BilderLauschen (AT) Initiative für neue Wege zur Kunst und Kultur für Kinder und Jugendliche

WASBilderLauschen entwickelt in Zusammenarbeit mit Museen, Galerien und anderen Kulturinstitutionen Audioguides und Begleitmaterialien für Kinder und Jugendliche. Über die Notwendigkeit kultureller Bildung herrscht längst Konsens, denn es ist erwiesen, dass die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur nicht nur Kreativität, sondern au die kognitiven Fähigkeiten fördert. Darüber hinaus schafft und bindet ein frühes Heranführen an die Künste die Besucher von Morgen. Audioguides für Kinder und Jugendliche sind hier ein sinnvolles Format, welches nur in äußerst wenigen Häusern angeboten wird. Das Angebot richtet sich vorrangig an Kinder und Jugendliche (Individualbesucher) zwischen 7 und 13 Jahren. Nicht zuletzt soll auch den Erwachsenen der Museumsbesuch mit der ganzen Familie erleichtert werden. Die Unterrichtsmaterialien (siehe „Weitere Formate“) richten sich dezidiert an Lehrer und Schüler. - WO?BilderLauschen startet im Internet, denn es gilt, die Entwicklung der Medien auch für kulturelle Bildung zu nutzen. Die Audioguides und begleitenden Materialien werden auf einer museumsübergreifenden Website zum Download angeboten. Die Website ist kindgerecht gestaltet und leicht navigierbar. Neben den Audioguides, Begleitheften und Unterrichtsmaterialien bietet die Website ein interaktives Portal für Kinder. Dies ist die erste Initiative, deren Angebote museumsübergreifend konzipiert sind und auf einer zentralen Website angeboten werden. Die Audioguides werden zum Download auf das eigene Gerät (Mp3-Player oder Handy) und als Podcast bereitgestellt. Die rasante Verbreitung modernster technischer Geräte unter Kindern und Jugendlichen bietet die Chance, eine große Zielgruppe zu erreichen. Perspektivisch suchen wir nach einer praktikablen und kostengünstigen Lösung, die Guides auch vor Ort zum Download auf das eigene Gerät zur Verfügung zu stellen. Bereits jetzt besteht die Möglichkeit, die Führungen als Podcast durch telefonische Anwahl mit dem eigenen Handy im Museum selbst abrufbar zu machen und mittels Tastatur zu steuern. Die Audioguides werden flankiert von interaktiven Begleitheften sowie Themenblättern für den Unterricht, die analog zu den Inhalten der Giudes aufgebaut und entwickelt werden. Zur besseren Vermittlung und Identifikation wurden museumsübergreifend einsetzbare Figuren entwickelt: Die beiden Raben Hugin und Munin, die in der germanischen Mythologie den Gott Odin durch tägliche Flüge zur Erde mit Wissen versorgen. Wie in der mythologischen Vorlage steht Hugin für den Gedanken und hat einen eher intuitiven Zugang zur Welt, während Munin für die Erinnerung steht: er ist der Nachdenkende und wesentlich für die Wissensvermittlung zuständig. Die beiden stehen in steten Dialog miteinander und vermitteln ihr Wissen entlang eines einfachen, auf die Ausstellungsinhalte abgestimmten, Handlungsstranges. Die Figuren werden sowohl in den Audioguides als auch in den Begleitmaterialien zum Einsatz kommen. BilderLauschen startet in Berlin. Zu vier Themenschwerpunkten haben wir fünf Kooperationspartner gewinnen können, für die wir Audioguides und Begleithefte entwickeln: Gemäldegalerie und Hamburger Bahnhof (Modul „Das Bild“), Filmmuseum Berlin (Modul „Film, Fernsehen, Neue Medien“), Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Modul „Geschichte und Alltag“), vier Galerien aus Berlin-Mitte (Modul „Die Galerie“). Gemeinsam mit dem Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Berlin werden die Unterrichtsmaterialien entwickelt.AUSBilderLauschen versteht sich als langfristige Initiative, die in Berlin startet. Perspektivisch möchten wir ein bundesweites, verlässliches Angebot an Audioguides für Kinder und Jugendliche etablieren. Für die Begleithefte beantragen wir eine Förderung bei der Price-Waterhouse-Cooper-Stiftung. Für unser Ziel, maximale Flexibilität und Verbreitung si-cherzustellen, indem die Hörführungen vor Ort abgerufen werden können, suchen wir einen Technologiepartner, um mit ihm gemeinsam an einer innovativen Techniklösung zu arbeiten. Denn Kultur ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit, und sollte so viele Kinder und Jugendliche als möglich erreichen!

Antragsteller/in Büro für kulturelle Angelegenheiten

Veranstaltungstermin März bis August 2007

Veranstaltungsort div. Berliner Museen Audioguides für Museen und Ausstellungen

Förderbetrag 20.000 €

Made in Namibia

Made in Namibia untersucht, welche Bilder des Deutschseins unter nachkolonialen Bedingungen hervorgebracht werden. Das Rechercheprojekt ist an der Schnittstelle zwischen kulturwissenschaftlicher Auseinandersetzung (Evelyn Annuß, Theorien des Performativen / Nachleben deutscher Mythologeme in der Gegenwartskunst) und Live Art (Barbara Loreck, Transformationen des Alltäglichen in künstlerischen Kontexten / Performance in Praxis und Theorie) angesiedelt. Unterstützt vom Goethe Zentrum Windhoek stellt es unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im heutigen Namibia die Frage „Was ist deutsch?“. In Eigenregie können die Befragten ihre Vorstellungen vom Deutschsein vor der Kamera nachspielen, vorhandene Bilder zitieren und im Prozess der fingierenden Wiederholung verschieben. Die Kontrolle der von uns angeregten Bildproduktion wird also zu-nächst den Beteiligten vor Ort überantwortet und durch unsere Foto-, Ton- und Videoaufnahmen ergänzt. Auf dieser Grundlage entwickeln wir dann ein Ausstellungskonzept (mixed media) für Berlin – die Partnerstadt von Windhoek. Geplant sind unter anderem: Live-Installation, Performances und eine Vortragsreihe aus Wissenschaft und Kunst.Gerade vor dem Hintergrund der Kolonialgeschichte ist es unser Anliegen, die gesetzten Rahmenbedingungen der Darstellung selbst zur Darstellung zu bringen. Durch die dop-pelte Übersetzung von Alltagsinszenierungen ‚des Deutschen’, die in der Ausstellung als solche sichtbar werden soll, drehen wir die herkömmliche Perspektive um: An Stelle des exotisierenden oder vordergründig objektiven Blicks auf die ‚deutscheste’ aller Exkolonien, an Stelle der Selbstbeschäftigung mit der vermeintlich eigenen kollektiven Identität setzen wir mit unserem Berlin-Import Made in Namibia einen aktiv zu bespielenden Möglichkeitsraum für zukünftige transkulturelle Verständigungen über die praktischen Bedin-gungen wie arbiträren Grenzen kollektiver Identität.

Antragsteller/in Dr. Evelyn Annuß, Barbara Loreck

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Goethe Zentrum Windhoek, internationales Theate-rinstitut, Bundeszentralle für politische Bildung, namibische Botschaft, Deutsches Historische Museum, Rautenstrauch-Joest-Museum