180° Berlin Stadtpanoramen 1945/2005

Zum 60. Jahrestag des Kriegsendes installiert die Gruppe180 auf dem Pariser Platz ein 180°-Panorama.

Es zeigt vom 2. Mai bis zum 26. Juni 2005 den Platz zum Zeitpunkt des Kriegsendes 1945. Dem Betrachter erschließt sich in einer 1:1 Simulation dieser gegenwärtige Ort zum damaligen Zustand.

Dabei entsteht durch den 180°-Winkel der Panorama-Installation ein räumliches Gefühl. Diese Simulation von Raum hält den Blick jedoch nicht in der Vergangenheit fest, sondern stellt unmittelbar den Kontrast zur Gegenwart her. Beim Betrachten des Panoramas vom „Best Point of View“ entsteht so ein Anschluss des Bildes zur realen Umgebung. Das bedeutet, dass die Geraden und Fluchten der abgebildeten Gebäude und Straßen in die heutige Stadtarchitektur übergehen – immer in dem Maße, wie die Gebäude noch existieren.

 

So erschließt sich der Platz dem Betrachter aus einer völlig neuen Perspektive. Die Gegenüberstellung des Stadtraums von 1945 und 2005 verdeutlicht zum einen die gesellschaftliche Entwicklung der letzten 60 Jahre - der längsten Periode des Friedens in Europa und thematisiert zum anderen durch den Blick in die Vergangenheit auch die Zukunft der Stadt.

 

Die 180 Grad der Panoramastellwand spiegeln so den inhaltlichen Kontext der Ausstellung wieder und verbinden zwei gegensätzliche Momente - Vergangenheit und Gegenwart, Zerstörung und Aufbau, Krieg und Frieden.

 

Das Besondere des Panoramas ist die Einbindung in den Raum, die den direkten Vergleich zwischen Realität und Bild zulässt. Das Bild erzielt seine Wirkung nur an dem einen spezifischen Ort und ergibt nur dort einen Sinn. Die Gruppe 180 verwirklicht damit eine neue Ausstellungsidee, die durch ihre offene Form, Jedem zu jeder Zeit zugänglich ist.

 

Durch die Dimension und Präsenz des Projektes im Stadtbild wird auch das Themenjahr 2005 „Zwischen Krieg und Frieden“ in die Öffentlichkeit getragen. Es ist möglich, die Installation als Hintergrund und Kulisse für einzelne Veranstaltungen des Themenjahres zu nutzen.

Antragsteller/in Gruppe 180 e.V., Arash Zarei Serkani

Veranstaltungstermin 2. Mai - 16. Juli 2005

Veranstaltungsort Pariser Platz

Förderbetrag 60.000 €

Internetseiten www.180gradberlin.de

Pressestimmen

Bewegte Räume. Production Design und die Dramaturgie des Films

Parallel zur Retrospektive der Berliner Filmfestspiele bereitet das Filmmuseum Berlin diese Ausstellung vor. Die Ausstellung möchte die Arbeit der Production- und Set-Designer, der Szenographen und Filmarchitekten aus einem besonderen Blickwinkel betrachten. Es soll untersucht werden, mit welchen Mitteln die Ausstattung des Films nicht nur Bildräume erschafft, sondern auch die dramaturgische Atmosphäre eines Films erzeugt. Verdeutlicht wird dies anhand von fünf archetypischen "räumlichen Konstellationen" (Labyrinthe, Privaträume, Transiträume, Machträume, Bühnen). Die innere Konstellation der Protagonisten, der dramaturgische Verlauf der Geschichte und deren Verfolgung treffen hier in einem prägnanten Raum-Bild zusammen. Anhand unterschiedlicher Materialien sollen die verschiedenen Lösungsansätze und individuellen Handschriften vorgestellt werden. Material aus Beständen der Deutschen Kinemathek, Deutsches Filmmuseum Frankfurt, internationale Leihgaben aus Museen und Privatsammlungen.

 

