1989 - wie's im Buche steht

Ausgangsmaterial für diese Marathon-Performance, die sich 3 Tage und Nächte lang ununterbrochen durch den öffentlichen Raum bewegte, ist die Vielfalt der Titel und Thesen, der Meinungen und Interpretationsansätze zu den Ereignissen um 1989: Zehntausend Buchtitel, die sich alle mit „Wende“, „Mauerfall“, „Ost-West“ und „Teilung“ beschäftigen, wurden, zu einer großen 1989er-Geschichts-Ballade verarbeitet, als vielstimmige Stafetten-Rezitation kreuz und quer durch Berlin getragen.

Gäste und Passanten, Gruppen, Vereine und unterschiedliche Berliner Künstler übernahmen an den einzelnen Stationen einen Abschnitt der Titelliste, die ein Team von inszenierten Museumswächtern per U-Bahn, Schiff und Fahrrad-Rikscha, zu Fuß und per Trabbi vom Bebelplatz zum Wannsee transportierte, vom Thälmannpark zum Platz der Republik und weiter auf den ehemaligen Mauerwachturm im Schlesischen Busch, von der Neuköllner Eckkneipe über den Gemüsemarkt und einen Sportplatz bis hinaus nach Schöneweide. Das Titelgedicht tauchte ab in U-Bahn-Schächte, hob mit dem Heißluftballon ab, es wanderte durch Hinterhöfe und übernachtete als Hörbuch in einem Zelt. Mal lief es flott im Tangoschritt oder wurde, ganz ungehetzt, in Gebärdensprache übersetzt. Von Chören wurde es gesungen, von Rappern gesprochen, von Spaziergängern geflüstert oder mit dem Megaphon verstärkt, auf dem Alex mit Paukenschlag serviert und am Hackeschen Markt dezent mit der Gitarre vertont... Und immer wieder kehrte es zurück zum Ausgangspunkt auf dem Geschichtsforum. Dort konnte Uli Jäckles Stafetteninszenierung durch die Übertragung bei der Buchgedicht-Startbahn im Innenhof der Humboldt-Universität auf dem Bildschirm live verfolgt werden. Im Verlauf der Performance wurden die beteiligten Berliner Bürger zu einem Chor der Geschichtsschreibung, und die Begriffe, Schlagwörter und Textfragmente verwandelten sich in einen assoziativen Strom, der die Produktion und Vermittlung von Historie als kollektiven Prozess sinnlich erfahrbar gemacht hat.

Antragsteller/in Uli Jaeckle Productions GbR

Veranstaltungstermin 28. bis 31. Mai 2009

Veranstaltungsort Stadtgebiet Berlin, Ausgangsort: Humboldt-Universität

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Ein Gastspiel auf dem Geschichtsforum 1989 | 2009

Internetseiten www.buchgedicht89.de

Theaterstaffelläufer mit Herrn Kirchner von der "Buchhandlung Ludwig Wilde", Körtestr. 24, Berlin (Foto: Jürgen Zinke)

Theaterstaffelläufer am Checkpoint Charlie (Foto: Jürgen Zinke)

Am Schauplatz der Intimität. Eine Phantasmagorie

Mit einem Silhouettenfilm, einem Parlamonium, im Schattenkarussell: der Exzellenzcluster „Languages of Emotion" der Freien Universität Berlin, charismatischen Beratungen: „Cooling Down Passion" und einigen Oxytocinisten.

 

Für die meisten Empfindungen fehlt es an Worten. Oder umgekehrt: Man hat immer nur jene Gefühle, für die man Worte hat, die man definiert oder interpretiert. Dabei sprechen wir notgedrungen in einem Jargon, in jener Sprache, die uns zur Verfügung steht. Letztlich scheint dann das, was gefühlt wird, dem zu entsprechen, was formuliert wird. So kreieren Erzählschablonen Gefühle, assistiert von einem wuchernden Konsultations- und Beratungsmarkt mit seinem in allen öffentlichen und privaten Bereichen reichenden Terror einer therapeutischen Sprache.

