2109 - unsere frühen jahre

2109 - UNSERE FRÜHEN JAHRE

 

Konzept & Regie: MUVINGSTUDIES (Jörg Lukas Matthaei/Ingo Reulecke)

Livemusik: Schneider FM

Video: Isabel Robson

Guides: Johnny Chambilla & Torsten Holzapfel

Choreografische Mitarbeit: Katja Münker

Dramaturgische Mitarbeit: Wiebke Hensle

Mitarbeit Locationscouting & Ausstattung: Anke Gänz, Dimana Lateva, Dorothea Ronneburg, Janna Schaal, Caroline Schwarz, Theresa Winkler

Training: Jan Burkhardt

Technische Leitung: Eckhard Baugatz/Klangbild Veranstaltungstechnik

Produktionsleitung: Gabi Beier

 

von und mit Jörg Lukas Matthaei, Matthieu Burner, Katharina Meves, Ingo Reulecke, Davide Sportelli, Bettina Thiel

 

Angenommen, eine Gruppe von Tänzern, Künstlern und Theoretikern macht sich in hundert Jahren, also 2109, auf den Weg, um die Vergangenheit zu erkunden – das Jahr 2009.

Sie wollen verstehen, wie Tanz und Performance damals aussahen und welche Rolle der Körper in unterschiedlichen Kontexten vom Privaten zum Politischen gespielt hat. Wie immer bei einer historischen Rückschau geht vieles verloren, schärft sich aber auch das Auge für Wesentliches und fügt sich manches in besonders schlüssiger Weise zusammen. MUVINGSTUDIES macht sich den distanzierten Blick zunutze, den die fiktive Ausgangssituation herbeiführt, um über das Gegenwärtige wie über das Zukünftige nachzudenken. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, die den Körper und Konzeptionen von Körperlichkeit betreffen.

Die Zuschauer bewegen sich als fiktive Zeitreisende durch die Kulissen der Stadt und treffen in unterschiedlichsten Räumen auf die Tänzer/Performer.

Während die TänzerInnen, deren professionelle Hintergründe vom Ballett der Staatsoper bis zu Forschungen an den vordersten Linien neuer Tanzformen reichen, ihre Körper als Sonden in unsere heutigen Settings einbringen, werden die Zuschauer Bild- & Audiomaterial sehen/hören, das u.a. auf „historischen“ Interviews basiert, die im Jahr 2009 mit Spezialisten verschiedenster Bereiche aufgenommen worden sind.

 

MUVINGSTUDIES - Ingo Reulecke und Lukas Matthaei - begannen ihre Zusammenarbeit vor 8 Jahren. Seitdem entwickeln sie regelmäßig gemeinsame Projekte: FREUDS LETZTER TRAUM (VEKKS/sophiensaele 2000), LOCKERUNGSSTUFE 4: Frank Schmökel (staatsbankberlin 2001), WINTERREISEN I & II / berlin-schubert-stalingrad / that shit was fake, this shit is real (HAU 2003/04) und UNSERE TAGE WIE SCHATTEN (Forum Freies Theater Düsseldorf 2007). Ihre Zusammenarbeit basiert auf der Erkennstnis, daß die Formen von Reflexion und tänzerisch-choreografischer Tiefe, die sie in eine gemeinsame Arbeit hineintragen, eine außerordentliche Kombination und Erweiterung der Möglichkeiten des einzelnen bieten. Sie sehen in ihrer Zusammenarbeit die Chance der offenen Synthese zwischen einer hochentwickelten Tanzsprache und körperlichen Sensibilität – einer gleichermaßen bewußten wie intuitiven Art, Denken im Fluß des Tanzes zu realisieren, Figuren des Körpers im Raum ebenso als choreografische wie geistige zu verstehen – und einer theatralen Art der Reflexion, welche sich gleichermaßen der Geschichte ihrer Mittel bewußt ist wie neue Ansätze performativer Erzählungen sucht, die über bekannte Gattungs- und Kunstgrenzen hinausstreben.

 

Eine MUVINGSTUDIES-Produktion in Zusammenarbeit mit Dock 11.

 

Jede Vorstellung findet an einem anderen Ort statt.

Die Reise dorthin ist Bestandteil der Performance.

Informationen & Anmeldung ausschließlich über 2109@tanzbaustelle.de oder per SMS an 0174-1826933.

Tickets: 12,- € / erm. 8,- €

 

Antragsteller/in muvingstudies / Matthaei Reulecke

Veranstaltungstermin 6., 7., 8., 13., 14. und 15. März 2009

Veranstaltungsort verschiedene; Träger: Dock 11

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Dock 11

Internetseiten www.matthaei-und-konsorten.de

Foto: Hanna Lippmann

ACTION

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte öffnet sich die Neue Synagoge Berlin in der Oranienburger Straße für eine Tanztheater-Performance: „ACTION“, das neue Stück des israelischen Tänzers und Choreographen Nir De Volff, feiert dort am 11.Juli 2009 seine Premiere.

 

Bei ihrer Einweihung 1866 war die Neue Synagoge das größte jüdische Gotteshaus in Deutschland. Nach den schweren Beschädigungen im zweiten Weltkrieg und der Sprengung des Synagogenhauptraumes wurden nicht mehr alle Gebäudeteile wieder aufgebaut. Auf den Freiflächen innerhalb des Bauwerks werden durch Markierungen der ursprüngliche Grundriss und die Narben der Geschichte erkennbar. Heute beherbergt der Komplex das Centrum Judaicum.

 

Unmittelbar vor diesem geschichtsträchtigen Ort verläuft die Oranienburger Straße mit ihren Restaurants und Geschäften für Tausende von Berlin-Besuchern, Standort für Prostituierte und Ziel für Nachtschwärmer – alle rund um die Uhr bewacht vom Sicherheitsdienst der Synagoge.

 

In ACTION werden sich vier Tänzer und Performer in dem ehemals heiligen Gebäude dem Thema Glauben stellen. Bei aller Verschiedenheit der kulturellen Hintergründe und religiösen Prägung der Performer – ihre Herkunftsländer sind Israel, Island und die Schweiz – bezeichnen alle sich als Ungläubige. Gerade dieser Widerspruch wird im Zentrum der Performance stehen: Wie ehrlich können sie überhaupt sein? Mit welcher Kompetenz werden sie als Atheisten sich mit den Fragen des Glaubens beschäftigen? Und was glauben wir heute?

 

Was verbindet die Shopping Mall von heute mit Kirchen, Moscheen oder Synagogen? Alles Gebäude für die Massen, die Glück, Veränderung und Erlösung suchen? Überall auf Erden zu finden?

Warum liegt uns allen der Ausruf – Oh mein Gott – so nah? Wenn Gott doch gar nicht genannt sein will? Und liegt das größere Verbrechen eines gläubigen Terroristen, der im Explodieren sein „Gott ist groß“ herausbrüllt, in seiner Tat oder in seinem Ausruf?

Wann kommt die Erlösung? Woran erkennen wir Ungläubige den Messias? Und wenn das Ende der Welt schon 2012 ist, wird er wenigstens pünktlich sein?

 

Der heute 34-jährige Nir De Volff lebt seit Ende 2003 in Berlin und ist unter dem Label TOTAL BRUTAL mittlerweile zu einem der vielversprechendsten jungen Choreografen der Hauptstadtkulturszene avanciert. Mit seinem erfolgreichen Produktionen, seinem offensiven Humor und seiner Lust an der Provokation hat er es geschafft, frischen Wind in Berlins Tanztheaterszene zu bringen. Nach 3SOME (2007) und BELIEVE IT OR NOT (2008) arbeitet er mit ACTION an seiner dritten abendfüllenden Tanztheaterproduktion, zusammen mit Elik Niv (Israel - Berlin), Rahel Savoldelli / GUTESTUN (Schweiz - Berlin) und Margret Sara Gudjonsdottir / Panic Productions (Island - Berlin/Amsterdam).

