Anatomie Titus - Metamorphose und Rache (AT)

„Anatomie Titus“ ist ein Passionsweg durch die Moderne in 14 Tableaus, angelegt als globale Erzählung mit internationalen Darstellern.

Die Installation ist dreiteilig synchron und vereint filmische mit theatralen Elementen, sie überträgt den historischen Stoff des Shakespeareschen „Titus Andronicus“ auf neuzeitliche und globale Prozesse, und extrahiert gleichzeitig zeitlose mythologische Momente.

Die Textfassung besteht fast ausschließlich aus der Kommentarebene der Titus Andronicus Adaption Heiner Müllers, „ Anatomie Titus Fall of Rome“, den modernen Schlagzeilen, um die er das Shakespeare Stück erweitert hat.

 

Die filmische Installation ‚Anatomie Titus’ stellt die weiblichen Figuren des Stücks - das heranwachsende Mädchen Lavinia, Tochter des Titus und die von ihm geraubte Gotenkönigin Tamora und spätere Kaiserin Roms - in den Vordergrund. Sie führen gleichzeitig als Erzählerinnen durch die Geschichte des Films. Die Handlung des Stückes wird choreographisch begleitet von Tänzern des Staatsballetts Berlin. „Anatomie Titus“ wird produziert in Kooperation mit der Akademie der Künste zu Berlin.

Antragsteller/in Brigitte Maria Mayer

Veranstaltungstermin 2009

Veranstaltungsort Berlin - Akademie der Künste

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Medienboard Berlin Brandenburg Allianz Kulturstiftung Akademie der Künste Staatsballett Berlin Theater im Pfalzbau Attis Theater Athen

Internetseiten www.anatomie-titus.net

Pressestimmen

copyright: Brigitte Maria Mayer

Architecture of Survival

 

 

 

'Architectures of Survival'/ 'Architektur des Überlebens

 

Ausstellung: 4. – 27. April 2008

 

Mit: Agency, Jofroi Amaral, Rossella Biscotti / Kevin Van Braak / Bart Schoonderbeek, Vaast Colson, Fabien Defendini, Delphine Deguislage, Simona Denicolai & Ivo Provoost, Yona Friedman, Laure Gatelier, Agnès Geoffray, Ella Klaschka, Nathalie Mertens, NG, Yan Renand, Kurt Ryslavy, StudioBasar

 

Ein Projekt kuratiert von Komplot für Sparwasser HQ

Kurator-gruppe Komplot: www.kmplt.be

 

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Programm:

 

Eröffnung: 3. April, 18 Uhr

Eröffnungs-Party: Scala, Friedrichstr. 112a, Berlin-Mitte (Oranienburger Tor), 11 pm

p.s.party mit project spaces Artnews Projects, Program, Sparwasser HQ

djs: your body & sweat

 

Performance

3. – 6. April: Rossella Biscotti / Kevin Van Braak / Bart Schoonsderbeek, 'Mobile Atelier'

4. April, 22 Uhr: Fabien Defendini

5. April, 18 Uhr: Kurt Ryslavy, 'Introduction to a kind of architecture' (Einführung in eine Art Architektur)

27. April, 14 Uhr: Agency, Specimen 848 (Dannon Healthy Habit Cookbook), in der kulinarischen Buchhandel Kochlust, Alte Schönhauser Str. 36-37, Berlin

16 Uhr: StudioBasar, Vorlesung 'Evacuating the Ghost', in Sparwasser HQ, Torstrasse 161, Berlin

18 Uhr: NG, 'Limits of Paradise' + Yan Renand, 'Moldiness'

19 Uhr: 'Bloody Sunday', Videoprogramm und Performance von Miss Le Bomb

 

Abschluss-Party 'Bloody Sunday'-programm zusammengestellt von Pauline Doutrelingne

 

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Einführung:

 

Das Werk des ungarisch, französischen Architekten Yona Friedman (1923 geboren in Budapest, lebt in Paris) ist der Ausgangspunkt dieser Ausstellung. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Friedman, welches sich der prekären Natur einer modernen Gesellschaft widmet und kreative Vorschläge macht um den Problemen zu begegnen, die durch Hyper-Konsum und kapitalistische Strukturen von sozialer und räumlicher Organisation hervorgehen. Friedman erregte Aufsehen mit seinem Manifest „L’ Architecture Mobile“ (Mobile Architektur) und seinem Plan für eine utopische Stadt „La Ville Spatiale“ (Die räumliche Stadt). Seine Ideen gehen weit über die Architektur hinaus und in Bereiche wie Soziologie, Wirtschaft, Mathematik, Informatik, Planung, Kunst und Film.

Friedmans Schriften sind heute einflussreiche architektonische Konzepte, ausgehend von einem kapitalistischen und wirtschaftlichen Modell in einem Staat mit generalisierter Armut. Yona Friedman macht Vorschläge für das Unvorhergesehene, bietet die Mittel und das Wissen damit Menschen ihre eigene Lebensumwelt bestimmen, sich aneignen und wieder erfinden können und über das normative, funktionale Vermögen mit neuen gesellschaftlichen Formen den eigenen Wohnbereich zu gestalten hinausgehen.

 

Entsprechend zu Friedmans Methode sich die Architektur als kreatives Werkzeug anzueignen, durch die Erstellung von „do-it-yourself“ -Bedienungsanleitungen, Instruktionen und Rezepten, wird sich die Ausstellung dem eigentlichen, kreativen Prozesses widmen, welcher Strategien von Mobilität und Überleben mit einbezieht. Grundsätzlich geht es darum, wie die Kunstwerke ihren ursprünglichen Kontext „überleben“. Die Künstler werden mit den „Spuren“ und „Überresten“ von Performances und Aktionen arbeiten. In diesem Projekt wird die „Spur“ einer privilegierten Recherche unterzogen.

 

Eines der gemeinsamen Materialmerkmale der ausgestellten Werke ist „Leichtigkeit“ und Ökonomie der zur Verfügung stehenden Mittel. Ob sie aus wiederverwerteten Materialien, Stoff, Objekten oder Papier hergestellt oder von audiovisueller Natur sind; sie sind einfach zu transportieren und das ermöglicht ein improvisiertes und flexibles Erarbeiten und Präsentieren. Die teilnehmenden und performativen Aspekte der Arbeiten sind in diesem Projekt maßgebend. „Alle Künstler haben etwas gemeinsam. Sie träumen davon etwas zu tun, das sozialer, gemeinschaftlicher und realer ist wie Kunst“ – Dan Graham.

 

Mit „Architektur des Überlebens“ möchten wir passend zu den künstlerische, sozial utopischen Gedankengängen eine gewisse „kritische Distanz“ kreieren und ein Ausstellungsmodel in Zusammenhang mit dem Publikum entwerfen.

 

 

Kunstwerke:

 

Agency: (1992 gegründet in Brüssel) erstellt eine Liste von quasi Dingen: Dinge, die eine Verklärung/Unklarheit beschreiben in Bezug auf die Aufteilung der Natur in die Klassifizierungen „Natur“ und „Kultur“. 1993 Publications International Ltd. veröffentlichte ein Buch mit auf Joghurt basierenden Rezepten genannt “Dannon Healthy Habit Cookbook”.

(“Dannon gesunde Gewohnheit Kochbuch”). Sehr bald entfachte ein Konflikt, die Herausgeber Meredith Corp. behaupteten, dass Publications International 26 Rezepte aus dem Kochbuch “Discover Dannon” (“Entdecke Dannon”) kopierte. In dem darauf folgenden Prozess Publications International Ltd. versus Meredith Corp. stellten die Richter fest, dass «die Rezepte in „Discover Dannon“ nicht die kleinste Menge des schöpferischen Ausdruckes enthalten“ – das heißt, die Originalität – welche die sine qua non/absolute Notwendigkeit des Copyrights ist - . Rezepte sind eine Kombination von „Identifikation der Zutaten“ (Natur) und „Angaben der Zubereitung“ und können nur durch eine sehr gewisse Form des Schreibens den Schutz des Copyrights erlangen. Am 27 April 2008 wird die Probe 0848 Zeugnis ablegen für eine Versammlung von betroffenen Köchen, Schreibern, Herausgeber, Anwälte, usw, in der kulinarische Buchhandlung Kochlust, Alte Schönhauser Str. 36-37, Berlin.

 

Die Arbeiten von Jofroi Amaral (geboren 1978, B, lebt in Berlin) funktionieren als Elemente, die mit verschiedenen Dingen assoziiert werden können und dadurch eine neue Bedeutung erlangen. Den Zelt-Unterschlupf, den er zeigen wird, wird direkt vor dem Video von NG platziert und so ein schützendes Obdach für die Köpfe der Besucher bieten. Das kleine Zelt und die Kissen sind hergestellt aus wieder verwerteten Leinwänden und Plastik, sie sind weiß und reflektieren das Licht im Raum. Der kosmologische Gehalt der Arbeit ist sehr bedeutungsvoll.

 

Vaast Colson (geboren 1977, B, lebt in Antwerpen) befasst sich mit dem Umfeld, dem er in einer Ausstellung ausgesetzt ist. Er hat keine Arbeiten im herkömmlichen Sinne zur Verfügung. Die Arbeiten, die er ausstellt, sind meistens Überreste einer Performance. In seinen sichtlich sehr einfachen Handlungen bringt er Fragen über ein soziales Netzt auf und den „Back to Basics“ Ansatz der 70er. Zum Beispiel während einer seiner Performances bittet er einen indischen Blumenverkäufer seinen kleinstädtischen Preis für Freie Kunst entgegenzunehmen und eine Rede zu halten. Für sein Projekt in Berlin wird er ebenfalls eine gewisse zeitgenössische Kunst Situation konfrontieren, wir haben im Moment noch keine genaueren Details darüber.

