Berlin Bambilon Teil 1: Rainald Goetz’ Jeff Koons

Berlin Bambilon Teil 1: Rainald Goetz’ Jeff Koons

Ein Theaterprojekt in der Regie von Angela Richter

 

„Ziel wäre oder ist die Absicht/Perfektion und Fertigkeit/wie immer schon gewesen/das Tun des Machens wegpoliert/die Spur des Werdens dabei lassen // die Meisterschaft des Handwerks/zu dem Endpunkt bringen/sagt der Handwerker in blauer Schürze/zu seinem bei ihm angestellten Praktikant/wo nichts mehr davon übrig ist.“

(Rainald Goetz: Jeff Koons)

 

"Jeff Koons" , das bisher letzte Theaterstück von Rainald Goetz, wurde 1999 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg in der Regie von Stefan Bachmann uraufgeführt und war ein sensationeller Erfolg, der im nächsten Jahr zum Theatertreffen in Berlin eingeladen wurde. Gut zehn Jahre nach Entstehen des Stücks ist es an der Zeit, einen Rückblick auf die radikale Bejahung des Textes zu werfen und zu untersuchen, in welcher Weise der Weltentwurf des Stücks jenseits von Pop noch existiert.

 

Das Stück behandelt die großen Themen der späten 90er Jahre, das Ausgehen, die Kunst, die Verbindung von Schrott und Kitsch und zum ersten Mal bei Goetz auch die Liebe. Der Text, zu gleichen Teilen eruptiv innerlich-aggressiver Monolog, lakonische Dokumentation von Sprachfetzen und Aneinanderreihung von rhythmisch - poetischen Banalitäten bekommt den Sinn in der Montage. Angela Richter und ihr Team suchen in ihrer Bearbeitung des Stücks nach der Leichtigkeit, die sich vor den melancholischen Stillstand des Rückblicks schiebt.

 

Kunstmetropole Berlin - Koonsmetropole New York - dieser Traum, die Verzahnung von Geldgier und Glamourgier, wird geträumt von allen Beteiligten des Kunstbetriebs. Er lautet: die Arbeitsbedingungen eines prekären Berlin (billig) mit den Gewinnspannen des notorischen New York (teuer).

 

Und auch: Es ist soviel Geld da, dass alles, ja einfach alles, sich verkaufen lässt. Wer also ist der King (Meese)?

 

Wo alles geht, bedeutet alles nichts. Der Berliner, so wie alle Menschen, sehnt sich nach Orientierung, es muss mehr geben als nur Verkaufserfolge und die immergleiche, öde Geschichte, die deutsche Variante des Tellerwäschermärchens: vom trotteligen Kunststudenten zum Malermillionär. Das kann man wahrlich kein Glücks-Glamour und Transzendenzversprechen nennen. Da kommt kein Sinn rein und auch keine Übertreibung - also kein Jeff Koons, jener Grossmeister der Grosszügigkeit und Prinz der sexuellen Ausschweifungen - sondern nur Betriebsabrieb: eine Stadt im Bann von Söhnen aus gutem Hause, die koksend im Klo Bedeutung herbeihalluzinieren, die auf der Kenntnis bedeutender Herrenschneider und Galeristen beruht. Ist das noch Pop? Oder Kunst? Oder nur die gute alte Dekadenz?

 

Goetz´ Stück plaziert das richtige Ja, ein Bekenntnis zu eben Kunst + Pop (Koons). Das Projekt kontrastiert die rastlose Innerlichkeit der Suchbewegung mit den Insignien des Erfolgs und plaziert so das richtige Nein zum falschen Betrieb, in dem der Goetz’sche Koons in Beliebigkeit und Wahn zu triumphieren droht.

 

Regie: Angela Richter

Künstlerische Mitarbeit: Jonathan Meese

Bühne / Kostüme: Steffi Bruhn

Musik: Dirk von Lowtzow

Dramaturgie: Jens Dietrich

Produktionsleitung: Andrea Tietz / att

Strickkostüm/Strickobjekte: Brigitta Pöcksteiner

Regieassistenz: Wibke Niedersen

Ausstattungsassistenz: Andrea Polewka

Regiehospitanz: Eva Geißler

Austattungshospitanz: Beatrice Ganzert

 

Darsteller: Yuri Englert, Melanie Kretschmann, Eva Löbau, Alexander Schröder, Christoph Theußl

 

 

 

Antragsteller/in Yuri Englert

Veranstaltungstermin 22. bis 25. Oktober 2008 Premiere: Fr. 9. Mai, Weitere Aufführungen: Sa. 10., So. 11., Mo. 12. Mai 2008

Veranstaltungsort HAUEINS, Stresemannstr. 29, Berlin / www.hebbel-am-ufer.de

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen In Kooperation mit dem Hebbel Theater Berlin und der Fleetstreet Hamburg in Zusammenarbeit mit att. Realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer...ww.att-hh.de

Pressestimmen

Foto: Milen Till

Brasil em Cena II

BRASIL EM CENA II – Theater und Performance aus Brasilien 22. bis 31. Mai

H3 (Ó u fré do São Raund)

Choreografie: Bruno Beltrão/Grupo de Rua de Niterói

22. bis 24. Mai 2008

Als der junge Choreograf und angehende Philosophie-Student Bruno Beltrão aus Rios Nachbarstadt Niterói vor einigen Jahren seine Hip-Hop-„Grupo de Rua“ vorstellte, staunte die internationale Tanzszene nicht schlecht: nachdem sie zuvor allerlei Preise auf Streetdance- und TV-Wettbewerben abgeräumt hatte, tanzte diese „Straßengruppe“ jetzt irgendwie gar nicht mehr hip hop. Zumindest nicht, während Hip-Hop-Musik lief. Höchstens mal in der Stille gerieten sie in Bewegung, popping und locking zwar nicht als Nodance-Vorläufer, aber zumindest doch „very sophisticated“. Die ersten Stücke Beltrãos entstanden in kleineren Formationen: „Too Legit to Quit/From Popping to Pop or vice versa“, das außergewöhnliche Kopfhörer-Solo „Me and My Choreographer“ und „Telesquat“ waren Werke, mit denen die Gruppe auf Welttournee ging, bevor sie in Brasilien selbst erst richtig bekannt wurde. Die Arbeiten zeigten, dass Bruno Beltrão mehr wollte als den Hip Hop von der Straße auf die Bühne zu bringen: Und er schaffte es bravourös, „seinen“ Tanz von der Last reiner Virtuosität und den Stereotypen etablierter Bewegungsmuster zu befreien. 2005 kam das erste Stück der Grupo de Rua in großer Besetzung heraus, „H²“, eine Koproduktion mit dem HAU. Das neue Stück Beltrãos wird nun erstmals offen als Fortsetzung angekündigt: „H³ (Ó u fré do São Raund)“.

