Berliner Lichtstreifen

Berliner Lichtstreifen

 

Eine lichttechnische Interpretation der Berliner Mauer

 

Der Berliner Architekt und Lichtplaner Reinhard Germer stellt sein Lichtkonzept zur Berliner Mauer vor. Der Lichtentwurf setzt die geschichtlichen Ereignisse und Orte entlang des früheren Verlaufs der Berliner Mauer in Beziehung und erinnert auf neue und ungewöhnliche Weise an sie. Bei Nacht sollen Berliner Passanten in Zukunft durch das Medium Licht den ehemaligen Mauerverlauf nachvollziehen können und auf damit verbundene Ereignisse aufmerksam gemacht werden.

 

Die Lichtinstallation weist eine neue Form der Symbol- und Integrationskraft aus, die in der Diskussion um ein angebrachtes Erinnern an die Berliner Mauer immer wieder gefordert wird. Ausgangspunkt des Konzeptes ist der ehemalige Mauerverlauf, der Westberlin umschloss. Neben der Topographie spielen die gesellschaftspolitischen und psychologischen Bedingungen und Auswirkungen der Berliner Mauer eine zentrale Rolle. Das Lichtkonzept interpretiert die "Berliner Mauer" in einem Zeit-Raum-Kontinuum, als ein sich immer wiederholendes Ereignis neu. Es ist in sich dynamisch und passt sich an den noch nicht abgeschlossenen Aufarbeitungsprozess der Vergangenheit an. Ereignisse, die im Zusammenhang mit der Berliner Mauer neu entdeckt oder bewertet werden, können jederzeit in das Lichtkonzept integriert werden. Das Projekt wird vom Hauptstadtkulturfonds unterstützt.

 

Licht ist ein neues, zeitgemäßes Medium. Es lässt unverbrauchte Darstellungsformen zu, die generationsübergreifend wirken.

Reinhard Germer lebt und arbeitet als Lichtplaner in Berlin und London. Bereits 2004 weckte er mit seinem Entwurf zur Beleuchtung des Palasts der Republik öffentliches Interesse.

 

Antragsteller/in Reinhard Germer

Veranstaltungstermin Präsentation und Diskussion: Dienstag, 19.Juni 2007 um 19.30 Ausstellung: 19.Juni - 1.Juli 2007

Veranstaltungsort Dokumentationszentrum Berliner Mauer

Förderbetrag 10.000 €

Kooperationen Dokumentationszentrum Berliner Mauer

Internetseiten www.mediumlicht.comwww.berliner-mauer...nszentrum.de

Berliner Lichtstreifen

Brandenburger Tor

Checkpoint Charly

Die Stadt von Morgen - Das Hansaviertel heute

Zum 50-jährigen Jubiläum des Hansaviertels und der Interbau 57 werden im Juli 2007 in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin eine Ausstellung und ein Veranstaltungsprogramm vorbereitet. Ziel des Projekts ist es, das Hansaviertel im Kontext der westdeutschen Nachkriegsmoderne als Instrument einer ästhetischen und gesellschaftlichen Umerziehung erkennbar werden lassen.

Während das Hansaviertel heute als Baudenkmal am Berliner Tiergarten steht, war es zur Interbau 57 ein Modell für das, was „die stadt von morgen“ sein könnte bzw. hätte sein sollen. Von den Einzelgebäuden namhafter internationaler Architekten, über die funktionale Gliederung der Stadtlandschaft bis hin zur Präsentation voll eingerichteter Musterwohnungen stand alles im Zeichen einer Neugestaltung von Wohn- und Lebensformen, die der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft insgesamt ein neues Gesicht verleihen sollte. Die Betonung des Morgen ist dabei verbunden mit dem Ausblenden des jüngsten, nationalsozialistischen, Gestern.

Was im bloßen Blick auf die Fassaden und Parkanlagen heute nicht mehr sichtbar werden kann, ist die Vehemenz, mit der in den 1950er Jahren ästhetische Direktiven an ein breites Publikum vermittelt wurden. Moderne Stadtplanung und Formgebung sollten sich bis auf Familien- und Gemeinschaftsideale sowie urbane Ordnungs- und Reinheitsvorstellungen auswirken.

