13. Performance Art Konferenz - Die Kunst des Handelns 3

Konzept

 

Das Augenmerk dieser Konferenz liegt auf der "Kooperation als Modus von Handlung und Begegnung als künstlerische Form".

 

Vor dem Handeln liegt ein Bewegungsvorgang, der durch die Verbindung von Denken und Fühlen (Affekte) geleitet ist. Verschiedene Begriffe wie Impuls, Akt, Aktion, Reaktion umreißen ihn. Dieser Vorgang wird als Geschehen untersucht, das durch die Kombination von Gefühl und Reflektion (Denken) in eine Bewegung transformiert wird und dort das Spektrum über das Ereignis bis hin zur Handlung kennzeichnet.

 

Neben der Kooperation zwischen den Organisatoren, Organisationen und Institutionen werden die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit unter den Künstlern thematisiert, gezeigt und als offene Situation ermöglicht.

Die Impulse einer Performancekonferenz können kleinere Veranstaltungen nicht leisten, deren kulturelle Wahrnehmung kann sich aber durch eine internationale Performancekonferenz in Berlin enorm qualifizieren.

 

Bestehende Beispiele als mehr oder weniger feste Struktur sind das Duo "HM2T", "Fraktale", "Fritz und Franz", "Traum-Duo in der Auszeit" und "Black Market International".

Als Prinzip der Begegnung, temporär, sporadisch und situationsbedingt aufgeführt, ist "Black Market International" zu sehen, diese Form des "Prinzips der Begegnung" hat im Jahre 2005 ihr 20-jähriges Bestehen.

 

Antragsteller/in E.P.I. Zentrum Berlin - Ingolf Keiner / Anja Ibsch

Veranstaltungstermin 15. - 17. Juli 2005

Veranstaltungsort TESLA im Podewils´schen Palais

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Weitere Zusammenarbeiten bestehen im Servicebereich "Rent An Artist", "ASA" (Art Service Association) und temporär als Projekt "Artists En Route", Mexiko.

Internetseiten www.epi-zentrum.orgwww.asa.de

Larry Peacock

Antonia Baehr stellt sich mit ihrer Aufführung die Frage nach der Performativität und Politik musikalischer Darbietungen. Konkret wird untersucht, ob Geschlechterbilder für unsere Wahrnehmung von musikalischen Performances relevant sind. Larry Peacock wird versuchen, von Abend zu Abend seine Gestalt und seine es bevölkernden falschen Identitäten zu wechseln.

 

Ulf Sievers (Laptop, Trompete)

Land (Innenklavier)

Henri Fleur a.k.a. Werner Hirsch (Vocals)

 

Performance, Choreographie, Texte und Komposition:

Ulf Sievers, Land, Henri Fleur

Antragsteller/in Antonia Baehr

Veranstaltungstermin 17., 18., 19. November 2005

Veranstaltungsort Ausland Berlin

Förderbetrag 18.000 €

Internetseiten www.ausland-berlin.de

stepping over stepping stones 1 2 3

Die Amerikanerin Ami Garmon ist Tänzerin, Choreografin und Performerin, die gemeinsam mit anderen Künstlern Installationen für Theater und Galerien kreiert und dabei Performance, Stimme, Textzitate, Video und Soundumgebungen verbindet. Ursprünglich in Paris stationiert, lebt und arbeitet sie nun ausschließlich in Berlin.

 

“Stepping over stepping stones 1 2 3” ist der erste Teil einer Reihe zur Macht und/oder Ohnmacht der Medien Mitgefühl und Empathie zu erzeugen. Die Performance- Installation von Ami Garmon/ SQUINT productions in Zusammenarbeit mit der Videokünstlerin Christiane Hommelsheim und dem Performancekünstler und Musiker JJ Jones wird am 25. Mai im HAU 2 uraufgeführt. Die darauf folgenden Teile der Serie – ein Band Prosatexte und ein Musikalbum mit Liedern – sind für die kommende zwei Jahre geplant.

