Das Rhizom machen....

wuchern, wildwachsen , ins Kraut schießen, blühen, sich entwickeln, grünen, welken, florieren vermehren, schwellen, aufgehen, treiben, hochschießen, gedeihen, vervielfachen, blühen florieren, stecken, entwickeln, ins Kraut schießen, wuchern, wildwachsen, sich ausdehen, gedeihen, anwachsen, grünen, welken, verdorren, trocknen, schrumpfen. pflücken, ernten, bestäuben, pflanzen, säen und untersuchen.

 

 

Das Rhizom machen..... zeigt anlässlich der Eröffnung vom EDEN***** Spuren künstlerischen Wirkens und künstlerischer Vernetzung.

Das EDEN*****, ist ein Ensemble mit insgesamt mit 2 Villen, einer Remise und zwei Neubauten in Pankow auf einem 4800qm großen parkähnlichen Gelände.

Der Bau der Neubauten mit fünf säulenlose Tanzstudios in den Größen 300qm, 2x 150qm, 2x190qm mit Foyer und Nebenräumen wurde von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie gefördert.

 

Der neue Standort ist ein wesentlicher Beitrag, die Produktions-, Lehr und Aufführungsbedingungen für Künstler in Berlin, aber auch internationale Produktionen zu verbessern. Neben dem Tanz als Schwerpunkt, bieten die unterschiedlichen Raumformate Künstlern aller Genre flexible Arbeitsmöglichkeiten.

 

Im Berliner städtischen Raum ist die ist die Einbeziehung von Gartenkultur in die künstlerische Produktion, Lehre und Aufführung besonders.

Dabei geht es nicht um eine Kopie der Land Art-Bewegung der 70er Jahre. Der Garten ist Quelle für Metaphern nicht nur für die Organisationskultur, sondern auch für künstlerische und pädagogische Prozesse: So gibt es Wucherungen, Rhizome, Pusteblumen, Schönheit und Funktion, Symbiose, Synergien, Zyklen, Rhythmen, Welken.

 

Der neue Ort wurde einer Reihe von Fachleuten, Künstlern, Journalisten und Multiplikatoren bereits vor Ort vorgestellt. Ohne es zu forcieren, stand der Garten fast immer im Mittelpunkt der Gespräche, so stellten die Gesprächspartner Assoziationen zum Monte Veritas, zu Esoterik, Künstlerkolonien, Gartenstädten, etc. her.

 

Für den neuen Ort wurde bewusst kein Manifest geschrieben. Das, was konzeptuell vorher formuliert wird und was das Leben tatsächlich entwickelt muss nicht zwingend identisch sein. Vielmehr entwickelten sich gerade spannenden Projekte durch Zufälle, durch Probleme, aus Zusammenkünften von Menschen unterschiedlichster Hintergründe, durch tagespolitische Ereignisse, ohne das jemand dies vorher hätte aufschreiben können. Bestimmen wir in der Theorie präzise die Zukunft, berücksichtigen wir nicht die Potentiale der Mitwirkenden. Umgekehrt heißt es natürlich nicht, dass grundsätzlich auf ein Konzept und Qualität verzichtet werden soll.

Es ergibt sich daraus eine Leitungskultur, die verbindet, moderiert und einen Verflechtungsprozess dokumentiert. Sie lässt eine Vielheit von Nebenwurzeln wild wachsen. Innerhalb dieses Prozesses kommt es zu Wucherungen, zum Welken und Gedeihen und zu Eigenheiten, die wieder zu weiteren Ablegern führen. Dabei vermischen die vielen Verbindungen nicht miteinander zu Einem sondern bleiben heterogen miteinander verbunden und führen ggf. zu Neuem oder zu Überraschungen. Dies kann nur funktionieren, wenn „das selbstschöpferische Handeln, frei bezogen auf den gegenwärtigen Kontext“ (Deleuze) von allen Beteiligten angestrebt wird.

 

 

 

Am Produktionsort hat man das große Glück, das Umfeld, die Geschichten, die Entstehung von Kunstwerken zu erleben. Schade ist, dass der Zuschauer nur den Ausschnitt der Bühnenform erlebt und nicht teilhaben kann am Prozess, an der Bewegung der Entwicklung das „Produktes“. „Das Rhizom machen“ gibt dem Besucher und Zuschauer Gelegenheit die Struktur und den Hintergrund von künstlerischer Produktion wahrzunehmen und auch nach der Eröffnung daran teilzuhaben.

