"Obergeschoss still closed" - Samuel Beckett in Berlin

Eröffnung: 14.Juli 2006, 20.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 15. Juli 2006 bis 10. September 2006, täglich von 11.00 bis 20.00 Uhr, Eintritt: 5,- Euro, ermäßigt 3,-

- umfangreiches Rahmenprogramm -

 

 

Am 11. Dezember 1936, gegen 17 Uhr, stieg Samuel Beckett, aus Hamburg (via Braunschweig) kommend, am Potsdamer Bahnhof in Berlin aus dem Zug. Der dreißigjährige unbekannte irische Autor mietete sich in Pensionen ein, durchwanderte die Stadt, besuchte ihre großen Museen und Kunstsammlungen, notierte seine Eindrücke in Tagebüchern, schrieb Briefe, lernte Menschen kennen und kommentierte, was er auf den Straßen, in den Restaurants und Cafés der deutschen Reichshauptstadt wahrnahm. Am 22. Januar 1937 verließ er Berlin und fuhr nach Halle. Von dort führte ihn seine Deutschlandreise u. a. nach Dresden und München.

Die Ausstellung zeigt Samuel Beckett bei seinen ausführlichen Vorbereitungen auf diese Reise, zeichnet anhand des täglich geschriebenen Tagebuches seine Berliner Notate und Erlebnisse nach und verfolgt deren Spuren und Seitentriebe in Becketts literarischem Werk. Die Auswirkungen der NS-Herrschaft sind im Deutschland der Jahre 1936/37 auch in der Kulturpolitik allgegenwärtig: „Obergeschoss still closed. Jawohl“, notierte Beckett am 20.1.1937 nach seinem zweiten gescheiterten Versuch, bis zur oberen Etage des Kronprinzenpalais, in dem die Neue Abteilung der Nationalgalerie untergebracht war, vorzudringen.

 

 

Antragsteller/in Literaturhaus Berlin

Veranstaltungstermin 14. Juli bis 10. September 2006

Veranstaltungsort Literaturhaus Berlin

Förderbetrag 110.000 €

Kooperationen Botschaft von Irland, arte, SWR

Internetseiten www.literaturhaus-berlin.de

Pressestimmen

Samuel Beckett und Thomas Mac Greevy, London, Anfang 30er Jahre

(Ausschnitt)

Arch(x)change - Berlin und Moskau - Kulturelle Identität durch Architektur

Das Projekt archXchange, initiiert von der Architektengruppe team05, thematisiert die Bedeutung von Architektur für die kulturelle Identität am Vergleich von Russland und Deutschland mit dem Fokus auf Moskau und Berlin.

Moskau und Berlin können noch immer als die beiden prägnantesten „Großbaustellen“ Europas betrachtet werden. Beide Hauptstädte werden von einem anhaltenden Transformationsprozess städtebaulichen Maßstabs geprägt. Die russische Architekturszene ist in einer geradezu explodierenden Entwicklung begriffen. Dies betrifft die aus deutscher Sicht unvergleichbare Geschwindigkeit, mit der neue Gebäude geplant und in die Höhe gezogen werden. Gleichzeitig ist die Bandbreite der eingesetzten Stilmittel und Konzepte umfangreicher als in Berlin derzeit ablesbar, so dass eine von der Dynamik des Augenblicks geprägte Stadtlandschaft entsteht. Sowohl die Parallelitäten als auch die Gegensätze verlangen nach einem Austausch. Die russische Szene öffnet sich und sucht die Kommunikation, gleichzeitig beobachten deutsche Architekten die neue Dynamik im Osten mit steigendem Interesse, das Thema des Architekturexports ist aktuell.

Die Wechselwirkung zwischen Ost und West ist der Generator dieses Projekts. Rufen gleiche Fragestellungen unterschiedliche Antworten hervor? Wie schlagen sich Identität und Erfahrung in architektonischen Prozessen nieder?

 

Die Ausstellung im Deutschen Architektur Zentrum DAZ präsentiert die Ergebnisse des archXchange Workshops, der im August 2005 in Moskau stattfand. Zusammen mit dem Center for Contemporary Architecture Moscow CSA organisierte team05 die Zusammenkunft der sechs jungen deutschen und russischen Architektenteams Ania Easty, blauraum, magma architecture, team05, Team Russia und trans-struktura-express, die in Diskussion mit den beiden Moderatoren James McAdam (London/Moskau) und Jan Störmer (Hamburg) ein konkretes Projekt bearbeiteten. Thema war die Umnutzung und Erweiterung des Danilovskaya Fabrikareals am Südrand der Moskauer Innenstadt in ein interdisziplinäres Kulturzentrum. Die Entwürfe der sechs Teams betrachten dabei auch die Metropole Moskau im Kontext, die persönliche Wahrnehmung der Stadt und der aktuellen Architekturdebatte. Die Ergebnisse sind konkrete Visionen, perspektivische Strategien mit Raum für folgende architektonische Gedankenspiele.

 

Das Symposium am 11. und 12.März 2006 beleuchtet das Thema der kulturellen Identität durch Architektur aus der Perspektive von Architekten, Stadtplanern, Künstlern, Kritikern und Architekturexperten beider Länder. In drei Panels werden unterschiedliche Tendenzen der gegenwärtigen städtebaulichen Entwicklung in Berlin und Moskau vorgestellt und diskutiert.

 

Eine Dokumentation des archXchange Projektes erscheint zeitgleich zum Symposium im jovis Verlag Berlin. (Deutsch/Englisch, 128 Seiten), ISBN 3-936314-67-5.

 

archXchange ist eine Initiative von team05. Die Berliner Architektengruppe hat das Projekt konzipiert und mit verschiedenen Partnern, u.a. dem Deutschen Architektur Zentrum DAZ und dem Center for Contemporary Architecture CSA Moskau, umgesetzt.

 

SYMPOSIUM: 11. / 12. März 2006

 

Veranstalter: team05

Ort: Deutsches Architektur Zentrum DAZ, Tautsaal (2. HH.)

Köpenicker Str. 48/49, 10179 Berlin

 

Eintritt frei. Voranmeldungen erwünscht aber nicht erforderlich.

Weitere Informationen unter www.archxchange.net und www.daz.de.

Kontakt: Lara Eichwede (l.eichwede@team05.de)

Sa, 11.März 2006

 

14.00 Uhr

Begrüßung und Einführung

(Kristien Ring, Direktorin DAZ / team05)

 

Moderation: Werner Sewing (Architektursoziologe, Berlin)

 

14.30 Uhr – 16.30 Uhr

Aktuelle Situation und Entwicklungsstrategien von Städtebau und Architektur in Moskau und Berlin

Überblick und Diskussion über aktuelle und signifikante Projekte in Moskau und Berlin. In welche Richtung haben sich die Entwurfs- und Bauprozesse innerhalb der letzten 15 Jahre entwickelt? Welche Rolle spielen internationale Wettbewerbe und internationaler Austausch?

 

Vorträge von Sergei Tchoban (Architekt, Berlin), Jan Störmer (Architekt, Hamburg), Bart Goldhoorn (Journalist, Amsterdam / Moskau)

 

17.00 Uhr – 19.00 Uhr

Kulturelle Identität durch Architektur

Architektur setzt Zeichen im urbanen Raum. Wie geht man mit historischen Referenzen und Bauten der jüngeren Vergangenheit in Moskau und Berlin um? Welche Rolle spielt Architektur in den Medien? Wie wird Architektur in der nationalen und internationalen Wahrnehmung eingesetzt?

 

Vorträge von Eugene Asse (Architekt und Architekturkritiker, Moskau), James McAdam (Architekt,

London /Moskau), Vladislav und Liudmila Kirpichev (edas Design Kommunalka)

 

So, 12.März 2006

 

14.00 Uhr – 16.30 Uhr

Wahrnehmung und Rolle der Architektur im öffentlichen Raum

Die Gesellschaft prägt die Architektur – prägt die Architektur die Gesellschaft? Wie verändert sich dieses Wechselspiel in Bezug auf politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen? Welche Veränderungen im Stadtraum gehen damit einher?

 

Vorträge von Ivan Czeczot (Kunsthistoriker, St. Petersburg), Boris Levyant (abd Architekten, Moskau), Lisa Schmitz (Künstlerin, Berlin), Werner Sewing (Architektursoziologe, Berlin)

Antragsteller/in Team 05

Veranstaltungstermin 10. März - 21. April 2006 Vernissage 10. März 2006 Ausstellung 11. März – 21. April 2006 Symposium 11. + 12. März 2006

Veranstaltungsort Deutsches Architekturzentrum (DAZ)

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Deutsches Architektur Zentrum DAZ, Berlin als Initiative des Bund Deutscher Architekten BDA, www.daz.de Center for Contemporary Architecture CSA Moscow, www.archcenter.org Architekturbüro Deutschland KdAI, Klub deutscher Architekten und Ingenieure in Moskau Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen NAX, Netzwerk Architekturexport Deutsch-Russisches Forum Berlin

Internetseiten www.archxchange.netwww.team05.de

Barock im Vatikan. Kunst und Kultur im Rom der Päpste

Vor 500 Jahren wurde der Grundstein gelegt, nach über hundertjähriger Baugeschichte war die Kirche mit Kuppel und Platzanlage vollendet: St. Peter in Rom, Wahrzeichen der Stadt und Symbol der Christenheit. Michelangelo, Bernini, Borromini, Sacchi, Guercino, Reni – die berühmtesten Künstler ihrer Zeit waren am Bau und an der Ausstattung beteiligt. Zahlreiche Päpste wirkten als Bauherren und Mäzenaten. Das Gotteshaus diente zur Verherrlichung der in der katholischen Reform erneuerten Kirche und zur Inszenierung ihrer Repräsentanten.

