CAIRO!SHANGHAI!BOMBAY! Eine Weiterführung von OPER DYNAMO WEST am ZOB

OPER DYNAMO WEST beendet ihre Spielzeit 2008 mit einer Busreise. CAIRO! SHANGHAI! BOMBAY! lädt zur Fahrt an den Zentralen Omnibusbahnhof Berlin - ihren bisher westlichsten Spielort.

In den 60er Jahren war der ZOB unter dem Funkturm Vorbild für viele andere Busbahnhöfe. Mit seinen Anzeigetafeln und Durchsagen, mit Wartehalle und Imbiss ist er heute ein hochorganisierter Durchgangs- und Aufenthaltsort für Menschen, die billig reisen müssen. Ein Ort harter Realität, an dem mit jeder Reise traumhafte Sehnsüchte in die Ferne gehen und im Verborgenen an der Zukunft des Verkehrs gearbeitet wird.

OPER DYNAMO WEST erforscht den ZOB und nutzt ihn zum Nachdenken: Über Geld, das man hat oder nicht hat, über Reisen, die man gern machen würde, und über den Preis von Benzin. Die Zuschauer bewegen sich mit ihren Mixtapes frei auf dem Gelände und treffen dort auf selbsternannte Reise-Experten oder Bankrotteure, auf Wissenschaftler oder auf Frauen, die gerade von der Maniküre kommen.

CAIRO! SHANGHAI! BOMBAY!, die theatrale Ortsbegehung mit Busfahrt, macht einen Ort der Abfahrt und des Ankommens zum Zentrum der Bewegung.

Antragsteller/in Johannes Müller

Veranstaltungstermin Premiere am 18. September 2008 weitere Vorstellungen am 19., 20., 21., 25., 26. und 27. September 2008

Veranstaltungsort Zentraler Omnibusbahnhof Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Internationalen Omnibusbahnhof Betreibergesellschaft Berliner Verkehrsbetriebe(BVG)

Internetseiten www.operdynamowest.org

Comeback

Don’t call it a comeback

I’ve been there for years

Giving you more and more (LL Cool J)

 

Alles ist verloren. An die Stelle des bunten Teppichs ist ein weißes Feld getreten. Ein depressiver Esel, ein Wolf im Schafspelz und ein Schrank ziehen in einen Krieg, der schon seit einer Ewigkeit ausgefochten ist. Am Rande des Schlachtfeldes stoßen sie mit einer Tasse Kaffee auf ihre Niederlage an. Die Sieger von heute sind die Besiegten von morgen. „Sei nicht traurig“ – heißt es mit krakeligen Lettern geschrieben. Ein schwacher Trost.

Erbarmungslos wiederholt sich ihre Geschichte, bis alles in zuckersüßer Melancholie versinkt und der letzte Rest des Schlaraffenlandes endlich unter einer klebrigen Schicht begraben ist. Willkommen beim Leichenschmaus. Der Kaffee ist mit der Zeit unerträglich süß geworden - Dreizehn, vierzehn runterstürzn.

Monster Truck präsentieren ein bildgewaltiges, pandämonisches Albtraumspektakel und feiern die Wiederkehr der Toten, die noch einmal ihre Heimat besuchen müssen, damit sie endlich wegbleiben können und schippern mit großer Geste den Höllenfluss entlang - im Leerlauf in den Untergang!

 

Antragsteller/in Sahar Rahimi für Monster Truck

Veranstaltungstermin 2. bis 4., 7. bis 8., und 9. bis 11. Oktober 2008 07.-08.04.2009 Frankfurt Mousonturm weitere Termine werden noch bekanntgegeben

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Mousonturm Frankfurt, FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg

Internetseiten www.monstertrucker.dewww.sophiensaele.com

Foto: Walter Freitag

Foto: Walter Freitag

Foto. Walter Freitag

Dein Wort in Gottes Ohr: Metaphrasen des Religiösen

Liebe Gläubige!