 

Von und mit Elik Niv, Rahel Savoldelli, Margret Sara Gudjonsdottir und Nir De Volff.

Gast: Oliver Schwegler; Künstlerische Mitarbeit: Tim Habeger / PushPush Theater Atlanta;

 

Idee: Nir De Volff; Dramaturgische Beratung: Sebastian Bark; Musik: Santiago Blaum; Kostüme: Pieter Bax; Technische Leitung / Lichtdesign: Benjamin Schälike; Grafik: Andrés Castoldi; Fotos: Bernhard Musil; Produktion & PR: ehrliche arbeit – Freies Kulturbüro, Assistenz: Goesta Struve-Dencher; Produktions- & PR-Assistenz: Anka Belz

 

Antragsteller/in Nir De Volff / TOTAL BRUTAL

Veranstaltungstermin 11., 12., 13., 14., 16., 18. und 19. Juli 2009.

Veranstaltungsort Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum, Oranienburger Str. 28-30, 10117 Berlin

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Nir De Volff / TOTAL BRUTAL. Mit freundlicher Unterstützung von Stiftung Neue Synagoge Berlin, Dock 11 Berlin, PushPush Theater Atlanta und Goethe Institut.

Internetseiten www.totalbrutal.netwww.dock11-berlin.de

ACTION (c) Bernhard Musil

ACTION (c) Bernhard Musil

Conversation piece: work release

Das <conversation piece: work release> zeigt, woraus Gespräche gemacht sind. Es untersucht die verschiedenen Ebenen der Sinn-Artikulation in einem Gespräch, wie etwa den Lauf der Gedanken, die Verteilung von Aufmerksamkeit, die Textur der Stimmen und die Fabrikation der Bedeutung durch Bewegung. Durch das Aufspannen ihrer fragilen Beziehungen, votiert die Performance für eine spielerische Kommunikation, welche sich mit der allmählichen Verfertigung des Sinns durchs Empfinden befasst. Den Quellcode für ein Gespräch offenlegen, meint hier, die Konventionen der Sinnerstellung aufzuschliessen, um sie erneut zu benutzen. Anders. Immer wieder. Verlink dich. Komm, nimm Platz.

 

Premiere: 23.5.2008

Weitere Aufführungen: 24.+ 25.5.2008

Ort: Uhrzeit: 20.30

Kartenreservierung: +49 (0) 30/ 786 58 61 oder ticket@tanzfabrik-berlin.de

 

Konzept| Partitur| Realisierung Petra Sabisch

Künstlerische Assistenz| Partitur Alice Chauchat

Conversationer| Performer Alice Chauchat, Valentina Desideri, Frédéric Gies, Mette Ingvartsen, Krõõt Juurak, Eduard Mont de Palol, Sophia New

Ko-Entwicklung Partitur www.verandaproduction.net/pages/cp

Produktionsleitung Gabi Beier

Licht| technische Leitung Florian Bach

Unterstützt von| Dank an Hauptstadtkulturfonds, Kunststiftung NRW, PACT Zollverein, Tanzfabrik Berlin, Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz - Pilotprojekt Tanzplan Berlin, gefördert durch das Land Berlin und von Tanzplan Deutschland, einer Initiative der Kulturstiftung des Bundes, Performing Arts Forum St. Erme, Advanced Performance Training Antwerpen, Botschaft der Republik von Estland, Tanzwerkstatt Berlin.

 

VERANDA

 

Antragsteller/in Petra Sabisch

Veranstaltungstermin 23. Mai 2008, 24. und 25. Mai 2008

Veranstaltungsort Tanzfabrik Berlin, Möckernstr. 68, 10965 Berlin-Kreuzberg

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.verandaproduction.net

DANCE (Praticable)

Frédéric Gies

DANCE (Praticable) - Gruppenversion

 

Konzept und Partitur: Frédéric Gies, nach einem Entwurf von Alice Chauchat

Künstlerische Assistenz: Alice Chauchat

Choreografie und Tanz: Alice Chauchat, Frédéric de Carlo, Frédéric Gies, Sarah Menger, Ulrike Melzwig, Christian Modersbach, Petra Sabisch, Isabelle Schad, Odile Seitz

Lichtdesign: Ruth Waldeyer

Bühnenbild: Alexander Wolff

Musik: Madonna

Publikationen (Website, Buch): Carsten Stabenow (Milchhof)

Texte: Bojana Cvejic, Petra Sabisch, Simon Hecquet, Sabine Prokhoris, Frédéric Gies

 

 

Dance (Praticable) basiert auf einer Partitur, die sowohl als Solo- und als auch als Gruppenversion interpretiert werden kann. Indem choreografische Stile auf der Grundlage von körperlichen Ursprüngen von Bewegungen zufällig sichtbar werden, hinterfragt das Stück die Begrifflichkeiten Stil und Autorenschaft innerhalb des choreografischen Kontexts. Die Figuren erscheinen hier nicht als reproduziert oder einstudiert, sondern sie sind Nebeneffekte, die sich allein aus der Interpretation der Partitur ergeben. Die Bewegungen werden in den verschiedenen Schichten und Bestandteilen des Körpers initiiert (Flüssigkeiten, Organe, Drüsen, Skelett, Nervensystem, Bänder, Haut, Muskulatur), so dass DANCE (Praticable) jenseits der choreografischen Kontexts auch eine Interpretation des Körpers selbst ist. Die Gruppenversion liefert damit neben gleichzeitigen Interpretationen der Partitur auch gleichzeitige Interpretationen verschiedener Körper.

Zur Premiere der Gruppenversion erscheint begleitend die Partitur mit zusätzlichen Texten zum Thema Choreografie und Autorenschaft als Arbeitsbuch, sowie als Website mit allen Materialien zum Download. Die Publikationen werden kostenfrei für Interpretationen zur Verfügung gestellt.

 

 

 

 

Antragsteller/in Frédéric Gies

Veranstaltungstermin Premiere am 16. Oktober 2008 weitere Vorstellungen vom 17.-19. und 23.-26. Oktober 2008

Veranstaltungsort Sophiensæle, Berlin

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen Dance (Praticable) – Gruppenversion ist eine Produktion von Frédéric Gies und von Sophiensæle, Berlin, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und mit freundlicher Unterstützung der fabrik POTSDAM

Internetseiten www.praticable.info

Foto: Ivo Hofste

Foto: Ivo Hofste

Foto: Ivo Hofste

Dance#1

Ein Duett von Eszter Salamon und Christine De Smedt

 

Zusammen mit der Choreographin Christine De Smedt von der belgischen Kompanie Les Ballets C. de la B. entwickelt sie in „Dance #1“ zur für dieses Stück komponierten Musik von Terre Thaemlitz ein raffiniertes Duo auf Basis der Improvisationstechnik bei dem der Ausdruck durch die Bewegung entsteht und nicht umgekehrt.„Dance #1“ ist ein permanentes Spiel mit unseren Wahrnehmungen und eine ernsthafte Suche nach dem Sinn und der Notwendigkeit von Bewegung

 

Konzept: Eszter Salamon

Choreographie und Tanz: Christine De Smedt, Eszter Salamon

Sound: Terre Thaemlitz

Licht: Sylvie Garot

Technische Leitung: Raphael Vincent

Produktion/ Organisation: Alexandra Wellensiek

Produktionsassistenz: Isabelle Decannière

 

 

 

Antragsteller/in Eszter Salamon (HU/D)

