'Falada' von Thomas Brasch

Aus dem bisher nicht aufgeführten Text FALADA von Thomas Brasch soll eine Oper in der Komposition von Blixa Bargeld entstehen, wobei sich verschiedene musikalische Genres über die Hauptfiguren: die Prinzessin (Christine Schäfer) und das Pferd Falada (Blixa Bargeld) verbinden. Es handelt sich bei dem dramatischen Poem FALADA um eine Adaption des Grimmschen Märchens „Die Gänsemagd“. Eine Prinzessin, das sprechende Pferd Falada und ihre Dienstmagd begeben sich auf eine Reise, an deren Ende die Hochzeit der Prinzessin im fremden Land stehen soll. Während der Reise übernimmt die Dienstmagd durch einen Kleidertausch die Macht. Angekommen verlangt sie als falsche Prinzessin den Tod des Pferdes, um den Zeugen loszuwerden. Dessen Kopf wird daraufhin abgeschlagen und ans Stadttor genagelt. Auch die Prinzessin ist im Weg, sie wird zur Gänsemagd degradiert, verliert aber nicht ihr königliches Merkmal, die „magischen“ Fähigkeiten. Der alte König wird über einen Knecht darauf aufmerksam, beobachtet ein Zwiegespräch mit ihr und dem Pferdekopf und entdeckt die Wahrheit. Die falsche Prinzessin wird bestraft, die richtige feiert Hochzeit. Nur, das Pferd ist tot. Die Idee ist, die einzelnen Texte innerhalb der Figuren auf musikalische Weise zu verbinden. Die genaue Spielfassung wird parallel zur Kompositionsarbeit festgelegt. Jedes Textfragment stellt ein szenisches Bild dar, wobei die Reihenfolge vom Autor nie exakt festgelegt wurde und somit Umstellungen innerhalb der Gesamtstruktur möglich sind. Diese Form ermöglicht auch Unterbrechungen szenischer Art im musikalischen Ablauf; Distanz und Brechungen sind gewünscht - dies wird von Anfang an klar: der Schauspieler Blixa Bargeld kommt auf die Bühne und steigt erst mit dem Prolog in die Pferderolle ein und ist nun auch der Dirigent des musikalischen Bühnengeschehens. Auch bei Brasch ist das ambivalente Symbol Pferd das alter ego des Dichters und zugleich Spielmacher in einem Prolog und dreizehn Bildern aus subjektiver Perspektive - das Märchen als Mythos und Grundlage der Moderne. Die Bühne und Kostüme abstrahieren die Bilder des Märchens und stellen die Verbindung zwischen Märchen und Moderne her.

Antragsteller/in Hilde Stark

Veranstaltungstermin 2006

Veranstaltungsort Deutsches Theater Berlin

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Stiftung Schloss Neuhardenberg Festspielhaus Hellerau/Dresden

Internetseiten www.deutsches-thea...r.berlin.net

AFTER HOURS

Der Programmierer Paul Hackett lernt durch Zufall eine rätselhafte Frau kennen, er bekommt eine Telefonnummer und beschließt, ihr noch in derselben Nacht quer durch die Stadt zu folgen. Damit betritt er eine ihm völlig fremde, faszinierende, wie abstoßende Nachtwelt. In einer Kette von fatalen Missverständnissen irrt Hackett durch Schlafzimmer, Clubs und Darkrooms und wird erst als Einbrecher, dann als Mörder gejagt. Es beginnt eine alptraumhafte Reise durch die urbane Subkultur. Der Rückweg ist abgeschnitten...

 

Berlin ist die Metropole für Elektromusik und Oper. Es erscheint absolut unverständlich, warum, trotz direkter räumlicher Nachbarschaft und unzähliger künstlerischer Berührungspunkte, die ausgeprägte Koexistenz von Klassik und Elektro nicht genutzt wird. Die beiden Regisseure, Heidi Mottl und Marcelo Buscaino, wollen mit AFTER HOURS diese augenfällige Lücke schließen und eine völlig neue Form des Musiktheaters entwickeln.

 

Es wurde schon häufig versucht, klassische Werke in die heutige Zeit zu übertragen. AFTER HOURS geht den konsequentesten Weg: Der moderne Text wird durchgehend mit eigens dafür komponierter Elektro-Musik vertont und am tatsächlichen Handlungsort - dem Berghain - zur Aufführung gebracht. Der Plot des Kult-Films von Martin Scorsese aus den 80ern scheint als inhaltliche Vorlage dafür wie gemacht.