 

“Offensichtlich hat das Rhizom weder Anfang noch Ende, es besteht aus begehbaren Räumen, die auf verschiedenen Etagen ineinander übergehen und verschieden genutzt werden.“ Erdmann

 

Das Werkstattprojekt „Das Rhizom machen....“ begann schon vor Monaten mit der dokumentarischen Begleitung von künstlerischen Projekten DOCK 11 durch Interviews, Fotos und Videos. Das Material wird in einer Ausstellung während der Eröffnung dem Publikum zugänglich gemacht. Außerdem hinterlassen Choreographen Spuren ihres künstlerischen Wirkens, die auch performativ sowie mit Elementen Bildender Kunst, Musikkomposition, etc. arbeiten.

Doch auch die Besucher und Gäste des Abends hinterlassen Spuren.

Sie können Fragen stellen, Fragen hinterlassen, Fragen beantworten. Erinnerungsspuren ehemaliger Mitarbeiter und Besucher in der langen Geschichte des Hauses als Kreis-Kulturhauses Erich-Weinert werden sichtbar.

In der Remise gestalten die Besucher eine Installation, die sich durch die Bezüge zueinander im Laufe des Abends entwickelt.

 

Die Veranstaltung veranschaulicht das Prozesshafte, hat den Fokus auf die Bewegung, den Weg. So versteht sich die Eröffnungsveranstaltung als nachhaltiger Auftakt, die Verbindungen zwischen den Beteiligten und den Besuchern zu stärken und in die Zukunft hinaus auszubauen. Durch die unkonventionelle Verbindung von scheinbar getrennten Aspekten kann es zu Brüchen von Denkmodellen kommen, die wieder zu neuen Verbindungen zusammengedacht werden.

Der Abend wird dokumentiert und das Rhizom wird auch nach der Eröffnung weiter wachsen. Es dient als interaktive offene Struktur, die weitverzweigte Einflüsse auf den Neuen Ort vor allem auch durch seine Besucher und Nutzer zulässt und sichtbar macht.

Die Materialien aus dem Werkstattprojekt eignen sich auch als Materialsammlung für Publikationen.

 

Die Zielgruppe für das Eröffnungsereignis ist weitgefächert. Es wird Angebote und Erlebnisse für Kinder und Erwachsene, Eltern, Großeltern, Nachbarn, für Künstler , für Gartenliebhaber, Politker, Fachpublikum, etc.

 

Antragsteller/in DOCK 11 GmbH

Veranstaltungstermin 12. November 2009

Veranstaltungsort EDEN****, Breite Straße 43, 13187 Berlin / Pankow

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen amaraouiburnerproject (Matthieu Burner), Yeri Anarika Sanchez, Morgan Belenguer, Walter Bickmann, Vidal Bini, Trixi Cordua, Claus Erbskorn, Andonis Foniadakis, Matthieas Herrmann, Catherine Jodoin, Howard Katz, Yui Kawaguchi, Anna Kubelik, Katharin Karouaschan, Melanie Lane, Niels Lorenz, lucida, Clint Lutes, Tomi Paasonen, Lena Meierkord, Eva Meyer-Keller, Caroline Picard, POOL, Christian Meyer, Monika Rinck, Gabriella Riccio, Felix Ruckert, Jasna Vinovrski, Annuschka von Oppen, Shang-Chi Sun, Martin Stiefermann, Nino Sandow, Seneca Intensiv, Stephanie Thiersch, Christoph Winkler, Maren Witte, Nir de Volff / TOTAL BRUTAL, Yannis Adoniou, u.a.

Internetseiten www.eden-berlin.comwww.dock11-berlin.de

Pressestimmen

Eröffnung, Foto: Barbara Dietl (für diesen Zweck honorarfrei)

EDEN-Haus, Foto: Brabara Dietl (für diesen Zweck honorarfrei)

EDEN-Studio, Foto: Barbara Dietl (für diesen Zweck honorarfrei)

e-topia

Format: Ausstellung / Raumkomposition aus historischen Artefakte & mediale Installationen + Web-Katalog / Wiki

In unserer mediatisierten Welt, in der Informationen das zentrale Paradigma bilden, sind wir umgeben von elektrischen und zugleich elektronischen Systemen. Gesellschaftliche Anteilnahme ist geprägt von den apparativen Anschlussmöglichkeiten des Einzelnen. „Userinterfaces“ bezeichnen die modernen Schnittstellen zwischen elektrisch/elektronischen Medien und dem eben heute so genannten „User“. Sie bilden einen physikalisch-physiologischen Anschluss an den Körper.