 

Sieben Päpsten der Epoche, die Kunst und Wissenschaften in besonderem Maße förderten, sind einzelne Kapitel der Ausstellung gewidmet. Die Bau- und Ausstattungsgeschichte des Doms zieht sich wie ein roter Faden durch alle Sektionen. Rund 300 Kunstwerke sind zu sehen, viele davon wurden erstmals ausgeliehen. Im Zentrum steht das rund fünf Meter hohe Holzmodell der Kuppel der Peterskirche von Michelangelo und Giacomo della Porta. Gianlorenzo Bernini und seine wichtigen Projekte für St. Peter – Baldachin, Cathedra, Papstgräber und Platzanlage – werden durch Zeichnungen, Modelle, Bozzetti und Skulpturen vorgestellt. Die Altarbilder der Peterskirche, dort durch Mosaikkopien ersetzt, sind im Original zu bewundern. Gemälde, Skulpturen, Bildteppiche, Paramente, Bücher, Stiche, Zeichnungen und wissenschaftliche Instrumente sind weitere Kostbarkeiten, die – getreu der Kunsttheorie der Epoche – beim Betrachter stupore und meraviglia, Erstaunen und Verwunderung, auslösen

 

Veranstalter:Berliner Festspiele und Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, in Kooperation mit den Musei Vaticani, der Fabbrica di San Pietro, der Biblioteca Apostolica Vaticana

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 12. April – 10. Juli 2006 Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland Bonn: 25. November 2005 - 19. März 2006

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 150.000 €

Kooperationen Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit der Biblioteca Apostolica Vaticana, der Fabbrica San Pietro und den Musei Vaticani

Internetseiten www.gropiusbau.de

Pressestimmen

Berlin - Tokyo / Tokyo - Berlin

Anlässlich des Deutschland-Jahres in Japan 2005/2006 organisieren die Nationalgalerie Berlin und das Mori Art Museum Tokyo mit Unterstützung der Kunstbibliothek, dem Kupferstichkabinett und dem Museum für Ostasiatische Kunst eine umfassende Ausstellung mit dem Titel "Berlin-Tokyo/Tokyo-Berlin. Die Kunst zweier Städte".

 

Trotz ihrer geographischen Distanz existieren bereits seit über 100 Jahren historische und kunsthistorische Verbindungen zwischen Berlin und Tokyo, die nun erstmals zum Gegenstand einer repräsentativen Ausstellung werden.

 

Beginnend mit dem Japonismus führen die Beziehungen über Der Sturm, DADA, die Fotografie der 1920er Jahre und das Bauhaus bis zu einem Austausch während des Dritten Reichs (insbesondere auch im Bereich des Films). Nach dem Krieg ergeben sich über Künstlerfreundschaften und die Austauschprogramme des DAAD weitere enge Beziehungen im Bereich von Neo-Dada, Fluxus und der installativen Kunst der 1980er Jahre. Die obere Halle der Neuen Nationalgalerie ist ganz der jüngsten Kunst − dem Thema der künstlerischen Interventionen, die sich auf den urbanen Raum beziehen − gewidmet.

 

Für die architektonische Gestaltung der oberen Halle konnte der japanische Architekt Toyo Ito gewonnen werden, der den gläsernen Tempel von Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie zu einem aufregenden, gänzlich neu erfahrbaren Raum macht, in dem Kunst und Architektur eine ungewöhnliche Verbindung eingehen.

 

Antragsteller/in Stiftung Preussischer Kulturbesitz - SMB - Neue Nationalgalerie

Veranstaltungstermin 7. Juni - 3. Oktober 2006

Veranstaltungsort Neue Nationalgalerie

Förderbetrag 320.000 €

Kooperationen Eine Ausstellung der Nationalgalerie Staatliche Museen zu Berlin und des Mori Art Museum Tokyo in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen

Internetseiten www.smb.spk-berlin.de/nng

Pressestimmen

Ernst Ludwig Kirchner Erna mit Japanschirm (Japanerin), 1913 Öl auf Leinwand, 80 x 70,5 cm Aargauer Kunsthaus Aarau, Legat Dr. Othmar und Valerie Häuptli, © 2006, by Ingeborg & Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern

Ernst Ludwig Kirchner Erna mit Japanschirm (Japanerin), 1913 Öl auf Leinwand, 80 x 70,5 cm Aargauer Kunsthaus Aarau, Legat Dr. Othmar und Valerie Häuptli, © 2006, by Ingeborg & Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern

Hisashi Tenmyouya A Proud Martial Artist aus Legendary Warriors Series, 2000 Acryl, Stift, Papier, 26,5 x 17,5 cm ASANO Laboratories, Inc.

Ryuji Miyamoto Palast, 2004 C-Print, 100 x 80 cm Courtesy of TARO NASU, Tokyo und Galerie Kicken, Berlin © Ryuji Miyamoto

Rauminstallation "Dots Obsession" von Yayoi Kusama Foto: Breloer/dpa

Bildmusik

Bildmusik von visomat inc. ist ein dreitägiges Projekt zu audiovisueller Kunst. Unter dem Thema: „Bestandsaufnahme: Gegenwart, Entwicklung und Zukunft“ laden visomat inc. bedeutende Vertreter der audiovisuellen Kunst aus der ganzen Welt ein, ihre Arbeiten zu präsentieren und ein Forum für Interessierte zu kreieren.

Audiovisuelle Kunst ist in der Medienkunst verankert. Sie kombiniert akustische und visuelle Kunstformen miteinander. Ihre Intention ist ein synthetisches Modell, in dem Bilder klingen und Akustik sichtbar wird - zusammengeführt in einem Raumgefüge, das dieses Erlebnis für den Betrachter unterstützt und ungewöhnliche Formen der ästhetischen Wahrnehmung ermöglicht.

 

Das Programm von Bildmusik

Für Bildmusik sind folgende Veranstaltungen geplant:

1. Bestandsaufnahme: visomat inc., Audio-Video-Jukebox als interaktives Kunstwerk und Gestaltung des Raums als mediales Objekt.

2. Gegenwart: Drei Live Performances, telcosystems und COH, Ovekk_Finn, Qubo Gas und Scratch Pet Land.

3. Entwicklung: András Nun, Kurator des Festivals Ultrahang und Tamas Szakál (nextlab.hu), Screening und Vortrag zu Stand und Entwicklung der audiovisuellen Kunst in Ungarn.

4. Zukunft: MESO, Workshop zur Programmiersprache VVVV.

 

Die Initiatoren und Veranstalter von Bildmusik, visomat inc., arbeiten seit Mitte der 90er Jahre im Bereich der audiovisuellen Kunst. visomat inc. schaffen offene Plattformen für Künstler im Bereich der audiovisuellen Kunst, an denen sie sich selbst beteiligen und leisten damit einen Beitrag für deren kontinuierliche Verbreitung. Der Schwerpunkt von visomat inc. liegt in der Visualisierung von Musik und der Gestaltung des Raums als mediales Objekt. Teil des künstlerischen Prozesses ist die Verankerung der Arbeiten innerhalb der räumlichen und zeitlichen Gegebenheiten. Auch für Bildmusik wird eine Raumgestaltung im Bezug zur Architektur und zur Veranstaltungsform entwickelt und der Situation vor Ort angepasst.

visomat inc. sind mit künstlerischen Arbeiten bei international bedeutenden Ausstellungen und Projekten im öffentlichen Raum vertreten.

 

Das Ziel von Bildmusik

Bildmusik von visomat inc. gibt unter dem Thema „Bestandsaufnahme: Gegenwart, Entwicklung und Zukunft“ einen umfassenden Überblick zu audiovisueller Kunst: die Audio-Video-Jukebox dient der Bestandsaufnahme, die Gegenwart erlebt der Besucher durch mehrere Live Performances, die Entwicklung wird durch das Screening und den Vortrag aufgezeigt und einen Blick in die Zukunft ermöglicht die Teilnahme am Workshop.

Bildmusik bildet den Rahmen für die Darstellungsmöglichkeit der Künstler und das Erfahrungsspektrum der Besucher. Der Austausch zwischen Künstlern und Publikum ist ein konstituierender Bestandteil des Projekts.

Antragsteller/in Visomat inc., Thosten Oetken

Veranstaltungstermin 31. März - 2. April 2006

Veranstaltungsort Ehemaliges Polnisches Kulturinstitut, Karl-Liebknecht-Str. 13

Förderbetrag 15.000 €

Internetseiten www.visomat.com/bildmusik

Checkpoint Gallery - Bildergalerie Checkpoint Charlie

Auf 300m berichtet eine Bildergalerie über die Geschichte und Bedeutung des ehemaligen Grenzübergangs Checkpoint Charlie sowie über Erinnerungs- und Gedenkorte, Museen und Dokumentationszentren zum Thema Deutsche Teilung / Berliner Mauer. Die Hinweise auf Gedenkorte sowie authentische Mauerreste und -spuren werden als 'pathfinder' angelegt. Sie enthalten eine Beschreibung des Ortes sowie Adressen, Verkehrsverbindungen etc. Texte in deutscher und englischer Sprache erläutern die Bildergalerie.