Veranstaltungstermin 21. und 22. November 2008, Hebbel am Ufer, Berlin 27 - 31. Mai 2008, Kaaitheater Studios, KunstenFestival des Arts, Brüssel, Belgien (PREMIERE) 24. Juni 2008, Kulzcyk Foundation, Poznan, Polen 4./5./6. Oktober 2008, Steirischer Herbst, Graz, Österreich 25. November 2008, CCN, Montpellier, Frankreich Frühjahr 2009, Pact Zollverein, Essen 19./20./21. März 2009, Les Spectacles Vivants - Centre Pompidou, Paris, Frankreich

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer, Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Choreographisches Zentrum - Pact Zollverein (Essen), Kunstenfestivaldesarts (Brüssel), Les Spectacles Vivants-Le Centre Pompidou (Paris), steirischer herbst (Graz) Koproduziert von NEXT STEP, mit Unterstützung der Europäischen Union Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds (Berlin), Hebbel am Ufer (Berlin) und Botschaft (Berlin)

Internetseiten www.eszter-salamon.com

Alex Roccoli

HYBRID DISLOCATION

Wenn man alle Farben zusammenmischt, entsteht entweder bunt oder beige. Wenn man einen Eselhengst und eine Pferdestute kreutzt, entsteht ein Maultier. Nach dem Prinzip der Fremdbestäubung wollen wir Hybriden aus unterschiedlichen Kulturen, geographischen Biographien und Landschsaften entstehen lassen. Was passiert wenn man Folklore mit zeitgenössischen Tanzmethoden mischt? Was für hybride Wesen und Missgeburten entstehen, wenn man afrikanischen Tanz mit Mazurka und Polonaise, Tango mit Voodoo, Calypso und karibische Tanztraditionen verbindet? Was sind die Auswirkungen auf kulturelle Identitäten einer globalisierten Weltbevölkerung, die sich immer rasanter bewegt und zunehmend voneinander beeinflusst wird?

 

Vier in Berlin lebende Tänzer, die aus ganz unterschiedlichen Weltgegenden stammen - Challenge Gumbodete aus Harare (Zimbabwe), Justin Kennedy aus St. Croix (Virgin Islands), Simo Kellokumpu aus Kemijärvi (Lappland) und Marcin Bascyk aus Siedlce (Polen) -, werden mit einer Videokamera in ihre Heimat Menschen, erinnerungsträchtige Landschaften, Verkehr und Bewegungsmuster im öffentlichen Raum aufnehmen. Dieses Material dient der Vorbereitung einer Bühnenproduktion, in deren Entstehungsprozess die verfremdeten Blicke auf die Heimat zu kulturellen Hybriden verschmolzen werden. Das mitgebrachte Filmmaterial aus den Heimatländern der Tänzer wird zusammen mit in Berlin aufgenommenen Bildsequenzen zu einem Tanzfilm verarbeitet, der im Rahmen der Aufführungen als Installation gezeigt wird.

Antragsteller/in PAA /Tomi Paasonen

Veranstaltungstermin 18. September, 20:30 Uhr - Premiere - 19., 20., 21., 25., 26., 27., 28. September 2008 jeweils 20:30.

Veranstaltungsort Kunsthaus Tacheles

Förderbetrag 25.000 €

Internetseiten www.paasonen.comwww.paa.to

Photo:Sasa Kovacevic

Photo: Mathew De Gumbia

Photo: Methew De Gumbia

Ibeji

IBI = geboren und EJI = zwei

 

Ibeji ist ein Duett, das Caroline Meyer Picard für die deutsche Tänzerin Anna-Luise Recke und den tschadischen Tänzer Hyacinthe Abdoulaye Tobio in diesem Moment in Berlin kreiert. Inspiriert vom Zwillingskult der afrikanischen Yoruba -Tradition fragt sie nach der Abhängigkeit vom Anderen bei der Herausbildung der eigenen Persönlichkeit und Identität. In einem weißen, fast leeren Bühnenraum stehen sich die beiden Tänzer als Künstler, als Heranreifende, als Mann und Frau, als Europäerin und Afrikaner gegenüber. Die Musik und die Bühnenelemente – eine Plane, ein Brett, ein Podest - sind Verbindung und Barriere zwischen den beiden. Inmitten und durch deren Beschaffenheit und Materie verlieren, finden und reflektieren sich die Tänzer gegenseitig immerfort. Die Choreographin fordert einen Dialog heraus, in dem sie nach den Berührungspunkten, Ähnlichkeiten, Doppelungen, Unterschiede zwischen ihnen im Umgang mit Körper, Zeit und Raum sucht. Welche Konturen und Ausprägungen finden die Extreme von „Einheit“ und „Trennung“ in dieser Begegnung kultureller Vorstellungen, Sichtweisen und Ästhetiken?

 

Antragsteller/in Caroline Meyer Picard

Veranstaltungstermin 17. Oktober 2008, 18., 23., 24., 25., 26. Oktober 2008, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen eine Caroline Meyer Picard Produktion. In Koproduktion mit: Sophiensaele und Centre Culturel Français de N’Djamena. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit der freundlichen Unterstützung des Goethe-Instituts und der Deutschen Botschaft im Tschad. Wir danken herzlich DOCK 11 und Tanztage Berlin.

Internetseiten www.carolinemeyerpicard.comwww.sophiensaele.com

Alex Bone

Alex Bone

IT´S IN THE AIR

IT'S IN THE AIR von Jefta van Dinther und Mette Ingvartsen

 

Ständig verfolgt uns die Frage, wie sich der Körper neu erfinden lässt, was er leisten kann oder zu was er überhaupt in der Lage ist. Mette Ingvartsen und Jefta van Dinther geben dieser Frage eine bescheidenere, zugleich aber auch spezifischere Richtung: Wie können wir den Körper als Körper wahrnehmen und Bewegung nur insoweit, als sie reine Bewegung ist? IT’S IN THE AIR löst den Körper aus der Verbindung zwischen dem Human-Kulturellen und dem Natürlich-Körperlichen, zwischen Wille, Bemühen und Wunsch und mechanischen Gesetzen und Bedingungen. Der Körper einer Frau und eines Mannes wachsen ganz natürlich an einem installierten technischen Aufbau, eine Körper-Maschine, natürlich und doch gegen die Natur als Ordnung. Alles, was hier passiert, kann mit Verben ausgedrückt werden: springen, hüpfen, drehen, fallen, wogen, rutschen, schweben, widerhallen, zittern, reiben, ticken, explodieren … Die Betrachter erspüren gebannt die physischen Grenzen von Körpern innerhalb der Gesetze von Bewegung und Ruhe, die Faszination von Muskelbewegung, ohne sich selbst zu bewegen. Das Geschehen, das mitten in der Luft stattfindet, konfrontiert das Publikum mit komplexen Modulationen der Eigenschaften von Rhythmus, Dichte, Textur sowie Fühlbarkeit von Bewegung in einer Virtuosität, die reinsten Genuss erzeugt.

 

Choreografie und Performance: Jefta van Dinther und Mette Ingvartsen

Bühne and Licht: Minna Tiikkainen

Sound Design: Peter Lenaerts

Dramaturgie: Bojana Cvejic

Produktionsmanagement: Kerstin Schroth

 

Koproduktion: Pact Zollverein (Essen), Hebbel am Ufer (Berlin), Kaaitheater (Brüssel).

 

Finanziert durch: Haupstadtkulturfonds (Berlin, Deutschland) und Kunstrådet (Dänemark).

 

Unterstützt durch: Eurotramp (Deutschland), Les Brigittines (Brüssel), Charleroi/Danses, Centre Chorégraphique de la Communauté Francaise de Belgique (Brüssel), Ballhaus Naunynstraße (Berlin) und sommer.bar 2007, ein Projekt von Tanz im August (Berlin).

