Der Feurige Engel

Ein Musiktheaterabend, der aus einer Konfrontation von unterschiedlichster Musik mit der Brjussowschen Geschichte erwächst: eine zufällige Begegnung scheint der Beginn einer verhängnisvollen Dreiecksbeziehung zu sein. Die Frau, einem Engel verfallen; der Mann, der wiederum ihr verfällt und an die Grenzen seiner Realität stößt. Schwarze Magie und Inquisition: Der Roman erzählt vom Jahr 1534 in Deutschland, einer Zeit, in der die Menschen mit der Anwesenheit von Dämonen, Hexen und dem Teufel so selbstverständlich lebten, wie wir heute ihre Existenz in Frage stellen. 1534 oder 2006: unser Leben kann plötzlich durch Unvorhersehbares entscheidend verändert werden und wir haben die Wahl, diese Momente als Zufall oder als Fügung zu interpretieren.

 

 

Konzept/Regie David Marton

Musikalische Leitung Jan Czajkowski

Künstlerische Mitarbeit/Dramaturgie Amely Haag

Raum/Kostüm Alissa Kolbusch

Sounddesign Daniel Dorsch

Lichtdesign Henning Streck

Regieassistenz Annika Stadler

Bühnenbildassistenz Britta Bremer

Technische Leitung Sven Nichterlein

Produktionsleitung Anke Buckentin

 

Mit Marie Goyette (Teremin, Gesang), Theresa Kronthaler (Alt), Yelena Kuljic (Vocals), Nurit Stark (Violine), Thorbjörn Björnsson (Bariton), Jan Czajkowski (Klavier), Daniel Dorsch (Keyboards)

 

Eine Produktion von David Marton, PERFORMART und Sophiensaele. Realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur Berlin.

 

 

Antragsteller/in Sophiensaele / David Marton

Veranstaltungstermin 3. bis 6. Mai 2007, 20.00 Uhr - Wiederaufnahme

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 10.600 €

Internetseiten www.sophiensaele.com

Der Sonne entgegen

Lucia Ronchetti

Der Sonne entgegen

Szenisches Konzert für 14 Stimmen, Blechblasensemble und Live-Elektronik (2007, rev. 2009) UA der Neufassung

 

Steffi Hensel, Text

 

Kammerensemble Neue Musik Berlin

Vokalsolisten

Daniel Gloger, Musikalische Einstudierung

Timo Kreuser, Musikalische Leitung

 

Michael von zur Mühlen, Szenische Einrichtung

Elisabetta Benassi, Video

Lothar Baumgarte, Raum/Licht

Svenja Gassen, Kostüme

Thomas Seelig, Klangregie/Live-Elektronik

 

Der Sonne entgegen ist eine dramatische Reflektion für 14 Gesangssolisten, Blechblasensemble und Live-Elektronik über das Phänomen der Entortung und Entwurzelung in unserer neuen, hyper-kommunikativen Welt.

Die Intention der italienischen Komponistin Lucia Ronchetti und der Dramaturgen ist es, ein Musiktheater zu schaffen, das den traditionellen Gedanken von Solisten und Hauptcharakteren aufgibt zu Gunsten einer sich verwandelnden und fluktuierenden Gemeinschaft, aus der einzelne Personen hervortreten und sich wieder verflüchtigen.

In fragmentarischen, assoziativ zusammenhängenden und zugespitzten Situationen wird von vielfältigen Verwandlungen der 14 Darsteller erzählt. Sie erscheinen als Europäer, die sich in einem scheinbar paradiesischem Urlaub auf einer exotischen Inselblase befinden, als Flüchtlinge in der Wüste gegenüber einer unüberwindlichen Grenze, als Staatenlose oder als „Überlebende“ in der ersten Welt und als ungehörte Intellektuelle in einem komplexen Diskurs über Verlust von Territorien und Migration. Immer wieder kippt die Szenerie um ins Surreale, etwa, wenn eine Eiskunstläuferin mühelos über alle Grenzen hinweg durch den Raum gleitet, oder der Chor der Toten Zeit und Geschichte aus überzeitlicher Perspektive alptraumhaft beschreibt. Das Ensemble agiert als Sänger und Schauspieler zugleich, erzeugt Geräusche und Klänge mit Stimmen, Körpern wie Objekten und bleibt meist a-capella, klanglich ohne stützendes Fundament und fragil.