Das Hansaviertel steht daher nicht als gelungener oder misslungener, als überholter oder unübertroffener Siedlungsbau zur Disposition, sondern als ein Monument, in das Wissen, Bilder und nicht zu letzt Träume eingelagert sind, die es allererst freizulegen gilt. Jenseits einer musealisierenden Betrachtungsweise will das Projekt die Aufmerksamkeit auf vergessene oder vergrabene Aspekte der Nachkriegsmoderne und ihrer Rezeptionsgeschichte lenken.

Das Projekt verfährt in drei Teilen:

1. Ausstellung: Es ist die besondere Ausrichtung des Projekts, nicht auf vorhandene künstlerische Arbeiten zurückzugreifen, sondern einen Arbeitsprozess zu initiieren und diesen fachlich zu begleiten. 14 internationale Bildende KünstlerInnen erarbeiten ab Mai 2006 einen Beitrag zur Thematik. Die Ergebnisse der künstlerischen Recherchen werden vom 7.6. bis 29.7.07 in der Akademie der Künste Berlin (Hanseatenweg) ausgestellt.

2. Veranstaltungsprogramm: Während der Laufzeit der Ausstellung findet (1) eine Tagung statt, die kulturell übergreifende Fragen an die Nachkriegsmoderne richtet (14.–16.6.07).

Weiterhin wird (2) ein Filmprogramm mit bisher kaum gezeigten Städtebaufilmen der 1950er/60er vorgeführt. Ein (3) Tourenprogramm setzt das Hansaviertel in Bezug zu anderen Orten der Berliner Nachkriegsmoderne.

3. Katalogbuch: Ein umfangreiches Katalogbuch bringt die künstlerischen und wissenschaftlichen Beiträge zusammen. Es wird ein Lese- und Bilderbuch entstehen, das auch historische Materialien präsentiert.

Antragsteller/in Annette Maechtel

Veranstaltungstermin 7. Juni - 29. Juli 2007

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Hanseatenweg

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.adk.de

How to do Things? In the Middle of Nowhere...

1. - 26. Februar 2006 House of Contemporary Art, Budapest

11. März - 9. April 2006 Center for Contemporary Art atNaKUMA, Kiew

5. Mai - 4. Juni 2006 International Center for Contemporary Art, Bukarest

16. Juni - 27. August 2006 Nikolaj - Copenhague Contemporary Art Center, Kopenhagen

 

Die Ausstellungsserie How to Do Things? – In the Middle of (No)where... bringt Künstler/innen und Kulturschaffende aus 14 Ländern (Niederlande, Dänemark, Deutschland, Polen, Litauen, Weißrussland, Ukraine, Moldawien, Rumänien, Slowenien, Ungarn, Österreich, Tschechien, Slowakei) eines mit dem Finger auf der Landkarte erschaffenen, imaginären Mitteleuropa zusammen. Diese spielerische Geste wendet sich gegen veraltete Grenzziehungen und Zuschreibungen wie sie exemplarisch an der Debatte um den Begriff „Kerneuropa“ ablesbar sind oder auch am Festhalten an geographischen Kategorien wie „Balkan“ oder „Baltikum“. How to Do Things? – In the Middle of (No)where... setzt sich spielerisch über reale und mentale Grenzen hinweg und nutzt dies als Chance: Die ca. 30 Teilnehmer/innen aus verschiedenen Alt-EU-, Neu-EU-, EU-Anwärter-, und Nicht-EU-Staaten konzipieren und realisieren in Kooperation und gleichberechtigtem Austausch an 5 Orten der Region (Kopenhagen, Berlin, Budapest, Bukarest, Kiew) performative Kunstprojekte, die schwerpunktmäßig das Verhältnis zwischen dem Kunstwerk und seinen Rezipient/innen thematisieren und auf diese Weise Fragen nach Handlungsmacht und Partizipation stellen. Es geht darum den kreativen Austausch zwischen den unterschiedlichen Regionen und Szenen zu verstärken, aber auch auf der Grundlage des gemeinsamen thematischen Rahmens der Ausstellungen, "soziale Utopien", zu erforschen, inwieweit ein gemeinsames Erarbeiten von Visionen und Zielen möglich ist.