 

Fabien Defendini (geboren 1978, F, lebt in Brüssel): Architektur als eine Wahrnehmung von Zeit zu erachten als ein gebrauchtes Objekt von Raum als eine soziale Praxis. Die Idee ist ein Bild eines Gebäudes über ein anderes zu projektieren, eine Gegenüberstellung von zwei Zeiten/Räumen. Der Künstler wird auch eine weiteren Kontext durch seine Stimme hinzufügen, in einem Versuch seine Berufung zu testen, wird er über einen politischen Diskurs sprechen, welcher in seiner Ausübung längst vergessen sein mag.

 

Delphine Deguislage (geboren 1980, B, lebt in Antwerpen) wird eine Installation im größten Fenster der Ausstellung anbringen. Mit farbigem Klebeband wird sie farbige Formen kreieren, die den öffentlichen Raum mit dem Galerieraum verbinden. Sie benutzt sehr einfache Materialien und Bearbeitungen und bittet das Publikum sein tägliches Umfeld an einem neuen Tag zu betrachten.

 

Simon Denicolai (geboren 1972, I, lebt in Brüssel) & Ivo Provoost (geboren 1974, B, lebt in Brüssel): Viele von Denicolai und Provoosts Eingriffen (Video, Installation, architektonische Interventionen und Eingriffe im öffentlichen Raum) rühren von der Frage des identitären Raumes – ob es eine mentale, sozial-ökologische oder physische Auffassung ist – eines Individuums in einer Gesellschaft. Als erstes soziales Element, die primäre Quelle von Gegenüberstellung und Austausch mit Alterität, steht das Paar, welches in ihrem Falle der kreative Kern ist. Die Unterscheidung zwischen öffentlicher und privater Sphäre ist oft sichtlich verwischt. Für „Architectures of Survival“ haben sie eine Performance entworfen:

Die Verbreitung einer Nachricht, in Gedanken ein Bild so lange zu beschreiben bis es mehr Glaubwürdigkeit erlangt, als seine eigentliche Wirklichkeit. Sie reagieren auch auf die additive und mobile Strategie unseres Projektes.

 

Yona Friedman (geboren 1923, Budapest, lebt in Paris) verteilt Bedienungsanweisungen für Gebäudestrukturen, Skulpturen, Schutzdächer, die in öffentlichen Räumen mit Hilfe von Komplot gebaut werden.

 

Laure Gatelier (geboren 1976, F, lebt in Brüssel) wird mit der Erinnerung von Berlin arbeiten, sie wird einige der Hauptclichés dieser Stadt reaktivieren wie zum Beispiel die Kugeleinschüsse, die man noch sehr lange an den Mauern sehen konnte.

 

Agnes Geoffray (geboren 1976, F, lebt in Brüssel) packt wie sie es nennt die „legendäre Grausamkeit“ an. Sie erforscht die dunkle Seite unserer Psyche, gleichzeitig untersucht sie die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Dabei recycelt und überarbeitet sie Bilder und Geschichten die sie in den „Vermischten Meldungen“ der Medien findet. Sie eignet sich die Bilder als eine Metapher für eine übliche Strategie des Überlebens an, welcher wir uns zu einem gewissen Grad alle bedienen. Für Geoffroy, sind Fiktionen einfach mögliche Realitäten. In ihrer Installation für dieses Projekt benutzt sie Bilder, die als zu gewalttätig erachtet wurden um veröffentlicht zu werden.

 

Ella Klaschka (geboren 1969, D, lebt in Berlin und Paris): Ein Poster ist das erste was man an einer Wand aufhängt um sich in einer neuen Umgebung Zuhause zu fühlen. Poster definieren eine subjektive Beziehung zwischen Menschen und Architektur. Beiläufig in einer Stadt angebracht, triggern sie den Passanten. Posters sind Ideen, Slogans, Bilder in Bewegung. Sie stehen für etwas anderes: An die Wand gepinnt in einem Teenager-Zimmer bedeuten sie...

 

Nathalie Mertens (geboren 1969, B, lebt in Brüssel): „Königin der Nacht“ ist der Name von schwarzen Tulpen, welche die Künstlerin diesen Winter unter Schildern in einem Stadtpark in Berlin Mitte gepflanzt hat mit der Idee, dass die Schilder eine Verdoppelung erhalten: durch die Anwesenheit der schwarzen Tulpe signalisieren sie zudem, dass hier eine Pflanze steht, über die man nicht gehen darf. Die Tulpen werden Ende April blühen, auch möglicherweise auf dem Gras vor der Niederländischen Botschaft und vor dem Rem Koolhaas Gebäude. Briefliche Anfragen an die Botschaft und Fotografien von der Pflanzung werden ebenfalls Teil des Projektes sein.

 

NG (geboren 1968, F, lebt überall): Als Künstlerin befindet sich NG auf der Suche nach einem neuen Weg des Lebens / des sich Fortbewegens /der Arbeit. Der Film „Limits of Paradies: Free Solo“ zeigt die Künstlerin wie sie in einer Landschaft umhergeht (Schnee bedeckte Berge, post-industrielle Uferzonen, wilde Natur...) sie isst, was sie zum überleben findet (Kräuter, Gräser, Pflanzen...). Begleitend zum Film gibt es Zeichnungen und ein geschriebenes Statement, welches alle sehr bescheidenen Mittel zur Reise und Unterkunft beschreibt (Hängematte, Zelt..). NG wird auch einen Vortrag halten, „Break Hotel“, in welchem sie über kurze Gesprächsausschnitte spricht, die davon handeln, wie sie lebt, arbeitet und sozusagen als „Obdachlose“ Künstlerin von Künstler-Stipendium zu Stipendium zieht.

 

Yan Renand (geboren 1979, F, lebt in Brüssel) wird einen Koffer voller Objekte mitbringen, die zu diesem Anlass aus seinem „Schimmel“ kreiert wurden. „Schimmel“ ist der allgemeine Titel seiner aktuellen Arbeit. Renand arbeitet jeden Tag mit Objekten, die er findet und umwandelt indem er zum Beispiel Plastiksäcke mit Farbe vermischt, Nahrungsmitteln, Pflanzen darin wachsen lässt. Der Prozess von Leben und Tod in seiner Arbeit ist ziemlich verblüffend, ein Zelebrieren von Zerbrechlichkeit. Renand wird auch seine Strickarbeit aus Plastikbändern vorführen.

 

Kurt Ryslavy (geboren 1961, A, lebt in Brüssel): „Europäer“ ist ein Buch in welchem der Künstler die Geschichte von der Beziehung seiner Kunst und seines Weinhandels erzählt. Wie beide Aktivitäten einander beeinflussen, wie er mit dem Weinhandel angefangen hat um als Künstler zu überleben, wie Alkohol die soziale Verbindung sein kann und wie diese Doppelbeschäftigung ihn in beiden Milieus seltsam aussehen lässt. Der komplette autobiografische Text ist in 36 europäische Sprachen übersetzt, ergibt so ein europäisches Tableau oder Portrait eines modernen Malers. Der Künstler wird den Wein servieren in seinem gewohnten Geschäftsanzug... er wird nicht nur leere Flaschen und Farbspritzer zurücklassen.

 

StudioBasar (Gegründet in Bukarest 2004): das Architektenduo wird ihre Plakate „Evakuierung des Gespenstes“ verteilen, die Zeitung erzählt von kreativen Möglichkeiten nach der Vertreibung aus Häuser durch den Kommunismus in Rumänien. Dieses Problem des Überlebens in einem auf Besitz basierenden Gesellschaft deckt größere Themen der Marginalisierung auf und bekommt eine symbolische Annäherung durch die Namen der beiden Architekten: Bocan bedeutet „suchen“ und Axinte bedeutet „retten“.

 

Kevin van Braak (geboren 1975, NL, lebt in Rotterdam) & Rossella Biscotti (geboren 1978, I, lebt in Rotterdam) laden den Architekten Bart Schoonderbeek für „das gute Leben“ ein. Das Projekt „das gute Leben“ ist von dem homonymen Buch des Architekten Inaki Abalos inspiriert, welches zum Reisen in der Imagination einlädt, das Vergnügen zu denken, planen und intensiv leben anregt, ermutigt ein Haus zu erfinden, das es noch nicht gibt. Das Projekt untersucht die Beziehung von architektonischen Elementen eines Hauses und der Konstruktion eines Filmsets. Die Mobilität des Filmsets ermöglicht die fixen Strukturen eines Hauses zu durchbrechen und neue Wege auszukundschaften wie Menschen ihre Umgebung nutzen können. „Das gute Leben“ beinhaltet die Planung einer tatsächlichen Konstruktion eines Hauses/Struktur, das dazu da ist die Hauptrolle in einem Film zu spielen. Es wird ein Film sein, indem die Bewegungen der dortigen Bewohner/Akteure in dem Haus das Gebäude austesten und die Gestaltung und architektonischen Elementen in eine experimentelle Form bringen. Salento, in Puglia im Süden Italiens, wird der Ort für dieses Projekt sein.

 

Die Closing Party wird von Pauline Doutrlingne geplant: Bloody Sunday

EINE KREATIVE GESELLSCHAFT WIRD UNS NICHT RETTEN ABER SIE WIRD UNS ZEIGEN WIE MAN ÜBERLEBT

Ein Anlass der einst sehr weit entfernt in Bejing bei einem Kaffeekränzchen entstand, ist mittlerweile in einen kompletten Sonntag von Feierlichkeiten mutiert und ist den ganzen Weg bis nach Berlin geflogen. Musik ist nicht der einzige aber der Hauptbestandteil von Bloody Sunday. Neben einer großartigen Musikauswahl zusammengestellt von DJ T-Ina Darling (dubstep), Dj mellow yellow (electro mashed potatoes) und einer spezial Performance von Miss Le Bomb, bietet Bloody Sunday auch Videovorführungen, Magazine und andere Überraschungen.

