Arkado, Versuche über Arkadien 2005

The Chamber Orchestra of Groove

meets Arkadij Shilkloper, Waldhorn/Alphorn

 

"Arkado – Versuche über Arkadien" ist ein Musikprojekt, das Komposition und Aufführungspraxis zusammenführt. Es greift den seit über 2000 existierenden und in der Moderne vielbemühten Topos - Arkadien - auf und interpretiert ihn neu. Mit dem rbb - Kulturradio Kooperationspartner werden das Chamber Orchestra of Groove und der russische Hornist Arkadij Shilkloper die neu komponierten Werke in Berlin der Öffentlichkeit präsentieren.

Sieben Komponisten wurden beauftragt, eine musikalische Vision von Arkadien zu entwerfen, die sich im Spannungsfeld der urbanen Musiktraditionen Klassik, Jazz und verschiedener ländlicher Musiktraditionen bewegt. Bewusst sollen - arkadische - Elemente nicht nur auf die kompositorische Ebene beschränkt bleiben, sondern auch in die Aufführungspraxis der Musiker eingehen.

 

Antragsteller/in Susanne Paul

Veranstaltungstermin 28. Oktober 2005, 20.00h

Veranstaltungsort RBB, kleiner Sendesaal

Förderbetrag 5.900 €

Internetseiten www.cogroove.dewww.kulturradio.de

Chico Mello: Destino das Oito

Destino das Oito - Fate at Eight - Schicksal um acht

Eine Telebossa von Chico Mello und Christina Tappe

frei nach dem Theaterstück „Heart’s Desire“ von Caryl Churchill (2005) UA

 

Eine Familie wartet auf die Rückkehr der Tochter. Doch diese lässt auf sich warten. In einer Zwangsgemeinschaft gefangen, fallen die Mitglieder der Kleinfamilie in ein Vakuum, in dem sich ungeahnte zwischenmenschliche Abgründe auftun.

Die Situation erinnert an die melodramatische Gemütlichkeit einer Telenovela – dem brasilianischen Pendant zu unseren Vorabendserien.

Es entwickelt sich jedoch keine unendliche Familiensaga. In einer einzigen Folge einer fiktiven Telenovela werden zahlreiche Variationsmöglichkeiten der Handlung im Rewind-Verfahren durchgespielt. In Interaktion mit dem Live-Video werden immer wieder neue Entwicklungen und Widersprüche der Personen erzählt.

Dabei mischt sich Alltägliches mit Absurdem, Witziges mit Ausweglosem. Ein Spiel aus Liebe, Leidenschaft, Betrug und Intrige beginnt, das durch soziale Unterschiede und geschlechterspezifische Missverständnisse der Familienstars genährt wird.

 

Chico Mello arbeitet mit der Dekontextualisierung der Bossa Nova. Seine Telebossa ist eine künstlerische Verbindung von Telenovela und Bossa Nova. In beiden werden permanent durch wiederkehrende Muster starke Emotionen erzeugt. Während die Telenovela die Gefühle jedoch melodramatisiert, ist die Bossa eher zurückhaltend und schafft einen Zustand von Fröhlichkeit bzw. gelassener Trauer. Durch eine „Verbossanovierung“ der Dramatik der Telenovelas entsteht so ein spannender Widerspruch, der durch das Szenische verstärkt wird.

 