Antragsteller/in Stiftung Deutsche Kinematek, Peter Mänz und Kristina Jaspers

Veranstaltungstermin 9. Februar - 12. Juni 2005

Veranstaltungsort Sonderausstellungsräume des Filmmuseums Berlin

Förderbetrag 45.000 €

Die Dada Baroness

Das cabaret voltaire in Zürich zeigt die Berliner Ausstellung in einer inhaltlich konzentrierten und szenographisch adaptierten Version mit Faksimiles und originalen Leihgaben aus amerikanischen Privatsammlungen. Der thematische Fokus liegt auf den New Yorker Jahren der Baroness und der kunstkriminologischen Recherche rund um die Erfindung des Ready Made. Die vielen digital faksimilierten Zeugnisse ihrer Biographie, des literarischen und bildnerischen Werks werden mittels neuer Medien anschaulich gemacht und in ein neutrales, modernes Setting eingepaßt. Auf diese Weise werden die historischen Initialgesten und revolutionären Emanzipationsbestrebungen der Elsa von Freytag-Loringhoven weniger in den zeithistorischen Kontext gestellt; vielmehr soll der existentielle Befreiungs- und Selbsterfindungswille der Künstlerin, Performerin und Dichterin herausgearbeitet und einer breiteren kunstinteressierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die noch junge Institution cabaret voltaire ist der ideale Ort für dieses Unterfangen, geht es hier doch zwischen Dokumentation, Transformation und Experiment um den kreativen Umgang mit dem Dada-Erbe in unbekannten, immer neuen und zeitgenössischen Formen und Inhalten. Mit der Ausstellung zur Dada Baroness verbindet sich das cabaret voltaire mit dem Berliner Literaturhaus und trägt wesentlich dazu bei, dass das Jahr 2005 in der Schweiz zu einem Jahr der Dada-Damen wird, zeigen doch zur gleichen Zeit das Kunstmuseum Aarau eine Ausstellung zu Sophie Taeuber Arp und das Musée cantonal des beauxarts de Lausanne eine Retrospektive zur Dada nahen Alice Bailly.

Antragsteller/in edition ebersbach, Brigitte Ebersbach

Veranstaltungstermin Zürich: 2. September 2005 - 24. Februar 2006 Berlin: 20. März - 1. Mai 2005

Veranstaltungsort Cabaret Voltaire, Zürich; Literaturhaus Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Cabaret Voltaire, Zürich

Internetseiten www.literaturhaus-berlin.dewww.cabaretvoltaire.ch

Die Stunde Null - ÜberLeben 1945

60 Jahre nach der Beendigung des Zweiten Weltkrieges zeigt das Museum Europäischer Kulturen zwei Ausstellungen mit dem gemeinsamen Titel „Die Stunde Null – ÜberLeben 1945“ (8.5.2005-17.4.2006) im Museumsquartier Dahlem, Arnimallee 25.

 

Die erste Ausstellung „ÜberLeben – Umbruchzeiten 1945“ widmet sich aus alltagsgeschichtlicher und kunsthistorischer Sicht dem Kriegsende in der Stadt Berlin vor europäisch-vergleichendem Hintergrund. Damit soll eine Zeit in Erinnerung gerufen werden, die gleichermaßen von Entbehrungen und Umbruch, von Verlusten und der Kraft des Neubeginns gekennzeichnet war.

 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Bild der zerstörten Stadt Berlin mit ihren aus den verschiedensten Gründen heimatlos gewordenen Menschen aus allen Nationen. Dies gilt auch für jene Menschen, die erstmals nach dem Ende des „Dritten Reichs“ wieder eine Chance zur Gestaltung eines eigenständigen Lebens erhielten und einen Weg in die „Normalität“ suchten. Dabei geht es vor allem um die Darstellung von Alltagswelten und persönlichen Erfahrungen, die das welthistorische Geschehen im Leben des einzelnen Menschen nacherlebbar machen.

 

Im Dialog mit dieser Präsentation thematisiert die zweite Ausstellung „Die Stunde Null – Die Staatlichen Museen zu Berlin“ die Situation der Museumsbestände um 1945, indem sie folgenden Fragen nachgeht: Wie war das Schicksal der großen, weltbedeutenden Kunstsammlungen Berlins in diesen bewegenden Tagen von Kapitulation und Befreiung? Was hinterließen die kunstfeindlichen Jahre des Nationalsozialismus und seines verheerenden Krieges? Was blieb vom Glanz der alten Sammlungen und ihren großartigen Musentempeln nach dem Ruhen der Waffen und wer waren die Menschen, die sich der zerstörten Muse annahmen? Darüber hinaus entfaltet die Ausstellung einen breiten Fächer über die Zusammenführung einzigartiger Kulturschätze in den Sammlungen nach 1945 bis hin zu Malerei, Skulptur und Grafik, die sich speziell der Thematik des Krieges und des Friedens widmen.

 

Die Ausstellung findet im Rahmen des Berliner Themenjahres „Zwischen Krieg und Frieden. 1945 - Die 60 Jahre danach“ statt und wird vom Hauptstadtkulturfonds gefördert. Kooperationspartner des Projektes ist die Bundeszentrale für Politische Bildung.

Antragsteller/in Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann

Veranstaltungstermin 8. Mai 2005 - 16. April 2006

Veranstaltungsort Museen Dahlem, Staatliche Museen zu Berlin

Förderbetrag 45.000 €

Internetseiten www.smb.spk-berlin.de

Elvis in Deutschland

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland präsentiert im tRÄNENpALAST.