„Ging es zunächst darum, die gleichmäßigen Bewegungsabläufe des Top Rock mit Brüchen zu versehen, konzentrierte sich das Ensemble schließlich auf Beinarbeit und Bodentechniken des Streetdance (power moves und footworks). In der vorliegenden Arbeit orientiert sich die Bewegung im Raum nicht mehr, wie zuvor in H², nur am Boden, sondern erschließt auch die Vertikale.“ (Bruno Beltrao)

 

A FALTA QUE NOS MOVE OU TODAS AS HISTÓRIAS SÃO FICÇÃO

Die Lücke die uns bewegt oder alle Geschichten sind Fiktion

Regie: Christiane Jatahy/Cia. Vértice de Teatro, Rio de Janeiro

23. bis 25. Mai 2008

Fünf Freunde treffen sich zum Abendessen, und auch wenn sie mit ihren Ende Dreißig dem Abenteureralter schon länger entwachsen sind, würden sie gerne gemeinsam an Kindheit und Jugend zurückdenken. Wenn es da nur genug zurückzudenken gäbe. Fast scheint sie ihnen peinlich zu sein, die eigene allzu private Biografie, so völlig ohne Aufstände und Revolten, gesellschaftliche Relevanz und soziales Engagement. Als eine „bleierne Zeit“ gelten in Brasilien die späten 70er und frühen 80er Jahre, als die Militärdiktatur ihre letzten Gegner vertrieben oder mundtot gemacht hatte und selbst langsam auszubluten begann, aber das öffentliche Leben noch fest im Griff hielt. Die Lücke, die solche Verhältnisse in Erinnerung und Identität hinterlassen hat, spornt den Freundeskreis zu sublimen Spielen und Geschichten an, die die Gruppe aus der oberflächlichen Intimität in immer tiefere Konflikte zu stürzen drohen. Im Ofen schmort derweil der finale Versöhnungsbraten. Die junge brasilianische Mittelklasse mutet dabei gar nicht soviel anders an als die deutsche „Generation Golf“ aus den 80ern, die ja auch ganz ohne Militärdiktatur und Elendsviertel einen stattlichen Überhang an Privatleben produziert hat und das Gefühl gut kennt, in der eigenen Biografie um etwas Entscheidendes – Erfahrungen von Solidarität und Engagement – gebracht worden zu sein. Christiane Jatahy, die Autorin und Regisseurin der Cia. Vértice de Teatro aus Rio de Janeiro, hat es gemeinsam mit ihrem Ensemble in einem mehrjährigen Proben- und Aufführungsprozess geschafft, das Spiel zwischen erlebter und behaupteter Biografie ästhetisch in ein Spannungsfeld zu setzen, das mit großer Virtuosität und Glaubwürdigkeit zwischen Theater-Realität und Lebens-Fiktion die Funken überspringen lässt.

 

2 Stummfilme mit live Musik

AITARÉ DA PRAIA/Aitaré vom Strand

NO PAÍZ DAS AMAZONAS/Im Land der Amazonen

Konzeption: Lívio Tragtenberg

23. und 24. Mai 2008

Seit einigen Jahren arbeitet der brasilianische Komponist Lívio Tragtenberg mit Straßenmusikern in São Paulo, hat mit „Neuropolis“ sogar ein ganzes „Orquestra dos Músicos das Ruas“ zusammengestellt – doch sein Projekt ist weniger sozialarbeiterisch motiviert als vielmehr eine große Klangrecherche im Abseitigen. Eine große Resonanz hat ihm die musikalische Arbeit mit dem Sound der Straße eingebracht, sein ungewöhnliches Orchester gastiert mittlerweile regelmäßig in Miami sowie an zahllosen Orten Brasiliens, und als ‚Nebenprodukt’ ist eine Formation aus drei blinden Akkordeonspielern entstanden, das „Blind Sound Orchestra“. Dieses begleitet den brasilianischen Stummfilmklassiker „Aitaré da Praia“ von Gentil Roiz, ein 1925 an den Stränden des Nordostens gedrehter Schmachtfetzen im Romeo-und-Julia-Stil, zwei Nicht-gerade-Königskinder aus verfeindeten Familien können zueinander nicht kommen. Die drei Blinden aus der paulistanischen Provinz begleiten mit verblüffenden Genauigkeit und großem Einfühlungsvermögen den Liebesfilm an Strand und Meer.

„Im Land der Amazonen“ ist der erste – und gleich atemberaubende – Dokumentarfilm aus dem Amazonas-Becken, 1922 von Silvino Santos gedreht. Lívio Tragtenberg erarbeitet ab 14. Mai im Rahmen eines Workshops im HAU mit Berliner Straßenmusikern eine zeitgenössischen Live-Begleitung für diesen Film. Das neue Berliner Straßenmusikerorchester präsentiert sich außerdem zur Eröffnung von Brasil em Cena am 22.5. im WAU.

 

HAU BEATS MIT DJ MARIE L.

SPECIAL GUEST TETINE, Sao Paulo/London

23. Mai 2008

Das brasilianische Electro Punk Duo TETINE, bestehend aus den in London lebenden Brasilianern Eliete Mejorado und Bruno Verner, bringt Baile Funk, Punky Noise und Performance Kunst zusammen. Tetine hat eine Vielfalt an Performances entwickelt - von Spoken Word zu Elektronika, einschließlich ritualistischen Performances, Video-Installationen bis hin zu Filmen. Musikalisch treiben sie den hitzigen Rhythmus des Baile Funk in ihrem Dub „Punk Carioca“ weiter. Gastgeberin bei den zum 3. Mal stattfindenden HAU BEATS ist die Brasilianerin DJ Marie L., die mit einem Crossover von elektronischem Pop made in Brasil und Ethno-Musik gemeinsam mit Tetine den Abend rocken wird.