 

Für diese Produktion öffnet Berlins aufregendste Partylocation zum ersten Mal die Tore für ein Theaterpublikum. AFTER HOURS nutzt mit der Kombination von Elektro, Operngesang, Schauspiel, Film und Tanz die einzigartige Atmosphäre des Berghains, um den Zuschauer kurzeitig in eine parallele "Gegenwelt" zu entführen.

 

Antragsteller/in Heidi Mottl und Marcelo Buscaino

Veranstaltungstermin Uraufführung: 28. August 2006, 29. August bis 01. September und 05. bis 08. September 2006

Veranstaltungsort Berghain

Förderbetrag 75.000€

Internetseiten www.berghain.de/AFTERHOURS

Der feurige Engel

David Marton inszenierte letztes Jahr in den sophiensalen das Szenische Konzert “Fairy Queen oder Hätte ich Glenn Gould nicht kennen gelernt”, basierend auf Henri Purcells Oper “The Fairy Queen” (Gastspiele an der Schaubühne am Lehniner Platz und auf dem diesjährigen Zürcher Theaterspektakel). Der Musiktheaterabend “Der Feurige Engel” ist eine Komposition aus verschiedenster Musik mit Textfragmenten u.a. aus dem Roman “Der Feurige Engel” von Valeri Brjussow (erstmals 1907/1908 als Zeitungsroman in Moskau veröffentlicht, erzählend vom Jahr 1534 in Deutschland). Angesiedelt in einer Musikalienhandlung eines im Umbau begriffenen Kaufhauses heutiger Zeit, konfrontiert der Abend aus mittelalterlicher sowie aus gegenwärtiger Sicht auf musikalischer Ebene folgende Themen miteinander: Magie oder Mathematik, Fügung oder Zufall, Realität oder Wahrnehmung.

Antragsteller/in David Marton

Veranstaltungstermin 3. bis 6. Mai 2007, 20.00 Uhr - Wiederaufnahme 4.-6. November 2006, 9.-12. November 2006

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 50.000 € (Wiederaufnahme: 10.600 €)

fichten (für großes Orchester und Raum)

Liegend ein Orchester hören. Ein Orchester, das live spielt, doch unsichtbar bleibt. Klänge, die so zart und feingliedrig sind, dass das Hören im Liegen zu einem Akt frei schwebender Konzentration wird – als ginge es um den alten aufklärerischen Anspruch von der Verfeinerung des Menschseins durch Kunstpraxis. Zugleich aber ist fichten. eine Aufführung, die bürgerliche Orchesterkonzert-Rituale in eine performative Klanginstallation auflöst.

Die Musik des Grazer Komponisten Klaus Lang, in einen Raum von Claudia Doderer gesetzt und interpretiert vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, lotet die akustischen Möglichkeiten des großen Saales im Haus der Berliner Festspiele aus.

 

 

Antragsteller/in Klaus Lang & Claudia Doderer

Veranstaltungstermin 15. März 2007, 19.00 Uhr (öffentliche Generalprobe) 16. März 2007, 18.00 Uhr und 20.30 Uhr, 18. März 2007, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort Haus der Berliner Festspiele

Förderbetrag 15.000 € (2006) und 20.000 € (2007)

Kooperationen MaerzMusik | Berliner Festspiele in Koproduktion mit steirischer herbst, Auftragswerk von musikprotokoll im steirischen herbst 2006, In Zusammenarbeit mit Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin/roc-GmbH

Internetseiten www.maerzmusik.de

Promo

Geschichten aus dem Plänterwald

Wenige Spreebiegungen östlich Berlins Neuer Mitte und in Nachbarschaft zur Neuköllner Oper liegt im Plänterwald der ehemalige Freizeitpark „Spreepark“ im Dornröschenschlaf. Seine Geschichte ist so legendär wie die des ehemaligen Betreibers Norbert Witte und seinem „genialen Scheitern“ (Berliner Zeitung) zwischen Vision und Insolvenz. In der Neuköllner Oper treffen wir nun auf ein Septett von Kassendamen, die noch immer Billets verkaufen zum Eintritt in einen Vergnügungspark deutscher Visionen. In ihrem Warten auf den großen Betreiber verknüpfen sie Szenen aus diesem Berliner Tatsachen-Märchen mit persönlichen Kommentaren zum deutschen Zeitgeist. Ihre Betrachtungen – mal philosophisch, mal betriebswirtschaftlich, mal ganz praktisch - untermauern sie durch Musik: Werbemusiken aus den 50er Jahren, die vor Optimismus strotzen, deutsches Liedgut von hüben und drüben, fremde Weisen und schräge Hits, meist a cappella gesetzt oder frisch mit ihren Instrumenten gespielt, von der Tuba über die Melodika bis zum Eierschneider.

