"Tanzstück #4 : leben wollen ( zusammen )"

"Tanzstück #4 : leben wollen ( zusammen )" in der Choreografie von Laurent Chétouane geht der Frage des „Leben-Zusammen“ (Roland Barthes)nach in dem Versuch, eine Antwort zu finden, die nicht nur wieder nach einem Programm aussieht wie aus den Zeiten, in denen man noch glaubte, die Politik und ihre theoretischen Konzepte könnten Lösungen bieten. Barthes sagt: "Leben – Zusammen : vielleicht nur, um der Traurigkeit des Abends zusammen zu trotzen. Sich gegenseitig fremd sein ist unausweichlich, notwendig, begehrenswert sogar, aber nicht wenn der Abend kommt."(in "Comment vivre ensemble", Cours au Collège de France, 1976-1977).

 

Wie könnte man den unwiderruflichen Sieg des „Ichs“ und dieses gleichzeitig wachsende Begehren nach einer Rekonstruktion des „Wir“ zusammen denken? Wie kann man ein „Leben-Zusammen“ kreieren, ohne dabei zu verlieren, was das Besondere, das Eigentliche, an jedem Einzelnen ist? Die ureigene und persönlichste Frage des „Leben Wollens“ darf nicht negiert und die kreative Kraft des „fremden Ichs“ nicht zerstört werden. Wie kann man sie sogar produktiv für die Gruppe machen?

 

Wie kann man teilen, ohne dabei zu verlieren?

Was hieße dann Zeit teilen? Geschichte teilen? Raum teilen? Das Fremde teilen? Körper teilen?

Wie ließe sich die Möglichkeit einer « idiorrythmischen » Gruppe imaginieren?

Noch einmal Roland Barthes: "Mein Fantasma : idiorrythmisch leben – es ist ein Fantasma des Lebens, der Lebensart (…). Weder zwei, noch Plural (das Kollektiv!). Etwas wie eine unterbrochene Einsamkeit, die geregelt wird: der Paradox, der Widerspruch, die Aporie eines Zusammenbringens von Distanzen – die Utopie eines Sozialismus der Distanzen." (in: Comment vivre ensemble, Cours au Collège de France, 1976-1977).

 

Antragsteller/in Laurent Chétouane

Veranstaltungstermin Uraufführung 13. November 2009, 20 Uhr 2. Aufführung 14. November 2009, 20 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Koproduzenten -Maison de la Culture d’Amiens (F)-PACT Zollverein Essen (D) -Sophiensaele, Berlin (D) -Tanzquartier Wien (A)

Internetseiten www.laurentchetouane.com

'Shu Shu' - Wiederaufnahme

 

Menschen unter Druck. Drei Personen in einem abgeschlossenem Raum - einem Verhörzimmer. Keiner kann raus.

Wer ist unschuldig? Ist überhaupt irgendwer unschuldig?. Unter Druck entstehen neue Konstellationen und Beziehungen. Wer bricht als erster zusammen?

Vertrauen als die wichtigste Komponente. Wem vertraue ich? Wen verdächtige ich? Werde ich selbst verdächtigt?

Die Verdächtigen werden selbst zu Ermittelnden.

Konstante Überwachung; Ich werde beobachtet – ich beobachte andere. Die Kamera sieht jeden, und keiner kann ihr entkommen.

Die Figuren testen sich gegenseitig unentwegt. Niemand ist sicher.

Eine Erzählung auf multiplen Ebenen, die homogen und gleichberechtigt die Performer, vorproduziertes Material und Live- Videoeinspielungen benutzt.

 

Untersuchung der Beziehungen zwischen Menschen unter enormen Druck der Anklage.

Das Vertrauen zu hinterfragen vor dem Hintergrund der politischen Realität eines brennenden Konflikts.

Was kann ich machen? Was haben die anderen gemacht? Wer, zum Teufel, hat angefangen?

Und was macht es mit dem „privaten“ Menschen – dem Performer oder mit mir selbst?

Und wann und wie wird das Ganze lustig? Wann kann ich endlich lachen?

Antragsteller/in Efrat Stempler

Veranstaltungstermin 18. bis 21. Februar 2010

Veranstaltungsort Dock11

Förderbetrag 4.995 €

Internetseiten www.efrat-stempler.com

Pressestimmen

A Taste of Ra

In some far off place

Many light years in space

I'll build a world of abstract dreams

And wait for you

(Sun Ra)

 

Der Afroamerikaner Sun Ra gehört zu den schillernden Musiker-Persönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts. Aufgewachsen in Birmingham (Alabama) entschied er sich dafür, seine Herkunft neu zu erfinden. Er behauptete vom Planeten Saturn zu stammen, nur ein Gast auf dieser für ihn nicht akzeptablen Welt zu sein und erschuf sich sein eigenes Universum aus Theosophie, Ägyptologie, Afro-Futurismus und natürlich Jazzmusik. „A Taste of Ra“ nimmt Sun Ras künstlerische Strategien zum Anlass, um Fragen nach dem Verhältnis von Gegenwart und Zukunft neu zu stellen.

In der westlichen Zivilisation ist die Zukunft prinzipiell offen, die Vergangenheit unendlich. Das erhöht den Druck auf den kurzen Moment, den wir Jetzt nennen. Wir sind angehalten, uns selbst zu entwerfen und unser eigenes Projekt zu werden. Wir sind unsere eigenen Futurologen. Gleichzeitig bedienen sich die meisten der heutigen Zeitdiagnosen der Präposition Post - Postmoderne, Posthistoire, Postmaterialismus, nach 68, nach der Metaphysik ... Wollen wir weiter dieser Attitüde anhängen, die sich zwar von der Vergangenheit absetzt, aber dennoch von ihr verzaubert bleibt? Oder entscheiden wir uns für die "proteische Geste" nach Mikhail Epstein und begreifen uns nicht mehr als Ende, sondern als Beginn von Prozessen, die in die ferne Zukunft hineinreichen? Wäre es nicht Zeit, sich vom epilogischen Zeitalter zu verabschieden, um gelegentlich in die Sterne zu schauen? Post oder Proto?

