@Work

Thema von @work ist der Begriff Arbeit in all seinen Facetten. Arbeit und ihr Fehlen definieren Identität und sozialen Status der Europäer im 21. Jahrhundert. Was bezeichnen wir als Arbeit? Was sind wir bereit, für Arbeit zu opfern? Wie weit würdest du gehen? Können wir Alternativen zur Lohnarbeit denken?

@work ist eine interdisziplinäre, transeuropäische Produktion, die sich durch die Bedeutung ihres Themas, die Vielfalt der beteiligten Künstler, Praktiker und Experten sowie durch ihren internationalen Ansatz auszeichnet. @work erforscht und praktiziert neue Wege der Kommunikation zwischen Künstlern und Publikum in fünf Ländern. Das angestrebte Resultat ist eine aufwändige Bühnenproduktion. Berlin profitiert künstlerisch wie inhaltlich davon, Station dieses internationalen Prozesses zu sein. Der Autor und Performer Jörn J. Burmester leitet eine Projektgruppe, die den Berliner Beitrag zu @work entwickelt und die Produktion nach Berlin holen wird. Das Performancelabel prodesse & delectare und das Netzwerk um den von Burmester initiierten Performer Stammtisch schaffen die nötige Infrastruktur. Folgende Partner sind bisher im Gespräch: Der Performer und Dramaturg Florian Feigl, der Performer und Soundkünstler Henrik Vestergaard Pedersen sowie der Utopie- und Sehnsuchtsforscher Otmar Wagner. Eine qualifizierte Kraft für die Produktionsleitung ist noch zu finden. Die sophiensaele stehen als institutioneller Partner bereit.

@work wird von 2005 bis 2008 von Künstlern aus Schweden, Finnland, Dänemark, Großbritannien und Deutschland in Kooperation mit Wissenschaftlern und Gewerkschaftern entwickelt. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Tänzer, Musiker, Performance- und Videokünstler aus den beteiligten Ländern erarbeiten parallel je eigene Projekte in ihren Ländern. Sie treffen sich zu Proben und Seminaren, um Arbeitsbedingungen und öffentliche Diskurse darüber in den einzelnen Ländern kennen zu lernen und aus ihren Beiträgen ein gemeinsames Stück zu formen. Ab Ende 2007 werden auf einer achtwöchigen Tournee unterschiedliche Versionen für jedes Land in Theaterräumen und Betrieben gezeigt. @work eröffnet für Teilnehmer des Projekts und sein Publikum einen europäischen Horizont und bezieht Menschen aus hochkulturfernen Schichten in die Entwicklung ein.

 

Die beteiligten Gruppen:

prodesse & decletare, Berlin, Deutschland www.liveartwork.com/stammtisch (Link: @work - a European performance project)

