...UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT...

Grundlage der Reihe waren eigens dafür erarbeitete Veranstaltungen, die sich chronologisch je einem Jahr der 40 Jahre DDR zuordnen ließen und deren Grundlage wiederum ein dramatischer Text oder ein wichtiges Ereigniss in eben jenem Jahr war.

Von unterschiedlichen Regisseuren und Künstlern wurden dafür verschiedene Formate erfunden und die textlichen bzw. thematischen Grundlagen auf ihr aktuelles Potential hin untersucht.

Antragsteller/in PERFORMART, Klaus Dörr

Veranstaltungstermin 14. Januar - 9. April 2005 - 58 Produktionen / 82 Aufführungen

Veranstaltungsort Studio des Maxim Gorki Theaters

Förderbetrag 80.000 €

Internetseiten www.performart.de

Augenblick mal! - 8. Kinder- und Jugendtheatertreffen 2005

5 x Kindertheater, 5 x Jugendtheater – impulsgebend für die Theaterkunst für junge Zuschauer in Deutschland

 

Zum 8. Mal stehen zehn ausgewählte Inszenierungen als Kern und Ausgangspunkt auf dem Programm des Theaterfestivals Augenblick mal!, das vom Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland alle zwei Jahre in Berlin veranstaltet wird. Das sechstägige Festival lädt Kinder und Jugendliche von 3 Jahren bis ins hohe Alter mit ihren Familien oder Schulklassen ein, sich die inhaltliche und ästhetische Vielfalt des zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters anzusehen.

Gleichzeitig hat sich das Treffen in seinem 14-jährigen Bestehen auch zum wichtigsten Fachforum entwickelt, in dem Theatermacher/innen aus der ganzen Republik und Europa zusammen kommen, um aktuelle Tendenzen des Kinder- und Jugendtheaters zu betrachten und zu analysieren.

Die beiden Kuratoren – Prof. Dr. Geesche Wartemann (Hildesheim) für das Kindertheater, und Stephan Rabl (Wien) für das Jugendtheater – haben die Inszenierungen als impulsgebend für das deutsche Kinder- und Jugendtheater bewertet. Ein umfassendes Programm mit Fachgesprächen, Diskussionen und Vorträgen greift die durch die Auswahl akzentuierten Tendenzen und Themen auf.

 

7 x International - Internationales Gastspielprogramm

Die beiden Schwerpunkte des diesjährigen internationalen Gastspielprogramms von Augenblick mal! – Kindheit und Jugend im Krieg sowie Theater für die Jüngsten – laden zu einer intensiven Auseinandersetzung ein. Mit drei Inszenierungen aus Frankreich/Kongo, Großbritannien/Norwegen/Tschechien sowie Russland wird unter der Überschrift »Blutjung – Kinder des Krieges« gezeigt, was zeitgenössisches Theater über junge Menschen im Krieg erzählt.

»Theater von Anfang an« präsentiert wiederum vier Gastspiele aus Norwegen, Frankreich und Italien, die sich an ein Publikum unter vier Jahren richten. Im begleitenden Kolloquium tauschen sich Interessierte darüber aus, was das Besondere an der beispielsweise in Frankreich und Italien stärker als in Deutschland ausgeprägten Theaterkunst für die jüngsten Zuschauer ist und in welchem Verhältnis Kunst, Spiel und Pädagogik dabei stehen.

 

Augenblick mal! ist eine Veranstaltung des Kinder- und Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit dem carrousel Theater an der Parkaue, dem GRIPS Theater Berlin sowie dem Goethe-Institut. Das Treffen wird gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Land Berlin aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds sowie das Goethe Institut.

Antragsteller/in Kinder- und Jugendtheaterzentrum in der Bundesrepublik Deutschland

Veranstaltungstermin 27. April - 2. Mai 2005

Veranstaltungsort carroussel-Theater

Förderbetrag 130.000 €

Internetseiten www.kjtz.dewww.augenblickmal.de

Avrupa - Die Spur in den schlammigen Feldern, drüben wo die Lichter brennen

Die Spur in den schlammigen feldern, drüben wo die Lichter brennen

 

In diesem Theaterprojekt wird von den Unwägbarkeiten des Reisens entlang der Grenzlinien des Legalen erzählt. Migration bedeutet in "Avrupa – Die Spur in den schlammigen Feldern, drüben wo die Lichter brennen", eine abenteuerliche und gefahrvolle Odyssee durch den Raum: von Kleinasien bis in die Herzkammern Europas. Erzählt wird von fünf Brüdern, die zu Beginn des letzten Jahrhunderts auszogen, nicht um in Alaska nach Gold zu suchen oder nach Diamanten in den Minen Südafrikas zu schürfen, sondern um im türkischen Taurusgebirge – fernab von allen menschlichen Behausungen – Schutz zu suchen. Als erste Station einer andauernden Fluchtbewegung gründeten sie hier ein Familiendorf, um ethnischer und religiöser Verfolgung zu entgehen.

