10 Jahre Grand Prix d'Amour

Am 22. Mai 2009 wird Nicholas Bussmann mit "10 Jahre Grand Prix d'Amour" das 10-jährige Jubiläum des Berliner Liebeslieder-Wettbewerbs ausrichten, mittlerweile eine kleine Tradition im Berliner Kulturleben. Auch in diesem Jahr macht er sich wieder auf die Suche nach potentiellen Anwärtern auf den großen Preis der Liebe, um sie dazu zu bewegen, ein ureigenes Liebeslied vorzubereiten. Das „selbstgemachte“ Lied, ob gesungen, geräuspert, getanzt, geröchelt oder geschwiegen wird als Solo vorgetragen. Eine Ein-Personen-Jury –ungerecht wie die Liebe selbst– wählt ein Lied zum Siegerlied des Abends.

Interessant wird dieser Anti-Wettbewerb durch die Zusammenstellung an „Sängern“. Der Kurator Nicholas Bussmann schafft es mit seiner Auswahl an Künstlern stets, eine möglichst große Diversität auf die Bühne zu bringen: Junge und Alte, Laien und Profis, Schüchterne und Draufgänger, Erleuchtete und Zyniker, neue Geschlechter, Asiaten und Brandenburger, Schwarzhaarige und alte Bekannte.

Neu ist in diesem Jahr die Kooperation mit Belgrad, wo am 21. Mai 2009 unter der Leitung von Relja Bobic (Dis-Patch Festival) der erste Grand Prix d'Amour stattfinden wird. Die besten Belgrader Liebeslieder werden dann am Tag darauf zusammen mit den hiesigen Schöpfungen dem Berliner Publikum präsentiert.

Gemeinsam werden Nicholas Bussmann und Relja Bobic den Zuschauern als Conferenciers und den "Sängern" als Roadies zur Verfügung stehen. Und da es um die Liebe geht, führen sie mit Schweiß und Gänsehaut, Lachen, süßen und bitteren Tränen durch den Abend.

 

Mit: Erik Drescher, Yusuf Ergüm, Kevin Blechdom, Barbara Loreck, Peter Ablinger, Mocky, Laura Mello, Uschi International , Lucile Desamory, Ed Benndorf, Visnja Janosevic, Luka Ivanovic, Nenad Rackovic; WoO und Marc Marcovic.

 

Antragsteller/in Nicholas Bussmann

Veranstaltungstermin 22. Mai 2009, 21.00 Uhr

Veranstaltungsort Festsaal Kreuzberg

Förderbetrag 9.000 €

Kooperationen Relja Bobic (Dis-Patch Festival, Belgrad)

Internetseiten www.grandprixdamour.com

©Llucia Sanchez

Club Contemporary Classical (C3)

Das CLUB CONTEMPORARY CLASSICAL (C3) Festival setzt durch die hochwertige Begegnung von Klassik und Clubkultur neue Akzente. Es stellt zeitgenössische klassische Musiker vor, die von der Clubkultur inspiriert sind und deren Werke sowohl ästhetisch als auch akustisch in den Clubkontext passen.

Schon immer hat die „ernste” Musik der westlichen Welt auch Elemente populärer Musik genutzt, um die Entwicklung der eigenen Kunstform voranzutreiben. Diese Tradition setzen die Künstler des Festivals fort, indem sie Techniken elektronischer Musik wie Sampling oder den Einsatz von Visuals nutzen. Zentraler Veranstaltungsort ist der Berliner Club Berghain, den internationale Medien gerade zum angesagtesten Club der Welt gekürt haben. Die Verbindung verschiedener Kunstformen ist ein Schwerpunkt des Clubs, der auch Werke von Wolfgang Tillmans und anderen bildenden Künstler ausstellt. Er ist damit die ideale Location für ein Festival, dessen Künstler die Grenzen zweier sonst sehr unterschiedlicher Welten – Klassik und Club – aufheben.

Das Festivalprogramm präsentiert mit ausgewählten Solo-Musikern, Ensembles und Visual-Künstlern u.a. aus Nordamerika, Großbritannien und den Niederlanden vielfältige musikalische und kreative Ansätze und Interpretationen. Im Anschluss an die Konzerte laden DJs zum Tanzen ein und schlagen so eine Brücke zwischen der klassischen Bühne und dem Dancefloor des modernen Tanztempels.

Antragsteller/in Piranha Kultur GmbH

Veranstaltungstermin 8. bis 10. September 2009

Veranstaltungsort Berghain

Förderbetrag 90.000 €

Internetseiten www.c3festival.de

Composers & Improvisators

Das Projekt „Composers & Improvisators“ präsentiert improvisierende Jazzmusiker der zeitgenössischen Szene, die sich Ihren Vorbildern annehmen und die klassischen Komponisten in ihren individuellen Spielarten aufführen.

 

Da sind viele Wegbereiter des zeitgenössischen Jazz, John Coltrane, Thelonious Monk, Ornette Coleman, um nur einige zu nennen, die eine besondere Wirkung auf kreative Künstler von heute ausüben. Viele dieser Künstler haben sich die Erarbeitung des Repertoires der Vorbilder aus den „Golden Sixties“ des Jazz ernsthaft vorgenommen. Hierbei sei nur an die 3-CD Box mit dem gesamten Werk von Thelonious Monk, welche die Berliner Band „Die Enttäuschung“ zusammen mit dem Pianisten Alexander von Schlippenbach eingespielt hat oder auch an das einfühlsame Herangehen Ulrich Gumperts an das kompositorische Werk von Charles Mingus, erinnert. Natürlich fügt sich in das Spiel dann auch der ganze Erfahrungsschatz der Neuzeit ein, egal ob Free Jazz, folkloristische Elemente oder Post-Stile, hier sei an Alan Skidmores Coltrane Standard-Spiel oder an große Big-Band-Arrangements erinnert.

 

Die Beschäftigung mit Musikerpersönlichkeiten wie Eric Dolphy, Steve Lacy, Charles Mingus, John Coltrane, Thelonious Monk u.a. ist für heutige Musiker selbstverständlich und wird gleichzeitig nicht als bloße Rezitation sondern als Weiterentwicklung verstanden. In eigenen Projekten haben deshalb viele Jazzmusiker der zeitgenössischen Jazzszene interessante Konzepte hervorgebracht, die sich mit Komponisten der vergangenen Jahrzehnte Jazzgeschichte auseinandersetzen.

Diese sollen im hier vorgestellten Projekt die Möglichkeit erhalten, sich und ihr Konzept bzw. ihre Version der bekannten Kompositionen vorzustellen.

Ein breites Spektrum der Bearbeitungsvarianten von Jazzcomposers des HardBop, BeBop und älterer Jazzstile wollen wir in unserem Projekt interpretiert von zeitgenössischen Improvisatoren aufzeigen.

 

Es soll vor allem die Berliner Szene, die außerordentlich viele gute Gruppen mit einer besonderen Bearbeitung von Standards oder Werken von Komponisten des Jazz hervorgebracht hat, in den Fokus gestellt werden, dennoch werden auch die wichtigen Einflüsse vom Rest Europas und insbesondere aus Amerika nicht außer Acht gelassen.

 

Antragsteller/in Förderverein jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg e.V.

Veranstaltungstermin 18. bis 25. September 2009

Veranstaltungsort Kino babylon:mitte / Institut francais / diverse Jazzclubs

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen Institut francais Berlin Babylon:Mitte jazzwerkstatt + klassik SHOP GmbH Aufsturz Jazzclub Kunstfabrik Schlot

Internetseiten www.jazzwerkstatt-...andenburg.de

Aki Takase plays Fats Waller

DISCOVER US! - Across the border - American Jazz Now.

 

DISCOVER US !

Across the border. American Jazz Now.

 

Der „melting pot“ Amerika hat eine neue Jazzkultur hervorgebracht, die sich nicht mehr nur mit ihren afroamerikanischen Wurzeln beschäftigt, sondern auch mit jüdischen und europäischen. Im Zuge der Konzertreihe DISCOVER US! werden einige der bekanntesten amerikanischen Musiker beider Traditionen nach Berlin eingeladen: Einerseits die „Erneuerer“ der aktuellen Jazzszene, die mit Musikern wie John Zorn, aber auch Paul Brody, Marc Ribot, Elliott Sharp oder Fred Frith den amerikanischen Jazz in den letzten Jahren geprägt haben. Die Klezmer-Kultur dieser, vornehmlich aus der jüdischen Religion kommenden Künstler, steht dabei in enger Verbindung mit dem improvisierten Jazz und hat diesen über die letzten Jahrzehnte hinweg stark geformt. Neben einigen Berliner Musikern, die diesen künstlerischen Konzepten folgen, wird andererseits auch der afroamerikanische Jazz vorgestellt. Mit dem „World Saxophone Quartet“, Jamaaladeen Tacumas „Coltrane Configuration“ u.a. sind einige der wichtigsten Vertreter der schwarzen Jazzkultur zu Gast in Berlin.

 

DISCOVER US! ist in Zusammenarbeit des Fördervereins jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg e.V. und der Kuratoren der Ausstellung – Uta Grundmann, Sabine Russ und Gregory Volk –entstanden und thematisiert in unterschiedlichen Kunstgattungen von Januar bis Mai 2009 „Bilder“ von Amerika. Neben der Konzertreihe (11.1.-2.5.2008) finden eine Ausstellung (28.3.-3.5.2008) sowie Lesungen konzeptueller Poesie und ein Symposion zur Aktualität konzeptuellen Schreibens in Kooperation mit der New York University und dem Kennedy-Institut der Freien Universität Berlin statt.

 

Neben monatlichen Konzerten im babylon:mitte am Rosa-Luxemburg-Platz finden im April 2009 außerdem wöchentlich Konzerte im Umfeld der Ausstellung Carnival within in den UferHallen in Berlin-Gesundbrunnen statt.

 

 

Teilnehmende Künstler (Auszug):

Jazz Parasites (Ed Schuller, Ernst Bier, Kalle Kalima), Elliott Sharp Solo, Marc Ribot Solo,

2FOOT YARD (Carla Kihlstedt, Marika Hughes, Shazhad Ismaily), Courvoisier & Feldman,

World Saxophone Quartet (David Murray, Hamiet Bluiett, James Carter, Kidd Jordan),

Hank Robert – Marc Ducret – Jim Black, Paul Brody – Michael Rodach – Alan Bern,

Tacumas Coltrane Configuration (Jamaaladeen Tacuma, Tony Kofi, Orrin Evans, Tim Hutson),

Fred Frith, String Trio of New York (John Lindberg, James Emery, Rob Thomas),

Erik Friedlander Solo u.a.

 

 

Antragsteller/in Förderverein jazzwerkstatt Berlin-Brandenburg e.V.