Antragsteller/in Neuköllner Oper

Veranstaltungstermin 24., 26., 27. und 31. August sowie 1. bis 3. und 7. bis 10. September 2006, 20 Uhr

Veranstaltungsort NEUKÖLLNER OPER • Karl-Marx-Str. 131-133 • 12043 Berlin

Förderbetrag 42.000 €

Kooperationen Ensemble leitundlause Universität Hildesheim sowie mit der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig

Internetseiten www.neukoellneroper.de

Hip H'Opera - Così Fan Tutti - ein cross culture Projekt

Der Rapper Guglielmo wettet auf die Treue seiner Fiordiligi mit ihrem jugendlich-dramatischen Sopran, der Rapper Ferrando auf die Treue von Dorabella mit ihrem lyrischen Mezzosopran. Verführt zu dieser Wette werden sie vom Charakterbass des Don Alfonso, der sich mit der Rapperin und Kammerzofe Despina verbündet hat. Mozarts Oper battelt gegen HipHop-Beats bis eine Hip H’Opera entsteht: Die Komische Oper Berlin präsentiert im Mozart-Jahr 2006 eine Cross-Culture-Version zu Mozarts Oper Così fan tutte mit dem Titel Hip H’Opera© – Così fan tutti.

Diese Hip H’Opera ist das Ergebnis einer Fusion von Klassik und HipHop: eine Oper mit Rap und Rezitativen, Arien und HipHop-Beats, DiscJockey und Orchester, Opernsängern und HipHoppern sowie 40 jugendlichen Sängern und Tänzern zwischen 16 und 24 Jahren aus allen Berliner Bezirken, allen sozialen Schichten, allen Schul- und Ausbildungsformen und vielen unterschiedlichen Nationen. Manche Mitglieder dieser Youth Crew sind Rapper, HipHopper, Operngänger, Opernneulinge, waren mal Opernhasser – und dennoch: Alle lieben Musik und sind bereit, sich auf dieses riesige Experiment einzulassen.

Die Hip H’Opera© – Così fan tutti gehört in die Reihe »Komische Oper ’Jung«, die sich an Kinder und Jugendliche wendet. Neben der Veranstaltungen »Musik für jedes Alter«, den Einführungsworkshops zu den Produktionen, der Komponistenwerkstatt und der Arbeit mit dem Kinderchor bietet die Komische Oper Berlin auch immer wieder Inszenierungen auf der großen Bühne und mit den besten Sängern des Ensembles für dieses Publikumssegment an. Mit den großen Erfolgen von Brittens Der kleine Schornsteinfeger, der Uraufführung des Auftragswerkes Der Reiter mit dem Wind im Haar von Frank Schwemmer und der Prinzessin auf der Erbse stehen Produktion auf dem Spielplan, die zeigen, dass die Komische Oper Kindertheater nicht als Nebensache, sondern als integralen Bestandteil seines künstlerischen Profils versteht.

Die Hip H’Opera© – Così fan tutti ist ein großangelegtes Experiment für eine neue Dimension der Musiktheaterproduktion und Jugendkulturarbeit. Hier ist vor allem die Perspektive der Jugendlichen entscheidend, die in choreographiertem und freiem Tanz das Bühnengeschehen hinterfragen, weiterführen und karikieren: Mozart streetwise!

Diesem Teil der Produktion liegt keine fertige Choreographie zugrunde. Nadja Raszewski, Choreographin, Tanzpädagogin und künstlerische Leiterin der TanzTangente Berlin, leitet die Youth Crew seit Oktober 2005. Sie entwickelt und entwirft gemeinsam mit den Jugendlichen in offener Probenarbeit bewegte Bühnenbilder. Diese Proben finden jeden Freitagabend im Schaufenster der Komischen Oper Berlin Unter den Linden statt.

Die Solisten sind der Komischen Oper nahestehende Gäste und Berliner HipHopper. Markus Kosuch entwickelte die Idee und Konzeption für dieses außergewöhnliche Projekt und führt Regie. Geleitet wird das Projekt von der Musiktheaterpädagogin Anne-Kathrin Ostrop, die in der Spielzeit bei rund 200 Workshops mit Berliner Schülern und Studenten neugierig auf Musiktheater macht.

Die Bühnenproduktion Hip H’Opera© – Così fan tutti wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Die PwC-Stiftung unterstützt das Jugendprojekt. In Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung in Baden-Württemberg und der TanzTangente Berlin sowie mit der freundlichen Unterstützung des Förderkreises Freunde der Komischen Oper Berlin e. V.