 

Eine Produktion of Mette Ingvartsen/Great Investment und Jefta van Dinther/Sure Basic

 

Antragsteller/in Mette Ingvartsen

Veranstaltungstermin 18. und 19. August 2008, 20.00 Uhr, Hebbel am Ufer 2 13. und 14. Juni 2008,

Veranstaltungsort Pact Zollverein, Essen / HAU 2, Tanz im August, Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Choreographie und Performance: Jefta van Dinther und Mette Ingvartsen Bühne und Licht: Minna Tiikkainen Sound Design: Peter Lenaerts Dramaturgie: Bojana Cvejic Produktions Management: Kerstin Schroth Koproduktion: Pact Zollverein (Essen), Hebbel am Ufer (Berlin), Kaaitheater (Brüssel). Finanziert aus Mitteln des Haupstadtkulturfonds (Berlin, Deutschland) und Danish Council (Dänemark). Unterstützt durch: Les Brigittines (Brüssel), Charleroi/Danses, the Centre Choréographique de la Communauté Francaise de Belgique (Brüssel) und sommer.bar 2007 ein Projekt von Tanz im August (Berlin). Eine Produktion von Mette Ingvartsen/Great Investment und Jefta van Dinther/Sure Basic www.aisikl.net/mette/

Meine Mischpuche

In jeder Familie gibt es fragile Beziehungen. Jeder Mensch hat zu einem Mitglied seiner Familie ein spezielles Verhältnis. Für jeden gibt es einen sensiblen Punkt, der schon bei leichtem Druck eine Gefühlexplosion auslösen kann.

Die israelischstämmige Tänzerin und Choreografin Zufit Simon lebt seit zehn Jahren in Berlin.

Ausgangspunkt für Simons Choreografie war die Frage, wie Emotionen und Entscheidungen von Vorfahren weiter vermittelt werden und das eigene Leben der Nachkommen beeinflussen.

Geleitet von der Frage wie ihre Familiengeschichte ihre eigene Identität und Charakter prägten und bestimmten, befragte Zufit Simon die letzten drei Generationen ihrer Familie - Großeltern und Eltern, deren Geschwistern und Nachkommen - nach ihren Erfahrungen in und mit Deutschland. 

Auf der Bühne wird sie gemeinsam mit den TänzerInnen Julieta Figueroa und Philip Bergmann eine Kettenreaktion der Abhängigkeit inszenieren.

Choreographie: Zufit Simon

Tanz: Zufit Simon, Julieta Figueroa, Philip Bergmann

Fotos: Udo Hesse

Produktionsleitung: Dietrich Oberländer

Produktion: Zufit Simon, artblau-Tanzwerkstatt und Sophiensaele.

 

 

Antragsteller/in Zufit Simon

Veranstaltungstermin 28. bis 31. August 2008, jeweils 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen artblau-Tanzwerkstatt Hildesheimer Str. 27, 38114 BS

Internetseiten artblau.de

Ohne Worte (Praticable)

Isabelle Schad

Ohne Worte (Praticable)

 

Konzept, Chroeographie, Tanz: Isabelle Schad

Lichtdesign: Bruno Pocheron

Sound: Bruno Pocheron, Isabelle Schad, Hanna Hedman

Künstlerische Mitarbeit: Hanna Hedman, Alice Chauchat, Bruno Pocheron

Produktionsleitung: Susanne Beyer

Kostüm: jaap

Musik: Alfredo Catalani: La Wally

 

Dank an: Laurent Goldring, Frédéric Gies, Sybille Müller

Produktion: Good Work Productions / Cie Isabelle Schad in Koproduktion mit HAU Berlin und Espace Pier Paolo Pasolini Valenciennes

Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds (LOGO)

Mit freundlicher Unterstützung von MimeCentrum Berlin, PACT-Zollverein Essen, Tanzfabrik Berlin

 

 

Der Pantomime sagt: 'Ich verspreche, dass ich schweige.' Der Tänzer verschweigt, dass er spricht. Wie also spricht sein Körper, und dies nicht im metaphorischen, sondern tatsächlich phonetisch-physikalischen Sinne? (incubator, Passagen Verlag 2006)

 

Ohne Worte (Praticable) untersucht die Produktion komischer Körper durch physische Aktivitäten, Bewegung und Tanz.

Isabelle Schads neue Soloarbeit adressiert den komischen Körper als einen exzessiven Körper, der außer Kontrolle gerät durch das Ungleichgewicht seiner Funktionen. Dieser 'Körper ohne Worte' ist expressiv, flirtet mit Expressionismus, der Clowning Tradition und einer Virtuosität, die es erlaubt, den Missgeschicken zuzusehen und darüber zu lachen.

 

Emotionale oder strategische Beziehungen zu Repräsentation sollen durch den Fokus auf einen physischen Ansatz zurückgelassen werden. Während man komische Körper auch über Bilder oder im Vorfeld bestimmte Repräsentationen schaffen könnte, konzentriert sich Isabelle Schad auf die Funktion des Körpers als Initialmotor. Sie bedient sich der Physikalität, um Gefühle, Zustände, Sinneswahrnehmungen auszulösen und emotionale Reaktionen zu produzieren. Psychologische Motivationen bleiben außen vor.

 

Isabelle Schad betrachtet Strategien, durch die das Clowneske und Humorvolle zum Vorschein kommt und unterschiedliche, imaginäre Charaktere einander ablösen.

 

Ohne Worte (Praticable) ist eine Rückbesinnung auf die Großzügigkeit einer lustvollen Tanzperformance, deren Potential in dem direkten Verhältnis der Erfahrung zwischen Tanzenden und Zuschauer liegt.

 

'Die Lust am Text, das ist jener Moment, wo mein Körper seinen eigenen Ideen folgt - denn mein Körper hat nicht dieselben Ideen wie ich. Die Lust am Text wäre nicht reduzierbar auf sein grammatisches Funktionieren, so wie die Lust des Körpers nicht reduzierbar ist auf das physiologische Bedürfnis.’ (Roland Barthes)

 

Als erster Teil des Abends zeigen Odile Seitz und Frédéric de Carlo einen Ausschnitt aus ihrer derzeitigen Produktion The beloved (Praticable).

 

Praticable wurde 2007 von Alice Chauchat, Frédéric De Carlo, Frédéric Gies, Isabelle Schad und Odile Seitz als horizontale praxisorientierte Arbeitsstruktur gegründet, in der Research, Kreation, Austausch und Produktionsstrukturen in Beziehung gesetzt werden. Das Projekt ist der Ursprung einer Reihe von Performances, die jeweils von einem oder mehreren Mitgliedern signiert werden.

Allen Performances gemein ist die Erforschung von Körper-Praktiken, um sich der Repräsentation anzunähern.

Performances, die im Rahmen von Praticable entstanden sind u.a. Dance (Frédéric Gies), The Breast Piece (Alice Chauchat, Frédéric Gies) und Ohne Worte (Isabelle Schad).

 

 

Antragsteller/in Isabelle Schad

Veranstaltungstermin Premiere am 11. bis 13. April im HAU, Berlin Voraufführungen mit Ausschnitten der Arbeit: Connections Festival, Aarhus am 27. und 28. Februar Tanzplattform Deutschland, Hannover am 21. und 22. Februar

Veranstaltungsort HAU Berlin

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Produktion: Good Work Productions / Cie Isabelle Schad in Koproduktion mit HAU Berlin und Espace Pier Paolo Pasolini Valenciennes Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds (LOGO) Mit freundlicher Unterstützung von MimeCentrum Berlin, PACT-Zollverein Essen, Tanzfabrik Berlin

Internetseiten www.isabelle-schad.net

Foto: Bruno Pocheron

Foto: Bruno Pocheron

Politische Körper - Die Aufbrüche des zeitgenössischen Tanzes

Politische Körper.