Teatermaskinen, Riddarhyttan, Schweden www.teatermaskinen.com

Reality Research Center, Helsinki, Finnland www.todellisuus.fi

TeaterKUNST, Kopenhagen, Dänemark www.teaterkunst.dk

The Red Room, London, UK www.theredroom.org.uk

Antragsteller/in Jörn J. Burmester

Veranstaltungstermin 2006

Veranstaltungsort Werkstattprogramm

Förderbetrag 15.000 €

Internetseiten www.liveartwork.com/stammtischwww.sophiensaele.com

Loi Chau tu Hanoi

Ein interdisziplinäres Werkstattvorhaben über die Konstruktion von Identität im Eigenem und Fremden an Hand der Lebenswirklichkeiten von Vietnamesinnen in Berlin. Ziel ist es, die sich aus verschiedenen Frageansätzen ergebenden Themen zu präzisieren, zu vertiefen und Leitfragen herauszuarbeiten. Als interdisziplinäre Forschungsgruppe von vier Frauen, die alle in Berlin leben, möchten wir über ein Jahr lang einige vietnamesische Familien mit Kamera und Aufnahmegerät in ihrem Berliner Alltag begleiten. Wir – das sind: Thi Hoang Lan Do (vietnamesische Sozialwissenschaftlerin) beschäftigt sich mit dem Leben von Vietnamesinnen in Zwischenwelten. Fariba Nilchian (iranisch/deutsche Videokünstlerin) setzt sich mit der Situation von Frauen im Iran auseinander. Joana Breidenbach (deutsche Ethnologin) publiziert schwerpunktmäßig über transkulturelle Identitäten. Stefanie Bürkle (deutsche Künstlerin) arbeitet über die Wirkung und Identität von Stadträumen. Vorgesehen sind Gespräche/Portraits mit 4-6 vietnamesischen Familien, die in Berlin leben und deren Verwandten in der „Heimat“ Vietnam. Welche Wünsche und Vorstellungen werden von den Migrantinnen mit Deutschland assoziiert, was veranlasst sie, Vietnam für Deutschland zu verlassen oder eine Rückkehr in das aufstrebende Wirtschaftswunderland Vietnam anzustreben? Wo ist Heimat- was ist Ausland? Vietnamesisches Leben in Berlin heißt auch ein Leben in Teilung spiegeln. Schließlich sind die Vietnamesen, ob Boat People oder Vertragarbeiter der DDR, wie keine andere Migrantengruppe, geprägt durch kalte-kriegs-bedingte Teilung (Ost-West Deutschland oder Nord-Süd Vietnam). Generationen in Vietnam-esischen Familien haben meist zwei unterschiedliche „Deutschländer“ erlebt. Erfahrungen der Eltern in der DDR konfrontieren sich mit dem Deutschlandbild ihrer Kinder in der Bundesrepublik.

 

Einige Leitfragen von "Loi Chao Tu Hanoi – Vietnamesisches Leben in Berlin":

- Wie gestalten sich die regelmäßigen Besuche der vietnamesischen Verwandten einmal pro Jahr „zuhause“ in Berlin?

- Was für ein Deutschlandbild wird in der fremden Heimat gezeichnet?

- Was sind die Bild liefernden Bestandteile für das Selbstverständnis der Vietnamesen in Berlin?

- Wie werden diese Identitäten konstruiert?

- Veränderung lokaler Identitäten und deren Lesbarkeit im Städtebaulichen Umfeld

 

Diesen Fragen wollen wir über ein Jahr lang nachgehen, denn die zum Teil auch juristisch schwierige Situation der Vietnamesen und Vietnamesinnen verlangt einen sensiblen und vorsichtigen Umgang bei der Recherche. Die unterschiedliche Disziplinen und Herkunftsländer der beteiligten Frauen ermöglicht eine Diskurs orientierte Projektgestaltung, ohne sich von vornherein auf ein einziges künstlerisches Endprodukt festzulegen.Wir wollen eben keine schnellen Video / Interview shots einfangen, sondern, durch mehrmalige Treffen den einzelnen Gesprächspartnern auf Augenhöhe begegnen. Das scheint mir die einzige Möglichkeit den komplexen Fragen und der Situation der Vietnamesen in Berlin gerecht zu werden.