Diesen Fragen stellt sich ein Kollektiv aus Tänzern, Schauspielern und Skeptikern. Ihre Antworten und ihre Zweifel sind Grundlage von „A Taste of Ra“. Aliens kommen auch vor, denn nach wie vor gilt: Space is the place!

 

Konzept: Christoph Winkler

Von & Mit: Eugene „U-gin“ Boateng, Sarah Grether, Martin Hansen, Anna-Luise Recke, Christine Joy Ritter, Jörg Schiebe

Bühne und Kostüm: Tal Shacham

Assistenz Bühne und Kostüm: Lydia Merkel

Licht: André Schulz

Training: Peter Trabner

Dramaturgie & Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

 

 

Antragsteller/in Christoph Winkler

Veranstaltungstermin 25. bis 28. November 2009

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Christoph Winkler in Koproduktion mit der Tafelhalle Nürnberg im KunstKulturQuartier, Sophiensaele und LOFFT Leipzig. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung von Eliashof.

Internetseiten www.christoph-winkler.info

ALBUM (Praticable)

„I’ve made all the dances of this dance album as if I had made songs. These dances originate in personal experiences that had a strong impact on me. I composed them between September 2007 and April 2008, in hotel rooms or at home, whenever I was moody, angry, depressed, extatic or in love.“

 

Das Projekt ALBUM (Praticable) nutzt zwei Themen für die Entwicklung eines neuen Tanzstückes: die Anwendung von Verfahrensweisen bei der Entstehung und Produktion von Pop-Musik und das Eingehen auf die Vermittlung von Emotionen durch das Medium Tanz. Oder ganz anders formuliert, es entsteht eine Arbeit darüber, wie Tanz als Übermittler von Emotionen fungieren kann. Zwei Präsentationsformate eines Musikalbums dienen dabei als Referenzen: So wird das Projekt sowohl als DVD realisiert, die wie ein im Studio aufgenommenes Musikalbum eine Anzahl von Tanzszenen enthält, als auch als Live-Auftritt, der die Idee des Live-Konzerts eines Sängers auf ein Tanzstück überträgt. Jeder Besucher erhält die DVD ALBUM (Praticable) am Ende des Tanz-Konzerts.

 

 

Live Performance

Choreographie und Tanz FREDERIC GIES

Assistenz FREDERIC DE CARLO

Licht / Ton RUT WALDEYER

Musik DANIEL WANG (vent/soupirs) / SNAX (Get in trouble (Peaches vs. Shapemod Rmx)) Produktionsmanagement CHRISTIAN MODERSBACH

 

DVD

Konzept, Choreographie und Tanz FREDERIC GIES Tanz FREDERIC DE CARLO / SAMPSON ZAHARKIV / CHRISTIAN MODERSBACH / JEFTA VAN DINTHER

Regie, Kamera und Schnitt ANDREA KEIZ

Licht / Ton RUT WALDEYER

Musik DANIEL WANG

Artwork YUSUF ETIMAN

DVD-Authoring MICHAEL HÜBINGER Produktionsmanagement CHRISTIAN MODERSBACH

 

 

Frédéric Gies (D/F)

Der Tänzer und Choreograph Frédéric Gies, geboren 1973 in Frankreich, lebt seit 2004 in Berlin. Er ist in Ballett und zeitgenössischem Tanz ausgebildet. Gies begann seine Karriere als Tänzer 1993 und arbeitete mit verschiedenen Choreographen zusammen, darunter Odile Duboc, Daniel Larrieu, Jean-Francois Duroure, Bernard Glandier, Olivia Grandville und Christophe Haleb. Seit seinem Umzug nach Berlin hat Frederic Gies mehrere Stücke kreiert, die z.T. aus Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern hervorgingen (Alice Chauchat, Isabelle Schad, Manuel Pelmus, Odile Seitz, Bruno Pocheron). Im August 2007 präsentierte er mit Alice Chauchat die gemeinsame Produktion "The breast piece" beim internationalen Tanz Festival "Tanz im August". 2008 wurde er zur Tanzplattform eingeladen. Dort zeigte er sein Solo Dance (Praticable) sowie Still Lives, eine Zusammenarbeit mit Good Work Production – Cie Isabelle Schad. Zeitgleich wurde die Produktion seines Solos als Gruppenversion realisiert. In diesem Rahmen erschien auch die Partitur des Stücks sowie eine Sammlung mit Texten zu den Themen Choreographie, Autorenschaft und Stil im zeitgenössischen Tanz sowohl als Arbeitsbuch als auch als Website.

 

Antragsteller/in Frédéric Gies

Veranstaltungstermin Uraufführung 22. Oktober 2009 weitere Aufführungen 23. bis 25. Oktober und 28. bis 31. Oktober

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Frédéric Gies und Sophiensaele, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freudlicher Unterstützung der Fabrik Potsdam, Tanzplan Potsdam artists-in-residence.

Internetseiten www.praticable.info

Foto: Yusuf Etiman

Foto: Yusuf Etiman

BurkaBondage - no ordinary experience -

Afghanistan im März 2001: Nachdem Taliban-Milizen vergeblich mit Raketen die beiden größten stehenden Buddha-Statuen der Welt im Tal von Bamiyan beschossen haben, müssen drei Tonnen Sprengstoff her. Es bleiben nur noch riesige, leere Felsnischen.

2007 reist die Choreografin Helena Waldmann zum ersten Mal nach Kabul, um ihre weltweit beachtete Inszenierung "return to sender" zu zeigen. Sie arbeitet dort mit jungen afghanischen

Theaterleuten, die sich selbst "Generation Rain" nennen. Auch ohne die Herrschaft der Taliban - sie stecken tief im Staub ihrer fundamentalistischen Geschichte.

Im hochindustrialisierten Japan überraschte Helena Waldmann, dass sich junge Leute ohne Glauben an eine selbstbestimmte Zukunft, gefesselt in einer streng hierarchisierten Gesellschaft,

als "Lost Generation" bezeichnen. Es mag Zufall sein, aber auch sie beziehen die Zerstörung im fernen Afghanistan auf sich.