TV MORRINHO LIVE

Projeto Morrinho, Rio de Janeiro

Künstlerische Leitung: Fabio Gavião

25. bis 27. Mai 2008

Wenn man Ziegel hat und kein Haus, um darin zu wohnen, ist das Gebot der Stunde eigentlich nahe liegend: Nelcirlan aber hat sich anstelle eines stabilen Hauses aus Stein nur eine schiefe Holzhütte gebaut und im Hof vor der Hütte mit den Ziegeln zu spielen begonnen. Damals war er 14 und gerade angekommen aus dem fluminensischen Hinterland in jener Großstadt, die alle Welt nur die Wunderbare nennt, „A Maravilhosa“. Doch Nelcirlans neues Leben in Rio de Janeiro beschränkte sich zunächst auf die kleine Favela Perreirão im Stadtteil Laranjeiras. Das war seine Welt. Je mehr aber sein Ziegelstein-Spielplatz wuchs und je mehr Nachbarskinder mitbauten und -pinselten an den kleinen Häuschen aus je einem zurecht geklopften Hohlziegel, die sie mit noch kleineren Figuren aus Legosteinen bevölkerten, desto größer wurde auch Nelcirlans Rio: Rocinha kam hinzu, Vidigal und Maré, der Morro do Alemão und die Cidade de Deus. Spielzeugautos und Motorräder kurvten um die Ecken, Polizeikommandos und Dealerringe kämpften mit Plastikwaffen im Miniaturformat verbissen um jeden Zentimeter Vorherrschaft. Ab und an riss der Regen einige Häuser und ihre Bewohner mit sich in die Tiefe. Bis schließlich, knapp 10 Jahre später, eine über 300m2 große Modellbaustadtlandschaft mit den Favelas von Rio entstanden war, in der mitunter tage- und nächtelang nach strengen Regeln ernste Echtzeitspiele stattfanden. Das Selfmade-Projekt heißt „Morrinho“, kleiner Berg – denn in Rio wird unterschieden zwischen den „Morros“ (den Hügeln, die von Favelas besetzt und illegal bebaut wurden) und dem „Asfalto“ (unten, wo regulär gewohnt wird von denen, die sich das leisten können). Wie aus Kindern Leute werden, so wurde auch der Spielplatz zum Kunstobjekt, den Nelcirlan und seine Freunde schon mitten in Paris, im Münchner Haus der Kunst und auf der Biennale von Venedig nachgebaut haben. Vor einigen Jahren begannen die „Morrinho“-Jungs Videos zu drehen, gemeinsam mit jungen Dokumentarfilmern wurde „TV Morrinho“ aus der Taufe gehoben, das diverse Anbieter von Nickelodeon bis Youtube mit originellen Clips und sogar Big-Brother-Episoden aus der Favela bestückt. Nach Berlin kommt TV Morrinho nun mit einer live gespielten und gefilmten Performance von einem fast verhinderten Bailé Funk im nachgebauten Mini-Morrinho vor dem HAU 2.

 

O HOMÉM PROVISÓRIO/Der provisorische Mensch

Frei nach dem Roman „Grande Sertão: Veredas” von João Guimarães Rosa

Regie: Cacá Carvalho/Casa Laboratório, São Paulo

28. und 29. Mai 2008

Der Sertão ist neben dem Amazonasbecken die andere große mythische Landschaft Brasiliens, und in seiner Bedeutung für brasilianische Geschichte(n) und kulturelle Identität ist dieses trockene, versteppte Hinterland im Nordosten mitsamt seinen Bewohner vermutlich die viel wichtigere, Impuls gebende Gegend. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin – bei solchen Grundsatzfragen des Lebens denken Brasilianer, egal ob ihr Blick aus dem Fenster nun gerade auf die nächste Hochhauswand, eine ungefilterte Abwasserkloake oder einen Hochspannungs-Elektrozaun fällt, unweigerlich auch an den Sertão. Der Sertão ist so eigentümlich, dass es für ihn nicht mal eine Übersetzung in andere Sprachen gibt. Und als João Guimarães Rosa sich Mitte des vergangenen Jahrhunderts daran machte, vom Sertão und seinen Bewohnern zu erzählen, musste er dafür das brasilianische Portugiesisch erst neu erfinden, „um Tier und Pflanze, die Welt des Sertão, die Seele des Menschen genauer zu erkennen, zu treffen“. Sein Hauptwerk „Grande Sertão: Pfade“ ist ein Nationalepos, in dem ein ehrbarer Großgrundbesitzer eine Lebensbeichte ablegt über sein wildes Vorleben als räuberischer Jagunço und schließlich geheilt wird von der Befürchtung, er habe sich dereinst unwiderruflich dem Bösen verschrieben: „Doch es gibt den Teufel nicht, es gibt nur den Menschen. Die Überfahrt.“ Der Schauspieler und Regisseur Cacá Carvalho hat sich gemeinsam mit den Spielern des „Casa Laboratório“ eingeschifft und in intensiven Recherchen und Begegnungen auf die Suche gemacht nach neuen Pfaden durch den Sertão und die brasilianische Kultur. Ein letzter Jagunço ist auf der Bühne übrig geblieben und mit ihm seine Erinnerungen, seine einstigen Gefährten, Freunde und Feinde. Flüchtige Bilder und Lichter, fremde Töne und intime Verse verweben sich zu einem Netz aus Assoziationen und Bezüglichkeiten, die die Welt des Sertão als universale Innenwelt des Menschen, als Sehnsuchtsort weltweiter Entwurzelung aufscheinen lässt.

Koproduktion mit der Fondazione Pontedera Teatro/Regione Toscana

 

CHÁCARA PARAÍSO – MOSTRA DE ARTE POLICIA

Landsitz Paradies – Eine Polizeikunstschau

Regie: Stefan Kaegi und Lola Arias, São Paulo

29. bis 31. Mai 2008

Der brasilianische Musiker Chico Buarque hat mal einen Song geschrieben, dessen Refrain bis heute manchem Mittelklasse-Brasilianer bei passender Gelegenheit über die Lippen kommt: „Chama o Ladrão“, „Ruf den Räuber“. Das sei im Falle der Notwendigkeit von Schutz und Sicherheit des Staatsbürgers zumindest ungefährlicher als die Polizei zu rufen. Die Polizei: das sind die Verbrecher, die Korrupten und sogar Mörder; so sehen es viele, ob reich oder arm, ob angewiesen auf Polizeischutz oder sein potentielles Opfer. Die Polizei: das ist vor allem die Militärpolizei, ein politisch nicht oder nur unzureichend kontrollierter Teil der Armee, die noch immer eine Art unantastbarer Parallelwelt darstellt. Und die Polizei: das ist vor allem eine mies bezahlte Truppe aus Unterschichtlern, die oft selber in Favelas wohnen und erst in den Vorortzugtoiletten die Dienstuniform anlegen, ohne Nebeneinkünfte von den mageren Gehältern kaum ihre Familien ernähren könnten. Brasilien und seine Polizei: das ist also ein verfahrenes, überaus heikles Verhältnis.

Einigermaßen unbeirrbar machten sich der Schweizer Rimini Protokoll-Regisseur Stefan Kaegi und die argentinische Autorin und Regisseurin Lola Arias Anfang 2007 an die Recherche, trafen Zivil- und Militär-Polizisten aller Ränge und Dienstgrade, besuchten Ausbildungslager und Polizeischulen, das Polizeiorchester und das Hundetraining. Heraus kam eine „Polizei-Kunst-Schau“, ein Parcours durch eine Art belebtes Polizisten-Museum, der die Zuschauer kleingrüppchenweise durch eine leer geräumte Chefetage hoch über der Banken- und Geschäftsmeile Avenida Paulista führte. In jedem Raum steht die Begegnung mit einem anderen Staatsdiener an, und aus den vielen privaten und dienstlichen Kurzgeschichten kristallisiert sich ein ganz anderes Polizisten-Bild heraus, das Freund- und Feindbilder durcheinander wirbelt. „Chácara Paraíso“ (Landsitz Paradies) heißt das Projekt nach dem Ausbildungslager der Militärpolizei in São Paulo, dem größten seiner Art in ganz Südamerika. Chama o Ladrão? Polizisten sind auch nur Menschen? In Berlin führt der Parcours durch eine Etage in historischer Bausubstanz, das ehemalige Arbeitsamt am Mehringdamm 34.