Antragsteller/in Lise Nellemann

Veranstaltungstermin 4. bis 27. April 2008

Veranstaltungsort Sparwasser HQ, Berlin

Förderbetrag 7.500 €

Kooperationen Kuratoren-gruppe Komplot, Brussells

Internetseiten www.sparwasserhq.dewww.kmplt.be/

Denicolai & Provoost, 2008

From left to right: Yona Friedman, manuals Delphine Deguislage, line Agnès Geoffray, video Ivo Provoost & Simona Denicolai, ad in magazine Studiobasar, Evicting the Ghost, poster Nathalie Mertens, Queen of the Night, tulip. Foto: Katharina Kritzer

Yan Renand, 'Moldiness' and knitting performance. Foto: Katharina Kritzler

Ayse Erkmen

Im Herbst 2008 wird Ayse Erkmen mit einer umfangreichen Werkschau im Hamburger Bahnhof zu sehen sein. Die Konzeptkünstlerin nimmt die räumlichen Gegebenheiten des Hauses als Ausgangspunkt der Ausstellung und bahnt sich dabei einen Weg von Außen nach Innen zum eigentlichen Ausstellungsraum im 1. Obergeschoss des Ostflügels. Durch Interventionen und Installationen – mit einer Fassadenarbeit als Auftakt – verknüpft sie die zum Hauptausstellungsraum führenden Räume des Museums. Sie schafft irritierende Situationen, indem sie subtil auf die konkreten Bedingungen und die damit verknüpften metaphorischen Bedeutungen des Ortes Bezug nimmt. Neben Skulpturen und einer sich mit früheren Werken verschränkenden großen Installation wird ihr filmisches Œuvre gezeigt. Das Beziehungsgeflecht der eigenen ‚Grammatik" ist Thema der Berliner Ausstellung.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (deutsch/englisch, ca. 176 Seiten mit 110 Abbildungen, davon 70 in Farbe) mit 5 Essays, 40 detaillierten Werkanalysen und einer Biografie, die eine umfassende Ausstellungsübersicht enthält.

 

Ayse Erkmen, 1949 in Istanbul geboren, lebt in Istanbul und Berlin.

Die Künstlerin wurde 1993/94 vom DAAD zum Berliner Künstlerprogramm eingeladen. Es folgten zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, u. a. in Deutschland, Schweden und der Schweiz (Kuckuck, Kunstmuseum St. Gallen), sowie Einladungen zu Biennalen. Aufsehen erregte neben Erkmens Beitrag für Skulptur.Projekte in Münster 1997 besonders ihr Projekt Shipped Ships in Frankfurt am Main 2001 für die Kunstreihe „Moment – temporäre Kunst im öffentlichen Raum“ der Deutschen Bank AG.

 

Antragsteller/in Staatliche Museen zu Berlin – Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Veranstaltungstermin 13. September 2008 bis 8. Februar 2009

Veranstaltungsort Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin

Förderbetrag 150.000 €

Internetseiten www.smb.museumwww.hamburgerbahnhof.de

Ayşe Erkmen Golden Matters, 2007 Installation mit goldenem Stoff, Gummiband über vorhandenem Schriftzug an Fassade des Museums „Istanbul Modern“, 110 x 1366 cm Foto: © Cemal Emden

Benzin - eine Rekonstruktion von Tauschsystemen in Lagos

Öl ist neben Geld nach wie vor das einflussreichste Äquivalent globaler Tauschhandlungen. Wirtschaftliche Prosperität des Staates auf der einen Seite, Mobilität, Arbeit und das nackte Überleben jedes Einzelnen auf der anderen Seite hängen ab vom reibungslosen Austausch von Treibstoff.

 

Beispiel: Lagos, Nigeria. Schauplatz, Nadelöhr und Kristallisationspunkt von Verflechtungen internationaler Tauschprozesse.

Der Ort: eine Tankstelle in Surulere, einem der geschäftigsten Stadtviertel der westafrikanischen Mega-Stadt. Sie ist Durchgangsstation für Korruption, Transport, Verkehr, Privatleben, Straßenhandel, Small Talk, Wirtschafts- und Politinteressen.

 

Benzin rekonstruiert diese Zusammenhänge mit Hilfe einer mehrkanaligen Video-Raum-Installation: Die Videokünstler Constanze Fischbeck und Daniel Kötter scannen mit 4 Simultan-Kameras das Leben auf der Tankstelle in Echtzeit und versetzen den Betrachter mitten in das Geschehen von Lagos. Nigerianische Gewerkschafter, Areaboys, Politiker, Zwischenhändler, Journalisten und Taxifahrer berichten von Zirkulation und Stillstand. Zusätzlich werden ihre Beobachtungen von nigerianischen Jugendlichen kommentiert. So eröffnet Benzin einen Disput über lokale und globale Tauschprozesse am Beispiel der Ausnahmesituation Benzinknappheit.

 

„Lagos is still a typical african living environment but it has its own internal combustion that can explode any time. In the period of fuel scarcity Lagos is a dangerous place to be because everybody seems to be eating, drinking, sleeping fuel.“ (Jahman Anikulapo)

 

8-Kanal-Videoinstallation, 32 min., Farbe, Ton, Lagos/Berlin 2008

Künstlerische Leitung: Constanze Fischbeck (Berlin); Video, Dramaturgie: Daniel Kötter (Berlin); Text: Ayodele Arigbabu (Lagos); Produktion: Katharina Dietz (Berlin)

 

 

Antragsteller/in Constanze Fischbeck

Veranstaltungstermin 8. - 23. November 2008, Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt, Berlin 19. Juli 2008, Ausstellung im Goethe Institut Lagos

Veranstaltungsort Goethe Institut Lagos, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Förderbetrag 16.000 €

Kooperationen Goethe Institut Lagos Haus der Kulturen der Welt, Berlin gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds Freundeskreis der Heinrich-Böll-Stiftung Berlin Stiftung Umverteilen Goethe Institut Lagos Commerzbank

Foto: Andrew Esiebo

Foto: Daniel Kötter

Cairoscape - Images, Imagination and Imaginary of a Contemporary Mega City

"Cairoscape – Images, Imagination and Imaginary of a Contemporary Mega City" (dt: "Bilder, Vorstellungen und das Imaginäre einer modernen Megastadt") bietet dem Berliner Publikum einen Einblick in die Dynamiken der aktuellen Kunst- und Kulturproduktion in Ägypten.

Ausgehend von der arabisch-afrikanischen Megalopolis Kairo, stellt das Projekt verschiedene Sichtweisen auf moderne Metropolen und aktuelle Phänomene von Urbanisierung und Translokalität vor. Kairo, als exemplarischer Betrachterstandpunkt, legt unerwartete und doch vertraute Szenarien offen. Die Megastadt ist Katalysator und Impulsgeber immer neuer Narrative, die den lokalen Kontext überschreiten, und auch translokaler Ort, von dem kulturelle Einflüsse und in der Region präsente Ideen ebenso ausgehen, wie aufgenommen werden.

"Cairoscape" präsentiert künstlerische Positionen, die in ihren Arbeiten den urbanen und existentiellen Kontext der Megastadt Kairo, ihre Suggestionskraft und ihr Imaginäres reflektieren. Dabei stehen Arbeiten von Künstlern aus Ägypten neben Arbeiten, die im Rahmen internationaler Künstlerresidenzprogramme in Ägypten entstanden sind, wodurch verschiedene Blickregime und Sichtweisen thematisiert und in den Raum gestellt werden. Gleichzeitig wirft das Projekt damit einen Blick auf die Möglichkeiten und das Potenzial, aber auch auf die Widersprüche Kairos als Ort künstlerischer Produktion.

 

 

Rahmenprogramm

 

Die Ausstellung ist von einem dichten Rahmenprogramm am Eröffnungswochenende und über den Ausstellungszeitraum begleitet. Jeden Donnerstag ab 19.00 Uhr finden im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien Vorträge, Filmvorführungen und Diskussionen statt. Das Filmprogramm im Kino Eiszeit (an den Wochenenden am 12.-14. September und 10.-12. Oktober 2008) zeigt Ausschnitte aus der zeitgenössischen Filmproduktion Ägyptens, sowohl kommerzielle als auch experimentelle und unabhängige Filme. Teil des Rahmenprogramms ist außerdem eine Ausstellung im uqbar projectspace (Hassan Khan, "Lust"), eine Filmvorführung in der Friedrich-Ebert-Stiftung, ein literarischer Abend in der Literaturwerkstatt Berlin, sowie der Workshop und die Ausstellung der Workshop-Ergebnisse "Kairo Souvenir Shop" mit SchülerInnen der Fichtelgebirge-Grundschule, Berlin (Eröffnung am 3/09, 12:30 Uhr, Raum der Patenschaften des Kunstraum Kreuzberg/Bethanien).