Veranstaltungstermin 28. März bis 2. Mai 2009 11. Januar 2009 28. Februar 2009

Veranstaltungsort Kino babylon:mitte / Uferhallen Berlin-Gesundbrunnen / Institut francais

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen Ausstellungsreihe "DISCOVER US!" der Kuratoren Uta Grundmann, Sabine Russ und Gregory Volk Babylon:Mitte Uferhallen Institut Francais / Exportbüro für französische Musik

Internetseiten www.discover-us.orgwww.jazzwerkstatt-...andenburg.de

Pressestimmen

Elliott Sharp

David Murray

Eine Audienz mit dem Publikum

Bill Dietz und Ensemble Zwischentönes „Audienz mit dem Publikum“ untersucht den institutionellen Status der Neuen Musik. Warum verbleibt die Neue Musik als eine der unpopulärsten und am wenigsten verstandenen Kunstformen die es gibt? Warum, in einer Zeit in der die Musik eine größere Rolle als jemals zuvor in unserem Alltagsleben spielt, beschränken sich Komponisten auf eine überspezialisierte Form von „Klassik“?

 

Mit acht Veranstaltungen in drei Phasen in 2009 versuchen wir uns dieser und anderer Fragen zu nähern. Die drei Phasen finden an vier exemplarischen Orten statt: dem Berliner Konzerthaus, dem klassischem Ort der Musikrezeption; der Sammlung Hoffmann, einer Privatwohnung, die dem Leben mit zeitgenössischer Kunst und ihrer Vermittlung gewidmet ist; 7hours Haus 19, einem typischem „Off-Space“ für Kunst und Musik; und letztendlich dem Haus der Kulturen der Welt, einer modernen Variante der klassischen Präsentationssituation.

Mit den ersten zwei Phasen bilden wir eine Genealogie des sonderbaren Status der Neuen Musik, aus neuen und historischen musikalischen Arbeiten. In der letze Phase präsentieren wir aktuelle künstlerische Positionen die unsere Fragestellung erweiteren.

 

Phase 1 zielt auf die klassiche Konzertsituation, ihre Vorläufer und Ursprünge – und besonders auf die Rolle des Publikums innerhalb diese Konstellationen.

Mit Beiträgen von Peter Ablinger, Arturas Bumsteinas, Christopher DeLaurenti, Diego Armando Grossmann, Hanns-Werner Heister, Jean-Baptiste Lully, Michael Parsons, Erik Satie und Øyvind Torvund

 

1.1 – 28.01.2009 im Musikclub des Berliner Konzerthauses www.konzerthaus.de

1.2 - 31.01.2009 in der Sammlung Hoffmann www.sammlung-hoffmann.de

1.3 - 06.02 – 08.02.2009 im Haus der Kulturen der Welt www.audiopoverty.de

 

Phase 2 fokussiert sich auf die historische und die neo Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Besonders auf den Paradigmenwechsel, der in Begriffe wie „Partizipation“ und „Interaktivität“ impliziert ist, wird nachgegangen.

Mit Arbeiten von John Cage, Pauline Oliveros, Michael Pisaro, Dieter Schnebel, Igor Stravinksy und verschiedenen Firmen

 

2.1 – 14.06.2009 im 7hours HAUS 19 www.7hours.com

2.2 – 15.06.2009 im Werner-Otto-Saal des Berliner Konzerthauses www.konzerthaus.de

 

Phase 3 präsentiert aktuelle Arbeiten die in sich schon Folgen einer „Audienz mit dem Publikum“ beinhalten.

Mit Beiträgen von Maryanne Amacher, Antonia Baehr, Christian von Borries, Sabine Ercklentz, Sharon Lockhart, Andrea Neumann und Michael Warner

 

3.1 – 24.10.2009 in der Sammlung Hoffmann www.sammlung-hoffmann.de

3.2 – 25.10 – 31.10.2009 im 7hours HAUS 19 www.7hours.com

3.3 – 01.11.2009 im Kleinersaal des Berliner Konzerthauses www.konzerthaus.de

 

Weitere Informationen: konzerte@ensemble-zwischentoene.de, 0176 285 46 900

Antragsteller/in Bill Dietz / Ensemble Zwischentöne

Veranstaltungstermin Phase 1: 28. Januarbis 08. Februar 2009 Phase 2: 14. bis 15. Juni 2009 Phase 3: 24. Oktober bis 1. November 2009

Veranstaltungsort Konzerthaus Berlin, Sammlung Hoffmann, 7hours HAUS19, Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Deutscher Musikrat, Initiative Neue Musik Berlin, Sammlung Hoffmann, 7hours, Wandering Star e.V.

Internetseiten www.ensemble-zwischentoene.dewww.tutorialdiversions.org

Pressestimmen

Ensemble Zwischentöne im Haus der Kulturen der Welt, 07.02.2009. Bild: Bill Dietz

Ensemble Zwischentöne in der Sammlung Hoffmann, 31.01.2009. Bild: Bill Dietz

Ensemble Zwischentöne im Musikclub des Konzerthauses, 28.01.2009. Bild: Bill Dietz

Fluktuation 09: I. Fremde Orte - II. Wo bist Du Licht - Konzertinszenierung

I. Fremde Orte

 

Solistenensemble Kaleidoskop

Architektur und Raumgestaltung: Anna Kubelik

Werke von Claude Vivier, Joseph Haydn, Jennifer Walshe, Iannis Xenakis

 

In der Konzertinstallation „Fremde Orte“ beschäftigt sich das Solistenensemble Kaleidoskop mit der Fremde als Realität, als Inspiration und als Zufluchtsort. Ausgangspunkt sind dabei Werke von Claude Vivier und Joseph Haydn, die hier auf eine Komposition der in New York lebenden Komponistin Jennifer Walshe treffen.

Die Architektin Anna Kubelik verwandelt den Konzertraum zu diesem „Fremden Ort“, in dem sich das Publikum ebenso wie die Musiker neu orientieren müssen. Beide treffen in einer ungewohnten räumlichen Situation aufeinander und müssen sich mit dem Fremdsein als körperliche Erfahrung auseinandersetzen.

 

 

 

II. Wo bist Du Licht

 

Solistenensemble Kaleidoskop

Lichtinstallation & Inszenierung: Yann Becker

Werke von Salvatore Sciarrino, Claude Vivier, Joseph Haydn, Jan St. Werner

 

Die zweite Ebene entsteht durch den künstlerischen Dialog des Solistenensemble Kaleidoskop mit dem Lichtkünstler und Regisseur Yann Becker. Diese soll zu einer veränderten Beziehung von Musik, Raum und Zeit führen, aus der wiederum ein ungewohntes Zuhören und

Wahrnehmen entstehen kann.

Was bedeutet das Vorhandensein und Nichtvorhandensein von Licht?

Das räumliche und szenische Aufbrechen bekannter Orchester-Zuschauer-Anordnungen wird nicht nur dem Publikum, sondern auch dem Ensemble selbst eine neue Perspektive auf die Musik eröffnen.

 

 

Antragsteller/in Solistenensemble Kaleidoskop

Veranstaltungstermin 20., 21. und 22. November 2009 11., 12.und 13. Februar 2010

Veranstaltungsort Radialsystem V

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen Fluktuation 09: ist ein zweiteiliges Projekt, bestehend aus zwei Konzertinszenierungen: I. Fremde Orte (November 2009) und II. Wo bist Du Licht (Februar 2010). Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, die Schering Stiftung und culture ireland.

Solistenensemble Kaleidoskop I

Solistenensemble Kaleidoskop II

Il Trionfo / Der Triumph von Zeit und Wahrheit

In Vorbereitung auf die szenische Darstellung des Händelschen Oratoriums "Il trionfo del tempo e del disinganno"(HWV 46a)im nächsten Jahr wird die Akademie für Alte Musik Berlin jetzt unter dem Titel "Was bleibt" zwei Konzerte geben. Es isngen Caroline Stein (Sopran), Meike Leluschko (Sopran), Ivonne Fuchs (Alt) udn Colin Balzer (Tenor).

Antragsteller/in Akademie für Alte Musik Berlin

Veranstaltungstermin 20. und 22. Februar 2009

Veranstaltungsort Radiasystem V

Förderbetrag 55.000 €

Internetseiten www.akamus.dewww.radialsystem.de

Kein Ort. Nirgends.

Das Vocalconsort Berlin initiiert mit einem Programm zwischen Romantik und Mauerfall eine Auseinandersetzung und Begegnung mit deutscher Geschichte. In der Verknüpfung dieser Epochen wird die Verflechtung von Resignation und Aufbruch neu hörbar. Mit romantischen Werken von Brahms, Reger und Hindemith sowie den von Christa Wolf und Gerhard Wolf gelesenen Texten lässt das Vocalconsort Berlin Geschichte, die "Wunde Wirklichkeit", wieder aufleben.

Lesung: Christa Wolf, Gerhard Wolf

Idee, Konzeption: Klaus-Martin Bresgott

Leitung: Daniel Reuss

Antragsteller/in VOCALCONSORT BERLIN | Klaus-Martin Bresgott

Veranstaltungstermin 25. und 26. März 2009

Veranstaltungsort RADIALSYSTEM V, Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Vocalconsort Berlin Radialsystem V

Internetseiten www.vocalconsort-berlin.dewww.radialsystem.de

Kreuztanbul

KREUZTANBUL 2009

INTERKULTURELLES ZWISCHEN Kreuzberg und Istanbul in Ton, Bild und Wort

Drei Jahre Kreuztanbul, zwanzig Jahre Städtepartnerschaft Berlin-Kreuzberg

 

12. November – 26. November 2009

 

Im dritten Jahr seines Bestehens wird das Festival wieder allerlei Interkulturelles zwischen Kreuzberg und Istanbul in Ton, Bild und Wort bieten.

 

Kreuztanbul, das ist der kulturelle Austausch der Metropolen Berlin und Istanbul. 2009 schlägt das Herz von Kreuztanbul sehr musikalisch und an so unterschiedlichen Orten, wie dem Haus der Kulturen der Welt, der Akademie der Künste, dem Pfefferberg, dem Dot Club und dem SO 36 in Kreuzberg. Dort werden sich in den 15 Tagen Kreuztanbuls Orient und Okzident treffen. Künstler aus Istanbul und Berlin werden die gesamte musikalische Bandbreite der beiden Städte aufzeigen: von klassischer türkischer Musik über Jazz, Rock bis zu Experimentalmusik, von Elektronik über Jazz und Improvisation zu volkstümlicher orientalischer Musik.

Zwischen Bosporus und Spree gibt es mehr zu entdecken als Gitarren und Saz.

Kreuztanbul baut Brücken zwischen den Kulturen. Dialoge entstehen und Neues und Unerwartetes kommt auf. Die musikalischen Szenen vermischen sich, der Zuhörer wird Unerhörtes hören, Provokationen erleben und heuristische Erlebnisse davontragen.

Die gegenseitige Beeinflussung der kulturellen Zirkel liegt auf der Hand. Europäische Komponisten des 18. Jahrhunderts waren bereits von der türkischen Musik fasziniert und nutzten Blechbläser und Schlaginstrumente analog der Janitscharkapellen. Beethoven inkorporierte türkische Instrumente in seiner Neunten und Mozart schrieb die Rondo alla turca in seiner Klaviersonate in A-Dur. So fanden Becken, Glocken und Basstrommeln ihren Weg in klassische Symphonieorchester. Auch außerhalb Europas fusionierten türkische Klänge mit westlichen Standards, wie u.a. Dave Brubeck mit seinem Blue Rondo à la Turk, der gleichzeitig der türkischen Musik und Mozart Ehre zuteil ließ.