Presleys Musik elektrisiert: Nie hat es einen amerikanischen Weltstar mit engeren Beziehungen und größerer Wirkung auf Deutschland gegeben. In Friedberg im Taunus leistet er zwischen 1958 und 1960 seinen Wehrdienst ab. Zu sehen sind mehr als 300 Objekte aus privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter ein Cadillac, Kostüme, Plakate und Schallplatten. Zu den prominenten Leihgebern zählen u.a. Ted Herold und Peter Kraus. Viele Exponate stammen aus den Sammlungen des Hauses der Geschichte, darunter der Seesack, mit dem der "King" 1958 in Bremerhaven von Bord ging und Teile der Original-Einrichtung des Friseursalons in den Friedberger "Ray Barracks", wo Presley sich die Haare schneiden ließ. Eine kleine Präsentation zur Geschichte des tRÄNENpALASTes ergänzt die Ausstellung.

Antragsteller/in Stiftung Haus der Geschichte

Veranstaltungstermin 10. Juni - 28. Aug. 2005

Veranstaltungsort Tränenpalast

Förderbetrag 40.000 €

Internetseiten www.traenenpalast.de

Faites vos jeux ! Kunst und Spiel seit Dada

Ist der Künstler ein homo ludens? Ist er ein Experimentator und Entdecker oder ein Clown und Schauspieler? Ist er ein Wettkämpfer und kühler Stratege, dabei eher ein Spielmacher oder Spielverderber? Stellt er neue Regeln auf, nur um sie gleich wieder zu brechen? Was haben Kunst und Spiel gemeinsam? Diesen Fragen spürt die Ausstellung Faites vos jeux ! Kunst und Spiel seit Dada nach.

 

Viel wird jüngst von der ludischen Kultur gesprochen, von der Spaß-Kultur, die unseren Alltag bestimmt. Die Kunst besitzt, basierend auf der kulturprägenden Leistung des Spiels, prinzipiell einen spielerischen Charakter. Die Ausstellung Faites vos jeux ! Kunst und Spiel seit Dada beleuchtet erstmals den spielerischen Gehalt der Kunst und das Potential der Verbindung von Kunst und Spiel in einem größeren kunsthistorischen Rahmen. Faites vos jeux ! zeigt, dass das spielerische Denken und eine experimentelle Haltung wesentliche Aspekte der Kunst des 20./21. Jahrhunderts sind. Denn einhergehend damit, dass die Gattungsgrenzen ihre Verbindlichkeit verloren und die Unterscheidung zwischen edlen, künstlerisch angemessenen und kunstfremden Themen und Materialien zunehmend aufgelöst wurde, eröffnete sich der Kunst ein breites Feld zum Erproben ungewöhnlicher Möglichkeiten. Faites vos jeux ! Kunst und Spiel seit Dada stellt vier Generationen von Künstlern des 20./21. Jahrhunderts vor und liefert einen Beitrag zu einem neuen Blick auf die Kunst dieser Epoche.

Wichtig sind folgende Ideen und Bezüge:

o Regelsystem und Zufall

o Experiment und Bricollage

o Strategie o das Potential der Kindheit mit seiner Entdeckungslust

o das Rollenspiel

 

Faites vos jeux ! zeigt Werke von: Hans Arp, Gustavo Artigas, Hugo Ball, Hans Bellmer, Alighiero Boetti, Christian Boltanski, Monika Brandmeier, Marcel Broodthaers, John Cage, Alexander Calder, Lygia Clark, Marcel Duchamp, Öyvind Fahlström, Robert Filliou, Peter Fischli & David Weiss, Raoul Hausmann, Hannah Höch, Carsten Höller, Stan Laurel & Oliver Hardy, Zbigniew Libera, Axel Lieber, George Maciunas, René Magritte, Paul McCarthy, Meret Oppenheim, Tony Oursler, Takako Saito, Arnold Schönberg, Kurt Schwitters, Cindy Sherman, Roman Signer, Roland Stratmann, Jean Tinguely und kollektive Arbeiten.

 

Antragsteller/in Dr. Nike Bätzner / Interludium GbR

Veranstaltungstermin 17. Dezember 2005 - 29. Januar 2006 Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz: 10. Juni - 23. Oktober 2005 Museum für Gegenwartskunst Siegen: 12. Februar - 14. Mai 2006

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Hanseatenweg 10

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz Museum für Gegenwartskunst, Siegen Kulturstiftung NRW Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung

Internetseiten www.adk.dewww.kunstmuseum.liwww.kunstmuseum-siegen.de

Pressestimmen

Farbenfroh! Die Werkstatt für Wandmalerei am Bauhaus

Als Anfang des 20. Jahrhunderts der Ruf nach Farbe im grauen Einerlei der Architektur laut wurde und schon bald erste bunte Siedlungen in Berlin Aufsehen erregten, gehörte auch Walter Gropius zu den Befürwortern dieser Bewegung. In seinem 1919 in Weimar gegründeten Bauhaus sollte Architektur als farbiges, funkelndes Gesamtkunstwerk entstehen.