Antragsteller/in Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V.

Veranstaltungstermin permanente Installation ab dem 4. August 2006

Veranstaltungsort Friedrich-, Zimmer- und Jägerstrasse

Förderbetrag 194.000 €

Internetseiten www.bfgg.de

Pressestimmen

Checkpoint Charlie

Demontage des amerikanischen Grenzkontrollhäuschens am Checkpoint Charlie 1990 in Anwesenheit der Außenminister der vier Siegermächte

Die Friedrichstrasse unmittelbar nach dem Mauerbau 1961

Checkpoint der US-Army an der Friedrich-/Ecke Zimmerstrasse Berlin - (C): Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Grenzanlagen der DDR in Berlin-Mitte

China - Zwischen Vergangenheit und Zukunft

Aktuelle künstlerische Entwicklungen, Traditionen, historische Umbrüche – beim Festival CHINA - ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT ist im Haus der Kulturen der Welt zu erleben, wie in einem der wichtigsten Länder der Erde mit den rasanten sozialen und kulturellen Veränderungen umgegangen wird. Das Programm reflektiert die Entwicklung neuer Formen, neuer individueller Sprachen in bildender Kunst, Musik, Oper und Literatur – und ihren Bezug zu den faszinierenden Traditionen Chinas.

 

Fotografien und Videoarbeiten von 48 Künstlern – radikale Perspektiven, monumentale Dialoge mit der Realität Chinas – sind in der umfassendsten Übersicht der aktuellen chinesischen Fotokunst zu sehen, die je in Europa gezeigt wurde. Diese Ausstellung war bereits in New York und Chicago ein großer Publikumsmagnet. Opernaufführungen präsentieren die einmalige Virtuosität der Darsteller des chinesischen Musiktheaters. Dabei reicht das Spektrum von einer opulenten Inszenierung chinesischer Geschichte in der Komischen Oper über experimentelle Soloperformances der wichtigsten Opernstile bis zur Premiere einer Avantgarde-Oper mit den Musikern des Ensemble Modern, des derzeit besten deutschen Ensembles für zeitgenössische Musik. Das Ensemble Modern wird auch Werke der Komponisten aus China uraufführen, die in den letzten Jahren in den Konzertsälen von New York über London bis Beijing als „neue Welle“ bekannt wurden. Chinesische Geschichte und Gegenwart wird in Lesungen des Literaturnobelpreisträgers Gao Xingjian oder des Autors von „Rotes Kornfeld“ Mo Yan ebenso wie bei den jungen Autoren spürbar – ein Panorama von souveräner epischer Tiefe bis hin zur schnellen und harten Prosa der Megalopolen. Eine Retrospektive Celluloid Revolutions zeigt das Jahrhundert des chinesischen Films: Von Stummfilmklassikern über die „Neue Welle“ nach der Kulturrevolution bis hin zu Produktionen, die in diesem Jahr auf der Berlinale zu sehen waren.

 

Die Diskussion der unterschiedlichen europäischen und chinesischen Perspektiven auf die Verarbeitung der Traumata des 20. Jahrhunderts, auf Völkermorde und auf die Kulturrevolution, eröffnet das Programm. Auf einem internationalen Symposium geht es dabei um das „Kulturelle Gedächtnis“, also das in materiellen Kulturgütern und immateriellen Traditionen festgehaltene Gedankengut einer Kultur. Diese Fragen eröffnen spannende künstlerische wie politische Debatten.

 

30 Jahre nach der Kulturrevolution und drei Jahrzehnte nach dem Tod Mao Tse-tungs verändern sich die chinesische Gesellschaft und Kunst in einem immer höheren Tempo. Das Festival CHINA - ZWISCHEN VERGANGENHEIT UND ZUKUNFT zeigt die zeitgenössischen künstlerischen Antworten auf diese Umbrüche.

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH - Haus der Kulturen der Welt

Veranstaltungstermin 24. März - 14. Mai 2006

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 200.000 €

Kooperationen International Center of Photography, New York David and Alfred Smart Museum of Art, Chicago University of Chicago Asio Society, New York Museum of Contemporary Art, Chicago

Internetseiten www.hkw.de

Pressestimmen

DIE RIESS - Fotografisches Atelier und Salon in Berlin 1918-1932

DIE RIESS – Fotografisches Atelier und Salon in Berlin 1918-1932

Das Verborgene Museum zu Gast in der Berlinischen Galerie

6. Juni bis 20. Oktober 2008

 

„Ich habe die Rieß um eine Ausstellung ihrer Photographien gebeten, weil sie mit Objektiv und Gummiball Kunst macht“, schreibt Alfred Flechtheim 1925 im Katalog zur Ausstellung mit Portraits der Riess in seiner Galerie. Dass einer der tonangebenden Kunsthändler in Berlin Fotografien zeigt, mag für seine Zeit überraschen, dass er von Fotografie als Kunst spricht, lässt aufhorchen.

„Die Riess“ – wie sie von den Zeitgenossen genannt wurde – war in der

Presse zu ihrer Zeit bekannt und hoch gelobt. Die Internationalität ihrer

Klientel machte ihre legendären „Einladungen zum Tee“ ins Fotoatelier am

Kurfürstendamm weit über Berlin hinaus bekannt.

An dieser Wertschätzung der Fotografin hat die Einzel-Ausstellung 1925 bei

Alfred Flechtheim mit 177 Porträts entscheidenden Anteil. Flechtheim war einer

der einflussreichen Kunstsammler und Kunsthändler Moderner Kunst in den

1920er Jahren.

Ähnlich begeistert wie Flechtheim waren auch Wilhelm von Bode und Georg

Kaiser von den Portraits der Riess und der Kritiker des „8-Uhr-Abendblatts“ Kurt

Pinthus kam geradezu ins Schwelgen. Gottfried Benn nahm ihre Bildniskunst

ironisierend aufs Korn, die französische Malerin Marie Laurencin schwärmte in

Paris und die Schriftstellerin Vita Sackville-West schrieb begeistert nach London

über die Gesellschaft beim Tee im Atelier der Riess. Die Aktaufnahmen, vor

allem die Männerakte von Boxern, spiegeln die erotisch aufgeladene

Atmosphäre im Atelier, das bei Ausstellungseröffnungen zum exklusiven

Treffpunkt wurde.

Frieda Riess, 1890 geboren, stammte aus einer jüdischen Kaufmannsfamilie,

die im westpreußischen Czarnikau (heute: Czarnkóv), in der Provinz Posen,

ansässig war und in den 1890er Jahren nach Berlin umzog. Dort besuchte sie

die Photographische Lehranstalt des Lette-Vereins und führte nach dem Ersten

Weltkrieg von 1918 bis 1932 ein repräsentatives Atelier am Kurfürstendamm.

Anfang der 1920er Jahre mit dem Dichter und Journalisten Rudolf Leonhard verheiratet, entstanden die für ihre Portraitarbeit so fruchtbaren Kontakte zu Freunden und Bekannten unter den Theaterleuten, Schauspielerinnen und Schriftstellern, darunter Walter Hasenclever, Tilla Durieux, Gerhart Hauptmann, Iwan und Claire Goll oder Max Herrmann-Neiße. Der Kreis erweiterte sich auf Tänzer und Varieté-Stars sowie bildende Künstlerinnen und Künstler: Anna Pawlowa, Margo Lion, die Mistinguett, Emil Jannings, Lil Dagover, Renée Sintenis, Max Liebermann und Xenia Boguslawskaja. Weiterhin verkehrten in dem illustren Kreis Box-Sportler und vor allem die Vertreter der alten Aristokratie, Diplomaten, Politiker und Bankiers. Die Riess reiste nach Paris, London und Rom und bewegte sich hier in denselben literarischen und aristokratischen Kreisen.

Die Riess beherrschte die hohe Schule der Portraitkunst wie ihre Kollegen Hugo Erfurth, Madame D´Ora, Lotte Jacobi und Edward Steichen. Als sie 1932 nach Paris ging, brach ihre kreative fotografische Tätigkeit offensichtlich ab. Arbeiten aus dieser Zeit wurden bisher nicht gefunden und ihre biografische Spur verliert sich fast völlig im Dunkeln. Von 1940 bis 1945 überlebte sie zurückgezogen die Besatzungszeit der Nationalsozialisten in Paris, wo sie Mitte der 1950er Jahren starb.

So weit der Ruf der Riess in den 1920er Jahren auch reichte, in den vergangenen knapp achtzig Jahren sind nahezu alle Spuren von Leben und Werk dieser Gesellschaftsfotografin verloren gegangen. Einige Hundert Fotografien sind erhalten geblieben und mit Hilfe nur weniger aufgefundener Schriftstücke ist es nun gelungen, ihren Lebensweg bruchstückhaft zu rekonstruieren und zum ersten Mal seit der legendären Ausstellung bei Flechtheim eine Retrospektive zusammenzustellen. Gleichzeitig erscheint ein umfassender Katalog, der nicht nur wiedergefundene Fotografien und Dokumente präsentiert, sondern in Aufsätzen namhafter Wissenschaftler interessante Aspekte und neue Erkenntnisse zu Leben und Werk der Riess liefert.