 

Idee, Konzeption und Inszenierung:Markus Kosuch

Komposition: Wolfgang Bender, Chatschatur Kanajan

HipHop-Beats: kronstädta (p-pack)

Libretto: Bettina Bartz, Werner Hintze, bearbeitet von Markus Kosuch

Musikalische Leitung: Chatschatur Kanajan

Inszenierung: Markus Kosuch

Choreographie: Nadja Raszewski

Bühnenbild, Kostüme: Mirella Weingarten, Sonja Albartus

Licht: Franck Evin

Projektleitung, Musiktheaterpädagogik, Dramaturgie: Anne-Kathrin Ostrop

Besetzung Opernsänger: Nina von Möllendorff (Fiordiligi), Vanessa Barkowski (Dorabella), Hans Griepentrog (Don Alfonso) Besetzung Rapper - BOBMALO (Ferrando), FlowinImmO (Guglielmo), Jasmin Shakeri (Despina)

weitere Mitwirkende - 40 jugendliche Tänzer zwischen 16 und 24 Jahren, das Orchester des Musikgymnasiums »Carl Philipp Emanuel Bach« Berlin und DJ craft

Antragsteller/in Komische Oper Berlin

Veranstaltungstermin 4. bis 6. April 2006

Veranstaltungsort Komische Oper Berlin

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Die Bühnenproduktion Hip H’Opera© – Così fan tutti wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Die PwC-Stiftung unterstützt das Jugendprojekt. In Zusammenarbeit mit der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung in Baden-Württemberg und der TanzTangente Berlin sowie mit der freundlichen Unterstützung des Förderkreises Freunde der Komischen Oper Berlin e. V.

Internetseiten www.komische-oper-berlin.de

Kommander Kobayashi. Opersaga, Staffel 2

Die zweite Staffel der Opernsaga Kommander Kobayashi erzählt von einer intergalaktischen Europareise. Die La Fenice und ihre Besatzung gerät nacheinander unter den Einfluss zweier völlig unbekannter, bedrohlicher Systeme: Diese Systeme heißen MOSKAU und WARSCHAU. Mit den real exisitierenden Metropolen haben diese fiktiven Orte vieles gemein. Für die Komposition der beiden Sagafolgen wurden daher Künstler beauftragt, die mit diesen Städten eng vertraut sind: Sergej Newski (Berlin, Moskau) und Aleksandra Gryka (Warschau).

 

In Sergej Newskis Beitrag Die Zerstörung von Moskau ist keine Lösung ist Moskau der bedrohliche Ausgangspunkt (und die Projektionsfläche) von allgemeiner Veränderung und Verunsicherung. Moskau wird daher zum Ziel einer Forschungsexpedition der La Fenice. Das Libretto fokussiert auf eine Hauptfigur: Der Hermenaut Ma’, begleitet nur vom undurchsichtigen Kommander Kobayashi, soll das unsichere Gelände erkunden und wenn möglich die lästigen Veränderungsimpulse ausschalten – was immer sich dahinter verbirgt. Neben folgenreichen Begegnungen mit den Bewohnern Moskaus trifft Ma’ auf seiner Expedition immer wieder auf seine eigenen Grenzen und Ängste. In einem so paradoxen wie faszinierenden Kampf gegen die eigene Entfremdung öffnet sich Ma’ schließlich einer existenziellen Erfahrung.

 

In Aleksandra Grykas Sagafolge SCREAM YOU ist Warschau kein lokalisierbarer Ort, sondern ein Kraftfeld, in den das Raumschiff La Fenice völlig unvorbereitet gerät. Plötzlich kursiert an Bord ein akustischer Wirkstoff namens SCREAM, eine Art Droge, die von den rätselhaften Twins gedealt und gepusht wird. Die Wirkung von SCREAM liegt in einem Ermächtigungsrausch, in dem die eigenen egozentrischen Wünsche ebenso wie heimliche Pläne und Visionen spontan umgesetzt werden – egal auf wessen Kosten. Schnell verändert sich die kleine Gemeinschaft an Bord von La Fenice. Ungeahnte konstruktive wie destruktive Energien werden entfesselt. Die Besatzung gerät in ein rauschhaftes Suchtverhältnis, welches einzelne Hermenauten in die absoluten Glücksmomente treibt – und das restliche Universum an den Rand des Abgrunds. Fortsetzung folgt.

