ARS MORIENDI. Ein Musiktheater über die Kunst des Sterbens

Tübingen, 1983. Eine Gruppe Philosophen diskutiert über das Buch «Der symbolische Tausch und der Tod» des französischen Soziologen Jean Baudrillard. Mit hohem Kraftaufwand arbeiten sich die Redner an der Metapher des Todes ab und rücken dabei, Runde für Runde, der Monstrosität des eigenen Sterbens näher. Umso stärker sich die Einsicht über die Sinnlosigkeit ihrer philosophischen Bestrebungen breit macht, umso größer wird die Lust an der Verausgabung im Sprechen – bis zum unweigerlichen Ende.

Und so übernimmt mehr und mehr die Musik den Diskurs: Unter der musikalischen Leitung des international renommierten Barockspezialisten Anthony Rooley lassen zwölf Sängerinnen und Musiker u.a. Henry Purcells «Funeral Music for Queen Mary» wiederauferstehen. Ursprünglich zur feierlichen Begleitung des Sarges komponiert, gelangt Purcells Musik im theatralen Rahmen zu neuer Bedeutung.

 

«Ars moriendi» entsteht in Zusammenarbeit mit der Schola Cantorum Basiliensis – Basler Hochschule für Alte Musik. In der Überlagerung von szenischen Gesprächen und barocker Sterbemusik verhandelt die Schweizer Theatergruppe CapriConnection den verdrängt geglaubten und doch allgegenwärtigen Tod in unserer Gesellschaft.

 

Antragsteller/in CapriConnection

Veranstaltungstermin Premiere am 24. Juni 2010, 19:30 Weitere Vorstellungen: 25. bis 27. Juni 2010, jeweils 19:30

Veranstaltungsort Theater Hebbel-am-Ufer, HAU 1

Förderbetrag 47.000 €

Kooperationen Schola Cantorum Basiliensis Theater Hebbel-am-Ufer Berlin Kaserne Basel Theater Chur Westdeutscher Rundfunk Köln

Internetseiten www.capriconnection.chwww.scb-basel.ch

Muriel Comby (Grafik) E-Flyer

BARNES DANCE - Straßenoper für 7 Stimmen, 4 Schlagzeuger und 1 Joker

In der Mitte des Raumes ist eine quadratische Bühne. Sieben Sängerinnen und Sänger gehen über die Bühne. An jeder Ecke der Bühne sitzt ein Schlagzeuger. Das Publikum sitzt rund um das Quadrat.

 

Das Problem war der zunehmende Straßenverkehr. Der „Barnes Dance“ war ein Lösungsvorschlag des amerikanischen Verkehrsingenieurs Mr. Henry Barnes: Eine Ampelschaltung, bei der alle FußgängerInnen gleichzeitig grün haben und so auch diagonal über die Kreuzung gehen konnten.

 

Das Problem jetzt sind die Stimmen der Sängerinnen und Sänger, die vielfältiger nicht sein könnten. Der Lösungsvorschlag für diesen Barnes Dance ist eine Komposition für sieben SängerInnen und vier Schlagzeuger, die durchlässig ist für Fremdes.

Das Zeitmaß der Komposition basiert auf einer Am- pelschaltung, unterteilt durch die Schritte der PassantInnen und die Trommelschläge der Schlagzeu- ger. Motto ist dabei Henry Barnes' Jobbeschreibung: „The traffic engineer transforms disorganized confusion into orderly chaos.“

 

Antragsteller/in Nicholas Bussmann

Veranstaltungstermin 16., 17., 18., 19. September 2010 um 20:00 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Grand Prix d'Amour Productions und Sophiensaele Berlin. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung der Allianz Kulturstiftung im Rahmen der Aktion KulturAllianzen. Allianz Generalvertretung Kothe & Christ oHG www.kothe-christ.de

Internetseiten www.sophiensaele.comwww.grandprixdamour.com

Falsche Freizeit - Elektronische Arbeitsplätze für den Ruhestand

Daniel Kötter / Hannes Seidl

Falsche Freizeit

Elektronische Arbeitsplätze für den Ruhestand

 

Aufführungen

17., 18.,9.*, 22., 23., 24. Juni 2010

19.30 Uhr

19.00*) Publikumsgespräch mit Waffeln im Anschluss an die Vorstellung

 

Ort

Sophiensaele, Festsaal

Sophienstr. 18

10178 Berlin

 

Karten

13,00 / 8,00 Euro

 

Kartenkauf und Reservierung:

T (030) 283 52 66 oder www.sophiensaele.com/kartenreservierung.php

 

Sie bauen, bohren, schrauben, fräsen - sie machen das, was sie schon immer getan haben oder was sie schon immer tun wollten. Nebeneinander erarbeiten sich die Rentner ihre Bühne, jeder für sich. Die ehemalige Arbeit ist die neue Freizeit ist die neue Arbeit:

Der Ruhestand ist laut. Ein elektronisches Konzert mit Bildern.