Schon Thales von Milet untersucht und beschreibt die ersten elektrischen Phänomen: Die Anziehung zwischen Bernstein (griechisch: elektron) und Magnetstein 600 vor unserer Zeit und führt diese Anziehung auf die Beseeltheit dieser Materialien zurück. Gilbert prägt um 1550 den Begriff der „vis electra“ für alle bekannten Anziehungsphänomene. Mit der zunehmend systematischeren Untersuchung dieser Phänomene kommt es auch zur Entwicklung erster apparativer Versuchsaufbauten und Geräten mit Hilfe derer man eine Anziehung zwischen meist durch Reibung elektrisierten Stoffe beobachten kann oder einen „Schlag“ abbekommt. Diese Experimente sind nicht nur wissenschaftlich: im Barock richten sich die Fürsten genauso elektrische Kabinette ein, wie Kunstkammern aus denen später die bürgerlichen Museen und Wissenschaftssammlungen hervorgehen..Der Entwurf so einer Ausstellung mit viel historischerm Artefakten ist so auch der Versuch, über das Material und seine Schnittstellen zum Rezipienten eine Geschichte mindestens 200 Jahre (dies betrifft die Exponate) zurück zu entwerfen, die viele Wissenschaftsbereiche und die Technikgeschichte berührt, aber im Kern eine Geschichte der Sinne und des apparativen Interfaces entwirft, und damit nicht einem Paradigma einer Wissenschaftsgattungen und ihrern Sprachsystemen folgt. Mit der Entwicklung der sonArcs – einer minimalen rein elektrisch/elektronischen Schnittstelle zwischen Menschen als teilelektrischen Systemen und rein elektrisch/elektronischen Systemen ab 2000, hat sich ein großes Netzwerk zwischen wissenschaftlichen Institute und Archiven mit N-solab aufgespannt sowie der Kontakt zu einigen ähnlich zwischen bildender Kunst, neuen Medien und Wissenschaften arbeitenden Künstlern und Künstlergruppen vertieft.

e-topia – eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mehrerer Museen und Instituten in Berlin 2009 stattfinden soll, ist ein Kunstprojekt in dem eine Narrationen durch und entlang historischer Apparate / Interfaces und „interaktiver“ Settings um den elektrischen/elektronisch sensorischen Anschluss an den Menschen entsteht:

Ein Panteostat aus einer Praxis von 1930, ein moderner Kernspintomograf, erste Ghostdetectors aus den 20er Jahren, ein „elektrischer Kuss“ von circa 1860, ein elektrischer Stuhl, ein Nachbau eines Orgon-Akkumulators, moderne Tens-Reizstromgeräte, ein Messmertank, EEG als künstlerische Interfaces von Alvin Lussier 1974 z.B., Leitner-Flaschen und Glimmröhren sowie Röntgen- und Gedankenleseapparate als historische Artefakte sowie ihre wissenschaftlichen Rekonstruktionen mischen sich mit künstlerischen Installationen an den Grenzen unser Wahrnehmung.

Begleitend zur Ausstellung soll auch noch eine Datenbank und anstatt eines Kataloges eine Art Enzyklopädie „e-topia“-Wiki der elektrisch/elektronischen Interfaces – der physikalischen Topografie elektrischer Phänomene in Bezug auf den Körper – entstehen. Diese textuelle Hyperstruktur bildet als offene Erzählung eine adäquate Parallelebene zu der räumlichen Komposition / Intallation / Assemblage in der Wissen, Okkultismus, Kunst und Technik sich verweben.

 

Antragsteller/in Jan-Peter E.R. Sonntag

Veranstaltungsort Akademie der Künste

Förderbetrag 10.000 €

Internetseiten www.sonarc-ion.de

Jan-Peter E.R. Sonntag "sonArc::project", Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin 2008 photos: Dirk Bleicker

Jan-Peter E.R. Sonntag "sonArc::project", Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin 2008 photos: Dirk Bleicker

Jan-Peter E.R. Sonntag "sonArc::project", Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin 2008 photos: Dirk Bleicker

Jan-Peter E.R. Sonntag "sonArc::project", Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin 2008 photos: Dirk Bleicker