Dieses Familiendorf, eine selbst für agrarisch geprägte Gesellschaften extreme Siedlungsform, verlässt Aziz Arslan in den sechziger Jahren, um in Deutschland zu arbeiten. Frau und Kinder bleiben zunächst in der Heimat. Als seine kleinen Söhne 1980 – kurz vor der dritten Militärdiktatur – eines Morgens ihren Lehrer wie in alttestamentarischer Zeit zu Tode gesteinigt vor der Schule finden, kann er die Familie nach Berlin holen und in Sicherheit bringen. Auch andere Familienmitglieder zieht es aus dem Dorf über beschwerliche Wege einer weniger gefährdeten Zukunft entgegen. Über viele Irrwege und Stationen führt ihr Weg, wenn nicht ins gelobte Land, so doch in die Hauptstädte Avrupas – Europas. Um diesen Sprung aus dem Dorf in die Metropolen Europas, der das gesamte Dorf mit in eine neue Epoche reißt, gruppiert sich fortan das Denken und Fühlen der Dörfler. Gab es damals noch keinen Strom, verfügen seine Bewohner heute über Solarenergie, TV und Milchrührmaschine. Einhundert Jahre nach der Gründung des Dorfes leben dessen Töchter und Söhne als interkulturell kompetente Künstler, Pädagogen oder Kaufleute in Berlin, London und Paris, um jeden Sommer zu ihrem Ursprungsort, der Quelle ihrer kulturellen Identität zurückzukehren.

Antragsteller/in Interessengemeinschaft Theater der Zeit e.V.

Veranstaltungstermin 19. - 23. Oktober 2005

Veranstaltungsort Werkstatt der Kulturen

Förderbetrag 40.000 €

Internetseiten www.werkstatt-der-kulturen.de

Bagdad-Berlin 2005

"BAGDAD - BERLIN 2005, irakisch-deutsche Theatervisionen" ist als Berlin-Beitrag zum kulturellen Wiederaufbau des Theaterbereiches in Bagdad konzipiert.

Den irakischen Gästen wird die Gelegenheit zur Präsentation ihrer Arbeit in Form einer Workshop-Präsentation gegeben.

Die in den Workshops gewonnenen Ideen und Erfahrungen bauen die irakischen Theaterschaffenden in die zu entwickelnde Workshop-Präsentation (Werkstatt der Kulturen am 10./11./12. August 2005) ein - unter Verwendung deutscher Texte (Ideen, Figuren, Situationen) von Heiner Müller als Basis ihrer Arbeit.

Antragsteller/in Giso Kakuschke, Dr. Awni Karoumi

Veranstaltungstermin 6. - 7. Juli 2005 Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz (Rahmenprogramm / irak. Gastspiel) 10. - 12. August 2005 in der Werkstatt der Kulturen (Workshop-Präsentation) 13. - 14. August 2005 Maxim Gorki Studio (Rahmenprogramm / irak. Gastspiel)

Veranstaltungsort Werkstatt der Kulturen, Maxim Gorki Studio, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen KooperationspartnerInnen auf deutscher Seite Auswärtiges Amt / Abteilung für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik Berliner Ensemble Diwan e.V. Goethe Institut Hauptstadtkulturfonds Hebbel am Ufer ITI - Internationales Theaterinstitut Komische Oper Berlin Maxim Gorki Theater Schaubühne am Lehniner Platz Staatsoper Unter den Linden Universität der Künste Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Werkstatt der Kulturen KooperationspartnerInnen auf irakischer Seite Diwan e.V. (Dependence Bagdad) Kulturministerium Irak, Minister Nuri Farhan El-Raaui Universität Bagdad - Akademie/Fakultät der Schönen Künste

Internetseiten www.bagdad-berlin.de

City

Katja Gaub & Miriam Ehlers - "City"

 

Nach dem gleichnamigen Roman von Alessandro Baricco.

 

Gould, ein Wunderkind mit Nobelpreis-Garantie, lebt allein in dem Haus seines abwesenden Vaters. Er lernt bei einer Telefonumfrage Shatzy Shell kennen und engagiert sie als sein Kindermädchen. Gould kommentiert mit Hilfe eines Riesen und eines Stummen Boxkämpfe und erhält auf dem Fußballplatz von einem ausgemusterten Schiedsrichter die „Gewissheit, dass Ordnung eine Eigenschaft der Unendlichkeit ist“. Shatzy zeichnet auf einem Kassettenrecorder ihren Traum eines Westerns auf und überwindet mit Hilfe von Walt Disney und Eva Braun die Depression ihres Vaters. Zwischen Lebenswunsch und Lebenswirklichkeit hin- und hergeworfen, unterlaufen die Figuren die Lächerlichkeiten eines normierten „Glücks“. Sie weigern sich, die Realität, die ihnen das Leben zuweist, willenlos zu akzeptieren und versuchen, sie eigensinnig zu verändern, indem sie sich ständig neu erfinden. Was ist echt und wer träumt hier wen? Welches Regelwerk kann sich im Chaos behaupten, an welche Version einer Geschichte will man glauben?

Der Zuschauer wird in der Bilderflut einer schlaflosen Großstadt, in ein Netzwerk an verworrenen Geschichten und skurrilen Figuren geworfen, deren Grenzen zwischen Fiktiven und Realem, Kuriosem und Banalem, Möglichem und Unmöglichem unaufhörlich verwischen. Die Regisseurin Katja Gaub inszeniert eine Fassung des Romans "City", die die Vielfalt von subjektiver Wahrnehmung und Weigerung, eine „eindeutige“ Wahrheit zu akzeptieren, und den Charme des Zufalls in den Mittelpunkt stellt.