 

 

KünstlerInnen

 

Doa Aly (Cairo), Gilles Aubry (Berlin), Nermine El Ansari (Cairo), Sherif El Azma (Cairo), Hala El Koussy (Cairo/Amsterdam), Rana El Nemr (Cairo), Shady El Noshokaty (Cairo), Maia Gusberti (Vienna/Bern), Khaled Hafez (Cairo), Hermann Huber (Vienna), Iman Issa (Cairo/New York), Ahmed Khaled (Cairo), Susanne Kriemann (Rotterdam/Berlin), Maha Maamoun (Cairo), Hany Rashed (Cairo), Christoph Oertli (Basel/Brussels), Katarina Šević (Budapest), Randa Shaath (Cairo)

 

 

Off-site-Projekte

 

Hassan Khan (Cairo), "Lust", Ausstellung at uqbar projectspace, Berlin, 27/08- 18/10/2008, Eröffnung 26/08/2008, 19:00. Öffnungszeiten Fr.-Sa. 14:00-19:00 und nach Vereinbarung: projectspace.uqbar-ev.de

 

eps51 (Berlin) & Ganzeer (Cairo), Posterprojekte im öffentlichen Raum, Orte siehe: www.cairoscape.org

 

 

Rahmenprogramm mit u.a:

 

Mona Abaza (Cairo), Nora Younis (Cairo), Tamim Al Barghouti (Cairo), Claudia Basrawi (Berlin), Haytham El Wardany (Berlin/Cairo), Tamer Ezzat (Cairo), Khaled El Hagar (Cairo), Nadja Kamel (Cairo), Edit Molnar (Cairo), Mahmoud Refat/100copies (Cairo), Samuli Schielke (Leiden/Joensuu), Steffen Strohmenger (Cairo/Berlin)

Antragsteller/in Marina Sorbello

Veranstaltungstermin 30. August bis 12. Oktober 2008 Opening weekend: 29/08/2008, 19:00, Eröffnung, Kunstraum Kreuzberg/Bethanien 30/08/2008, 19:30-02:00, Performances und Konzerte im Studio 1 des Künstlerhaus Bethanien und in Westgermany

Veranstaltungsort Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Berlin

Förderbetrag 85.000 €

Kooperationen Partners ifa – Institut für Auslandsbeziehungen; Goethe-Institut Ägypten; Ministry of Culture - Sector of Fine Arts, Cairo; Zentrum Moderner Orient, Berlin; Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin; Collegium Hungaricum, Berlin; Pro Helvetia; Art Swap Europe, Berlin; Berliner Tapete, Berlin; Eiszeit Kino, Berlin; Freunde der Arabischen Kinemathek, Berlin; Koschwitz Plakat, Berlin; Künstlerhaus Bethanien, Berlin; Literaturwerkstatt Berlin; Micamoca, Berlin; NGBK, Berlin; uqbar projectspace, Berlin; Westgermany, Berlin Media Partners Babelmed, Roma; Die Tageszeitung, Berlin; Le Monde Diplomatique; Qantara, Bonn; Umelec, Praha/London/Berlin

Internetseiten www.cairoscape.org

Hala Elkoussy, "On refrains, sets and a backdrop", Installation, 2006 Detail: backdrop # 1, Dokki © Hala Elkoussy 2006

Rana El Nemr, "Telekinesis", Detail, 2007 © Rana El Nemr

Dani Karavan

Erstmals ist in Deutschland dem israelischen Künstler Dani Karavan eine große Retrospektive gewidmet. Die Ausstellung wird im Martin-Gropius-Bau gezeigt und entsteht in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin. Zuvor ist die Ausstellung im Tel Aviv Museum of Art zu sehen. Der Verein der Freunde der Nationalgalerie fördert die Ausstellung großzügig. Der Hauptstadtkulturfonds hat das Vorhaben ermöglicht. Die Ausstellung wird ein Beitrag zum 60. Geburtstag Israels sein.

 

Das Besondere der künstlerischen Arbeit von Dani Karavans ist es, Stadt- und Landschaftsräume auf neue und bemerkenswerte Weise erfahrbar und erlebbar zu machen. Er geht bei dieser gestalterischen Verwandlung immer von der Geschicht-lichkeit des Ortes aus und entwickelt mit seinen komplexen Zeichensetzungen vielfältige gesellschaftliche, historische und politische Bezüge, die dem Betrachter durch eine ungewohnte und ästhetisch höchst verdichtete Gestaltgebung bewusst werden. Aus den Potentialen der Erinnerung transformiert er neue sinnliche und kommunikative Erfahrungsräume.

 

In diesem Prozess spielt der intensive Dialog zwischen Mensch, Natur und Kunst eine entscheidende Rolle, denn Karavan geht von der elementaren Auffassung aus: „Alles, was die Menschen wissen, geht auf die Natur zurück. Alle Formen, ob verborgen oder offen, finden sich in der Natur. Selbst Dinge, die nur in der Imagination oder im Unbewussten existieren, entstammen der Natur.“

 

Dani Karavan wurde 1930 in Tel Aviv geboren. Er studierte zunächst in Tel Aviv und in Jerusalem an der berühmten Bezalel Academy of Arts. Nach einigen Jahren im Kibbuz, dem Studium der Freskotechnik 1956/57 in Florenz und der Arbeit als Bühnenbildner für Theater- und Tanzkompanien wie die berühmte Martha Graham Dance Company begann Dani Karavan an großen Environments ortsspezifisch zu arbeiten. Sein erstes Hauptwerk, das 1968 vollendete Negev-Monument in Beer-sheba, trug ihm internationale Anerkennung ein. In Erinnerung an den Unabhängigkeitskrieg Israels 1947/1948 schuf er ein machtvolles, tektonisches Skulpturengefüge, das in seiner archaischen Klarheit der streng geometrischen Formen zu einem beeindruckenden Signal der Behauptung in der kargen Wüstenlandschaft wurde.

 

Ein weiteres herausragendes Beispiel seiner künstlerischen Arbeit ist die Walter Benjamin gewidmete Arbeit „Passages“ (1990-1994) in Portbou an der spanisch-französischen Grenze, an dem Ort, wo sich Benjamin auf der Flucht vor den Nazis 1940 das Leben nahm. Der Besucher schreitet eine schmale Treppe herab, die in das felsige Hochufer eingelassen ist und scheinbar im Nichts endet. Der Blick, durch eine eingelassene Glasscheibe mit einem Ausspruch von Benjamin leicht verfremdet, ist auf das sich verändernde Meer gerichtet, das unmittelbar bewegtes Leben und endlose, ewige Weite gleichermaßen verkörpert. Die Realität wird zum Ort der Meditation.

 

Dani Karavan, der heute in Paris und Tel Aviv lebt, hat seitdem seine Arbeiten in vielen Ländern realisiert, so in Israel, Italien, Frankreich, Deutschland, Dänemark, den Niederlanden, Spanien, den USA, Korea, Japan und besonders in Deutschland. Seit seiner Teilnahme an der documenta 6 in Kassel 1977 ist Deutschland für Dani Karavan zu einem der wichtigsten Orte seiner künstlerischen Arbeit geworden, denn hier entstanden eine ganze Reihe bedeutender Werke für den öffentlichen Raum. Dazu gehören „Ma’alot“ in Köln (1979-1986), die „Straße der Menschenrechte“ (Way of Human Rights) in Nürnberg (1989-1993), „Mimaamakim“ in Gelsenkirchen (1997) und „Grundgesetz 49“ in Berlin (2002).

 

Die hohe internationale Wertschätzung von Dani Karavans Schaffens zeigt sich nicht zuletzt in der Verleihung des „Kaiserrings der Stadt Goslar“ 1996, der Mitgliedschaft des Ordens Pour le Mérite für Kunst und Wissenschaften 1997, der Verleihung des „Praemium Imperiale“ in Japan 1998 und der Verleihung des Piepenbrock Preises für Skulptur 2004.

 

Die Ausstellung im 1. Obergeschoss des Martin-Gropius-Bau wird in 20 Räumen einen umfassenden Überblick über Dani Karavans Schaffen geben. Beginnend mit einem Einblick in die künstlerischen Anfänge werden alle wichtigen Werkphasen und ihre Hauptwerke vorgestellt.

 

Die großen Environments im öffentlichen Raum werden durch Modelle, Fotografien und beeindruckende Filme dokumentiert. In spannendem Kontrast dazu entwickelt Dani Karavan für die Ausstellung neue Installationen, die seine Arbeitsweise, den Umgang mit bestimmten Materialien und Metaphern veranschaulichen. Ausgehend von seiner Arbeitsweise, die Erinnerungspotentiale eines Ortes künstlerisch zu erschließen, reagiert der Künstler in Berlin auf die Spuren der nationalsozialistischen Vergangenheit, der Teilung der Stadt und ihrer Überwindung. So soll am Eingangsportal des Martin-Gropius-Bau, in unmittelbarer Nähe der einstigen Mauer, eine Arbeit zu dieser Thematik installiert werden.

 

Zur Ausstellung wird ein umfassender Katalog zu Dani Karavans Schaffen erscheinen, der einen Gesamtüberblick über seine verschiedenen Werkphasen enthält und den Ausstellungsrundgang kommentierend begleitet. Der Katalog erscheint in deutscher Sprache. Er wird in großen Teilen auf dem vom Tel Aviv Museum of Art herausgegebenen Katalog basieren, jedoch - der Berliner Ausstellung entsprechend – mit einer anderen Gliederung, einer Reihe neuer Textbeiträge und partiell anderem Bildmaterial versehen sein.

 

Katalog

Erscheint im Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen Berlin, 407 Seiten,

Ausstellungsausgabe 25 €, Buchhandelsausgabe 49,80 € (ISBN 978 3 8030 3325 3)

Herausgegeben von Dr. Fritz Jacobi, Mordechai Omer und Jule Reuter, in Zusammenarbeit mit Noa Karavan-Cohen

 

 

Antragsteller/in KBB - Berliner Festspiele mit Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 14. März 2008 bis 1. Juni 2008

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 350.000 €

Kooperationen Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin. Eine Ausstellung des Tel Aviv Museum of Art. Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin. Mit Unterstützung des Vereins der Freunde der Nationalgalerie. Gefördert durch die Hartwig Piepenbrock Kulturstiftung und EL AL

Internetseiten www.gropiusbau.de

Passagen. Hommage an Walter Benjamin, 1990-94 Portbou, Spanien Foto: Jaume Blasi

Negev Monument, 1963-68 Be'er Sheva, Israel Foto: David Rubinger

FRESSEN ODER FLIEGEN - ART INTO THEATRE - THEATRE INTO ART

Thomas Demand 1. – 4. Nov / HAU 1

Regentropfen prasseln im HAU 1. Erst nach einiger Zeit realisiert man, dass die Tropfen nicht aus Wasser sind, sondern Bild für Bild von Hand animierter Theaterregen. Die Filmprojektion füllt die Bühne, hunderte von Tropfen platschen auf nassen Untergrund, doch nichts ist wie es scheint. Simulationen haben Tradition im Theater, ja sie sind das Theater selbst, und das Prasseln der Tropfen im leeren Saal erinnert an Applaus. Der Bildende Künstler Thomas Demand, in den letzten Jahren bekannt geworden mit Fotos und Filmen von detailgenau aus Pappe rekonstruierten Orten, die wir nur aus ihrer medialen Vermittlung kennen, zeigt die Filminstallation „Rain / Regen“ (2008) im HAU zum ersten Mal.