 

Die visuelle, akustische und choreografische Landschaft des Performanceraums nutzt und untersucht das Potential des Theaters ebenso wie das von Fernsehen, Radio, Konzerthalle und öffentlichen Podiumsdiskussionen. Ami Garmon setzt sich dabei mit dem Phänomen und der Bedeutung von „Schwäche“ auseinander. Unter Einsatz verschiedener Sprachformen – der kinetischen Energie des tanzenden Körpers, der scheinbaren Klarheit des gesprochenen Wortes und der, beides in sich integrierende, Emotionalität von Liedern – fragt Ami Garmon danach , wie unsere Angst vor Verletzlichkeit unsere Urteilskraft beeinflusst.

 

Was ist bewegend und was bewegt uns? Kann man eine eher passive, mit Bildern und Information übersättigte Gesellschaft immer noch mit den „kleinen“ Geschichten des Lebens berühren?

 

“Das Stück beginnt mit einer kleinen brabbelnden Frau, die sporadisch auf rücksichtsvolle Wahrheiten trifft, die einen kurz inne halten lassen. Sie trägt einen überdimensionalen Fellhut und sitzt auf einer Auswahl großer Gummibälle auf einem Teppichartigen Grund mit auffälligen Beulen darunter. Die Beulen bewegen sich und sprechen und versuchen Klavier zu spielen und heulen sogar Mitleid erregend. Der heulende Loser verwandelt sich in einen stichelnden Fernsehmoderator, der seine Gäste beschimpft: ein ehemaliger Kinderstar und jetzt sozialkritische Dichterin und eine todkranke Basketballkönigin...“

 

Ami Garmon

 

Antragsteller/in Ami Garmon / SQUINT Productions

Veranstaltungstermin 25. - 28. Mai 2005

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.dewww.amigarmon.de

Wilson Schleef Palast

1999 – Einar Schleef und Robert Wilson sitzen zusammen an einem Tisch und schweigen.

Gegen Ende des Schweigens bietet Wilson Schleef an, mit ihm zu arbeiten; Wilson hat in Oslo eine Inszenierung des “Peer Gynt” angeboten bekommen. Sie gehen auseinander. Schleef glaubt, dass er inszenieren und Wilson sein Schauspieler sein wird. Wilson glaubt, dass er inszenieren und Schleef sein Schauspieler sein wird.

 

Es kommt zu einem zweiten Treffen: Es soll zwei Inszenierungen geben. Einar Schleef möchte, dass seine Inszenierung im Kulturpalast in Bitterfeld aufgeführt wird. Kurz darauf stirbt Schleef.

 

Schleef und Wilson.

Eine auf den ersten Blick merkwürdige Kombination. In ihrer monomanen “Ausschließlichkeit” schlossen sich die beiden Theaterregisseure notwendigerweise gegenseitig aus. Auf den zweiten Blick jedoch – in ihrer Behauptung eines Gesamtkunstwerks, oder in ihrer Fixierung auf Sprache, ihrem Verständnis von Bühnensituation und Schauspieler – offenbaren sich viele Berührungspunkte.

 

WILSON SCHLEEF PALAST

lädt Robert Wilson ein, in den Palast der Republik, der zwar nicht in Bitterfeld steht, wohl aber in seiner Unzerstörbarkeit Schleefs zähem und in großen Bögen angelegtem Verständnis von deutscher Geschichte äußerst nahe kommt. Robert Wilson hält eine Lecture: über seine Arbeit, “Peer Gynt” in Oslo und Schleef.

 

Eine Veranstaltung der Interessengemeinschaft Theater der Zeit e.V.

Projektleitung Harald Müller und Ute Tischler

Antragsteller/in Interessengemeinschaft Theater der Zeit e.V.

Veranstaltungstermin 21. August 2005

Veranstaltungsort ehem. Palast der Republik

Förderbetrag 26.000 €

Internetseiten www.theaterderzeit.de