Kreuztanbul forciert diese Fusionen und wo sollte ein derartiges Festival auf mehr Aufmerksamkeit stoßen als in Berlin, Heimatstadt von fast 200.000 Türken und türkisch-stämmigen Einwohnern sowie einer nicht zu zählenden Menge von Musik-Enthusiasten aller Nationen, die bei Kreuztanbul alle fündig werden.

Mit seinen Partnern in Berlin werden Konzerte veranstaltet, Parties gefeiert, miteinander diskutiert und Kultur gelebt.

Kreuztanbul führt Menschen zueinander, verführt, fordert heraus und macht unerwartete Angebote.

Mit Künstlern, Gruppen und Projekten wie Kudsi Erguner, Markus Stockhausen, ives#1, Ilhan Mimaroglu, Marcus Schmickler, Thomas Lehn, Bernard Parmegiani, Lost Songs of Anatolia, Alper Maral Multiphonics: KomponistInnenensemble, Ensemble adapter, dem Netzwerk Bant Magazine, Rockgruppen wie Konveks, Grup 84/ Seksendört und Eagle Boston, dem Sulukule Roma Orchestra, Dolapdere Big Gang, Nekropsi, Proudpilot, The Antarktika Project mit Batur Sönmez aka Analog Suicide, Brenna MacCrimmon und Alex Hacke sowie Mevlevi Sema baut Kreuztanbul Brücken zwischen den Kulturen, der Tradition, dem Heute und Morgen!

Gefördert wird das Festival aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Initiative Neue Musik Berlin e.V.

 

Antragsteller/in Elke Moltrecht

Veranstaltungstermin 12. bis 26. November 2009

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Haus 13 Pfefferberg, Haus der Kulturen der Welt, SO 36, Naunynritze

Förderbetrag 85.000 €

Internetseiten www.x-tract-production.dewww.koka36.dewww.adk.dewww.hkw.dewww.pfefferberg-haus13.dewww.dotclubberlin.dewww.naunynritze.dewww.so36.dewww.hkw.de

Dolopdare Big Gang (Kreuztanbul

Kulturelle Bildung

Veranstaltungsorte:

Akadmie der Künste

DZ Bank

Gemäldegalerie

Haus des Rundfunks

Haus des Rundfunks

Heilig-Kreuz-Kirche

Komische Oper

Konzerthaus

Palais am Festungsgraben

Philharmonie

Radialsystem

rbb, Saal 1

Sendesaal

Tacheles

 