 

Der Titel des Festivals „FRESSEN ODER FLIEGEN“ basiert auf dem Titel der Arbeit von Harun Farocki und Antje Ehmann und leitet sich aus dem Satz her: die einen zerlegen einen Vogel, um ihn zu fressen, die anderen, um herauszufinden, wie man fliegen kann. Mit Videoinstallationen und Performances, Lectures und Filmabenden fragen wir nach Zusammenhängen und wechselseitigen Beeinflussungen von Theater und Bildender Kunst, nach Überschneidungen und Divergenzen. Neugierde und Behutsamkeit sind dabei wichtiger als primäre Stillung von Bedürfnissen.

 

Harun Farocki / Antje Ehmann 1. – 16. Nov / HAU 3

In ihrer Videoinstallation, die für das Festival entsteht, beschäftigen sich Antje Ehmann und Harun Farocki mit der filmischen Technik „Schuss – Gegenschuss“, zerlegen Szenen und Einstellungen und blättern sie simultan auf der Bühne auf. Es geht hier um Wahrnehmungskonventionen im Bezug auf mediales Lesevermögen. Für ihre Ausstellung „Kino wie noch nie“ (Wien, 2006 / Berlin, 2007) zerlegten Ehmann und Farocki Filmsequenzen: gaben etwa den Schuss einer Sequenz auf einem Monitor wieder und den Gegenschuss auf einem zweiten. Es zeigte sich, dass mit diesem Akt der Auftrennung und der Verteilung die Montage ihre Funktion, ihre Wirkung weiterhin behält. Damit entsteht ein Verfahren der Analyse, das seinen Gegenstand nicht ins Unanschauliche rückt und nicht still stellt. Und eben darauf kommt es an: einen Vogel so zu analysieren, dass man seinen Flug verstehen lernt und ihn dabei nicht so zu zerlegen, als wolle man ihn essen. Für ihre neue Arbeit haben sie Einstellungen und Sequenzen zu einem Sujet gesammelt: zu dem Mann, der sich selbst tötet. Man kann sagen, dass der Film-Mann mit der Selbsttötung wettmacht, was ihm im Vergleich mit der Film-Frau an Gefühlstiefe und Expressivität fehlt.

Die Motive aus verschiedensten Filmen verteilen Ehmann und Farocki auf mehrere Leinwände im Raum. Das Verteilen im Raum zum Zweck der Befestigung im Bewusstsein ist eine Kulturtechnik schon der Griechen. „Wir wollen damit zu einem neuen Film kommen, vom Manne der alle weitere Handlungsfreiheit verbraucht hat.“

 

Keren Cytter / Susanne Sachsse 1. – 16. Nov / HAU 3

Das Spiel mit Illusion, das „so tun als ob“ ist ursächlich Thema des Theaters. Die Frage nach der Rolle und nach Rollenwechseln wiederum beschäftigt auch die Bildende Kunst, wenn sie installativ zum bühnenbildähnlichen Setting wird, in der der Besucher unwillkürlich in eine Rolle gestoßen wird. Die israelische Videokünstlerin Keren Cytter baut, gemeinsam mit Susanne Sachsse und Senol Sentuerk, im HAU 3 eine Installation, in der jeweils ein Betrachter vom Fall der Familie Cartier erfährt. Die hoch verschuldeten Eltern von drei Kindern beschließen, sich und ihre Kinder mit Insulin umzubringen, aber die Dosis tötet nur das jüngste Kind. Die Arbeit „Guilthouse; or The Great Fall of the Cartier Family“ (2008) umkreist Fragen von Schulden und Schuld und versetzt den Besucher in das Haus der verzweifelten Familie, die ausgerechnet Cartier heißt. Außerdem zeigen wir Keren Cytters Kurzfilm „Der Spiegel“ (2007). In einer Kamerafahrt gedreht, die endlos eine 8 beschreibt, erzählt er die Geschichte einer Frau, die auf einen jungen Mann wartet, um sie vor der Einsamkeit zu retten. Ein Chor von Frauen verfolgt ihre Entdeckungen und Abenteuer, bis zum wiederholten moralischen Zusammenbruch.

 

Peter Friedl 1. – 16. Nov / HAU 2

In Peter Friedls Arbeit geht es um die Reibung von ästhetischem und politischem Bewusstsein vor dem Hintergrund ihrer historisch bedingten Erzählungen und Genres. „King Kong“ (2001) wurde in Sophiatown (Johannesburg) mit dem Songwriter Daniel Johnston gedreht. Der Film ist die subtile Dekonstruktion eines Videoclips an einem für die südafrikanische Geschichte wichtigen Ort. Die Genrefrage rückt in Friedls Arbeiten immer wieder ins Blickfeld. Außer der Videoinstallation präsentiert er an einem Abend vier Filme an Stelle seines Theaterprojekts „Blow Job“: La coquille et le clergyman (1928, 38') von Germaine Dulac, Paul Swan (1965, 66') von Andy Warhol, Andy Warhol’s Last Love (1978, 20') eine Filmsequenz vom Squat Theater, 1968 (22 min.) von Glauber Rocha.

 

Hans Ulrich Obrist: Marathon Talk 1. Nov / HAU 2

Zum Auftakt des Festivals am 1. November lädt Hans Ulrich Obrist zu einer „Marathon Talk Prelude“ ein und interviewt über die Dauer von 6 Stunden John Bock, Keren Cytter, Olafur Eliasson, Harun Farocki, Douglas Gordon und Christoph Schlingensief zum Thema „Spaceship Berlin“.

 

Anselm Franke 4., 5. Nov / HAU 2

Viele der im Festival zu sehenden Arbeiten beschäftigen sich mit Strategien der Weltaneignung und Wirklichkeitsverarbeitung mittels mimetischer Verfahren. Mimesis, die Nachahmung oder nachahmende Darstellung von Wirklichkeit, ist Zentralbegriff der Ästhetik und Kunsttheorie seit der Antike und spielt sowohl in Darstellender als auch in Bildender Kunst eine zentrale Rolle - in der Anwendung als auch in der Abgrenzung von ihr. Die moderne Kunst ist klassischerweise anti-mimetisch. In wiefern sind mimetische Strategien in der Bildenden Kunst und im Theater von Bedeutung, verstanden als kreative Neuschöpfung realer oder möglicher Vorgänge mit künstlerischen Mitteln, die den Gesetzen von Anschaulichkeit, Wahrscheinlichkeit und Glaubhaftigkeit folgen?

Anselm Franke, künstlerischer Leiter von Extra City in Antwerpen, kuratiert zwei Abende zum Thema „Mimetismus“. Mit dem Begriff probt er ein alternatives konzeptuelles System über Theatralität in der Bildenden Kunst. Hier sollen performative Strategien in der Kunst aus einer anderen Perspektive beleuchtet werden. Begriffe wie „mimetisches Verhalten“, „acting“, „Maskierung“, „Camouflage“ und „Mimikry“, „kopieren“, „assimilieren“ spielen hierbei eine wesentliche Rolle.

 

Phil Collins 10. – 12. Nov / HAU 1

Der Bildende Künstler Phil Collins zeigt auf der Bühne des HAU 1 seine Videoarbeit „he who laughs last laughs longest“ (2006), für die er einen Lachwettbewerb initiiert und Dorfbewohner auf der Bühne eines Gemeindezentrums für Geld lachen lässt. Nur dem, der am längsten durchhält, winkt das Preisgeld. Die Frage nach Formen von Partizipation mittels mimetischer Strategien, des „so tun als ob“, rückt hier in den Blickpunkt. Darüber hinaus zeigt Phil Collins an einem Abend zwei Filme, die ihm persönlich in seiner künstlerischen Arbeitsweise, die Fragen der Inszenierung und Selbstdarstellung umkreist, wichtig sind: Shady Lane Film Club Presents: A Popcorn Double Feature - Portrait of Jason by Shirley Clarke (USA, 1967, 99 min.) & Funeral Parade of Roses by Toshio Matsumoto (Japan, 1969, 105 min.) – eingeführt und kommentiert von Phil Collins.

 

Jérôme Bel und Tino Sehgal 14., 15. Nov / HAU 1

Mimetische Strategien sind auch in „The show must go on“ (2001) von Jérôme Bel zentral. In seiner Choreografie sucht Bel in großen Popsongs der Musikgeschichte nach Gesten und Bewegungen, die als gemeinsames kulturelles Gedächtnis übrig bleiben und lässt diese von seinen Performern nachahmen. Wir präsentieren die Vorstellung als Doppelabend gemeinsam mit einer kurzen Arbeit von Tino Sehgal.

 

Katarzyna Kozyra 1. – 16. Nov / HAU 1

Katarzyna Kozyra schlüpft für ihr Projekt „In Art Dreams Come True“ in unterschiedlichste Rollen und lernt dadurch genau das, was sie noch nicht kann, z.B. zu singen oder zu tanzen.

 

Rimini Protokoll 1. – 16. Nov / HAU 2

In ihrer Arbeit „Deutschland 2. Der Bundestagstrainer“ thematisieren Rimini Protokoll explizit den Vorgang des Kopierens. Im Jahr 2002 wurde in Bonn eine Parlamentsdebatte des Bundestags von Bürgern nachgestellt und mitgesprochen, die zeitgleich in Berlin stattfand. Im HAU zeigen wir die daraus entstandene VideoarbeitInstallation der Künstler.