 

NEUES AUS DER PERIPHERIE - ZWEI DEBATTEN

Gefahr und Gewalt sind harte Realität für die FavelabewohnerInnen. Doch die Favela ist mehr. Sie ist Lebensraum für mehr als 1,5 Millionen Menschen in Rio, Ort intensiver sozialer und kultureller Begegnungen, Alltag, der für die meisten mit der Herausforderung verbunden ist, am staatsbürgerlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben überhaupt teilnehmen zu können.

Die Heinrich Böll Stiftung unterhält seit 2000 ein Büro in Rio de Janeiro – die Themen „Menschenrechte“ und „Soziale Inklusion (Einbeziehung)“ sind Teil des Programms. Im Rahmen von „Brasil em Cena 2008“ bietet sie zwei Veranstaltungen an:

 

Wenn die Favela für sich selbst spricht – Stimmen der Peripherie

26. Mai 2008

Luciana Bezerra ist Filmemacherin, Regisseurin und Schauspielerin aus der Gruppe „Wir vom Kino”, einer Teilorganisation von „Wir vom Morro/Hügel” der Favela Vidigal in Rio. Die brasilianische Journalistin Cristiane Ramalho hat im Rahmen des Projekts „Viva Favela“ mit einer Gruppe von ReporterInnen und FotografInnen aus den Favelas versucht, deren Blick und Stimme stärker in die etablierten Medien einzubringen. Beide berichten von ihren Initiativen, die menschliche und auf gewisse Weise reiche Seite der Favelas zu zeigen sowie das Beziehungs- und Abhängigkeitsgeflecht zwischen den Favelas und dem Rest der Stadt.

 

Milizen in Rio de Janeiro – eine neue Bedrohung für die Favelas

29. Mai 2008

Dramatisch hohe Mord- und Gewaltkriminalitätsraten gehören ebenso zum ‚Alltag’ in Rio de Janeiro wie regelmäßige Feuergefechte zwischen Drogengangs oder die Meldungen über Menschenrechtsverletzungen bei Polizeieinsätzen in Favelas. In diesem Gewaltgeflecht machen seit mehr als zwei Jahren „neue“ Akteure von sich reden: Paramilitärische Gruppen, sogenannte „Milizen“, die sich vor allem aus ehemaligen oder aktiven Polizisten, Feuerwehrleuten und Militärs rekrutieren sollen und sich über Schutzgelder und Kontrolle des lokalen Handels finanzieren. Wurde in der brasilianischen Presse zunächst betont, dass es den Milizen gelungen sei, die Drogengangs zu vertreiben, wird jüngst eher über deren Verstrickung mit dem „organisierten Verbrechen“ berichtet.

Die Heinrich Böll Stiftung hat beim „Laboratório de Análise da Violência" der staatlichen Universität Rio de Janeiro (UERJ) in Zusammenarbeit mit der Menschenrechtsorganisation „Justiça Global“ eine Studie zu den „Milizen in Rio de Janeiro“ in Auftrag gegeben. Für diese Studie werden u.a. Interviews mit BewohnerInnen durchgeführt – ein hochsensibles Vorhaben.

Carolina Iootty Dias ist Mitautorin der Studie und berichtet sowohl über die Milizen als auch über den Entstehungsprozess der Studie.

 

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 22. bis 31. Mai 2008

Veranstaltungsort HAU1, 2, 3

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Goethe Institut München, Brasilianisches Kulturministerium Medienpartner: Zitty, Radio 1, TAZ

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Bruno Beltrao, Copyright SCUMECK

Christiane Jatahy, Copyright Guger Melgar

Change - Eine Uraufführung nach dem Roman "Being there" von Jerzy Kosinsky

Es ist eine Geschichte über verdrängte Wünsche und Sehnsüchte und eine tiefgreifende Sinnleere in einer hochkomplexen, aber an einen Endpunkt gelangten Mediengesellschaft. Ein Punkt, an dem das Bedürfnis nach einer messianischen Führerfigur entsteht.

 

 

„Being there“ ist die Geschichte eines Mannes, der sein Leben völlig abgeschirmt im Haus eines einflussreichen Industriellen verbracht hat. Außer dem Garten, den er immer sorgfältig gepflegt hat, kennt er nichts. Kaum je wurde mit ihm gesprochen. Alles, was er über die Welt „draußen“ weiß, weiß er aus dem Fernsehen. Als der Hausherr stirbt, muss Mr.Chance, wie er erst später genannt wird, zum ersten Mal hinaus in die Welt und gerät durch einen Autounfall in gehobene gesellschaftliche Kreise, wo er innerhalb kürzester Zeit eine erstaunliche Karriere macht. Ruhe, Ehrlichkeit, eine Gartenrhetorik, hinter der irrtümlicherweise eine große wirtschaftliche Kompetenz und Menschenkenntnis vermutet wird, machen den ahnungslosen Gärtner und TV-Konsumenten, der sein Arsenal an Wertvorstellungen und Verhaltensweisen einzig aus dem Fernsehen gelernt hat, über Nacht zum Medienstar und Präsidentschaftskandidaten.

 

 

Antragsteller/in Andrea Tietz - att Theaterproduktionen - Marta Gil Polo

Veranstaltungstermin 23. September 2008, 25. bis 27. September 2008 Vorstellungen Ballhaus Ost: Vorstellungen Hamburger Sprechwerk:: Hamburger Premiere: Mi. 10.09.2008 Weitere Vorstellungen: Do 11.09.2008, Fr. 12.09., Sa. 13.09., Mi. 17. bis Sa. 20.09.

Veranstaltungsort Ballhaus Ost und Hamburger Sprechwerk

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Marta Gil Polo in Kooperation mit dem Hamburger Sprechwerk, dem Ballhaus Ost Berlin und att Theaterproduktionen. Realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit freundlicher Unterstützung von Fleetstreet e.V. und der Theaterakademie Hamburg an der Hochschule für Musik und Theater

Mr. Chance

Das blaue Meer

Wir befinden uns im jahr 22976. Um zu überleben, muss man in seiner zone bleiben und regelmässig gehirnreinigungsmittel nehmen.

Es ist absolut verboten seine zone zu verlassen. Es sei denn man einen urlaubsberechtigungsschein für spezielle urlaubszonen. Verlässt man unerlaubt seine zone, ist die allgemeine ordnung gefährdet. In seiner zone lebt man alleine.

Das imperium hat die zonen vor einigen jahren eingerichtet, damit endlich freier friede herrscht. Konflikte entstehen immer dann, wenn der eine will, was der andere hat. Die gehirne aller menschen sind also an computer angeschlossen, durch ein blaulichtsystem. Wünsche werden gelesen und wenn möglich sofort erfüllt oder einfach ausradiert aus dem gehirn. Im mandelkern wird die angst weggenommen.

Das imperium hat gemerkt, dass es die gehirne komplett lesen kann und hat schliesslich für sich alle tollen wünsche freigehalten und den restmenschen nur die langweiligen übriggelassen.

Die partisanen, die noch nie zum imperium gehören wollten, haben sich vorgenommen dagegen zu kämpfen. Sie wollen eigene wünsche haben, selbst wenn diese sich manchmal gar nicht erfüllen. sie wollen vor allem sich verlieben.

