THE KNOT wird finanziert von: EU-Kulturprogramm (Programm Warschau & Bukarest), Hauptstadtkulturfonds Berlin (Programm Berlin). THE KNOT wird unterstützt von: Goethe Institut, Polnisches Institut Berlin, Neuer Berliner Kunstverein, Rumänisches Kulturinstitut Berlin und Warschau.

 

KONTAKT/LINKS. Weitere Informationen unter

www.knotland.net

 

KÜNSTLER & TEILNEHMER. BERLIN. 8Rolek & Tsar Poloz, Prof. Georg Augustin, Berliner Gazette with Caspar Clemens Mierau & Magdalena Taube, Bricolagekitchen with Oneoftheroughs, Boris Buden, Centrala, Critical Practice, Pola Dwurnik, Roman Dziadkiewicz, Joanna Erbel, Vasile Ernu, Exzyst, Graw & Böckler, h.arta, Owen Hatherley, Helmut Hoege, IFAU, Kashanti, Claus Käpplinger, Katharina Koch, Wojtek Kosma feat. Dwayne Browne, Kottishop with Stefan Endewardt & Anne Kohl & Christopher Robotham & Philipp Winkelmeier, Michal Kozłowski, Kasia Krakowiak, Maciej Kurak, Heimo Lattner, Ewa Majewska, Massmix, Lopez Mausere, metroZones, Modulorbeat, Vlad Morariu, Marion von Osten, ParadisGaraj & The Bureau of Melodramatic Research & Olivia Mihălţianu, Stefanie Peter, raumlabor, Reactor, Barbara Reisinger, Natalia Romik, Tomek Sacilowski & Igor Krenz, Kai Schiemenz, Schtraf, Janek Simon, Simon Sheikh, Janek Sowa, Peter Spillmann, Szabó Péter/ Jackie Triste & Margitházi Beata, < > TAG, Michelle Teran, Ovidiu Ţichindeleanu, Kathrin Wildner, Dilmana Yordanova & Mihaela Kavdanska und mehr

 

Antragsteller/in raumlabor-projekte GbR

Veranstaltungstermin 28. April bis 30. Mai 2010

Veranstaltungsort Kulturforum / Mariannenplatz / Flugfeld Tempelhof

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Fundacja B&#281;c Zmiana, Skulpturenpark Berlin/KUNSTrePublik e.V., DISK e.V. & CTM, General Public u.a.. THE KNOT wird veranstaltet von: HAU - Hebbel Theater Berlin GmbH & Kunstraum Kreuzberg/ Bethanien.

Internetseiten www.knotland.net

&#63721; THE KNOT

THE TRUE STORY OF JOHN WEBBER AND HIS ENDLESS STRUGGLE WITH THE TABLE OF CONTENT

Das erste abendfüllende Stück der israelischen Bildenden Künstlerin Keren Cytter entstand in Zusammenarbeit mit D.I.E. Now (Dance International Europe), einer jüngst von Cytter gegründeten Tanzkompagnie. Der politische Aktivist John Webber und die Grafikdesignerin Linda Schultz erwachen eines Morgens und stellen fest, dass sie einem unerwarteten wie radikalen Geschlechtertausch unterzogen wurden. Die Auswirkungen dieses Ereignisses haben einen Dominoeffekt auf die Gesellschaft, Sexualpolitik und Identität und münden letztlich in einer Revolution. Den Weg dorthin erzählt Cytter spielerisch mit Film, Sprache, Bildern, Choreografie, Performance und Lichtprojektionen.

Inspiration für „The True Story...“ fand Cytter u.a. bei Pina Bausch, der Batsheva Dance Company, Samuel Beckett, Disney on Ice, Michael Jackson, Yvonne Rainer und dem Dancefloor-Hit der 80er-Jahre, Lambada, um daraus ein Stück zu erarbeiten, das sich seinem Thema mit viel Einblick und Humor annimmt.