 

Tim Etchells 1. – 16. Nov / HAU 1

Ein weiterer Strang im Festival verfolgt Künstler, die sowohl im Theater als auch im Bereich Bildende Kunst arbeiten. Tim Etchells, kreativer Kopf der Performancegruppe Forced Entertainment, macht in seiner Arbeit „Art Flavours“ (2008) abstrakte Zentralbegriffe der zeitgenössischen Kunst sinnlich erfahrbar, indem er einen italienischen Eismann bittet, Eis in den Geschmacksrichtungen „spectacle“, „archive“, „memory“ und „body“ herzustellen. Durch eine Reihe von Treffen zwischen dem Künstler, einem Eiscremehersteller aus Rovereto und einem Kunsttheoretiker wird das Werk zu einer Begegnung zwischen dem beliebten Konfekt und künstlerischer Praxis. Es spielt mit der Möglichkeit, Sprachen und Ideen aus dem spezialisierten Kunstkontext in neue „Geschmacksrichtungen“ zu übersetzen.

 

Christoph Schlingensief 1. – 16. Nov / HAU 2

Christoph Schlingensiefs Arbeit „African Twintowers - Stairlift to Heaven“ (2007) setzt wortwörtlich den Zuschauer ins Bild. Inmitten einer Filmprojektion fährt ein Zuschauer in einem Treppenlift für Behinderte auf zwei Meter Höhe, um dort einen Vorhang zu öffnen, hinter dem ein weiterer Film zu sehen ist. Der eigentliche Film erzählt die Geschichte eines größenwahnsinnigen Theaterregisseurs, der eine 9-11-Geschichte in einer ehemaligen deutschen Kolonie in Namibia inszenieren will.

 

Rabih Mroué 7. Nov / HAU 2

Rabih Mroué, dessen Performances vielfach im HAU zu sehen sind, wird einen Abend lang seine Arbeiten vorstellen, die er als Bildender Künstler gemacht hat. Bei ihm verwischen sich die Grenzen zwischen den Bereichen, so dass eigentlich nicht mehr von einem Genrewechsel gesprochen werden kann.

 

Mobile Akademie 1., 2., 4. – 8. Nov / HAU 2

Auch die Mobile Akademie von Hannah Hurtzig agiert permanent zwischen den Bereichen Bildende Kunst und Theater. Beim Festival wird der Film „Nachtlektion 1, Joseph Vogl: Über das Zaudern“ ausgestrahlt, der sich den Zuständen des Zauderns, des Schwankens und des Innehaltens widmet.

 

Tris Vonna-Michell 2. Nov / HAU 2

Aber auch Bildende Künstler greifen auf theatrale Elemente zurück. Der Bildende Künstler Tris Vonna-Michell arbeitet z.B. mit der Form des Storytelling. Seit 2003 arbeitet er an einer Serie zusammenhängender Geschichten, die in Form von Performances und Installationen wie Kapitel eines übergreifenden Plots funktionieren. In den minimal gestalteten Umgebungen, in welchen er performt, sind Diaprojektionen, Texte und Objekte verwebt wie Theaterrequisiten für die unterschiedlichen Erzählstränge. Die Performance - häufig Monologe in Höchstgeschwindigkeit - ist eine Kombination aus Struktur und Skript, während sie gleichzeitig spontan und improvisiert bleibt.

Erstmals arbeitet er mit dem Musiker Nick McCarthy (Franz Ferdinand) zusammen.

 

Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen 12. Nov / HAU 2

„I love my Job“ heißt ein Performance Abend von Tellervo Kalleinen und Oliver Kochta-Kalleinen, für den sie Interviews führen mit Menschen, die dieser Aussage nicht zustimmen, und sie bitten, Fantasien zu entwickeln, die zur Verbesserung ihrer Situation beitragen würden. Unter Mithilfe der Interviewten und der Musikerin Miss Le Bomb inszenieren sie diese Fantasien an einem Abend im HAU 2.

 

Melissa Logan / Thomas Meinecke, spezial guest: Peaches 8. Nov / HAU 2

Melissa Logan, Künstlerin und Mitglied der „art group“ Chicks on Speed wird sich gemeinsam mit dem Autor, DJ und Musiker Thomas Meinecke im Rahmen der Reihe „Plattenspieler“ über Kunst, Mode, Gender und Musik unterhalten. Beide bringen ihre Plattentasche mit und legen im Ping-Pong-Verfahren die Vinyls auf, zeigen die Cover und diskutieren die Zusammenhänge von Inszenierung, Style und Kunst. Als special guest zeigt Peaches eine Kurzperformance als Tina Turner Impersonisation.

 

Diedrich Diederichsen 6. Nov / HAU 2

Begleitet wird das Festival außerdem von einem Vortrag von Diedrich Diederichsen zum Thema „Spelunke und Gelände – neue Raumvorstellungen in Bildender Kunst und Massenkultur“ von Diedrich Diederichsen.

 

Ein Kooperationsprojekt von Siemens Arts Program und HAU, www.siemensartsprogram.de

 

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

 

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH - Matthias Lilienthal

Veranstaltungstermin 1. bis 16. November 2008

Veranstaltungsort HAU 1, HAU 2, HAU 3

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Siemens Arts Program

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Pressestimmen

Global Immigration Service

Das Projekt Global Immigration Service nimmt Stellung zu den Veränderungen in der Einwanderungskontrolle und befragt die Sortierung von MigrantInnen entlang wirtschaftlicher und bevölkerungspolitischer Interessen.

 

Der Global Immigration Service bezieht sich auf den neu eingerichteten Business Immigration Service der Industrie- und Handelskammer, der die Einwanderung ausländischer Unternehmer und Spezialisten erleichtern soll.

 

Dem geht eine Deregulierung und Ausdifferenzierung der Einwanderung voraus. Die gleichzeitige Strategie der Abwehr und der kontrollierten Anwerbung hat wenig mit Freizügigkeit zu tun.

 

Die Skulptur Global Immigration Service ist eine Art Aufsichtshäuschen, die am Kottbusser Tor in Kreuzberg vom 15.5.2008 bis 15.6.2008 präsentiert wird. In dem Häuschen wird die Arbeit des Business Immigration Service der IHK beleuchtet.

 

Von außen dagegen präsentiert der Global Immigration Service eine Scheinwelt, als ob für jede/N eine Beratungsstelle zur Einwanderungsbürokratie zur Verfügung stehe. Erst auf den zweiten Blick erkennen die Betrachtenden den Bezug zum Business Immigration Service, die Skulptur ist zugleich ein uneingelöstes Versprechen, dass die Reflexion über den Umgang mit Migration befördern soll.

 

Das Vermittlungsprogramm besteht aus einer Vortragsreihe mit wissenschaftlichen Beiträgen zur globalen Kontrolle von Migration:

 

VERANSTALTUNG I Mi. 21.5.2008 um 19.30 Uhr

 

Arbeit und Mobilität heute und gestern

mit Serhat Karakayali (Soziologe, Berlin)

 

Migrantinnen auf dem Arbeitsmarkt:

mit Maria do Mar Castro Varela

(Politikwissenschaftlerin/Psychologin, Berlin)

 

VERANSTALTUNG II Di. 27.5.2008 um 19.30 Uhr

 

Wettbewerb um die besten Köpfe

mit Sabine Hess (Kulturanthropologin, München)

 

ImmigrantInnen in der ‘kreativen Stadt’

mit Stephan Lanz (Stadtforscher, Berlin)

 

Ort: WestGermany, Skalitzerstr. 133

 

Antragsteller/in Farida Heuck

Veranstaltungstermin 15. Mai 2008 bis 15. Juni 2008

Veranstaltungsort Skulptur im öffentlichen Raum in Berlin/Kreuzberg zwischen Reichenberger Str. und Kottbusser Damm

Förderbetrag 19.600 €

Kooperationen Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2 und WestGermany, Skalitzerstr. 133

Internetseiten www.faridaheuck.net

© Farida Heuck

Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum

Die Stadt Paestum ist mit seinen drei großen dorischen Tempeln durch die Stiche Piranesis (1777/78) und die eindrucksvolle Beschreibung Goethes in seiner Italieni-schen Reise (1787) schon früh berühmt geworden. Die Stadt in Süditalien bewahrt zugleich einen der größten Schätze antiker Freskomalerei auf. In den 1960er Jahren wurden bei Ausgrabungen rund 200 reich bemalte Gräber aus der Zeit der Lukaner (4. Jh. v. Chr.) entdeckt.

Der Martin-Gropius-Bau widmet diesen seltenen Beispielen antiker Grabkunst nun eine Aus¬stellung. Insgesamt 43 bemalte Grabplatten aus dem Museo Archeologico Nazionale di Paestum werden in Berlin präsentiert, darunter sieben vollständige Grä-ber. Die aus jeweils vier tonnenschweren Einzelplatten bestehenden Steingräber werden in der Ausstellung wieder zu ihrer ursprünglichen Form zusammengesetzt und frei im Raum aufgestellt. Anders als im Museum von Paestum, wo die Malereien nur als Einzelplatten zu betrachten sind, wird damit die räumliche Einheit der Darstel-lungen wieder hergestellt.

 

 

 

Die Fresken zeigen Kampfszenen, Wettkämpfe sowie Bestattungsriten des italischen Volksstammes der Lukaner, der im 5. Jh. v. Chr. die ehemals griechische Kolonie Paestum besiedelte.