Die programme geraten durcheinander. Die weltordnung zerfällt. Es ist ganz einfach das ende der zeiten.

 

Ein versuch über besuche aus fremden welten, aus anderen zeitzonen. die frage, warum man immer so schnell so müde ist.

Um glücklich zu sein, muss man jemanden umbringen.

Ein mensch verliert seine biografie und unterwegs muss er sich eine neue suchen. Überall liegen die larven herum und sind noch nicht geschlüpft. Ein mensch ist böse vielleicht und ein anderer mensch ist ein held, wie ein cowboy. Und ein kleines mädchen kann die welt retten, hat aber keine lust mehr. die mutter macht ihr ding alleine. Und ein romantisches happy end.

 

Science Fiction CRISTIN KÖNIG Aktion und Objekte ANNE TISMER im Video ROBERT HUNGER-BUEHLER, ARND KLAWITTER und CRISTIN KÖNIG auf der Bühne HANNAH BEER Licht BURKART ELLINGHAUS Videos NIKLAS GOLDBACH Videofilmregie CRISTIN KÖNIG Mitarbeit Ausstattung ASSUNTA LEUTZENDORFF Kostüme LEA REUSSE Videotechnik KONSTANTIN HAPKE Technik VOLKER M. SCHMIDT

 

Antragsteller/in Cristin König

Veranstaltungstermin 25., 26., 27. Dezember 2008 Premiere: 4. September 2008, 5., 12., 13., September 2008 Voraufführungen 13./14./15.07.08

Veranstaltungsort Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin

Förderbetrag 45.000 €

anne tismer/cristin könig (c.könig)

Der Lohndrücker von Heiner Müller

„Die das Neue schaffen sind noch nicht neue Menschen. Erst das von ihnen Geschaffene formt sie selbst.“ H. Müller

Die Zeit: 1948. Der Ort: Das Ringofenwerk VEB Lichtenberg in Berlin. Handlung: Das Neue.Nach dem großen Krieg kommt der Aufbau. Drei Jahre nach dem totalen Zusammenbruch bauen acht Menschen an der Idee einer Gesellschaft, die einmal DDR heißen wird. Aber wie baut man das Neue? Mit den alten Menschen in der neuen Zeit, der alten Arbeit und den neuen Methoden. Der Ringofen ist kein Nazi-Tank, der Unternehmer ist weg und die Helden der Arbeit heißen Aktivisten und tragen Namen wie Garbe, Henneke oder Balke. Alles auf Anfang!

„Der Lohndrücker“, 1958, vor genau 50 Jahren, in Berlin und Leipzig uraufgeführt, ist ein Stück über den Neuanfang, über schwere Arbeit und politische Phantasie; eine Versuchsanordnung für eine andere Arbeitswelt. Lenhart und Böhler interessieren sich für diese Situation des Neuanfangs und für die Sehnsucht in uns allen, einmal Teil einer großen Sache zu sein, zum Subjekt der Geschichte zu werden. Die Inszenierung lässt sich auf den Modellcharakter des Textes ein. Leistungsprinzip oder Lebensqualität, Konkurrenz oder Solidarität, Improvisation oder Sicherheit – die Kategorien in denen wir über die neue Arbeitswelt diskutieren sind die gleichen wie in den Anfangsjahren der DDR. Es ist wieder so weit: „Ich will neu anfangen.“ sagt Kati Klee am Schluß des DEFA-Klassikers Spur der Steine.

 

Antragsteller/in Kerstin Lenhart und Michael Böhler

Veranstaltungstermin 5. und 6. und 9. bis 13. September 2008

Veranstaltungsort Berlin: Sophiensaele, Wien: brut

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Koproduktionshaus brut, Wien

Internetseiten www.sophiensaele.com

Ausschnitt: Foto: c: Chris Schnalzger

Die helle Nacht des Nichts der Angst

Ich weiß nichts von der Tragödie, weil die Jugend nichts weiß von der Tragödie, aber Françoise Sagan wusste darüber sehr viel, dabei war diese Frau bei ihrem ersten Roman erst 18. „Bonjour tristesse“ ist mein moderner Mythos. Seine Heldin Cécile pokert mit dem Schicksal, und diese Cécile bin nun mal ich. Sie interessiert sich für das Geheimnis des ersten Mals, nicht für den Verlust oder die drohende Ewigkeit. Genau wie ich!

 

Sommer in einem Chalet an der Côte d’Azur. Eine Familie, oder besser: ich und meine allein erziehende Mutter treffen vorübergehend auf zwei Männer. Dass ich mich in der temporären, nicht für die Ewigkeit gedachten Beziehung einrichte, vertreibt nicht die Angst vor dem Allein- und Verlassen-Sein. Ist die Angst ein terroristischer Anschlag auf das Leben oder ein Existenzial? Und warum reden alle Frauen wie Ingeborg Bachmann und alle Männer wie Martin Heidegger?

 

Und Mama: Wenn ich über meine Familie rede, die ich mir ja nicht ausgesucht habe, dann höre ich in dieser Abwesenheit einer Wahlmöglichkeit gerne das Versprechen von Sicherheit mit, weil das so träge und süßlich meine jugendliche Unentschiedenheit bezwitschert. Aber das hier kann zerbrechen, und du schützt mich nicht, oder diese Idee von einer Familie, nämlich wir zwei, schützt mich nicht. Unseren Abschied von der Familie nennen manche Patchwork. Das ist mein kreatives Werk mit den verbleibenden Fetzen deiner Fehler. Familie muss hier immer noch hergestellt werden, und darin bin ich besser als du. In unserem Umfeld, das ja ein avantgardistisches Umfeld ist, erfahren wir unseren gebrochenen Hintergrund als Vorteil. Das Hässliche, Zerrissene dieser Teilfamilie oder Zeitfamilie oder Restfamilie oder Konsensfamilie potenziert unsere Möglichkeiten. Lass mich nur machen.

 

Mit Okka Hungerbühler, Anne Tismer, Nico Ehl, Jeroen Mosselman

 

Regie Sebastian Mauksch, Text David Lindemann, Bühne und Kostüme Caroline Rössle-Harper, Licht Max Wikström, Dramaturgie Jutta Wangemann, Produktionsleitung Tina Pfurr, Regieassistenz Maritta Horwath, Assistenz Bühne und Kostüme Anne-Charlotte Viriot, Regiehospitanz Jonas Leifert

Antragsteller/in Sebastian Mauksch

Veranstaltungstermin 31. 10. 2008, 1., 2. 11. 2008, 2., 3., 4., 5., 6. und 15., 16., 17., 18., 19. 12. 2008 Öffentliche Generalprobe 30. Oktober;

Veranstaltungsort Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.ballhausost.de

Die Lears

Naturgemäß wird die Familie nicht nur von Liebe, sondern auch von Gewalt zusammengehalten, das erfahren bereits die Kinder der ersten Theatertragödie, Orest und Elektra, am eigenen Leib. Der Terror zwischen Eltern und Kindern kann nur durch den Terror nach der Familie überboten werden, dann wenn Geschwisterhorden an ihre Stelle treten und sich zerfleischen.