Antragsteller/in Stefanie Bürkle

Veranstaltungstermin 2006

Veranstaltungsort Werkstattprogramm

Förderbetrag 15.000 €

Internetseiten www.berlinertapete.de

Marcel Odenbach in der Neuen Wache Berlin – Kunst über Politik hinaus

Xavier Laboulbenne plant seit 2002 ein Kunstprojekt in der Neuen Wache zu Berlin. In diesem architekturhistorisch bedeutsamen Schinkel-Bauwerk soll die Videoinstallation „Wenn die Wand an den Tisch rückt“, 1990-91, von Marcel Odenbach gezeigt werden. Odenbachs Arbeit, die noch zu DDR-Zeiten am Originalschauplatz entstandenist, thematisiert die Wache in ihrer Funktion als nationales Denkmal für die Opfer des Faschismus. Die Installation war bereits in der „Metropolis“-Ausstellung im Martin Gropius Bau und vor kurzem im Museum für Moderne Gegenwartskunst in Frankfurt zu sehen. Eine Ausstellung der Videoarbeit in der Neuen Wache (jenem Ort, auf den sie zurückgeht) würde den künstlerischen Prozess, die Re.exion über staatliche Monumente, vorantreiben; ein Kreis würde sich auf einzigartige Weise schließen. Von daher ist es schade, dass dieser symbolisch stark aufgeladene, streitbare Ort nicht für das Ausstellungsprojekt freigegeben wurde. Der Direktor des Deutschen Historischen Museums und Verwalter der Neuen Wache, Dr. Hans Ottomayer, hat sich dagegen ausgesprochen. Daher hielt auch die Kulturstiftung des Bundes das Projekt für bedenklich. Dennoch soll das Projekt nicht aufgegeben werden. Mittel aus dem Hauptstadtkulturfonds (Bereich „Werkstatt“) würden es uns ermöglichen, die bereits begonnene Recherche fortzusetzen. Wir wollen kurze Interviews mit namhaften Leuten aus Kultur und Politik, sowie mit Besuchern der Neuen Wache sowie anderen Vertretern der anonymen Öfentlichkeit zum Thema führen;die Resultate werden dann in einer Publikation zusammengefasst. Damit wäre ein aktueller Beitrag zur kollektiven Gedenkkultur geleistet, wobei wir neue Strategien des Erinnerns erarbeiten wollen. Ziel der Arbeit ist auch, das Projekt seiner Realisation einen Schritt näher zu bringen.

Antragsteller/in Xavier Laboulbenne

Veranstaltungstermin 2006

Veranstaltungsort Werkstattprogramm

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.monumenttonow.eu

Testschule - ein öffentliches Bildungslabor

Seit Pisa ist das Bildungssystem eher Gegenstand von Resignation als Ausgangpunkt gesellschaftlicher Erneuerung. Es gilt also, ausgehend von den Einsichten aus Pisa, einerseits eine Öffentlichkeit für das Zukunftsthema Bildung her zustellen, andererseits verschiedene gesellschaftliche Kräfte in Diskussion und Lösungsversuche zu integrieren. Weder in Ausbildungsmodellen und Karrierepfaden noch in der Schule werden auch nur Ansätze von ‚lebenslangem Lernen’ gelegt. Gebetsmühlenartig wird seit Jahren die Wissensgesellschaft als Modell der Zukunft beschworen. PISA jedoch hat erstaunlicherweise die konservativen Kräfte in der Bildungspolitik und damit den Ruf nach Disziplin gestärkt.

 

Das Projekt 2007 > Testschule als ein öffentliches Bildungslabor.

Wissenschaftler, Künstler und Praktiker machen Bildung mitten in der Stadt

In einem internationalen Archiv sind Bildungs- und Wissensmethoden nicht nur gesammelt sondern können auch erlebt werden; tagsüber von Kindern, abends von Erwachsenen. Über das öffentliche Programm hinaus werden im Vorfeld und in der Folge längerfristige Projekte mit Bildungsinstitutionen entwickelt. Durch die Aktivitäten auf verschiedenen Ebenen wird über die eigentlichen Teilnehmer die Diskussion über Bildung in andere (Teil-) Öffentlichkeiten getragen.