Im Unterschied zu den Pyramiden der Pharaonen, den Grabstelen der Griechen und römischen Sarkophagen waren die Gräber der Lukaner nicht für die Nachwelt ge-dacht. Sie wurden gleich nach dem Begräbnis verschlossen. Die Bilder waren den Blicken der Lebenden entzogen und dazu bestimmt, den Toten ins Jenseits zu be-gleiten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Grabfresken über 2400 Jahre bis heute erhalten geblieben sind. Sie bieten damit einen seltenen Einblick in die Bildkunst jener Zeit, denn die griechischen Malereien, die den Künstlern von Paestum als Vorbild dienten, sind heute weitgehend verloren. Paestum wird daher nicht allein als Stätte berühmter griechischer Tempel begriffen, sondern auch als Ort der umfassendsten „Pinakothek“ antiker Malerei.

Die Malereien der Paestaner überraschen durch ihre Lebendigkeit und erzählerische Vielfalt. Während Frauengräber die Aufbahrung mit Klagefrauen, Musikanten und Opferszenen darstellen, feierte man in Männergräbern die Verstorbenen als siegrei-che Kämpfer. Häufig wiederkehrende Motive sind heimkehrende Männer zu Pferde und Frauen, die sie mit einem Willkommenstrunk begrüßen, aber auch Jagdszenen und Leichenspiele mit Wagenrennen, Lanzenstechen und Faustkämpfen. Fabeltiere wie Sphinx und Greif sind ebenso dargestellt wie Nereiden, die auf Seepferden reiten – eine Anspielung auf die Inseln der Seligen. Die vielen von den Malern beobachte-ten Details geben Aufschluss über das aristokratische Leben in der antiken Stadt Paestum. Neben dem Bilderschmuck der Grabkammern wurden den Toten auch zahlreiche Grabbeigaben mit auf den Weg gegeben. Kostbare Vasen, Rüstungen und andere Objekte, die in den Gräbern gefunden wurden, belegen eindrucksvoll, wie die Lukaner ihre Toten ehrten.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der Darstellung der antiken Tempel von Paestum in den bildenden Künsten von 1750 bis 1850. Eine konzentrierte Auswahl von etwa 55 Gemälden, Radierungen, Zeichnungen und Aquarellen stellt facettenrei-che Ansichten des seit Mitte des 18. Jahrhunderts zum europäischen Bildungsgut avancierten Paestum vor Augen.

Das Spektrum reicht von den Veduten Antonio Jolis bis hin zu den berühmten Radie-rungen Giovanni Battista Piranesis, einschließlich seiner Vorzeichnungen, die in ei-ner Auswahl erstmals in Deutschland gezeigt werden. Es umfasst Impressionen, die der Deutsch-Römer Jakob Philipp Hackert, Goethes künstlerischer Mentor Christoph Heinrich Kniep oder der französische Romantiker Hubert Robert in ihren Gemälden verarbeiteten, gefolgt von den präzisen architektonischen Aufnahmen, die Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze, Thomas Major und Saint-Non in ihren Reisejourna-len, Stichpublikationen und Architekturtraktaten veröffentlichten. Drei Architekturmo-delle der Tempel von Paestum ergänzen die Präsentation und schaffen einen ein-drucksvollen Hintergrund für die Gräber der Lukaner.

 

 

 

Das Konzept der Ausstellung Malerei für die Ewigkeit. Die Gräber von Paestum erar-beitete der bedeutende Archäologe Prof. Dr. Bernard Andreae, ehemaliger Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts in Rom, der bereits 2006 die Ausstellung Kleopatra und die Caesaren und 2004 die erfolgreiche Etrusker-Ausstellung im Buce-rius Kunst Forum kuratiert hat. Dr. des. Nina Simone Schepkowski, wissenschaftliche Volontärin am Bucerius Kunst Forum, konzipierte den zweiten Ausstellungsteil zur Rezeptionsgeschichte der antiken Tempel von Paestum in den bildenden Künsten des 18. und 19. Jahrhunderts.

 

Katalog:

Katalog von Bernard Andreae und Nina Simone Schepkowski, hrsg. von Ortrud Westheider und Michael Philipp

Hirmer Verlag München, 224 Seiten mit 150 farbigen Abbildungen, 24, 80 €

 

 

 

Antragsteller/in KBB - Berliner Festspiele mit Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 27. Juni 2008 bis 28. September 2008

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 200.000 €

Kooperationen Berliner Festspiele in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Kunst Forum, Hamburg Ermöglicht durch den Hauptstadtkulturfonds. Die Ausstellung steht unter dem Alto Patronato des italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano und unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert

Internetseiten www.gropiusbau.de

Grab des Schwarzen Ritters, Frauengrab, um 340 v. Chr, 147 x 105 cm © Bucerius Kunst Forum, Photo: Christoph Irrgang, Hamburg

Ausstellungsaufbau © Bucerius Kunst Forum, Photo: Ulrich Perrey

PÖPP68

„Das Persönliche ist politisch!“ Mit diesem Satz wurde in den 68ern in der feministischen Bewegung die Trennung von Privatem und Öffentlichen in Frage gestellt und gefordert, das Persönliche auf die politische Tagesordnung zu setzen und in seiner gesellschaftlichen Dimension zu begreifen.

„pöpp68“ ist ein Beitrag der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin zu 40 Jahre 68

in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin und mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds. Das Projekt umfasst 3 Schritte: eine Tagung, sechs generationsübergreifende künstlerische Partizipationsprojekte und eine Ausstellung.

 

Die internationale Tagung eröffnet einen Diskussionsraum über Partizipation von ‘68 bis heute. Sie fragt nach Partizipationschancen und Widerstandsformen. Wie lassen sich kollektive Einigungsprozesse "zubereiten"? Wie lässt sich Dissens aushalten? Wie geht man mit Machtverhältnissen, auch mit denen in partizipativen Kunstprojekten um? Welches Wissen ist notwendig, um gemeinschaftlich inhaltliche und ästhetische Entscheidungen zu treffen?

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem beigefügten Tagungs-Programm.

Anmeldung zur Tagung erbeten bis bei poepp68@ngbk.de

 

Die sechs Beteiligungsprojekte setzen sich mit Kernpunkten der ’68er Debatten auseinander: mit Faschismus, Körper- und Machtfragen, Geschlechterpolitiken, Erfahrungen mit Autorität und Anti-Autorität, mit populärer Kultur und Konsumkritik. Kulturschaffende, die schon um 1968 aktiv waren, arbeiten partizipatorisch mit Künstler_innen der Generation 1961-70 zusammen. Für Interessierte ist die Teilnahme an den Projekten offen und kostenlos.

 

Die Kooperationen und die Tagung münden in eine Ausstellung in der NGBK im November 2008 und in eine Publikation, die sich mit der politischen Relevanz und der Repräsentation von kollektiven Prozessen und partizipatorischer Praxis beschäftigen.

 

Ende Oktober 2008 erscheint eine Publikation zum Projekt, ISBN: 978-3-938515-24-2.

 

Antragsteller/in Neue Gesellschaft für Bildende Kunst

Veranstaltungstermin Ausstellung: 1. – 30. November 2008 Tagung: 20. – 22. Juni 2008 6 Beteiligungsprojekte: Juni – Dezember 2008

Veranstaltungsort Neue Gesellschaft für Bildende Kunst & Akademie der Künste Berlin (Tagung)

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Akademie der Künste Berlin Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.ngbk.de

Balkon für Alle", 2006, Bezirksamt Neukölln, Fachbereich Stadtplanung Foto: Seraphina Lenz

Re-Imagining Asia

Unter dem Titel RE-IMAGINING ASIA erkunden eine Ausstellung, eine Konferenz und eine Filmreihe, durch welche Bilder Asien neu erfunden wird, und wie die postkoloniale Wissensproduktion eurozentrische Kunstauffassungen zur Rede stellt. Die Kuration verantworten Wu Hung und Shaheen Merali, ausgewiesene Kenner der neuen asiatischen Kunstszene.

RE ASIA - Interaktiv: Ein Programm für Interessenten jeden Alters und aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern bietet unter dem Motto "Offenes Haus" die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit den neuen Bildern Asiens, mit alten und zeitgenössischen Mythen, mit Ramayana und aktueller Performance.

 

 

Antragsteller/in KBB - Haus der Kulturen der Welt

Veranstaltungstermin 14. März bis 18. Mai 2008

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 150.000 €

Internetseiten www.hkw.de/de/prog..._re_asia.php

Bharti Kher The Skin Speaks a Language Not Its Own 2006 Courtesy of the Artist and Nature Morte, New Delhi © Bharti Kher

Dumplings (Szenenfoto)

Kimsooja A Needle Woman - Delhi (Video Still) 1999 - 2000 Courtesy of Kewenig Galerie, Köln; (c) Kimsooja

Rendering the world: Dubai, Berlin, Second Life

Das Projekt handelt von dem Geschäftsmodell Dubai. Es enthält aber auch "found footage" des Online Universums 2nd Life sowie Werbefilme, die wir bei unserer ersten Reise im Herbst 2008 auf der Immobilienmesse Citiscape Dubai mitnehmen konnten.

 

"The Dubai in me" zeigt Ähnlichkeiten mit der geänderten Realität mit dem realen Dubai. Diese wiederum sind nur zu verstehen, wenn man die realen Arbeitsbedingungen vor Ort einbezieht.

Antragsteller/in Sebastian Lütgert - Christian von Borries

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 35.000 €

Internetseiten www.the-dubai-in-me.com

Rodakis

 

RODAKIS ist das Portrait einer Person in Form eines architektonischen Dokumentarfilms.

Ein Haus, Ende des 19 Jahrhunderts auf der griechischen Insel Aegina erbaut, erlangt den Ruf einer Ikone der modernen Architektur avant la lettre. Sowohl sein Entdecker, der griechische Architekt Dimitris Pikionis, als auch Siegfried Gideon und Le Corbusier stilisieren es unter dem Namen seines Erbauers Alexis Rodakis zum Mythos. Merkwürdig bleibt der Umstand, dass über Rodakis kaum etwas berichtet wird, nicht einmal ein Foto überliefert ist. Im Stil des Dokumentarfilms wird der heutige Zustand des Hauses zur Folie für eine Erzählung, die genau diese geisterhafte Absenz zum Ausgangspunkt einer Biographie werden läßt und den fiktionalen Charakter von Fakten als Produktionsprinzip nutzt.