DIE LEARS nach Shakespeare zeigt einen heutigen Familienkrieg mit vier Personen, der während des Geburtstagsfestes des Vaters ausbricht. „Alle schlechten Eigenschaften entwickeln sich in der Familie. Das fängt mit Mord an und geht über Betrug und Trunksucht bis zum Rauchen“, so Alfred Hitchcock.

Die Kinder springen zwischen blutigen König-Lear-Szenarien und familientherapeutischen Maßnahmen hin und her und zitieren andere Großfamilien herbei. Selbstbestimmte aber vereinsamende Marktteilnehmer beharren auf einem nicht marktmäßig organisierten System menschlicher Bindungen und Verpflichtungen. Im Theater kann man nicht sterben, so wie man im Traum nicht sterben kann, aber auch im Theater wird um Macht und Gefühle gefeilscht, und das kann gefährlich werden.

Antragsteller/in Hebbel Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 4. bis 6. Dezember 2008

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer 2

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Wiener Festwochen; brut Wien; Weber & Co

Internetseiten www.hebbel-am-ufer...e/intro.html

Pressestimmen

FESTUNG

„wir sitzen nicht in einer echten Wannseevilla

nicht in der echten

Arbeitsgruppe Regierungskriminalität

nicht in der echten

Hanns Martin Schleyer Halle Stuttgart (...)

nicht im echten Literarischen Colloquium Berlin (...)

wir sitzen nicht an einem echten runden Tisch

und nicht einmal im echten Fernsehen

nicht in einem echten

neunten elften neunundachtzig

wir sitzen hier natürlich nur auf dieser Bühne

wir sitzen am abstrakten Ort der Rampe

wir sitzen im abstrakten Gas

das ist Deutschland

Asche (...)

wir sitzen nicht im Schweigen weil wir reden

weil wir die noch nicht Toten sind (...)

wir sind weil wir noch leben der Triumph

der Kommunikation über Vernichtung

wir sind die Fürchterlichen

wir sind Menschen

und die ganz normalen und das schönste was es gibt“

(Rainald Goetz: Festung, 1992)

 

 

Anlässlich des Mauerfalls 1989 beleuchtet und karikiert Rainald Goetz in seinem Theaterstück „Festung“ das wiedervereinigte nationale Selbst-Bewusstsein. Als Forschungsfeld dient ihm dabei in erster Linie das Sprechen der Medienöffentlichkeit, vor dem historischen Hintergrund der Beschlüsse der Wannseekonferenz. Das Ergebnis ist eine Bunker-Show der Superlative, in der sich eine illustre Schar berühmter und berüchtigter Zeitgenossen zum ultimativen Erinnerungshappening trifft.

 

Antragsteller/in Patrick Wengenroth

Veranstaltungstermin 18. bis 21. Dezember 2008, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, HAU 2

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Mit freundlicher Unterstützung der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Freischwimmer 2008

Freischwimmer.

Plattform für junges Theater

2008

 

RAUSCH – ein perfekt paradoxer Zustand. Wann immer Exzess, Orgie und Obsession zum Ziel verschwenderischer Verausgabung werden, drohen Trauma, Sucht und Kollaps. Während man hier die Lust an der Erlösung feiert, wächst dort die Furcht um Politisierung, Instrumentalisierung und Manipulation. Mit der ganzen Kraft der Selbstvergessenheit stemmt sich der RAUSCH gegen die aufgeklärte Gegenwart. Die wiederum fürchtet um ihre Effizienz und Logik und hofft, den RAUSCH unter Kontrolle zu halten.

 

Für Freischwimmer 2008 wird RAUSCH zur weit gefassten, thematischen Landmarke. Die sechs ausgewählten Produktionen der jungen Teams aus der Schweiz, aus Deutschland und Österreich betreiben im Selbstversuch aktuelle Grundlagenforschung. und suchen dabei in, zwischen und jenseits der reglementierten Zonen nach Praktiken mit bemerkenswerten Wechselwirkungen und Folgen.

 

Was alle sechs Produktionen eint: sie lassen auf bewusstseinserweiternde Wirkungen hoffen. Denn auch wenn der RAUSCH an der gesellschaftlichen Oberfläche fast ausschließlich geächtet wird, so steht er doch am Anfang dessen, was unsere Gesellschaft Kultur zu nennen gelernt hat. Das macht die vierte Ausgabe des Freischwimmer-Festivals zu einer Einladung, den lustvollen Erkundungen hinein in labile Welten zwischen Kult und Moral, Ordnung und Extase zu folgen.

 

 

„Freischwimmer. Plattform für junges Theater“ ist ein Gemeinschaftsprojekt von Sophiensaele Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, brut Wien und Theaterhaus Gessnerallee Zürich.

Mit Inszenierungen von Pfleiderer/Steinbuch/Becker, God’s Entertainment, White Horse, Fräulein Wunder AG, Goldproduktionen und de Haan/von Ernst feat. Klomfaß

 

 

 

Antragsteller/in Sophiensaele GmbH

Veranstaltungstermin 06. bis 15. März 2008 Sophiensaele Berlin 27.03.-05.04.08 Theaterhaus Gessnerallee Zürich 11.04.-19.04.08 brut Wien 06.05.-11.05.08 FFT Düsseldorf 17.05.-24.05.08 Kampnagel Hamburg

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin, Theaterhaus Gessnerallee Zürich, brut Wien, FFT Düsseldorf, Kampnagel Hamburg

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Sophiensaele Berlin, Kampnagel Hamburg, FFT Düsseldorf, brut Wien und Theaterhaus Gessnerallee Zürich

Internetseiten www.freischwimmer-festival.com

Genesis Nr. 2

„Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut, und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.“ (Genesis Nr. 1)

Millionen Jahre später sieht es nicht viel anders aus. Nur was über dem Wasser schwebt, ist strittig. Ist es wirklich Gottes Geist? Oder Nebel? Oder Feinstaub? Je größer die Verwüstung, desto nötiger scheint ein Gott zu sein. Und, je nach Standpunkt, desto unwahrscheinlicher.

„Genesis Nr. 2“ ist ein Stück über die Suche nach (einem) Gott, über den Zweifel an der Berechtigung seiner Existenz, und ein Balanceakt über dem nicht enden wollenden Abgrund zwischen Glaube und Vernunft.

Die Ausgangslage: Eine junge Frau, Patientin in einer psychiatrischen Klinik am Rande von Moskau, ist empört über die Schöpfungsgeschichte, wie die Bibel sie erzählt. Ihr Name ist Antonina Welikanowa. Sie schreibt dem Autor, Performer und Regisseur Iwan Wyrypajew und zwischen den beiden entsteht ein reger Briefwechsel. Aus Dialogen, Kommentaren, Textskizzen und Zitaten ihrer (fiktiven?) Korrespondenz entwickelt sich "Genesis Nr. 2“. In dieser eigenwilligen Version werden die ursprünglichen biblischen Rollen neu besetzt. Die namenlose Frau Lots heißt jetzt Antonina, und sie streitet mit Arkadij Iljitsch - ehemals Gott und jetzt Antoninas Arzt - über die Frage, ob es Gott überhaupt gibt.