Antragsteller/in Rundfunk Orchester und Chöre GmbH

Veranstaltungstermin Kulturelle Bildung der roc berlin Für Kinder und Familien Zwei Dinge wollen wir vor allem erreichen: Freude und Ermutigung – Ermutigung, sich hörend und spielend auf Musik einzulassen. Beides will gelernt sein, nicht nur die Beherrschung der Stimme oder eines Instruments, sondern auch das Hören und das Konzentrieren, das schließlich Spaß macht. Deshalb verbinden die pädagogischen Angebote der roc berlin spielerisches Ausprobieren von Instrumenten mit anschließendem Konzertbesuch, deshalb nehmen wir erzählerische und theatralische Elemente durch Moderationen in die Konzerte auf. Sie vermitteln nicht nur Wissen, sie sorgen auch für Abwechslung, beteiligen das Auditorium, halten die Aufmerksamkeit wach. Wir differenzieren zwischen Angeboten, die sich speziell an Kinder verschiedener Altersgruppen richten und solchen, die die ganze Familie, die Jungen und die jung Gebliebenen, mit einbeziehen. Kinder sollen die Freude an der Musik auch in der Vielfalt ihrer möglichen Darstellungsformen erfahren. Kulturradio Kinderkonzerte Kinder mit ihrer Neugier, Offenheit und Begeisterungsfähigkeit spricht das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) mit seinen moderierten Kinderkonzerten in Zusammenarbeit mit dem kulturradio des rbb an. Jedes der sechs Kinderkonzerte stellt das DSO unter ein Motto, ein Werk steht im Mittelpunkt. Christian Schruff (rbb) moderiert die Konzerte, bezieht die Kinder mit Frage und Antwort ein, erläutert die Komposition und schafft die Spannung für das Anhören des ganzen Werkes. Vor jedem Konzert – es beginnt sonntags um zwölf – dürfen die Sechs- bis Zwölfjährigen zu Entdeckern werden: Ab 10.30 Uhr öffnet das DSO die Türen zum ›Open House‹: Angeleitet von Orchestermusikern können die Kinder verschiedene Instrumente kennen lernen und ausprobieren, können sich schminken lassen, basteln, singen und vieles mehr. Familienkonzerte Rapauke Rapauke ist ein Freund der Kinder – und eine kleine Majestät, denn er lässt sich in den Konzerten des RSB, die er inspirierte, von zwei Herren vertreten: Georg Schwark, Tubist und Alexander Voigt, Fagottist des Orchesters. Sie moderieren die Familienkonzerte. Zwei Schwerpunkte setzen sie in dieser Saison, die man im Großstadtalltag leicht vergisst: die Jahreszeiten und die Märchenwelten. Für beide schaffen sie gemeinsam mit Musikern ihres Orchesters und unter der Regie des großten Theatermannes Friedo Solter ein anregendes, vergnügliches Klanggefühl. Die Reihe beginnt im Winter, schlägt dann das ganze Panorama der Jahreszeiten in Tschaikowsky Klangbildern auf, und endet im Sommer. Dazwischen macht sie Station in der Märchenwelt aus Tausendundeiner Nacht, im Zaubergarten von Giacchino Rossinis Musik und bei Papa Haydn, dem Vater aller jungen Musik. Für Einsteiger und Neugierige Städte sind in Bewegung. Sie wandeln sich. Mit den Menschen ändert sich die kulturelle Wirklichkeit. Die mediale Verbreitung musikalischer Kunstwerke hat das Verlangen nach dem Live-Erlebnis nicht gelöscht, sondern hat der direkten Begegnung mit Musik und Musikern neuen Wert verliehen. Das Live-Erlebnis aber ist nicht an die herkömmliche Konzertform gebunden. Es geht auch anders, aufgelockert in heiterem, kommunikativem Ambiente. Klassik unterhaltsam zu präsentieren, dazu haben die beiden Orchester in der roc berlin unterschiedliche Wege erkundet. Das RSB hat einen Komödianten engagiert, der es musikalisch faustdick hinter und zwischen den Ohren hat: „Feuerstein führt Klassik ein“ – ein wahres Vergnügen! Ingo Metzmacher, Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, ein Kommunikator nicht nur mit musikalischen Mitteln, brachte eine neue Konzertform mit nach Berlin: die „Casual Concerts“ erfreuen sich vom ersten Termin an lebhaften Zulaufs. Einsichten in die Art, in der ein Werk und eine Aufführung entstehen, fördert das Verständnis für die Arbeit der Musiker und damit auch das Verständnis für die Musik: “Angst“, ein Projekt des Rundfunkchors, lädt Jugendliche zu dieser Erfahrung ein. Der Weg zur Musik führt oft über die Kommunikation mit anderen Künsten. Die Reihe „KlangBilder“ hält dazu drei Angebote bereit. Moderne Städte leben von der Vielfalt ihrer Bevölkerung. Jede ihrer Gruppen bringt ihre kulturellen Traditionen und Prägungen mit. Es ist ein Anliegen der roc berlin, dass das, was in Berlin zusammen lebt, auch wirklich zusammen kommt. Die Resonanz des Pilotprojekts übertraf unsere höchsten Erwartungen. Wir verstehen dies als dringende Aufforderung, die Reihe „KlangKulturen“ fortzusetzen. „Feuerstein führt Klassik ein“ Der Mann weiß mehr über Musik, als er in Fernsehshows je preisgab. Herbert Feuerstein hat sie schließlich studiert, in jungen Jahren, bis er wegen „Majestätsbeleidigung“ der Hochschule verwiesen wurde (er hielt ein belangloses Werk des Präsidenten nicht für eine Offenbarung und schrieb das auch). Er wurde Journalist und Spötter, sprich Kabarettist und Satiriker. Irgendwann holte aber auch ihn seine Vergangenheit ein. Er stellte sich der Musik, trat in frechen Dialog mit ihr, gab scharfzüngige Kommentare ab und wusste Amüsantes anzumerken. ›Feuerstein führt Klassik ein‹ – die Reihe eröffnet Ihnen wilde Ansichten und ungeahnte Einsichten in die Musik. Sie ist zu einem Markenzeichen des RSB geworden, Tendenz zum Klassiker. “Casual Concerts” Ingo Metzmacher, seit September 2007 Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, brachte die Idee der Casual Concerts mit in die Hauptstadt. Prinzip: Die Konzerte beginnen etwas später, sind kürzer (etwa eine Stunde ohne Pause), Musiker und Publikum kleiden sich leger, ein einheitlicher Eintrittspreis ermöglicht freie Platzwahl. Markenzeichen: Ingo Metzmacher dirigiert nicht nur. Unterhaltsam-informativ moderiert er die Konzerte, unterhält sich mit den Musikern und weckt durch seine unverstellte Art Neugier und Spannung auch der weniger erfahrenen Zuhörer. Profil: jung, einfallsreich, mit Pfiff; eine ungezwungene, kurzweilige Annäherung an klassische und moderne Musik. Im Anschluss an das Konzert lädt der Chefdirigent in die After Concert Lounge im nahe gelegenen Club ›40seconds‹ ein. Die Initiative ›Deutschland – Land der Ideen‹ würdigte die Arbeit des DSO im Allgemeinen und das neue Konzertformat im Besonderen: »Mit schöpferischer Leidenschaft und visionärem Denken gestaltet das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin seit Jahrzehnten die Kulturlandschaft Deutschlands entscheidend mit. Ein Beispiel hierfür ist die mit der Saison 2007|08 etablierte Reihe der ›Casual Concerts‹.« „KlangKulturen“ Die Musik der Großstadt hat viele Stimmen. Hinter jeder steckt ein Lebensgefühl, stecken Geschichte und aktuelle Herausforderung. Weit über fünfzig Communities aus allen Teilen der Welt leben in Berlin, manche schon seit Generationen. Sie bringen ihre kulturellen Traditionen mit, pflegen und entwickeln sie als Teil ihrer Identität. Wo aber treffen sie sich, wo tauschen sie sich aus? Mit der stärksten Community, der türkischen, startete die roc berlin 2007 das Projekt KlangKulturen. Gemeinsam mit dem Türkischen Konservatorium Berlin wurden vier Konzerte an verschiedenen Orten der Stadt, u. a. in der Philharmonie und in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg veranstaltet. An jedem war ein Orchester oder ein Chor der roc berlin und ein Ensemble des Türkischen Konservatoriums beteiligt. Im Programm wechselten sich Werke klassisch westlicher mit Musik aus der türkischen Tradition ab; auf der Bühne mischten sich Symphonieorchester und türkische Instrumentalensembles, Berufschöre mitteleuropäischer Prägung und türkische Gesangs- und Tanzgruppen. Im Publikum begegneten sich regelmäßige Konzertgänger und Menschen, die noch nie einen Konzertsaal besucht hatten; hinter der Bühne tauschten Musiker Erfahrungen und Ansichten aus. Zuspruch und Resonanz des Projektes übertrafen alle Erwartungen. Die Initiative »Deutschland-Land der Ideen« zeichnete die Reihe KlangKulturen als beispielhaft und vorbildlich aus. Wir führen die Reihe fort, vertiefen und erweitern sie. Zusätzliche Aufführungsorte wie das Radialsystem werden wir einbeziehen. Über die Projekte mit dem Türkischen Konservatorium hinaus, erweitern wir den Horizont um die persische Kultur, deren großartige und vielfältige Traditionen schon in früheren Jahrhunderten Europäer faszinierten und inspirierten. Menschen begegnen sich, lernen sich gegenseitig in ihrer Kultur kennen und achten. Das ist eine Herzensangelegenheit, auch für die roc berlin. Die Reihe KlangKulturen ist ein Langzeitprojekt. KlangBilder So heißt die neue Konzertreihe der roc berlin zum Thema "Spiritualität" - ein Themenbereich, der in der Öffentlichkeit und den Medien eher im Hintergrund Resonanz findet. Soll diese Reihe doch auch wieder die Fragen nach unserer menschlichen Existenz im Licht des christlichen Glaubens, der unsere abendländische Welt bis heute maßgeblich geprägt hat, in Erinnerung rufen. Mit der Wandelhalle der Berliner Gemäldegalerie wurde bewußt ein spiritueller Ort gefunden, der Musik im Blickwinkel theologischer Bildbetrachtungen in eine ganz eigene Sphäre setzt. In Jahrhundertschritten rücken die Künste zusammen. Anfang des 19. Jahrhunderts sahen die Romantiker Musik, Bildende Kunst, Literatur und Theater nicht länger als getrennte Disziplinen, sondern als Ausdruck eines geistigen Strebens, das über die herrschenden Verhältnisse hinausdrängte. Um 1900 begannen die Expressionisten unterschiedlichster Spielarten, die Künste erneut zusammenzudenken, Klang und Farbe, Wort und melodische Gestalt in einem großen visionären Raum zu vereinen. In ihm wurde die Moderne geboren. Das 21. Jahrhundert beginnt, wie es scheint, ebenfalls mit Entdeckungen zur Synästhesie, der Zusammenschau und dem Zusammenwirken der Künste. So stellt diese Konzertreihe, in Kooperation mit der Stiftung St. Matthäus, auch bewußt das geistliche Werk des 20. und 21 Jahrhunderts vor, oft auch in Gegenüberstellung mit Werken der Renaissance und des Barocks. Uraufführungen Durch ihre Rundfunktradition sind die Ensembles der roc berlin der Gegenwartsmusik in ihren vielfältigen Schattierungen besonders eng verbunden. Sie fördern junge Komponist(inn)en durch Beteiligung am Festival Ultraschall, das Deutschlandradio Kultur und RBB, zwei der vier roc-Gesellschafter, der aktuellen Musik widmen. Konkret geschieh das durch Uraufführungen, durch die Vergabe von Kompositionsaufträgen – und ganz einfach, aber nachhaltig dadurch, dass die Musik unserer Zeit in den Konzertprogrammen der roc berlin ihren festen Platz hat. Für Profis von morgen und andere Musikbegeisterte Nachhaltige Bildungsinitiativen verbinden Breitenwirkung mit Spitzenförderung. Das ist in den Künsten nicht anders als in der Wissenschaft und im Sport. Die roc berlin trägt dieser Erkenntnis mit ihren Angeboten an Musikliebhaber und Musikprofis Rechnung. Denen, die sich klassischer Musik nähern und sie nach und nach für sich entdecken, geben wir die Möglichkeit, dies mit Freude und Vergnügen in legerem Ambiente zu tun. Denen, die sich über den Konzertbesuch hinaus eingehender mit Musik beschäftigen wollen, bieten wir Vortragsveranstaltungen an. Jungen Musiker(inne)n schaffen wir Foren, auf denen sie sich gemeinsam mit den erfahrenen Kollegen unserer Ensembles der Öffentlichkeit präsentieren und bekannt machen. Wir schaffen Formen, in denen die Künstler(innen) von morgen aus dem Erfahrungsschatz der Künstler schöpfen können. Ein vitales Musikleben braucht engagierte Protagonisten, die Höchstleistungen wollen und vollbringen, ebenso wie ein aufgeschlossenes, interessiertes und neugieriges Publikum. Spitzen- und Breiteförderung greifen im Bildungsprogramm der roc berlin Hand in Hand. Debüt im Deutschlandradio Kultur Um Nachwuchskünstler auf die Anforderungen ihres Berufslebens vorzubereiten, wurden in den letzten Jahren vermehrt Netzwerke zwischen Ausbildungsinstitutionen und professionellen Ensembles ins Leben gerufen. Die roc berlin ist auf allen Ebenen der Nachwuchsförderung aktiv. In der Konzertreihe Debüt im Deutschlandradio Kultur konzertieren junge Solisten und Dirigenten mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Große Karrieren haben mit dieser Kooperation begonnen. Das Deutschlandradio als größter Gesellschafter der roc berlin trägt diese Reihe. Junge Dirigenten bis 29 Die beiden Orchester kooperieren mit dem Deutschen Musikrat beim Deutschen Musik- und Dirigentenwettbewerb. Der RIAS Kammerchor trägt als einer der beiden Hauptpartner des Deutschen Musikrats mit Workshops und Meisterkursen ganz wesentlich das Dirigentenforum. Seine Teilnehmer werden in einer strengen Auswahl unter zahlreichen Bewerbern ausgewählt, die ihre künstlerische Zukunft vor allem als Leiter professioneller Chöre sehen. In einem mehrtägigen Kurs erhalten sie die Möglichkeit, unter der Anleitung von Hans-Christoph Rademann, dem Chefdirigenten des RIAS Kammerchors, einige Tage mit dem Spitzenensemble zu arbeiten und die Ergebnisse in einem öffentlichen Konzert vorzustellen. Streicherphilharmonie Sechzig junge Musiker(innen) im Alter von elf bis 19 Jahren spielen in der Deutschen Streicherphilharmonie zusammen. Sie kommen aus Musikschulen in Deutschland und qualifizierten sich durch Probespiele. Während der drei Arbeitsphasen pro Jahr werden sie von Mitgliedern des RSB künstlerisch betreut. Das Engagement der RSB-Musiker(innen) hat Tradition: Seit der Gründung des Ensembles im Jahre 1973 als Auswahl-Streichorchester der DDR-Musikschulen stellen sie sich als Mentoren für die einzelnen Stimmgruppen zur Verfügung und geben ihre Orchestererfahrung an die Nachwuchskünstler weiter. Seit 2003 leitet Michael Sanderling, Solocellist des RSB, als Dirigent ebenso angesehen wie als Instrumentalist, das Ensemble als Chefdirigent. Preisträger und Stipendiaten Beide Orchester, das DSO und das RSB, bieten Stipendiaten die Möglichkeit, im Orchester und seinen Kammermusikformationen mitzuspielen. Mentoren, erfahrene Orchestermusiker, arbeiten mit ihnen am Repertoire und bereiten sie auf die Proben mit den Dirigenten vor. Praktika in den Chören – auch sie werden, wie die Stipendiaten der Orchester, honoriert – eröffnen Sänger(inne)n die Chance, bei Konzerten mitzuwirken. Auch sie werden von Mentoren speziell vorbereitet. Musik zum Mitmachen Selbstbeteiligung Am gründlichsten versteht man Musik, wenn man sie selbst macht, wenn man sich Werke erarbeitet und aneignet. Das rege Musikleben in Deutschland gewinnt seine Qualität auch dadurch, dass sich viele selbst als Amateurmusiker betätigen, Instrumente erlernen, in Chören singen und sich so aktiv mit Musik auseinandersetzen. Die mediale Verfügbarkeit von Musik auf höchstem Darbietungsniveau drängte aber das eigene Musizieren im gesellschaftlichen Durchschnitt zurück. Die Tendenz wurde durch die Rückstufung oder gar den Abbau des Musikunterrichts an allgemein bildenden Schulen rasant verstärkt. Erst seit der so genannten Bastian-Studie brach sich die Erkenntnis von der Intelligenz fördernden und das Lebensgefühl stärkenden Kraft des Musizierens allmählich ihre Bahn. Denen, die die schönen Mühen eigenen Musizierens schätzen und genießen wollen, bietet die roc berlin ausgewählte Projekte zur Zusammenarbeit mit den Profie- Ensembles an. Mitsingkonzerte 2003 startete der Rundfunkchor seine jährlichen Mitsingkonzerte. Laiensänger führen gemeinsam mit den Profis des Rundfunkchors und einem Orchester der roc berlin oratorische Werke auf. Die Initiative begann in Berlin, sie entwickelte sich zu einem Angebot mit internationaler Resonanz und Nachfrage. Sängerinnen und Sänger aus guten Chören, manchmal auch ganze Ensembles, studieren die vereinbarten Werke ein. Gut vorbereitet, treffen Sie sich unter der Leitung Simon Halseys, des Chefdirigenten des Rundfunkchors. Er arbeitet zunächst mit den Amateursängern allein, dann kommen die Mitglieder des Rundfunkchors dazu, schließlich auch Orchester und Solisten. Am Abend wird das Werk dann öffentlich aufgeführt. 500 Sängerinnen und Sänger aus Berliner Chören beteiligten sich am ersten Mitsingkonzert. Inzwischen muss die Zahl auf 1.200 begrenzt werden, damit die Philharmonie auch Hörern noch Platz bieten kann. Sängerinnen und Sänger kommen aus ganz Deutschland, aus allen Teilen Europas, aus Japan und den USA. Programm 2009: Mendelssohns Oratorium ›Elias‹. Zum ersten Mal sind 200 Teilnehmerplätze für Jugendliche reserviert, die das Werk mit Beginn des neuen Schuljahrs umfassend erarbeiten. So vernetzt der Rundfunkchor mehrere pädagogische Arbeitsbereiche. Leader-Chor Simon Halsey, Chefdirigent des Rundfunkchors Berlin, ergriff die Initiative. Er wusste, dass viele Führungskräfte in Wirtschaft und öffentlichem Leben eine gute musikalische Ausbildung genossen und in Ensembles aktiv musizierten. Ihr Beruf aber lässt einen regelmäßigen Probenbesuch in Chören oder Orchestern nicht zu. Der Leader-Chor trifft sich einmal im Jahr zu einem dreitägigen Workshop. Mit rund vierzig Führungskräften aus Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet Simon Halsey ein ambitioniertes a-cappella-Programm. Die intensive Arbeitsperiode endet mit einem Abschlusskonzert an einem besonderen Ort in Berlin. Die Konzerte bestechen mit einem verblüffend hohen musikalischen Niveau. Abonnentenorchester Denjenigen, die ein Instrument erlernt haben und beherrschen, bietet das DSO die Mitwirkung in seinem Abonnentenorchester an. Es wird von Heinz Radzischewski, dem stellvertretenden Solo-Trompeter des DSO geleitet. Musiker des DSO halten Extraproben mit den einzelnen Orchestergruppen und wirken als Solisten bei den öffentlichen Konzerten mit. Eine Probe in jeder Arbeitsphase hält der Chefdirigent des DSO. Ingo Metzmacher übernahm diesen Brauch gerne von seinem Vorgänger Kent Nagano. Amateurmusiker profitieren von der Erfahrung der Profis. Für Schüler und Lehrer Mit den Angeboten an Schüler unterschiedlicher Altersstufen kann die roc berlin inzwischen auf einen Erfahrungsfundus mehrerer Jahre zurückblicken, in denen die Zusammenarbeit mit Lehrern und Schulklassen entwickelt und immer wieder ausgeweitet wurde. Das Angebot reicht von der Einladung zu Konzerten und Proben, für die wir gerne spezifische Vorbereitungen einschließlich Unterrichtsmaterial anbieten, über bestimmte Projekte, bei denen Musiker(innen) aus unseren Chören und Orchestern mit Schulklassen und -kursen zusammenarbeiten bis zur Einladung, nach gründlicher Vorbereitung an Konzerten mitzuwirken. Im Zentrum dieser Arbeit steht das Projekt KlasseKlänge, das auf längerfristige Kooperation und auf Nachhaltigkeit angelegt ist. KlasseKlänge Drei Komponenten greifen ineinander. Die ›KlasseKlänge‹ entstehen im Dreischritt von Lehrerfortbildung, schulischem Unterricht und öffentlichem Konzert. An allen drei Projektstufen sind Musiker oder Sänger aus Ensembles der roc berlin aktiv beteiligt. Mit einem Thema bietet die roc berlin zunächst eine Lehrerfortbildung an. Sie wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung anerkannt, unterstützt und gefördert. In ihr werden Grundlagen und Unterrichtsmaterialien für das jeweilige Projekt erarbeitet. Sind die Anfangsgründe im schulischen Unterricht gelegt, dann beteiligen sich auch Mitglieder unserer Ensembles, arbeiten mit den Schülern, stehen Ihnen für Fragen nach ihrer eigenen Tätigkeit, nach ihrer Ausbildung und Laufbahn zur Verfügung. Das Erarbeitete wird schließlich als Teil des Unterrichts in der Schule vor der Klasse oder einem größeren Auditorium, dann in einem öffentlichen Konzert vorgestellt, an dem auch Chöre und Orchester der roc berlin vor Ort mitwirken. Das Konzept, das wir nach amerikanischem Vorbild mit der Geigerin und Pädagogin Monique Mead entwickelten, ist auf Verbindlichkeit (Arbeit im regulären Unterricht) und auf Nachhaltigkeit (längere Projektdauer, Möglichkeit der Fortsetzung) angelegt. Es eignet sich gleichermaßen für Schulen mit entwickeltem Musikunterricht und für Schulen, in denen Musik bislang zu kurz kommt. KlasseKlänge wird daher von der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung nachdrücklich unterstützt und empfohlen. Schülerkonzert in der Oper Die Jugendlichen erleben die Komplexität eines Opernprojekts und den vielschichtigen Alltag eines professionellen Konzertchores. Rundfunkchor-Mitglieder gehen in die Schulen und helfen, den Kompositionstechniken zeitgenössischer Musik nachzuspüren, das Werk Angst anzuschauen, analysieren und verstehen zu lernen sowie den Inhalt des Werkes im Kontext zum persönlichen Erlebnisbereich zu reflektieren. Am Ende des Projekts steht die umfassende Dokumentation und Präsentation der Arbeitsergebnisse, bevor die Jugendlichen das Werk in der Aufführung mit dem Rundfunkchor live erleben. Mitsingkonzert Erstmals sind am kommenden Mitsingkonzert 200 Berliner SchülerInnen im Alter von 10 bis 18 Jahren beteiligt. Mit der aktiven Mitwirkung und Einbindung in das Projekt bietet sich ihnen die Möglichkeit, das Erlebnis aktiven Singens für sich zu entdecken und ein Kernstück des klassischen Konzertchor-Repertoires in prominenter Besetzung in der Berliner Philharmonie mitzugestalten. 05.01.2009 10.01.2009 14.01.2009 01.02.2009 10.02.2009 15.02.2009 17.02.2009 21.02.2009 22.02.2009 22.02.2009 23.02.2009 02.03.2009 14.03.2009 21.03.2009 22.03.2009 29.03.2009 19.04.2009 24.04.2009 24.04.2009 25.04.2009 28.04.2009 10.05.2009 19.05.2009 04.06.2009 14.06.2009 26.06.2009 27.06.2009 28.06.2009 05.07.2009 17.09.2009 21.09.2009 27.09.2009 04.10.2009 05.10.2009 03.11.2009 27.11.2009 29.11.2009 20.12.2009