Als Vision und negativer „deus ex machina“ erscheinen die Blechbläser, in einem apokalyptischen Moment, als gewaltiger und emotionaler Sturm. Dies wird gleichsam zu einem meta-historischen Ereignis und ruft Assoziationen einer Sintflut hervor – das Remake der biblischen Geschichte und ein Zustand, in dem alles kompliziert, unverbunden und unlösbar scheint. Ein Sturm, der Darsteller, Musiker und Publikum mit sich fort reißt.

 

 

Antragsteller/in Michael von zur Mühlen

Veranstaltungstermin So 21. März 2010 20.00 Uhr Mo 22. März 2010 20.30 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Eine Autorenproduktion in Zusammenarbeit mit MaerzMusik | Berliner Festspiele und Sophiensaele, gefördert durch Hauptstadtkulturfonds, Kunststiftung NRW, NRW KULTURsekretariat/Fonds Experimentelles Musiktheater, Deutscher Musikrat, Initiative Neue Musik Berlin, Berliner Künstlerprogramm des DAAD und Istituto Italiano di Cultura Berlino Auftragswerk Fonds Experimentelles Musiktheater | UA Gelsenkirchen, 12.5.2007

Internetseiten www.berlinerfestspiele.de

EN TRÒPIA - Ein Jazz-Theater

Es ist ein Jahrhundertfrühling. In diesem Jahr setzte er viel zu früh ein. Doch später wird sich niemand mehr an ihn erinnern. Außer mir, und dir vielleicht. Und während die Temperatur da draußen seit Tagen ungewöhnlich hoch ist, versuchen wir unser Treibhaus gegen den Weltuntergang abzuschotten. Ein kleines Universum und ein kranker Vogel.

 

Die Oper Dynamo West zeigt das Jazz-Theater EN TRÒPIA, inspiriert von Thomas Pynchon, Duke Ellington, Chet Baker und dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Dieses Mal führen ihre Erkundungen des Berliner Westens in das halbleere Bikinihaus am Breitscheidtplatz, direkt zwischen der Gedächtniskirche und den Affengehegen des Zoos, und mischen Jazz und Physik in den Klang der Stadt.

 

Mit Annekathrin Bach, Nico Nothnagel, Yelena K & The Love Trio und Fleisch&Schön.

 

Regie Franziska Seeberg

Bühne & Kostüme Julie Rüter

Dramaturgie Miron Hakenbeck

 

Eintritt: 12,-/ erm. 8,- €

Karten Tel: 030 39202140 oder tickets@operdynamowest.org

 

 

Antragsteller/in Oper Dynamo West

Veranstaltungstermin 22. bis 25. März 2007, 29. März, 1. April 2007, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Bikini-Haus, Budapester Straße 46, 10787 Berlin

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Eine Produktion der Oper Dynamo West und der Ehrlichen Arbeit. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und der Karl-Hofer Gesellschaft. Unterstützt von Urban Drift, Freitag, Neues Deutschland und La Gazette.

Internetseiten www.operdynamowest.org

Photo:B.Krieg

Photo:B.Krieg

Monster und Wunderkinder

„Monsters and Prodigies“ erzählt die Geschichte des ‚Barbier-Chirurgen’ Jean Ambroise Pare, der erste Kastrationen vonahm, um Jungen ihren hellen Sopran zu erhalten. Die Welt war geschockt. Das Stück erkundet die schicksalhaften Wendepunkte und Abenteuer im Leben der Kastraten, ihre Liebschaften und Launen, die Turbulenzen, die sie im Umgang mit Komponisten und Theaterdirektoren erlebten - und zeigt bilderreich Facetten des Barockzeitalters mit seiner verschwenderischen Pracht, seinen Extravaganzen und seiner Dekadenz.