 

Die neue Installation der Mobilen Akademie beobachtet aktuelle wissenschaftliche und poetische Formulierungsversuche für Erregung, Affekt und Gefühl im Dialog: Langsam dreht sich ein Karussell in einer von 100 Silhouetten bevölkerten Phantasmagorie, und eine filmische Neuinszenierung von Schnitzlers „Reigen" erzählt die 10jährige Geschichte eines Lebens- und Liebesentwurfs von Freundschaft, Sex und Arbeit - mit paarweisen Auftritten der geschiedenen Frau, des Professors für Theorie und Praxis, der französischen Diva, des Undergroundfilmers, des Schülers, des Polen, des Klatschtheoretikers, der Schauspielerin und des Stiefvaters. Und alles im Schattenriss, der es ermöglicht, dass Gefühle jenseits der erkennungsdienstlich-psychologisierenden Festsetzung von Subjekten zur Sprache kommen.

 

Die Mobile Akademie entwirft Wissenstransfer-Simulationsräume und halluzinierende Volkshochschulen zu unterschiedlichen Themen. Das bekannteste Modell ist der „Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen". Die Ausgabe No. 13 fand im September mit 1000 Besuchern in Jaffa-Tel Aviv statt.

Seit zwei Jahren forscht das groß angelegte Cluster „Languages of Emotion" über die Zusammenhänge zwischen Emotionen und Zeichenpraktiken und bündelt hierfür wissenschaftliche Kompetenzen aus mehr als 20 Disziplinen der Geistes- und Naturwissenschaften mit je eigenen Traditionen des Affektdenkens. 40 dieser Wissenschaftler stellen ihre Themen und Forschungen am „Schauplatz der Intimität" in Auseinandersetzung mit Fachkollegen, Interessenten und Klienten vor: Es geht um Gefühlsblindheit, die Messbarkeit neuronaler Grundlagen von Emotion, um bürgerliche und unechte Gefühle, darum, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir Mitleid mit Britney Spears haben, um die Empathie der Affen, um Stolz, Verehrung, Angst bei Menschen, um die Techniken der Gefühle und eine Philosophie des Kernspintomographen.

 

Antragsteller/in Mobile Akademie / Hannah Hurtzig

Veranstaltungstermin 03. bis 05. Dezember 2009

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer HAU1

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen Ein Projekt der Mobilen Akademie am HAU, Raumgestaltung: raumlaborberlin, und des Exzellenzclusters „Languages of Emotion" der Freien Universität Berlin, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Internetseiten www.mobileacademy-berlin.comwww.languages-of-emotion.dewww.hebbel-am-ufer.de

Bauen nach Katastrophen - Eine Performance mit Kindern für Erwachsene

„Bauen nach Katastrophen“ ist eine Performance mit Kindern für Erwachsene, in der wir gemeinsam mit den Kindern intuitive Katastrophenforschung betreiben. Die Kinder erstellen Katastrophenmodelle und zeigen das „Making of“ von Naturkatastrophen und Unfällen, indem sie in den Modellen das Eintreten der Katastrophe erzeugen.

 

Dadurch werden ganz nebenbei und spielerisch grundlegende physikalische Kenntnisse vermittelt. Unser Hauptziel ist jedoch die Kinder für die Folgen des Klimawandels mit den immer häufiger auftretenden Naturkatastrophen und vor allem auch für den Umgang mit medialen Bildern im digitalen Zeitalter zu sensibilisieren.

Das Publikum kann die Katastrophen detailgenau auf Bildschirmen mitverfolgen, aber auch den Vorgang des Erzeugens live im Theater beobachten.

 

Antragsteller/in Eva Meyer-Keller

Veranstaltungstermin 20. November um 11.00 Uhr 21. und 22. November um 20.00 Uhr

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Idee und Konzeption: Eva Meyer-Keller, Sybille Müller Mit: Gil Hannerth, Emma Hütt, Anna Zoe Kirschning, Leo Pesch, Timon Prechtel, Gideon Renau, Lea Schirbel und ihren selbstgeschriebenen Texten Sound: Jeff McGrory Licht: Florian Bach Dank an Lucas Fester, Rhonda Repotente, Sharon Smith, Sophie Watzlawick für ihre Unterstützung bei der Dokumentation Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds Eine Koproduktion mit dem Lofoten International Arts Festival Norwegen. Mit Dank an das Internationale Sommerfestival Kampnagel Hamburg, Performing Arts Festival NATRURA DÈI TEATRI Parma, Symposium Neue Theaterformen mit Kindern und Jugendlichen der Hessischen Theaterakademie, Dirk Notz und Katja Rothe.