 

Religion feiert ein Comeback. Päpste sind Popstars, und Weihnachten, dem großen Showdown von Nächstenliebe und Konsum, kann sich niemand entziehen. Was denkt der aufgeklärte Kulturkonsument? Ist Religion Kulturgut, Herrschaftsideologie oder nur noch Quelle der Selbstentfremdung? Ist Glaube ein Grundbedürfnis, die abendländische Kirche ein Grundpfeiler der Gesellschaft, eine Freakshow oder ein Unternehmen kurz vor dem Konkurs?

"Dein Wort in Gottes Ohr" versammelt Arbeiten, die Reliquien enthalten, Überreste religiöser Abstammung, deren Herkunft profaniert, zelebriert, verleugnet oder im Dunkeln gelassen wird.

Im Gegensatz zu Religion sind die gezeigten Arbeiten in der Gegenwart verwurzelt und suchen das Paradies nicht erst im Jenseits.

 

Mit der Kunst verhält es sich wie mit der Religion: Nicht alle glauben an sie, einige dafür um so fanatischer. Kunst hat ihre Kathedralen und Tempel, Kunst hat ihre Ketzer und ihre Theologinnen, ihre Päpstinnen und ihre Propheten. Kunst ist religiös und Religion ist künstlerisch. 'Dein Wort in Gottes Ohr' ist ein religionskritisches und zugleich ein missionarisches Festival.

 

'Dein Wort in Gottes Ohr' gibt der Adventszeit eine neue Bestimmung und fordert: Weihnachten darf nicht länger selbstzufriedener Besinnlichkeit gehören, sondern muß zum Symbol kritischen Kunstkonsums werden! Denn in die Kunst als Synthese aus frommer Irrationalität und kritischer Theorie ist das Beste aus Christentum und Aufklärung eingeflossen.

 

Ursprünglich christliche Begriffe wie Apokalypse, Ekstase, Ketzerei, Ritual und Glauben sind heute immer noch tief in unserer Gegenwartskultur verwurzelt: Als apokalyptisch erleben wir Klimawandel und Finanzkrise. Wir pflegen das Ritual des samstagnächtlichen Ausgehens. Wir machen Erfahrungen der Gemeinsamkeit und Ekstase bei Open Air Konzerten und Fußballweltmeisterschaften. Wir werden als Raucher in der Öffentlichkeit als Ketzer gebrandmarkt. Und der Glaube an die Rente ist trotz schlechter Wirtschaftsprognosen und demographischen Realitäten nicht klein zu kriegen.

 

'Dein Wort in Gottes Ohr' fragt: Braucht der Mensch Religion? Ist Religion wirklich nicht heilbar?

'Dein Wort in Gottes Ohr' fragt auch: Was ist Kunst ohne Glauben? Ist der Kunstmarkt die Verheiratung von Religion und Konsum?

 

Dein Wort in Gottes Ohr präsentiert SMS Botschaften aus liminalen Zwischenräumen, Rituale des Speisens und des Christbaumdekorierens, die Kraft des Glaubens als kollektive Illusion, Geschichten über sündige Nonnen und die Schamlosigkeit der Götter in Weiß, Kirchenmusik für das 3. Jahrtausend, die Reinszenierung der Heiligkeit des Tanzes, Ekstase durch Askese, ketzerisches Schreien im Chor, die Erweiterung der Choreographie mit neureligiösen Praktiken und die Erzeugung religiösen Gefühls durch Gebetomaten als zeitgemäße Form der Spiritualität.

 

Wer das alles nicht glauben will, pilgert im Advent zu 'Dein Wort in Gottes Ohr' und erlebt Religion im Zeitalter ihrer künstlerischen Reproduzierbarkeit!

 

 

 

Antragsteller/in ausland/ projekt archiv e.V.

Veranstaltungstermin 29. November bis 25. Dezember 2008

Veranstaltungsort ausland (Lychenerstr. 60), Sophiensaele (Sophienstr. 18), Sophienkirche (Große Hamburger Strasse 31) , St. Johannes-Evangelist-Kirche (Auguststr. 90)

Förderbetrag 85.000 €

Kooperationen Ein Projekt von ausland und Sophiensaele. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten www.dwigo.netwww.ausland-berlin.dewww.sophiensaele.com

Gebetomat (Installation im Hof der Sophiensaele) Idee: Oliver Sturm photo by Gianmarco Bresadola

Jason Forrest "The Return of John Frum " (29.11., 21Uhr Eröffnungsveranstaltung im ausland ) photo by Gianmarco Bresadola

Drag Festival Berlin

Das Drag Festival Berlin ist eine viertägige Veranstaltung vom 5.-8. Juni 2008 (in der Werkstatt der Kulturen, Ballhaus Naunyn, SO36 und anderen Orten), unter der Schirmherrinenschaft von Claudia Roth.