„Die ganze Geschichte dieser Vokalkunststars und –opfer rollen die Mexikaner auf, in einer naturgemäß auch mit musikalischen Einlagen prunkenden Darbietung, die auf sandigem Bühnenboden pompöse Auftritte beschert, einen echten Schimmel und einen nicht ganz echten, kaum minder dramatisch schnaubenden Zentauren tanzen lässt, zwischendurch eine Brötchenschlacht mit dem Publikum anzettelt und somit die Steigerung drastischer Komik zum Klamauk nicht scheut.

„De Monstruos y Prodigios“ (Monster und Wunderkinder), ausgedacht von Jorge Kuri und Claudio Valdés Kuri als Umsetzung von Patrick Barbiers 1996 erschienenem Buch „The World of the Castrati“, macht schon als höchst lebendige Geschichtsstunde viel Vergnügen. Erzählt wird vom ersten Messerschnitt eines nicht nur neapolitanischen, sondern siamesisch verbundenen Zwillingsbarbiers, der Anfang des achtzehnten Jahrhunderts die Sucht nach den verbotenen Tönen weckte, und den oft extravaganten Folgen bis zum Schicksal des letzten Kastraten, jenes Alessandro Moreschi, eines Sopranisten im Dienste des Vatikans, von dem uns noch die Schallplatte kündet. Mit Moreschis Aufnahme des „Ave Maria“ aus dem Jahr 1904 klingt das Stück gefühlvoll aus.“ (Jordan Mejas, FAZ vom 07.08.07)

 

Der mexikanische Regisseur Claudio Valdes Kuri gehört zu den international renommiertesten Künstlern Lateinamerikas. 1997 gründete er das Ensemble Teatro de Ciertos Habitantes, das er auch als Regisseur leitet. Seine Arbeiten „Automóvil gris“ und „¿Dónde estaré esta noche?, eine Jeanne d’Arc-Bearbeitung frei nach G. B. Shaw, waren bereits in Berlin zu sehen. Kurí ist außerdem Mitbegründer und Bassstimme des Vokalquartetts Ars Nova, das sich der Alten Musik, vor allem der Renaissance- und Barockmusik Lateinamerikas widmet und ebenfalls im In- und Ausland tourt.

 

Spanisch mit dt. Übertitelung

 

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 1. bis 3. November 2007, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort HAU 1, Stresemannstrasse 29, 10963 Berlin

Förderbetrag 39.990 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.dewww.ciertoshabitantes.com

Stifters Dinge

Heiner Goebbels’ neueste Arbeit ist ein Klavierstück ohne Pianisten, ein Theaterstück ohne Schauspieler, eine Performance ohne Performer: eine Einladung an die Zuschauer in einen faszinierenden Raum voller Töne und Bilder. Dinge, die im Theater oft nur als Dekor oder Requisit erscheinen, werden hier zu Protagonisten: Licht, Bilder, Geräusche, Töne, Stimmen, Wind und Nebel, Wasser und Eis. Inspirationsquelle sind die Erzählungen Adalbert Stifters, in denen die Handlung aus Respekt gegenüber der Natur und den Dingen zurücktritt. In ihrer radikalen Entschleunigung und ihren ritualisierten

Wiederholungen lassen sie den Romantiker Stifter überraschend heutig erscheinen.

Antragsteller/in KBB - Berliner Festspiele / spielzeit'europa

Veranstaltungstermin 5. und 6., 9. bis 11. Oktober 20.00 Uhr 7. Oktober 19.00 und 22.00 Uhr 12. Oktober 20.00 und 23.00 Uhr 13. Oktober 19.00 Uhr

Veranstaltungsort Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Théâtre Vidy-Lausanne E .T.E. In Koproduktion mit spielzeit ’europa I Berliner Festspiele, Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg, schauspielfrankfurt, T&M-Théâtre de Gennevilliers/CDN, Migros Kulturprozent und Teatro Stabile di Torino | Korealisation Artangel London Unterstützt vom Hauptstadtkulturfonds