 

Heute jedoch werden mit "Gropius" und "Bauhaus" weiße kubische Baukörper mit neutralen Innenanstrichen gleichgesetzt. Dies steht im Widerspruch zu zeitgenössischen Quellen und der Tatsache, dass seit 1989 eine erstaunliche Farbigkeit an den Bauhaus-Bauten in den neuen Bundesländern zutage getreten ist. Die Ausstellung 'Farbenfroh' will deshalb einen Überblick darüber verschaffen, wie Farbe und Architektur am Bauhaus zu einer Einheit verschmelzen.

 

Die rasanten Veränderungen der Wandgestaltung zwischen 1919 und 1933 geprägt von Expressionismus, dem holländischen De Stijl und den Möglichkeiten der neuen Bauaufgaben in Dessau wird die Ausstellung durch eine Vielzahl von Modellen visualisieren. Auch Nachbauten von Räumen in Originalgröße werden darunter sein. Eine Abteilung setzt sich mit dem Verhältnis 'Bild' und 'Wand' auseinander - ein besonders spannendes Thema, bei den Werkstattleitern, die Maler waren wie Wassily Kandinsky.

 

Die Ausstellung beginnt mit einer Einführung in das Malerhandwerk der zwanziger Jahre, einem damals hoch qualifizierten Berufsstand. Viele der Effekte, die wir heute an den alten Farbgestaltungen so bewundern, waren nur mit sehr großem fachlichen Wissen und umfassender handwerklicher Ausbildung hervorzubringen. Studierende der Wilhelm-Ostwald-Schule, des Berliner Ausbildungszentrums für Maler, haben speziell für die Ausstellung die damaligen Techniken wiederbelebt und werden sie während der Ausstellung vorführen.

Antragsteller/in Bauhaus Archiv

Veranstaltungstermin 11. Juni - 12. September 2005

Veranstaltungsort Bauhaus Archiv

Förderbetrag 100.000 €

Internetseiten www.bauhaus.de

Pressestimmen

Nach dem Krieg und vor dem Frieden. Berlin 1945 / Berlin 2005

NACH DEM KRIEG UND VOR DEM FRIEDEN.

BERLIN 1945/BERLIN 2005

 

Anlässlich der 60. Wiederkehr des Kriegsendes präsentiert der

Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen (ABR) ein umfangreiches Ausstellungs-

und Veranstaltungsprogramm. Vier Newsletter-Ausgaben

mit jeweils einem Schwerpunkt informieren im Laufe des Jahres

über die einzelnen Projekte.

Newsletter 1 } Nach dem Krieg und vor dem Frieden

Newsletter 2 } Krieg, Flucht und Migration

Newsletter 3 } Begegnungen

Newsletter 4 } Bilanz des Gedenkjahres

 

Welche Bedeutung hat der 8. Mai 1945 für uns heute?

»Und eben war noch Krieg« – so hieß das Gemeinschaftsprojekt des Arbeitskreises Berliner Regionalmuseen (ABR) vor zehn Jahren. Auch damals konzipierten die Bezirksmuseen Ausstellungen zum Thema Kriegsende und präsentierten in einer gemeinsamen Ausstellung Beispiele aus den Bezirken. Das Gemeinschaftsprojekt anlässlich der 60.Wiederkehr des Kriegsendes trägt den Titel »Nach dem Krieg und vor dem Frieden«. Hat sich an der Sichtweise auf das Kriegsende in den vergangenen zehn Jahren etwas geändert? Die öffentliche Diskussion 1995 kreiste um das Thema »Befreiung oder Zusammenbruch«. Seit 1995 wurde manches anders diskutiert.

Erinnert sei an die Auseinandersetzung um das Holocaust-Mahnmal in Berlin, die Wehrmachtsausstellung, die ganz normalen Täter, den Bombenkrieg und das Thema Vertreibung. Gerade in den letzten Jahren hat es eine Fokussierung auf die deutschen Opfer gegeben. Es könnte der Eindruck entstehen, hier bräche sich etwas Verschüttetes Bahn. Aber ist das wirklich so? Untersuchungen haben ergeben, dass in den Familien die Geschichte des Nationalsozialismus und des Krieges schon immer anders tradiert wurde als in den Schulen, Universitäten und Museen. Diese Familiengeschichten prägen nachhaltiger. Die Teilhabe an der NSHerrschaft, der Judenvernichtung und am Krieg wurde nur selten thematisiert, in den meisten christlichen und atheistischen deutschen Familien war die Opferrolle selbstverständlich. Familien mit Widerstandsbiographien waren Ausnahmen. Das Leiden am Bombenkrieg, der Verlust Familienangehöriger an der Front, die Massenvergewaltigungen durch sowjetische Soldaten bei Kriegsende, der Verlust der Heimat: diese Geschichten wurden im Westen und Osten Deutschlands erzählt, in der Bundesrepublik flankiert von einem umfassenden Buch- und Filmangebot. Niemand sollte diese Leiden ignorieren. Problematisch ist jedoch die Reduzierung der Jahre 1933–1945 auf Bomben, Flucht und Vertreibung. Das Leid der »anderen« wurde ausgeblendet oder verdrängt und konnte sich offenbar als Erfahrung nicht einprägen, vielleicht nur als diffuses Schuldgefühl, das es abzuwehren galt. Im öffentlichen Leben der DDR war der Bombenkrieg präsenter als in der Bundesrepublik: Die Flugzeuge waren schließlich aus Großbritannien und den USA gekommen. Gedenkfeiern wurden sowohl von der Bevölkerung als auch von der Regierung initiiert. Das nationalsozialistische Wortkonstrukt „anglo-amerikanische

Terrorangriffe“ überdauerte in der DDR.