 

Rolle der KULTUR

In den letzten Jahren haben politische Themen und diskursive Formen zunehmend Eingang in Kulturinstitutionen gefunden, von denen ich einige initiiert, konzipiert oder geleitet habe. Dabei werden vier Dinge offensichtlich:

· die politische Ahnungslosigkeit großer Teile der Bevölkerung ist riesig

· neue Formen der Wissensvermittlung entwickeln sich erst langsam

· lustvoller Umgang mit Bildung ist selten und wird leicht diskreditiert

· unser Verhältnis zu Lernen ist geprägt von einem Bildungssystem, das international als überholt und ineffektiv bis kontraproduktiv anerkannt ist

 

Phase 1 > Werkstatt 2006

Interdisziplinäre Recherche- und Projektentwicklungsphase

Produktion von Projektansätzen mit Partnern aus Kunst, Wissenschaft und Praxis

 

POTENTIELLE PARTNER

Im Moment bemühen wir uns dafür um Kooperationen mit einigen der folgenden wissenschaftlichen Einrichtungen: Max-Plank-Institut für Bildungsforschung, Freie Universität Berlin Interdisziplinäres Zentrum für Lehr- und Lernforschung (IZLL), Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung, Bodenseeschule Friedrichshafen, Autonome Astronauten / Projekt des Fundus Theaters, Schwedische Bildungsbehörde Skolverkert, Geheimagentur Hamburg, u.a.

 

VORBEREITUNGSTEAM

Die zentralen Themen und Thesen für Testschule werden in einer Konferenz aus 15 potentiellen Kollaborateuren im Frühjahr 2006 ausgewählt. Ein Forschungs- und Rechercheteam wird in mehreren Reisen die Partnerschaften für das Projekt entwickeln. Das Gesamtkonzept Testschule wird in einem weiteren Treffen im Spätsommer 2006 entwickelt und dann dem HKF zur weiteren Förderung vorgelegt.

Antragsteller/in Matthias von Hartz

Veranstaltungstermin Januar - Oktober 2006

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.sophiensaele.com

Wann stören wir uns endlich / Demomaterial von Andreas Liebmann

Text- und Theaterprojekt, das zum Ziel hat, Lebensräume einer Stadt in Sprache umzusetzen und als Performancekomposition auf die Bühne zu bringen. Das Projekt erfordert zwei verschiedene Arbeitsphasen:

 

1. Die Erarbeitung des Textes (Finden der Sprache, der Figuren und Motive, Komponieren der Sprachsequenzen, Ausbalancieren der Themen)

2. Die Erarbeitung der Performance. Die Förderung durch den Hauptstadtkulturfonds bezieht sich auf die Erarbeitung des Textes und eine kurze Experimentphase mit den Performern.

 

Die Umsetzung:

Ein Fluchttier besucht einen Nesthocker in seiner Wohnung. Störfrequenzen.

Ein Raubvogel will ein Restaurant aufkaufen, aus Unzufriedenheit über die Bedienung, und landet in den Armen eines Fluchttiers. Stille.

EIn Fluchttier reist durch Europas Städte. Rauschen.

 

Drei Performer und ein Musiker skizzieren fünf Theatersongs aus dem theatralen Album "wann stören wir uns endlich".

Textpassagen werden wie Songs behandelt. Mit Sprache und Klang jonglierend, werden Klangteppiche gebildet, die Grosstadtfrequenzen, akustische Quetschungen und Lärmprellungen erlebbar machen. Der Abend ist ein erster Test des musikalischen und textlichen Demomaterials, das im nächsten Jahr zu einem abendfüllenden

Theater-Konzert entwickelt werden soll.

„Wann stören wir uns endlich?“ zeigt Begegnungen einzelner Menschentypen an unterschiedlichen Orten im urbanen Kontext. Orte, an denen Begegnungen stattfinden, lösen sich auf, bis die Menschen keinen Ort mehr haben. Sie entwickeln sich zur Fließexistenz. Orte ziehen durch sie hindurch wie Züge durch einen Bahnhof.

 

Ich muss sprechen, um nicht vornüberzufallen.

Ich stabilisiere mich durch den Rückstoss meiner Worte.

Wenn ich zuviel sage, falle ich rückwärts um.