Internetseiten www.spielzeiteuropa.de

STRANGERS - Ein deutsches Singspiel von Verdi, Puccini, Mozart und Bizet

Der schwarze Heerführer Otello, Madame Butterfly aus Japan, der verkrüppelte Narr Rigoletto, die Zigeunerin Carmen und der Türke Osmin sind nicht nur fünf der bekanntesten Opernfiguren, sie teilen auch ein ganz ähnliches Schicksal: die „normale“ Gesellschaft grenzt sie als Fremde aus. Was würde wohl passieren, wenn diese Fünf sich heute auf einem deutschen Ausländeramt begegneten? Was, wenn heldenhafte Arien, große Pläne, gezückte Schwerter und ewige Liebe auf Formulare, Gewissensfragen und Aufrufziffern träfen und sich die bekannten Geschichten zu einem explosiven Beziehungsgeflecht überkreuzten?

 

Strangers ist eine zeitgenössische Musiktheatercollage, mit der wir zwei Ansatzpunkte verfolgen wollen: heutige Migration einerseits und Rassismen in der abendländischen Operngeschichte und ihren tradierten Sehgewohnheiten andererseits. Es geht uns um Wirklichkeit und theatralische Fiktion des westlichen Umgangs mit dem Fremden. Das Stück, das wir aus verschiedenen Stoffen arrangiert haben, stellt zunächst eine szenische Studie über Menschen mit Migrationshintergrund dar, die durch das abstrakte System des modernen Nationalstaates als Sonderfall bürokratischer Betreuung definiert werden. Im trostlosen Warteraum einer deutschen Behörde treffen sie aufeinander. Unter dem Druck von Stigmatisierung und der Diskrepanz ihrer Kommunikationsweisen, kulturellen Codes und Umgangsformen entwickelt sich daraus ein enormes Konfliktpotential.

 

Bei unseren Strangers handelt es sich um fünf der bekanntesten Ausländer der Operngeschichte und ihr siebenköpfiges Instrumentalisten-Gefolge, die alle aufgrund der Marginalisierung als Fremde und den daraus resultierenden dramatischen Folgen in ihren Originalstücken zu besonders empfindlichem und exaltiertem Verhalten neigen. Der schwarze Heerführer Otello, Madame Butterfly aus Japan, der italienische Krüppel Rigoletto, die Zigeunerin Carmen und der Türke Osmin werden an jeweils unterschiedlichen Stadien ihrer Geschichten aus diesen heraus gelöst und mit dem heutigen Migrantenalltag in einem deutschen Amtsgebäude konfrontiert. Indem sich dabei die zunächst alltäglich erscheinenden Figuren sukzessive als Opernhelden offenbaren, die gerade nicht realistisch charakterisiert werden, sondern durch Klischees und Ressentiments, entsteht aus der anfänglichen Sozialstudie eine szenische Reflexion über Wahrheit und Verzerrung in der Wahrnehmung von anderen Kulturen und Menschen. Die latenten oder offenen Vorurteile und Rassismen von Türkenopern, Zigeunerromantik und tradierten Sehgewohnheiten im Musiktheater sollen hinterfragt werden, indem sie im dramatischen Wechselverhältnis mit den Alltagszwängen heutiger Migranten erscheinen. Wie bei so exzentrischen Figuren nicht anders zu erwarten, entwickelt sich überdies eine spannende und oftmals witzige Geschichte, in der die Situationen der zugrundliegenden Stoffe ein skurriles Eigenleben entwickeln:

 

Otello ist nach dem Mord an Desdemona auf Bewährung draußen, arbeitet an seiner Selbsttherapie und muss sich wöchentlich auf dem Amt melden. Dabei verliebt er sich prompt in die nichtsahnende Butterfly, die des Wartens überdrüssig nach Deutschland kam, um hier ihren Mann zu suchen. Rigoletto ist in der Behörde notdürftig als Hausmeister und Putzkraft untergekommen, nachdem er seine zwielichtige Anstellung als Entertainer verlor. Seit dem Tod seiner Tochter Gilda haben seine Verbitterung und Gehässigkeit noch zugenommen. Er macht Otello glauben, Butterfly hätte ein Verhältnis mit Osmin. Was der wiederum auf dem Amt zu suchen hat, ist zunächst rätselhaft. Stolz schleppte er ein Streichquartett mit vier schönen Frauen mit sich, die er beständig zu beeindrucken versucht. Und Carmen wurde wieder mal ohne Aufenthaltsgenehmigung aufgegriffen und soll nun abgeschoben werden. Doch die selbsterklärte Lebenskünstlerin begreift die Welt und ihre Rolle darin als ein einziges Abenteuer und lässt sich nicht unterkriegen. Die Verknüpfung der fünf dramatischen Stücke und ihrer Finali droht schließlich in ein auswegsloses Massaker zu führen ...