Ein Labor für Kunst und Medien in Berlin

Im Laufe des Jahres 2008 soll eine umfassende Recherche zu den Bedingungen und Möglichkeiten eines erfolgreichen Labors für Kunst und Medien in Berlin durchgeführt werden. Neben dem Festival für Kunst und digitale Kultur, transmediale, hat von 2005-2007 vor allem das Medien>Kunst<Labor TESLA mit seinem umfangreiches Programm die Produktion neuer Werke wie auch die Präsentation und kritische, öffentliche Reflexion aktueller künstlerischer Arbeit unterstützt. Mit Schließung von TESLA ist eine spürbare Lücke in der Berliner Kulturlandschaft entstanden, die in Zukunft durch eine stabilere Institution für Kunst und neue Medien wieder zu schließen sein wird. Hierfür sollen die konzeptionellen und politischen Grundlagen gelegt werden.

Antragsteller/in Andreas Broeckmann, mikro e.V.

Veranstaltungstermin 2008

Veranstaltungsort Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen

Internetseiten www.tesla-berlin.de

kommunalka berlin 08/09

Kommunalka 08-09 ist ein interdisziplinäres Kunst– und Kulturprojekt. Thema ist Osteuropa in Berlin. Mittels verschiedener Kunstformen (Theater, Installation, Film, Lounge, Musik, Kochen) sollen Berliner MitbürgerInnen aus den osteuropäischen Ländern sowie Berlin selbst zu Wort kommen.

In der ersten Phase, der Kommunalka 08, wird von Februar bis Mai diesen Jahres eine umfassende Topographie osteuropäischen Lebens in Berlin erstellt: über den direkten Kontakt zu den Menschen werden Fakten und Geschichten recherchiert, bearbeitet, analysiert, archiviert und für die zweite Phase, der Kommunalka 09, vorbereitet. Des Weiteren werden Strategien und Arbeitsverfahren zur Realisierung des gesamten Projekts erarbeitet.

 

Kommunalka-Team: Anja Scheffer, Hannah Pelny, Ralf Grunwald, Jürgen Schultz

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Andreas Pott

Medienpartner: radiomultikulti vom RBB

 

Antragsteller/in kommunalka c/o Jürgen Schultz

Veranstaltungstermin noch offen

Veranstaltungsort noch offen

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Medienpartner: radiomultikulti vom RBB

copyright kommunalka

Migration von Räumen - über Placemaking im Fokus von Migration und Mauerfall

Die Migration von Räumen

Ein Werkstattprojekt zum Placemaking im Fokus von Migration und Mauerfall

 

Mauerfall und neue Räume

Das Projekt „Viele Grüsse aus Hanoi“ und einige andere künstlerische Projekte in den letzten Jahren haben gezeigt, dass Migration ihre Spuren im Stadtraum einschreibt. Dass sich unsere stadträumliche Lebensqualität, ja ganze Stadtviertel auch aufgrund dieser Einschreibungen in den letzten Jahren verändert haben.

Die Bewegung der Menschen im Raum, die Migration, ist auch eine Bewegung der Räume. In Berlin sind viele solcher „migrierten Räume“ zu beobachten, Berlin selbst ist kein statischer Raum, sondern stellt eine Vielzahl von sich verändernden Räumen dar. Diese zahlreichen Bewegungen und Veränderungen haben sich seit dem Mauerfall beschleunigt.

 

Heimatort | Migrierter Raum

Wie selbstverständlich docken die mitgebrachten Heimaträume (rurale, urbane) an die wechselhaften urbanen Texturen an und finden im schnellen Stadtwandel seit 1989 immer neue Plätze. Insofern stellt sich gerade in Berlin nicht nur die Frage nach einer Anpassung oder Integration der Migrantinnen, sondern auch die der Veränderung des „deutschen“ Selbstverständnisses von Stadtkultur in der Wechselbeziehung mit den einst „fremden“ Einflüssen.

Vielleicht haben sich unsere Stadträume und die der Heimatorte stärker gewandelt als die migrierten Räume einiger Einwanderungsgruppen, die einen Großteil ihrer Identität weiterhin aus dem konservierten Bild ihres Herkunftslandes beziehen, diese Bilderwelten sind aber vielfach durch Erinnerungen idealisiert oder bereits Vergangenheit und stammen aus einer Zeit da sie ihre Heimat verließen. Der gesellschaftliche Wandel in der alten Heimat wird oftmals gar nicht wahrgenommen.