 

Hatten Daniel Kötter und Hannes Seidl in ihrem Musiktheater-Stück "Falsche Arbeit" vor zwei Jahren in Stuttgart (Musik der Jahrhunderte) Probehandlungen für ein mögliches zukünftiges Erwerbsleben zu visuell-musikalischem Material umgewidmet, so steht diesmal - sozusagen fünfzig Jahre später - das bereits erworbene Expertentum im Zentrum: Tätigkeiten, die nach wie vor beherrscht und erinnert werden können, aber in keinem funktionalen Erwerbszusammenhang mehr stehen und somit prädestiniert sind für die Bühne, von ihrem ursprünglichen Kontext losgelöst und als Material des audiovisuell zu komponierenden Musiktheaters.

 

Mit: Ingolf Haedicke, Enrique Gonzalez-Rubiera, Heinrich Meusel, Georg Morawietz u.a.

Komposition, Video, Regie, Raum: Daniel Kötter / Hannes Seidl

 

Ausstattungsassistenz: Ana Ticak

Regie-/Dramaturgieassistenz: Juliane Beck

Produktionsleitung: Marc Pohl

Technik: Walter Freitag, Maximilian Marcoll

 

Eine Produktion von Daniel Kötter / Hannes Seidl und Sophiensaele. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste.

 

Antragsteller/in Daniel Kötter / Hannes Seidl

Veranstaltungstermin 17., 18., 19.*, 22., 23. und 24. Juni 2010 19.30 Uhr Juni 19.00 Uhr*) Publikumsgespräch mit Waffeln im Anschluss an die Vorstellung

Veranstaltungsort Sophiensaele (Festsaal), Sophienstr. 18, 10178 Berlin

Förderbetrag 37.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Daniel Kötter / Hannes Seidl und Sophiensaele. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Studios für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste.

Internetseiten www.sophiensaele.c...IDstueck=766

Galaxy Hotel [play for music]

Galaxy Hotel [play for music]

von Burkhard Friedrich und Herbordt/Mohren

 

Einer probiert 24 Varianten auf einem Stuhl zu sitzen. Ein anderer hält die Luft an und beobachtet das Licht auf seinen Füßen. Ein dritter geht in die Mitte des Raumes, misst mit Blicken dessen Weite, dreht sich um, und verlässt das Zimmer auf gleichem Wege.

 

Sie sind Vater, Sohn und Kind – oder einfach nur drei Körper unterschiedlichen Alters, die sich das Bild irgendeines Lebens erspielen. Galaxy Hotel [play for music] changiert zwischen Handeln und Handlung, der Banalität alltäglicher Bewegungen und ihrer theatralen Überhöhung.

 

Drei Performer-Generationen begegnen sich im offenen Regelfeld eines choreographischen Spiels. Sie sampeln Bewegungsabläufe immer neu, bauen Bilder mit ihren Körpern und lösen sie wieder auf. Es ist ein Spiel mit der Vorstellungskraft der Zuschauer, mit ihrer Erinnerung und der Fähigkeit zu vergessen. Es ist ein Spiel mit jenem Moment, wenn Start und Stopp, Anfang und Ende zusammenfallen.

 

 

 

Antragsteller/in ensemble Intégrales

Veranstaltungstermin 27., 28., 29., 30. und 31. Januar 2010, jeweils 20 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele, Festssaal

Förderbetrag 36.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion von ensemble Intégrales und soniq performing arts mit Kampnagel Hamburg und Sophiensaele Berlin in Zusammenarbeit mit Festival Ultraschall. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Kulturbehörde Hamburg, der Zeit-Stiftung und der Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung.