 

Drag hat Power! Drag kann die scheinbar feststehenden Limits überwinden: Alter, Geschlecht, Körperform – all das ist eben doch formbar! Nur temporär, aber ungeheuer wirkungsvoll lassen sich Grenzüberschreitungen und Normalitäten inszenieren.

Performende aus Israel, Polen, Dänemark, Schottland und Italien zeigen gemeinsam mit Berliner Größen, was drag alles kann.

 

Fotoarbeiten von verschiedenen Fotografinnen, eine Party, Drag Extreme Fotoshooting, Workshops und eine Paneldiskussion "Drag International" zu den Entwicklungen der letzten Jahre im europäischen Raum ergänzen das Programm.

 

Antragsteller/in Pia Thilmann

Veranstaltungstermin 5. bis 8. Juni 2008

Veranstaltungsort Ballhaus Naunyn, Werkstatt der Kulturen, SO36 u.a.

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Parität. Wohlfahrtsverband AB Queer e.V. TriQ e.V. OSPI e.V. Homosexuelle Selbsthilfe e.V. mutvilla

Internetseiten www.drag-festival.net

Logo

Bridge Markland (Foto: Jenni Ramme)

Fight Club: A Chorus

Der Regisseur Max Schumacher und der Dramaturg Mario Stumpfe inszenieren das Kernthema aus Chuck Palahniuks Kultroman und David Finchers berühmter Verfilmung “Fight Club”: Die Suche nach einer Identität jenseits der eigenen Arbeit.

“I am not my job” ist einer der Slogans derer, die sich zum Feierabend verabreden, aus den Konventionen ihrer Arbeitswelt auszubrechen – in einer Geheimgesellschaft.

42 festangestellte nicht-künstlerische Mitarbeiter der Staatsoper spielen mit 6 freien darstellenden Künstlernder der Berliner Szene (Matthieu Burner, Martin Clausen, Christoph Winkler, Gudrun Herrbold, Bettina Holzhausen, Siegmar Zacharias) . Der Rest bleibt geheim. Denn: "First rule about Fight Club: Do not talk about Fight Club."

 

 

Antragsteller/in Mario Stumpfe

Veranstaltungstermin Premiere: 30. Oktober 2008, weitere Aufführungen 31. Oktober und 1. November 2008

Veranstaltungsort Magazin der Staatsoper

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Artkrise (Berlin / Sofia) Staatsoper Berlin post theater [new york / berlin / tokyo]

Internetseiten www.fightclub-a-chorus.org

Pressestimmen

Heidizeit

Konzept/Regie:Uta Kala

 

Heidrun:Catherine Janke

 

Nicht nur wir, sondern die Welt selber ist noch nicht zu Hause... Ernst Bloch

Heidi und die Städte. Ein zweiter Versuch. Denn Frankfurt war brenzlig.

Heidi, das kleine Mädchen aus unseren Kindertagen, verlässt ihre geliebten Schweizer Berge und zieht - wie so viele - nach Berlin. Nur eben dorthin, wo sonst keiner mehr den sexy Mythos der Stadt sucht: ins geschäftsmüde Zentrum Westberlins.

 

Heidi sucht ein Hochhaus für den vertrauten Panoramablick. Ein gläsernes Luftgeschoss, in dem sie ihre alpine Heimat-Utopie hyperventilieren kann. Einen Ort des Übertritts - auch für Clara, Peter und die Ziegen. So beginnt ihr Aufstieg im Treppenhaus, im Bikinihaus am Breitscheidplatz, in dessen Innerem sich die angefütterten Blicke aus den Tiergehegen im Zoo mit denen der hungrigen Konsumenten auf der Einkaufsstraße kreuzen.

 

Heidizeit.