Das in den Schulen oder Museen Erlernte legte sich wie ein Mantel über die Familiengeschichten. Um ganz andere Geschichten und Zusammenhänge ging es in der politischen Bildung: den Angriffskrieg, die Ermordung der Juden, Sinti und Roma, die Verfolgung politisch Andersdenkender, die rassistische Eingruppierung der Bevölkerung, Euthanasie und Vernichtungskrieg. Es ging auch um Menschen, die Mut bewiesen und Handlungsspielräume genutzt hatten. In den Schulen der DDR stand die Verfolgung der Kommunisten neben dem Krieg gegen die Sowjetunion im Vordergrund.

Viele der nach 1945 Geborenen konfrontierten ihre Eltern mit dem Erlernten, sie identifizierten sich mit den Opfern des Nationalsozialismus – bisweilen bis zur Distanzlosigkeit. Weil die Blockade der Eltern gegen diese Themen so massiv war, konnte sich kein Dialog entwickeln.

Die Nachkriegsgeneration ist im letzten Jahrzehnt nachsichtiger geworden: Manche machen sich Vorwürfe, das Leiden der Eltern nicht wahrgenommen zu haben und stellen es nunmehr

in den Mittelpunkt. Die Forschungsgruppe »Erinnerung und Gedächtnis « am Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalen unter der Leitung von Harald Welzer kam zu dem Ergebnis, dass die Enkelgeneration die Geschichten der Großeltern besonders kritiklos übernimmt und sie teilweise gar umdeutet: aus Mitläufern werden so Widerstandskämpfer.

Historiker/innen sind angehalten, Zusammenhänge darzustellen.

»Hitler bedeutet Krieg« – so dachten viele Gegner der Nationalsozialisten schon 1933. Der Zusammenhang zwischen der Zustimmung zur NSDAP – im Jahr 1940 erreichte die Popularität

Hitlers nach dem Sieg über Frankreich einen Höhepunkt – und dem Krieg muss heute immer noch betont werden. Zu einem Zeitpunkt, an dem die NPD im sächsischen Landtag vertreten ist

und einen »Rückführungsbeauftragten« für Ausländer einsetzen möchte. Auch das gab es 1995 noch nicht.

Berlin ist der Ort, von dem am 1. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausging und im Mai 1945 in Europa beendet wurde. Berlin ist ebenso der Ort, an dem Menschen leben, die aus aktuellen Kriegsgebieten geflüchtet sind. Die Berliner Regionalmuseen nehmen den Jahrestag des 8. Mai 1945 zum Anlass, über Krieg und Frieden nachzudenken. Dabei werden historische und aktuelle Perspektiven eingenommen.

Zu den ABR-Projekten des Jahres 2005 zählen Ausstellungen, Workshops, Vorträge und Begegnungen. Im Vergleich mit 1995 wird ein Methodenwechsel sichtbar: Interkulturelle Kontexte und generationenübergreifende Begegnungen sind dafür beispielhaft.

Die Begegnung zwischen Flüchtlingen aus mehreren Ländern und Altersgruppen oder die Begegnung zwischen ehemaligen Zwangsarbeitern und Jugendlichen finden nicht zufällig in Bezirksmuseen statt: Regionalgeschichte bedeutet eine Annäherung der unterschiedlichen

Ebenen, die allgemeine Geschichte wird konkret vermittelt.

Ein Teil der Beiträge fokussiert auf die historische Aufarbeitung der Ereignisse und lebensgeschichtlichen Bedeutungen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegsjahre in den Berliner Bezirken. Ein weiterer Komplex spürt der Aktualität historischer Ereignisse nach – wie dem Diskurs über Flucht und Vertreibung in der Folge des Zweiten Weltkrieges in einer vergleichenden europäischen Perspektive und dem Thema Zwangsarbeit. Andere Projekte stellen die aktuelle Situation von Menschen mit Migrationshintergrund in den Mittelpunkt. Hier wird nach dem Erfahrungshorizont von Familien geforscht, die auf Grund kriegerischer Auseinandersetzungen in ihren Herkunftsländern nach Berlin zugewandert sind. An einen weiteren Jahrestag wird dabei erinnert: Im Juli 1995 wurden in Srebrenica Tausende ermordet.

Hannah Arendt reiste wenige Jahre nach dem Kriegsende durch Deutschland. Sie beschrieb die Abgestumpftheit der Bevölkerung, das Selbstmitleid und die Aggression gegenüber NS-Opfern.