 

Das Libretto montiert ausgewählte Arien und Ensembles der Originalopern zu einer kohärenten, aber nicht widerspruchsfreien Handlung. Unvermeidliche Brüche sollen spürbar bleiben. Um die Authentizität der Figuren und ihrer fremdländischen Herkunft und Sprache zu garantieren, möchten wir mit Darstellern arbeiten, die aus den Herkunftsländern der Figuren stammen, und einige Szenen und Dialoge improvisierend entwickeln. Das Stück wird musikalisch begleitet durch die vier Streicherinnen aus Osmins Harem und Carmens Zigeunerband: ein Akkordeon-Spieler, ein Klarinettist und ein Perkussionist, der virtuos alle möglichen Gegenständen als Schlagwerk verwendet. Außerdem werden mögliche Instrumentalfertigkeiten der Sänger genutzt. Diese farbenreiche Besetzung kann teilweise den sinfonischen Orchesterklang simulieren, aber auch skurrile Klangwelten erschaffen.

Die Ausdruckspalette des Arrangements soll vom Zitat der großen Oper bis zur vollständigen Auflösung der Originalmusik in Alltagsgeräusche wie Handy und Kofferradio oder Popmusikformen reichen, die jener sozialen Sphäre entspringen, in der das Stück angesiedelt ist. Darüber hinaus wird der Komponist einzelne Szenen, wie z.B. das Finale, neu komponieren, in denen die historische Musik nur noch als Zitat aufscheint. Die Musiker sind auf der Bühne mobil und werden mit inszeniert.

 

Regie: Florian Lutz

Musikalische Leitung und Arrangement: Antonis Anissegos

Ausstattung: Pia Wessels

Dramaturgie: Janka Voigt

 

Mit: Yuka Yanagihara, Nena Brzakovic, Kendrick Jacocks, Gabriel Urrutia, Tobias Hagge

 

Antragsteller/in Florian Lutz

Veranstaltungstermin Premiere am 16.12.2007 - 20.00 Vorstellungen am 18., 20., 21.12.2007 - jeweils um 19.30

Veranstaltungsort HAU1

Förderbetrag 45.000 €

Internetseiten www.5trangers.de

Who Killed Cock Robin?

"Who Killed Cock Robin?" ist poetische und bizarre Initiationsreise, Fantasie und düsterer Alptraum zugleich. Die Performance von Joanna Dudley und Rufus Didwiszus eröffnet eine Szenerie dunkler Schönheit und führt in eine surreale Welt voller Rituale und Zeremonien, begleitet von den Klängen der Ars Nova, der mehrstimmigen Vokalmusik des 14. Jahrhunderts, in den virtuosen Adaptionen des berühmten Vokal- und Instrumentalensembles Capilla Flamenca.

 

Erzählt wird die Geschichte eines kleinen dicken Jungen (Joanna Dudley), der eines Abends sein behütetes Zuhause verlässt. Unterwegs in unbekanntem Terrain trifft er auf sechs sonderbare bärtige Männer (Capilla Flamenca). So befremdet wie angezogen von diesen Hütern einer verborgenen Ordnung begibt sich der Junge in die Obhut der strengen Gemeinschaft. Eine Reise der Transformation beginnt, im Klangraum der Gesänge und visualisiert durch die Videoinstallation des Schweizer Künstlers Samuel Dématraz, dessen Arbeiten eine Atmosphäre unbehaglicher und finsterer Schönheit heraufbeschwören.