Japanische wie afghanische Künstler erkennen im gewaltsamen Verschwinden der Körper sich selbst. Und fragen: Was müssen wir sprengen, um frei zu werden - den Rahmen oder das, was sich darin befindet? Für den Kampf um die eigene Sichtbarkeit und Entfesselung fand Helena Waldmann die ikonische Entsprechung Burka und Bondage. Von den Buddhas blieb nur der "Rahmen des Anstands", weil man den Körper nicht erträgt. Nur verhüllt kann er noch tun, was er will. In der japanischen Lesart dient Bondage, die Fessel, die dem Körper die Freiheit raubt, der eigenen Befreiung. Eine Herausforderung für zwei Tänzerinnen, die das Extrem lieben, einem Künstler, der den Körper ausradiert, und einem Genie der Trommel, um der Scham die Maske abzureißen.

Antragsteller/in Helena Waldmann

Veranstaltungstermin Premiere 9.Oktober 2009 20h weitere Vorstellungen 10. und 11. Oktober 2009 20h weitere Gastspiele: 31. OKT + 1. NOV - Theater im Pfalzbau Ludwigshafen www.theaterimpfalzbau.de 17. NOV - Burghof Lörrach www.burghof.com 21.+22. NOV - Festival 'Theater in Bewegung', Jena www.jenakultur.de 2010 FEBR - Tafelhalle im KunstKulturQuartier Nürnberg (tbc) www.tafelhalle.de MAI - Fabrik Potsdam www.fabrikpotsdam.de 26. MAI - Pumpenhaus Münster www.pumpenhaus.de 28.+29. MAI - FFT Düsseldorf in Kooperation mit dem Tanzhaus NRW www.forumfreiestheater.de TBC - Tafelhalle im KunstKulturQuartier Nürnberg www.tafelhalle.de JUNI - Festival Internacional de las Artes de Castillia y Leon (E) www.festivalcyl.com

Veranstaltungsort Haus der Berliner Festspiele

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen BurkaBondage - no ordinary experience - ist eine Produktion von Helena Waldmann und ecotopia dance poductions In Koproduktion mit Berliner Festspiele, Burghof Lörrach, Fabrik Potsdam, Forum Freies Theater Düsseldorf, Festival ‚Theater in Bewegung‘ Jena, Festival Internacional de las Artes de Castilla y Leon (E, Pumpenhaus Münster (D), Tafelhalle im KunstKulturQuartier Nürnberg, Theater im Pfalzbau Ludwigshafen Mit freundlicher Unterstützung von ITI Germany und Goethe Institut Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.ecotopiadance.com

Foto: Acci Baba

Foto: Sebastian Bolesch

Collective Sensations (Praticable)

„Im Rahmen von PRATICABLE entwickelte ich eine Praxis, bei der die Bewegung durch die Einfühlung in einem imaginären Körper entsteht. Die individuelle Arbeit wird bereichert durch fragmentarische Elemente der Vorstellungen der anderen. Anstatt andere zu kopieren, muss dabei jeder einzelne das Gesagte interpretieren, um es in die eigene Aktivität integrieren zu können. Die Aktivität des Imaginierens und sich Bewegens geschieht mit dem Ziel, eine vorgestellte Empfindung wirklich werden zu lassen.“ (Alice Chauchat)

 

 

“Thinking about the mind as part of the body, we could consider imagination to be a physical activity: we live with our body and we imagine with our body; our body is inscribed by past experiences, by culture(s) we live in, by stories of people we know and by legends. Sensation and imagination are very personal experiences. If we consider that imagination is rooted in sensation, what could then be a practice of collective imagination? ... of collective sensations?” (Alice Chauchat)

 

 

Praticable wurde 2007 von Alice Chauchat, Frédéric De Carlo, Frédéric Gies, Isabelle Schad und Odile Seitz als horizontale praxisorientierte Arbeitsstruktur gegründet, in der Research, Kreation, Austausch und Produktionsstrukturen in Beziehung gesetzt werden. Ein Prinzip des Projektes ist es, bei jeder Vorstellung zwei Stücke von Künstlern des Kollektivs zu zeigen, eines als Ausschnitt und eines in voller Länge.

 

 

Alice Chauchat erhielt ihre Ausbildung am CNSMD (Conservatoire national supérieur musique et danse) in Lyon und bei P.A.R.T.S. (Performing Arts Research and Training Studios) in Brüssel. Meist entstehen ihre Arbeiten in Kollaboration mit anderen Künstlern wie z.B. Anne Juren, Alix Eynaudi oder Frédéric Gies. Zusammen mit Tom Plischke, Martin Nachbar und Hendrik Laevens gründete sie 1999 das Kollektiv B.D.C. Chauchat arbeitete außerdem in Projekten von Xavier Le Roy, Jennifer Lacey und Mårten Spångberg sowie bei der Entwicklung von PAF (Performing Arts Forum) und everybodystoolbox.net.

 

Choreografie/Konzept: Alice Chauchat

Tanz/Choreografie: Cecilia Bengolea, Frédéric de Carlo, François Chaignaud, Frédéric Gies, Lola Rubio

Sound Design: Peter Lenaerts

Lichtdesign: Rut Waldeyer

Kostüme: Yara Burkhalter

Produktionsmanagement: Christian Modersbach

 

Antragsteller/in Alice Chauchat

Veranstaltungstermin Uraufführung am 15. und 16. August 2009 TANZ IM AUGUST

Veranstaltungsort Podewil

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Koproduktion: Tanz im August Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds (Berlin) Mit der Unterstützung von: fabrik Potsdam, TanzPlan Potsdam: Artist-in-Residence.

Internetseiten www.praticable.infowww.theselection.net

CUPPA CHAR

Grün oder schwarz?

 

Im temporeichen Stück der türkischstämmigen Choreografin Canan Erek begegnen sich Teekulturen der Welt. Asien trifft auf Europa, Missverständnisse vorprogrammiert.

