14. Jewish Film Festival Berlin & Potsdam 2008

Vom 25. Mai bis 5. Juni 2008 findet im Kino Arsenal am Potsdamer Platz in Berlin sowie im Filmmuseum Potsdam das 14. Jewish Film Festival Berlin statt. Bedingt durch den 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels liegt diesmal ein besonderer Schwerpunkt auf dem israelischen Kino. Außerdem geht es wie immer darum, das Beste vom jüdischen Film weltweit mit einer Auswahl von ca. 20 Filmen zu präsentieren, die überwiegend in Deutschlandpremiere laufen werden. Wie jedes Jahr werden auch diesmal wieder über die reine Filmpräsentation hinaus Gäste eingeladen, die die Vorführung der Filme begleiten sollen: Regisseure, Darsteller, Protagonisten gezeigter Filme, aber auch Filmwissenschaftler und Publizisten, die mit den Filmen und ihrer Problematik vertraut sind. Wiederholungen einzelner Filme im Filmmuseum Potsdam bringen dem Festival auch über Berlin hinaus Beachtung.

Antragsteller/in Jüdische Volkshochschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Veranstaltungstermin 25. Mai bis 8. Juni 2008

Veranstaltungsort Kino Arsenal Berlin und Filmmuseum Potsdam

Förderbetrag 85.000 €

Kooperationen Freunde der Deutschen Kinemathek e. V., Gesellschaft für ein Jüdisches Museum

Internetseiten www.jffb.de

Aus dem Eröffnungsfilm ARAB WORK (Avoda Aravit), einer israelischen TV-Serie, Regie: Ron Ninio

1968 // 2008

Von Mai bis Juli 2008 steht das Kino Arsenal ganz im Zeichen des Jahres 1968. 40 Jahre nach dem Mai 1968 präsentieren die Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. die umfangreichste Retrospektive, die es bislang zu diesem Thema in Deutschland gab. Das 98 Filme umfassende Programm ist spektakulär im Hinblick auf seine Vielfalt und sein enormes Spektrum im Zugriff auf 1968. Die Filme zeugen auf unterschiedliche Art von Aufbruch und Ausbruch, in Bezug auf die filmische Form und bisweilen auch auf die Erzählung. Sie sind voll von Pop und Politik, Ästhetik und Agitprop, Aufbruch und Scheitern, roten Fahnen und schönen Autos, Fabriken und Schultafeln, Pflastersteinen und Flowerpower, Sex und Reden, Reden, Reden. Musikalisch unterlegt von der „Internationale“, Johann Sebastian Bach und den Rolling Stones. Nüchternes Schwarzweiß und knallige Sixties-Farben wechseln sich ab – nicht selten innerhalb ein und desselben Films.

 

Im Zentrum des Programms steht das Interesse an Vergegenwärtigung und Reflexion des Jahres 1968 als Filmgeschichte sowie die Frage nach der Relevanz der damals aufgeworfenen Fragen für aktuelle Diskurse. Die Rolle der Zeitzeugen wird in dieser Filmreihe von den Filmen selbst übernommen: Sie künden davon, was 1968 auf dem Spiel stand – für das Kino wie für die Gesellschaft.

 

Das Programm ist in vier parallel stattfindende Schwerpunkte gegliedert:

Agitation & Gegen-Information – Militante filmische Manifeste

Godard – Filme des Kollektivs „Groupe Dziga Vertov“

Rot liegt in der Luft – Internationale Filme aus den Jahren 1967/68/69

Immer wieder Mai – Echo des Pariser Mai 68 in Filmen bis heute

 

Vorträge, Einführungen, Publikumsgespräche und eine Podiumsdiskussion ergänzen das Programm. Eine ausführliche Broschüre liegt an der Kinokasse aus.

 

Antragsteller/in Freunde der Deutschen Kinemathek e.V.