Der »Schlussstrich« war damals bereits Thema – wie auch heute. In den Projekten der Bezirksmuseen nimmt das Erinnern in diesem Jahr daher breiten Raum ein.

 

Doris Fürstenberg, Kulturamt Steglitz-Zehlendorf

Antragsteller/in Arbeitskreis Berliner Regionalmuseen c/o BA Friedrichshain-Kreuzberg

Veranstaltungstermin Mai - Dezember 2005

Veranstaltungsort Elf Berliner Regionalmuseen

Förderbetrag 98.000 €

Internetseiten www.zwischen-krieg...d-frieden.de

Neueinstellungen

Mit welchem Blick sehen Fotografen den Wandel in unserem Land? Worauf legen sie den Fokus? Fünfzehn Jahre nach ihrer Gründung begibt sich die Fotografenagentur OSTKREUZ auf Spurensuche.

17 Fotografen – organisiert als Agentur OSTKREUZ – fotografieren Deutschland. Die Jüngeren am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn, die Älteren international renommiert, vermitteln ein Bild von dem Land, in dem sie leben. Der Tradition der Autorenfotografie verbunden, sind sich die Fotografen dieser Gemeinschaftssausstellung der Subjektivität bewusst – zeigen eine Auswahl individueller Positionen. Ziel ihrer frei enstandenen Arbeiten ist es nicht, Deutschland-Klischees zu ironisieren, zu bestätigen oder zu widerlegen, sondern sich auf eine Analyse und künstlerische Auseinandersetzung mit der augenblicklichen Situation des Landes zu konzentrieren. OSTKREUZ möchte kein Statement zum Thema Heimat abliefern, sondern Aspekte herausarbeiten, eher Fragen aufwerfen als Antworten geben.

 

Für »Neueinstellung – Deutschlandbilder« konnte OSTKREUZ Dr. Christina Weiss, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, als Schirmherrin gewinnen. Die Wanderausstellung beginnt ihre Reise in Berlin: Vom 1. Oktober bis 12. November 2005 sind die ca. 200 Arbeiten der OSTKREUZ-Fotografen im Haus 2 des Pfefferberges zu sehen. Danach folgen Stationen in Goethe–Instituten weltweit. Parallel zur Ausstellung erscheint Ende September das Buch »Deutschlandbilder – 17 fotografische Positionen« in

der Edition Braus.

Antragsteller/in Ostkreuz - Agentur der Fotografen, Betty Fink

Veranstaltungstermin 29. Sept. - 12. November 2005

Veranstaltungsort Pfefferberg, Haus 2 (Die bis So 12 - 21 Uhr)

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.ostkreuz.de

ostPUNK! – too much future

Der Tumult, den die Punks in der DDR veranstalteten, währte zehn Jahre, von 1979 bis 1989. Wenn sich das soziale Elend englischer Teenager in dem Aufschrei „No Future“ entlud, so ließe sich das sozialistische Elend einer verplanten DDR-Jugend treffender mit „Too Much Future“ umschreiben. Zwangsrekrutiert als „Kampfreserve der Partei“, nahmen sich Sechzehn- bis Achtzehnjährige Freiheiten, die bis dahin in der DDR praktisch undenkbar waren. Unbekümmert forderten sie einen Staat heraus, der in seiner Wut auf die äußerst vergnügte Wut der Jungen einige von ihnen mit extremen Biografien zurückließ. Die Punks schrieben ein bizarres Kapitel der DDR-Geschichte – grell durch die nonkonforme Überspanntheit ihres Treibens, finster durch dessen Verfolgung durch die Staatssicherheit. Sie haben sicher nicht den Zusammenbruch des Disziplinarregimes DDR herbeigeführt. Doch sie trugen bei zu einer nervösen Balance des Systems, die 1989 nicht mehr zu halten war.

 

Das geladene Verhältnis zwischen Punks und Partei beruhte auf der Spannung zwischen Subkultur und Diktatur. Die freigesetzte Energie griff, doppelt frei vom Markt und von der Staatsdoktrin des „Sozialistischen Realismus“, aus den Kellern und wenigen Szenetreffs auf die Ateliers junger Künstler über. So gewann Punk Einfluss auf die Arbeitsweise und Lebenshaltung werdender Künstler und suchte, aufgegangen in gegenkulturellen Anwandlungen, letztlich auch die Stätten der sozialistischen Hochkultur, also Studenten an Hochschulen und Universitäten, heim. Künstler oder nicht, die Zeit als Punk in der DDR glich für viele der Protagonisten eher einem Transitraum. Ihre Biografien erfuhren, nach ihrer Ausreise oder mit dem Ende der DDR, keinen Abbruch, sondern eine Fortführung in sehr verschiedene Richtungen und Lebensweisen.