Die Aufbrüche des zeitgenössischen Tanzes.

Programmreihe 2008 / 2009

 

In der Moderne geht die Geschichte des zeitgenössi-schen Tanzes einher mit der Neuentdeckung des Kör-pers als Projektionsfläche politischer und sozialer Struk-turen, als Medium eines künstlerischen Widerstands. Diese künstlerischen und gesellschaftspolitischen Ent-wicklungen wirken bis in die aktuellen Aufführungen des zeitgenössischen Tanzes hinein, sind aber in ihren Ur-sprüngen aus dem Bewußtsein gerückt. Die Reihe »Poli-tische Körper« lenkt den Blick auf dieses »lebendige Gedächtnis« und stellt Künstlerpersönlichkeiten vor, die in gesellschaftlichen Umbruchsituationen eine neue Tanzsprache geschaffen haben. Viele von ihnen sind der Akademie der Künste als Mitglieder oder durch ihr Archiv verbunden; ihr Werk ist in sehr komplexer Weise als Triebkraft neuer Entwicklungen des Tanzes präsent. Nach dem Auftakt mit Susanne Linke werden Veranstal-tungen zu Gerhard Bohner, Reinhild Hoffmann, Arila Siegert, Maja Plisetskaja, VA Wölfl, William Forsythe, Pina Bausch und Alain Platel die Reihe künstlerischer und diskursiver Begegnungen fortsetzen.

 

 

Antragsteller/in Aklademie der Künste

Veranstaltungstermin 25. bis 27. September 2008 25. September 2008 Gerhard Bohner. »SOS«20.00 Uhr, Pariser Platz Black Box Tanzcompagnie Rubato (Jutta Hell, Dieter Baumann), Sprecher: Jürgen Holtz, Musik: Ronald Steckel. € 12/6 -------------------------------------------------------------------------------- Tanzveranstaltung 26. September 2008 Gerhard Bohner.18.30 Uhr, Hanseatenweg Studio 18.30 Uhr: Vortrag Johannes Odenthal. Eintritt frei. 20 Uhr: »Im (Goldenen) Schnitt I«. Cesc Gelabert tanzt ein Solo von Gerhard Bohner. € 12/6. 21 Uhr: Podiumsgespräch. Eintritt frei -------------------------------------------------------------------------------- Tanz-Performance 26. September 2008 Gerhard Bohner. »SOS« 22.00 Uhr, Hanseatenweg Studio Tanzcompagnie Rubato (Jutta Hell, Dieter Baumann), Sprecher: Jürgen Holtz, Musik: Ronald Steckel. € 12/6 -------------------------------------------------------------------------------- Tanzveranstaltung 27. September 2008 Gerhard Bohner.15.00 Uhr, Hanseatenweg 15 Uhr: Filmlecture 18 Uhr: Podiumsgespräch. Eintritt frei. 20 Uhr: »Im (Goldenen) Schnitt I«. Cesc Gelabert tanzt ein Solo von Gerhard Bohner. € 12/6 2008 / 2009 14. / 15. / 22. Juni 2008 Susanne Linke 25. / 26. / 27. September 2009 Pariser Platz und Hanseatenweg Gerhard Bohner. Mit Tanzcompagnie Rubato, Cesc Gelabert u.a. 15. Januar bis 8. Februar 2009 Hanseatenweg Reinhild Hoffmann, Ausstellung und Performances Februar / März 2009 Maja Plissetskaja Archivausstellung und Workshop des Staatsballetts Frühjahr 2009 Arila Siegert u.a.

Veranstaltungsort Akademie der Künste

Förderbetrag 220.000 €

Internetseiten www.adk.de

Sonnabend, 14. 06., 20 Uhr Schritte verfolgen II (2007) Rekonstruktion der Produktion Schritte verfolgen (1985) von Susanne Linke in Zusammenarbeit mit VA Wölfl Die Tänzerin Armelle H. vam Eeeclo, Foto Gert Weigelt, © für „Politische Körper“: Akademie der Künste

PROTECT ME FROM WHAT I WANT

PROTECT ME FROM WHAT I WANT

Eine Tanz|Video|Performance von Walter Bickmann

 

Konzept, Video: Walter Bickmann

Chroeographie & Tanz: Walter Bickmann, Chandana M. Hörmann, Lydia Klement, Erol Alexandrov

Produktionsleitung, Ausstattung, Video: Doris Kolde

Musik: Sven Holly Nullmeyer

 

Finanziert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

In Kooperation mit Schloss Bröllin, Künstlerhaus Lukas/ Ahrenshoop und DOCK 11, Berlin.

 

 

 

Das Lebensgefühl unserer Zeit ist geprägt von einer rastlosen Suche nach Erfüllung. Hat man etwas erreicht, will man schon das nächste. Unbemerkt begeben wir uns in Abhängigkeiten, die wir kaum noch steuern, die uns kaum bewusst sind. Vom Kaufrausch über Arbeitssucht und Glücksspiel bis hin zur Sucht nach immer extremeren Erfahrungen gibt es nichts, was es nicht gibt. Wir leben in einer Welt voller Süchte. Menschen können von Alkohol und Nikotin genauso abhängig sein wie von Schokolade, Nägelkauen, geistigen Führern, Pünktlichkeit oder Stress.

 

Etwa 11 Mio. Deutsche haben ernsthafte Probleme mit Alkohol, 17 Mio. sind Raucher, 26 % aller 12-25 jährigen haben Erfahrungen mit Cannabis, 5% der selben Altersgruppe verfügen über Erfahrungen mit Designerdrogen und ca. 1,4 Mio. Menschen in Deutschland sind von Medikamenten abhängig. Es gibt unendlich viele Substanzen und Verhaltensweisen, die sich für süchtiges Denken, Fühlen und Handeln eignen.

 

Vom psychiatrischen Standpunkt aus ist unter Sucht ein psychopathologisches Phänomen zu verstehen, das durch abnorme Verhaltensweisen charakterisiert ist, die auf Basis einer süchtigen Fehlhaltung entstehen. Sucht beginnt z.B. als Lust betonter Gebrauch eines Stoffes. Verhalten, Erleben, Lebensgewohnheiten und Persönlichkeit verändern sich - oft unbemerkt - und passen sich langsam dieser Sucht an, die schließlich so tief im Gehirn verankert wird wie Sexualität oder Hunger. Sucht ist gekennzeichnet durch Kontrollverlust, Abstinenzunfähigkeit, Steigerung der Dosis und Entzugserscheinungen. Während der Begriff „Sucht“ also medizinisch eingrenzbar erscheint, kann man dies von „Sehnsucht“ nicht behaupten. Dabei sind Sucht und Sehnsucht oft untrennbar verknüpft- in ihren Erscheinungsformen erschreckend bizarr oder so normal, dass niemand sie erkennt und sie als das, was sie sind, zu bezeichnen vermag.

 

Was ist das Süchtige an der Sucht? Hat Sucht tatsächlich mit Sehnsucht zu tun? Kommt Sucht von suchen, ist also ein Süchtiger ein Suchender? Was macht uns zu abhängigen oder selbst bestimmten Individuen?

 

In PROTECT ME FROM WHAT I WANT untersucht der Choreograph und Videokünstler Walter Bickmann, basierend auf den Beobachtungen und Erfahrungen aller Beteiligten sowie Interviews mit Menschen unterschiedlicher sozialer und nationaler Herkunft, die Mechanismen von Sucht, Sehnsucht, Begierde und Kontrolle. Mediale Relevanzen werden dabei genauso hinterfragt wie individuelle Verhaltensformen zwischen Rausch und Ernüchterung.

