10. Deutsches Kinder- und Jugendtheater-Treffen "Augenblick mal! 2009"

Das Deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen „Augenblick mal!“ ist die nationale Biennale des deutschen Kinder- und Jugendtheaters und findet 2009 zum zehnten Mal in Berlin statt. Das Festival ist nicht nur Leistungsschau der Kinder- und Jugendtheater-Szene ist, sondern gleichzeitig auch Treffpunkt für die Macherinnen und Macher des Kinder- und Jugendtheaters in Deutschland und für eine Vielzahl von ausländischen Gästen. Das Deutsche Kinder- und Jugendtheater-Treffen hat überregionale kulturpolitische Bedeutung und ist das einzige deutschlandweite Festival für Kinder- und Jugendtheater und internationales Schaufenster der Theaterkunst für junges Publikum in Deutschland. Seit 1991 wird das Festival vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit dem heutigen THEATER AN DER PARKAUE. Junges Staatstheater Berlin veranstaltet.

 

Zehn Kuratoren bereisten acht Monate das Land und haben nach knapp 260 Aufführungsbesuchen 20 künstlerisch bemerkenswerte Inszenierungen als Beispiele für zeitgemäßes Kinder- und Jugendtheater aus den über 160 eingereichten Vorschlägen nominiert. Von diesen ausgewählten Produktionen haben die Kuratoren zehn künstlerisch herausragende Inszenierungen zur Biennale des deutschen Kinder- und Jugendtheater nach Berlin eingeladen.

 

 

Antragsteller/in Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland

Veranstaltungstermin 5. bis 10. Mai 2009

Veranstaltungsort THEATER AN DER PARKAUE, HAU 1, HAU 2, Sophiensaele, SCHAUBUDE Berlin

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen In Kooperation mit dem THEATER AN DER PARKAUE. Junges Staatstheater Berlin.

Internetseiten www.augenblickmal.de

Der Räuber Hotzenplotz, Foto: Christian Brachwitz

Hikikomori, Foto: Arno Declair

KünstlerWELTEN - was kann KUNST?

Das MAChmit! Museum wird für drei Monate für Kinder ab 4 und ihre Familien zu einem Kunstort der besonderen Art: Kunst, die man betreten und erfahren kann, kreative MACHmit! Aktionen im ganzen Haus und Werkstätten, in denen Werke zum Mitnehmen gefertigt werden.

Wir zeigen interaktive Rauminstallationen, Interventionskunst und kinetische Objekte der Künstlerinnen Katrin Glanz, Friederike Klotz, Chantal Labinski, Birgit Anna Schumacher, Steffi Stangl und Eva AM Winnersbach. Kuratorin ist Tine Neumann.

Die Ausstellung ist das Ergebnis eines geladenen Wettbewerbs, juriert von Elias Geißler, Tessa Kommerell, Pia Rudolf, Fanny Weil (alle 5c der Grundschule am Kollwitzplatz), Adrienne Göhler, Inge Mahn, der Kuratorin Tine Neumann und der Museumsleiterin Marie Lorbeer.

Antragsteller/in MAChmit! Museum für Kinder gGmbH

Veranstaltungstermin 11. Juni bis 30. August 2009

Veranstaltungsort MACHmit! Museum für Kinder

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen Patenklasse 5c der Grundschule am Kollwitzplaz

Internetseiten www.machmitmuseum.de

StreetUniverCity Berlin

StreetUniverCity® Berlin (SUB) ist ein freier Träger der außerschulischen Jugendbildung. Als Förderer für die Akzeptanz der Straßenkultur initiieren und koordinieren wir beruforientierende Weiterbildungsmaßnahmen, sowohl kultureller, als auch politischer Bildung, für Jugendliche in sozialen Brennpunkten (15-25 Jahre). Der Abschluß „SUB Master“ ist ein Weiterbildungszertifikat, das die besuchten Lehrveranstaltungen dokumentiert und die damit erworbenen sozialen und kreativen Kompetenzen belegt und Bewerbungen beigelegt wird.

 

Weitere Informationen: www.streetunivercity.de

Antragsteller/in Gio Di Sera - StreetUniVercity e.V.

Veranstaltungstermin SUB Fachbereich Kunst & Medien, Vorstellung Premiere am 5.1. 2010, HAU1/Theater

Veranstaltungsort HAU1, Naunynritze

Förderbetrag 30 000 €

Kooperationen Sport-,Jugend & Bildungszentrum Naunynritze, Hoftheater Naunynritze e.V., Streetart Ausstellung BACKJUMPS/Kunstraum Kreuzberg Bethanien, BEZIRKSAMT Friedrichshain-Kreuzberg JUGEND/FAMILIE/SCHULE, Bundeszentrale für Politische Bildung, Hauptstadtkulturfonds, Daimler Financial Services, Bundesdruckerei, Polizei Berlin, Hebbel am Ufer Theater,joinarts, Diseramedia (Initiative), Flying Steps Dance Academy, Musikerinitiative e.V., B.I.G. in Kreuzberg, Minibus Media u.a.