Galaxy Hotel [play for music] (Foto: Maximilian v. Aulock)

Hoffmanns Erzählungen

Hoffmann erzählt. Von sich, von seinem Leben als Dichter und von den Frauen, die ihm übel mitspielen. Schon vier Mal wurde er ihr Opfer, immer blieb seine Liebe unerfüllt. Hoffmanns Geschichten sind beliebt; ein willkommener Zeitvertreib in der Pause zwischen dem ersten und dem zweiten Akt von Don Giovanni, in der man im Gasthaus einkehrt und behaglich ein Glas Punsch trinkt. Gebannt umringen die Zuhörer den Kneipenpoeten und lauschen seinen Fantasien von einem tanzenden Püppchen, magischen Brillen, einem dämonischen Doktor, der durch Wände gehen kann, von einer Sängerin, die stirbt, wenn sie singt, von Zwergen und einer verführerischen Kurtisane, die Spiegelbilder und Schatten raubt. Bald ist die Opernaufführung vergessen und auch jene großartige Hauptdarstellerin, von deren betörender Stimme und Schönheit das Publikum eben noch so erfüllt war. Doch es ist keine andere als diese berühmte Sängerin Stella, von der Hoffmann erzählt. Sie und er waren einst ein Liebespaar mit großen Plänen. Heute ist Stella erfolgreich, ganz im Gegensatz zu ihm. Was dazwischen geschah, liegt im Dunkeln... Wirklich?

 

Keine große, hehre Oper über einen Dichter und sein Liebesleiden, sondern feinsinnige Parodie des männlichen Künstlers und seines problematischen Verhältnisses zur Frau: so sehen Janka Voigt und Florian Lutz Jacques Offenbachs letztes Werk. Denn die Reihenfolge der berühmten Erzählungen von Olympia, Antonia und Giulietta ist nicht so zufällig, wie die traurige Aufführungsgeschichte dieser Oper oft behauptet hat. Mit zahlreichen Zitaten aus dem Werk E.T.A. Hoffmanns knüpfen sie ein anspielungsreiches Netz zwischen dem Dichter und seinen Phantasien und lassen einen zentralen Konflikt hinter der Projektion der Frau ahnen. Erzählen, um zu verleumden, um an der Liebe zu leiden...

 

In seiner zweiten Musiktheaterproduktion für das HAU1 nach „Strangers“ setzt sich das Team mit dem Geschichtenerzählen im Bezug zu dem, was der Künstler erlebt und erfühlt, mit dem Changieren zwischen Realität und Fiktion, mit der Theaterillusion überhaupt auseinander. Denn „Hoffmanns Erzählungen“ enthalten viel mehr vom hintergründigen Witz der frühen Offenbachiaden, als man gemeinhin annimmt. Einen Schlüssel liefert der große Abgesang der Oper: „Groß macht uns die Liebe, doch größer noch das Leid.“

Antragsteller/in Florian Lutz

Veranstaltungstermin 5.-11. Januar 2011

Veranstaltungsort HAU1

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen HAU1

Internetseiten www.dichterluege.de

Olympia-Akt (Foto: Benjamin Krieg)

Antonia-Akt (Foto: Benjamin Krieg)

Yuka Yanagihara als Giulietta (Foto: Benjamin Krieg)

Intrigo Internazionale KV 492

Moderne Macht beruht fundamental auf Geheimnissen und Geheimhaltung, auf Ausspähung, Desinformation und Verrat. Spionage und Bespitzelung sind unverzichtbare Mittel der Regierungstechnik, Kriegsführung und Informationsgewinnung. Intrigo Internazionale (KV 492) behandelt das Thema Geheimdienste und wie deren Techniken in das Private eindringen – inspiriert von Mozarts Le nozze di Figaro, in der alle Figuren in private Geheimdienstarbeit verstrickt sind.

 

Johannes Müller und Philine Rinnert aus Berlin werfen einen Blick auf internationale Intrigen und die Jagd nach einem geheimnisvollen Koffer: Sind die Liebesverbindungen der Agenten rein geschäftlicher Natur oder Mittel zum Zweck, um Informationen zu generieren oder zu unterbinden, um Fronten zu festigen oder zu unterwandern? Die Enthüllungen werden immer absurder und alle sind mindestens Doppelagenten in eigener und fremder Sache.