 

Doch auch Gudrun, Ulrike und Andreas haben in dem leer stehenden Gebäude Unterschlupf gefunden, fremdeln allerdings noch ein wenig mit der Bergwelt, die der kindlichen Prophetin in die Etagen gefolgt ist. Und so kommt es zu einem Gipfeltreffen, einem unausweichlichen Mythenabgleich. Nur gut, dass Karl Marx und ein paar andere bourgeoise Fabelwesen zur Stelle sind, wenn hier eine Lawine ins Rollen kommt und verschüttete Sehnsüchte und Utopien wieder frei gelegt werden. Plötzlich stellt sich die Frage, wer hier wer ist und ob das Alpenglühen in einem Geschäftshaus nicht doch noch einmal brenzlig werden könnte.

 

Im Zusammenspiel von Schauspiel, Film, Installation, Choreografie und Musik inszeniert Uta Kala einen Raum, den die Figuren in ihrem diffusen Heimweh nach Freiheit durchstreifen. Die Frage nach der Heimat als dem emotionalen, politischen oder landschaftlichen Territorium, das es zu verteidigen, zu suchen oder zu behaupten gilt, wird in einem hybriden Spiel von Klischees aufgehoben, das nicht zuletzt einen neuen Pass in die Heimat offeriert... aber noch keine Antwort auf die Frage: Wie geht es eigentlich der Pornoindustrie?

 

HEIDIZEIT wird bereits während seiner Entwicklung täglich zwischen 18 und 20 Uhr für die Zuschauer begehbar sein. Die Besucher sind eingeladen, sowohl die Proben als auch das Anwachsen des Materials bis zum Bergfest zu verfolgen. Auf dieser Höhe wird sich das Material beständig wandeln und das Publikum zu einer Gratwanderung auf dem Weg zwischen den verschiedenen Kunstrichtungen bitten.

 

P.S.:Die findigen Tiere merken schon, daß wir nicht sehr verlässlich zuhaus sind in der gedeuteten Welt. Rainer Maria Rilke

 

Presse:

 

Uta Kala ist eine Grenzgängerin und Erinnerungsarbeiterin. Das Niemandsland zwischen einander fremd werdenden Generationen und politischen Systemen ist ihr Gebiet. Das deutsche Theater wird auf ihre Räume in absehbarer Zeit nicht verzichten können.

Klaus Dermutz Die Zeit / Juli 2007

 

Catherine Janke ist Hauptdarstellerin im Film „Auf der Strecke“ von Reto Caffi, der 2008 den Student Academy Award (Studenten-Oscar) erhalten hat.

Antragsteller/in Uta Kala

Veranstaltungstermin 16. 8. - Premiere -17.8., vom 21.8. bis 24.8. und vom 27.8. bis 31.8.08 jeweils 20:00 Uhr Voraufführungen am 15. August 2008 begehbare Produktion vom 04.-16.08.2008 jeweils 18.00 – 20. 00 Uhr HEIDIZEIT/Was danach geschah ...

Veranstaltungsort Bikinihaus, Budapester Straße 46, 10787 Berlin-Charlottenburg

Förderbetrag 125.000 €

Kooperationen Dieses Projekt wurde gefördert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und ist eine Kooperation mit dem Orphtheater/Berlin. Medienpartner sind Zitty, Taz und Two Ticket.

Internetseiten www.heidizeit.de

Mausoleum Buffo

„…back in the U.S., back in the U.S., back in the U.S.S.R...“ sangen The Beatles. Das ‚kurze 20. Jahrhundert’ (1917-1991), der „Clinch von Revolution und Konterrevolution“(Heiner Müller) wird im Hinblick auf die Zwillingsähnlichkeit der beiden Gegner im Kalten Krieg dargestellt. Im Zentrum stehen nach wie vor die Toten V. I. Lenin und J. Lennon und die Frage nach ihrer Unsterblichkeit: Die Geschichte der eingefrorenen Revolution in der ehemaligen Sowjetunion (Lenis hundertjähriger Schlaf) wird konfrontiert mit der im Westen aufkommenden Gegenkultur. Wird „Schneewittchen Lenin“ irgendwann erwachen und seinen gläsernen Sarg verlassen?