Internetseiten www.evamk.de

Pressestimmen

Zeichnung von Leo Pesch

Death, Dance and Some Talk

Das Konzept von Michael Laubs neuem Stück “Death, Dance and Some Talk” (Arbeitstitel: Marching Series) ist aus den “Portrait Series” hervorgegangen. Nach der Arbeit an Bühnenporträts in unterschiedlicher Form wie zum Beispiel “Alone/Gregoire“ und “Portrait Series Berlin. Professional and non-professional dancers / Marching Series part 1“ (für Tanz im August, Berlin, 2007), haben sich Remote Control Productions nun zum Ziel gesetzt, ein Gruppenporträt in vorwiegend choreografischer Form zu entwickeln.

 

"Der englische Ausdruck 'wet blanket' (Spaßbremse, Spielverderber) geht zurück auf einen tragischen Vorfall in der Welt des Balletts. Emma Livry, die letzte der romantischen Ballerinen, wollte partout ihr Tutu nicht mit Brandschutzmittel imprägnieren lassen. Eines Abends fing sie mitten in der Vorstellung Feuer an einer der Gaslampen auf der Bühne und verbrannte vor den Augen des Publikums. Seither lagen am Bühnenrand stets nasse Lappen bereit für den Fall, dass noch einmal eine Ballerina in Flammen aufgehen würde." (Greg Zuccolo)

 

Mit: Astrid Endruweit, Robert Gather, Herma Auguste Wittstock, Greg Zuccolo, I-Chen Zuffellato

 

Konzept, Regie: Michael Laub

Choreografie: Greg Zuccolo und Michael Laub

Musik: Larry Steinbachek

Lichtdesign: Nigel Edwards

Ton: Stephan Wöhrmann

Technische Leitung: Jochen Massar

Regieassistenz: Thomas Schütt

Produktionsleitung/Öffentlichkeitsarbeit: Sven Neumann

Management: Inge Zysk

Administration: Sophiensaele, Berlin

 

Antragsteller/in Remote Control Productions / Inge Zysk

Veranstaltungstermin 23., 25.,26. und 27. Februar 2010

Veranstaltungsort Sophiensaele, Berlin

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Remote Control Productions und Sophiensaele Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.sophiensaele.com

I-Chen Zuffellato Foto: Monika Rittershaus

I-Chen Zuffellato, Foto: Monika Ritterhaus

Der Sumpf. Europa Stunde Null

Am 21. Juli 1990 führte Roger Waters The Wall noch einmal in Berlin auf, auf dem Potsdamer Platz, wo früher die „echte Mauer“ stand. Für viele Pink Floyd Fans war das größte Konzert aller Zeiten eine grobe Enttäuschung, schale Gefühle schlechter Sound, nichts zu Trinken. Wir lieben was wir verabscheuen und verabscheuen was wir lieben. Roger Waters, der Architekt, brachte seine Styropor-Mauer zu Fall, in einem Festakt, an den sich heute kaum noch jemand erinnern kann. Wo standen wir eigentlich im Sommer 1990? Auf einem Brachland ohne Ideologie und ohne Philosophie? Oder am Beginn einer neuen Weltordnung mit neuen Feindbildern und neuen Kriegen?

Der Sumpf. Europa Stunde Null ist ein Projekt über Pink Floyd und über die Wende von 1990. Eine Zeitreise über Erinnerung, melancholische Ebenen, psychedelisch kläffende Hunde und über eine riesige, gewaltige Verschwörung.

 

Für dieses Projekt gründeten die Autorin Claudia Basrawi, der Musiker Ted Gaier & der Regisseur Samuel Schwarz die Spin-Off Gruppe 400asa Sektion Nord.