(ein Fluchttier)

 

 

Mit: Beatrice Fleischlin, SiIja Clemens, Thomas Hechelmann, Thomas Friese

Dramaturgie: Stefanie Frauwallner

Produktion: Verena Busche

Text/Arrangement: Andreas Liebmann

 

Unterstützt vom Werkstattprogramm des Hauptstadtkulturfonds. Beantragt wurde der Abend unter dem Arbeitstitel: "Ralf in the City plays - album mit 9 tracks"

 

Antragsteller/in Andreas Liebmann

Veranstaltungstermin 26. September 2006 um 20 Uhr

Veranstaltungsort Sophiensæle Foyer

Förderbetrag 5.700 €

Internetseiten www.gaststube.org/...iensaele.com

Werkstatt "Klang-Apparate"

Mit dem Projekt 'Werkstatt_Klangapparate' fördert TESLA eine neue künstlerische Auseinandersetzung mit historischen Klangapparaten. Die Möglichkeiten, die in den jeweiligen Apparaten stecken, gehen dabei über ihre klassische Definition als Instrument, Klangerzeuger oder Klangobjekt weit hinaus. Der letzte Teil des Projekts stellt das in den 60er Jahren in Berlin [Ost] erfundene Subharchord in den Mittelpunkt

aktueller künstlerischer Auseinandersetzung.

„Ob Maschinengeräusche in einer Fabrikhalle oder im freien Raum oder ob nie gehörte Geräusche von anderen Planeten dargestellt werden sollen, alles kann man mit diesem Instrument erzeugen.“ Zitat aus der Funktionsbeschreibung des Subharchord

 

 

do

07.06.2007

20:30

klub

 

tesla salon: Werkstatt_Klangapparate 3: Das Subharchord

 

Das Subharchord ist ein einzigartiges elektronisches Instrument, das in den 60er Jahren im Rundfunk- und Fernsehtechnischen Zentralamt der

Deutschen Post in Berlin [Ost] erfunden wurde.

 

Das Subharchord als Klangapparat: Frank Gertich im Gespräch mit Benzo und weiteren Projektbeteiligten.

 

 

fr

08.06.2007

20:30

kubus

 

Werkstatt_Klangapparate 3: subharchord 'memory traces'

 

Sound-Video-Performance von und mit Benzo (Moskau/Paris)

Richardas Norvila - audio

Oleg Kornev - video

 

Benzo – die beiden Künstler Richardas Norvila und Oleg Kornev - interessieren sich für die Beziehung zwischen elektronischen Instrumenten und den Zusammenhängen, die den Erfinder dazu brachten,

diese oder jene Maschine zu erfinden. Nach entsprechenden Recherchen und praktischen Versuchen mit dem Subharchord wird Benzo eine

Performance entwickeln, die neben Audio- und Video-Elementen auch gesprochenes Wort und performative Elemente beinhalten wird.

 

 

sa

09.06.2007

20:30

kubus

 

Werkstatt_Klangapparate 3: Subharchord 'KIPPSCHWINGUNG'

 

Konzert von und mit Frank Bretschneider (Berlin)

 

Frank Bretschneider arbeitet als Musiker, Komponist und Videokünstler in Berlin. Bekannt für komplexe Rhythmusstrukturen, präzises Timing und

verschachtelte Texturen, findet Bretschneider‘s subtile und reduzierte Musik ihr Echo in den begleitenden Visuals: perfekt realisierte

Umsetzungen der musikalischen Qualitäten in ihr optisches Pendant. Mit KIPPSCHWINGUNG verbindet Frank Bretschneider sein niemals einfaches, dafür um so innigeres Verhältnis zum Rhythmus mit der spezifischen Soundästhetik des Subharchords. Mit der für das Instrument entwickelten

„Rhytmisierungseinrichtung“ und den spannungsvollen, abstrakten Sounds, die klanglich exakt zwischen Geräusch und Ton liegen, wird er versuchen eine fast vergessene Technologie mit zeitgenössischen Produktions- und Musiziertechniken zu fusionieren.

 

Gefördert von Hauptstadtkulturfonds.