Chico Mello · Komposition/Künstlerische Leitung

Christina Tappe · Regie

Steffi Weismann · Ausstattung/Live-Video

Matthias Kirschke · Ton

Veit Griess · Licht

Thomas Bruns / Sabine Spillecke · Produktionsleitung

Antragsteller/in Kammerensemble Neue Musik Berlin, Thomnas Bruns

Veranstaltungstermin 10. - 13. März 2005

Veranstaltungsort HAU 1

Förderbetrag 60.000 €

Internetseiten www.berlinerfestspiele.dewww.hebbel-am-ufer.de

FANNY HENSEL FESTIVAL 2005 zum 200. Geburtstag der Musikerin

Für das Jahr 2005 planen die Universität der Künste Berlin und die Hochschule für Musik und Theater Hamburg ein Projekt mit dem Titel "Räume für Musik". Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit der herausragenden Berliner Künstlerin Fanny Hensel zu ihrem 200. Geburtstag. Zwei zentrale Konzerte des Projektes, die das Interesse der breiten Konzertöffentlichkeit sichern sollen, sind geplant. Die Rekonstruktion von Fanny Hensels "Sonntagsmusik" vom 15.9.1833 und die multimediale Aufführung ihres Klavierzyklus "Das Jahr". Fanny Hensel zählt zu den bedeutendsten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts. Am 14. November 2005 jährt sich ihr Geburtstag zum 200. Mal. Die ältere Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy wurde in Hamburg geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sie erhielt eine ebenso umfassende und fundierte musikalische Ausbildung wie ihr Bruder, dessen Schaffen sie fördernd begleitete. Das Berliner Musikleben hat Fanny Hensel als Komponistin, Pianistin, Orchester-Musikerin und Chordirigentin und Organisatorin mitgeprägt. Zu Lebzeiten genoss die Musikerin hohes Ansehen. In den letzten Jahren ist das öffentliche Interesse an Mendelssohns Schwester, die schon Goethe als "gleich begabt" bezeichnete, deutlich gewachsen. Trotzdem ist ihr Werk im Verhältnis zu ihrem künstlerischen Rang noch immer unterrepräsentiert. Fanny Hensel veranstaltete die "Sonntagsmusiken", halböffentliche Konzerte auf professionellem Niveau, im Gartensaal ihres Hauses in der Leipziger Straße 3 von 1831 bis zu ihrem Tod 1847. Bei diesen Aufführungen der Werke von Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Haydn, Weber und anderen bedeutenden Komponisten trafen sich Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Für Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy diente die Veranstaltungsreihe auch als wichtiges Forum für neu komponierte Werke.Geplant sind aus Anlass des 200. Geburtstages verschiedene Veranstaltungen von Freitagabend bis Sonntagmittag unter dem Generalthema "Räume für Musik" unter der Lei-tung von Prof. Dr. Beatrice Borchardt, Hamburg und Cornelia Barsch, Berlin. Ausgehend von den verschiedenen Räumen im Hause Leipziger Straße soll in verschiedenen Räumen der Hochschule und im Konzerthaus Berlin Musik aufgeführt werden. Angaben über die Ausführenden bzw. mitwirkenden Orchester und Solisten werden nicht gemacht, offensichtlich soll dies durch Studierende der beiden Universitäten geschehen.

Antragsteller/in Musikfrauen e.V. Berlin, Dr. Martina Helmig

Veranstaltungstermin 16. - 19. Juni 2005

Veranstaltungsort Kleiner Saal des Konzerthauses Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Popdeurope - Poplab.Europa

Mit dem Sommer 2005 zieht popdeurope in die arena Berlin: Elektronische Vibes am Badeschiff, große Namen in der arena und upcoming Acts im Glashaus. Vier Wochenenden lang kommt der Sound der europäischen Metropolen an die Spree und bietet musikalischen Kurzurlaub zu einem Preis, bei dem kein Billigflieger mithalten kann.

 

popdeurope ist das Sommermusikfestival für die neuesten Popsounds aus Europa: Seit seinem Start im Sommer 2002 zeigt popdeurope in Konzerten und Partys, mit Filmlounges, einer CD-Compilation und in Workshops, wie weltoffen der europäische Kontinent ist.

 

Nach drei erfolgreichen Jahren im Haus der Kulturen der Welt zieht das Festival jetzt in die arena Berlin, um dort vier Wochen lang das gesamte Areal zwischen arena, Glashaus und Badeschiff zu bespielen. popdeurope 2005 findet vom 16. Juli bis zum 6. August statt und ist Teil von arena10, dem großen Festival zum zehnten Geburtstag der arena.

 

WORKSHOPS:

 

Sampling Europe - das ist popdeurope zum Selbermachen

Bands auf eine Bühne stellen, kann (fast) jeder. Zu Konzerten gehen, eine Karte kaufen und Spaß haben auch. Aber Sampling Europe bietet das gewisse Mehr zum popdeurope-Festival. Denn bei der Music-Summer-School, dem Internetradio und dem Zeitungsprojekt könnt Ihr selbst gestalten und viel erfahren über das Musikmachen und den Umgang mit Musik in den Medien.