 

Die Produktion wird in Form einer intermedialen Konfrontation aus Videoprojektionen und Tanz-performance realisiert, in der Bild- und Bewegungsebenen vielschichtig miteinander verbunden werden um so durch Interferenzen und Dissonanzen neue Bedeutungsräume zu öffnen und mittels Choreographie, Kameraführung und projizierter Bildkomposition ein Ineinandergreifen der verschiedenen Realitätseben, eine virtuelle Erweiterung der Ausdruckssprache des choreographierten Körpers zu bewirken.

Antragsteller/in Walter Bickmann

Veranstaltungstermin 31. Oktober 2008, 01. und 02., 05. bis 09. November 2008 Voraufführungen mit Ausschnitten der Arbeit: 27.06.2008 Schloss Bröllin 16.08.2008 Lange Nacht der Kunst, Ahrenshoop

Veranstaltungsort DOCK 11, Berlin

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Schloss Bröllin e.V. Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop DOCK 11, Berlin

Internetseiten www.video-tanz.de

Tanz im August 2008

TANZ IM AUGUST 2008

 

TANZ IM AUGUST feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Bestehen. Das ist etwas Besonderes, denn es zeigt, dass sich die ursprüngliche Idee des Festivals bewährt hat, einmal im Jahr die unabhängige Avantgarde in einem Atemzug mit den etablierten, zum Teil hochsubventionierten internationalen Choreografen und Compagnien in Berlin vorzustellen. Dank der kontinuierlichen Förderung durch die Berliner Kulturverwaltung, den Hauptstadtkulturfonds sowie zahlreiche weitere Partner konnte TANZ IM AUGUST zu einem renommierten europäischen Tanzfestival wachsen, das die Künstler gerne nutzen, um das Berliner Publikum mit ihren Visionen zu konfrontieren – seien sie nun ästhetischer, politischer, spielerischer oder kritischer Natur – und direkte, unverblümte Reaktionen zu erhalten. Eines unserer Hauptanliegen war und ist es, eine kommunikative Atmosphäre zwischen Künstlern und Publikum herzustellen, Gespräche über die gezeigten Stücke zu befördern, über Produktionsmethoden und künstlerische Positionen zu reden und die Rolle des Zuschauers zu reflektieren. Dieser Dialog ist in den letzten 20 Jahren ständig vertieft worden.

Wir danken unseren Sponsoren, diesmal insbesondere auch der Lottostiftung, allen beteiligten Künstlern und unserem Publikum für ihre Treue und ihr Vertrauen und freuen uns auf ein dichtes Programm auf 10 Bühnen, das durch Publikumsgespräche, ein Rahmenprogramm und die sommer.bar im Podewil mit zahlreichen Events ergänzt wird.

Seien Sie dabei!

 

Ulrike Becker / Matthias Lilienthal / Bettina Masuch / André Thériault / Marion Ziemann

 

 

 

1. PROGRAMMÜBERSICHT

 

SPIELPLAN / SCHEDULE

 

2. KÜNSTLER / ARTISTS

 

Informationen zu den Künstlern:

(in alphabetischer Reihenfolge)

 

AKRAM KHAN COMPANY / NATIONAL BALLET OF CHINA

BADco.

BALLET DE LORRAINE

CECILIA BENGOLEA / FRANÇOIS CHAIGNAUD

BORIS CHARMATZ / ASSOCIATION EDNA

GUSTAVO CIRÍACO / ANDREA SONNBERGER

JEFTA VAN DINTHER / METTE INGVARTSEN

IVO DIMCHEV

DRESDEN SEMPEROPER BALLETT

OLIVIER DUBOIS: Pour tout l'or du monde...

OLIVIER DUBOIS: Faune(s)

EISBÄR

DEBORAH HAY

JANEZ JANŠA / JANEZ JANŠA / JANEZ JANŠA

LES BALLETS C. DE LA B. / TED STOFFER

LES SLOVAKS DANCE COLLECTIVE

FAUSTIN LINYEKULA / STUDIOS KABAKO

MEMBROS CIA. DE DANÇA

NASSER MARTIN-GOUSSET

RACHID OURAMDANE

MARC REES

VERONIKA RIZ

ZUFIT SIMON

SODAPRODUCTS

SOMMER.BAR

DAVE ST-PIERRE

TRISHA BROWN DANCE COMPANY

HIROAKI UMEDA

VA Wölfl / NEUER TANZ

 

Antragsteller/in Hebbel Theater Berlin / Kulturprojekte Berlin - Tanzwerkstatt

Veranstaltungstermin 15. bis 30. August 2008

Veranstaltungsort HAU 1, 2 und 3

Förderbetrag 400.000 €

Internetseiten www.tanzimaugust.de

tanznacht berlin '08

Zum nunmehr fünften Mal präsentiert die Tanzfabrik Berlin mit der tanznacht berlin ’08 aktuelle Bühnenarbeiten von in Berlin lebenden und arbeitenden Choreografen. In diesem Jahr haben Kurator Peter Stamer und sein Team die fünfte Tanznacht erstmalig zu einem Festival mit über 40 verschiedenen Veranstaltungen an vier Tagen und Nächten entwickelt. Vom 4.–7. Dezember 2008 präsentieren sie eine Auswahl wichtiger und neu zu entdeckender Choreografen aus Berlin, darunter eine Uraufführung und mehrere Deutschland- und Berlinpremieren. Ami Garmon, Christina Ciupke & Nik Haffner, Laurent Chétouane, WILHELM GROENER, Martin Nachbar, Zufit Simon, Colette Sadler, Jeremy Wade, TWO FISH oder Astrid Endruweit u.a. sind mit Bühnenarbeiten und Installationen vertreten. Außerdem laden erstmals auch Interventionen, Körpertraining, Workshops oder ’Show & Tells’ u.a. mit Antonia Baehr, Jess Curtis & Maria Scaroni, Paul Gazzola, Odile Seitz & Frédéric De Carlo, Krisana Locke & Ali von Stein die Berliner und internationalen Gäste zum Mitmachen ein.

 

Neu ist mit den ehemaligen Zentralwerkstätten der BVG auch der Spielort im Wedding: die Uferhallen beherbergen neben Cafeteria, Hildebrandtunnel, Halle 660 und zwei großen Bühnen auch einen Trailer-Park, den Choreografen und Performer aus heimeligen Wohnwagen ausbauen und gestalten.

 

Eröffnet wird die tanznacht berlin ’08 mit Hotel Hassler von WILHELM GROENER. In Hotel Hassler öffnen drei Performer einen Raum, in welchem sie ein groteskes Spiel mit absurd-versteiften Körpern beginnen, die sich ums Verrecken nicht biegen lassen. Die zwischen Glasgow und Berlin pendelnde Colette Sadler fragt in ihrem poetischen und zugleich humorvollen Stück The Making of Doubt, woran sich Menschliches festmachen lässt.

 

Ein zentrales Thema von WILHELM GROENER und Colette Sadler ist die Auseinandersetzung mit belebten und unbelebten Körpern, ihren mannigfaltigen physischen Zuständen und anatomischen Verkettungen. Physische Intensitäten, Bilder von emotionalen Dramen, das Ausloten von Verschwendung und radikaler Reduktion sind hingegen die Begriffsfelder, in denen sich die Arbeiten von Ami Garmin, TWO FISH, Jeremy Wade oder Christina Ciupke & Nik Haffner bewegen.