 

 

Künstlerische Leitung:

Carsten Seiffarth

 

Presse:

PR Netzwerk

Annette Schäfer

as@pr-netzwerk.net

 

Produktion:

Ulrike Kneitschel

 

TESLA Berlin e.V.

medien >kunst< labor

podewils'sches palais

klosterstr. 68

10179 berlin

tel.+49 (0) 30 24749-785

fax +49 (0) 30 24749-710

email produktion@tesla-berlin.de

www.tesla-berlin.de

 

 

Klangapparate bei TESLA

 

Mit der 'Werkstatt_Klangapparate' fördert tesla eine neue künstlerische Auseinandersetzung mit historischen Klangapparaten, deren Möglichkeiten weit über ihre klassische Definition und Verwendung als Instrument, Klangerzeuger oder Klangobjekt hinausreichen.

 

 

Do. 16. Nov. 2006, 20:30 h TESLA Salon im Klub

 

Das Trautonium -- frische Farben für einen alten Apparat

 

Frank Gertich im Gespräch mit thilges + Wolfgang Müller.

 

Der Salon befasst sich mit dem Trautonium. Das zuerst 1930 vorgestellte und dann von seinem einzigen Interpreten Oskar Sala zum 'Mixtur-Trautonium' weiterentwickelte elektrische Musikinstrument steht heute in verschiedenen Nachbau-Fassungen zur Verfügung. Eine kommerzielle Variante verwenden thilges [Nik Hummer und Gammon] für ihre räumliche Interpretation der subharmonischen Klangsynthese, ein work-in-progress im Rahmen ihrer tesla-Projektresidenz; Wolfgang Müller bespielt das Trautonium 2000 mit seinem Selbstbau-Bandmanual. In diesem breiten Spektrum zwischen instrumentaler Interpretation und spazialer Subharmonie sucht das Salongespräch nach brauchbaren Referenzpunkten.

 

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Fr. 17. Nov. 2006, 20:30 h im Kubus

 

Werkstatt_Klangapparate 1: talking machine

 

Sound Performance mit Steve Roden, Martin Riches und Roland Pfrengle

 

Der kalifornische Künstler Steve Roden macht Martin Riches 'Talking Machine' zu einem Mitspieler in seiner Soundperformance. Die

sprechende Maschine steht in der Tradition barocker Sprachautomaten. Die Resonatoren von 32 Orgelpfeifen formen den menschlichen Stimmbildungsapparat nach, ihre Klänge sind Phoneme. Während einer 4-monatigen Projektresidenz bei TESLA entwickelte Roland Pfrengle auf

der Basis des Programms Supercollider ein neues Steuerungsinterface für die Talking Machine. Dieses ermöglicht Steve Roden, den Klangapparat nicht als reinen Spracherzeuger zu nutzen ...

'Ich habe zusammen mit Martin Riches eine Woche damit verbracht, nach Wegen zu suchen, wie die Talking Machine sowohl abstrakte, als auch sich ständig wiederholende Aktionen ausführen kann. Die Idee war, die Maschine nicht wie einen Apparat, der Wörter spricht, zu benutzen, sondern eher wie ein durch den Wind gespieltes Instrument. Vielleicht haben wir der Talking Machine auch nur eine andere Sprache beigebracht. Wir experimentierten mit der Stimme der Maschine und den durch ihre eigenen Bewegungen hervorgerufenen perkussiven Tönen. Roland Pfrengle hat ein Interface für die Maschine entworfen, das dem

Performer erlaubt, die Bewegungen der Maschine zu steuern.' [Steve Roden]

 

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Sa. 18. Nov. 2006, 20:30 h im Kubus

 

Werkstatt_Klangapparate 2: thilges trautonium

 

Sound Performance mit Nik Hummer und Gammon

 

Als Gast: Wolfgang Müller mit dem Trautonium 2000

 

Der Abend widmet sich einem fast vergessenen Klangapparat: dem Trautonium. Wolfgang Müller ist amTrautonium 2000 zu erleben, einem Nachbau des originalen Instrumentes, und die Wiener Musikformation thilges macht den gesamten Kubus zum thilges trautonium. Das Trautonium, um 1930 von Friedrich Trautwein entwickelt, ist heute

fast nur noch durch den Musiker Oskar Sala ein Begriff. Bei seiner Konstruktion wurden Erkenntnisse aus der Klangfarbentheorie

verwendet, um individuelle und charakteristische Klänge zu erzeugen.