 

Musikworkshops

Die popdeurope Music Summer School findet von 23. Juli bis zum 30. Juli statt. Zum zweiten Mal ist der Percussionist und Wortkünstler Alfred Mehnert Euer Teacher und Preacher. Zusammen mit seinem DJ Montoya bringt er Euch bei, wie man Sounds und Beats gestaltet, wie man mit Worten den passenden Flow findet und wie man die Energie eines Songs im Studio und auf der Bühne umsetzt. Der britische Star Nitin Sawhney erzählt Euch außerdem, wie er DJ, Produzent und Orchesterkomponist wurde. Mit der belgischen Band Jaune Toujours geht Ihr ins Studio und am Ende der Probewoche winkt ein Auftritt beim Festival popdeurope.

 

Journalismusworkshops: Radio & Zeitung

Radio popdeurope - das Festivalradio

Am Eröffnungswochenende produzieren Jugendliche zusammen mit professionellen Radiomachern das Radio popdeurope! Die erste Sendung geht am Sonntag, den 17.07.2005 von 20- 21h on Air!! Zu hören auf FM104.1 oder im Netz: www.twenfm.org

 

melting pop - die Festivalzeitung

Auf dem Weg zum Musikjournalismus braucht Ihr vor allem Erfahrungen. Bei popdeurope lernt Ihr, eine eigene Zeitung zu machen - von Pressekonferenzen uber Konzertreviews und Interviews bis hin zur Fotoauswahl, Erfahrene Journalisten zeigen, wie es geht, produzieren könnt Ihr ganz allein.

Aber ohne Training läuft natürlich nichts nichts, daher findet findet der Einführungsworkshop zu radio popdeurope und melting pop am 15. und 16. Juli statt.

Antragsteller/in Kulturarena Veranstaltungs GmbH, Björn Döring

Veranstaltungstermin 16. Juli - 6. August 2005

Veranstaltungsort Arena – Berlin/Treptow

Förderbetrag 100.000 €

Internetseiten www.popdeurope.de

RaumStörung - Netz für 4 KomponistInnen

RAUMSTÖRUNG

Schönheit des Unbestimmten

MOND/BILD/WIND/KLANG

 

Vier Künstler entwerfen vier Raumbilder und vier Klangräume. Das Projekt RAUMSTÖRUNG vereint die Komponisten und Medienkünstler Dietrich Hahne, Roland Pfrengle, Dirk Reith und Ana Maria Rodriguez in einem ungewöhnlichen Vorhaben, bei dem höchst unterschiedliche Raumvorstellungen lebendig werden: Innenraum, Zwischenraum, Aufführungsraum, Luftraum und Weltraum sind die Spielräume der Künstler. Differierende Raumauffassungen und -dimensionen erzeugen Spannungen. Störungen treten auf. Interferenzen. Brüche. Abbilder erscheinen und verschwinden - Gesichter, Gesten, Mimik. (Erd)Oberflächen schimmern. Wind klingt. Mondbilder leuchten. Permanente Verwandlung schafft Distanz. In der Ferne glänzt die Schönheit des Unbestimmten. Noch (euklidischer) Raum oder schon Traum?

 

RAUMSTÖRUNG als existenzielle Metapher.

 

Ute Wassermann, Stimme

Kirstin Maria Pientka, Viola

Simone Otto, Saxofon

Lucia Mense, Blockflöte

Robin Hayward, Tuba

Antragsteller/in Simone Otto

Veranstaltungstermin 7. - 9. Oktober 2005

Veranstaltungsort Villa Elisabeth, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin-Mitte

Förderbetrag 40.000 €

Internetseiten www.raumstoerung.de

Sinfonie X

Das Abschlusskonzert von MaerzMusik 2005 am 13. März 2005 ehrt einen der wichtigsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Am Vorabend seines 75. Geburtstags wird das Deutsche Symphonie Orchester (DSO) unter Zsolt Nagy Dieter Schnebels Hauptwerk Sinfonie X aufführen. Schnebel arbeitete von 1987 bis 1992 an der 1992 in Donaueschingen uraufgeführten Sinfonie X für großes Orchester, Altstimme, Live-Elektronik und Tonband. Ursprünglich bestand das Werk aus zwei – auch einzeln aufführbaren – Sätzen, die durch eine auskomponierte Konzertpause von einander getrennt sind, die als Hommagekompositionen, teils als eine Aufarbeitung der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts zu verstehen sind. So nimmt etwa der Klavierkonzertsatz „Hymnus“ deutlich Bezug auf Olivier Messiaen. Doch über die abgeschlossenen Sätze hinaus will Sinfonie X mehr sein, in „Environments, Signalen, Klangräumen“ und „Zeitstücken“ - und in der musique concrète der „Stille“-Sektionen - zeigt sich Offenheit der Form, Sinfonie als Entwurf, die Utopie eines „Gesangs der Erde“. Im Auftrag der MaerzMusik hat Dieter Schnebel sein Werk, wie schon lange geplant, um einen großen dritten Satz mit ausgedehnten Chorpartien erweitert und damit komplettiert. Die nun gut dreistündige Aufführung dieses utopischen Werkes stellt ein einzigartiges Konzerterlebnis dar.