Antragsteller/in NOVOFLOT / Sven Holm

Veranstaltungstermin Berlin: 8. bis 10. und 15. bis 17. September 2006 Warschau: 27. und 28. September 2006 Luxembourg: 5. und 6. September 2006

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin, Warschauer Herbst / Téatr Wielki, Théâtre National de Luxembourg

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen NOVOFLOT in Koproduktion mit Festival Warschauer Herbst Théâtre National du Luxembourg Sophiensæle Berlin

Internetseiten www.novoflot.de/no...r2_main.html

Meine Melodie

„Meine Melodie“ ist nach der „Wunschliste eines Idioten“, gezeigt beim

Festival „100° Berlin“ 2005, die erste abendfüllende Theaterarbeit von

Tamer Yigit, der bisher als Musiker, Schauspieler und Filmemacher

gearbeitet hat. Das semi-dokumentarische Tanz-Theater-Projekt „Meine

Melodie“ geht von Yigits eigener Biografie in Kreuzberg aus. Im Zen-

trum stehen junge Menschen und ihr Leben zwischen den starren

Konventionen von Familie, Schule, Straße und Gang. Die Suche nach

individueller Freiheit und persönlichem Ausdruck bewegt sich stän-

dig am Abgrund. Yigit entwickelt eine Bild- und Bewegungscollage

und benutzt dafür diverse Vorbilder von Splatter-Filmen bis Hard-

boiled-Literatur. Er erzählt vom Hass dieser Jugendlichen auf die Ge-

sellschaft und von ihren Ängsten und Sehnsüchten. Das Ensemble

besteht aus Musikern, Tänzern und Schauspielern. Die Musik hat

Tamer Yigit selbst komponiert, der als Musiker in legendären Kreuz-

berger Formationen wie Islamic Force, Devil Inside, Hasret u.a. mit-

gewirkt hat. Volkan, einer der Pioniere des Rap in Deutschland, und

Toby Dope unterstützten ihn dabei. Für die Choreografie ist Alex

Roccoli aus Frankreich verantwortlich.

Antragsteller/in Tamer Yigit, Tim Staffel

Veranstaltungstermin 5. - 17. Januar 2006

Veranstaltungsort HAU

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen im Rahmen von BEYOND BELONGING - MIGRATION²

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Pressestimmen

Mouvements für Lachenmann

“Mouvements für Lachenmann” ist ein Auftragsprojekt der Wiener Taschenoper und Wien Modern für einen Performance-Abend, in dem der französische Choreograph Xavier Le Roy die Musik des deutschen Komponisten Helmuth Lachenmann auf der Bühne umsetzt. Die Idee der Initiatoren dieses Projekts, Lachenmanns Musik, die eigentlich nicht für die Bühne gedacht ist, in eine Bühnenperformance umzusetzen, resultiert aus dem Interesse, Lachenmanns Poetik einer «musique concrète instrumentale» zu interpretieren, in der die Soundereignisse so gewählt und angeordnet sind, dass die Art und Weise, in der sie erzeugt werden mindestens genauso wichtig ist wie die daraus resultierende akkustische Qualität. Was sehen wir als Bewegung, wenn wir sie von dem Klang trennen (was man nur erleben kann, wenn man im Fernsehen ein Konzert mit ausgeschaltetem Ton sieht)? Was hören wir, wenn der Sound von der Bewegung dissoziiert wird und dennoch weiter live gespielt wird? Wo hört die Musik auf und wo beginnt die Bewegung? Oder, wie hängen sie voneinander ab oder sind voneinander unabhängig?

 

Peter Rundel (Musikalische Leitung)

Xavier Le Roy (Inszenierung & Choreographie)

Bojana Cvejic & Berno Odo Polzer (Dramaturgie)

Marino Formenti (Klavier)

Gunter Schneider, Barbara Romen, Tom Pauwels, Günther Lebbing (Gitarren) Kammerensemble Neue Musik Berlin

Antragsteller/in Die Wiener Taschenoper

Veranstaltungstermin 26., 28. und 29. Januar 2006

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Taschenoper Wien

Internetseiten www.taschenoper.atwww.hebbel-am-ufer.de

Pressestimmen

Peter Eötvös - As I Crossed A Bridge Of Dreams

Als „Klangtheater“ bezeichnet Peter Eötvös seine 1999 uraufgeführte Komposition - und tatsächlich vollstreckt sich in As I crossed ... das Theatralische im Klanglichen, gehen Sehen und Hören ineinander über und ineinander auf, erweitert und entgrenzt sich der Text hinein in die Musik, die ihrerseits in klanglichen Spiegelungen ein assoziatives Traumspiel imaginiert. Im Zentrum dieses Traumspiels stehen Tagebuchaufzeichnungen einer anonymen japanischen Hofdame, der so genannten Lady Sarashina („Sarashina Nikki“) aus dem „Goldenen Zeitalter“ Japans (11. Jahrhundert).

 

Mit zartem, poetischen Sinn führt die Autorin über vermeintlich reale Episoden ihres Lebens, über zauberhafte Figuren und Naturerlebnisse in eine Art Sehnsuchtsreise, innerhalb derer die subjektiven Wahrnehmungen und feinen Erschütterungen auf eigentümliche Weise vermischt werden.