Marion Beckers, Elisabeth Moortgat

 

RIESS – Photographic Studio and Salon in Berlin 1918-1932

6th June to 20th October 2008

 

“I have asked Rieß for an exhibition of her photographs, because she creates art using lens and rubber ball”, Alfred Flechtheim wrote in the catalogue to an exhibition of Riess’ portraits in his gallery in 1925. At that time it was somewhat surprising for one of Berlin’s leading art dealers to show photographs, and the fact that he refers to photography as art invites particular attention.

In her time, “Riess” – as she was known to her contemporaries – was well-known in the press world and much praised. The internationalism of her clientele gave the legendary “invitations to tea” in the photo studio on Kurfürstendamm a reputation beyond the boundaries of Berlin.

The solo exhibition of 177 portraits in Alfred Flechtheim’s gallery in 1925 played a decisive part in this appreciation of the photographer. Flechtheim was one of the leading collectors and dealers in modern art during the 1920s.

Wilhelm von Bode and Georg Kaiser enthused in a similar way to Flechtheim over Riess’ portraits, and the critic of the “8-Uhr-Abendblatts”, Kurt Pinthus, was positively fervent. Gottfried Benn made an ironic attack on her portrait art, the French painter Marie Laurencin gushed praise in Paris, and the writer Vita Sackville-West sent enthusiastic accounts back to London of the circle that gathered for tea in Riess’ studio. Her nude shots - the male nudes of boxers in particular - reflect the erotically charged atmosphere in the studio, which became an exclusive meeting place at exhibition openings.

Frieda Riess, born in 1890, came from a Jewish merchant’s family that lived in the Western Prussian town of Czarnikau (now Carnkov) in the province of Poznán, moving to Berlin in the 1890s. In Berlin, she attended the “Photographische Lehranstalt” of the Lette Verein and ran a prestigious studio on Kurfürstendamm after the First World War, from 1918 to 1932.

Riess’ marriage to the poet and journalist Rudolf Leonhard at the beginning of the 1920s led to contact with his friends and acquaintances among theatre people, actresses and actors, including Walter Hasenclever, Tilla Durieux, Gerhart Hauptmann, Ivan and Claire Goll or Max Herrmann-Neiße, which proved productive for her portrait work. This group extended to include dancers, music-hall stars and fine artists: Anna Pavlova, Margo Lion, Mistinguett, Emil Jannings, Lil Dagover, Renée Sintenis, Max Liebermann and Xenia Boguslawskaja. Boxers and, above all, representatives of the old aristocracy, diplomats, politicians and bankers associated in the illustrious circle as well. Riess travelled to Paris, London and Rome, where she moved in similar literary and aristocratic circles.

Like her colleagues Hugo Erfurth, Madame D´Ora, Lotte Jacobi and Edward Steichen, Riess became a master of the advanced art of portraiture. But when she left Berlin for Paris in 1932, her creative photography obviously came to a halt. As yet, no works from that period have been found, and even biographical traces disappeared into near obscurity. From 1940 to 1945, she survived the occupation of Paris by the National Socialists in seclusion, and died there in the mid 1950s.

Although Riess’ reputation was quite prodigious during the 1920s, almost every trace of this society photographer’s life and work has been lost over the last eighty years. Several hundred photographs have survived, and with the help of only a few found documents, it has now proved possible to reconstruct her biography in a fragmentary way, so organising the first retrospective show since that legendary exhibition in Flechtheim’s gallery. A comprehensive catalogue appears parallel to the exhibition; it not only presents all the rediscovered photographs and documents, but also includes several essays highlighting interesting research aspects and providing new insights into Riess’ life and work.

 

 

Antragsteller/in Das Verborgene Museum - Dokumentation der Kunst von Frauen e.V.

Veranstaltungstermin Eröffnung: 5. Juni 2008, 6. Juni bis 20. Oktober 2008 Lange Nacht: 30.08.2008

Veranstaltungsort Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Förderbetrag 75.000 €

Kooperationen mit der Berlinischen Galerie als Ausstellungsort

Internetseiten www.dasverborgenemuseum.de

Frieda Riess, Selbstporträt, 1922, ullstein bild

Frieda Riess, Portrait Xenia Boguslawskaja, 1922, ullsein bild

Frieda Riess, Der Boxer Erich Brandl, 1925, ullstein bild

Ausschnitt: Frieda Riess, Selbstporträt, 1922, ullstein bild

Eröffnungsausstellung in den historischen Räumen des Max-Liebermann Sommerhauses am Wannsee

Das ehemalige Sommerhaus von Max Liebermanns am Wannsee und der Garten zählen zu den bedeutendsten Künstlerstätten in Deutschland und sind aufgrund ihrer hohen kulturellen und auch gartenhistorischen Bedeutsamkeit von größter Wichtigkeit für die Kulturlandschaft Berlins, Deutschlands sowie von internationalem Rang. Einen großen Stellenwert besaß das Ensemble bereits in der Zeit seiner Entstehung. Umso wichtiger ist es der Öffentlichkeit heute, seine Entstehung und Nutzung als produktive Wirkungsstätte Liebermanns in allen Facetten erlebbar zu machen und auch eine kritische Auseinandersetzung mit dem Umgang des Anwesens nach dem Tod des Künstlers zu ermöglichen. Nachdem die Max-Liebermann-Gesellschaft in einem beispielhaften bürgerschaftlichen Engagement auf eine erfolgreiche, (fast) vollständige Wiederherstellung dieser bedeutenden Künstlerstätte zurückblicken kann und diesen Schritt in zwei voran gegangenen Ausstellungsprojekten gezeigt hat, folgt nun die Vorstellung des wiederhergestellten Gartens und der restaurierten Villa im Zusammenhang mit Gartengemälden, - graphik und einer Dokumentation. Die Kunstwerke werden auf einer Ausstellungsfläche von ca. 500 m2 gezeigt. Zu den Leihgebern gehören u. a. die Alte Nationalgalerie Berlin, die Kunsthalle Hamburg, die Gemäldegalerie Dresden sowie zahlrei-che private Kunstsammler.

Antragsteller/in Max-Liebermann-Gesellschaft

Veranstaltungstermin 29. April 2006 Ausstellung: 30. April - 31. Juli 2006

Veranstaltungsort Liebermann Villa am Wannsee

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Alte Nationalgalerie Berlin Altonaer Museum Hamburg

Internetseiten www.max-liebermann.de

Pressestimmen

Erwin Geschonnek - 100. Geburtstag

Theater der Zeit und das Berliner Ensemble widmen sich in einem Ausstellungsprojekt einem der herausragendsten deutschen Schauspieler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erwin Geschonneks Biografie spiegelt die Kämpfe und Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts wie in einem Fokus wider. Für seine Biografie gilt eine Aussage Ernst Blochs: „Das der Vorhang, der das Innere, das Persönliche bedeckt, ohnehin auch der Vorhang ist, der die jeweilige Zeit bedeckt und den sie von sich hebt, zu heben hat, das bedeutet bewußte, also ebenso kritische wie der Tendenz verschworene Zeitgenossenschaft, und dadurch kann weit hinaus, ins gesamte Zeitanliegen geblickt werden.“

Geschonneks Biografie weist trotz ihres vielgestaltigen Reichtums kaum Brüche auf, weil sie ihre Haltung sowohl aus der proletarischen Selbstgewissheit der kommunistischen Bewegung der zwanziger Jahre bezieht, als auch aus einem entbehrungsreichen, kämpferischen und mutigen Leben, das die Schwerkraft seiner künstlerischen Biografie ausmacht. Auf ihrer Gradlinigkeit und Bruchlosigkeit beruht Geschonneks Authentizität. Ziel ist es, diese Biografie in den Kontext des 20. Jahrhunderts zu stellen, die Bruchlinien der gesellschaftlichen Entwicklung mitzudenken und diese darzustellen und zu hinterfragen. Also keine nur affirmative Ehrung zu seinem 100. Geburtstag, sondern das Mit-Denken, Mit-Inszenieren des gesellschaftlichen Kontexts.

Die Ausstellung ordnet sich wie ein biographisches Labyrinth, die im wesentlichen von der Film- und von der Tonspur lebt, die Geschonneks Leben begleitet hat. So entsteht jenseits des Biographischen ein lebendiges Bild der Arbeiterkultur der zwanziger/dreißiger Jahre, aber auch des Aufbaus und Niedergang der DDR. Es ist auch das Bild einer arbeiterlichen Gesellschaft, die spätestens mit dem Ende der DDR untergegangen ist. Geschonnek war eine ihrer idealisierten Ikonen. Dadurch war er eine Projektionsfläche für die DDR-Bürger, Prototyp jenes „alten Genossen“, der, wie Wolfgang Engler beschreibt, zu den Gründungsmythen der DDR gehörte: Der alte aufrechte, kantige Kommunist, der in manchen Fragen anderer Meinung ist als die Partei, diese auch vertritt, verdeckte gleichzeitig grundsätzliche Probleme der Entwicklung. Diese Spannung soll mit der Biographie Geschonneks beschrieben, also inszeniert werden.

Erwin Geschonnek wurde am 3. Dezember 1906 in Bartenstein, einer kleinen Stadt Ostpreußens geboren. Nach dem Tod seiner Mutter zieht er, zweijährig, mit dem Vater nach Berlin. Sie wohnen in der Ackerstaße 6/7, einem Gebäude mit sieben Aufgängen und drei Höfen. In einem der letzteren lebt Geschonnek seine Kindheit als Sohn eines Nachtwächters. Sie war von der Armut des Lumpenproletariats geprägt.