 

Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin und dem Chor des Lettischen Rundfunks

Antragsteller/in Berliner Festspiele, Dieter Schnebel

Veranstaltungstermin 13. März 2005

Veranstaltungsort Philharmonie Berlin

Förderbetrag 85.000 €

Internetseiten www.dso-berlin.dewww.maerzmusik.dewww.berlinerfestspiele.de

War Requiem 8. Mai 2005 - 60 Jahre Frieden

Benjamin Britten - Wilfred Owen

War-Requiem

in Kooperation mit der Chorale Saint-Michel Luxembourg

Leitung Barbara Rucha (Berlin), Gerry Welter (Luxembourg), Romelia Lichtenstein, Thomas Mohr, Philip Sheffield

Knaben des Berliner Staats- und Domchores

Ensemble Vocale Cantica Luxembourg, Orchester der Stipendiaten der Berliner Philharmoniker

Arthur Rubinstein Philharmonic Orchester

unter der Schirmherrschaft von Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und des Ministère de la Culture, de l'Enseignement Supérieur et de la Recherche, Luxembourg

Antragsteller/in Karl-Forster-Chor Berlin e.V., Dr. Barbara Rucha

Veranstaltungstermin 8. Mai 2005

Veranstaltungsort Philharmonie Berlin, Großer Saal

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.karl-forster-chor.de

Young.euro.classic - Europäischer Musik Sommer Berlin 2005

young.euro.classic kann im sechsten Jahr einen weiteren Erfolg für sich verbuchen: Zu den insgesamt 17 Veranstaltungen strömten 23.700 Besucher – mehr als je zuvor. Auch das diesmal nicht übermäßig freundliche Wetter hielt die Zuschauer nicht ab; zwölf der 16 Konzerte im Großen Saal waren ausverkauft; die Auslastung stieg auf 97 Prozent. „Dass gerade das Neue und Fremde eine so große Resonanz findet, zeigt das Potential an Publikum, das in Berlin vorhanden ist“, so die Bilanz von Festivalleiterin Gabriele Minz. Einen starken Eindruck hinterließen am letzten Festivalwochenende die Studentenorchester aus Bela­rus und Kasachstan; hervorragende Kritiken erhielt auch das Konservatoriums­orchester aus Shanghai, das gemeinsam mit Beijing den China-Schwerpunkt des diesjährigen Musiksommers bildete. Neben symphonischen Repertoire­stücken von Mahler, Strauss, Prokofjew und Rachmaninow stellten viele Orchester Komponisten ihres Landes vor.

 

Der Festival-Schwerpunkt zeitgenössische Musik spiegelte sich in 12 Uraufführungen und zwei Deutschen Erstaufführungen wider. Besondere Höhepunkte des Festivals waren die Konzerte des European Union Youth Orchestra unter Bernard Haitink und des Orchestra Giovanile Italiana unter Krzysztof Penderecki. Stürmischen Beifall erhielten auch das National Youth Orchestra of Scot­land, die Junge Philharmonie Russland und das vom Hauptstadtkulturfonds unterstützte Campus-Orchester aus jungen russischen und deutschen Musikern. Die intensive musikalisch-menschliche Begegnung hat der Filmregisseur Enrique Sánchez Lansch mit der Kamera begleitet; seine Fernsehdokumentation wird voraussichtlich im Dezember im WDR zu sehen sein. Derweil laufen schon die Planungen für 2006...

Antragsteller/in Deutscher Freundeskreis europäischer Jugendorchester e.V., Dr. Gabriele Minz

Veranstaltungstermin 5. - 22. August 2005 - Konzerthaus Berlin 12. - 14. August 2005 - Thalia Theater Hamburg 23. August 2005 - Zeche Zollverein Essen

Veranstaltungsort Konzerthaus Berlin

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Kulturstiftung des Bundes Zeit-Stiftung

Internetseiten www.young-euro-classic.de