Auf der ganzen Welt trinken Menschen Tee. Die Rituale der Teezubereitung unterscheiden sich weit über die Frage „Grün oder Schwarz?“ hinaus. Dienen solche Traditionen und Rituale heute noch zur Bestimmung der eigenen Identität? Oder bedient sich im globalisierten Alltag ohnehin jeder im Angebot der Kulturen? Und wie viel Echtheit steckt im tradierten oder importierten Zen?

In CUPPA CHAR (in engl. Umgangssprache für „cup of tea“) servieren fünf Protagonisten Tanztheater zwischen Poesie und Groteske. Musikalisch begleitet werden sie von Mark Andre, preisgekrönter Komponist neuer Musik, dessen Stücke u.a. bei den Donaueschinger Musiktagen und dem Festival MaerzMusik aufgeführt wurden.

 

Tanz: Jung-Sun Kim, Mu-Yi Kuo, Michel Meloni, Anne Schmidt, Nicki Vanoppen.

Regie/Choreografie: Canan Erek, Komposition/Musik: Mark Andre, Bühnenbild: Tal Shacham, Lichtdesign: Lutz Deppe, Kostüme: Gilvan Coêlho de Oliveira, Dramaturgie Karin Kirchhoff, ÖA/Presse: Katrin Brauner, Produktionsleitung Bernd Lorenz Walter.

 

Antragsteller/in Canan Erek

Veranstaltungstermin Premiere 7. Mai 2009, 20.00 Uhr Aufführungen 8. bis 12. Mai 2009, jeweils 20 Uhr

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27, 10997 Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen CUPPA CHAR, eine Produktion von Canan Erek in Koproduktion mit kulturSPRÜNGE e.V. im Ballhaus Naunynstraße, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, in Kooperation mit der tanzfabrik BERLIN und dem mime centrum berlin.

Internetseiten www.CuppaChar.de

fragments of a time still passing

Köpenicker Straße - ein riesiger Gebäudeklotz steht unauffällig in Berlins Mitte – im Keller der legendäre Tresor. Oberhalb davon öffnet sich ein gigantischer Raum, der nur vage seine ursprüngliche Bestimmung erahnen lässt. Ein Raum wie eine Filmkulisse, ein Relikt aus einer vergangenen Epoche, kalter riesiger Beton, gebaut als etwas rein Funktionales, optisch sehr graphisch, konstruktivistisch, realistisch, sozia­listisch. Der Tresor.Modern wird jetzt mit einer Serie von bewegten Bildern belebt. Bilder, die den Zuschauer buchstäblich bewegen, ihn durch den Raum führen. Baubeginn des alten Heizkraftwerks war im Jahr 1961. Ein kurzer Blick auf die Ereignisse von 1961 zeigt eine Welt, die wir mit Verwunderung vergleichen mit der Welt von heute. Teils wirkt manches sehr vertraut, anderes erscheint unheimlich und weit entfernt von der heutige Realität. Vivienne Newport, unter Kennern bekannt für ihre Rauminszenierungen, bringt Tanztheater in den Tresor.Modern.

 

 

Mit: Thomas Langkau

Kate Strong

Douglas Bateman

Alex B

Florian Kleine

 

Inszenierung: Vivienne Newport

Kostüme: Henrike Bromber

Sound: Heimwater

Licht: Heinz Kasper

Assistenz: Sandra Buttstädt

Pressearbeit: Silke Wiethe

 

Die Realisierung wurde aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht.

 

Antragsteller/in Vivienne Newport

Veranstaltungstermin Premiere am 3. September 2009, 20.30 h 4. bis 6., 12. bis 15., 17. bis 20. September 2009, 20.30 h

Veranstaltungsort Tresor.Modern, Köpenicker Str. 59 - 71, 10179 Berlin / U-Heinrich-Heine-Str

Förderbetrag 60.000 €

Giant CIty

GIANT CITY ist eine physische Erkundung der Mobilität, des Wandels und der Transformation, mit denen zeitgenössische Körper in Megacitys heute konfrontiert sind. Städte bestehen nie aus bloßen unbeweglichen Gebäuden. Sie setzen sich vielmehr aus einem Fluss immaterieller Ströme zusammen: Informationsströme, Menschenströme, Luftströme, Geldströme, Ströme von Wünschen und Sehnsüchten. Immaterielle Architekturen, die die Kulissen bilden, in denen sich Menschen bewegen, und die Bühnen schaffen, auf denen Körper agieren. Aktion und Interaktion, beide sind Teil der Konstruktion von Raum.

 

GIANT CITY ist eine spekulative Betrachtung der Wirkung, die immaterielle Ströme und virtuelle Räume heute auf unsere Körper haben.

 

Die Choreografie ist eine sich transformierende Sequenz rhythmischen Pulsierens. Während sich die Tänzer kontinuierlich bewegen, stellen sie sich urbane Räume, Umgebungen und Situationen vor, um zu entdecken, wie sich Empfindung, Intensität, Tempo und Ausdruck auf ihre Körper auswirken können. Sie suchen nicht nach einem Ort, an dem sie sich niederlassen können, sondern nach einer Form der Bewegung, die unerklärlich viele Veränderungen tragen und integrieren kann. Sie sind Körper im Zustand der fortwährenden Transformation, der Anpassung an die imaginären Räume, die sie umgeben. Kann das, was sie sich vorstellen, von außen wahrgenommen werden oder kann das Ausgedrückte nur durch die Vorstellungskraft des Publikums selbst gefüllt werden?

 

Mit GIANT CITY versucht Mette Ingvartsen eine Schnittstelle für das Publikum herzustellen, um an der Erzeugung von Raum und seiner möglichen Wirkung auf Bewegungen des Körpers teilzuhaben.