 

Transkulturen

Andere Gruppen zeichnen sich aber auch durch eine transkulturelle Vernetzung aus, für die Verankerung in Deutschland wiederum nur eine untergeordnete Rolle spielt. Sie sind Akteure innerhalb globalisierter Netzwerke und nicht an einen Kulturraum gebunden, sondern bewegen sich äußerst erfolgreich in mehreren Kulturräumen. Wir richten in diesem Projekt unseren Fokus auf das bereits vorhandene Raumverständnis und Erleben bei uns lebender Migranten, meist der zweiten Generation.

So werden wir einerseits die durch Migration entstandenen Räume untersuchen (Migration der Räume) und uns zum anderen die gegenseitige stadträumliche Wahrnehmung betrachten (Placemaking). Wer hat seit dem Mauerfall eigentlich wem welchen Platz gemacht?

 

Schwerpunkte

Die Betrachtungsschwerpunkte bilden die durch Migration entstandenen Raumphänomene und die Wahrnehmung von Stadt aus Migrantensicht

 

- Die Erfahrung der ehemaligen Mauer und ihr Einfluss auf die Wahrnehmung und Ausprägung von Räumen bei den unterschiedlichen Migrantengruppen.

- Die Mauer als Raumgrenze in Erfahrungen in Berlin lebender Migranten

- Territoriale Festschreibung der ehemaligen Mauergrenzen durch Ausbreitung von Aktivitäten verschiedener Migrationsgruppen.

- Gibt es eine Schwelle von Ost nach West und von West nach Ost?

- Territorien und Mauern: Türkische Migrationsräume in Kreuzberg, Vietnamesische Migrationsräume in Lichtenberg, Russische Migrationsräume in Marzahn, Arabische Migrationsräume im Wedding

- Gibt es Wahrnehmungsunterschiede zwischen den einzelnen Gruppen?

 

Medien

In einem Werkstattprojekt wollen wir diesen Fragen nachgehen, Migration von Räumen entdecken und mit Interviews, Fotografien und Video das Stadtbild und den Blick auf die Veränderungen der Stadt seit dem Fall der Mauer durch verschiedene Migrantengruppen dokumentieren.

 

Ergebnis

Das in seiner Form und seinen Ergebnissen offene Projekt soll durch eine Ausstellung mit Publikation im Rahmen des Programms zum 20-jährigen Jahrestag des Mauerfalls 2009 dokumentiert werden.

 

In dem Werkstattprojekt „Die Migration von Räumen: Placemaking im Fokus von Migration und Mauerfall“ erarbeitet ein interdisziplinäres Team aus Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen unter Verwendung unterschiedlichen Medien das umrissenen Themenfeld. Über die Projektdauer eines Jahres werden Material in Fotografien, Videodokumenten und Texten gesammelt, ohne sich von vornherein auf ein künstlerisches End- Ausstellungsprodukt festzulegen.

 

Biografien

Joana Breidenbach ist Ethnologin und publiziert schwerpunktmäßig über transkulturelle Identitäten.

geb. 1965, Studium der Ethnologie und Kunstgeschichte in München, Berkeley und London. 1994 Promotion zum Dr. Phil.. Seit 1992 tätig als Autorin und Journalistin in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen zu den kulturellen Folgen der Globalisierung, Migration und Tourismus, u.a. Tanz der Kulturen, Rowohlt 2000 (mit I. Zukrigl), langjährige Kolumnistin des Wirtschaftsmagazins brand eins, Veröffentlichungen in GEO und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Herausgeberin (gemeinsam mit P. Nyiri) von China Inside Out: Contemporary Chinese Nationalism und Transnationalism (Central European University Press 2005). „Deutsche Südsee“, ein Buch zur Strandkultur ist in Vorbereitung (2007, Marebuchverlag).

 

Stefanie Bürkle ist Künstlerin und arbeitet über die Wirkung und Identität von Stadträumen.

geb. 1966, Studium der Scénographie in Paris und freie Kunst an der UDK in Berlin. Bühnenbilder in Paris am Théatre des Amandiers und MC 93 Bobigny, in Berlin am Berliner Ensemble, Theater am Halleschen Ufer und in den Sophiensaelen. Künstlerin und Stadtforscherin. Themen wie „Stadt“, „Künstliche Welten“, ,„Fassade-Tapete-Raum-Architektur“ werden von ihr mit unterschiedlicher Medien wie Malerei, Fotografie, Postkarten und zuletzt einer Tapetenproduktion untersucht. Die übliche Wahrnehmung der Stadt überprüft Sie durch neue Lesarten von Projektionsflächen und den Räumen dahinter (Stadt als Bühne/Architektur als Szenographie). Das Projekt „Beirut Berlin“ ein Vergleich zweier Städte nach der Teilung, sowie „Eiscafé Venezia“ in Deutschland (beide im Vice Versa Verlag Berlin) und zuletzt der Palast der Republik als „Berliner Tapete“ fürs Wohnzimmer sind einige ihrer Arbeiten. Arbeitsstipendium der Senatsverwaltung für Kultur und Wissenschaften 2004. Das Projekt „Lo Chao tu Hanoi“ 2006/2207 wurde gefördert durch den Hauptstadtulturfonds.