Antragsteller/in Katja Gaub

Veranstaltungstermin 2. - 11. September 2005

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.sophiensaele.com

CUT & PASTE – FESTIVAL DES JUNGEN EUROPÄISCHEN THEATERS

Das Hebbel am Ufer wendet sich seit seiner Neugründung 2003 verstärkt einer jüngeren Theatergeneration der 20-35-Jährigen zu. Das Festival „Cut & Paste“ ist auf der Suche nach kulturellen Überlappungen und ästhetischen Differenzen der „Post-Situation“ im neuen Europa. Im Rahmen eines zweiwöchigen Festivals werden acht künstlerische Positionen vorgestellt und diskutiert werden. Alle Inszenierungen zeichnet ein sehr spezieller Umgang mit Musik aus, seien es speziell entwickelte Samples, Einsatz von Live Musik, Musikzitate, die verfremdet werden oder entwickelte Bühnenkompositionen. „Why music is essential to act? Our world has been heavily sampled recently.” (Jan Klata)

 

Everybody for Berlusconi

Jonghollandia, Eindhoven & Betontanc, Ljubljana

22. uns 23. April

 

Kislorod – Sauerstoff

Iwan Wyrypajew / New Play Center Theater Doc, Moskau

22. und 23. April

 

SERIE b

KINKALERI UND DISCOGIROTTO, Italien

24. und 25. April

 

PROJECT ONE (The Bacterial Tour)

PONI, Belgien

25. April

 

La démangeaison des ailes / Das Jucken der Flügel

Revue spectacle von Philippe Quesne, Vivarium Studio, Frankreich

27. und 28. April

 

Rondo

VELMA, Schweiz

27. und 28. April

 

Kommer

Kassys, Niederlande

30. April und 1. Mai

 

„...Fizdejkos Tochter“ nach Witkacy

Jan Klata / Szaniawski-Theater Walbrzych, Polen

30. April und 1. Mai

 

... außerdem Konzerte, Gespräche, Filme und Tanz in den Mai!

Antragsteller/in Hebbel am Ufer, Matthias Lilienthal

Veranstaltungstermin 22. April – 1. Mai 2005

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer

Förderbetrag 90.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

DER HORATIER 2 - Heimat.Liebe.Tod.

Horatier 1 - Kultursaal der JVA Tegel

Horatier 2 - Im Kammergericht zu Berlin

 

Die Idee zum zweitteiligen HORATIER-Projekt von aufBruch liefert der Hegelsche Begriff von der „unreinen Wahrheit“. Der Praxis der einseitig-zweckgerichteten Wahrheitsbehauptung steht die Forderung nach Ermittlung der „reinen Wahrheit“, die alle Gegensätze und Widersprüche berücksichtigt, gegenüber. In Heiner Müllers Text DER HORATIER geben die Römer ein „Beispiel reinlicher Scheidung“. Dieses historische Lehrstück dient beiden Teilen des Projekts zur Grundlage für theatralische Collagen und Recherchen über das Thema Rechtsfindung, über gerechte Beurteilung politischer Vorgänge und gerechte Verurteilung persönlicher Straftaten.

 

Rom und Alba sind Bruderstädte, die in einem Kampf um Herrschaft verstritten sind.Beide Städte werden von einem gemeinsamen Feind, den Etruskern, bedroht. Um ihre Heere für den Kampf gegen die Etrusker zu schonen, beschließen sie einen Stellvertreterkampf. Mann gegen Mann. Horatier gegen Kuriatier. Der siegende Horatier wird nach seiner Rückkehr zum Mörder an seiner den toten Kuriatier betrauernden Schwester. Wie kann der eine unteilbare Mann als Held geehrt und als Mörder verurteilt werden? Was ist Verdienst, was ist Verbrechen? Die Geschichte einer Rechtsfindung und Rechtssprechung.

Antragsteller/in aufBruch KUNST GEFÄNGNIS STADT / aufBruch GbR

Veranstaltungstermin 27.-29. Januar, 3.-5. und 10-12. Februar Horatier 1: 28. Oktober - 23. November 2005

Veranstaltungsort Im Kammergericht zu Berlin, Elßholzstraße 30-33, 10781 Berlin-Schöneberg

Förderbetrag 38.000 €

Internetseiten www.kunstprojekt-aufbruch.de

Der Kick. Spurensuche eines Mordes

REGIE | ANDRES VEIEL

BÜHNE UND KOSTÜME | JULIA KASCHLINSKI

 

In der Nacht zum 13. Juli 2002 misshandeln das Brüderpaar Marco (23 Jahre) und Marcel (17 Jahre) sowie ihr Kumpan Sebastian (17 Jahre) den mit Marcel befreundeten 16-jährigen Marinus. Die kahlrasierten Täter schlagen auf ihr schwächeres, zum Stottern neigendes Opfer aus der Hip-Hopper-Szene über Stunden hinweg ein. Es gibt erwachsene Zeugen, die nicht eingreifen. Täter und Opfer kennen sich, sie kommen alle aus Potzlow, einem Dorf in der Uckermark. In einem Schweinestall muss Marinus in einen Schweinetrog beißen. Er wird nach dem Vorbild des Bordsteinkicks aus dem Film »American History X« hingerichtet: Marcel springt auf den Hinterkopf seines Opfers. Der »Mordfall Potzlow« wurde in der Öffentlichkeit mit schnellen Etikettierungen versehen: die Misshandlung und die Hinrichtung wurde als rechtsradikale Gesinnungstat eingestuft. »Da kein Ausländer zugegen war, haben die Täter einen aus ihrem Dorf genommen und ihn kurzerhand zum Juden erklärt.« So der Staatsanwalt in seiner Stellungnahme. »Die wollten den Abend irgendeinen aufklatschen, wie das heute so ist, unter Jugendlichen.« So der Bürgermeister. Die Gewalt der Tat aber beginnt nicht in dieser Nacht. Und auch nicht mit dem Zerfall der Dörfer nach der Wende. Bei genauerem Hinsehen findet sie sich fortwährend in den Lebensgeschichten der Beteiligten, deren Eltern und Großeltern: 1942 im Umgang mit den polnischen Fremdarbeitern, 1960 bei der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft, in den 90er Jahren im Umgang mit den »neuen« Fremden. Sowohl die Familie der Täter als auch die des Opfers sind »Zugezogene«, die in der Dorfgemeinschaft nie wirklich

ankamen. Über die Montage der verdichteten Gesprächsprotokolle mit den Brüdern Marco und Marcel, ihren Eltern, den Freunden des Opfers, der Staatsanwaltschaft und der betroffenen Dorfgemeinschaft versucht »Der Kick«, die Biografien hinter der Tat sichtbar werden zu lassen.