 

Antragsteller/in Great Investment / Mette Ingvartsen

Veranstaltungstermin 19. bis 21. November 09

Veranstaltungsort HAU2, Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Koproduktion: steirischer herbst festival (Graz), Festival Baltoscandal (Tallinn), PACT Zollverein (Essen), Hebbel am Ufer (Berlin), Kaaitheater (Brüssel). Gefördert aus Mitteln des Haupstadtkulturfonds (Berlin) und Kunstrådet (Dänemark) Forschungsarbeit unterstützt von LE CENTQUARTRE (Paris) und Musée de la Danse (Rennes) Eine Produktion von Mette Ingvartsen / Great Investment

Internetseiten www.aisikl.net/mette

Internationales Tanzfest Berlin - Tanz im August 2009

Bei TANZ IM AUGUST steht mit dem Motto „Listen!“ statt des visuellen Erlebens von Tanz diesmal die akustische Wahrnehmung im Vordergrund. Aber kann man Tanz hören? Ein geladen haben wir Künstler, die mit ihren Produktionen auf ganz unter schiedliche Art und Weise zum Zuhören auffordern: Vertreten sind Tanzstücke, die wie Konzerte aufgebaut sind und Choreografien, in denen Bewegung direkt hörbar wird. Mehrere Produktionen beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Bewegung einerseits und Stimme, Sprache oder Musik andererseits. Hinzu kommen Choreografien, in denen Bewegungen akustische Imaginationen auslösen und narrative Ansätze, in denen der Tanz an ein soziales Bewusstsein appelliert. Ein weiterer Schwerpunkt des Programms liegt dieses Jahr auf der jungen Generation, deren Arbeiten wir gleichberechtigt neben denen international renommierter Choreografen zeigen. Gespräche und Vorträge, Partys und Konzerte bieten die Gelegenheit zur weiterführenden Auseinandersetzung mit dem Motto „Listen!“ und zur Begegnung zwischen Künstlern, Theoretikern und Publikum.

 

Viel Vergnügen!

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH Kulturprojekte Berlin GmbH - Tanzwerkstatt

Veranstaltungstermin 14. bis 30. August 2009

Veranstaltungsort Podewil, Hebbel am Ufer, Sophiensäle, Die Halle, Radialsystem, Haus der Berliner Festspiele, Akademie der Künste u.a.

Förderbetrag Hebbel-Theater: 200.000 € Tanzwerkstatt: 200.000 €

Internetseiten www.tanzimaugust.de

Lieb Sein

Konzept und Inszenierung: Hanna Hegenscheidt

Von und mit: Niels Bormann, Chris Daftsios, Angharad Davies

Dramaturgische Mitarbeit:Ulrich Huhn, Franziska Köhler

Produktionsleitung: Franziska Köhler

Ausstattung: Annette Gödde

Licht: Benjamin Schälike

Mitarbeit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: ehrliche Arbeit – freies Kulturbüro

 

Im alltäglichen Miteinander geben wir uns gerne authentisch, provokant, kreativ, kritisch, intellektuell und auf unzählige andere Arten und Weisen.

„Lieb sein“ liefert keine Antwort auf die Frage nach Wahrhaftigkeit hinter diesen Konstruktionen, sondern versucht einen spielerischen Umgang mit diesem Miteinander, das ebenso oft ein Aneinandervorbei und ein Gegeneinander sein kann. Eine Tänzerin und zwei Schauspieler stellen sich mittels Tanz und Sprache einem kommunikativen Kräftemessen.

 

In englischer und deutscher Sprache

 

Antragsteller/in Hanna Hegenscheidt

Veranstaltungstermin 21. bis 23. August 2009 19 Uhr

Veranstaltungsort Radialsystem V

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen In Koproduktion mit Kampnagel Hamburg und Tanzfabrik Berlin e.V. Mit freundlicher Unterstützung vom Eliashof Berlin, der HALLE Tanzbühne und Studio P3.

Megalopolis

MEGALOPOLIS ist kein spezifischer, sondern ein metaphorischer Ort. Schauplatz ist die Stadt unter Einfluss der Globalisierung. Diese Stadt zeichnet sich durch die Unleserlichkeit heutiger Megastädte aus, die in das Chaos hineingeboren werden. Ihre Gesichtszüge sind ungezügelter Wachstum, Zerfall und eine unendliche Auflösung. Dichte und Enge der Stadt lösen die Grenzen zwischen privaten und öffentlichen Räumen auf, lassen sie beinahe verschwinden. Gleichzeitig zwingt uns diese Grenzenlosigkeit, die Stadt als eine Kollage wahrzunehmen, die aus unzähligen biographischen Schnitzeln besteht. Der Kampf zweier Straßenverkäufer um den besten Platz stellt heute eine existentielle Konfrontation dar und ist morgen schon vergessen. Megastädte sind ein Paradigma für Räume, in denen Menschen zusammen leben, ohne sich zu kennen. Das immer präsente Überwachungssystem bringt nicht nur ständig überwachte Wesen hervor, sondern erzeugt auch eine neue Art der Selbstwahrnehmung. Der Körper einer Person verwandelt sich so in ein expressives Instrument, welches Systeme und Regeln erschafft und zerstört. Welche Wechselbeziehungen haben da noch eine Gültigkeit? Wird die urbane Entwicklung Prinzipien folgen, die uns völlig unbekannt sind? Ist der erkennbare Verfall gesellschaftlicher Beziehungen Ursache oder Konsequenz für die Zeichen des Verfalls unserer Städte? MEGALOPOLIS ist ein Versprechen und ein Fluch. MEGALOPOLIS ist eine strahlende Stadt. MEGALOPOLIS ist ein unkontrollierbares Konstrukt, ständig in Bewegung.

Antragsteller/in Constanza Macras

Veranstaltungstermin - 17., 18. Januar 2010 - 12., 13., 14. Februar 2010 - 6., 7. März 2010 - 30. April 2010 - 2., 3., 5., 6. Mai 2010 - 17., 18., 19. Juni 2010 - 30., 31. August 2010 - 1., 2. September 2010

Veranstaltungsort Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen MEGALOPOLIS ist eine Produktion von CONSTANZA MACRAS | DORKYPARK und SCHAUBÜHNE AM LEHNINER PLATZ in Koproduktion mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und MESS Sarajevo.