Veranstaltungstermin 1. Mai - 31. Juli 2008 1968 // 2008 wird am 1. Mai mit Jean-Luc Godards ONE PLUS ONE (1968) eröffnet und wir freuen uns, den Kulturtheoretiker Klaus Theweleit an diesem Abend im Kino Arsenal begrüßen zu dürfen.

Veranstaltungsort Kino Arsenal, Filmhaus am Potsdamer Platz, Potsdamer Str. 2, 10785 Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds. Mit Unterstützung der Botschaften von Italien, Schweden und Frankreich. Medienpartner: Tip, Freitag, Filmdienst, Taz, Le Monde diplomatique, Berliner Fenster

Internetseiten www.fdk-berlin.de

LES AMANTS RÉGULIERS (Philippe Garrel, F 2005)

5. Kurdisches Filmfestival

Das kurdische Filmfestival gilt seit 2002 weltweit als wichtigster Treffpunkt für kurdische Filmemacher aus aller Welt. Es ist Begegnungsstätte von kurdischen Regisseurinnen und Regisseuren. In seiner Einzigartigkeit zieht es Jahr für Jahr mehr Besucher an und ist inzwischen nicht nur für die kurdischen Zuschauer, sondern auch für das Berliner Arthouse -Publikum ein kultureller Höhepunkt.

 

Im Festival-Rahmenprogramm sollen insgesamt 45 Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme gezeigt werden.

 

Die Beschäftigung mit der kurdischen Identität, dem Alltag und den verschiedenen Lebensdimensionen stehen dabei in vielfältigen Blickwinkeln im Mittelpunkt. Ebenso finden mehrere Workshops statt, in denen Themen und künstlerische Herangehensweise der Filme an die Geschichte und Gegenwart kurdischer Lebenswelten diskutiert werden.

 

Das Festival vermittelt anhand der Filmauswahl und der Rahmenveranstaltungen dem deutschen Zuschauer differenzierte und künstlerisch avancierte Perspektiven auf Elemente kurdischer Lebensweisen aus Vergangenheit und Gegenwart. So nehmen bspw. die zeitgenössischen Filme aus dem “Neuen Irak” und der Türkei Bezug auf aktuelle politische Debatten und regen zu vertiefenden Diskussionen über den Status der Kurden innerhalb der neugeschaffenen Ordnung an. Durch seine konzentrierte Filmauswahl entwickelt das Festival einen Beitrag zum kulturellen Verständnis und fördert das Zusammenleben der unterschiedlichen Nationalitäten in der deutschen Hauptstadt (in Berlin leben ca. 50.000 Kurden aus der Türkei, Iran, Irak und Syrien).

 

Antragsteller/in Mehmet Aktas

Veranstaltungstermin 24. Mai bis 1. Juni 2008

Veranstaltungsort Filmkunsthaus Babylon-Mitte,Eiszeit-Kino Zeughofstraße 30

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Sprachenatelier Berlin e.V., Bilder ohne Grenzen e.V., Make Films not War organization.

Internetseiten www.kurd-filmfestival.com

Kurdisches Filmfestival

Im Aufbau. Israelisches Kino. Eine Retrospektive

Das israelische Kino ist im Aufwind. Es hat seinen festen Platz auf den großen internationalen Festivals gefunden, und engagierte Verleiher nehmen israelische Filme immer häufiger ins Programm. Dem Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum und der Jerusalem Cinematheque – Israel Film Archive ist der 60. Jahrestag des Staates Israel Anlass, mit der Retrospektive IM AUFBAU zu den Anfängen dieses Kinos – und damit zu den Anfängen des Staates – zurückzukehren. Acht Spiel- und vier Dokumentarfilme aus den fünfziger bis siebziger Jahren sind in der Filmreihe wiederzuentdecken.