MAUSOLEUM BUFFO : die Tragödie der Revolution, der Buffo ihres Scheiterns. Es geht um die Politiken der Trauer, um gesellschaftliche Trauerarbeit und ihre politische Instrumentalisierung als Totenkult, der in der SU 1924 mit der Beerdigung Lenins begann. Die Trauerfeier für den unter dubiosen Umständen ermordeten Kirow 1934 bildeten den Auftakt zur Phase der Säuberungen und des Großen Terrors, die erst mit dem Tod Stalins und seiner monumentalen Grablegung 1953 endete. Doch wie das Beispiel Lennons zeigt, ist die Geschichte des 20. Jahrhunderts eine Geschichte des Verrats an einer Hoffnung, die nicht allein mit dem Oktober 1917 verbunden gewesen ist, sondern sich auf das Ende des weltweiten Kriegszustandes richtete. Nur im Rückblick auf die fatalen Fehler in der Geschichte kann eine andere, mögliche Geschichte aufblitzen: Imagine…

 

Antragsteller/in Alexander Karschnia

Veranstaltungstermin Premiere: 06. Januar 2009. 20:00 Uhr Weiter Vorstellungen am: 7./9./10./11. Januar 2009.

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, HAU 2, Hallesches Ufer 32 / 10963 Berlin

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen „Mausoleum Buffo“ ist eine Produktion von andcompany&Co. in Koproduktion mit den Hebbel am Ufer Berlin, dem FFT Düsseldorf, Theater im Pumpenhaus Münster, Gasthuis/Frascati Amsterdam und Schiller 05 e.V. Weimar.

Internetseiten www.andco.de

Mütter.Väter.Kinder

im Rahmen des Festival zum Thema Familie "Your Nanny hates you!"

 

Mütter,Väter,Kinder sind Töchter, Söhne, Enkel, Eltern, Nachahmer, Vorbilder, Spiegelbilder, Generationen. Die Familie - man wird sie niemals los, sie wird beschworen, subventioniert, vergrößert, geschrumpft, herbeigesehnt und immer wieder neu erfunden. Sebastian Nübling sucht nun mit drei (Theater-)Familien und den daraus entstehenden Konstellationen ausserhalb des dramatischen Kanons nach der inneren Struktur familiären Zusammenlebens. Wie sieht eine Familie aus, von der die Beteiligten behaupten, dass sie funktioniert. Wer lebt hier überhaupt mit wem und wieso geht das? Auf den Spuren des Klebstoffs, der das Leben übersteht.

Antragsteller/in Sebastian Nübling

Veranstaltungstermin 11. Juni 2009, 20.30 Uhr, 12. bis 14 .Juni 2009, 20.00 Uhr 11. bis 14. Juni 2008

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer/ HAU 2

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Theater Freiburg pvc Tanz

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Foto: Maurice Korbel

On#nO - Stromsturm für Elektra

Bühnentechniker sehen die meisten Theaterstücke. Mehr als Kritiker, Intendanten und Regisseure sind sie täglich in den Probeprozess und vor allem in die Aufführungen involviert. Theatertechniker besitzen das geheime Wissen darüber, was auf der Bühne wirklich möglich wäre, wenn die Maschinerie nur endlich einmal von der Leine gelassen würde. Schwebende Musikinstrumente, ein Moving Lights-Ballet, der größte Gitarrenverstärker der Welt treffen auf Brandvorschriften, Sicherheitsbestimmungen und eine Dramaturgie, die alles verhindern möchten. Und so werden die Scheinwerfer zur Sonne, die Einschränkungen zur Lupe und die Bühne zu einem Brandherd an Ideen.

Antragsteller/in Showcase Beat Le Mot

Veranstaltungstermin 17. bis 20. Dezember 2008

Veranstaltungsort HAU1

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen HAU Berlin

Internetseiten www.showcasebeatlemot.de

perfekt (gewesen)

Wie soll ich mir mein Inneres vorstellen? Als Videothek oder als ein altes überquellendes Gewürzregal? Oder eher als ein Revier, in dem verschiedene Tierarten zu unterschiedlichen Zeiten unterwegs sind? Mal sind mal die einen sichtbar, mal die anderen, aber eigentlich sind immer alle da. Als wer muss ich mich in mein Revier begeben?