Internetseiten www.dorkypark.orgwww.schaubuehne.de...toire/471807

Pressestimmen

MOVE IN PATTERNS

MOVE IN PATTERNS – Ein Tanzstück von Modjgan Hashemian

 

Iran 1979: Den ersten Augenblicken der Euphorie folgt die Ernüchterung. Nach der islamischen Revolution sind Musik und Tanz verboten, die Menschen verschleiert. Sie ziehen sich in die Häuser zurück und suchen die Freiheit in den eigenen vier Wänden. Ein Mädchen entdeckt im Haus ihrer Großeltern in Südteheran die Muster der Teppiche. Und beginnt zu tanzen.

 

30 Jahre später erkundet die in Berlin lebende Choreografin die Welt ihrer Kindheit. Der Teppich wird dabei zum Transportmittel zwischen Räumen und Zeiten. Und die Ornamente erweisen sich als doppelbödig: Vertraut-verträumt, aber auch Einschränkung und Begrenzung. Magischer Schutz gegen die Angst und ein System, das keine Abweichung duldet.

 

 

Antragsteller/in Modjgan Hashemian

Veranstaltungstermin Premiere: 25. Juni 2009, 20 Uhr Weitere Vorstellungen: 26.-30. Juni 2009, 20 Uhr

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstrasse

Förderbetrag 15.000 €

Kooperationen Kultursprünge e.V. Ballhaus Naunynstrasse Gefördert durch die Interkulturelle Projektförderung des Landes Berlin

Kinderbild der Choreografin (privat)

one shared object PROFIT AND LOSS

Chroeographie: Martin Nachbar, Martine Pisani

Performer: Hermann Heisig, Eduard Mont de Palol, Elise Olhandéguy, Denis Robert, Lola Rubio, Litó Walkey

Kairos: Theo Kooijman

Lichtdesign: Bruno Pocheron

Sound: Gaëtan Bulourde

Kostüme: Michèle Paldacci

 

2005 haben wir uns zum ersten Mal getroffen (in Reims und später in Montpellier und in Wien) und haben Ideen, Methoden und Proben miteinander geteilt. Wir haben eine ähnliche Neugierde bei- und aneinander entdeckt – einen Sinn für ernsthaftes Spiel. Mit „one shared object PROFIT AND LOSS“ wollen wir dieses Treffen in Form eines gemeinsamen Stückes materialisieren: Wie können zwei choreogaphische Sprachen kollidieren, zusammenlaufen, sich vereinigen, kommunizieren, und vielleicht sogar eine dritte Sprache erfinden? Ausgangspunkt ist die Frage nach der Verwobenheit der Körper mit Zeit.

 

Wir denken uns unsere Annäherungsweisen an Choreographie als Parcours, die sich verwickeln, verknoten, parallel laufen und trennen werden. Der erste Schritt ist die Frage nach der Verwobenheit der Körper mit Zeit: Bewegung als beständiger Prozess der Transformation und des Verlustes, der Neues generiert. Welche Methoden können wir davon ausgehend entwickeln? Wie können wir gemeinsam damit spielen?

 

Martin Nachbar, Martine Pisani

Antragsteller/in Martin Nachbar

Veranstaltungstermin 30. September, 1. und 2. Oktober 2009 Oct 09,10 & 11 >> Les Subsistances Lyon (F) >> www.les-subs.com Nov 18 >> Espace des arts Chalon-sur-Saône (F) >> www.espace-des-arts.com

Veranstaltungsort Sopheinsaele Berlin

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen In Koproduktion mit: ARCADI – Action régionale pour la création artistique et la diffusion en Ile-de-France, Centre chorégraphique national de Montpellier mit Unterstützung von Jardin d'Europe der Europäischen Union, Espace des Arts Scène nationale de Chalon-sur-Saône, fabrik Potsdam im Rahmen von „Tanzplan Potsdam: Artists in Residence“, Sophiensaele Berlin, Les Subsistances Lyon In Kooperation mit: La Ménagerie de Verre (studiolabs) Paris, Tanzfabrik Berlin Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds, Goethe-Institut Lyon, Bureau du Théâtre et de la Danse Berlin

Sweet Dreams Are Made

Simone Aughterlony und Isabelle Schad

Sweet Dreams Are Made

 

Konzept und Choreografie: Simone Aughterlony, Isabelle Schad

Mit: Nic Lloyd, Arantxa Martinez, Lola Rubio, Isabelle Schad, Thomas

Wodianka, Fiona Wright

Dramaturgische Zusammenarbeit: Saša Boži;

Musik und Komposition: DECOY – Laurent Dailleau, Nadia Ratsimandresy

Lichtdesign, technische Leitung: Bruno Pocheron

Kostüme und Set-Design: Nadia Fistarol

Ton, Software Entwicklung: Olivier Heinry

 

In Sweet Dreams Are Made von Simone Aughterlony und Isabelle Schad werden Körper, Geschichten und Empfindungen durch die unheimliche Linse der Schlafkohärenz und der Halblogik von Träumen betrachtet. Die Bühne dient ihnen zugleich als Traumbehälter und als „Setting“ eines Traumes. Das Theater ist der Ort, an dem Surreales, Magie und Illusionen ihren Platz haben. Die Aufführung kann aber auch zum Alptraum werden, wenn ein Schauspieler seine Notizen verliert.

Dabei gehen die unterschiedlichen Ansätze der beiden Choreografinnen eine ungewöhnliche Symbiose ein. Während Simone Aughterlony in ihren Stücken meist mit Video und Sprache arbeitet, ist Isabelle Schad besonders an der Erkundung von physischen Zuständen interessiert. In Sweet Dreams Are Made kommen sowohl Texte als auch fein modulierte Körperzustände zum Einsatz. Resultat ist ein Panorama an suggestiven Bildern und Szenen, die mitunter an Filme von David Lynch oder Luis Buñuel denken lassen. Sie ziehen den Betrachter in ihren Bann und führen zugleich die Konstruktion von Gefühlen und Stimmungen vor.