Andres Veiel lässt in seinem Film »Black Box BRD« sowohl die Täter- als auch die Opferperspektive gleichberechtigt zu Wort kommen und entlässt den Zuschauer nicht aus seiner Verantwortung. »Der Kick« knüpft an diese Auseinandersetzung an.

 

Eine Koproduktion mit dem Theater Basel.

 

Wir freuen uns außerordentlich darauf hinweisen zu können, dass

aufgrund der großen Publikumsresonanz „Der Kick“ vom Maxim Gorki Theater in die Spielzeit 2005/06 übernommen wurde,

die Inszenierung mit dem Friedrich-Luft-Preis für die "Beste Berliner Aufführung des Jahres 2005" ausgezeichnet wurde,

die Berliner Akademie der Künste Andres Veiel mit dem Konrad-Wolf-Preis 2005 ehrte,

eine filmische Fassung von "Der Kick" auf der Berlinale 2006 gezeigt wird

 

und die Produktion zum Theatertreffen 2006 eingeladen wurde!

 

 

Antragsteller/in Maxim-Gorki-Theater, Eberhard Wagner

Veranstaltungstermin 24. April - 17. Juni 2005 im Genossenschaft Gewerbehof 29. Nov., 29. Dez. 2005, 22. Jan., 27. Feb. und 19. März 2006 im Maxim-Gorki-Theater

Veranstaltungsort Genossenschaft Gewerbehof / Maxim-Gorki-Theater

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.gorki.de

Die Hörspielzentrale

13. Mai 2005 - HÖRSPIELZENTRALE 1 - RELEASE - HÖRSPIEL, LIVE-AUFTRITT UND RECORD RELEASE PARTY

 

7. Juni 2005 - HÖRSPIELZENTRALE 2 - KILLA KELA - HUMAN BEATBOXING

Für die zweite HÖRSPIELZENTRALE lässt Plamper zwei sehr unterschiedliche Vokalisten aufeinander treffen. Killa Kela meistert es wie kein anderer durch sein “Human Beatboxing“, er selbst nennt es “Multivocalism“, neue musikalische Bereiche zu erschließen. Der „beste Beat-Boxer in der Welt da draußen“ (Pharrel) benötigt für seine Mundakrobatik nichts als ein Mikrofon. Doch Kela ist mehr als nur eine Mund-Maschine: er ist MC, Sänger, Drum-Machine und fleischgewordener Synthesizer gleichzeitig.

Sänger und Percussionist David Moss ist mit seiner viereinhalb Oktaven umfassenden Stimme und seinem außergewöhnlichen Kosmos aus Stimmklängen, Charakteren und Rhythmen international als Extremvokalist tätig. Von seinen Anhängern als Caruso der Avantgarde verehrt, klingt Moss wie „Jim Carrey, der Ella Fitzgerald imitiert, während er von der Kreatur aus Alien verspeist wird.“

 

18. Oktober 2005 - HÖRSPIELZENTRALE 3 – HENRY SILBER GEHT ZU ENDE - HÖRSPIELPRÄSENTATION UND LIVE-KONZERT – MIT MAX RAABE, VOLKER SPENGLER UND MARGARITA BROICH

Ein hochkarätig besetztes Hörspiel über den Niedergang eines großen Schlagersängers – mit dabei Volker Spengler, Charlotte Roche, Brigitte Mira, Milan Peschel, Matthias Matschke, Margarita Broich, Max Raabe u.v.a.. „In virtuosen Improvisationen porträtieren Spengler und Broich den in der Alkoholkrankheit versinkenden Star und seine Ehefrau mit einer Komik, Tristesse und Zärtlichkeit, wie man sie selten in guten Filmen erlebt – im Hörspiel hat es eine so glaubwürdig, so direkt und natürlich wirkende Sprache in den letzten Jahren kaum irgendwo gegeben." (Frank Kaspar, FAZ) HENRY SILBER GEHT ZU ENDE von Plamper und Nils Kacirek nach einer Geschichte von Michael Ebmeyer. Nach dem Hörspiel singen Broich, Raabe und Spengler Schicksalsmelodien zwischen Schubert, Schlager und Seemannslied.

 

21. November 2005 - HÖRSPIELZENTRALE 4 – SPACEMAN 85 - HÖRSPIEL VON AMMER&CONSOLE – EIN ABEND MIT VIDEOPROJEKTIONEN UND BAND

Ammer & Console präsentieren ihr Hörspiel SPACEMAN 85. Der Astronaut Reinhard Furrer hat 1985 während seines 7-tägigen Flugs mit der US-Raumfähre "Challenger" seine Eindrücke auf Tonband festgehalten. Nie zuvor und nie danach wurde der Weltraum so unmittelbar poetisch geschildert. Ammer & Console montieren aus diesen Dokumenten ein musikalisches Epos über die Grenzen des Menschseins und gießen Furrers Formulierungen in Popsongs, gesungen von Sängerin Miriam Osterrieder. Ein Abend mit Videoprojektionen und Band.