 

Kraftvoll und sinnlich erforscht "Who Killed Cock Robin?" traditionelle Erzählungen zwischen Animismus, Übergangsriten und Phantastik und verwischt dabei immer wieder spielerisch die Grenze von Realität und Fiktion. Nach dem großen Erfolg mit Foi von Sidi Larbi Cherkaoui ist Who Killed Cock Robin? die erste gemeinsame Produktion von Joanna Dudley, Rufus Didwiszus und Capilla Flamenca.

 

 

Das Künstlerteam:

 

Joanna Dudley studierte zeitgenössische und alte Musik am Adelaide Conservatorium und am Sweelink Conservatorium in Amsterdam sowie traditionelles Flötenspiel in Tokio und weltweit verschiedene traditionelle Gesangsstile und Kunstformen. Sie arbeitete als Performerin, Musikerin, Komponistin, Klangkünstlerin und Sängerin in Australien, China, Deutschland und Japan. Ihr interdisziplinärer Ansatz führte sie bisher zur Zusammenarbeit mit Künstlern wie Barbara Frey, Heiner Goebbels, Hans Peter Kuhn, Thierry de Mey, Thomas Ostermeier und Sasha Waltz. Als Gast der Schaubühne am Lehniner Platz entstanden mehrere ihrer Arbeiten, u.a. die Soloperformance He Taught Me to Yodel (2002), gemeinsam mit Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola My Dearest My Fairest (2000) und colours may fade with friction read instructions carefully store in a cool and dry place no side effects (2004) als erneute Zusammenarbeit mit Esnaola und Bühnenbildner Rufus Didwiszus. 2006 Präsentation der Soundinstallation Tom´s Song im Rahmen des Sonambiente Festivals Berlin. Ihre jüngste Produktion, die Soloperformance The Scorpionfish, entstand erneut in Zusammenarbeit mit Rufus Didwiszus und feierte im Januar 2006 im Radialsystem V Berlin Premiere. Weltweite Tourneen und Auszeichnungen, u.a. den Preis für die „innovativste Performance“ durch den Australischen Kritikerverband für My Dearest My Fairest (2000). Für ihre Rolle in Foi von Sidi Larbi Cherkaoui und Les Ballets C de la B wurde sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "ballet-tanz" als beste Darstellerin in der Kategorie Tanz nominiert. www.joannadudley.de

 

Rufus Didwiszus absolvierte das Studium für Bühnen- und Kostümbild bei Prof. Jürgen Rose in Stuttgart. Seither zahlreiche Arbeiten an den Münchener Kammerspielen, an der Baracke des DT Berlin und an der Schaubühne am Lehniner Platz Berlin mit Thomas Ostermeier sowie am Schauspielhaus Hamburg, bei den Salzburger Festspielen und dem Edinburgh Festival. Rufus Didwiszus entwickelte Bühnenbilder und Ausstattungen für Tom Kühnel am TAT-Frankfurt, Sidi Larbi Cherkaoui und Les Ballets C de la B in Gent sowie für Stefan Larsson am Royal Dramatic Theatre in Stockholm. Im Jahr 2004/05 Ausstattung und gemeinsam mit Joanna Dudley und Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola künstlerisches Konzept von colours may fade with friction read instructions carefully store in a cool and dry place no side effects. The Scorpionfish setzt seine erfolgreiche Zusammenarbeit und Ko-Regie mit Joanna Dudley fort.

 

Das Vokal- und Instrumental Konsort Capilla Flamenca zählt zu den arriviertesten und stilbildenden Ensembles Alter Musik und steht für ausgezeichnete Aufführungen der Werke von Josquin, Bruhier, Brumel, Agricola und den Chansons von Pierre de la Rue. Der Name geht auf ein Ensemble von auserlesenen Musikern aus den Niederlanden zurück, das Karl V. auf seinen ständigen Reisen begleitete. Heute arbeiten Capilla Flamenca hauptsächlich mit flämischen Musikern, die sich auf die musikalische Tradition der Renaissance spezialisiert und zum Ziel gesetzt haben, diese in ihrer einzigartigen klanglichen Vielfalt zu erhalten und gleichzeitig in die Gegenwart zu übersetzen.