 

Konzept/Text: Claudia Basrawi, Paolo Fusi, Ted Gaier, Samuel Schwarz

Regie: Samuel Schwarz

Musik: Paolo Fusi, Ted Gaier, Gina D´Orio,

Bühne/Kostüme: Cristina Nyffeler

Licht: Philipp Stengele

Produktionsleitung: Anna Bergel

Produktionsleitung Zürich: Michael Röhrenbach

Logistik: Peter Weiss

Korrepetition: Martin Gantenbein

Asistenz Regie: Deborah Neininger

Assistenz Bühne/Kostüme: Dorothee Bach, Andrea Urbutt

Assistenz Produktion: Maximilian Fischer

 

Mit: Claudia Basrawi, Paolo Fusi, Ted Gaier, Erdinç Güler, Christopher Novak, Gina D’Orio, Yoshii Riesen, Wanda Wylowa

 

 

Antragsteller/in Claudia Basrawi

Veranstaltungstermin 23., 24., 25.,29., 30. September sowie 1. bis 3. Oktober 2009

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Der Sumpf. Europa Stunde Null Eine Produktion von 400asa Sektion Nord, donaufestival.at und Sophiensaele Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, Pro Helvetia und das Präsidialdepartment der Stadt Zürich

Internetseiten www.400asa.com

Endstation Echtzeit

Zeit. Keine Zeit. Keuchend. Weiter.

 

Dauernd gibt es etwas zu tun, zu erledigen, zu kaufen. Jeder ist busy. „Termine, Termine!“ „Ich muss...ich muss...“. Time is money, also los! Los! Und wenn es zu viel wird? Es kann nicht zu viel werden! Man muss ganz einfach Prozesse optimieren, die Effektivität steigern, zeitmanagen, multitasken, Pausen verkürzen. Andere schaffen es ja auch! Oder?

 

Eine ganze Gesellschaft rast vor sich hin – aber geht es wirklich weiter oder immer nur im Kreis? Wie schnell kann, wie schnell muss der Mensch werden? Für 100 Meter braucht der schnellste Mann 9,69 Sekunden. Im Internet geht es in Echtzeit um die Welt. Doping ist nicht erlaubt. Und dann, immer öfter: Burnout. Depression. Therapie. Entzug. Wellnesoase. Nicht jeder kann der Schnellste sein. Wie lange können wir dieses Tempo halten?

 

Wo das Private beruflich wird, ist der Geschwindigkeitsangriff bereits im vollen Gange. Das Gehirn des Informationszeitalters muss immer schneller immer mehr verarbeiten, updaten, Sicherheitslücken schließen. Wo liegt die Grenze? Wie können wir sie überwinden? Mit biologischen Eingriffen? Drogen? Zeitmanagement - Kursen?

 

„Endstation Echtzeit“ ist Reaktion und Untersuchung, Ablehnung und Bejahung der Beschleunigung. Es ist ein spartenübergreifendes Experiment zwischen extremer Beschleunigung und totalem Stillstand, absoluter Spezialisierung und komplettem Multitasking. Die eigene Erfahrung wird zum Material, der Prozess zur Erfahrung.

 

Die Darsteller haben fünf Wochen Zeit. Jede Woche ein Showing. Die Arbeit wird transparent. Der Zeitdruck stetig erhöht. Das Thema wird Methode, Multitasking zum Prinzip. Wir schicken unsere Darsteller durch den Theater-Teilchenbeschleuniger um zu fragen: Was macht er mit uns, dieser Rasende Stillstand? Mit unseren Leben, Beziehungen, Körpern, mit unseren Stimmen, unseren Seelen, unserer Kunst?

 

yvette coetzee / wonderful catastrophe ist ein von Yvette Coetzee initiierter Zusammenschluss von Schauspielern, Tänzern, Puppenspielern, Musikern, Choreografen, Autoren und Regisseuren. Für „Endstation Echtzeit“ formiert sich dieser lockere Verbund erstmals um aus den Anziehungen, Abstoßungen, Verneinungen und zarten Liebesbegegnungen der verschiedenen Kunstformen untereinander Momente zu entwickeln, die zu einer neuen theatralen Sprache und Form kombiniert und verwoben werden.

Die Zeit ist knapp. Machen wir das Beste daraus.

 

Regie: Yvette Coetzee

 

Co-Regie: Eike Hannemann

 

Choreografie: Katja F. M. Wolf

 

Mit Texten von: Thomas Melle

 

Musik: Matthias Herrmann

 

Dramaturgie: Sarah Ross

 

Bühne / Kostüm: Jelka Plate

 

Schauspiel: Mechthild Barth & Martin Molitor

 

Figurenbau / -spiel: Florian Feisel & Antje Töpfer

 

Tanz: Joséphine Evrard & Clément Layes

 

Technik: Oliver Szewc

 

Produktion & PR: Katja Kettner & Kerstin Böttger

 

 

 

Antragsteller/in Yvette Coetzee

Veranstaltungstermin 4., 5., 8., 9., 10. und 11. Juli 2009, jeweils 20:30 Uhr

Veranstaltungsort Theaterdiscounter

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen FITZ! Zentrum für Figurentheater – Stuttgart Unterstützt von Schloss Bröllin e.V.