Nach dem 1. Weltkrieg schlägt sich Geschonnek durch das von der Inflation krisengeschüttelte Berlin. Arbeitslosigkeit wird durch Gelegenheitsarbeiten unterbrochen. Er schleppt riesige Rechenmaschinen von der Bank quer durch den Lustgarten zur Börse in der Burgstraße, arbeitet als Hilfsfahrstuhlfahrer bei Hertie am Hermannplatz, als Hilfstischler, Maschinenarbeiter, Hausdiener und „Sandwichman“.

Neben dem zunehmenden Engagement in der politischen Arbeit der KPD nahm „das Musische immer mehr Gestalt“ in ihm an. Darauf hatte das Theater-Ereignis der zwanziger Jahre einen bestimmenden Einfluss: Die DREIGROSCHENOPER am Schiffbauerdamm Theater, die er vom 2. Rang, dem Heuboden, aus sah. „Wie im Taumel“ dachte er nur noch an dieses große Erlebnis. Er lernte sämtliche Gesänge und Balladen auswendig, und sang sie seinen Genossen auf Wanderfahrten vor. Daneben engagiert er sich im Arbeiterchor Groß-Berlin und in der Agitprop-Gruppe DAS ROTE SPRACHROHR, später wird er Mitglied der JUNGEN VOLKSBÜHNE unter Erwin Piscator. Er beschreibt, dass für ihn „die Bühne immer mehr zu einem Mittel wurde, die Menschen zum Kampf gegen ihre Unterdrücker aufzurufen.“

1932 bekommt Geschonnek seine erste Filmrolle, als Statist im ersten proletarischen Spielfilm nach einem Drehbuch Brechts KUHLE WAMPE. „Ich war einer von viertausend. Aber die Zeit war nicht angelegt auf Schauspielkarrieren von kommunistisch orientierten Proletariern. Der arbeitslose Geschonnek flüchtete über Polen und Prag nach Moskau. Von dort gelangte er nach Dnjepropetrowsk, wo er im deutschen Kolchos-Theater in der Ukraine kleine und mittlere Rollen, auf Dörfern und Kulturhäusern spielte. Nach einer Denunziation gab ihm das NKWD drei Tage Zeit, Russland zu verlassen.

Geschonnek fuhr zurück nach Prag. Beim Einmarsch der deutschen Truppen versuchte er zu fliehen. Der Fluchtversuch wurde verraten, Geschonnek verhaftet und nach Deutschland gebracht. Im Polizeipräsidium Dircksenstraße, fünf Minuten vor seiner alten Wohnung, wurde er verhört und in das KZ Sachsenhausen, später KZ Dachau, abtransportiert.

1945 war das KZ Neuengamme die letzte Station, bevor Geschonnek mit 4000 anderen Häftlingen auf die „Kap Arcona“ gebracht wurde. Er gehörte zu den wenigen Überlebenden des Schiffes, das von den Engländern bombardiert wurde.

Nach dem Krieg verschlug es Geschonnek nach Hamburg. Er saß im Entnazifizierungs-Ausschuss, der Schauspielern und Regisseuren einen Persilschein ausstellte. 1949 wurde Geschonnek von Helene Weigel am Berliner Ensemble engagiert. Einen Monat vor Gründung der Deutschen Demokratischen Republik entstanden, war es bis zum Ende eng mit der Geschichte dieses Staates verbunden. Geschonnek spielte schnell die ersten Rollen, hauptsächlich proletarische Figuren, den Knecht Matti, aber auch die Titelrolle in Bessons Eröffnungsinszenierung am Schiffbauerdamm DON JUAN. Er hatte eine besondere Spielweise, die Brecht interessiert haben muss. „Ich habe sehr viele Freunde gehabt, die Arbeiter waren wie ich: unpathetisch, gedeckt, gedämpft, wahrhaftig, wie eine Unterhaltung am Tisch. Und so habe ich meine Rollen immer gespielt und spiele sie heute noch, bis auf die Ausbrüche.“ Kurz vor Brechts Tod kam es zum Bruch; Geschonnek ging weg vom Berliner Ensemble und wurde einer der wichtigsten Schauspieler der DEFA und des Fernsehens der DDR. Er wurde schnell einer der populärsten Schauspieler der DDR, spielte in vielen wichtigen Filmen mit, die zum Grundstock der deutschen Filmgeschichte des Nachkriegs gehören. Dabei arbeitete er mit herausragenden Regisseuren wie Konrad Wolf bei SONNENSUCHER. Mit seinem Karbid-Kalle aus KARBID UND SAUERAMPFER wuchs eine ganze Generation von DDR-Bürgern auf.

1993 holte Heiner Müller Geschonnek an das Berliner Ensemble. Hier, wo er als gerade 24-Jähriger Brechts DREIGROSCHENOPER gesehen hatte, spielte er einen alten Genossen. Als Geschonnek in Müllers Stück DER TRAKTOR von den Häftlingen auf dem Transport durch Deutschland sprach, war es eigene Erfahrung, wenn er in DAS DUELL “Madrid du Wunderbare“ sang, war das Lied biografisch aufgeladen mit dem Pathos der Sehnsucht nach einer besseren Gesellschaft zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Antragsteller/in interessengemeinschaft theater der zeit e.V., Harald Müller

Veranstaltungstermin 27. Dezember 2006 bis 14. Januar 2007

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Pariser Platz

Förderbetrag 38.000 €

Kooperationen DEFA-Stiftung, Literaturforum im Brechthaus

Internetseiten www.theaterderzeit.de

Hannah Arendt Denkraum

Hannah Arendt Denkraum

Hannah Arendt Denkraum

 

Zum 100sten Geburtstag Hannah Arendts wird vom 14. Oktober bis 19. November 2006 in der ehemaligen jüdischen Mädchenschule, Auguststrasse 11-13, Berlin-Mitte, die Kunstausstellung Hannah Arendt Denkraum mit Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt.

Die Ausstellung Hannah Arendt Denkraum ist ein experimentelles Kunstprojekt, bei dem zwölf Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten (Installationen, Videos, bildnerischen Arbeiten und Skulpturen) den Neubeginn politischen Denkens erschließen, wie er in Hannah Arendts Werken erscheint.

Hannah Arendt wurde am 14. Oktober 1906 in Linden bei Hannover geboren und starb am 4. Dezember1975 in New York.

Zum Ausstellungsprojekt

Zum hundertsten Geburtstag der philosophischen Denkerin und deutschen Jüdin

Hannah Arendt (1906 - 1975) am 14.Oktober 2006 wird in Berlin, der Stadt, aus der sie 1933 vertrieben wurde, eine Ausstellung realisiert, die Denken und Sprache Hannah Arendts würdigt und die Aktualität und Wechselwirkungen ihres literarischen, philosophischen und politischen Schaffens sichtbar macht.

 

In der politischen Theorie und in der Schreibwerkstatt Hannah Arendts existieren zentrale Begriffe, deren Bedeutung, Wirkung und Aktualität unübersehbar ist.

Es sind dies Begriffe wie Arbeiten, Herstellen, Handeln, Denken, Verstehen und Lieben. Im Sinne Hannah Arendts verwendet, können sie auch heute dazu dienen, brennende Fragen angesichts der Krisen von Gesellschaft, Politik und Arbeitswirklichkeit zu erörtern.

 

Hannah Arendts Denkbilder sind literarisch-künstlerischen Formen wahlverwandt. In ihrem Denktagebuch notiert sie im August 1969: Was Denken und Dichten verbindet, ist die Metapher. In der Philosophie nennt man Begriff, was in der Dichtung Metapher heißt. Das Denken schöpft aus dem Sichtbaren seine "Begriffe", um das Unsichtbare zu bezeichnen.

Die Metapher zielt bei Hannah Arendt auf das Neue und Unsichtbare und bedarf neuer Begriffe des Sichtbaren. Diese Methode Hannah Arendts korrespondiert mit gegenwärtigen Arbeitsmodellen und Konzepten bildender Kunst, die nicht nur im Metaphorischen operieren, sondern mit unverbrauchten und unerwarteten Verbindungen divergenter Elemente ebenfalls zu neuen Ansichten und Sehweisen vorstoßen wollen.

Hier setzt die Ausstellung Hannah Arendt Denkraum an. Die eingeladenen Künstlerinnen und Künstler zeigen neue und ortsbezogene Kunstwerke und Installationen in Reflektion auf Hannah Arendt und die Aktualität ihres Denkens. Es geht den künstlerischen Beiträgen um eigenständige Darstellungen - nicht um Illustrierung - der im Werk Hannah Arendts entwickelten Denkformen und Sprachbilder.