 

3. + 4. Dezember 2005 - 6. WETTBEWERB DER FREIEN HÖRSPIEL- UND FEATURESZENE

Am ersten Dezemberwochenende präsentiert die Hörspielzentrale mit Unterstützung von Deutschlandradio Kultur den 6. Wettbewerb unabhängiger Kurzhörspielproduktionen. Neu in diesem Jahr ist ein zweiter PLOPP!-Award der speziell dem Genre 'Feature' gewidmet ist.

Es wird eine preisverdächtige Auswahl von ca. 10 Hörstücken (max. 20 min.)uraufgeführt. Das Publikum wählt im Anschluß den diesjährigen PLOPP! Preisträger. Beide Awards sind mit 1.500 Euro dotiert und werden am Abend verliehen. Deutschlandradio Kultur hat den PLOPP! Doku/Feature-Preis gestiftet.

Über 400 Hörspielfans kamen im letzten Jahr, um sich die nominierten Stücke aus den 185 Einsendungen anzuhören. Der Hobby-Hörspielmacher Joachim Rohloff konnte 2004 mit seinem originellen Stück „Folgen Sie den roten Punkten“ das Publikum für sich gewinnen. Als letzter Preisträger wählt er für den 6. PLOPP! Hörspielwettbewerb die nominierten Stücke aus. Die Vorauswahl für den Doku/Feature-PLOPP! trifft Deutschlandradio Kultur.

„PLOPP! ist eine redaktions- und toningenieurfreie Zone!" hieß es 2004 und das gilt auch für die aktuellen Wettbewerbe. Wie in jedem Jahr darf man also wieder gespannt auf die Produktionen unabhängiger Autoren und hörkunstbegeisterter Laien sein.

Antragsteller/in Paul Plamper

Veranstaltungstermin mehrmonatige Veranstaltungsreihe

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 14.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

EINFALT UND VIELFALT. Hroswitha - Kleist - Homer. (aus 2003)

Drei Ladys, eingeschlossen in einem Berliner Ballsaal: Hroswitha von Gandersheim, erste deutsche Dichterin und fanatische Christin, Henriette Vogel, Todesgefährtin von Heinrich von Kleist, und Helena von Sparta und Troia, die schönste Frau ihrer Zeit und Auslöser des Troianischen Krieges.

Den Ballsaal, der Öffentlichkeit verschlossen seit 1942, werden die drei erst verlassen, wenn sie sich geeinigt haben: soll sein zukünftiger Betrieb unter dem Stern der ERLÖSUNG oder dem der KATHARSIS stehen? Welches Prinzip soll herrschen: das des Happy End oder das der griechischen Tragödie? - Als alle Argumente ausgetauscht sind, hilft nur noch eins: schöne Referenzfälle aus der Literatur.

Antragsteller/in Dramatisches Theater, Borchardt & Merkle GmbH

Veranstaltungstermin 24. Mai - 21. Juni 2005

Veranstaltungsort Spiegelsaal / Ballhaus Mitte

Förderbetrag 85.000 €

Internetseiten www.dramatisches-theater.de

Faces - Gesichter

Katarzyna Kozyras Popularität in Polen ist legendär: Ihre Arbeiten, obwohl niemals nur aus Selbstzweck provokant, lösen extreme Reaktionen und Diskussionen aus.

 

Mit der Videoinstallation FRÜHLINGSOPFER begann ihre Auseinandersetzung mit dem klassischen Ballett, die sie mit FACES fortsetzt, wobei sie sich auf die Gesichter verschiedener Tänzer konzentiert, u.a. Storm und Marie-Claude Pietragalla.

Antragsteller/in Katarzyna Kozyra

Veranstaltungstermin 19 - 27. August 2005

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Koproduktion: Hebbel am Ufer, CND Paris und Theorem

Internetseiten www.tanzimaugust.de

Falls City - Die Geschichte des Brandon Teena

Das Projekt erzählt die wahre Geschichte des Brandon Teena aus Falls City, Nebraska, USA. Ein junger Mann – im Körper einer Frau geboren – negiert, um als Mann zu leben, alle Geschlechterrollen und bezahlt dafür mit seinem Leben. Aus Akten, Interviews und seiner Biographie stammt das Material, mit dem in Form einer subjektiven Berichtserstattung diese schillernde Figur dargestellt werden soll. Bisherigen künstlerischen Umsetzungen wird eine auf die Stärke des Theaters zugeschnittene Erzählweise gegenübergestellt. Die Zuschauer sind wie die Figuren Besucher einer Party, auf der die Ereignisse nochmals verhandelt werden und hautnah wieder aufleben. In einer Mischung aus realen und surrealen Momenten wird der Abend getragen von psychologisch genau beobachteten Figuren, ausbalanciert zwischen ihrem selbst inszenierten Rollenspiel, verborgenen inneren Ängsten und der Sehnsucht nach der großen Liebe.

 

Antragsteller/in Bernhard Mikeska

Veranstaltungstermin 14. - 21. Mai 2005

Veranstaltungsort Theaterdiscounter

Förderbetrag 25.000 €

Internetseiten www.theaterdiscounter.de

Freischwimmer

Sechs Produktionen. Vier Städte. Ein Raum. Das sind die Rahmen-

bedingungen der Nachwuchsplattform "Freischwimmer", die in

eine neue Runde geht. Sechs Regisseure/Regieteams erhalten

die Möglichkeit, eine Theaterproduktion zu realisieren und in Berlin,

Hamburg, Düsseldorf und Zürich zu präsentieren. Für die Bühne

wurde dieses Mal eine Lichtinstallation entwickelt, die als verbin-

dende Klammer zwischen allen Produktionen wirkt, gleichzeitig

aber jeder Inszenierung verschiedene Nutzungsmöglichkeiten offenbart.