Internetseiten www.streetunivercity.de

winterreisen // voyages d'hiver

WINTERREISEN // VOYAGES D`HIVER

ein szenisch-musikalischer Kommentar

 

Das Musikernetzwerk written-not-written und Jugendliche aus Berlin und Paris mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen brechen zur Winterreise des 21. Jahrhunderts auf: Am 2. und 3. September präsentieren sie in der St. Elisabeth Kirche in Berlin einen szenisch musikalischen Kommentar, der die romantische Gefühlswelt der Vorlage mit heutiger urbaner Befindlichkeit konfrontiert.

 

Ort- und Orientierungslosigkeit, Zukunftsangst und existentielle Verunsicherung prägen den Alltag vieler junger Menschen. Der Spiegel titelt mit „Wir Krisenkinder“, die Time mit „Generation Disappointment“ - selten war Franz Schuberts einsamer Wanderer so präsent wie heute.

 

1827 schickte der österreichische Komponist seinen weltberühmten Protagonisten mit einem „schauerlichen Zyklus“ zum ersten Mal auf Wanderschaft. 24 Lieder lang taumelt er angetrieben von romantischen Sehnsüchten und sozialen Abgründen rastlos durch eine einsame Winterlandschaft, verliert sich in den literarischen Metaphern Wilhelm Müllers - und schon bald in den Konzertsälen bürgerlicher Kulturverehrung. Verpackt in die Hülle der romantischen Musik und in den CD- Regalen verstaut, wurde die „Winterreise“ zur leblosen Ikone einer Tradition.

 

Der Projektinitiator Augustin Maurs, der Pianist Michael Wilhelmi und der Klanggestalter Andre Bartetzki sowie zwölf Jugendliche zwischen fünfzehn und zweiundzwanzig Jahren gehen deshalb auf Konfrontation. Mit ihren spezifischen Ausdrucksrealitäten und – möglichkeiten setzen sie sich mit den Themen der Winterreise und mit der jeweiligen Sichtweise der anderen darauf auseinander. Texte und spontane Äußerungen, geschriebenes und ungeschriebenes Material, Live-Akustik und technische Verfremdung verweben sich zu einer fragilen Textur aus unterschiedlichen Zugriffen, Sichtweisen und Ausdrucksformen. In dem einst sakralen Raum der St. Elisabeth Kirche entsteht so eine neue Winterreise, die sich jeglicher kultureller, sozialer oder künstlerischer Zuschreibungen entzieht.

 

Die Zusammenführung von unterschiedlichem fixierten und improvisierten Material schreibt sich in die gesamte Thematik des Projektes ein: 24 unvollendete Lieder von Augustin Maurs für Klavier und Stimmen werden durch Improvisationen des Pianisten Michael Willhelmi in spontaner Abfolge fortgeführt.

 

Neben der Struktur der aus 24 Liedern bestehenden Vorlage von Schubert ist das Prinzip des Gesellschaftsspiels „Die Reise nach Jerusalem“ ein weiteres strukturierendes Element der Aufführung. Ein scheinbar harmloses Vergnügen, das in der ganzen Welt bekannt ist und bei genauerem Hinsehen aktuelle Ängste widerspiegelt, die auch den Wanderer in der Winterreise umtreiben: Die Furcht vor dem gesellschaftlichen Ausschluss, davor, keinen eigenen Platz zu finden, alleine zurück gelassen zu werden.

 

Der Bühnenraum in der Rotunde der St. Elisabeth Kirche suggeriert zu Beginn der Aufführung eine klassische Konzertsituation: Ein Pianist und ein glänzender Flügel dominieren die Szene. Sie dienen als Topographie eines kulturellen Konsens‘, der nur eindeutig definierten Wertvorstellungen und Verhaltensregeln einen Platz einräumt. Die Jugendlichen sind Fremdkörper in dieser Bühnensituation. Sie werden einer nach dem anderen durch musikalische Zäsuren zwischen den Liedern aus der Konzertsituation in den noch undefinierten Zuschauerraum und zur Artikulation ihrer eigenen Texte getrieben. Die Bewegung der Jugendlichen im ganzen Raum der St. Elisabeth Kirche kontrastiert die sesshafte Situation des Pianisten auf der Bühne in der Rotunde. Dessen feste Verortung wird jedoch schleichend als genauso brüchig dargestellt: Im Laufe der Aufführung versinkt er in der Dunkelheit.

 

Antragsteller/in written-not-written

Veranstaltungstermin 02. und 03. September 2009

Veranstaltungsort St. Elisabeth - Kirche

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen inm, Französische Botschaft, OUTREACH, Stiftung Genshagen, FUSION, TU Berlin, Schloss Bröllin, Deutsch-Französisches Jugendwerk

Internetseiten www.written-not-written.de

Katrin Matthes

Katrin Matthes