 

Dies findet eine kongeniale Entsprechung in den vielschichtigen Klangräumen der Musik. In der Kongruenz zwischen Bild- und Klangwelt kommen die entgrenzten Phantasien der Protagonistin zum Ausdruck und werden in mehreren instrumentalen Klangschichten gespiegelt. Das Innenleben der Lady wird seinerseits in klingenden Klangschatten (Posaune und Bassposaune sowie drei Stimmen) fortgeführt. Andere Instrumente, elektronisch verstärkt und überformt, bilden einen atmosphärisch dichten Klangraum, der den Zuhörer umschließt.

 

Antragsteller/in Kulturkontakte e.V.

Veranstaltungstermin 17. - 19. März 2006

Veranstaltungsort Haus der Berliner Festspiele

Förderbetrag 75.000 €

Internetseiten www.maerzmusik.de

Pressestimmen

Peter Eötvös (Ausschnitt)

Peter Eötvös (Ausschnitt)

Peter Eötvös (Ausschnitt)

Peter Eötvös © Istvan Huszti

Schöne Neue Welt

SCHÖNE NEUE WELT

Musical nach dem Roman von Aldous Huxley

von Achim Gieseler (Musik) und Volker Ludwig (Buch und Songtexte)

Uraufführung

 

Aldous Huxleys Welterfolg aus dem Jahre 1932 zum ersten Mal als Musical!

In der Schönen Neuen Welt sind Probleme abgeschafft. Sexuelle Freiheit ist geboten, virtuelle Orgasmen garantiert, Konsum und Genuss oberste Bürgerpflicht. Dauerglück ist selbstverständlich. Dank der Normierung funktioniert jeder seinen Aufgaben gemäß.

John, der „Wilde“, ist nach seiner Ankunft in der Schönen Neuen Welt sofort das Objekt aller Begierden, doch er entlarvt das hier so selbstverständliche Glück als Täuschung...

Was von Huxley als utopisches Modell einer „nachgeschichtlichen“ Gesellschaft beschrieben wurde, wirft heute die Frage auf, ob wir nicht geradewegs auf die „schöne Neue Welt“ zusteuern.

 

Regie: Matthias Davids

Choreographie: Neva Howard

Bühne: Mathias Fischer-Dieskau

Kostüme: Barbara Kremer

 

Mit: Ester Daniel, Frank Engelhardt, Claudius Freyer, Manfred Grashof, Michaela Hanser, Sonia Hausséguy, Daniel Jeroma, Christoph Letkowski, Laura Leyh , Jens Mondalski, Kathrin Osterode, Jörg Westphal. Band: Beathoven(kb), Michael Brandt (g), George Kranz (dr), Robert Neumann (kb)

Antragsteller/in Grips Theater Berlin

Veranstaltungstermin Uraufführung am 2. November 2006 - Spielzeit 2006/2007

Veranstaltungsort Grips Theater Altonaer Strasse 22, 10557 Berlin

Förderbetrag 110.000 €

Internetseiten www.grips-theater.de

Schutz vor der Zukunft von Christoph Marthaler

"Schutz vor der Zukunft"

Ein theatralisch-musikalisches Projekt von Christoph Marthaler

Regie Christoph Marthaler

Regiemitarbeit Michael Schröder | Einstudierung der Lieder Rosemary Hardy | Raum und Installation Duri Bischoff | Kostüme Sarah Schittek |

Konzeption Stefanie Carp, Markus Hinterhäuser

 

Mit Rosemary Hardy, Markus Hinterhäuser, Ueli Jäggi, Jürg Kienberger, Katja Kolm, Bernhard Landau, Josef Ostendorf, Nicolas Rosat, Clemens Sienknecht, Bettina Stucky und Jeroen Willems

 

"Schutz vor der Zukunft" ist eine theatralisch-musikalische Recherche, die sich mit vergangener – und zukünftiger – Ausgrenzung und Selektion beschäftigt und mit den Verbrechen, die an hunderten geisteskranken und behinderten Kindern in der Wiener Heil- und Pflegestätte „Am Spiegelgrund“ während des Dritten Reiches begangen wurden: Theater über das Nichterzählbare und das Unsagbare und die Angst davor, was noch möglich sein wird. Es beginnt mit einer Reise zu den ehemaligen Heilstätten Beelitz, die von spielzeiteuropa eigens als Ausstellungs- und Spielort für dieses einzigartige Theaterprojekt adaptiert werden, und endet als musikalisches Requiem.