 

Mit Inszenierungen von › Martin Clausen/Two Fish, Dariusch

Yazdkhasti, Simone Eisenring & Milo Rau, Kerstin Lenhart &

Michael Böhler, Anna Malunat, Melanie Mohren & Bernhard Herbordt

Bühne › Ulrich Schneider

Antragsteller/in Sophiensaele GmbH, Amelie Deuflhard

Veranstaltungstermin 20. - 23. & 25. - 29. Oktober 2005

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 90.000 €

Internetseiten www.sophiensaele.com

Gastspiel des Théâtre du Soleil - Le Dernier Caravansérail (Odyssées)

Am Anbeginn unserer Erinnerungen steht der Krieg. Die Ilias ist eine Erzählung davon. Und nach dem Krieg: die Odyssee. All jene, die nicht in ihre Heimat zurückgekehrt sind, weder tot noch lebendig, werden noch lange über die Erde irren. Heute schleudern neue Kriege hunderte, tausende, Millionen neuer Flüchtlinge über unseren Planeten, Fragmente aufgelöster Welten, zitternde Scherben wilder Länder, deren Namen nicht länger schützende Geburtsorte bezeichnen, sondern Trümmer oder Gefängnisse: Afghanistan, Iran, Irak, Kurdistan ..., die Liste blutbefleckter Länder wird jedes Jahr länger. Aber wie lassen sich diese unzählbaren Odysseen erzählen? Wie viele neue kleine Theater müssten erfunden werden, um jedem einzelnen dieser rastlosen Schicksale eine vorübergehende Heimat zu geben?

Und wir? Wie können wir die Worte aus ihren Mündern übernehmen, ohne sie auszutauschen gegen ach so gut gemeinte Worte? Wie können wir die Fremdsprache beibehalten, ohne unhöflich zu sein gegenüber dem Publikum, unserem Gast im Theater? Wie nicht übersetzen? Wie sich trotzdem im Herzen verstehen? Wie nicht die Wut anderer übernehmen, wenn man daraus Theater macht? Wie sich so weit wie möglich dem Platz des Anderen nähern, ohne ihn einzunehmen? Wie sich nicht mitreißen lassen von dieser Meute von guten Gefühlen? Wie ohne ein Wort alles sagen? Wie nicht irgendeine Rolle spielen? Und wenn man es nicht schafft? Das ist die Frage des Flüchtlings und seiner Fahrt.

Hélène Cixous

 

Odysseen - gehört - gesehen - erzählt - improvisiert und in Szene gesetzt von:

Shaghayegh Beheshti, Duccio Bellugi-Vannuccini, Virginie Bianchini, Charles-Henri Bradier, Sébastien Brottet-Michel, Juliana Carneiro da Cunha, Hélène Cixous, Virginie Colemyn, Olivia Corsini, Delphine Cottu, Eve Doe-Bruce, Maurice Durozier, Sarkaw Gorany, Astrid Grant, Emilie Gruat, Pascal Guarise, Jeremy James, Marjolaine Larranaga y Ausin, Jean-Jacques Lemêtre, Sava Lolov, Elena Loukiantchikova-Sel, Vincent Mangado, Jean-Charles Maricot, Judith Marvan Enriquez, Stéphanie Masson, Fabianna Mello e Souza, Ariane Mnouchkine, Serge Nicolaï, Seietsu Onochi, Mathieu Rauchvarger, Francis Ressort, Edson Rodrigues, David Santonja-Ruiz, Andreas Simma, Nicolas Sotnikoff und Koumarane Valavane.

 

Regie: Ariane Mnouchkine

Musik: Jean-Jacques Lemêtre

Antragsteller/in ART-KOMBINAT, Kai Heimberg

Veranstaltungstermin 10. - 12. Juni 2005

Veranstaltungsort Arena

Förderbetrag 200.000 €

Internetseiten www.theatre-du-soleil.fr

Herr K und Frau N - Nach Kuprijanov und Natascha von Alexandr Vvedenskij

Der Dialog in Versen des russischen Avantgardisten Aleksandr Vvedenskij (1904-1941) aus den Jahren 1931/32 wird durch das ensemble für städtebweohner in einem interdisziplinären Ansatz neu inszeniert. Handlung, Musik, Raumgestaltung und Filmsequenzen verbinden sich zu einem einprägsamen Gesamteindruck.

 

Opera mono für Violine, Bratsche, Video

Violine: Ariadne Daskalakis

Bratsche: Sebastian Gottschick

 

Komposition, Regie: Christoph Coburger

Bühne, Kostüme, Film: Sabine Mader

Licht: Frank Kaster

Antragsteller/in ensemble für städtebewohner, Christoph Coburger

Veranstaltungstermin 16., 17., 18. und 19. November 2005

Veranstaltungsort Villa Elisabeth

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen dietheater Wien

Internetseiten www.sophiensaele.com

Momo in Berlin

MOMO in Berlin

nach dem bekannten Roman 'Momo' von Michael Ende,

Theaterfassung: Vita Huber (Verlag für Kindertheater Hamburg)

Inszeniert von: Roberto Valentini

 

 

Eine Zeit ohne Zeit

 

Gehetzte Gesichter im Stakkato des Großstadtlärms, verschluckte Gefühle im Neonlicht der U-Bahn, Rastlosigkeit gehört zum Alltag; denn die Zeitdiebe treiben ihr Unwesen. In ganz Berlin sind sie unterwegs, die grauen Herren aus Michael Endes berühmter Geschichte „Momo“. Hier finden sie ideale Bedingungen für ihr Geschäft. Wer noch Zeit hat, gibt sie gerne her, lässt sich anstecken von der Geschäftigkeit, die einen wichtig erscheinen lässt und nach Erfolg riecht.