Idee

Dr. Wolfgang Heuer, FU Berlin, Internationaler Hannah-Arendt-Newsletter und Sebastian Hefti, Publizist, ehem. Generalsekretär Deutschschweizer PEN Zentrum Zürich

 

Kurator

Dr. Peter Funken, Kunstwissenschaftler, freier Kurator

 

Kuratorenteam

Dr. Wolfgang Heuer, Internationaler Hannah-Arendt-Newsletter

Prof. Hermann Pfütze, Deutsche Gesellschaft für Ästhetik

Katharina Kaiser, HAUS am KLEISTPARK

 

Teilnehmende KünstlerInnen

 

Tobias Hauser, Berlin

Johan Lorbeer, Berlin

Volker März, Berlin

Susanne Hofer u. Katrin Oettli und Sebastian Hefti, Zürich

Thomas Hirschhorn, Aubervilliers und Marcus Steinweg, Berlin

Martha Rosler, New York

Judith Siegmund, Berlin

Parastou Forouhar, Offenbach, Teheran

Ram Katzir, Amsterdam

Adib Fricke, Berlin

 

 

 

Antragsteller/in Dr. Wolfgang Heuer, Dr. Peter Funken, Katharina Kaiser, Prof. Hermann Pfütze, Hannah Arendt Denkraum e.V.

Veranstaltungstermin 14. Oktober - 19. November 2006

Veranstaltungsort Ehemalige Jüdische Mädchenschule, Auguststr. 11 - 13, Berlin Mitte u. Foyer der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Unter den Linden 8, Berlin-Mitte

Förderbetrag 155.000 €

Kooperationen Jüdische Gemeinde zu Berlin, Akademie der Künste Berlin, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Internetseiten www.hannaharendt-denkraum.com

Pressestimmen

Historische Dokumentation des Olympiageländes Berlin

Olympiastadion und Olympiapark Berlin gelten als bedeutendes Zeugnis nationalsozialistischer Bau- und Kunstpolitik und als (Garten-)Denkmal von europäischem Rang. Als fast vollständig erhaltenes "Gesamtkunstwerk" ist das ehemalige "Reichssportfeld", das für die Olympischen Sommerspiele von 1936 erbaut wurde, das einzig fertiggestellte Großbauprojekt aus den Anfangsjahren des Hationalsozialismus. Zugleich dokumentiert die Anlage ein jahrhundert Sportgeschichte und Sportpolitik in Berlin.

Daher verfolgen Fachöffentlichkeit und Politik seit langem das Ziel, Besucherinnen und Besucher des Olympiastadions über die Entstehungsgeschichte des ehemaligen "Reichssportfeldes" zu informieren und ihnen eine reflektierte Auseinandersetzung mit den historischen Kunstwerken und Baulichkeiten zu ermöglichen.

Seit Sommer 2005 berichten 27 Informationstafeln mit historischen Fotos und knappen zweisprachigen Texten über die Geschichte des Olympiastaions seit 1909.

Zur Vollendung der historischen Kommentierung sind im Jahr 2006 insgesamt 20 Informationstafeln erarbeitet und aufgestellt worden, die Auskunft über die Geschichte des Olympiaparks sowie der der Gebäude im Umfeld des Olympiastadions geben.

Das Deutsche Sportforum, das ehemalige Maifeld, Gebäude wie das Schwimm- oder Tennisstadion, aber auch die auf dem Gelände befindlichen Statuen erhalten auf diese Weise die notwendige historische Einordnung.

Antragsteller/in Berliner Forum für Geschichte und Gegenwart e.V.

Veranstaltungstermin permanente Installation ab August 2006

Veranstaltungsort Berliner Olympiapark / Umgebung des Olympiastadions

Förderbetrag 26.000 €

Internetseiten www.bfgg.dewww.olympiastadion-berlin.de

Kampf der Dinge - Eine Ausstellung zum 100. Jahr des Deutschen Werkbunds

Ausstellung zur Wiedereröffung des MUSEUM Der DINGE sowie zum 100jährigen Jubiläum des Werkbundarchivs

 

Der Umbau hat begonnen und zum 1. August diesen Jahres zieht das Werkbundarchiv – Museum der Dinge mit Bibliothek, Dokumentenarchiv und Arbeitsplätzen der Mitarbeiter an den neuen Standort in der Oranienstraße 25.

 

2007 wird dann in einem zweiten Schritt die Sammlung des Museums neu aufgestellt und mit einer Ausstellung zum einhundertjährigen Jubiläum des Deutschen Werkbunds das Werkbundarchiv - Museum der Dinge endlich wieder eröffnet.

 

Erstmals wird dann ein bedeutender Teil der umfangreichen, bisher verborgenen Sammlungen zur Design- und Alltagskultur des 20. Jahrhunderts in Form eines begehbaren Magazins der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

Zur Wiedereröffnung des Museums 2007 ist ein Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zum 100 jährigen Jubiläum des Deutschen Werkbunds unter dem Arbeitstitel „Der Zweck verlangt eine neue Form" geplant.

Antragsteller/in Werkbundarchiv e.V.

Veranstaltungstermin 2007

Veranstaltungsort MUSEUM DER DINGE - Werkbundarchiv

Förderbetrag 250.000 €

Internetseiten www.werkbundarchiv-berlin.de

Pressestimmen

Kino Wie Noch Nie

Wir konzipieren eine Ausstellung, die das Kino in besonderer Weise in den Kunst-Raum holen will. Sie soll in je weiterentwickelter Form auf drei Stationen gezeigt werden: In der Generali Foundation Wien (Januar 2006); in der Akademie der Künste Berlin (Frühjahr 2007); in der Cinématèque Paris (Winter 2007). Eine Film-Ausstellung, die keine vollständigen Filme zeigt, sondern Filmsprache durch Fotoserien, Dia-Folgen und Sequenz-Montagen aufschließt. Wir werden es mit seltenen Fällen von Kinoanalysen zutun haben, wo nicht Worte sondern Bilder Bilder kommentieren. Mittels topologischer Annäherungen an Filmsprache und –inhalt, der Auseinandersetzung mit technischen Determinanten und Wahrnehmungsbedingungen des Kinos, soll untersucht werden, wie im Kunstraum das Kino weitergedacht wird. Die Ausstellung soll es möglich machen, mit Fotos, Stand- und Bewegungsbildern, Filmstudien zu treiben, wie sie sonst höchstens in Schneideräumen und – gelegentlich – in Seminaren vorgenommen werden, dann jedoch mit großem Erklärungsaufwand. Dahingegen wäre hier die Idee, Bildanalysen vom Diskursiven abzukoppeln und durch zwingend konzipierte Bildanordnungen und –folgen als Gang durch die Ausstellung erfahrbar zu machen. Neben eigenen Arbeiten von uns werden auf der ersten Station der Ausstellung folgende Künstler und Künstlerinnen vertreten sein: Hartmut Bitomsky, Isabell Heimerdinger, Astrid Küver, Constanze Ruhm, Kassimir Terzien, Nadim Vardag, Klaus Wyborny und Stephen Zepke. Für die Berliner Ausstellung wollen die Zusammenarbeit mit diesen Künstlern fortführen sowie neue hinzuziehen. Dabei wollen wir einige der Projekte übernehmen, andere sollen – den räumlichen Gegebenheiten in Berlin und dem weiterentwickelten Ausstellungskonzept entsprechend – angepasst, umgearbeitet oder neu angefertigt werden. Es sollen darüberhinaus auch gänzlich neue Arbeiten gezeigt werden. Zur Ausstellung in Wien wird es eine zweisprachigen Publikation auf Deutsch und Englisch geben, die als Erweiterung zur Ausstellung verstanden wird, da sie auch eine diskursive Auseinandersetzung mit dem Thema Kino bietet. Sie wird Aufsätze von Raymond Bellour, Hartmut Bitomsky, Marc Ries und Stephen Zepke sowie 20 Kurztexte von Spezialisten zum Thema enthalten. Der Katalog ist so konzipiert, dass er sich als Begleitpublikation auch für die Ausstellung in Berlin eignet.

Antragsteller/in Harun Farocki

Veranstaltungstermin Frühjahr 2007

Veranstaltungsort Akademie der Künste

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Generali Foundation Wien Cinémathèque Paris

Internetseiten www.farocki-film.de

Martin Munkácsi. Budapest - Berlin - New York

Martin Munkácsi war der bestbezahlte Starfotograf seiner Zeit. Budapest - Berlin - New York hießen die Stationen seines Erfolgs. Er fotografierte Sportler und Tänzer in Aktion, holte die Modefotografie aus den Studios und setzte das statische Medium Fotografie in Bewegung. Martin Munkácsi (1896-1963) gilt als wichtigster Pionier des modernen Bildjournalismus. Der Wandel des Mediums und wechselnder Zeitgeschmack ließen ihn jedoch bald in Vergessenheit geraten. Die große Retrospektive im Martin-Gropius-Bau „Martin Munkácsi. Budapest - Berlin - New York“ gibt jetzt dem gebürtigen Ungarn seine einzigartige Position in der Geschichte der Fotografie zurück.

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH - Berliner Festspiele

Veranstaltungstermin 5. August bis 6. November 2006

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Eine Ausstellung des Haus der Photographie / Deichtorhallen Hamburg mit freundlicher Unterstützung von Joan Munkácsi und ullstein bild

Internetseiten www.gropiusbau.de

Pressestimmen

NO MATTER HOW BRIGHT THE LIGHT, THE CROSSING OCCURS AT NIGHT

NO MATTER HOW BRIGHT THE LIGHT, THE CROSSING OCCURS AT NIGHT

 

Die kollaborativ entwickelte Ausstellung zeigt Produktionen von Natascha Sadr Haghighian, Judith Hopf/Deborah Schamoni und Ines Schaber, die sich auf unterschiedliche Aspekte des Gespenstischen beziehen. Dabei geht es weniger darum, Gespenster sichtbar zu machen, sondern um die Umstände des Verschwindens und Unsichtbarseins - also um Verhältnisse, die Gespenster hervorbringen, um den Entzug des Wirklichkeitsstatus, und um die Bedingungen von Veränderung: denn das Gespenstische destabilisiert die geordneten Verhältnisse zwischen Wirklichem und Unwirklichem, Anwesendem und Abwesendem. No Matter How Bright the Light, the Crossing Occurs at Night ist auch eine Ausstellung über Gespenster der Kunst: über das Phantasma des Alles-Repräsentieren-Können, über Medialität als Beschwörung und Bannung, animierte Körper, subjektive Prothesen und die "unmögliche" Notwendigkeit eines Realismus des Gespensts, eines Realismus der Abwesenheit.