Internetseiten www.wonderful-catastrophe.de

Foto: Jörg Lipskoch

Fight Club Express

Express Fight Club (Version III)

Multi-Media Tanz-Theater Performance mit einem subversiven Chor

 

„I am not my job“ – der Roman und Film „Fight Club“ setzt sich mit Arbeit auseinander – und wie sie Identität schafft – oder eben nicht. Sind wir mit unseren Jobs zufrieden? Haben wir überhaupt welche? Wovon träumen wir? „Express Fight Club“ zeigt, wie sich in kürzester Zeit eine besondere Gruppierung formieren kann. post theater interessiert sich dabei nicht für Machoismus und Gewalt, sondern für alternative Formen der Subversion – als multi-mediale Choreographie für 30 Performer mit Technik, die Spass macht.

 

Nach enthusiastischen Reaktionen bei der Tanznacht Berlin, in Spanien und Taiwan kommt nun die neuste Version dieser Massen-Performance nach Berlin. Und das jeden Montag – bis keiner mehr kommt.

 

Antragsteller/in Mario Stumpfe / post theater

Veranstaltungstermin 16. bis 18. April 2010, jeweils 20.00 Uhr; 10. und 31. Mai 2010, 7. und 28. Juni 2010, jeweils 20.30 Uhr 22. Februar 2010; 1., 8., 15. und 29. März 2010 und 5., 15., 16. und 17. April 2010

Veranstaltungsort Dock11

Förderbetrag 4.000 € Wiederaufnahme

Kooperationen Tanznacht Berlin 2008, Staatsoper Berlin, National Museum of Singapore, Festival CyL Salamanca

Internetseiten www.posttheater.com

Ich bin nicht dagewesen - Eine performative Ausstellung über den Konjunktiv

Sie betreten einen Theaterraum und sehen eine Ausstellung. Die Geschichten in dieser Ausstellung haben nicht stattgefunden. Sie hätten stattfinden können. Objekte, Dokumente, Interview-ausschnitte und Filmaufnahmen zeugen davon.

„Ich bin nicht da gewesen“ erzählt von den Möglichkeiten, die Menschen rückblickend in ihrer eigenen Geschichte sehen. Von Begegnungen, Entscheidungen, privaten oder gesellschaftlichen Ereignissen, die in einer anderen Weise verlaufen sein könnten. Im Konjunktiv ist man vielleicht jemand anderes. Jemand anderes als wer?

Was wäre wenn... jemand stirbt, ein Berufsweg abgebrochen, eine Mutter nicht gesucht wurde, ein Krieg trotzdem stattfand und eine Mauer nicht fallen will. Ein amerikanischer Astronaut und eine russischer Kosmonaut landen zusammen auf dem Mond. Eine junge Frau heiratet, ein Zahntechniker unternimmt eine lange Reise und ein sechsjähriger Junge hat einen allerbesten Freund. Hat man sein eigenes Leben in der Hand? Wie zufällig ist eine Biografie?

Ein Musiker und ein Performer bearbeiten Abend für Abend neu die im Vorfeld geführten Interviews. Das Labor für kontrafaktisches Denken versucht sich live an einem Essay über den Konjunktiv und legt offen, was man die Regeln des Spiels nennt. Wie sähe Ihr Leben jetzt, im Konjunktiv, aus?

Eines der Objekte in der Ausstellung ist eine Fälschung. Denn diese Geschichte hat tatsächlich stattgefunden.

Antragsteller/in Labor für kontrafaktisches Denken

Veranstaltungstermin Premiere: 16. März 2010, 20:00 Uhr Vorstellungen: 17. – 21. und 23. – 28. März 2010, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort Theaterdiscounter, Klosterstraße 44, 10179 Berlin

Förderbetrag 36.000 €

Internetseiten www.laborfuerkontr...hesdenken.de

Pierre und die anderen

Bei einem Casting für einen Dokumentarfilm über alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerinnen schafft es die Off-Theater-Schauspielerin Gloria (Christine Groß), authentischer zu erscheinen als die wirklich Betroffenen. Kompliziert wird es, als sie vor der Filmregisseurin Charlotte (Nina Kronjäger)nun auch ihr persönliches Umfeld inszenieren muß. In einer rasanten Verwechslungskomödie verstricken sich alle Beteiligten immer mehr in einer Welt zwischen Realität und Fiktion, eigenen Überlebensstrategien und reproduzierten Bildern. Charlotte findet zunehmend Gefallen an dem chaotischen Spiel, auch wenn ihr Film dabei immer mehr zur Nebensache wird.