 

Die seit fast zehn Jahren in Berlin lebende Amerikanerin Ami Garmon gilt es wiederzuentdecken. Take Me Home With You ist ein Roadmovie ins Land der Hoffnungslosigkeit, eine abenteuerliche Soloperformance, die ihre poetische Kraft aus der Bühnenpräsenz ihrer Darstellerin und ihrer atemlosen Texte schöpft.

Angela Schubot und Martin Clausen von TWO FISH sind unerbittliche Beobachtungspoeten des Alltags. Für Progressive Negative Capability erschaffen sie einen szenischen Raum der Erstarrung und unermesslichen Sprachlosigkeit.

Throwing Rainbows Up des Amerikaners Jeremy Wade ist der Versuch einer Verausgabung. Für das Trio aus zwei Tänzern und einem Musiker studierte der amerikanische Performer Körperbilder radikaler Andersheit. In Wades greller Choreografie vermischen sich lächerliche, ekelhafte und kitschige Darstellungen zu einer ekstatischen Show.

Das auf der tanznacht berlin ’08 zur Uraufführung kommende Duo Dealing With Life von Christina Ciupke & Nik Haffner bewegt sich durch ein veritables Mobiliar aus kleinen Geschichten und großen Gefühlen.

 

Die Franzosen Frédéric Gies und Laurent Chétouane entdecken in ihren Produktionen das theatrale Potenzial von Bewegungsforschungen. Frédéric Gies hat der Gruppenversion von Dance (Praticable) eine Partitur zugrunde gelegt, die Prinzipien des Body-Mind Centering aufgreift.

Die strukturierte Improvisation Denn des Franzosen Laurent Chétouane ist ein Dialog, den vier Tänzerkörper mit ihren Bewegungen führen.

 

Einen kommunikativen Knotenpunkt der tanznacht berlin ’08 bildet der Trailer-Park. Neun Wohnwagen stehen in der Fertigmacherei der Uferhallen. Auf der Trailer-Park Piazza finden während der Tanznacht Konzerte, Lesungen und Workshops u.a. mit dem BVG Orchester, SISSIMETALL, Speller, Franz Anton Cramer oder den angehenden Tanzwissenschaftlern der FU Berlin statt.

 

Bis zum Beginn der tanznacht berlin ’08 bauen Choreografen und Tänzer die Wohnwagen um. Während der Tanznacht laden sie dann ein zu: zu Handlesen, Massage, Traumdeutung, Telefon-Sex, Schlafpausen, Trinkgelagen, Konzerten, Lesungen, gemeinsamem Wohnen, Videoinstallationen, kreischenden Italienerinnen in Andachtsräumen, verspiegelten Überwachungshöhlen, billigen Absteigen oder idyllischen Love-Hotels.

 

Am Sonntag schließen der Trailer-Park und die tanznacht berlin ’08 mit einem großen Wohnwagen-Schlussverkauf.

 

Informationen zum vollständigen Programm, Trailer-Park und Tickets unter www.tanznachtberlin.de

Antragsteller/in Tanzfabrik Berlin e. V.

Veranstaltungstermin 4. bis 7.Dezember 2008

Veranstaltungsort Uferhallen, Uferstrasse 23, 13357 Berlin

Förderbetrag 120.000 €

Internetseiten www.tanznachtberlin.de

Pressestimmen

und übrigens kann ich fliegen

büro für zeit + raum:

hares on skates (Arbeitstitel)

Ein Phantasietraining für die wirkliche Wirklichkeit

 

Premiere am 11.Dezember 2008 im HAU 2, Berlin, mit weiteren Vorstellungen am 12., 13. und 14.12.2008

Vorpremiere am 05.November 2008 in der Fabrik Potsdam im Rahmen des 15. Internationalen Theaterfestivals UNIDRAM

 

von + mit: Tobias Dutschke, Anna-Luise Recke, Fernanda Farah,

Jürg Plüss, Florian Bilbao, Volker Schindel und

Gregory Stauffer

Idee + Künstlerische Leitung: Anne Hirth

Bühne + Kostüme: Silvia Albarella

Dramaturgie + Produktionsleitung: Suzanne Jaeschke

Licht: Arnaud Poumarat

Künstlerische Mitarbeit: Alexandra Süßmilch

Künstlerische Mitarbeit Sound Design: Peter Göhler

Regie-/Produktionsassistenz: Rose Beermann

Ausstattungsassistenz: Yassu Yabara

Technische Leitung: Daniel Heymann

Bühnenmalerei: Monique Ickenroth

Bühnenbau: Ausstellungsmanufaktur Hertzer

 

Im Vordergrund eine schwarzweiße, nach Worten ringende Abendgesellschaft. Eine Hasenband auf Rollschuhen weht vorbei, die Instrumente auf den Rücken geschnallt. Einige tragen Kopfverbände, andere Haartollen. Aus dem Souffleurkasten summt es „Hoch auf dem gelben Wagen“, gemischt mit „The sun ain´t gonna shine anymore“ und dem Verkehrsfunk. Jemand entwendet eine goldene Türklinke. Von der Seitenbühne: Auftritt der alten Damen. Mit dünner Stimme bieten sie Paradiesäpfel aus ihren Bauchläden feil. Der unangenehme Geruch nach Kölnisch Wasser breitet sich aus. Auf dem gekachelten Boden übt gerade eine Flunder den „sterbenden Schwan“ ein, als sich unter ohrenbetäubendem Fluglärm die Rückwand der Bühne öffnet und den Blick auf den nächtlichen Dogenpalast freigibt. Neben dem Hauptportal ist ein großes Stück Fassade herausgebrochen, der dahinter liegende Tunnel scheint vom Treppenhaus direkt ans Meer zu führen. Begleitet vom Beifall der Abendgesellschaft lösen sich die Fensterläden aus den Angeln und fliegen zum Überwintern in den Schnürboden. Ein Motorradfahrer fliegt hinterher.

(Schafft es aber nur bis zum Balkon.)

(Macht nichts.) (Text: Anne Hirth)

 

Das Gedicht „Dunkel war´s, der Mond schien helle“, das den Impuls zu dieser Produktion gab, kombiniert scheinbar unvereinbare Vorgänge und verwirrt und demontiert dadurch unsere erlernte Wirklichkeit. Die Überforderung durch die Unmöglichkeit der Bilder erzwingt und öffnet der Phantasie den Weg in eine andere Vorstellungsebene: Während man daran scheitert, die Gegensätze aufzulösen und wieder in eine „rationale Weltordnung“ zu überführen, entstehen bei jedem Menschen ganz eigene, absurde Parallelwelten.

 

Widersprüche markieren scheinbar unüberwindbare Grenzen, allerdings ergeben sie sich aus einem bestimmten Wahrnehmungs- bzw. Denksystems heraus. „Hares on Skates“ ist der Versuch, Gegensätze bzw. ihre Unvereinbarkeit durch einen Wechsel der Perspektive anzuzweifeln und aufzulösen, (menschengemachte) Konstruktionen offen zu legen: die wirkliche Wirklichkeit wird in Frage und auf den Kopf gestellt oder zumindest in eine produktive Schräglage gebracht.

 

Eine Koproduktion mit dem HAU Berlin und dem FFT Düsseldorf, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und durch die grosszügige Unterstützung der Fabrik Potsdam sowie des Unidram Festivals Potsdam.

 

Danke schon vorab an Daniel Bausch, Ellen Schieß, Heini Nukari und Stéphane Hisler für das wunderbare gemeinsame Brainstormen, Danke an Nina Tecklenburg, Ulrike Schaper und Astrid Herbold für´s konzeptionelle Input und Danke an Carena Schlewitt, Barbara Friedrich, Stefan Tkotz, Jan-Philipp Possmann, Kerstin Müller und Katja Timmerberg.