 

Ines Schaber spekuliert über eine latente Aktivität von Fotografien und deren Fähigkeit durch Raum und Zeit zu reisen. Anhand von Arbeiterfotografien in Pennsylvania (USA), verfolgt sie Bilder aus einer Serie für das National Child Labor Committee in den 1910er Jahren von Lewis Hine, einem Pionier der sozialdokumentarischen Fotografie. Die Bilder werden zum Ausgangspunkt einer Reise in die heute kaum wieder zu erkennende Minenlandschaft. Eben dort, gelagert in einer ehemaligen Kalksteinmine, besteht heute eines der größten kommerziellen Bildarchive, Bill Gates’ Firma Corbis, das über 70 Millionen Bilder online zum Verkauf anbietet, darunter auch Bilder aus Hine’s Serie. Die Überschneidung der beiden Momente stellt Fragen an die Fotografie als Agentin von Etwas, das fähig ist zu reisen, sich zu vervielfältigen, an verschiedenen Orten zu erscheinen und mit seiner Umgebung zu sprechen.

 

Judith Hopf arbeitet mit den Gespenstern der bürgerlichen Gesellschaft. Wie schreibt sich der Versuch der Kontrolle, der Abwehr pathologischer Ängste und daraus folgend die Ideologie vollständiger Transparenz in das Vorstellungsvermögen und die Körper ein? In ihrer Installation und neuem Video, das sie mit der Filmemacherin Deborah Schamoni gemeinsam entwickelt und realisiert hat, behandelt sie die Repräsentation von Gespenstern in institutionellen Räumen. Dabei wird weniger die Frage nach der An-oder Abwesenheit des Gespenstischen untersucht, als nach einem brauchbaren Ritual oder Formenkodex gesucht, der es möglich macht, den Gespenstern als Repräsentanten des Verdrängten die Orte zuzuweisen, in denen sie weiterhin sichtbar bleiben können.

 

Natascha Sadr Haghighian hat mit Stefan Pente und in verschiedenen Kollaborationen, gesellschaftliche Konstruktion von Ein- und Ausschlüssen untersucht. Wie wird entschieden wann jemand der Mitgliedsstatus einer 'zivilisierten Gemeinschaft' zuerkannt wird? Wann wird jemand mit seiner Stimme, seinem Bild, seinem Anliegen als anwesend und adressierbar wahrgenommen? Wodurch verliert man diesen Status und wann wird er aberkannt? –Im Betrachten verschiedener gesellschaftlicher Dynamiken und Repräsentationsvorschläge wird deutlich, dass die Konstruktion des Status "Mensch" und die damit verbundenen Rechte selbst Ausschluss produzieren. Wer besitzt diesen Status und warum fallen andere aus ihm heraus? Wenn man kein Mensch ist, was ist man dann? –In Gesprächen und installativen Arbeiten werden Mechanismen der An- und Abwesenheit befragt.

 

Zur Ausstellung erscheint ein 220-seitiger Reader beim Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, mit Beiträgen und Dialogen von und mit Ines Schaber, Natascha Sadr Haghighian, Stefan Pente, Judith Hopf sowie Avery F. Gordon, Anselm Franke, Nicolas Siepen, Sladja Blazan, Thomas Keenan und Michael Taussig.

 

Kuratiert von Anselm Franke

 

 

Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die freundliche Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds, Berlin.

 

 

Eröffnung: 2. September 2006, 17- 21 Uhr

Laufzeit: 3. September – 12. November 2006

 

Weitere Informationen:

Markus Müller l Maike Cruse

KW Institute for Contemporary Art

Auguststrasse 69

D-10117 Berlin

Phone 0049 [30] 2434 59 41/42

Fax 0049 [30] 2434 59 99

presse@kw-berlin.de

www.kw-berlin.de

 

Antragsteller/in Kunst-Werke Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 02. September 2006 bis 12. November 2006

Veranstaltungsort KW Institute for Contemporary Art, Auguststr. 69, 10117 Berlin

Förderbetrag 80.000 €

Internetseiten www.kw-berlin.de

Normalnull

Normalnull konzentriert sich auf das Wasser als Medium, das die gesellschaftlichen Umbrüche einzigartig zu spiegeln vermag.

 

Die Wasserflächen im Berliner Stadtraum sind im Wesentlichen Brauchwasserflächen, d.h. Gewässer, die sich nicht mit der Ereignishaftigkeit eines großen Flusses oder eines Meeres vergleichen lassen. Kein Rhein und keine Sturmflut.

 

Das Normalnull dieser Ausstellung ist diese durchbrochene Fläche.

 

Die ganze Stadt Berlin scheint auf ihrem Grundwasserspiegel zu schwimmen, der zumeist einige Zentimeter unter den Hauskellern beginnt. In der Zeit der großen Baustellen wanderten die immer wieder umgelegten Wasserflächen durch das sich erneuernde Zentrum. Nun ist das Berliner Wasser in seine unspektakuläre Allgegenwärtigkeit zurückgeflossen.

 

Den festen Boden verlieren. Obwohl die Wasserlinie klar ist, gibt sie keine einfache Arbeitsgrundlage ab. Es ist mühsam, mit ihr zu arbeiten, und es ist einfach, mit ihr zu rechnen. Objekte bewegen sich mit oder stehen im Wasser. Sie schwimmen, tauchen oder gehen unter. Sie lösen sich auf oder bestehen. Halten der Strömung stand. Sie werden überspült, unterspült, bleiben trocken. Schwer zu ordnende Sachverhalte im Wasser können als Bild gelten: Wenn der verschwommene Blick der klare Blick ist, gilt das Wasser als Ort des Orientierungsverlusts, gleichzeitig als Quelle kindlicher Freude und als Schauplatz der Schwerelosigkeit.

Antragsteller/in Sibylle Hofter

Veranstaltungstermin 20. August bis 29. Oktober 2006

Veranstaltungsort Gewässer von Berlin (Friedrichsgracht 51)

Förderbetrag 92.000 €

Kooperationen Frame, Finnland

Internetseiten www.normalnull.info

Ohne zu zögern - Varian Fry: Berlin - Marrseille - New York

Der Verein Aktives Museum bereitet für November/Dezember 2007 eine Ausstellung mit Katalog und didaktischem Begleitprogramm zu Varian Fry vor (anlässlich seines 100. Geburtstags). Durch ihn wurden in Südfrankreich von 1940-1941 über tausend Menschen vor nationalsozialistischer Verfolgung gerettet. Viele Berliner und europäische Persönlichkeiten aus Politik und Kultur verdanken ihm ihr Leben. In Berlin gibt es erst seit Juni 2004 eine Erinnerungstafel in der Varian-Fry-Straße. Dennoch wissen viele Menschen nichts Genaues über ihn und seine Unterstützer. Der US-amerikanische Journalist Varian Fry baute ab August 1940 im damals von der Wehrmacht noch unbesetzten Marseille eine Flüchtlingsorganisation auf. Künstler, Schriftsteller und Politiker aus ganz Europa erhielten über ihn die wesentliche Unterstützung, um in ein sicheres Land zu emigrieren. Das waren beispielsweise der Maler Eugen Spiro, der Fotograf Erwin Blumenfeld, der Schriftsteller Walter Mehring, der Kunstwissenschaftler Max Osborn, der Prof. für politische Ökonomie Albert O. Hirschman, der Publizist Franz Pfempfert sowie der Sozialdemokrat Fritz Heine und die Sozialistin Minna Flake. Zu den bekanntesten Namen gehören heute Hannah Arendt, Marc Chagall, Alfred Döblin, Franz Werfel, Max Ernst, Marcel Duchamp, André Masson, Jacques Lipchitz, Ilse Bing, Herta Pauli und Heinrich Mann. Zu den internationalen Helfern zählten neben Thomas und Erika Mann Alfred Barr, Direktor des Museum of Modern Art, Alvin Johnson, Direktor der New School for Social Research und Peggy Guggenheim. Aus dem damals gegründeten ERC (Emergency Rescue Committee) entstand eine bis heute arbeitende Fluchthilfeorganisation, das International Rescue and Relief Committee (IRRC). Der Ansatz der Ausstellung folgt einem trinationalen Aspekt: Anhand der wichtigsten Orte - Berlin – Marseille – New York - soll unsere Ausstellung folgende inhaltlichen Schwerpunkte spiegeln:

- Verfolgungs- und Flüchtlingspolitik

- Lebensgeschichten – Lebenswege

- Rettungsaktionen und Netzwerke

Das Projekt umfasst die Bereiche Geschichte, Erinnerung, Kunst und Politik. Sowohl in der Ausstellung wie im Katalog sollen durch Tagebuchaufzeichnungen, Kunstwerke und Bilder, die im Exil und danach entstanden waren, als bisher unveröffentlichtes Quellen- und Fotomaterial erstmalig in der Bundesrepublik Deutschland gezeigt werden. Ein spezielles didaktisches Begleitprogramm soll auch in französisch und englisch angeboten werden, um Geschichte mit Sprache zu verbinden (z.B. Europaschulen in Berlin)

Antragsteller/in Aktives Museum Faschismus und Widerstand in Berlin e.V

Veranstaltungstermin November, Dezember 2007

Veranstaltungsort Akademie der Künste

Förderbetrag 25.000 €

Internetseiten www.aktives-museum.de

Rebecca Horn - Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Filme 1964 - 2006

Retrospektive der Arbeiten Rebecca Horn's 1964 - 2006, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Filme

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 5. Okrober 2006 bis 15. Januar 2007

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 270.000 €

Internetseiten www.info@gropiusbau.de

Pressestimmen

The Silence

THE SILENCE

Eine Installation von Evanthia Tsantila

 

Darsteller: Susanne Simon, Alexander Simon und Frau Wolff

 

Drei Menschen haben eine Auseinandersetzung, in der ein wesentliches Kommunikationsmittel scheitert: Die Sprache ist nicht imstande, die Komplexität der Beziehungen untereinander zu vermitteln. Ort dieses Geschehens ist ein Hotelzimmer.

Das Projekt von Evanthia Tsantila hinterfragt das Verhältnis von Raum, Zeit und Narration. Eine Sequenz des Films von Ingmar Bergman wird in den realen Raum und die reale Zeit verschoben und zusammen mit zwei Schauspielern und einer nichtprofessionellen Darstellerin als Installation rekonstruiert.

Die zylindrische Raumkonstruktion entstand anfangs in der Imagination; sie fand ihre Analogie im berühmten Wohnhaus von Konstantin Melnikow in Moskau. Tsantila untersucht die Verwirrung, die einen befällt, wenn man dieses Haus umrundet, das Gefühl, im Kreis zu gehen, eingeschlossen zwischen Mauern, ein Gefühl, das Gegenstände und Personen als Déjà-vu erscheinen lässt.

Zum ersten Mal präsentiert Tsantila ein Projekt im Kontext der Institution Theater. Die Zusammenarbeit mit Schauspielern und die Einordnung in Strukturen und Mechanismen des Theaters bedeuten eine zusätzliche Herausforderung bei der Anstrengung, die Autonomie jeder dieser künstlerischen Praktiken und jedes Kunstwerks zu spezifizieren.

Wie lässt sich Zeit in einem Objekt abbilden? Was nicht ausgesprochen werden kann, ist doch in der Sprache enthalten. Was nicht erscheinen kann, hinterlässt doch Spuren. Aus den abwesenden Fragmenten könnte sich ein Raum auftun und erfasst werden.

 

THE SILENCE

An installation by Evanthia Tsantila

 

With: Susanne Simon, Alexander Simon und Frau Wolff

 

Three characters are taking part in a confrontation, where language fails to communicate anything at all and to resolve the complexity of their relations. A hotel room hosts this moment.

The project of Evanthia Tsantila interrogates the relation between space, time and narrative through a transposition into real space and time of a sequence from Ingmar Bergman's film. With the participation of two actors and a non-actor, the film sequence is freely reconstructed as an installation piece.

This round-like space had been, initially, imaginatively suggested and subsequently found its analogue in the well-known Melnikov residence in Moscow. Tsantila seeks to explore further the bewilderment felt by one walking around that house, the feeling that one walks in circles while walled in, a feeling that objects and persons are a déjà-vu.

This is the first time Tsantila presents a project within the context of a theatrical institution. The collaboration with actors and the dependence of the theatre’s structures and mechanisms pose an additional challenge in the struggle to delineate the autonomy of each art form and each art work.

How to build time? That which cannot be spoken yet is in language. That which cannot appear, yet leaves traces behind. From these absent fragments a space may appear and be grasped.

 

 

Antragsteller/in Evanthia Tsantila

Veranstaltungstermin Eröffnung: 27.09.2006; Ausstellung: 28.09.-22.10.2006

Veranstaltungsort Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz im 3. Stock

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Was Wäre Wenn

Was Wäre Wenn # 6

Ausstellungsdauer 14.09. - 21.10.2006

 

Für die Ewigkeit

David Lamelas, Simon Dybbroe Møller, Hayley Newman, Mandla Reuter/Alexander Wolff, Yorgos Sapountzis, Pernille Kapper Williams, Danh Vo

Kuratiert von Henrikke Nielsen

 

 

WAS WÄRE WENN # 5

1.6. - 8.7.2006

Dandy in the Underworld

Edgar Orlaineta

 

WAS WÄRE WENN # 4

6.4. - 13.5. 2006

Über Geschichte verfügen

Volker Eichelmann, Sharon Hayes, Anja Kirschner, Karolin Meunier, Allison Smith

kuratiert von Vera Tollmann

 

Wenn Verfahren von Geschichtsschreibung hinterfragt und verfügbare Geschichte neu kombiniert wird, dann entstehen mit den Mitteln (historische Erzählung, Kostüme, Architektur), die für die Repräsentation von Geschichte verantwortlich sind, neue Möglichkeiten jenseits des historischen Establishments. Dabei passiert keine unmittelbare Wiederholung des Vergangenen, wie es etwa das Konzept von live zu erlebender Geschichte (Live History) anstrebt, sondern sie wird re-interpretiert oder in zukünftigen Geschichten erweitert. Es interessiert, was zwischen dem vorgefundenen Material und dem neu eingesprochenen, inszenierten Ereignis entsteht. Denn es kommt darauf an, chronologische Zeitläufe zu unterbrechen und zu verändern, etablierte Erzählformen zu hinterfragen, darauf hin anders zu berichten und Geschichtsschreibung kontrafaktisch zu praktizieren.

 

 

WAS WÄRE WENN # 3

5.2. – 18.3.2006

Hörner/Antlfinger: Sofia Time Travel Experiment – speaking with the unconscious social mind

Ivan Moudov: One Hour Priority

kuratiert von Annette Weisser

 

Wenn man jemanden in Sofia, der Hauptstadt Bulgariens, nach seinen Vorstellungen von der Zukunft befragt, so fällt die Antwort in der Regel pessimistisch aus. Trotz oder gerade wegen des bevorstehenden Beitritts zur Europäischen Union herrscht offenbar der Eindruck von Perspektivlosigkeit, was sicherlich für einige postsozialistische Länder Osteuropas zutrifft. Beide künstlerischen Positionen der dritten Ausstellung in der Reihe WAS WÄRE WENN beziehen sich auf Sofia, auf den politischen und gesellschaftlichen Wandel und wie dieser wahrgenommen bzw. interpretiert werden kann. Die Perspektive des Berliner Künstlerduos Hörner/Antlfinger ist dabei die des Besuchers von außerhalb, während der Sofioter Künstler Ivan Moudov den alltäglichen Wahnsinn seiner Stadt in subversiven, komischen und selbstironischen Aktionen thematisiert.

 

 

WAS WÄRE WENN # 2

01.12. 2005 – 14. 02. 2006

Anna Degenkolb, Andreas Grahl, Peter Piller und Józef Robakowski, kuratiert von Doreen Mende

 

WAS WÄRE WENN #2 entdeckt Visionen und Szenarien im Vorgefundenen. Die Arbeiten der Ausstellung fokussieren auf unterschiedliche Weise den Verlauf einer alltäglichen Beobachtung, der zu einer Entscheidung führt und das Potential der Veränderung in sich trägt.

 

 

WAS WÄRE WENN # 1

29.09.2005 – 12. 11. 2005

Norbert Kottmann und Ella Ziegler, kuratiert von Lena Ziese

 

Norbert Kottmann und Ella Ziegler nähern sich der Gegenwart aus entgegen gesetzten Blickwinkeln, um daraus weiterführende Perspektiven zu entwickeln:

 

„(...) Die Welt als zugebautes, verplantes und verwaltetes Ganzes dient Norbert Kottmann als Grundlage für seine künstlerischen Arbeiten. Innerhalb dieser entdeckt er, wie er es nennt „Freiflächen“, die er als Ausgangspunkt seiner Arbeiten nutzt, die ihm gleichzeitig aber auch wieder als Projektionsfläche derselben dienen. Es werden Szenarien entworfen, die nicht vorgeben, gebrauchsfertige und unmittelbar anwendbare Lösungen zu sein. Der Betrachter, der das angebotene visuelle und geistige Material weiterdenkt und somit das Werk letztlich vollendet, ist notwendiger Bestandteil desselben. Die Tatsache, dass hierbei die Richtung weitestgehend vorgegeben ist, ist Teil der durchaus moralischen Haltung, deren Ursprung in dem Glauben, durch die Kunst der Vegeblichkeit allen Tuns etwas entgegenzusetzen, gründet. (...)“ Jan Winkelmann

 

 

Antragsteller/in Tilman Wendland

Veranstaltungstermin 14. September bis 21. Oktober 2006 September 2005 - Oktober 2006

Veranstaltungsort Projektraum JET (Memhardstr. 1)

Förderbetrag 35.000 €

Internetseiten www.j-e-t.org