Antragsteller/in Ute Schall / Christine Groß

Veranstaltungstermin 23., 24., 26., 27., 28. und 29 April 2009 21 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensäle / Festsaal

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Internetseiten www.sophiensaele.c...IDstueck=634

Schall / Groß

Schall / Groß

Projekt OMA

Romeis/Pomplun/Lehmenkühler

Projekt OMA

 

In der Auseinandersetzung mit deutscher Nachkriegsgeschichte haben die Performerinnen Lissa Lehmenkühler, Sibah Pomplun und Cathrin Romeis ein forschendes Interesse an den Biografien ihrer Großmütter, deren Leben unweigerlich mit Kriegs- und Nachkriegs-geschichte verknüpft sind.

Dokumente, Fotos, Briefe, Tagebücher und erzählte Erinnerungen der Großmütter dienen als Ausgangsmaterial. Von einem sehr subjektiven Ansatz versuchen die Performerinnen sich dem Phänomen Erinnerung zu nähern und seine Strukturen zu verstehen.

Welche Geschichten entpuppen sich als Familienmythen und wo sind Leerstellen in den Erinnerungsbiografien? Welche Erinnerungen der Großmütter schreiben sich bis in die Biografien die Enkelinnen ein? Isst die Oma von der Wiege bis zur Bahre am liebsten Marmelade? Hoch sollen sie leben: die Omas, die Erinnerungen und die Geschichte.

 

Antragsteller/in Romeins / Pomplun / Lehmenkühler

Veranstaltungstermin 28. Mai 2009, 19:30 Uhr; 21:30 Uhr

Veranstaltungsort Maxim Gorki Theater, Studio

Förderbetrag 18.000 €

Kooperationen "Geschichtsforum 1989 | 2009: Europa zwischen Teilung und Aufbruch", eine Veranstaltung von der Bundeszentrale für politische Bildung, der Kulturstiftung des Bundes, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und des Instituts für Zeitgeschichte München/Berlin, des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam und Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. mit der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Deutschen Historischen Museum und dem Maxim Gorki Theater.

Internetseiten www.projekt-oma.de

Public Movement: "Also Thus!" und "Week of actions"

Die israelische Gruppe Public Movement setzt sich auf radikale Weise mit Gegenwart und Vergangenheit auseinander. Die Performance „ALSO THUS!“, die schon auf Festivals unter anderem in Polen und Holland zu sehen war, ist eine Zeremonie, ein Ritual, in dem kollektive Bewegungen wie (Volks-)Tanz und Marschieren sowie inszeniertes Verunfallen der Mitglieder der Performancegruppe als Initiation gezeigt werden. In Israel, wo Anschläge mit Autobomben zur täglichen Realität gehören, hat dieses Ritual eine spezielle Bedeutung. In Berlin präsentieren wir es vor der Kulisse des Olympiastadions, das den idealen politisch-historischen Hintergrund für diesen Abend bietet.

Paralell dazu besetzt Public Movement im Rahmen ihrer "Week of actions" den Stadtraum, indem sie Formen gesellschaftlicher Ordnung, verborgene und offene Rituale reflektieren und neu anordnen. Bei der Wahl ihrer Veranstaltungsorte und Bewegungssprache greifen sie historische und aktuelle politische Ereignisse auf. Public Movement arbeitet mit Künstlern verschiedener Sparten sowie mit Personen, die öffentliche Aufgaben erfüllen.

Im Geist des politischen Erwachens, das über Deutschland im Vorlauf der Wahlen 2009 schwebt, führt Public Movement eine Woche Aktionen, Demonstrationen, Paraden und Zeremonien in Berlin durch. Einige der Aktionen werden auf unserer Website angekündigt und wir laden Sie herzlich ein, Teil der Bewegung zu werden.