 

Gott: Hast du einen Traum?

Lots Frau: Ja! Sex mit drei Männern zugleich, davon träume ich.

Gott: Und außer dem Sex mit drei Männern, träumst du noch von etwas anderem mehr?

Lots Frau: Ja. Ich träume von grenzenloser Güte und Gerechtigkeit.

Gott: Gut. Eine andere Frage.

 

Antragsteller/in Katarina Gaub

Veranstaltungstermin 22. Mai 2008, 23., 24., 25., 29., 30., 31. Mai und 01. Juni 2008 Beginn: 19.30h

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin (Festsaal)

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Genesis Nr. 2 ist eine Produktion von Ktarina Gaub und Sophiensaele, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.sophiensaele.com

Jenseits - Bist du schwul oder bist du Türke

 

 

„Ich bin Türke: Minus! Ich bin schwul: Minus! Ich bin ein schwuler Türke: ein halbes Plus. Wohl gemerkt, nicht ganz, aber immerhin... Doch die Frage ist: Was ist davon das kleinere Übel: Türke oder schwul? Und vor allem: Für wen?“

Antragsteller/in Nurkan Erpulat

Veranstaltungstermin Premiere: 3.Mai 2008, 4. bis 6. Mai 2008 jeweils 20:00 Uhr

Veranstaltungsort HAU 3, Tempelhofer Ufer 10, 10967 Berlin

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer, HAU

Rebellion und Melancholie

Im Gebäude des heutigen Maxim Gorki Theaters Berlin tagte am 22. Mai 1848 erstmals die Preußische Nationalversammlung. Dieses Datum markiert den Abschluss einer kurzen revolutionären Phase in Berlin, die ganz wesentlich ein Aufstand junger Menschen war. Die damalige Singakademie befand sich in jenen Tagen im Auge des Taifuns: Rund um das Haus tobten die entscheidenden Kämpfe. Hundertsechzig Jahre später begibt sich das Theater auf die Suche nach den revolutionären Energien der Gegenwart. Mit dabei sind u. a. drei junge Autoren, die im Auftrag des MGT Berlin in neuen Theaterstücken die Lebenswirklichkeit junger Menschen in Korrelation zu historischen Bildern von Jugendkultur und politischen Bewegungen stellen. Im Rahmen des Theaterspektakels "Jung: Rebellion und Melancholie" werden die Ergebnisse dieser Suche nun an einem Wochenende zusammengefasst.

Am Samstag, 21. Juni 2008, und Sonntag, 22. Juni 2008, im und um das MGT Berlin

 

REBEL ACADEMY - Weiterbildung für Revolutionäre

Du bist nicht "Große Koalition" – Du bist Rebell! Du willst mit dem Kopf durch Wände, aber holst dir nur Beulen. Revolutionär ist in Deutschland eine Berufung, aber kein Ausbildungsberuf. Rebellen sind Amateure. Noch! In der "Rebel Academy" lernst Du, was Du wissen musst, um die Welt vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Das Designkollektiv anschlaege.de hat einen vom Maxim Gorki Theater bis ins angrenzende Kastanienwäldchen führenden Trimm-Dich-Pfad für angehende Revolutionäre entwickelt, der Spektakelbesucher und Passanten während des gesamten Spektakels dazu einlädt ihr theoretisches Wissen um historische Revolutionen im Hier und Jetzt in Handlungen zu überführen.

Am 21. und 22. Juni 2008 ab 16:00 Uhr Eintritt frei

 

UNSERE KLEINE REBELLION - Ein Projekt des MGT-Jugendklubs auf der Hinterbühne

Zwanzig Jugendliche im Alter zwischen 17 und 24 Jahren haben sich eine Spielzeit lang mit der Frage beschäftigt, ob und falls ja wie und wo Rebellion heute für sie möglich ist.

Es spielt der MGT Jugendklub Leitung Ronny Jakubaschk, Bärbel Jogschies, Nina Rühmeier

Am 21. Juni 2008 um 17:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 19:00 Uhr.

 

Werkstattaufführung

Darja Stocker ZORNIG GEBOREN im Gorki Studio Berlin

Am Tag als die fast 80-jährige Pianistin hinfällt und sich ihre Handgelenke bricht, verschwindet nicht nur das Klavierspiel schlagartig aus ihrem Leben. Ihr Sohn bringt die Nachricht, ihre Enkeltocher sei bei einer Demonstration verhaftet worden. Lang verschüttete Erinnerungen tauchen in ihr auf.

Es spielen Anika Baumann, Ruth Reinecke, Miriam Wagner; Andreas Christ, Max Simonischek Regie Sascha Hargesheimer Bühne/Kostüme Julia Ries

Am 21. Juni 2008 um 17:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 20:30 Uhr*.

 

Werkstattaufführung

Tine Rahel Völcker AGNES BRAUN (AT) im Rangfoyer

Das Einzige, was sie nicht braucht, ist Geld. Und das Einzige, was sie hat: ist Geld. Agnes Braun startet einen Feldzug gegen das Privateigentum.

Es spielen Hanna Eichel, Julischka Eichel; Ulrich Anschütz, Michael Klammer, Horst Kotterba, Simon Zagermann Regie Nora Schlocker Bühne/Kostüme Peter Schickart

Am 21. Juni 2008 um 17:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 19:00 Uhr.

 

Uraufführung/Koproduktion mit dem Schauspiel Leipzig

Clemens Meyer ALS WIR TRÄUMTEN im Gorki Studio Berlin

Für die Bühne bearbeitet von Armin Petras und Carmen Wolfram, Mitarbeit: Clemens Meyer

Leipziger Osten, Anfang der 90er Jahre. Sie feiern, saufen, rauchen und berauschen sich an ihrer eigenen Kraft. Bis die Delikte immer schwerer werden und die Folgen immer ernster.

Es spielen Anika Baumann, Carolin Conrad, Maria Doubs, Marlène Dunker, Hanna Eichel, Anja Schneider; Berndt Stübner.

Regie Armin Petras Bühne und Kostüme Ulrike Bresan/Bernd Schneider

Am 21. Juni 2008 um 19:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 17:00 Uhr.

 

B-SIDE (AT) Recherche zum Jungsein in Berlin im Brinkmannzimmer

Berlin eine Stadt von Nichtentscheidern? Wo liegt der schmale Grad zwischen privatem Scheitern und Subversion? Ein Monolog in der Grauzone zwischen Rebellion und Depression.

Mit Jörg Kleemann Regie Frank Abt Bühne und Kostüme Julia Ries

Am 21. Juni 2008 um 19:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 20:30 Uhr.