 

Antragsteller/in Olaf Nicolai

Veranstaltungstermin 10. Februar 2008

Veranstaltungsort Berlinale - Forum expanded

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Athens Biennial Berlinale - Forum expanded

Pressestimmen

Filmstill aus "Rodakis" (Skulptur) copyright Olaf Nicolai, 2008

Filmstill aus "Rodakis" (Kamin) copyright Olaf Nicolai, 2008

space-thinks

space thinks

 

Temporäre künstlerische Interventionen in Berlin-Neukölln

April – Dezember 2008

 

Für die Reihe „space thinks“ realisieren acht KünstlerInnen zwischen April und November 2008 temporäre künstlerische Interventionen im öffentlichen Stadtraum von Berlin-Neukölln. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit den vielschichtigen Kontexten der Lebensräume, in die sie intervenieren wollen und folgen einem Raumverständnis, das den stadt- und raumsoziologischen Diskurs des „Spacing“ aufgreift: Derselbe Raum konstituiert sich völlig unterschiedlich und wird anders definiert, je nachdem von welcher Gruppe („community“) er wahrgenommen und belebt wird sowie danach, wie sich die Beziehungen zwischen den Gruppen im Raum gestalten.

 

„space thinks“ verzichtet bewusst auf punktuelle Inszenierungen und stark skulptural geprägte künstlerische Ausdrucksweisen und bietet so dem mehr und mehr festivalisierten Stadtraum die Stirn: Die KünstlerInnen begreifen die temporäre Intervention fernab jeglichem Aufmerksamkeitsdiktat und setzen sich stattdessen mit den Kontexten real existierender Lebensräume, -bedingungen und den Raumentwürfen ihrer BewohnerInnen auseinander.

 

Das Projekt startet mit einem Workshop für die beteiligten KünstlerInnen im April 2008. Als ReferentInnen nehmen u.a. teil: Dr. Dorothea Kolland (Kulturamt Neukölln) und Sergej Stötzer (TU Darmstadt).

 

Teilnehmende KünstlerInnen

 

Etienne Boulanger (Jarny/F)

Franz Höfner & Harry Sachs (Berlin/D)

Folke Köbberling & Martin Kaltwasser (Berlin/D)

Matthias Schamp (Bochum/D)

Schumacher & Jonas (Berlin/D)

 

Konzeption, Projektleitung und Produktion: Birgit Anna Schumacher und Uwe Jonas

 

space thinks wird maßgeblich aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds gefördert sowie vom Kulturamt Neukölln und der GEHAG GmbH finanziell unterstützt.

 

Weitere Informationen siehe: www.space-thinks.de

 

 

 

 

 

 

Antragsteller/in Birgit Anna Schumacher und Uwe Jonas

Veranstaltungstermin April - Dezember 2008

Veranstaltungsort Berlin Neukölln

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Kooperationspartner: Kulturamt Neukölln und Kulturnetzwerk Neukölln e.V.

Internetseiten www.space-thinks.de

Textkörper: Islamische Schriftformen und die Europäische Kunst der Moderne

Das Projekt „Islamische Schriftformen und die europäische Kunst der Moderne“ fragt unter Teilnahme von Philosophen, Dichtern, Künstlern und Tänzern in einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen in Berlins Zentrum nach der Bedeutung des Bildes, der Malerei, des Buchstabens, des Zeichens und des Tanzes in islamischer Überlieferung. Anhand von ausgesuchten Bildern, Texten und Choreographien verschiedenster Provenienz zeigt dieses Themenfeld eine bisher kaum beachtete Liason des Juden mit dem Muslimen auf, welche die Genese der europäischen Kunstgeschichte vor dem Hintergrund der byzantinischen/ kirchenväterlichen Theologie des Bildes und der Ikone als Repräsentation göttlicher Gegenwart in christlicher Kirchenkunst von Grund auf in Frage stellt.

Die Ausstellung, der Workshop und das Kolloquium zu diesem Thema werden in Kooperation mit der Allianz Kulturstiftung und des Hauptstadtkulturfonds im Eugen Gutmann Haus am Pariser Platz realisiert. Das Veranstaltungsprogramm sieht folgende Elemente vor: Eine Ausstellung der iranischen Künstlerin Parastou Forouhar zum Thema „Kalligraphie und Choreographie“, eine Tanz-Performance von Ziya Azazi, einen internationalen Workshop zu „Islamische Schriftformen und die Europäische Kunst der Moderne“ sowie ein Kolloquium zum gleichen Thema in Kooperation mit dem kunstgeschichtlichen Seminar und kulturwissenschaftlichen Institut der Humboldt Universität zu Berlin sowie dem Seminar für Semitistik und Arabistik und dem Institut für Theaterwissenschaften der Freien Universität Berlin.

Antragsteller/in ha'atelier - werkstatt für philosophie und kunst, e.V.

Veranstaltungstermin 1. bis 3. Juni 2008

Veranstaltungsort Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Allianz Kulturstiftung

Internetseiten www.ha-atelier.de

The Babylon Case - eine Zeitkapsel unserer Zivilisation

 

The Babylon Case - eine Zeitkapsel unserer Zivilisation

 

 

Zu Beginn der ersten menschlichen Zivilisation wurde eine verschlüsselte Prophezeiung von unbekannter Hand in eine Tontafel geschrieben. Die Inschrift sagt voraus, dass das Erbe Babylons unser Zeitalter unwiderruflich bestimmen wird. Auf unerklärlichen Wegen ist nun eine rätselhafte Museumskapsel aus einer fernen Zukunft in unsere Zeit gelangt: Bis zuletzt war es notwendig, sie zu Zwecken der Forschung und Sicherheit vor den Augen der Öffentlichkeit zu verbergen. In den kommenden Monaten öffnet sich der schwach beleuchtete Raum der Kapsel im Berliner Pergamon Museum jedoch erstmals für die Besucherschaft.

 

Im zurückhaltend erscheinenden Äußeren der sechseckigen Kapsel treten mehrere Öffnungen hervor, die Einblicke in ein sich entfaltendes Tableau gewähren: Verschiedene Räume zeigen wichtige Reliquien aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, welche die babylonische Zivilisationsgeschichte von ihrer Entstehung bis zum Niedergang in der Zukunft reflektieren. Unser Zeitalter wird dadurch als in seinem Wesen babylonisch definiert.

 

Im Inneren des eigentümlichen museologischen Behälters wird die prophetische Tontafel gezeigt, deren Ankunft in unserer Zeit die Endphase der Zivilisation, so wie wir sie heute kennen, ankündigt. Die babylonische Wunderkammer ermöglicht es in nie zuvor da gewesener Klarheit, unsere Kultur von Außen zu betrachten und so ihre Essenz zu begreifen. Hierdurch wird die alarmierende Frage aufgeworfen, ob eine neue Zivilisationsform jenseits der gegenwärtigen, babylonischen Grundstruktur überhaupt vorstellbar ist.

 

Das deutsch-dänische Künstlerinnenduo J&K war ausschlaggebend an der Entdeckung, Entschlüsselung und Konservierung von The Babylon Case beteiligt. Beide haben nun beschlossen, die Zeitkapsel der Öffentlichkeit - parallel zur zweiteiligen Sonderausstellung im Pergamon Museum “Babylon. Mythos und Wahrheit” - vorzustellen. The Babylon Case ist ein künstlerischer Kommentar zur museologischen Präsentation Babylons und stellt einen “dritten Raum” innerhalb der Sonderschau dar, der die Polarität von Mythos und Wahrheit hinterfragt.

 

J&K haben das Projekt mit kuratorischer Unterstützung von Cecilie N. Gravesen (M+R Projects) realisiert. Die Ausstellungspublikation beinhaltet Essays von Prof. Dr. Michael Fehr, Direktor des Instituts für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin, sowie Professor Nicholas Mirzoeff, Direktor des Programms für Visual Culture an der New York Steinhardt Universität. Das Projekt wurde vom Haupstadtkulturfonds Berlin und dem dänischen Kunstrat (DAA) finanziell unterstützt.

 

 

 

 

Antragsteller/in J&K (Janne Schäfer, Kristine Agergaard)

Veranstaltungstermin 26. Juni bis 5. Oktober 2008

Veranstaltungsort Vorderasiatisches Museum im Pergamon Museum Berlin

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.jk-world.netwww.mrplacetofill.co.uk

Wagnissse

Die im Ausstellungsraum JET geplante Ausstellungsreihe WAGNISSE stellt KünstlerInnen vor, deren selbst gewählter oder zwangsweise geführter Lebensentwurf ihre künstlersiche Praxis bedingt.

Uns interessiert, an welchen Stellen in künstlerischen Arbeiten Kunst und Leben eine Einheit bilden. Hierbei sind für uns gerade die künstlerischen Positionen interessant, die sich nicht bewusst und programmatisch für eine Symbiose von Kunst und Leben entschieden haben (wie z.B. die Situationisten), sondern bei denen sich Aspekte des eigenen Lebens aufgrund eines bestimmten Lebensentwurfs in die künstlerische Produktion eingeflochten haben. Es soll ein möglichst vielfältiges Bild von künstlerischen und damit einhergehend, privaten Wagnissen entstehen. In vier Ausstellungen setzen wir einen jeweils anderen Fokus auf unterschiedliche Lebensentwürfe und somit künstlersiche Praktiken.

 

Antragsteller/in Susanne Weiss, Lena Ziese

Veranstaltungstermin April bis November 2008

Veranstaltungsort JET

Förderbetrag 32.000 €

Kooperationen SIGNAL, Malmö

Internetseiten www.j-e-t.org