 

 

Antragsteller/in Johannes Müller

Veranstaltungstermin 6., 7., 8. Januar 2011, 20.00 Uhr Radialsystem Aufführungen in Berlin 7., 8., 9. und 11. Juli 2010, 20.00 Uhr Staatsoper München/Pavillon 21 MINI Opera Space Aufführungen München

Veranstaltungsort Staatsoper München/Pavillon 21 MINI Opera Space und Radialsystem Berlin

Förderbetrag 59.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion der Bayerischen Staatsoper mit Johannes Müller und ehrliche arbeit. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin und die Senatskanzlei- Kulturelle Angelegenheiten.

Internetseiten www.radialsystem.dewww.bayerische.sta...tellung.html

Jacob's Room von Morton Subotnick

Morton Subotnicks Oper Jacob’s Room gleicht einem Gebet, ist wie eine Bitte um Geleit, ein kollektiver Schrei um Hilfe. Die hypnotischen Schleifen von Subotnicks Musik versetzen das Publikum in einen musikalischen Gebetsraum, an einen Ort zwischen Traum und Wirklichkeit, einen Raum des Assoziierens, in dem Klänge, Erinnerungen und Bilder miteinander verschmelzen. Das Berliner Leading Team bestehend aus Ari Benjamin Meyers (musikalische Leitung), Mirella Weingarten (Inszenierung, Bühne, Kostüme), Lillevan (Live-Video) sowie Jean-Mario Bessiére (Lichtdesign) und Torsten Ottersberg (Klangregie) hat für die Uraufführung im Rahmen von Kunst aus der Zeit bei den Bregenzer Festspielen begeisterte Reaktionen vom Publikum und der Presse bekommen.

Antragsteller/in soniq performing arts - Maximilian v. Aulock

Veranstaltungstermin 16. Oktober 2010, 20 Uhr, 17. Oktober 2010, 20 Uhr

Veranstaltungsort Radialsystem V, Halle

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Kunst aus der Zeit - Bregenzer Festspiele, Hellerau - Europäisches Zentrum der Künste, Dresden, American Academy, Berlin

Internetseiten www.youtube.com/wa...=bfvpaRo8UGAwww.soniqperformingarts.comwww.bregenzerfestspiele.com

Pressestimmen

Anja Köhler

Anja Köhler

Foto: Mirella Weingarten

LOUIS & BEBE

J oanna Dudley / Schneider TM

Louis & Bebe

1 couple 3 lives 3 deaths 6 songs

Louis & Bebe vereint zwei eigenwillige Künstlerpersönlichkeiten:

Joanna Dudley, gefeierte Musikperformerin, indonesische Pop-Queen und klassisch ausgebildete Musikerin, und Dirk Dresselhaus aka Schneider TM,

weltbekannt in der Elektro-Pop- und Improvised-Noise-Szene. Zusammen sind sie Louis & Bebe. Zum gemeinsam komponierten Soundtrack aus Pop

und Noise leben und sterben sie, wechseln ihre Identität, versuchen sich als Bruder und Schwester, feiern als bürgerlich-surreales Paar und schreien zuletzt gegen den Tod an. Louis & Bebe verkörpern Gegensätze, die nicht ohne einander existieren können.

 

Entwickelt von Rufus Didwiszus, Dirk Dresselhaus, Joanna Dudley

Mit Joanna Dudley und Dirk Dresselhaus aka Schneider TM

Kostüme Pieter Bax

 

Eine Produktion von Adolphe Binder (BINDER + PARTNER BERLIN) und Sophiensaele.

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Initiative Neue Musik

Mediale Unterstützung: Australische Botschaft Berlin, Schwedische Botschaft Berlin.

Sophiensaele

Antragsteller/in Adolphe Binder / BPB

Veranstaltungstermin 10. Dezember 2009 Uraufführung Weitere Termine: 11., 12. und 13. Dezember .2009

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 6.000 € Wiederaufnahme

Kooperationen Sophiensaele Berlin, mit PR- Unterstützung der Australischen Botschaft und der Schwedischen Botschaft

Internetseiten www.bp-berlin.comwww.joannadudley.comwww.sophiensaele.com

Salvatore Sciarrino: Luci mie traditrici

Salvatore Sciarrino

Luci mie traditrici (Meine trügerischen Augen)

Oper in zwei Akten (1998)

 

Anna Radziejewska (La Malaspina), Mezzosopran

Otto Katzameier (Il Malaspina), Bariton

Kai Wessel (L’Ospite), Kontratenor

Simon Jaunin (Il Servo), Tenor

Antonio Paucar, Performer, Falkner

 

Klangforum Wien

Beat Furrer, Leitung

 

Rebecca Horn, Regie/Bühne/Kostüme

Andreas Fuchs, Licht

Dirk Schulz, Video

 

Mit „Luci mie traditrici“, einem der beeindruckendsten Musiktheaterwerke des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino, eröffnet MaerzMusik 2010, das Festival für aktuelle Musik der Berliner Festspiele.