Veranstaltungsort siehe unten

Förderbetrag 450.000 €

Internetseiten www.roc-berlin.de

Netaudio Festival berlin 2009

Die Antragsteller planen ein dreitägiges Musikfestival mit ausgeprägtem Konferenzteil rund um das Themenfeld „netaudio“. Dieser Begriff beschreibt Musik im digitalen Format, die meist kostenlos über das Internet vertrieben wird.

 

Netaudio lässt sich in der Regel auf Netlabels finden. Von Musikfirmen wird Netaudio aber auch genutzt, um über das Internet konkrete Eindrücke von neuen Veröffentlichungen zu vermitteln.

 

Der Themenschwerpunkt des Festivals liegt im 20. Jahr des Mauerfalls auf dem Fokus „East meets West“. Zum Festival sollen Referenten, Künstler und Netlabelbetreiber aus Ost- und Westeuropa, aber auch aus anderen Kontinenten eingeladen werden. Denn in den letzten Jahren ist eine ausgeprägte international vernetzte Netlabellandschaft entstanden, die in Ost und West ihren Charme und ihre Kraft aus der preiswerten Möglichkeit zur Musikdistribution zieht.

 

Im Besonderen bietet Netaudio einen spannenden Ansatz, die im Umbruch befindlichen Funktionsbedingungen des internationalen Musikmarktes neu zu gestalten. Mit den digitalen Technologien und den mit ihnen einher gehenden Veränderungen im Konsumverhalten ist eine

Neuordnung der Musikdistribution, des Künstlermarketings und der Künstler-Hörer-

Label-Beziehungen unumgänglich. Netaudio hält einen ernsthaften Ansatz bereit, die entstandene Lücke zwischen unbekanntem Künstler und dem auf massenhaften Verkauf von Tonträgern angewiesenem Verlag durch einen Zwischenschritt zu schließen. Darüber hinaus ist die über Netlabels veröffentlichte Musik gleichbedeutend mit dem kreativen Ergebnis des/ der Künstler(s), anstatt an einen vermarktbaren Sound angepasst zu werden.

 

Vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Berliner Festivals im Jahr 2007, hinterlegt mit einer virulenten und quantitativ starken Netlabellandschaft und unterstützt durch unsere internationalen Partner vor allem in London, Moskau, Barcelona und Bologna, erscheint ein Netaudio-Festival mit mindestens europaweiter Relevanz in Berlin ausgesprochen sinnvoll. Denn neben der zentralen Rolle und Funktion, die ein solches Festival für die hiesigen Entwicklungen der Creative Industries übernehmen kann, kann sich Berlin als Zentrum des musikalisch-strukturellen Dialogs zwischen Ost und West profilieren. Durch eine Integration verschiedenster Netlabels aus allen Teilen Europas versprechen wir uns eine weitgehende Signalwirkung auch und gerade in die Länder Osteuropas hinein, die Anschluss an die dynamischen Märkte, professionellen Strukturen und weit verzweigten Netzwerke Westeuropas suchen – und die im Gegenzug auch als Knotenpunkte oder Entwicklungskerne für eine kulturelle Kommunikation in die entsprechenden Länder hinein fungieren können – und wollen.

Antragsteller/in Raimund Reintjes für netaudio e.V.

Veranstaltungstermin 8. bis 11. Oktober 2009

Veranstaltungsort Maria am Ostbahnhof

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen cc Deutschland, Netaudio London, What People Play, nettare, Club Transmediale, uff! Festival Barcelona, newthinking, Das kleine Fieldrecordingsfestival, Cologne Commons, phlow.net, Beat Magazin, Proud Magazin, Soundcloud, Starfrosch

Internetseiten www.netaudioberlin.dewww.myspace.com/netaudioberlin

Pressestimmen

netaudio Nacht auf der Clubtransmediale 2009

Disrupt live auf dem Netaudio Festival Berlin 2007

Rewind 2020 – Oral History Radio

Rewind 2020 – Oral History Radio wird im Rahmen des Herbstradios auf UKW 99,1 MHz in Berlin vom 01.10.09 - 31.10.09 ausgestrahlt. Herbstradio ist ein temporäres Veranstaltungsradio.

 

1. Kurze Projektbeschreibung

 

Rewind2020 kombiniert als vierwöchige Rundfunkausstrahlung analoges Radio mit Internet-Telefonie, offen zugänglichen Audio Archiven und nutzergenierten Inhalten zu einer Hörerfahrung des Berlins der letzten 20 Jahre. Organisiert von Klubradio Gmbh wird Rewind2020 im Haus der Kulturen der Welt im Oktober 2009 stattfinden.

 

Die drei Hauptkomponenten werden sein:

- ein fünftägiges Prologprogramm, das die Ereignisse die zum Mauerfall führten beleuchtet.

- ein zwanzigtägiges Programm, das sich jeweils pro Tag, mit Schlüsselmomenten, Musik und Erinnerungen eines Jahres seit 1989 befasst.

- ein fünftägiger Epilog der untersucht, was dieser Wandel für Berlin, Deutschland und den Rest der Welt bedeutete.

 

Jede der obigen Komponenten wird in Programmbereiche unterteilt, deren Editorenteams jeweils Künstler, Kritiker, Djs und Journalisten einladen um spezifische Themen wie Trabanten, Visas, den ersten Golfkrieg, die deutsche Wiedervereinigung, Gentrifizierung, die Ökonomie der Kunst auf Basis des jeweiligen Jahres zu diskutieren. Ein spezielles Augenmerk gilt der Musik der letzten 20 Jahre, mit der Einladung von Musikjournalisten und DJs, welche jeweils Playlisten der relevansten Tracks der Zeit beitragen, die zusammengenommen den Kern des Musikprogramms ausmachen werden. Internationale Gäste werden live im Studio und per Internettelefonie diskutieren. Die breite Öffentlichkeit wird eingeladen sich per “Call In” am Radioprogramm mit Kommentaren, Fragen und Besinnlichkeiten zu beteiligen, die aufgezeichnet und über den Tag hinweg ausgestrahlt werden.

 

Das Programmschema teilt sich über den Tag hinweg folgendermassen auf:

 

- Neun Stunden Playlists die von DJs und Journalisten beigesteuert wurden, gemischt mit Archivmaterial und aufgezeichneten Sendungen. (Morgensendungen und Radiofeatures im Stundenformat)

- Drei Stunden Aufzeichnungen von Telefonanrufen und Interviews mit Studiogästen bzw. der Öffentlichkeit (über den Tag hinweg in 1,5,10,15 Minutenstücken) sowie Nachrichtensendungen aus dem Radioarchiven.