 

Die Ausstellung zeigt in einem von der Künstlerin Andrea Pichl entwickelten Design kultur-historische Dokumente sowie Kunstwerke. Zu sehen sind Werke der Malerei (u.a. Ronald Lippok, Mita Schamal, C.D.Spinne), Zeichnungen (u.a. „flanzendörfer“, Ralf Kerbach, Cornelia Schleime), Druckgrafik (u.a. Matthias „Baader“ Holst, Bert Papenfuß), Fotografie (u.a. Christiane Eisler, Harald Hauswald, Helga Paris) sowie Super-8-Filme (Tohm di Roes, Thomas Frydetzki), Collagen und Objekte (u.a. Robert Lippok), außerdem verschiedenste Elemente der Popkultur (Cover, Buttons, Flyer, Plakate).

Darüberhinaus werden seltene Originalaufnahmen von DDR-Punk-Bands zu hören sein.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

 

Termine und Orte des themenorientierten Begleitprogramms von Konzerten, Podiumsdiskussionen und Lesungen sind den unten angegebenen Websites zu entnehmen.

 

Antragsteller/in Künstlerhaus Bethanien GmbH, GF Christoph Tannert

Veranstaltungstermin 26. August – 25. September 2005

Veranstaltungsort Salon Ost, Saarbrücker Str. 20/21, Berlin-Prenzlauer Berg

Förderbetrag 90.000 €

Internetseiten www.ostpunk.dewww.bethanien.de

Schmerz

Die Ausstellung SCHMERZ spürt den vielfältigen Darstellungen und Äußerungen des Schmerzes nach: in einem neuzeitlichen Kreuzigungsgemälde, dem Präparat einer Gichthand, einer Videoinstallation Trauernder, flimmernden elektrischen Impulsen einer Nervenzelle, einem Schrei. Die gemeinschaftsstiftende Funktion des Schmerzes nimmt sie dabei genauso in den Blick wie die Versuche, ihn zu beobachten, zu analysieren, zu suchen oder wieder loszuwerden. Sie zeigt, dass Schmerz immer beides sein kann: subjektiv und objektiv, kreativ und destruktiv.

 

Die beiden Ausstellungsorte, der Hamburger Bahnhof - Museum der Gegenwart und das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité, sind Programm und Herausforderung zugleich. Mit Kombinationen und Konfrontationen von künstlerischen Arbeiten, medizinischen, volkskundlichen, religiösen und alltäglichen Objekten begibt sich die Ausstellung auf einen Grenzgang zwischen Wissenschaft und Kunst. SCHMERZ versteht sich als Experimentierfeld für neue visuelle und inhaltliche Impulse aus den unterschiedlichen Bild- und Dingwelten und stellt die traditionell an die beiden Museen geknüpften Erwartungen und Sehgewohnheiten zur Disposition.

 

Die Ausstellung gliedert sich in vier Schwerpunkte. Während in "Ansichten des Schmerzes" der Schmerz des Anderen und der Umgang mit ihm im Mittelpunkt stehen, ist im "Reiz des Schmerzes" der eigene Körper als Erfahrungsinstanz und Erkenntnisinstrument der ambivalente Protagonist. "Die Zeit des Schmerzes" führt vor, wie sich unsere Vorstellung von Schmerz über die Jahrhunderte hinweg verändert hat, aber auch, wie sehr der Schmerz das Leben rhythmisiert und zum Sinnträger wird. Der "Ausdruck des Schmerzes" schließlich konzentriert sich auf die Spannung des geistigen und körperlichen Ausdrucks von Schmerz: in Worten, Skulpturen, Musik und Präparaten.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband mit Abbildungen der ausgestellten Kunstwerke und Objekte sowie mit rund 20 Essais, die den Schmerz aus medizinischer und alltäglicher, philosophischer und religiöser sowie wissenschafts- und kunstgeschichtlicher Perspektive beleuchten.

 

Unter anderen werden Werke von folgenden Künstlern gezeigt: Marina Abramovic, Francis Bacon, Joseph Beuys, Louise Bourgeois, Nathalie Djurberg, Hans Baldung Grien, Bruce Nauman, Mathilde ter Heijne, Giovanni Battista Tiepolo, Bill Viola, Sam Taylor-Wood.

 

Eine Ausstellung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin und des Berliner Medizinhistorischen Museums der Charité in Zusammenarbeit mit Hürlimann+Lepp Ausstellungen

Antragsteller/in Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité

Veranstaltungstermin 5. April bis 5. August 2007

Veranstaltungsort Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité, Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof

Förderbetrag 200.000 € (aus 2005/2006)

Kooperationen Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin Stiftung Deutsche Klassenlotterie, Berlin Aspirin DuMont Literatur und Kunst Verlag Wall AG Zumtobel Lighting GmbH Tip Verlag GmbH Deutschlandradio Kultur