Antragsteller/in Isabelle Schad

Veranstaltungstermin 08., 10., 11.,12., 14., 18. und 19. Dezember 2009 15., 16., 21., 22., 26., 27. und 28. Januar 2010

Veranstaltungsort HAU 1 Berlin, Gessnerallee Zürich, Dampfzentrale Bern, Tanzquartier Wien, Schouwbourg Rotterdam

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Art workshop Lazareti Dubrovnik, Campo Gent, de facto Zagreb, Dampfzentrale Bern, HAU Berlin, La Bâtie Festival Genf, PACT Zollverein Essen, Productiehuis Rotterdam (Rotterdamse Schouwburg), Theaterhaus Gessnerallee Zürich Gefördert durch Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Hauptstadtkulturfonds Berlin, Kroatisches Kulturministerium, Pro Helvetia tung, Stadt Zürich Kultur

Internetseiten www.aughterlony.comwww.isabelle-schad.net

Pressestimmen

The Geometry of Separation

Ein Kubus, zwei Figuren, drei Orte, vier Visionen: Tänzerin und Film-Ich repräsentieren zwei verschiedene Lebensalter einer Frau. Von der Außenwelt abgewiesen, treibt sie in einen inneren Konflikt zwischen der verlorenen Gegenwart und einer fiktiven Zukunft. Der Bühnenraum wird zur obskuren Bewusstseinslandschaft, in der Körper und Bildwelt sich gegenseitig ergänzen und zerlegen. Eine Reise in entfremdete Räume beginnt, in Körperfragmente und Erinnerungsfetzen, von der nur eine der beiden Figuren zurückkehrt.

 

Das neue Stück von Riki von Falken beschäftigt sich auf abstrakter Ebene mit der Problematik des Ausschlusses, eine Angst, die symptomatisch für unsere Zeit geworden ist. In Kollaboration mit der Filmemacherin Mareike Engelhardt entsteht in der Verbindung von Videokunst und Tanz ein fiktionaler Dialog, bei dem die Tänzerin ihrem virtuellen Alter Ego begegnet. Die Protagonistin des Filmes ist unsere Gegenwart, ihre virtuelle Existenz der letzte flüchtige Realitätsrest. Auf der Bühne trägt die Tänzerin die Auseinandersetzung zwischen Subjekt und Welt mit ihrem eigenen Körper aus. In einer unmöglich gewordenen Umgebung entwickelt sie eine Bewegungssprache, um sich in diesen entfremdeten Räumen zu platzieren. Doch ihr Körper verselbstständigt sich und wird Teil dieser Außenwelt…

 

Riki von Falken arbeitet seit 1981 als Tänzerin und Choreographin in Berlin. Ab 1990 vor allem choreographisch tätig, entstehen die Soloabende DIE HAARAUSBREITENDE NO.2 (Kammermusiksaal der Philharmonie, Berlin 1990), Der VIERECKIGE STIER (Akademie der Künste, Berlin 1991), OHRELLA (Hebbel-Theater, Berlin 1992), LAVANDINA (Theater am Halleschen Ufer, Berlin 1994), BARRERES (HEBBEL-Theater, Berlin 1996), WHITE LINEN (Theater am Halleschen Ufer, Berlin 2000), WACH ( Theater am Halleschen Ufer, Berlin 2001), ONE MORE THAN ONE (Theater am Halleschen Ufer, Berlin 2003) und EINE BEGEGNUNG ZWISCHEN UNGLEICHEN ( Ausstellungshalle der Akademie der Künste, Berlin 2005). 2000 und 2001 erhielt sie die Auszeichnung als Tänzerin des Jahres (TIP 26/2000 und 26/2001) für das Stück White Linen. Im Jahrbuch 2003 und 2008 von ballettanz erhielt sie bei der Kritikerumfrage die Auszeichnung als profilierte Tänzerin.

 

Mareike Engelhardt erhielt neben einem Studium der Vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie an der Freien Universität Berlin und der Sorbonne Paris eine freie Tanzausbildung in Berlin, New York, London und Paris. 2005/06 drehte sie die Tanzfilme "Clown" und "Segments" in New York und "Der Panther" in Berlin. Seit 2007 lebt sie in Paris, wo sie nach dem Studium an der École Supérieure libre d’Études Cinématographiques Paris als Filmemacherin tätig ist.

 

Team

 

Konzept Riki von Falken / Mareike Engelhardt

Regie Riki von Falken

Regie-Mitarbeit Mareike Engelhardt

Choreographie / Tanz Riki von Falken

Film / Dramaturgie Mareike Engelhardt

Choreographie und Tanz im Film Friederike Plafki

Bühne Riki von Falken / Katja Kettner

Technische Leitung / Licht / Ton Ralf Grüneberg

Videotechnik Oscar Loeser

Dramaturgische Beratung Katja Kettner / Bastian Wiegelmann

Grafik/Fotografie www.schwarzplusgrafik.de

Presse k3 berlin kontor für kultur und kommunikation

Produktionsleitung / Öffentlichkeitsarbeit Katja Kettner

 

 

Antragsteller/in Riki von Falken

Veranstaltungstermin 30. Mai 2009 Premiere, 31. Mai und 1. Juni 2009

Veranstaltungsort Radialsystem V

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Radialsystem V

Internetseiten wwwrikivonfalken.com

there is no end to more

Ein Spektakel aus Tanz, Video und Musik im Stil einer Fernsehsendung für Kinder über das Verhältnis vom Menschen zum unendlichen Mehr, dem Unhaltbaren und Ungreifbaren. Inklusive Begegnungen mit Deinen Lieblingstieren, unterhaltsamen Lektionen zu Regierung, Familie, Körper und Unendlichkeit, und postmodernen Reflexionen über die Unendlichkeit des Raums und die Konsumgesellschaft.Willkommen bei "there is no end to more".

 

Für sein fünftes abendfüllendes Stück tritt Jeremy Wade von der Bühne und entwickelt gemeinsam mit dem Schauspieler und Tänzer Jared Gradinger ein stark medialisiertes Solo.