Die Performance „ALSO THUS!“, die schon auf Festivals unter anderem in Polen und Holland zu sehen war, ist eine Zeremonie, ein Ritual, in dem kollektive Bewegungen wie (Volks-)Tanz und Marschieren sowie inszeniertes Verunfallen der Mitglieder der Performancegruppe als Initiation gezeigt werden. In Israel, wo Anschläge mit Autobomben zur täglichen Realität gehören, hat dieses Ritual eine spezielle Bedeutung. In Berlin präsentieren wir es vor der Kulisse des Olympiastadions, das den idealen politisch-historischen Hintergrund für diesen Abend bietet.

 

Antragsteller/in Hebbel Theater GmbH Berlin

Veranstaltungstermin 21. - 27. Juni 2009

Veranstaltungsort Parkplatz vor dem Olympiastadion (Also Thus!) und andere öffentliche Orte

Förderbetrag 70.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer...2.html?HAU=1www.hebbel-am-ufer...licmovement/

Rough Cuts - Buttgereits Filmlektionen im HAU (ehemals: Die Illusionsmaschine)

In der Serie ROUGH CUTS nimmt sich Jörg Buttgereit populäre Filmgenres

vor, um sie in einmaligen Kurz-Inszenierungen thematisch zuzuspitzen.

Monster sind das Roh-Material des ersten Abends, an dem sowohl die triviale Poesie alter Creature-Features als auch das Monster in uns selbst beschworen wird.

 

Im Vorprogramm zeigt Buttgereit seine 25 Jahre alten Kurzfilme "Die Mumie", "Frankenstein", und "Gazorra". Liebevolle Hommagen an Monsterfilmklassiker aus West und Ost, nspiriert von romantischer Literatur, alten Mythen oder der Angst vor der Atombombe.

 

In ihrem Vortrag wird Dr. (des) Julie Miess anschließend von einer neuen Generationen weiblicher Monster berichten.

 

Adolfo Assor holt sodann (mit Texten nach Edward D. Wood Jr. und Vernehmungsprotokollen des Serienmörders Fritz Haarmann) das Monster im

Menschen von der Leinwand auf die Theaterbühne.

 

Andre Abshagen und Miss Mono bearbeiten live den Song "Bela Lugosi's dead". Der Wave/Gothic-Klassiker von Bauhaus steht exemplarisch für die bis heute anhaltende Verwendung und ymbolhaftigkeit der Monsterikonen.

 

Im Anschluss laden DJ Buttgereit und VJ Mr.Target zur Monsterlounge ins

Foyer.

 

Besetzung

 

Rough Cuts Konzept: Jörg Buttgereit, Stefan Mibs, Julia Naunin

Regie und Text: Jörg Buttgereit

Konzept Bühne: Mariola Groener

Musik: André Abshagen und Miss Mono

Dramaturgie und Produktionsleitung: Julia Naunin

Regieassistenz: Stefan Mibs

Theaterpädagogin: Claudia Steiger

 

Dr. Monster: Adolfo Assor

Monster-Vortrag: Dr. (des) Julie Miess

Monster-Kinder: Julie Günther, Hannes Löffler, Lydia Matthes, Sophie Rotter, TimTom Thomas

 

Ergänzender TV-Tipp: Dokumentarfilm MONSTERLAND von Jörg Buttgereit, morgen, am 29.03.09 um 22:20 auf arte!

 

Ton: Tito Toblerone

Licht: Piet Esch und Andreas Kröher

 

Antragsteller/in Julia Naunin

Veranstaltungstermin Rough Cuts - Buttgereits Filmlektionen im HAU. Part I: Monster am 28.03.2009 um 20.00 Uhr / HAU 2 Weitere Termine folgen Spielzeit 2009/ 2010

Veranstaltungsort HAU 2/ Hebbel am Ufer

Förderbetrag 32.000 €

Kooperationen HAU

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Pressestimmen

Tehran Banou : Lady Teheran

Ehemals war sie ein Star des persischen Kinos und Tänzerin in den Bars von Teheran,

jetzt lebt sie auf der Straße und klammert sich an die Erinnerung. Einmal noch möchte

sie ihre berühmteste Show Frauen mit Bart und Männer im Rock aufführen, aber die

Stadt ist in Aufruhr, die Teheraner hoffen auf eine neue Epoche. In der Imagination

der Lady Teheran flimmern Bilder aus möglichen Vergangenheiten und Identitäten auf,

die sich in der modernen Stadt verlieren.