 

www.buerofuerzeitundraum.de

 

Antragsteller/in Anne Hirth/ büro für zeit + raum

Veranstaltungstermin Premiere: 10. Dezember 2008, am 12., 13. und 14. Dezember 2008 Vorpremiere am 05. November 2008 in der Fabrik Potsdam im Rahmen des 15. Internationalen Theaterfestivals UNIDRAM

Veranstaltungsort Premiere: HAU 2, Berlin. Vorpremiere: Unidram Festival, Potsdam.

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion mit dem HAU Berlin und dem FFT Düsseldorf, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und durch die grosszügige Unterstützung der Fabrik Potsdam sowie des Unidram Festivals Potsdam.

Internetseiten www.buerofuerzeitundraum.de

bürofürzeitundraum

Winners versus Losers

Winners versus Losers

 

 

 

Choreograohie und Tanz:

Christina Ciupke, Mart Kangro

 

Koproduktion:

Christina Ciupke, Kanuti Gildi Saal Tallinn

 

Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds Berlin, Cultural Endowment of Estonia, Goethe Institut Tallinn

 

In the frame of Dance Residency Project (DPR), european network of Centre National de la Danse (France), Centrul National al Dansului (Romania), Tanzquartier Wien (Austria), BadCO/CDU (Kroatia), DAAD (Germany) and Kanuti Gildi Saal (Estonia)

 

 

 

 

In dem Augenblick, in dem man eine andere Person zum ersten Mal zu Gesicht bekommt, strömen Unmengen von Informationen auf einen ein. Lange bevor eine verbale Kommunikation beginnt oder es zu einer Berührung kommt, fängt man an, die andere Person, deren Körper und kulturellen Hintergrund zu entziffern. Das unbekannte Terrain wird nach und nach in unterschiedlichen Schichten aufgedeckt, die Informationen werden in kürzester Zeit immer weiter ausdifferenziert.

 

In ihrer ersten Zusammenarbeit „longer than expected“ (2007) untersuchten Christina Ciupke und Mart Kangro die Grundlagen und Kontrollmechanismen physischer Ausdauer. Mit ihrem Duo „Winners versus Losers“ setzen sie ihre Zusammenarbeit fort und hinterfragen den Prozess einer Aktualisierung des Selbstbilds im Verhältnis zum Fremdbild und demjenigen, mit dem man gerne identifiziert werden möchte.

Wie macht man eigentlich einen guten Eindruck? Oder vielmehr, warum wird die Frage nach dem Wie überhaupt gestellt? Das Navigieren in der eigenen Persönlichkeit könnte plötzlich zur Herausforderung werden, sobald man versucht, ein gängiges, stereotypes, auf ”richtig und falsch” basierendes Wertesystem auf sich anzuwenden.

 

 

 

Biographien:

 

Mart Kangro (Talinn, Estland) gilt als einer der bekanntesten zeitgenössischen Tänzer und Choreographen Estlands. Sein erstes eigenes Solo “Start. Based on a True Story“ hatte 2001 Premiere und wurde in über 15 Ländern gezeigt. 2005 erarbeitete er gemeinsam mit Krõõt Juurak und Manuel Pelmus das Trio „Out of Functions“, das ebenfalls internationale Anerkennung fand. Er kollaborierte für mehrere Produktionen mit Choreograph und Tänzer Thomas Lehmen (Baustelle, Schreibstück, Funktionen). Weiterhin schuf er 2006 eigens für Schauspieler des berühmten Tallinner Von Krahl Theaters das Stück „Erki und Tiina“.

 

Christina Ciupke (Berlin) beschäftigt sich in ihrer Arbeit vor allem mit der medienüberschreitenden Auseinandersetzung von Tanz mit anderen Ausdrucksformen.

Eine langjährige Zusammenarbeit verband sie mit der Fotografin Gisela Dilchert (z.B. rissumriss). In jüngster Zeit entwickelte sie Projekte mit u.a. Myriam Gourfink und Kasper Toeplitz (it could all begin again/kill the king), Nik Haffner (Subtitles) sowie Mart Kangro (longer than expected). 2007/2008 setzt sie ihre Kollaboration mit Mart Kangro fort (Winners versus Losers) und arbeitet gemeinsam mit dem Bildenden Künstler Lars Ø Ramberg an einem Projekt im öffentlichen Raum (unexperienced experience).

 

Hintergrund:

 

Christina Ciupke und Mart Kangro arbeiteten 2007 zum ersten Mal für ihr Duo „Longer than expected“ zusammen. In ihm untersuchten sie die Strukturen von Wiederholung, Ausdauer und Kontrolle und deren Rolle innerhalb von Prozessen des Lernens.

 

„Hier geht es schonungslos um alles oder nichts. Wer kann am längsten und wo beginnt die Sucht nach mehr? So fragt die Dramaturgie. Das Repertoire an aerobischen Übungen aus Sport, Krafttraining und Yoga wird synchron durchexerziert, bis einer der beiden den Aus-Knopf drückt. Leise Musik ertönt. Springseile knallen wie Peitschenhiebe. Parallel zur Selbstkasteiung mit Liegestützen adagissimo, Dauerhang am Reck, kniffligen Vierfüßler-Hüpfern und ihrer Balance auf seinen Schultern wird noch per Kassette Englisch gelernt, unregelmäßige Verben. Fit und effektiv ist der Zeitgenosse, straff, distanziert und pragmatisch. Das Ziel: Ausdauer, Adrenalin. Das Leben: pures Üben. Der Moment der Erschöpfung, der im Glücksfall in Euphorie umschlägt, verbirgt sich hinter Beherrschung. Spurlos geht das Überlebenstraining am Beschauer dennoch nicht vorbei. Das Schwitzen und Schnaufen Mart Kangros, die stille Blässe der fragilen Christina Ciupke – beide in Tennisdress und Nike-Sneakers – provozieren zwar das Zwerchfell, doch ein Gefühl des Gerädertseins überträgt sich auf die eigenen Zellen, speziell im Bauchmuskelbereich. Die Spiegelneuronentheorie lässt grüßen. (...)“

Quelle: Irine Sieben, in BalletTanz International 05/07

 

 

Antragsteller/in Christina Ciupke

Veranstaltungstermin 09. bis 11. April 2008. um 20h > AULA Ateliergemeinschaft Milchhof, Berlin Mi 05. & Do 06.03. um 19h30 > Kanuti Gildi Saal, Tallinn, http://www.saal.ee Do 03.04. um 20h > Zwinger 1, Heidelberg im Rahmen des pvc TANZFESTIVAL.2, http://www.pvc-tanz.de/ Fr 04.04.08 um 20h > ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie, Karlsruhe, http://www.zkm.de/ Sa 05.04. um 20h30 > Theaterhaus, Stuttgart, http://www.theaterhaus.com

Veranstaltungsort Kanuti Gildi Saal, Tallinn/Zwinger 1, Heidelberg/ZKM, Karlsruhe/Theaterhaus, Stuttgart/AULA Ateliergemeinschaft Milchhof

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Kanuti Gildi Saal, Tallinn, Goethe Institut Tallinn, Estnische Botschaft/ e wie estland, Cultural Endowment of Estonia, IIm Rahmen von Dance Residency Project (DPR), european network of Centre National de la Danse (France), Centrul National al Dansului (Romania), Tanzquartier Wien (Austria), BadCO/CDU (Kroatia), DAAD (Germany) and Kanuti Gildi Saal (Estonia)

Internetseiten www.christinaciupke.comwww.saal.eewww.pvc-tanz.dewww.zkm.dewww.theaterhaus.com

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