 

"there is no end to more" ist ein Auftragswerk der Japan Society New York. Die Ausgangsidee war mit dem japanischen Phänomen des Kawaii (Niedlichkeit) zu arbeiten. Nach einem dreiwöchigen Japanaufenthalt weitete sich das Interesse jedoch rasch auf japanisches Konsumverhalten und das endlose Mehr einer hysterischen Medienlandschaft aus.

 

In den 1950er Jahren begann Japan amerikanische Konsumentenkultur zu adaptieren: technische Geräte, Präsentationsstil und Werbung. Rasch fand die Japanische Gesellschaft Wege und Weisen sich diese Kultur anzueignen. Oft als Paradebeispiel einer "postmodernen" Gesellschaft bezeichnet, gibt es in Japan keinen strengen Moralcode hinsichtlich dem Besitz materieller Güter und dessen aufwendigen Präsentation und Stilisierung. In den 1980ern fand ein gegenläufiger Prozess statt. Japanische Kultur breitete sich über die ganze Welt aus, in Mode, Technologie und nicht zuletzt in Zeichentrickserien für Kinder. Letzteres führte im Westen einen spezifisch japanischen visuellen Stil und Narration ein, in der sich Technotopia mit mythischen und folkloristischen Elementen vermischte, und einen intensiviertes Konzept von Konsum und Marketing mit sich zurück brachte.

 

Kern dieses Stückes ist ein geisterhaftes Verhältnis zum Spektakel in der rauschhaften Episodenstruktur wie in Lektionen des Kinderfernsehens. Resultat ist ein nicht endender Fluss von Assoziationen und Kontrasten, in denen Jared Gradinger das Produkt und Subjekt eines Sturms von niedlicher und kuschliger Hysterie ist.

 

Inszeniert von Jeremy Wade in Zusammenarbeit mit Jared Gradinger

Performer Jared Gradinger

Text: Jared Gradinger, Marcos Rosales, Jeremy Wade

Zusätzliche Textpassagen: Delia Derbyshire, Thomas Ligotti, David Shrigley

Dramaturgie: Eike Wittrock

Illustrationen: Hiroki Otsuka

Videokünstler: Veith Michel

Musik und Sounddesign: Brendan Dougherty

Lichtdesign: Andreas Harder

Bühnenbild: Henning Ströh

Technische Leitung: Christof Debler

Produktionsmanagement: Barbara Greiner

 

 

 

 

Antragsteller/in NYBLNTYO GbR

Veranstaltungstermin 25. bis 27. November 2009 Weitere Termine: 3. – 5. December 2009, Japan Society, New York, (http://www.japansociety.org), 11. Januar 2010: APAP showing, Japan Society, New York 23. Januar 2010: Andy Warhol Museum, Pittsburgh, USA (http://www.warhol.org/default.asp), 28./29. Januar 2010: EMPAC, Troy, NY, USA (http://empac.rpi.edu/), 5. - 10. Februar (nicht am 7.): Les Subsistances, Lyon, France (www.les-subs.com)

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer (HAU 2)

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Eine Produktion von NYBLNTYO GbR und Japan Society (New York) Koproduktion: Hebbel am Ufer (Berlin), CCN Franche-Comté Bélfort mit dem accueil/studio Progamm des Kulturministeriums von DRAC Franche-Comté (Bélfort), Les Subsistances (Lyon). Recherchereise in Japan unterstützt vom ACC Asian Cultural Council (New York). Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, Berlin Dank an AV Stumpfl GmbH, Österreich

Internetseiten www.jeremywade.de

WALKING MY DRAGON

In ihrer neuen Produktion treten die Tänzer von TWO FISH mit der Rockband DISH gleichzeitig auf.

Die ehemals unzertrennlichen Ebenen Musik und Tanz, die sich im zeitgenössischen Tanz weit voneinander entfernt haben, werden zusammengeworfen, um zu schauen, ob sie sich noch leiden können. Entstehen Verbindungen oder Gemische und wovon erzählen sie. Diese Gruppen-Arbeit fragt, wieso Vorhandenes so unterschiedlich sichtbar wird. Aus welchen Gründen verschenken wir an was wann Aufmerksamkeit? Was bedeutet es, sich außerhalb und im Fokus der Aufmerksamkeit zu befinden? Bewirkt das, was ich tue, dass ich gesehen werde?

 

Eine formale Untersuchung von Phänomenen des Lebens in (Rand)Gruppen, wobei TWO FISH darunter nicht nur Punks, sondern auch Politiker fassen.

 

„Ein Randgruppen-Mensch, der sein bisheriges Dasein in seinem geliebten Schatten verbracht hat, gerät in den Mittelpunkt einer unangenehmen Aufmerksamkeit. Ein propagandistischer Schreihals, den niemand mehr hören will, verstummt. Knospen werden als Blüten verkauft.“ Aus der für TWO FISH typischen Sprache übersetzt bedeutet dies eine Erkundung der inneren und äußeren Kräfte, die eine Gruppe bzw. Randgruppe zusammenhalten und sie in Erscheinung treten lassen: Eine Studie zur Politik der Sichtbarkeit.

 

Konzept: TWO FISH Inszenierung: Angela Schubot Performer TWO FISH: Martin Clausen, Ayara Hernández Holz, Juli Reinartz, Andreas Müller Band: DISH; Espin Bowder (Vocals), Celli Hübenthal (Guitars), Helge Marx (Bass), Holger Marseille (Drums)

Mitarbeit: Thomas Schütt Kostüm: Lena Krapiwnikow Dramaturgie: Henning Fülle Lichtdesign: Benjamin Schälike Produktion: Björn Pätz.

Antragsteller/in Angela Schubot - TWO FISH

Veranstaltungstermin 21., 22., 23., 24. Oktober 2009 28. Oktober 2009 / 20.30 Uhr / Schwankhalle

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen HAU und Alte Liebe Produktionen

Internetseiten www.twofish.infowww.hebbel-am-ufer.dewww.schwankhalle.de

Foto: Florian Braun

Foto: Florian Braun

Foto: Florian Braun