 

Thi Hoang Lan Do ist vietnamesische Sozialwissenschaftlerin und beschäftigt sich mit dem Leben von Vietnamesinnen in Zwischenwelten.

geb. 1972 in Hanoi-Vietnam. Studium der Sozialwissenschaften an der Humboldt Universität Berlin, 2004 bis 2005, Seit 2002 Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung, Doktorandin am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität Berlin, Forschungsthema „Leben in Zwischenwelten. Vietnamesinnen in Berlin“. Mitwirkung an dem Film „Fremde Heimat“, zuletzt wissenschaftliche Mitarbeiterin des Projektes Migration der Kulturstiftung des Bundes.

 

Berit Petzsch ist Ethnologin und arbeitet in Berlin.

geb. 1976 in Berlin. Studium der Europäischen Ethnologie und der Kulturwissenschaften an der HU Berlin. 2005 Magister, Abschlussarbeit (zusammen mit Dana Mosemann) „Der Palast der Republik. Ein Laboratorium auf Zeit“ (Text und Interviewfilm). 2002-2004 Mitwirkende an der Wanderausstellung (Prenzlau, Stettin und Berlin) „Europa an der Grenze. Ost Odra West Oder.“ 2005 Leonardo Stipendiatin am Royal Anthropological Institute in London. Seit 2002 für die Dance Company Bettina Owczarek im Kulturmanagement tätig.

 

Weitere Projektpartner sind geplant.

 

Antragsteller/in Stefanie Bürkle

Veranstaltungstermin noch offen

Veranstaltungsort noch offen

Förderbetrag 18.000 €

Internetseiten www.stefanie-buerk...acemaking.de

Restaurant Bagdad am Schlesisches Tor in Berlin-Kreuzberg © Stefanie Bürkle / VG Bildkunst Bonn

Einfahrt zum chinesischen Großmarkt in Berlin-Lichtenberg © Stefanie Bürkle / VG Bildkunst Bonn

Restaurant Bagdad Berlin-Kreuzberg c: Stefanie Bürkle / VG Bildkunst Bonn

Performing Space

Performing Space versammelt KünstlerInnen, die sich den veränderten Bedingungen einer vernetzten, zunehmend medial vermittelten Welt annehmen und dies in ihren Arbeiten sowohl konzeptionell als auch formal demonstrieren. Das Projekt geht der Frage nach: Wie erfahren wir diesen in dynamischem Fluß befindlichen Raum anders als den traditionellen, dreidimensionalen Raum? Was bietet er für neue Möglichkeitsräume auf der einen, was für Herausforderungen auf der anderen Seite?

 

Mit aktuellen künstlerischen Praktiken wie Mapping, Locative Media Projekte, City-Walks u.ä.

soll in Berlin ein Ausstellungsprojekt für 2009 vorbereitet werden. Bewußt wird es eine Mischung von Formaten und Ansätzen geben, werden MedienkünstlerInnen neben Bildenden KünstlerInnen präsentiert werden. Ziel des Werkstattprogramms ist es auch, Berliner Ausstellungs- und Veranstaltungshäuser für diese neuen, zeitgenössischen Kunstformen zu

sensibilisieren und als Projektpartner zu gewinnen.

 

Eine Kurzresidenz gibt den teilnehmenden KünstlerInnen Gelegenheit, neue Beiträge zum Thema zu erarbeiten.

 

Antragsteller/in Trampoline GbR - Anette Schäfer & Miles Chalcraft

Veranstaltungstermin Werkstattprogramm, keine Veranstaltung

Veranstaltungsort Kurzresidenz auf Schloss Bröllin

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen wird z.Z. erarbeitet

Internetseiten www.trampoline-berlin.dewww.trampoline.org.ukwww.radiator-festival.org

Heath Bunting, Status Project: An A-Z of the System, Trampoline UK 2007, Photo: Karen Fraser