Der iranische Regisseur AYAT NAJAFI (u.a. Football under Cover) und ein internationales

Ensemble sind auf der Suche nach den versprengten Geschichten des Farsi-Filmstars.

Dabei tauchen sie ein in den Untergrund, ein Labyrinth aus Kellern und Gängen,

über dem sich Teheran erhebt. Von Anfang an Teil der Gesellschaft, wirkte die Anziehungskraft

der verborgenen Stadt im Untergrund auch über die Jahrhunderte fort, in

denen Teheran in Unfreiheit und Abhängigkeit unter Zensur und Fremdherrschaft dahinsiechte.

TEHRAN BANOU knüpft an die iranische Tradition des Frauenlustspiels an und entwickelt

ein theatrales Portrait von Lady Teheran durch verschiedene Zeiten. Das Ensemble

erforscht die Möglichkeiten zur Überschreitung traditioneller Rollenmodelle, alle

Darsteller spielen jeweils Frauen- und Männerrollen. Vor dem Hintergrund der rigiden

Geschlechtertrennung in Iran stellt sich dabei die Frage, wie festgefügt oder durchlässig

Geschlechterinszenierungen auch in unserem Alltag sind.

mit SANAM AFRASHTEH, LOUISE COLBERT, EVA LÖBAU, KATHARINA MEVES, INGO REULECKE,

TATIANA SAPHIR, CHRISTIAN SCHWAAN

Regie AYAT NAJAFI Dramaturgie SUSANNE VINCENZ Bühne ISABEL ROBSON Kostüme SABINA

MONCYS Musik MOHAMMED REZA MORTAZAVI Musikdramaturgie SANTIAGO

BLAUM Choreographie INGO REULECKE Regieassistenz LENA MODY Ausstattungsassistenz

JANNA SCHAAR Produktion ANNETT HARDEGEN

EINE PRODUKTION VON AYAT NAJAFI IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST UND DEM

BALLHAUS NAUNYNSTRASSE

GEFÖRDERT DURCH DEN HAUPTSTADTKULTURFONDS

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG EXZELLENZCLUSTER KULTURELLE GRUNDLAGEN VON

INTEGRATION UNIVERSITÄT KONSTANZ

Antragsteller/in Ayat Najafi

Veranstaltungstermin 11. bis 13., 16. bis 18. September 2009 und 21. bis 23. Oktober 2009, jeweils 20.00 h

Veranstaltungsort Ballhaus Ost

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Ballhaus Ost und Ballhaus Naunynstrasse Berlin

Pressestimmen

alle Fotos Isabel Robson

VOID

In der Performance “– VOID –” untersuchen Jochen Roller und Florian Feigl die Fotografie “Leap into the Void” von Yves Klein aus dem Jahr 1960. Der auf dem Foto gezeigte Sprung des französischen Künstlers vom Dach eines Hauses in Paris ist ein Kunstwerk, das auf mehreren Ebenen die Materialität von Kunst kommentiert: als dokumentierte Performanceaktion, als bewusste Fälschung ihrer Dokumentation und als Behauptung der Überwindbarkeit von Materialität. Fünfzig Jahre nach dem Sprung treten Roller und Feigl in Dialog mit dem toten Künstler, indem sie im Virchowsaal der Sophiensaele eine Gedanken-Galerie einrichten, durch die sie die Zuschauer führen. Die Galerieführung sucht zu ergründen, wie sich ästhetische Erfahrung als immaterielles Produkt gegenüber der materiellen Wertschöpfung von Kunst durchsetzen kann. In verschiedenen Versuchsanordnungen thematisieren sie die Rolle von Fälschung und die Macht guter Geschichten in der Kunst.

Antragsteller/in Jochen Roller

Veranstaltungstermin 25. August 2010, 18:00/20:00/22:00 Uhr 26. August 2010, 20:00/22:00 Uhr 27. August 2010, 20:00/22:00 Uhr 28. August 2010, 18:00/20:00/22:00 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele / Virchowsaal, Sophienstr. 18, 10178 Berlin

Förderbetrag 31.000 €

Kooperationen Sophiensaele

Internetseiten www.jochenroller.dewww.sophiensaele.com

Ausschnitt - VOID - Jochen Roller / Florian Feigl