 

Werkstattaufführung

Jörg Albrecht STELL DIR DEINEN KÖRPER VOR im Garderobenfoyer

Berlin: besetzte Stadt. Der öffentliche Raum in der Hand von Konzernen, die durch Werbung neue Identitäten in uns zu installieren versuchen. Darin: ein Quartett junger Menschen, auf der Suche nach der Erinnerung an 1848, eine Zeit, in der die Bewohner Berlins noch gegen eine Besetzung ihrer Stadt aufbegehrten.

Es spielen Anne Haug, Katja Sieder; Benjamin Bieber, Ulf Schmitt

Regie Ronny Jakubaschk Bühne und Kostüme Karoline Bierner

Am 21. Juni 2008 um 19:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 17:00 Uhr.

 

SOFTCHOR - Ein Projekt von Jacques Palminger und Carsten "Erobique" Meyer auf dem Parkplatz des MGT Berlin

Zwischen Rebellion und Melancholie passt immer noch eine Zigarette - zwischen Nichtraucherschutz und Rauchverbot passt immer noch ein Lied! Der Softchor widmet seine Raucheroper den letzten wahrhaften Rebellen unserer Zeit! In Songs voller Leidenschaft und Poesie beschwört der Softchor den Reiz von Nikotinpflastern und fordert mehr Respekt für rauchende Ärzte. Und wer weiß - vielleicht heiraten wir in einem Raucherzelt?

Am 21. Juni 2008 um 19:00 Uhr. Am 22. Juni 2008 um 20:30 Uhr. Eintritt frei

 

William Shakespeare HAMLET

Aus dem Englischen von Heiner Müller, Mitarbeit: Matthias Langhoff

In der Orientierungslosigkeit und Unsicherheit der Mittzwanziger Berlins liegt etwas von der gefühlten Ohnmacht des Hamlet. Tilmann Köhler inszeniert Shakespeares "Hamlet" zwischen Quarterlife-Crisis, dem Kapitulieren vor der Unüberschaubarkeit der gegenwärtigen Welt und der Angst vor der Verantwortung.

Es spielen Julischka Eichel, Antje Trautmann, Ursula Werner; Ulrich Anschütz, Franz Hartwig, André Kaczmarczyk, Michael Klammer, Matthias Reichwald, Max Simonischek, Tilman Strauß Regie Tilmann Köhler Bühne Karoly Risz Kostüme Susanne Uhl Musik Jörg-Martin Wagner

Am 21. Juni 2008 um 21:00 Uhr

Antragsteller/in Maxim Gorki Theater Berlin / Armin Petras

Veranstaltungstermin 21. und 22. Juni 2008

Veranstaltungsort im Maxim Gorki Theater (Bühne, Studio, Foyers) und vor dem Maxim Gorki Theater

Förderbetrag 90.000 €

Pressestimmen

Julischka Eichel und Max Simonischek in HAMLET; Foto: Thomas Aurin

TOXOPLASMA

Im Jahr 1994 bricht in der tschechischen Kleinstadt K. eine Toxoplasmose-Epidemie aus. Die körperlichen Symptome sind für gesunde Erwachsene relativ harmlos und ähneln einer leichten Grippe. Doch etwas anderes irritiert die Einwohner: Ihre infizierten Mitbewohner beginnen sich seltsam zu verhalten.

Schon vorher wußte man, daß der Parasit Toxoplasma das Gehirn von Ratten manipulieren kann, so daß diese ihre natürliche Angst vor Katzen verlieren. Die infizierte Ratte wirft sich einer Katze willig zum Fraß vor. Für den Erreger hat dies den Vorteil, daß er so in seinen Endwirt gelangt und sich dann in ihm vermehren kann. Ein raffinierter Trick.

Bei Untersuchungen machen Parasitologen der Karls-Universität Prag aber auch bei Menschen erstaunliche Beobachtungen: Der Parasit Toxoplasma verändert offenbar die Persönlichkeit der infizierten Personen. Eine Ansteckung führt zur Enthemmung und bewirkt den Verlust von Schamgefühl und moralischen Bedenken. Die betroffenen Personen zeigen keine Angt vor Strafen oder Blamagen. Sie verhalten sich ausgesprochen risikofreudig, spontan und geschwätzig. Im sozialen Umgang sind sie distanzlos, ungewöhnlich offenherzig und lassen ihren Stimmungen in eruptiven Gefühlsausbrüchen freien Lauf.

 

Die Inszenierung rekonstruiert auf Grund von Originalmaterial den Vorfall in der tschechischen Kleinstadt K. Anhand des authentischen Falls stellt das Projekt die Frage, was geschieht, wenn die üblichen Regeln des sozialen Miteinanders nicht mehr gelten und welche Konsequenzen dies für das Zusammenleben hat.

Antragsteller/in Tobias Rausch - Lunatiks Produktion

Veranstaltungstermin 25. Februar bis 1. März 2009

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer 3

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Hebbel-am-Ufer Berlin LOFFT, Leipzig

Internetseiten www.lunatiks.de

Pressestimmen

Flug.Foto: Jelka Plate

Wie man ein Loch in den Himmel macht

Wie man ein Loch in den Himmel macht

 

 

Europa ist eine kleine Insel im indischen Ozean – bevölkert von paarungswilligen Schildkröten; der Amazonas entspringt in der Nähe von Lübeck; Rom ist nicht Bagdad, liegt aber verschlafen an einem Hochmoor in Mecklenburg-Vorpommern. Hinter Ozeanen aus Emaille, einem Kontinent aus Stühlen und Schränken, erklingt eine Neue Welt als Sinfonie.

 

Eine begehbare Landschaft ausrangierter Möbel, ein geschlossenes Ökosystem alltäglicher Apparaturen wird Performern wie Zuschauern zur zweiten Realität – basierend auf den Regeln der ersten, ins Wanken gebracht durch Namensvetter, Verdopplungen und Missverständnisse. Eine Installation wird Theater, Live-Hörspiel und Konferenz.

 

Wird es große Oper im Urwald von Schleswig-Holstein geben – mit südamerikanischen Schildkröten als Darstellern? Oder kehren wir unverrichteter Dinge ins Basislager zurück? Was verheißen die Rituale der Eingeborenen? Wie kann der Performer durch ein Loch im Himmel verschwinden – und wie viel Biomasse verbraucht dieser Gedanke? Wenn alles gut geht, gibt es am Ende ein Fest. Wenn nicht, versuchen wir es einfach noch mal.

 

 

von und mit Max Landgrebe

Konzept/ Text/ Regie Melanie Mohren, Bernhard Herbordt

Raum Leonie Mohr, Hannes Hartmann

Theatermaschinerie Martin Fernandez

Mitarbeit Georg Mellert, Jan Rohwedder

 

 

Eine Produktion von Herbordt/ Mohren mit Sophiensaele. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und durch die Rusch-Stiftung. Mit freundlicher Unterstützung durch Kampnagel Hamburg.

 

Antragsteller/in Bernhard Herbordt & Melanie Mohren

Veranstaltungstermin 12. Juni 2008 Premiere, 13. bis 15. und 19. bis 22. Juni 2008 jeweils 21:30h

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.sophiensaele.de