Antragsteller/in Kulturprojekte des Bundes in Berlin GmbH - Berliner Festspiele | spielzeiteuropa

Veranstaltungstermin Sa 21.10. 2006 | 19.00 Uhr - So 22.10. 2006 | 18.00 Uhr Di 24. – Fr 27.10.2006 | 19.00 Uhr

Veranstaltungsort Beelitz-Heilstätten, ehem. Männersanatorium

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen Produktion Wiener Festwochen In Koproduktion mit spielzeiteuropa|Berliner Festspiele, Odéon-Théâtre de l’Europe Paris, Internationales Tschechow Theaterfestival Moskau, Goethe-Institut und NTGent

Internetseiten www.berlinerfestspiele.de

Pressestimmen

The Scorpionfish

Uraufführung / Première

 

 

The Scorpionfish

 

Song and Dance in tropical downtown

 

 

Tanz Musik Theater von Joanna Dudley und Rufus Didwiszus / music theatre by Joanna Dudley and Rufus Didwiszus

 

 

Mit/with Joanna Dudley

 

Uraufführung / Worldpremiere Januar 5th , 2007, 20h00, , Radialsystem V, Berlin

 

Weitere Vorstellungen / further performances:

 

Januar 6, 7, 12, 13, 14th, 20h00, Radialsystem V, Berlin

 

 

 

Tickets direkt unter www.radialsystem.de

 

Creation, Performance - Joanna Dudley

 

Co-Creation, Scenography - Rufus Didwiszus; Producer/Artistic Adviser- Adolphe Binder; Costumes - Bernd Skodzig; Choreography - Nicola Mascia; Sound Design - Schneider TM; Production Management - Franziska Werner; Technical Director - Robert Feigel; PR - Agnes Manier; Costume Assistants - Pieter Bax, Birgit Rosenmeyer; Fotos - Alexander Gnaedinger; Text – Annette Pussert

 

Tickets: www.radialsystem.de;

phone +49- (0)30-288 788 588

 

Press contact: manier@bp-berlin.com

 

 

Adresse/ address: Radialsystem V, Holzmarktstraße 33, 10243 Berlin

 

Produziert von/ Produced by Joanna Dudley & Adolphe Binder

Koproduziert von/ Coproduced by Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg & Binder + Partner Berlin

 

Gefördert durch / Funded by Hauptstadtkulturfonds und Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin.

 

 

 

Mit freundlicher Unterstützung von / Kindly supported by Australischen Botschaft Berlin / Australian Embassy Berlin + Radialsystem V, Berlin.

 

Medienpartner / Mediapartner: Stadtmagazin/Citymagazine Tip, Berlin

 

 

 

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Deutsch

 

Überbordende Fauna und tropischer Regen, Java Pop der 1960er und Elektroklänge, höfischer und zeitgenössischer Tanz – das ist die neue Produktion der australischen Stimm- und Performancekünstlerin Joanna Dudley. Sie ist “The Scorpionfish”, eine einsame, diva-esque und ungewöhnliche Spezies, und singt den sentimentalen Kroncong und Musik aus Südostasien, Hawaii und Amerika. Eigenwillig und voller tiefgründigem Humor kombiniert Joanna Dudley traditionelle Javanesische Hoftänze mit den von ihr entwickelten Vokal- und Performancetechniken. Aus der Sicht einer gestrandeten Fremden entführt „The Scorpionfish“ in das Nachtleben der Metropolen und in die Schönheit, die Bedrohlichkeit und den Kitsch des alten und neuen Asien.

 

 

 

English

 

Ongoing tropical rain, devouring flora and fauna, the beautiful and sentimental Kroncong- Javanese pop of the 1960's, a heady mixture of South East Asian, Hawaiian and American croon as well as the ancient Javanese court dances – this is the foreign world of The Scorpionfish.

 

Joanna Dudley is The Scorpionfish- a solitary, diva-esque, strikingly strange and unusual species.

 

In this evening of song and dance, the Australian Voice- and Performance- Artist Joanna Dudley and the Scenographer Rufus Didwiszus create a unique environment inspired by Java seen through Australian eyes and interpreted by Berlin based artists.

 

The Scorpionfish is an exotic contrast to Berlin and her performance is a winter celebration of beauty in all its forms - a necessary luxury!

 

Touring:

 

Januar 10, 2007; 20h00, Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg Tickets and information: www.theater-vdl.

 

Further dates: March Berlin, April Stockholm, May Prague.