Und wie soll ich mir das vorstellen, wenn sich zwei solche Reviere begegnen? Als zwei Hochhäuser, gefüllt mit Leuten, Zeug, Systemen und Vergangenheit, die sich treffen und erstmal Schwierigkeiten haben, zu erkennen, dass der andere auch ein Hochhaus ist?

Zum Begegnen bringe ich immer was mit, was von früher. Und wenn ich jemandem begegne, dann bin ich ab da auch in dem drin, wie das, was der mitgebracht hat von früher in mich rein kommt.

Und ich kann mich sogar mit dem unterhalten über etwas, das mal jemand anderes jemand anderem mitgebracht hat und das auf diesem Weg in den hinein geraten ist. Oder in mich und wir können das vergleichen und uns dran freuen oder in Streit darüber geraten, wenn einer sagt: „Nee, so isses!“ oder „so war’s!“

Und ich kann so oft bei jemandem mit der Tür ins Haus fallen, dass die Leute, die hinter der Tür leben irgendwann sagen: „Ja, das ist bei uns so, die Tür, wissen wir auch nicht, warum’s das immer macht.“

 

Von und mit:

Martin Clausen, Angela Schubot, Lajos Talamonti, Peter Trabner, Jörg Witte,

Kostüme:

Lena Krapiwnikow

Licht:

Benjamin Schälike

Mitarbeit:

Thomas Schütt

Produktion:

Björn Pätz

Produktionsassistenz:

Franziska Köhler

Antragsteller/in Martin Clausen

Veranstaltungstermin 12. bis 15. März 2009, 20 Uhr

Veranstaltungsort HAU 3, Tempelhofer Ufer 10, 10963 Berlin

Förderbetrag 25.000 €

Internetseiten www.twofish.infowww.hebbel-am-ufer.de

Foto: Florian Braun

Playground

Das von Alexandre Roccoli initiierte Projekt PLAYGROUND startet im März mit zwei unterschiedlichen Spielsituationen.

Die Abende sind als Werkstatt, Baustelle und Spiel konzipiert, in dem Künstler aus Tanz/Performance, Musik/DJ-ing und Modedesign auf der Grundlage einer Partitur aufeinander treffen und innerhalb eines Zeichensystems interagieren, das den jeweils spezifischen künstlerischen Einsatz ins Spiel bringt.

 

PLAYGROUND "SCORE 1" am 7. März 2008 - Minimal Art

Tänzer performen zu den Musik-Sets der französischen DJane Chloé und der Berliner Formation Club Redux.

 

Partitur: Christian Delécluse, Alexandre Roccoli, Anne Lucas, Musik: Chloé [kill the dj], Ari Benjamin Meyers & Musiker des Redux Orchestra, Tanz: Arantxa Martinez, Laurie Young, Fabrice Ramalingom & Michel Abdoul, Kostüme: Asha Mines

 

PLAYGROUND "SCORE 2" am 18. März 2008 -  Geschlechter-Dekonstruktion

Im Anschluss an die Performance der Partitur „Un après-midi“ spricht die französische Tanzwissenschaftlerin und Dramaturgin Anne Lucas in „The way we write, the way we move“ über Partituren und Score-Modelle in der Kunst gefolgt von einem Konzert der Performerin Planning to Rock.

 

Partitur: "Un après-midi" von Henry Wilt, Interpretation: Manolo Caracas, Lukas Minkus, Ramon Pozo & Jackson Slang, Vermittlung: Valérie Castan, Kostümberatung: Ida Nathan, Vortrag: Anne Lucas "The way we write, the way we move", Konzert: Planning to Rock

 

 

Antragsteller/in Alexandre Roccoli

Veranstaltungstermin 6. bis 7. Dezember 2008 7. März 2008 und 18. März 2008

Veranstaltungsort RADIALSYSTEM V

Förderbetrag 44.500 €

Kooperationen “Playground” ist eine Arbeit von Hors le Murs/Alexandre Roccoli. Koproduziert vom RADIALSYSTEM V. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung durch das Bureau du Théâtre et de la Danse, Bureau des Arts Plastiques, Bureau Export de la Musique Francaise / CULTURESFRANCE – Französische Botschaft und Sasha Waltz & Guests.