 

Von der Macht des Mächtigen

 

Wo Lola um ihr Leben rannte, kämpft Momo gegen die lieblose Hektik unserer Zeit,

sie sucht nach Gründen, warum die Welt um sie herum so kalt geworden ist.

Was fehlt ist: Zeit! Zu hören, zu fühlen, zu entdecken, zu erfinden, nachzudenken und zu träumen, über das Leben, das man selber führen möchte.

Momo versucht ihre Freunde zu retten - mit nichts als einer Blume in der Hand und einer Schildkröte unterm Arm. Ihre Waffen: unbegrenzte Liebesfähigkeit, sture Entschlossenheit und die beinahe vergessene Kunst, zuhören zu können.

 

Roberto Valentinis Inszenierung erzählt die Geschichte von Momo ganz pur, eingebettet in ein spektakuläres Szenario. Er verbindet Schauspiel, Videoprojektionen, zeitgenössischen Tanz und Musik. Bardo Hennings Komposition unterstützt die emotionale Grundstimmung der Szenen. Die Poesie und Fantasiekraft von Michael Endes Erzählung wird in neuer Form interpretiert, umgesetzt in Großstadtbilder und –klänge. Der Zuschauer erlebt die Fabel um die Kostbarkeit unserer Zeit, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat, als Teil seiner eigenen Lebenswelt: Berlin.

 

Cast: Christine Heimannsberg, Isabelle Molina, Birgit Wölke, Adolfo Assor, Matthew Burton, David Ali Hamade, Holger Krabel, Jeffrey von Laun, Pierre Meurier, Bernd Manju Janzen, Peter Zielonka.

 

Stab:

Regie: Roberto Valentini; Choreographie: Be van Vark; Musik/Kompositon: Bardo Henning; Sounddesign: Klaus Janek, Videoprojektionen: Wolfgang Spahn, Bühne: Natascha von Steiger, Andre Putzmann, Kostüm: Nicole von Graevenitz, Licht: Markus Keusch, Produktion: Susanne Eggert

 

Antragsteller/in Roberto Valentini

Veranstaltungstermin 4. - 19. Februar 2006 Premiere: Sa.04.02. 20.00 Uhr So.05.02. 19.00 Uhr Di.07.02. 10.30 Uhr Mi.08.02. 10.30 Uhr, 19.00 Uhr Do.09.02. 10.30 Uhr Fr.10.02. 19.00 Uhr Sa.11.02. 15.00 Uhr, 19.00 Uhr So.12.02. 15.00 Uhr Di.14.02. 10.30 Uhr Mi.15.02. 10.30 Uhr, 19.00 Uhr Do.16.02. 10.30 Uhr Fr.17.02. 19.00 Uhr Sa.18.02. 15.00 Uhr, 19.00 Uhr So.19.02. 15.00 Uhr

Veranstaltungsort Saalbau Neukölln

Förderbetrag 75.000 €

Internetseiten www.theater-aldente.net

Nosferatu - die leeren Häuser

Neuinszenierung des Filmklassikers "Das Kabinett des Dr. Caligari" im Rahmen von NO LIMITS - Internationales Theaterfestival Berlin und anlässlich des Jubiläums "15 Jahre Sonnenuhr - 15 Jahre Lebenswut"

 

Nosferatu wird aus dem Reich des Todes (Filmarchiv) in die Welt der Lebendigen (Theaterbühne) zurückgeholt. Durch den ungewöhnlichen Umgang mit eigens für die Inszenierung gebauten Klangskulpturen konfrontieren die Spieler die klassischen Filmbilder mit völlig neuen Klangresten und lassen sie auf einer kinematoskopischen Bühne durch ein assoziationsreiches theatralisches Spiel in neuem Licht erscheinen. Den Reiz und die Brisanz einer Begegnung mit Nosferatu aber muss jeder vor dem Hintergrund eigener Wachheit und sozialer Erfahrung selbst entdecken. Die Frage nach Sinn und Elend von Unsterblichkeit oder jenseitigem Leben findet heute nicht selten sonderbare Antworten. Die vampiristische Einsicht, es gäbe Schlimmeres als den Tod, bedarf nicht erst der Erfahrung unverschuldeten sozialen Abstiegs. Das Absterben eines sozialen Lebens in unseren gepriesenen Industrienationen wandelt unsere Gesellschaft zunehmend in ein Schattenreich von lebendigen Toten. Scheinhafte Lebensgier und unglaubhaft verrenkendes Bemühen lassen den Menschen durch eine Dauerparty irren, die sich gleich um die Ecke ebenso abspielt wie in einer immer geisthafter werdenden Geschichte - egal ob im eigenen Land, im neu eroberten Europpa oder in einer auf hemmungslose Weise disziplinierten Welt.

Antragsteller/in Sonnenuhr e.V.