 

How to Do Things? – In the Middle of (No)where... ist nicht als Wanderausstellung konzipiert, sondern als eine Serie selbständiger Ausstellungseinheiten. Jede Ausstellung hat eine eigene Thematik, die mit der Idee sozialer Utopien verknüpft ist. Die konkreten thematischen Schwerpunkte für die Ausstellungen in Kopenhagen, Berlin, Budapest, Bukarest und Kiew sind von den Kuratorinnen bewusst nicht vorgegeben, sondern werden gemeinsam mit den Projektbeteiligten, Ko-Kurator/innen und Künstler/innen zu Beginn des Projekts im Rahmen eines Colloquium entwickelt. Charakteristisch für das Projekt ist seine offene, dialogische Struktur, die Platz für kreative Prozesse einräumt.

 

Auf Grund der inhaltlichen Fokussierung entscheiden sich die ca. 30 Künstler/innen für einen der 5 Orte, für den sie ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium erhalten, um ein neues Projekt vor Ort zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Praktiken, die – weniger Objekt fixiert – aus dem „white cube“ herausweisen und sich gesellschaftlich positionieren. Befragt werden soll die soziale Situation, in der Kunst stattfindet und auf Gesellschaft trifft. In enger Kooperation mit den Kurator/innen und den Ko-Kurator/innen vor Ort erarbeiten die 5 Künstler/innenteams von Februar bis September 2006 zeitversetzt Projekte, die auf den jeweiligen lokalen Kontext der Stadt zugeschnitten sind. Die Partner-Institutionen operieren dabei als Schaltzentrale für die künstlerischen Aktivitäten, die sowohl im Ausstellungsraum wie auch im öffentlichen und urbanen Raum angesiedelt sind.

 

Das Berliner Projekt, das im September 2006 in Kooperation mit dem Kunstraum Kreuzberg/Bethanien realisiert wird, ist Teil dieser Reihe und zugleich die Abschlussveranstaltung des Gesamtprojekts. Aus diesem Grund sollen in Berlin neben der Präsentation der künstlerischen Projekte der Berliner Stipendiat/innen auch die Projekte bzw. künstlerischen Positionen aus den anderen Städten vorgestellt werden. Die Berliner Ausstellung umfasst künstlerische Positionen aus 14 Ländern. Über die Ausstellung hinaus werden die beteiligten Künstler/innen und Ko-Kurator/innen in öffentlichen Vorträgen und Diskussionsrunden Einblick in die lokalen – bisher zum Teil in Berlin unterrepräsentierten – Kontexte, in die verschiedenen Projekte sowie in ihre Erfahrungen geben. Zudem wird das Katalogbuch, das Dokumentationen aller Aktionen und Erfahrungsberichte der Künstler/innen enthält, zur Berliner Ausstellung veröffentlicht und vorgestellt.

Antragsteller/in UQBAR - Gesellschaft für Repräsentationsforschung e.V.

Veranstaltungstermin 1. September - 15. Oktober 2006

Veranstaltungsort Künstlerhaus Kreuzberg / Bethanien

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen European Cultural Foundation Institut für Auslandsbeziehungen Culture 2000 Allianz Kulturstiftung Goethe Institut Kiew

Internetseiten www.kunstamtkreuzb.../k_bethanienwww.howtodothings.netwww.cca.kiev.ua

Out of Disaster - Festival Architektur + Film

Filmprogramm, Vorträge, Specials und Art Spaces

 

DISASTER - Naturkatastrophen, Kriege, Revolutionen, Terror - und deren weitreichende Folgen gehören seit Menschengedenken zum Alltag. Für einen bestimmten Zeitraum gerät alles in Bewegung, gesellschaftliche, politische und religiöse Hierarchien werden erschüttert, Ordnungen zum Chaos. Nach der Katastrophe stellt der Zwang zum raschen Wiederaufbau spezifische Herausforderungen an die Gestaltung und Neustrukturierung von Räumen. Eine andere, radikalere Architektur ist erforderlich, neue Organisationsformen des Sozialen werden geschaffen.

OUT OF DISASTER thematisiert Destruktion, Konstruktion und Vision in Film, Architektur und Kunst. Der gegenwärtig viel beschworene Begriff einer „Krise“ wird diskutiert sowie unkonventionelle Modelle und Lösungsansätze präsentiert.

Antragsteller/in Kunst- und Kulturzentrum Brotfabrik

Veranstaltungstermin 31. August - 4. September 2006

Veranstaltungsort Brotfabrik, Aedes, Framework, Suitcase-Architecture, DAZ, Galerie Blickensdorff, Collegium Hungaricum

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Galerie Aedes Suitcase-Architecture DAZ Collegium Hungaricum

Internetseiten www.outofdisaster....ik-berlin.de