Die Klangfarben des Instruments enstehen durch die Mixtur subharmonischer Schwingungen, sie sind gewissermaßen Vierklänge aus Untertönen. thilges realisiert dieses Prinzip als Installation aus

Oszillatoren und Lautsprechern. Sie erzeugen die Klangfarben dabei auf Basis einer 4fachen Subharmonie, also durch 4 Vierklänge. Anders

als beim Sala'schen Trautonium entstehen die Mixturen nicht innerhalb der Apparatur, sondern durch Mehrkanalbeschallung im Hörraum. Das

Raumverhalten der zueinander in Beziehung stehenden Klänge bestimmt die Klangfarben. Der Aufführungsort wird Teil der Apparatur. Im

Rahmen ihrer zweimonatigen Projektresidenz erforschten thilges die klanglichen Möglichkeiten der 4fachen Subharmonien. In ihrer

Aufführung bespielen sie das räumliche Instrument in einer Mischung von Komposition und Improvisation.

 

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Di. 14. Nov. 2006 - Sa. 18.Nov. 2006, 18:00 - 22:00 h

 

Open Studio 1: Claudia Märzendorfer: Frozen Records II

 

'Sleeves, Covers, Schallplatten liegen am Boden verteilt, eine Person sitzt an den Turntables -- kein unbekanntes Szenario, wenn jemand

einen Abend lang Platten auflegt. Das Außergewöhnliche, das was jeden in den Bann zieht, ist, dass die abgespielten Platten aus Eis sind.

Und ebenso wie die Hüllen schmelzen sie nun vor sich hin, ihre Form löst sich langsam auf, die Möglichkeit einer Tonwiedergabe hat sich

verflüchtigt.' [Claudia Märzendorfer]

Frozen Records II ist eine offene Laborsituation und eine sich langsam entwickelnde Installation von abgespielten Eisplatten mit Trautoniumklängen, in der die Künstlerin das Klangverhalten von

gefrorenem Wasser erforschen will. Kühlgeräte, Plattenspieler, Formen und Abspielgeräte sind Teil der akustisch -- räumlichen Inszenierung.

Handskizzen, Photos, Rezepturen an den Wänden vertiefen den Einblick in die Arbeit.

 

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www.tesla-berlin.de

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Die Werkstatt_Klangapparate wird freundlicherweise gefördert von Hauptstadtkulturfonds.

 

Weiterer Kontakt:

 

carsten seiffarth

ulrike kneitschel

tesla berlin e.v.

> medien > kunst < labor

podewils'sches palais

klosterstr. 68

10179 berlin

tel. +49 (0) 30 24749-780

fax +49 (0) 30 24749-710

email uk@tesla-berlin.de

www.tesla-berlin.de

Antragsteller/in tesla berlin e.v.

Veranstaltungstermin 7. Juni 2007, 20:30 Uhr 8. Juni 2007, 20:30 Uhr 9. Juni 2007, 20:30 Uhr KLANG-APPARATE I 16. Nov. 2006, 20:30 Uhr TESLA Salon im Klub 17. Nov. und 18. Nov 2006 20:30 Uhr im Kubus KLANG-APPARATE II 7. Juni - 9. Juni 2007

Veranstaltungsort TESLA, medien >kunst< labor, Klosterstr. 68, 10179 Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Mit freundlicher Unterstützung von Doepfer Musikelektronik, schneiders buero und dem Elektronischen Studio der TU Berlin.

Internetseiten www.tesla-berlin.de