 

Weitere Informationen/ Further Information &

 

Anmelden für Joanna Dudleys Newsletter/ Sign in for Joanna Dudleys Newsletter

 

www.joannadudley.de; www.bp-berlin.com

 

 

 

Antragsteller/in Joanna Dudley

Veranstaltungstermin 5., 6., 7., 12., 13., 14. Januar 2007 sowie im März 2007

Veranstaltungsort Radialsystem V, Berlin

Förderbetrag 30.000,-€

Kooperationen Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg, Binder + Partner Berlin, Kulturhuset Stockholm, 4 Tage Festival Prag im Rahmen des Deutschen Kulturfrühlings, Radialsystem V.

Internetseiten www.bp-berlin.com;...ialsystem.de

Pressestimmen

Warum die Esel an der Macht sind

COllAGE - forum für frühemusik berlin:

 

"Warum die Esel an der Macht sind - die Geschichte vom Fauvel"

Satirisches Musiktheater mit Tanz, Erzählung und Schattenspiel

Collage der Künste nach dem Roman de Fauvel von Chaillou de Pesstain 1317/Gervais du Bus 1314/ Anonymus 1310

 

Die Schicksalsgöttin Fortuna, holt, gegen den Einwand der Vernunft, einen Esel aus seinem Stall und setzt ihn auf den höchsten Thron der Macht…

So beginnt die Geschichte des unaufhaltsamen Aufstiegs vom skrupellosen Emporkömmling Fauvel...

 

 

Der Roman de Fauvel

 

Buch Eins des "Roman de Fauvel" ist 1310 anonym entstanden. Der Autor von Buch Zwei ist Gervais du Bus. Die Texte und Musik für unser Stück haben wir der Ausgabe entnommen, die 1316 von Chaillou de Pesstain mit Musik, Bildern und zusätzlichen Versen erweitert wurde. Sie befindet sich heute als herausragende Kostbarkeit in der französi-schen Nationalbibliothek in Paris.

 

Manche der Musikstücke sind über 100 Jahre älter als der Roman und wurden mit neuen Texten versehen, die seine Geschichte erzählen und kommentieren. Einige der neu komponierten Stücke imitieren ältere Stile, aber die musikalische Avantgarde der Zeit ist auch vertreten, z. B. durch Philippe de Vitry, der ca. 1322 den Stil und den Begriff "Ars Nova" für sein Traktat verwendete.

 

 

Warum eine szenische Aufführung in der heutigen Zeit?

 

Die Aktualität des Stoffes ist offensichtlich: Worüber die Poeten und Musiker des 14. Jahrhunderts klagten, zürnten und spotteten und worunter die Menschen litten waren: Käuflichkeit und Machthunger, Dummheit, Liebedienerei und Maßlosigkeit, Bösartigkeit und fehlende Vernunft. Fauvel, Symbol dieser Eigenschaften, weilt bis heute mit all seinen Nachkommen unter uns.

 

Die Chaillou - Ausgabe des "Fauvel" ist eine Collage der Werke mehrerer Dichter, Schreiber, Maler und Komponisten. Eine Collage der Künste, von der ihre Autoren nach Art und Geist des Mittlelalters erwartet haben, dass sie von anderen aufgenommen, weitergeführt, verändert und ergänzt wird.

 

In unserer Inszenierung verdeutlichen wir, dass der Aufschrei der damaligen Künstler ihren genauso wie unseren Lebensbedingungen gilt.

Der scharfsinnige, sprachgewaltige und witzige Originaltext und die auch heute noch - oder wieder - erstaunlich modern anmutende Musik sprechen dabei eine unmißverständliche Sprache.

 

Mit den Mitteln von Erzählung, Tanz, Schattenspiel und Musik gestalten wir eine lebendige Inszenierung der mittelalterlichen Vorlage, die beim Zuschauen und -hören emotionalen Kontakt mit der Welt des Chaillou, Gervais und den anderen Autoren erweckt.

 

Die Verbundenheit mit Brecht'scher Theatertradition durch die Regie Ilse Scheers und die Choreographie des mit modernem und historischem Tanz vertrauten Jaime Tadeo Mikan bürgen für stilsichere Werkbezogenheit.

 

Die Verse des altfranzösischen Textes haben wir ins Deutsche übersetzen lassen und aus den 167 original enthaltenen Musikstücken 27 ausgewählt, übertragen, arrangiert und instrumentiert.

Wir verwenden die Instumente und Aussprache der Zeit.

 

Antragsteller/in Collage - forum für frühe musik berlin

Veranstaltungstermin Premiere: 3.11.2006, 19:30 - 4.11.2006, 11.11.2006, 12.11.2006,

Veranstaltungsort Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str.65, 10961 Berlin

Förderbetrag 32.0000 €

Kooperationen rbb kulturradio Berliner Theaterclub

Internetseiten www.roman-de-fauvel.dewww.collagefruehemusik.de