Waren Filme in Israel zunächst vor allem im Auftrag zionistischer Organisationen entstanden, hatte sich bereits seit Beginn der sechziger Jahre ein höchst produktives kommerzielles Unterhaltungskino entwickelt. Parallel dazu brannte eine junge Generation von Autorenfilmern darauf, die Erfahrungen filmischer Erneuerungsbewegungen aus Europa und den USA auf den israelischen Kontext zu übertragen und das inhaltliche und ästhetische Spektrum des israelischen Films zu erweitern. IM AUFBAU zeigt die ersten Schritte eines Filmlandes, das unter schwierigen Bedingungen Erstaunliches zuwege gebracht hat.

Die für die Retrospektive ausgewählten Filme waren in Deutschland kaum je zu sehen. Sie stehen für eine Binnensicht auf ein Land, dessen Bild durch seine Omnipräsenz in den Medien allzu sehr verstellt ist. Der erste israelische Spielfilm, der je in Deutschland in den Verleih gekommen war, Thorold Dickinsons »Hill 24 Doesn't Answer« (1954), reflektiert den Übergang von der Mandatszeit in Palästina zu einem eigenständigen Staat Israel. Mit »Ta'alat Blaumilch« (The Big Dig, 1969), einem der erfolgreichsten Filme des in Ost- wie Westdeutschland vor allem als Autor bekannten Satirikers Ephraim Kishon, ist ein Klassiker des israelischen Kinos wiederzuentdecken. Das avantgardistische Werk »Hor BeLevanah« (Hole in the Moon, 1965) von Uri Zohar markiert den Auftakt des israelischen Autorenfilms. Der Altmeister des israelischen Dokumentarkinos, David Perlov, beschreibt mit seinem filmischen Tagebuch »Yoman« (Diary, Chapter I, 1973-1977) eine Zeit einschneidender politischer Veränderungen in der Folge des Yom-Kippur-Krieges.

In der Reihe sind Filme zu entdecken, die fast schon als verloren gelten mußten. Die Retrospektive IM AUFBAU wäre bis vor kurzem nicht möglich gewesen, da von großen Teilen des israelischen Filmerbes keine vorführbaren Kopien mehr vorlagen. Die Jerusalem Cinematheque – Israel Film Archive hat das Projekt zum Anlaß genommen, um in einer bisher beispiellosen gemeinsamen Anstrengung deutscher und israelischer Partner wichtige Schlüsselfilme mit neuen Kopien wieder verfügbar zu machen.

Begleitet wird die Reihe von Filmeinführungen, Vorträgen, Gesprächen und einem Symposium. Gäste sind unter anderem der Filmemacher und Autor Avram Heffner, der mit seinem Film »Le'an Ne'elam Daniel Wax« (But Where is Daniel Wax, 1972) im Programm vertreten ist, sowie die israelischen Filmwissenschaftler Ariel Schweitzer und Lihi Nagler.

Antragsteller/in Kinemathek im Deutschen Historischen Museum (DHM)

Veranstaltungstermin 29. April bis 16. Mai 2008

Veranstaltungsort Zeughauskino im Deutschen Historischen Museum

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Eine Veranstaltung von Zeughauskino – Deutsches Historisches Museum und Jerusalem Cinematheque – Israel Film Archive In Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, der Botschaft des Staates Israel, dem Außenministerium des Staates Israel, dem Bundesarchiv-Filmarchiv, dem Israel Film Fund, der Jehoshua Rabinovich Tel Aviv Foundation for the Arts - Cinema Project, dem Forum for the Preservation of Audio-Visual Memory in Israel und der Freien Universität Berlin – Seminar für Filmwissenschaft Unterstützt von ABC & TaunusFilm Kopierwerk, United King und dem BFI National Archive

Internetseiten www.dhm.de/kino/im...uisrael.html

Hor BeLevanah / Hole in the Moon (Uri Zohar, Israel 1965) Quelle: Jerusalem Cinematheque - Israel Film Archive

Hill 24 Doesn't Answer (Thorold Dickinson, Israel 1954) Quelle: Deutsche Kinemathek