Von Cytter als fortlaufendes Projekt entwickelt und von der Plattform If I Can't Dance, I Don't Want To Be Part of Your Revolution (Amsterdam) beauftragt, erforscht die Arbeit das Thema und den Begriff der Maskerade. Cytter hat hierfür eine Reihe neuer Arbeiten kreiert, darunter eine Interpretation der bahnbrechenden Performance von Dan Graham aus dem Jahr 1975, Performer/Audience/Mirror in Bilbao (im HAU 3 vor den Vorstellungen zu sehen), sowie mehrere Filme, die prägend für diese Performance waren. Der ersten „Episode“, einer kurze Theaterarbeit in Dublin (2009), folgten in November 2009 Abende in der Tate Modern (London) und bei der Performa in New York unter dem Titel „History In The Making Or the Secret Diaries Of Linda Schultz“.

 

Antragsteller/in Keren Cytter

Veranstaltungstermin 21. bis 24. Januar 2010

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, HAU 3

Förderbetrag 28.000 €

Kooperationen Beauftragt von If I Can't Dance, I Don't Want To Be Part Of Your Revolution (Amsterdam). Koproduziert von Hebbel am Ufer (Berlin), Performa (New York) und Tate Modern (London).

Internetseiten www.ificantdance.orgwww.hebbel-am-ufer.dewww.performa-arts.orgwww.tate.org.uk/modern

RIGHTS OF REPRODUCTIONFor photographs of performance at The Kitchen 2009COPYRIGHT retained by: Paula Court56 Mac Dougal St. Apt.30New York, NY 10012courtpaula@gmail.comTel:212 254 3991

Eliot Wyman / Tate Modern

The way it is. Eine Ästhetik des Widerstandes - Alfredo Jaar

Das RealismusStudio der NGBK zeigt 2011 eine Retrospektive über das Werk des international renommierten und weltweit agierenden Künstlers Alfredo Jaar in Berlin. Die frühen künstlerischen Arbeiten Alfredo Jaars - hochpolitische Interventionen im öffentlichen Raum, die er zwischen 1978 und 1981 noch in Chile verwirklicht hat sind hierzulande noch

völlig unbekannt. Bekannt wurde er mit teilweise spektakulären Einzelprojekten, wie auf der documenta 11 oder im Pergamonmuseum (1992). Die Werkschau Alfredo Jaars ist dezentral angelegt.

Antragsteller/in Neue Gesellschaft für Bildende Kunst

Veranstaltungstermin Frühjahr 2012 (März-April)

Veranstaltungsort NGBK, Berlinische Galerie und weitere Ausstellungshäuser

Förderbetrag 30.000 € (2010) 190.000 € (2011)

Internetseiten www.ngbk.de

Alfredo Jaar Eine Ästhetik des Widerstands, 1992

Alfredo Jaar Eine Ästhetik des Widerstands, 1992

YOU KILLED ME FIRST

Karen Finley, Tessa Hughes-Freeland, Richard Kern, Lung Leg, Lydia Lunch, Kembra Pfahler, Casandra Stark, Tommy Turner, David Wojnarowicz, Nick Zedd

 

"There will be blood, shame, pain and ecstasy, the likes of which no one has yet imagined."

Nick Zedd

 

Albtraumhafte Gewaltszenarien, dramatische Seelenzustände, perverse sexuelle Abgründe: Die bewusst auf Schock, Provokation und Konfrontation angelegten Filme des Cinema of Transgression zeugen von einer außergewöhnlichen Radikalität. In den 1980er Jahren ging eine Gruppe von Filmemachern in der New Yorker Lower East Side auf Kollisionskurs mit der amerikanischen Gesellschaft. Alle moralischen und ästhetischen Grenzen überschreitend, enthüllten sie in ihren Filmen eine soziale Härte, die auf gesellschaftspolitische Gleichgültigkeit trifft. In den teilweise mit geklautem Kameraequipment gedrehten Low-Budget-Filmen manifestieren sich scharfe Analysen des von Kriminalität, Brutalität, Drogen, Aids, Sex und Exzessen geprägten Lebens in der Lower East Side.

 

Wenngleich die Bewegung bislang weitestgehend unbekannt blieb, hat das Cinema of Transgression nachfolgende Künstlergenerationen maßgeblich beeinflusst.

 

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Antragsteller/in KW Institute for Contemporary Art - Kunst-Werke Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 19. Februar bis 9. April 2012

Veranstaltungsort KW Institute for Contemporary Art

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen --

Internetseiten www.kw-berlin.de