 

Unter der Leitung von Dirk Snellings und in Kooperation mit renommierten Musikwissenschaftlern sind aus dem polyphonen Klangrepertoire in den letzten Jahren zahlreiche Programme, CDs und Aufführungen hervorgegangen, die internationale Beachtung gefunden haben und vielfach ausgezeichnet wurden, so etwa mit dem renommierten Preis " Il Filarmonico", dem Klara Musik Preis 2004 und dem Kulturpreis Musik der Flämischen Regierung 2005. Mit Joanna Dudley verbindet Capilla Flamenca die Zusammenarbeit an der von Publikum wie Kritik gleichermaßen gefeierten Inszenierung Foi von Sidi Larbi Cherkaoui und Les Ballets C de la B, 2003. www.capilla.be

 

Samuel Démat raz lebt und arbeitet in der Schweiz. Er absolvierte 2005 die ECAV Ecole cantonale d`art du Valais in Sierre, wo er sich vor allem auf die Schwerpunkte Video und Photokunst spezialisiert hat. Seither Entwicklung zahlreicher Arbeiten im Bereich Videokunst und interdisziplinäre Zusammenarbeiten mit Künstlern wie Ingrid Wildi, Dorothy Kreuzfeld, Jose Davilla und John Hilliard. Seine Video-Clips und Filme, die sich oftmals durch mosaikhafte visuelle Ordnungen und verstörend formalistische-fragmentarische Bildhaftigkeit auszeichnen, präsentierte Samuel Dématraz in den vergangenen Jahren in verschiedenen Ausstellungskontexten, so unter anderem in Ferm-Asile Sion 2006, der National Versicherung Basel 2006, in Mulhouse 2007 sowie auf der Plattform 07 in Zürich.

 

Grahame Dudley studierte die Fächer Komposition bei Peter Maxwell Davis, Australien, und Dirigieren bei Pierre Boulez in London. Dort war er auch musikalischer Leiter des Cockpit Experimental Arts Centre, an dem er das Ensemble Music Plus mit Musikern wie Oliver Knussen, Simon Bainbridge oder Irvine Arditti gründete. Seit seiner Rückkehr nach Australien lehrt Dudley Komposition an der Universität Adelaide. Er zählt zu den wichtigsten Förderern neuer junger Musikensembles, darunter Lights and The Elder New Music. Neben Arbeiten im Bereich Musiktheater und Oper, unter anderem The Snow Queen an der Victorian State Opera 2007, verbindet Dudley eine enge Zusammenarbeit mit dem Nouvel Ensemble Modern, Montreal.

 

Die Produzentin Das Herzstück der Arbeit von Binder + Par tner Berlin unter der Leitung von Adolphe Binder ist die internationale Produktion sowie künstlerische und strategische Beratung. Konzeption neuer Projektideen von kleinformatigen Avantgardeprojekten bis zu großen genreübergreifenden Kunstprojekten: BINDER + PARTNER BERLIN ist ein Beratungsteam, spezialisiert auf die kreative Unterstützung und Realisierung darstellender Kunst zwischen Performance, Tanz und Musik-Theater. Initiierung und Konzeption von Bühnenwerken, Analyse und strategische sowie künstlerische Beratung zu Programmplanung und Profilierung, Unterstützung durch individuelle Kommunikationsideen oder durch persönliches Coaching. www.bp-berlin.com.

 

Antragsteller/in Binder + Partner Berlin

Veranstaltungstermin 12. Dez. 2007 20h - Concertgebouw Brügge, DecemberDance 14. Dez. 21h Preview Deutschland-Premiere 15. Dez. 2007 20h - Ballhaus Naunynstraße, 16. Dez. 15+20h

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstraße

Förderbetrag 65000 €

Kooperationen Koproduziert von Capilla Flamenca und Concertgebouw Brügge, DecemberDance. Mit freundlicher Unterstützung durch den Hauptstadtkulturfonds Berlin und die ECAV SChule für Gestaltung Wallis, Schweiz.

Internetseiten www.bp-berlin.com;...ausnaunyn.de

Who Killed Cock Robin? Foto: Jens Sethzmann