- Zwei Stunden “Live Talk” mit Studiogästen und Höreranrufen

- Vier Stunden Radiokunst, DJ-Sets und experimentelle Programm (live, remote oder archiviert)

- Vier Stunden “Talk Radio” und selektiertes Material offener Audioarchive sowie Nutzerbeiträge

- Eine Stunde Radiogeschichte, Hörspiele und Musiksendungen aus Radioarchiven

 

Rewind2020 wird eine Kombination existierender Opensource Technologien verwenden, wie einen Wiki (öffentlich editierbar von registrierten Nutzern), ein Telefon-Widget implementieren, und das archivierte Programm nach Möglichkeit auf archive.org langfristig öffentlich verfügbar machen. Eine Kooperation mit dem Internetmusikdienst last.fm ist in Verhandlung und wird den offenen Zugriff auf die Auswahl klassischer Lieblingstracks ermöglichen.

 

Die Eingeladene Gäste umfassen:

Knut Aufermann, Imran Ayata, Nouri Ben Redjeb, Patric Catani, Dietrich Diedrichsen, Heinrich Dubel, Michael Froehling, Marina Griznic, Andrej Holm, Wladimir Kaminer,Tetsuo Kogawa, Dunja Kukovec, Brandon Labelle, Marold Langer-Philippsen, Angela Melitopoulos, Udo Noll, Katalin Timar, Hito Steyerl, Darnell Williams, Nebojsa Vilic, Peter Weibel, Balazs Weyer und andere.

 

 

Antragsteller/in Klubradio unlimited GmbH

Veranstaltungstermin 1. bis 31. Oktober 2009

Veranstaltungsort Radiostudio im Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Herbstradio wird organisiert in Kooperation von der Klubradio GmbH und den Radiopiloten/Brotfabrik und ist eine Kombination aus zwei Radioprojekten: "Rewind2020", gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, und "Berlin macht Radio". Beteiligt ist das im Haus der Kulturen der Welt in Kooperation mit Next Interkulturelle Projekte, entstandene Hausradio und viele weitere Radiogruppen aus Berlin.

Internetseiten www.klubradio.dewww.hausradio.dewww.herbstradio.org

Pressestimmen

UKW Antenne an der Segenskirche Berlin

SCHNELLSCHNELL

Die Manipulation von Geschwindigkeit sowie die Manipulation ihrer Wahrnehmung stehen im Zentrum der aktuellen Produktion der Künstlergruppe SKART mit dem Titel SCHNELLSCHNELL.

 

Die Protagonisten des im Rahmen des Festivals Ultraschall im Radialsystem V am 28. Januar 2011 präsentierten Programms sind die beiden Pianisten der musikFabrik, Benjamin Kobler und Ulrich Löffler.

 

Drei der aufgeführten Werke sind Uraufführungen.

 

Allen vier vorgestellten Arbeiten gemeinsam ist ein besonderes Interesse an den Übergängen — an Absencen, schwankenden Momenten, an Methoden der Wahrnehmungsveränderung von Zeit und Tempo. Alle vier Werke differieren aber sowohl in der Schwerpunktsetzung bei der Behandlung des Themas, in Nuancen der Besetzung als auch in der kompositorischen Herangehensweise. Ein feines Flechtwerk von Beziehungen durchzieht das Programm ebenso wie es von deutliche Kontrasten gegliedert wird.

 

Im Eröffnungstück des Abends, Michael Beils DOPPEL, werden die avanciertesten technischen Möglichkeiten unserer Tage (als einziges des Abends auch Video) für ein aufregendes Vexierspiel mit zeitlichen Ebenen genutzt — ein feines Spiel mit dem Gefühl des Vertrauten und des Déjà-vus.

 

Orm Finnendahls BEWEGTE BEOBACHTUNG II präsentiert eine Reihe virtuoser Variationen auf ein zu Beginn vorgestelltes Modell, in deren Verlauf durch elektronische Überlagerungen von unmittelbar zuvor erzeugten Aufnahmen schemenhaft eine aus dem Modell abgeleitete Hintergrundharmonik aufschimmert. Solcherart geht das Werk u.a. der Frage nach der Grenze, an welcher einfache Strukturen in Komplexität umschlagen, nach.

 

Illusionen von Bewegung ist Tiziano Mancas Komposition SUI MOTI APPARENTI gewidmet, das ganz auf technische Zusätze verzichtet und der Künstlerin Christine Meisner gewidmet ist.

 

Am Schluss des Programms steht mit Stephan Winklers ANÄSTHESIE I das zeitlich umfangreichste Werk des Abends, welches mit der in seinem Titel angedeuteten Nicht-Wahrnehmung auf ein isländisches Märchen anspielt. Durch eine leichte Verstimmung eines der beiden Flügel entsteht eine Art “tonalité dérangée”, die den stellenweise groß dimensionierten, gelegentlich aber auch drastisch eskalierenden Temposchwankungen des Stückes (eines, wie es im Untertitel heißt, Ritardandos für zwei Flügel) eine irritierende Räumlichkeit verleiht.

Antragsteller/in Carsten Gerth/Stephan Winkler/SKART

Veranstaltungstermin 28. Januar 2011, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort Radialsystem V

Förderbetrag 12.000 €

Kooperationen Ultraschall — das festival für neue musik, Deutschlandradio Kultur, Regierender Bürgermeister von Berlin/Senatskanzlei für Kulturelle Angelegenheiten

Internetseiten www.skart.de/projekte

Shared Sounds - Music between the Exit Signs

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr findet von 18.-21. Juni zum zweiten Mal das Festival SHARED SOUNDS im RADIALSYSTEM V statt. Vier Tage lang präsentieren außergewöhnliche internationale Musiker Projekte, die Jazz, Weltmusik und Klassik zu einer neuen Art von Kammermusik verbinden. Während 2008 Europa und seine Folk-Traditionen im Mittelpunkt des Festivals standen, öffnet sich SHARED SOUNDS diesmal Einflüssen aus der arabischen Welt. Auf dem Programm stehen Konzerte, Workshops und Dialoge mit Jon Balkes Siwan und dem Elbipolis-Barockorchester, dem Solistenensemble Kaleidoskop, der Cellistin Frances-Marie Uitti und Joel Ryan, Dans les Arbres, Michael Wollny, Asita Hamidis Bazaar und dem Anouar Brahem Quartet.

 

Im Eröffnungskonzert am Donnerstag, dem 18. Juni 2009, suchen der norwegische Komponist und Pianist Jon Balke und die marokkanische Sängerin Amina Alaoui mit ihren Gästen nach den gemeinsamen Wurzeln von orientalischer Musik und Barock im alten Andalusien. „Siwan“ bedeutet „Balance“ – das Gleichgewicht zwischen Stimme und Instrumentalem, Melodie und Arabeske, Einst und Jetzt.

 

Eine Hauptattraktion des Festivals bildet sicherlich auch der Auftritt des tunesischen Oud-Meisters Anouar Brahem, der erstmals mit seinem neuen Quartett nach Deutschland kommt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zeitgenössischen Musik: Die Avantgarde-Cellistin Frances-Marie Uitti, das Solistenensemble Kaleidoskop aus Berlin und das französisch-norwegische Improvisationskollektiv Dans les Arbres präsentieren kompromisslos eigensinnige Formen kammermusikalischer Interaktion.

 

Der Jazzpianist Michael Wollny stellt sein neues Soloprogramm vor, und das Quartett Bazaar der persischen Harfenistin Asita Hamidi spielt Weltmusik inspiriert von skandinavischen und orientalischen Traditionen.

 

Die Musiker aus Norwegen, der Schweiz, Frankreich, Tunesien, Marokko, Algerien, Libanon, Iran und Deutschland präsentieren ihre Arbeit nicht nur in Konzerten, sondern auch in Workshops/Meisterkursen und Gesprächen. SHARED SOUNDS ist ein Festival des Dialogs über die Grenzen von Ländern und musikalischen Sprachen hinweg – eine Spurensuche durch ästhetisches Neuland.

Antragsteller/in Musik im Dialog e.V. / Sophie Schricker

Veranstaltungstermin 18. bis 21. Juni 2009

Veranstaltungsort RADIALSYSTEM V

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Mit freundlicher Unterstützung von MIC – Music Information Centre, Alfred Toepfer Stiftung, Norwegische Botschaft, Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia, Skoda und RADIALSYSTEM V. Medienpartner: rbb Kulturradio, tip Berlin, JazzThing.

Internetseiten www.sharedsounds.dewww.radialsystem.de

Anour Brahem Quartet Foto:Luca d'Agostino

STRUCTURES - Backing-up Independent Audiovisual Culture

STRUCTURES beleuchtet die Bedeutung von unabhängigen Mikro- und Netzwerkstrukturen innerhalb von Musik und Medienkunst als Laboratorien und Nährböden für die Entwicklung neuer künstlerischer Formen und gesellschaftlicher Handlungsräume. STRUCTURES fragt nach den Bedingungen, Strategien und Entwicklungschancen für Fortbestand und Weiterentwicklung experimenteller und unabhängiger Musik- und Medienkulturen, deren kre-ative Impulse im Zuge zunehmender synergetischer Kopplung mit anderen kulturellen Bereichen immer wichtiger werden.

STRUCTURES ist ein auf zwei Jahre angelegtes Projekt. Es besteht aus aufeinander aufbauenden Programmschwerpunkten innerhalb der Festivalausgaben CTM.09 und CTM.10 sowie drei Fokusveranstaltungen, die die beiden Programmschwerpunkte verbindet.

 

 

Antragsteller/in DISK/ club transmediale GbR - Oliver Baurhenn

Veranstaltungstermin 23. Januar 2009 bis 28. Februar 2010

Veranstaltungsort Maria am Ostbahnhof u. a.

Förderbetrag 2009: 110.000€ 2010: 50.000€

Internetseiten www.clubtransmediale.de

©DISK/ club transmediale GbR

The International Turntable Orchestra

T.I.T.O. - The International Turntable Orchestra

 

T.I.T.O. bringt 14 der derzeit interessantesten »Turntablisten« nach Berlin. Sie alle loten den Plattenspieler bis an die Grenzen des Möglichen aus und gehen mit ihren künstlerischen Ansätzen weit über das allgemein bekannte »Scratchen« hinaus. In einem dichten Programm – Solos, Duos, diverse Trios und Quartette sowie ein tägliches Orchester – stellen die Teilnehmer ihre vor Ort erarbeiteten Konzepte, Spielanleitungen und Kompositionen vor. Proben und Workshops sind öffentlich zugänglich, auch ein Vinylschneideservice ist im Angebot.

Mit Claus Van Bebber (Kalkar), Maria Chavez (Brooklyn), dieb13 (Wien), Wolfgang Fuchs (Linz), erikm (Marseille), Philip Jeck (Liverpool), Joke Lanz (Berlin), Katsura Mouri/Busratch (Kyoto), Martin NG (Sydney), Arnaud Rivière (Paris), Marina Rosenfeld (New York), Ignaz Schick (Berlin), Martin Tétreault (Montreal), Takahiro Yamamoto/Busratch (Kyoto) sowie Flo Kaufmann (Solothurn) und Jan Zimmermann (Berlin)

 

Eine Produktion von Zangi Music in Kooperation mit der Akademie der Künste finanziert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

 

tito.zangimusic.de

www.adk.de

T.I.T.O.