Pressestimmen

re.act.feminism – performancekunst der 1960er und 70er jahre heute

Die sich in den 1960/70er Jahren entwickelnde Performancekunst wurde wesentlich durch Künstlerinnen geprägt. Performance erwies sich als ein ideales Medium, sowohl für die Erforschung des weiblichen Körpers jenseits von Objektivierung und Deformation als auch für den Versuch, Identitäten spielerisch oder gewaltvoll neu zu erfinden.

 

Die Ausstellung „re.act.feminism“ dokumentiert in Filmen, Fotos, Objekten und Installationen wegweisende Performances von über 20 Künstlerinnen, die im gesellschaftlichen Aufbruch der 1960er und 70er Jahre sowohl im Westen wie auch in Ost- und Südosteuropa zu exponierten künstlerischen Positionen gefunden haben. Gleichzeitig fragt sie nach dem Widerhall in der zeitgenössischen Performanceszene und stellt aktuelle Strategien der Wiederaneignung, der Dokumentation und der Umformulierung vor. Ein Videoarchiv ermöglicht selbständige Einblicke in mehr als 60 Videoperformances und Performance-Dokumentationen. Ein Programm mit Live-Performances und eine Tagung im Januar 2009 runden das Programm ab.

 

Ein Projekt von cross links e.V., kuratiert von Bettina Knaup und Beatrice E. Stammer, realisiert in Partnerschaft mit der Akademie der Künste, Berlin, gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, der Bundeszentrale für politische Bildung und der Schering Stiftung.

 

Antragsteller/in cross links e.V. - Bettina Knaup, Beatrice E. Stammer

Veranstaltungstermin Ausstellung: 13. Dezember 2008 – 08. Februar 2009 Eröffnung mit Live-Performances: 12. Dezember 2008, 19 Uhr, Live-Performances und Tagung: 22. – 25. Januar 2009

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Berlin

Förderbetrag 150.000 €

Kooperationen International Festival of Contemporary Arts, City of Women/Ljubljana, Fundació Antoni Tàpies/Barcelona

Internetseiten www.adk.de

Kate Gilmore: Star Bright, Star Might, 2007, Video Still, Courtesy of the Artist and Smith-Stewart Gallery

Throwing Rainbows Up

Throwing Rainbows Up

 

Das neue Stück von Jeremy Wade, ein Trio für zwei Tänzer und einen Musiker, ist der Versuch einer Verausgabung. Wade arbeitet hier mit scores radikaler Andersheit. Er erstellt zerkratzte Studien von Verhaltensweisen und emotionalem Ausdruck, dessen Vorbilder er vornehmlich am Rande der sozialen Normalität findet: im Schwach- und Irrsinnigen, Behinderten, sexuell Devianten, religiös Fanatischem, Idiotischen und Naiv-Kindlichen. In Wades greller Choreographie vermischen sich kitschige, ekelhafte, schmerzhafte und lächerliche Darstellungsweisen zu einer ekstatischen Show, in der Momente größter Schönheit, radikaler Abstraktion und mystischer Verzückung aufflammen. (Eike Wittrock)

 

Credits:

Choreographie: Jeremy Wade

mit: Brendan Dougherty, Anja Sielaff, Jeremy Wade

Sounddesign: Brendan Dougherty

Lichtdesign: Andreas Harder

Dramaturgie: Eike Wittrock

Produktion/ Organisation: Barbara Greiner

 

Koproduktion: Les Subsistances, Lyon (Residenz) und Hebbel am Ufer, Berlin

 

 

 

Veranstaltungsorte: 3. – 6. April 2008, Les Subsistances, Lyon (Frankreich), 14. – 18. Mai, Hebbel am Ufer, HAU3, Berlin, 5. – 9. November 2008, CPR New York

 

Antragsteller/in Jeremy Wade , Barbara Greiner

Veranstaltungstermin 14. bis 18. Mai 2008

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, HAU 3

Förderbetrag 25.000 €