Salvatore Sciarrino widmet sich in Luci mie traditrici dem historisch überlieferten Mord des Fürsten Carlo Gesualdo von Venosa an seiner ungetreuen Gattin und ihrem Liebhaber im Jahr 1590. Die Oper wurde unter dem Titel „Die tödliche Blume“ im Jahr 1998 in Schwetzingen uraufgeführt. Eine Neuinszenierung präsentierten die Salzburger Festspiele im Jahr 2008. Diese einzigartige und äußerst erfolgreiche Inszenierung mit der Sopranistin Anna Radziejewska, dem Bariton Otto Katzameier, dem Countertenor Kai Wessel und dem Bariton Simon Jaunin, ist nun auch bei MaerzMusik zu erleben.

In den Funktionen Regie/Bühne/Kostüm Rebecca Horn in ihrer ersten Operninszenierung eine höchst eindringliche szenische Umsetzung gelungen. In ihrer farblich schattenhaften Tönung entspricht die Bühne, in deren Hintergrund zwei große, speziell für diesen Zweck geschaffene Bildarbeiten per Video fast unmerklich verändert und ineinander überblendet werden, in wunderbarer Weise der lamentosen Homogenität des musikalischen Materials, mit dem Salvatore Sciarrino die Unmöglichkeit der erfüllten Liebe klagend besingt. Liebe und Tod, Schönheit und Verfall sind in Luci mie traditrici unauflöslich miteinander verknüpft (Max Nyffeler).

 

 

 

 

Antragsteller/in Berliner Festspiele | MaerzMusik

Veranstaltungstermin Fr 19. März 20.00 Uhr Generalprobe Sa 20. März 20.00 Uhr | So 21. März 18.00 Uhr Künstlergespräch So 21. März 12.30 Uhr

Veranstaltungsort Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Förderbetrag 110.000 €

Kooperationen Eine Produktion der Salzburger Festspiele 2008. MaerzMusik | Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.berlinerfestspiele.de

Tango Türk

Der plötzliche Tod seiner Mutter bringt Cihan in eine unerwartete Situation. Der junge Mann ist gerade dabei, sich mit Kollegen eine Karriere in einem internationalen Netzwerk aufzubauen – nun muss er zurück zu seiner Familie nach Berlin. Die Wiederbegegnung mit seiner Familie konfrontiert ihn mit seiner Vergangenheit - und einer Musik, die er bisher nicht kannte – den türkischen Tango. Den hatte schon seine Großmutter unter Atatürk getanzt, und es hieß, seine bedeutendste Sängerin sei Geliebte des Staatsgründers, der Tango selbst Symbol einer neuen, offensiv westlich orientierten Lebensweise gewesen. Tango hatten auch seine Eltern getanzt - allerdings in den 80ern, in einer anderen Zeit unter den schwierigen Bedingungen nach dem Staatsstreich. Doch Cihan will das alles nicht wissen, was geht ihn die Türkei von damals (und heute) an, der Putsch 1980, die Repressionen und der Widerstand, das Leben als „Gastarbeiter“ in Deutschland - er will so rasch als möglich weg, fort von den Familiengeschichten, den großen Emotionen, Gesten und der Nostalgie des Tangos. Er will zurück zu seiner Gegenwart, seinen Freunden und Projekten. Doch mit dem Auftauchen von Vera, einer deutschen Bekannten seines Vaters, nimmt alles eine neue Wendung.

TangoTürk ist das neue Projekt eines deutsch-türkischen Musiktheaters an der Neuköllner Oper - und eine Geschichte über Lebenserfahrungen jenseits der Nationalitäten.

 

Antragsteller/in Neuköllner Oper e.V.

Veranstaltungstermin 21. Januar bis 28. Februar 2010 14. bis 31. Oktober, 5.,6,.7. November 2010

Veranstaltungsort Neuköllner Oper

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.neukoellneroper.de

TELEMONDIAL-Versuche zur Überwindung der Schwerkraft

Die Produktion TELEMONDIAL stellt diejenigen ins Rampenlicht, die sonst im Halbdunkel des Zuschauerraums sitzen: Die Opernliebhaber.