Internetseiten www.bmn.charite.de

Pressestimmen

Skönhet for alla - Schönheit für Alle - Jugendstil aus Schweden

Lebensreform und Naturgefühl, Ästhetisierung des Alltags, Sehnsucht nach alternativen Gegenwelten zeichnen die moderne Kunst der Jahrhundertwende 1900 aus. Ein Lebensgefühl, das europaweit seine diversen Ausprägungen fand und sich bis heute als zeitlos und von großer Faszination erwiesen hat. Auch in Skandinavien trat der neue Stil um 1890 seinen Siegeszug an. In der Polyphonie unterschiedlicher Kunstströmungen spielte Schweden mit seinen vielfältigen Kunstäußerungen eine eigenständige und bedeutende Rolle. Die hochrangigen Leihgaben-Exponate aus Schweden stellen im internationalen Kontext eine eigenständige und interessante Facette innerhalb der Reformbewegung um 1900 dar, die in selbstverständlicher Weise Europa in kultureller Hinsicht einte. Für die kulturelle Vielfalt Berlins ist eine solche Themenausstellung eine wesentliche Bereicherung des musealen Spektrums. Der außergewöhnliche Rang des Bröhan-Museums - als eines der führenden Jugendstilmuseen Europas wird damit bestätigt und gleichzeitig starke Außenwirkung entfachen.

 

Antragsteller/in Bröhan-Museum

Veranstaltungstermin 30. September 2005 - 29. Januar 2006

Veranstaltungsort Bröhan-Museum

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Schwedische Botschaft Berlin Swedish Institute Deutsche Botschaft Stockholm rbb-Kulturradio

Internetseiten www.broehan-museum.de

Stanley Kubrick

Das Deutsche Filmmuseum Frankfurt am Main präsentiert eine große Ausstellung zum Werk des weltbekannten amerikanischen Filmregisseurs Stanley Kubrick im Berliner Martin-Gropius-Bau.

 

Nur wenige Regisseure haben es wie Kubrick verstanden, ihr Publikum gleichermaßen zu faszinieren und zu befremden. Seine Filme gehören zu den einflussreichsten Beiträgen der neueren Filmgeschichte; seine Bildwelten, etwa in 2001: A SPACE ODYSSEY (GB/USA 1965/68), haben die Möglichkeiten des Films grundlegend erweitert und neue Maßstäbe gesetzt.

 

Mit Unterstützung seiner Witwe Christiane und von Jan Harlan, seinem langjährigen und engsten Mitarbeiter, sichtete ein Archivar des Deutschen Filmmuseums Frankfurt am Main acht Monate lang Kubricks Erbe. Ein repräsentativer Teil dieser Sammlung, darunter Fotos und Briefe, Originalrequisiten und Kostüme, Drehbücher und Produktionsunterlagen, wird nun in einer großen Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

Die Ausstellung zeigt ikonografische Exponate, wie das Starchild aus 2001: A SPACE ODYSSEY, die Kleidchen der Geschwister aus THE SHINING oder den Born to Kill-Helm des Gefreiten Private Joker aus FULL METAL JACKET. Sie erläutert kameratechnische Verfahren wie Steadicam oder die Frontprojektion und zeigt technisches Equipment, darunter die Eyemo-Kamera, die Kubrick bei den Dreharbeiten von KILLER’S KISS einsetzte. Für die Ausstellung wurden originalgetreue Modelle angefertigt: der War Room aus DR. STRANGELOVE, das Labyrinth aus THE SHINING und die Zentrifuge aus 2001: A SPACE ODYSSEY.

 

Auch die unrealisierten Filmprojekte Kubricks, Napoleon und Aryan Papers, werden berücksichtigt: Umfassende Rechercheunterlagen, Fotografien und Drehpläne belegen, wie weit diese Projekte bereits fortgeschritten waren.

 

Einen Schwerpunkt innerhalb der Ausstellung bilden die wohl am nachhaltigsten rezipierten Filme Kubricks, 2001: A SPACE ODYSSEY und A CLOCKWORK ORANGE. Zu 2001: A SPACE ODYSSEY entwarfen die Kuratoren einen begehbaren „dimensionslosen” Raum, der dem Inneren des HAL-9000-Computers nachempfunden ist. Der Bereich zu A CLOCKWORK ORANGE orientiert sich am Setdesign der Korova Milkbar.

 

In einer „Black Box“ erklärt ein audiovisueller Vortrag den Besuchern den Einsatz von Musik in Kubricks Filmen. Eine digitale Bildschau zeichnet die biografischen Stationen von Stanley Kubrick anhand von bislang unveröffentlichten Fotografien nach.

 

Begleitet wird die Ausstellung durch einen Audioguide, der einzelne Themen vertieft und Exponate erläutert. Sprecher des englischen Textes ist Malcolm McDowell, der Protagonist aus A CLOCKWORK ORANGE, den deutschen Text spricht Jörg Pleva, Synchronsprecher der Hauptdarsteller in mehreren Filmen Kubricks.

Antragsteller/in Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Veranstaltungstermin 20. Januar - 18. April 2005

Veranstaltungsort Martin Gropius Bau

Förderbetrag 150.000 €