The International Turntable Orchestra

22.10. – 25.10.09

Berlin, Akademie der Künste Hanseatenweg

 

A production of Zangi Music (www.zangimusic.de) in cooperation with Akademie der Künste, Hanseatenweg & the financial support of Hauptstadtkulturfonds Berlin.

 

Everyone knows that using a turntable is common place practice in Hip-Hop. One particularly sporty form of record scratching called „Turntablism“ sprung out of the culture surrounding DJ battles. In the context of experimental electronic music, the term „Turntablism“ has a different, more open, meaning. In this field of music the record player has, from the very beginning, played an immensely important role as an instrument and sound-generator. Whether at the beginnings of Musique Concrete, in the works of John Cage, Milan Knizak or Nam June Paik's Fluxus concerts. From the down town New York scene based around Christian Marclay and David Shea to representatives of so called „Plunderphonics“, and of course, also in hip-hop, techno and electronica.

Every musical style has developed Turntablism for its own technique and sounds, and most Turntablists each have their own unique way of playing.

So while Musique Concrete focussed mainly on distorting found sounds, many of the Fluxus artists started to disassemble the appliances themselves. Likewise, records were cut up and then put back together again in new ways. And scratching and mixing arose out of hip-hop and techno. In Plunderphonics it was all about using countless many musical references, of the most varying origins, in fast succession. For numerous artists from the electronica scene on the other hand, it seems the turn-table as an instrument was best suited to ponderous looping and layering. Often a roll of adhesive tape, a hammer fixed to the arm of the turn-table or stickers sufficed to make the needle jump. And for reductionists, the body of the record player itself became the instrument, which would then be played using diverse objects and materials.

 

As part of the T.I.T.O. event, 14 of todays most interesting practicing Turntablists will present their individual artistic approaches. Indeed this is the first Turntable Festival of its kind as most of the artists who have been invited count as leaders, or even founders of their respective styles within Turntablism. Each one of them is busy fathoming the limits of possibilities for using the record player as an instrument. In a densely packed four day program all participants will be presented in various ensembles - from solo appearances to previously established duo-formations and even as an orchestra. Everyone taking part will bring with them special concepts and compositions, which will be developed during the festival and presented on stage. Publicly open rehearsals, workshops and Jan Zimmermann's vinyl cutting service round off the program.

 

tito.zangimusic.de

www.adk.de

 

Participants:

 

Claus Van Bebber (Kalkar)

Katsura Mouri / Busratch (Kyoto)

Takahiro Yamamoto / Busratch (Kyoto)

Maria Chavez (Brooklyn)

dieb13 (Vienna)

Wolfgang Fuchs (Linz)

Philip Jeck (Manchester)

Joke Lanz (Zuerich/Berlin)

erikm (Marseille)

Martin Ng (Sydney)

Arnaud Riviere (Paris)

Marina Rosenfeld (New York)

Ignaz Schick (Berlin)

Martin Tetreault (Montreal)

 

+ Jan Zimmermann & Flo Kaufmann (vinyl cutting service)

 

 

 

Antragsteller/in Ignaz Schick / Zangi Music

Veranstaltungstermin 22. bis 25. Oktober 2009

Veranstaltungsort Akademie der Kuenste, Hanseatenweg

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Medienpartnerschaften: Zitty, Jungle World Ex Berliner, Jazzthetik TAZ,freshmilk tv Kooperationspartner: Akademie der Kuenste weitere Foerderer: Pro Helvetia

Internetseiten www.tito.zangimusic.dewww.adk.de

Violinale 2009

Die Violinale 2009 versteht sich als Weiterführung zweier Berliner Festivals, die Jon Rose 1989 und 1998 organisiert hat.

Mit "The Relative Violin" im Jahr der Maueröffnung in der West-Berliner Akademie der Künste und "String 'em up" neun Jahre später im Podewil, präsentierte Rose zweimal ungewöhnliche Geiger und Bassgeiger und untersuchte ironisch, gedanken- und materialreich den abendländischen "Mythos Geige", seine Auswüchse und sein kreatives Potential.

Genau daran setzt die Violinale 2009 an. Keinesfalls ist der "Mythos Geige" im 21. Jahrhundert untergegangen, sondern lebt bilderreich und munter im kollektiven Unbewussten des Abendlands weiter. (Interessant wäre mal eine kulturwissenschaftliche Untersuchung "die Geige in der Werbung".)

Neben versteinerten und bedenklichen Ritualen, die mit ihr verbunden sind, birgt die Geige immer noch weitgehend ungenutzte Möglichkeiten. Diese einmal wieder in den Mittelpunkt zu rücken, ist Aufgabe der Violinale 2009. Dabei werden bewusst auch Künstler eingeladen, die 1989 und 1998 schon während Jon Roses Projekten auftraten: nämlich die Geigerin und Komponistin Hollis Taylor; die Geigerin und Alphornistin Ma-Lou Bangerter; Malcolm Goldstein, der weltweit zu den bekanntesten Improvisationsmusikern gehört; Aleks Kolkowski, ein einzigartiger Performer mit Trichtergeigen und antiquierter Technik; Jon Rose selber; sowie Matthias Bauer, der virtuose und hochindividuelle Bassgeiger aus Berlin.

All diese Musiker wurden damals schon von J. Rose präsentiert und werden während der Violinale 2009 wieder auf der Bühne stehen.

Doch lebt die Violinale nicht nur von derlei Rückbezug. Das Neue überwiegt nicht nur, sondern dominiert das Festival von vorne bis hinten. Uraufführungen und Erstbegegnungen stehen allenthalben auf der Tagesordnung.

Antragsteller/in Lilli-Friedermann-Stiftung

Veranstaltungstermin 8. bis 12. Oktober 2009

Veranstaltungsort exploratorium berlin und Heilig-Kreuz-Kirche

Förderbetrag 15.000 €

Internetseiten www.violinale-berlin.de

Malcolm Goldstein, Foto: Sylvia Otte

Ausschnitt_Plakat Violinale 2009

WHAT MAKES MUSIC LAUGH?

WHAT MAKES MUSIC LAUGH?

Konzerte – Filme – Workshop - Gespräche

25. – 28. Juni 2009

 

Musik ist eine Sprache, die überall verstanden wird. Musik ist Kommunikation. Musik ist ein Monster.

Es gibt gute und schlechte Musik, E- und U-, F- und L-Musik. Alte Musik, klassische Musik, zeitgenössische Musik, Neue Musik, Sakralmusik, elektro-akustische Musik, elektronische Musik, Jazz, Free Jazz und Improvisierte Musik, Instant Composing, New Thing, Weltmusik, Volksmusik, Schlagermusik, Tanzmusik, Electronica, HipHop, Indie, Metal, Pop, Punk, R & B, Blues, Gospel, Rock. Bühnenmusik, Filmmusik, Marschmusik, Straßenmusik, Gebrauchsmusik, Nationalhymnen und Unternehmenshymnen. Es gibt Musik im Sport (Fußballstadion, Olympiaden, etc.), im Kaufhaus, im Flieger, auf dem Jahrmarkt, im Zirkus, in der Kneipe, usw. Oftmals scheint es kein Entrinnen zu geben.

Wir kennen den Begriff der leichten und der schweren Musik und auch der Trauermusik. Was aber ist wohl das ´umgekehrt Erhabene´ zur Trauermusik? Ist das Lachen, der Humor, eine musikalische Bezugsgröße?

Oder, wie Frank Zappa einst fragte: „Does Humour Belong in Music?“

Komische Musik gibt es per definitionem nicht, weil Musik als tendenzlose Kunst gilt und Komik immer eine Tendenz hat, und sei es nur die, Lachen hervorzurufen.

Damit soll nicht präjudiziert werden, dass Komponisten/Interpreten/Improvisatoren usw. humorlos seien.

Joseph Haydn (1732-1809) z.B. war für seinen ausgeprägten Sinn für Humor bekannt, der u.a. in seiner Symphony No. 94 z.B. zum Ausdruck kommt, die gemeinhin als ´Surprise Symphony´ bezeichnet wird, als Symphonie „mit dem Paukenschlag“.

Mozart (1756-1791) komponierte ein Sextett mit dem Titel ´Ein musikalischer Spaß´ (Dorfmusikanten-Sextett). Anlass der Entstehung und Daten einer ersten Aufführung sind nicht bekannt.

Der einstige Cabaret-Pianist und Komponist Eric Satie (1866- 1925) schrieb 1895 das Klavierstück ´Vexations´, das laut Anweisung 840 Mal hintereinander gespielt werden sollte (1963 organisierte John Cage die erste vollständige Aufführung.) Satie schuf außerdem Stücke mit Titeln wie ´Trois embryons desséchés´ (Drei vertrocknete Embryos),´Trois morceaux en forme de poire à quatre mains´ (Drei Stücke in Birnenform für vier Hände), ´Véritables préludes flasques (pour un chien)´, (Wahrhaft schlaffe Präludien [für einen Hund]), usw., die, so seine Spielanweisung, „leicht wie ein Ei“ und „wie eine Nachtigall mit Zahnweh“ daherkommen sollten.

Der musikalische Witz des amerikanischen Komponisten Charles Ives (1874-1954) wird u.a. in seiner Symphony No. 2 kenntlich, die mit einem militärischen Weckruf (reveille bugle call) endet.

Eine große Rolle spielte wirkungsgeschichtlich der amerikanische Komponist, Arrangeur und Pianist Carl Stalling, der zwischen 1938 und 1958 über 600 Zeichentrickfilme vertonte (die ja fast immer ´lustig´ sind) und dafür eine Art kaleidoskopische Musik ersann. Er hatte Zugriff auf ein (seinem Auftraggeber Warner Bro. gehörendes) großes Repertoire bekannter Stücke (Pop, Jazz, klassische Musik), die er ´dekonstruierte´ und neu zusammensetzte (cut-and-paste Methode) unter Einbeziehung zahlreicher unorthodoxer Instrumente und Geräuscherzeuger. Damit wurde er nicht zuletzt zu einem Vorläufer der experimentellen Musik, die sich dieser Methode ebenfalls bediente. Der Musiker John Zorn bestätigt, dass die Zeichentrickfilm-Musik nachhaltigen Einfluss auf seine eigene musikalische Entwicklung hatte.

Wie der Komponist Carl Stalling, der den Sound der Zeichentrick-Musik schuf, so war auch Spike Jones ein Wegbereiter eigenständiger Musikformen, ein Virtuose, Visionär und ein Präzisionsarbeiter wie Stalling und später Frank Zappa. Spike Jones (1911-1965) begann als Perkussionist für diverse Radioshows, bevor er 1940 seine eigene Band gründete: Spike Jones and His City Slickers. Mit dieser Gruppe erstklassiger Musiker, die sehr schnell sehr populär wurde, war er für nahezu 20 Jahre der unangefochtene innovative Großmeister des amerikanischen Showbusiness und Tourneebetriebs. Seine ausgefeilten Arrangements, seine ungewöhnliche, bizarr-groteske Instrumentierung und die temporeiche, absolut perfekte Inszenierung der surrealen Musiknummern inspirierten zahlreiche Künstler späterer Jahre, darunter den amerikanischen Schauspieler, Komiker und Musiker Ernie Kovacs, die englische Komikertruppe Monty Python und ihren Flying Circus wie auch Fluxus-Künstler und Musiker.