Was für Sehnsüchte bündelt die Oper in sich? Was für Kreativität kann sie frei setzten? Und kanalisiert sie vielleicht auch Energien, die unkontrolliert eine Gefahr darstellen würden?

TELEMONDIAL ist dokumentarisches Theater und große Oper zugleich. Drei reale Opernfans und ihre Begeisterung für den großen Bühnenzauber sind die Inspirationsquelle für dieses Opern-Projekt.

Das Café Keese, ein altbekanntes Tanzlokal in der Bismarckstraße, wird der Aufführungsort sein. Flankiert von zweien der Berliner Opernhäuser – der Deutschen Oper Berlin und der Staatsoper Unter den Linden (zu Gast im Schillertheater) – ist das Café Keese selbst eine Bühne für die großen und kleinen Dramen des Lebens.

 

Antragsteller/in Franziska Seeberg/Oper Dynamo West

Veranstaltungstermin 14., 17., 18., 21., 24., 25., 28. 31. Oktober 2010 - unterschiedliche Spielzeiten

Veranstaltungsort Café Keese, Bismarckstraße 108

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Mit freundlicher Unterstützung der Deutschen Oper Berlin, der Staatsoper Unter den Linden und des Café Keese

Internetseiten www.operdynamowest.org

WAS WIR FÜHLEN #2 Erschöpfung

„Ich bin so voller Gefühle, dass ich ganz leer bin.“

 

Sie sollen sich in großen Gefühlen selbstlos hingeben. Und zwar nach allen Regeln der Kunst und direkt vor unseren Augen. Dabei Atem, Gesichtsmuskeln und die gesamte heikle Stimmtechnik lückenlos kontrollieren, perfekt synchronisiert im komplexen ‘Kraftwerk der Gefühle‘... Erschöpfung ist ein thematischer Opernabend, der ein prekäres Element dieser Kunstgattung ins Zentrum rückt: die SängerInnen. In ernster Akribie und selbstloser Verausgabung werden sie die wackligen Baupläne von Pathos und Affekten auf der Opernbühne bloßlegen und anwenden. Sie werden sich in musikalischen Phrasen verbeißen, auf technischen Detailfragen beharren, sich für künstlerische Fehltritte entschuldigen und dabei erneut entgleisen. Wie beschützt der/die SängerIn sich und uns vor den obszönen großen Gefühlen des 19. Jahrhunderts? Nach welcher Affektenlehre soll er auf der Bühne leiden, ohne sich selbst oder uns zu beleidigen? Und welche Darstellung wird dem aufsteigenden Gefühl der Gefühllosigkeit gerecht, der Erschöpfung?

 

Mit Musik von Händel, Haydn, Ponchielli, Puccini, Mascagni, Richard Strauss und Depeche Mode. Neue Kompositionen von Aleksandra Gryka.

 

NOVOFLOT unternimmt mit WAS WIR FÜHLEN eine Grundlagenforschung mit allen denkbaren Mitteln des Musiktheaters. Sie präsentiert sich als eine Reihe von drei thematischen Opernabenden. Jede Folge der Reihe entsteht als musikalisch-szenische Verbindung aus neuer Komposition und ausgesuchtem Material aus dem Opernrepertoire sowie anderen Gattungen wie Film, Literatur, Wissenschaft. Die Untersuchung richtet sich direkt auf das Herz der Gattung Oper: auf die Affekte, ihre Darstellung oder Hervorbringung mit den alten und den neuesten musikalischen und szenischen Mitteln, auf das Verhältnis von Affekt und Narration sowie auf die Architektur von Pathos auf der Opernbühne. Jeder der drei Teile widmet sich einem eigenen Gefühlszustand: #1 Angst, #2 Erschöpfung, #3 Glück. Der erste Teil Scream Queen hatte im September 2008 Premiere. Nach Erschöpfung folgt im Januar 2011 der dritte Teil.

Antragsteller/in NOVOFLOT

Veranstaltungstermin Premiere: 24. September 2010 Weitere Vorstellungen: 25./26. September, 01./02./03. Oktober 2010 20.30 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele Festsaal

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion von NOVOFLOT und Sophiensaele

Internetseiten www.novoflot.dewww.sophiensaele.de