Der Spike Jones der nachfolgenden Rock´n´Roll-Ära hieß Frank Zappa. Auch er beherrschte wie Jones die Kunst der konzeptgebundenen Improvisation, und wie Jones verstand es Zappa, sich und seine Musiker bei jedem Bühnenauftritt stets aufs Neue selbst zu überraschen – kein Konzert glich dem anderen. „Er war kein Freak, sondern ein scharfer Analytiker der Gesellschaft, der seine Erkenntnisse in seiner musikalischen (und filmischen) Arbeit umzusetzen verstand. Er wäre auch ein guter Banker oder Immobilienmakler geworden. Aber er hatte dieses unglaubliche musikalische Talent und schuf eine einzigartige und profunde Synthese aus amerikanischen und europäischen Einflüssen, die ich die Zappa-Dada-Technik nenne.“ (Glenn Ferris, Posaunist).

Edgar Varèse (1883-1965), der amerikanische Komponist und Dirigent französischer Herkunft, war für Zappa von maßgeblichem Einfluß (ebenso wie für Grateful Dead, Jefferson Airplane und Soft Machine). Auch mit Strawinsky, Bartók, Webern, Hauer, Krenek und Schönberg setzte sich Zappa auseinander. Und er hörte Ornette Coleman, Cecil Taylor und Eric Dolphy und befasste sich mit tibetanischer und arabischer Musik.

Zappa, der sich zeit seines Lebens immer auch für grafisches Gestalten und den Film interessierte (acht Filme hat er zwischen 1971 und 1989 selbst realisiert) wusste um die Schlüsselbedeutung der Bühnenperformance („visual humour accompanied by music“). Wie sehr ihn die Frage umtrieb, die auch uns hier beschäftigt, beweist sein legendärer Bühnenauftritt von 1984 und der ein Jahr später veröffentlichte Film, der den Titel trägt: „Does Humour Belong In Music?“

In der Steve Allen Show von 1963 bespielte Zappa zwei Fahrräder (damit hatte er sich die Einladung in die Show ´erwirkt´); in späteren Jahren dirigierten Zubin Mehta, Pierre Boulez und Kent Nagano einige von Zappas Orchesterwerken (L.A. Philharmonic Orchestra, Ensemble InterContemporain, London Symphony Orchestra); das Frankfurter Ensemble Modern spielte mit Frank Zappa im September 1992 – es war Zappas letzte Produktion - die ´Yellow Shark´ Konzert-Serie ein und veröffentlichte dann posthum eine weitere Einspielung: Ensemble Modern Plays Frank Zappa (Greggery Peccary & Other Persuasions, 2002). Wie William S. Burroughs in ´Naked Lunch´ führte Zappa in seinen Arbeiten beharrlich vor Augen, was da „nackt am Ende der Gabel zappelt“.

What Makes Music Laugh?

 

Es sind dies musikalische Originalität, Virtuosität und innovative Konzepte, Authentizität und unorthodoxe Spielhaltungen, Spielfreude und Timing, die reflektierte Gestaltung des Bühnenauftritts (aurale und visuelle Architektur) und die direkte Kommunikation mit dem Publikum (´compassionate listening´), derer es im Beziehungsdreieck zwischen Spieler – Mitspielern und Zuhörer bedarf, damit sich die Zauberkraft der Musik entfalten kann.

Musik richtet sich bekanntlich nicht an die Anschauung, sondern an die Einbildungskraft. Wir wissen aber auch: „Es kann nichts in den Verstand kommen, außer durch die Einbildungskraft“ (J.G. Fichte).

In den geschichtsphilosophischen Betrachtungen von Nietzsche bis Schlegel lesen wir u.a., dass „Freude, Fröhlichkeit, die Freisetzung aller Kräfte im freien Spiel und die uneingeschränkte Autonomie eines wirklich geselligen Lebens“ die Geburt der Komödie bedingten.

Der zeitgenössische Komponist Pelle Gudmundsen-Holmgreen nennt als musikalisches Ideal die „Verbindung von Askese und Ekstase“. Die Beatpoeten sprachen von „matter in motion“. Wir sprechen von „music that matters“.

„Information ist nicht Wissen. Wissen ist nicht Weisheit. Weisheit ist nicht Wahrheit. Wahrheit ist nicht Schönheit. Schönheit ist nicht Liebe. Liebe ist nicht Musik. Musik ist das Beste“ (Frank Zappa).

Zahlreiche der im Rahmen dieses Festivals präsentierten KünstlerInnen wurden neben dem klassischen Kanon entscheidend auch geprägt von den Texten und der Musik der Dadaisten, Surrealisten und Lautpoeten der 50er und 60er Jahre, von Karl Valentin, Ernst Jandl, den Marx Brothers und Spike Jones, von Victor Borge, Raymond Scott, Carl Stalling und Frank Zappa, von Monty Python, den Situationisten, der Libertarian und der Fluxus-Bewegung - und nicht zuletzt von lokalen und regionalen Kultureinflüssen, die wiederum ganz spezifische musikalische Eigenheiten und Stilistiken hervorbrachten wie die sogenannte Volksmusik, der sich eine junge Generation von MusikerInnen inzwischen fasziniert zuwendet, sie ´dekonstruiert´ und sie so für sich erschließt (´Folklore imaginaire´).

„Das Ohr ist das erste Organ, das komplett ausgebildet ist und das letzte, das stirbt“, sagt der Komponist und Musiker Peter Roth in Thomas Lüchingers Film JOHLE UND WERCHE, den wir in deutscher Erstaufführung in Anwesenheit des Regisseurs und der Schweizer Jodler Annarosa Streiff und Kurt Annen zeigen. „Damit wird klar: Klang ist von der Zeit im Mutterleib bis zum Tode eine ebenso lebenswichtige Energiequelle wie Flüssigkeit und Nahrung.“

Auch die anderen Musikfilme, die wir in diesem Rahmen zeigen, sind beispielhaft und eröffnen dem Betrachter ein ganz eigenständiges Bild- und Klang-Universum, in dem es wesentlich um Authentizität, Gestaltungskraft und Ausstrahlung geht.

Wir haben für dieses Festival eine Vielzahl herausragender und namhafter Künstler eingeladen - Filmemacher, Komponisten, Musiker und Performer -, die in einer solchen Konstellation noch nie zusammengefunden haben. Was die MusikerInnen und KünstlerInnen bei aller Unterschiedlichkeit eint, ist ihre notorisch unbestechliche Haltung, ihre Arbeit in und an der Improvisierten Musik und dem Medium Film und damit an der kontinuierlichen Erforschung und Weiterentwicklung des musikalisch-bildnerischen Prozesses unter Einbeziehung scheinbar disparater Mittel und Materialien.

Diese Tour d´horizon in Form von Konzerten, Filmen und Gesprächen will Impulse vermitteln, Begegnungen und Erkenntnisse ermöglichen und neue Sicht- & Hörweisen erschließen.

 

Helma Schleif

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Antragsteller/in TMP Productions - Helma Schleif

Veranstaltungstermin 25., 26., 27., 28. Juni 2009

Veranstaltungsort Babylon Berlin Mitte, Rosa-Luxemburg.

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Berliner Künstlerprogramm des DAAD; Akademie der Künste; Schweizer Botschaft; Botschaft des Königreichs der Niederlande; Botschaft des Großherzogtums Luxemburg; Botschaft des Staates Israel;

Internetseiten www.free-music-production.de

wie es ihr gefällt - unter strom

13. und 14. März 2010, Pfefferberg

19. und 20. März 2010, Maria am Ostbahnhof

 

Unter Strom - Von den Pionierinnen der elektronischen Musik bis zu den Digital Ladies

Die Geschichte der elektronischen Musik ist eng an die Geschichte der elektronischen Klangerzeugung gekoppelt. Zunächst spricht man von elektrischen Musikinstrumenten, ab Anfang der 50er Jahre wurde eine bestimmte, mit elektronischen Geräten realisierte Kompositionstechnik elektronische Musik genannt. Recherchen ergeben, dass Frauen in der elektronischen Musik von Beginn an beteiligt waren, es also durchaus eine Tradition von komponierenden Frauen in diesem Genre gibt. Im Bereich der elektronischen Komposition von Frauen ist nach wie vor ein eklatanter Widerspruch von dem reichen Reservoir und der mageren Präsentation dieser Arbeit der Komponistinnen festzustellen, sowohl im historischen Kontext als auch in Bezug auf aktuelle Festivals.

Wie es ihr gefällt - Unter Strom - wird elektro-akustische Werke internationaler Komponistinnen von 1938 bis heute präsentieren. Es handelt sich um Musik für oder mit Lautsprechern, der Begriff umfasst Tonband-Musik bzw. akusmatische Musik, Musik für Zuspielband und Instrumente. Der Bogen spannt sich von Pionierinnen wie Johanna M. Beyer, Daphne Oram, Maryanne Amacher und Pauline Oliveros zu den modernen Elektronikerinnen der Popmusik.

An zwei Wochenenden werden Werke von Pionierinnen der elektroakustischen Komposition sowie zeitgenössische experimentelle Musikerinnen aus dem E- und U-Musikbereich und Klang- und Videoinstallationen präsentiert.

 

 

Antragsteller/in Angela von Tallian

Veranstaltungstermin 13.und 14. März 2010 19.uznd 20.März 2010

Veranstaltungsort 13. und 14. März 2010: Pfefferberg; 19. und 20. März 2010: Maria am Ostbahnhof

Förderbetrag 43.000 €

Internetseiten www.wieesihrgefaellt.de

Young Euro Classic - Europäischer Musiksommer

Das Festival Young Euro Classic - Europäischer Musiksommer feiert 2009 seinen 10. Geburtstag. Als einmalige Plattform für die besten nationalen und internationalen Jugendorchester bietet es diesmal insgesamt 15 große Orchesterkonzerte plus drei Spezialveranstaltung; die Ensembles kommen aus Japan, dem Fußball-WM-Land Südafrika, Kanada und mehreren europäischen Ländern. Das Musikland Deutschland wird mit dem dreitägigen Finale gefeiert, bei dem nicht nur das Bundesjugendorchester zu erleben ist, sondern auch die junge solistische Elite, 1. Bundespreisträger Jugend musiziert. Kennzeichnend für Young Euro Classic ist vor allem die festlich-fröhliche Stimmung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, die von einem sehr bunten, begeisterten Publikum getragen wird.

Der Eintrittspreis beträgt einheitlich 15 Euro.

Antragsteller/in Deutscher Freundeskreis Europäischer Jugendorchester

Veranstaltungstermin 7. bis 23. August 2009

Veranstaltungsort Konzerthaus Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Konzerthaus Berlin

Internetseiten www.young-euro-classic.de

Frauen und Blechblasinstrumente: ein durchaus gewohntes Bild bei Young Euro Classic