Veranstaltungstermin 31. März 2006: Volksbühne 18. November 2005: Kesselhaus der Kulturbrauerei 8. und 9. Oktober 2005: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Veranstaltungsort Volksbühne

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Jugend- und Familienstiftung (jfsb) Martha Pulvermacherstiftung Hamburg Friedrich Murnau Stiftung Stichting Horizon Smurfit Europa Carton Bezirksamt Prenzlauer Berg

Internetseiten www.theater-rambazamba.org

Phaidra

In den Sophiensælen zeigte Arpád Schilling bereits 2001 seinen

"W – Arbeiterzirkus" nach Büchners „Woyzeck“. Nun kommt er

mit "Phaidra", dem neuen Stück des jungen Dramatikers István Tasnádi.

Die Tragödie um die einsame, leidenschaftliche Frau und den ihr so

ähnlichen Jungen wird hier zu einem Showdown zwischen Alter und

Jugend, Trieb und Moral, Macht und Unterwerfung, Natur und Kultur.

Schilling akzentuiert das Aufeinandertreffen der Gegensätze, indem

er mit ungarischen und deutschen Schauspielern arbeitet.

 

Antragsteller/in Krétakör-Theater, Michael Mans

Veranstaltungstermin 12. - 16. Oktober 2005

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Trafó - House of Contemporary Arts Budapest, Salzburger Festspiele 2005, Busche und Mans, Schauspiel Stuttgart und Sophiensaele

Internetseiten www.sophiensaele.com

Princess Pari

Eine europäisch-asiatische Theater Recherche zum koreanischen

Ursprungsmythos der ersten Schamanin "PARI, die verstoßene

Prinzessin".

 

Der Mythos erzählt von der rätselhaften Rettung einer verstoßenen

Prinzessin und ihrer Lehr- und Jugendzeit in einem jenseitigen Land,

von ihrer Wiederbegegnung mit ihren königlichen Eltern und von

ihrem erneuten Gang in die Unterwelt, um das Wasser des Lebens zu

finden und damit den sterbenskranken Vater vom Tod zu erlösen.

Diese mythisch-poetische Erzählung vom Werdegang der ersten

Schamanin Koreas wird in der schamanistischen Totenzeremonie –

Chinogi Kut – gesungen, die die Seele des Verstorbenen ins Jenseits

geleitet. Der Ursprungsmythos des koreanischen Schamanismus lässt

sich aus westlicher Sicht als ein Traumtext lesen, der Vorstellungen

über den schöpferischen Akt ("der sterbende Gott, das göttliche

Kind") symbolisiert.

 

Die Inzenierung des Theaters Salpuri macht Ergebnisse

transkultureller Erfahrungen zwischen heutiger schamanistischer

Praxis und darstellender Kunst, zwischen deutschen und koreanischen

Schauspielern und Musikern, zwischen "westlichen" und "östlichen"

Denk- und Performancemustern erlebbar und legt "Strategien des

Bedeutens" frei, die das Verhältnis zwischen Ich und dem Anderen,

zwischen body und mind, zwischen unterschiedlichen Wahrnehmungs-

und Kulturpraktiken ins Oszillieren bringen.

 

Die konfrontative Arbeit koreanischer und deutscher Schauspieler mit

diesem Mythos lenkt unseren Blick auf Analogien zwischen westlichen und östlichen Bewältigungsstrategien in existentiellen Grenzsituationen. Sie recherchiert nach der spezifischen Energie und Präsenz des Körpers in der Performance bei koreanischen SchamanInnen und europäischen / koreanischen SchauspielerInnen und fragt, wie der Mensch performatives Wissen durch den Körper aktiviert. Sie spielt mit Differenzen und Analogien zwischen dem schamanistischen und dem theatralen Akt der Tran(s)ce Formation und fragt, inwieweit der Schauspieler-Körper der Bruder/die Schwester des Schamanenkörpers ist.

 

 

THEATER SALPURI hat sich seit 1994 unter deutsch-koreanischer

Leitung zu einem multidisziplinären, interkulturellen Künstlerkollektiv

entwickelt, das seine Arbeit prinzipiell am expressiven Körper im

theatralen Akt orientiert: Asiatische Körper- und

Bewegungstechniken, zeitgenössischer Tanz, das arme Theater

Grotowskis und das plastische Spiel mit Objekten öffnen dem

Schauspieler-Tänzer ein Feld, auf dem er neue Formen expressiven

Spiels als zeitgemäße urbane Riten kreiert. Die Poesie des

Alltäglichen, wie auch archetypische, existentielle Schichten des

urbanen Menschen suchen wir durch die poetisch-kontemplative

Expressivität unseres Theaters in Szene zu setzen: Schauspiel - Tanz

- Installation - Musik.

 

Konzept und Inszenierung: Soogi Kang / Dietmar Lenz

 

 

"Princess Pari" findet im Zuge von SHAMANISM NOW – Ein Festival über koreanischen Schamanismus in den zeitgenössischen Künsten - in der Werkstatt der Kulturen im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen statt.

Antragsteller/in Theater Salpuri, Dietmar Lenz

Veranstaltungstermin 24. September - 1. Oktober 2005

Veranstaltungsort Werkstatt der Kulturen

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion des Theaters Salpuri mit der Werkstatt der Kulturen mit freundlicher Unterstützung durch die Asien-Pazifik-Wochen, die Stiftung Deutsche Klassenlotterie, den Hauptstadtkulturfonds sowie das Außenministerium der Republik Süd-Korea.

Internetseiten www.werkstatt-der-kulturen.de

Robert Walser: Mikrogramme - Das kleine Welttheater

Uraufführung mit Genehmigung der Robert-Walser-Stiftung, Zürich

Unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des Schweizerischen Botschafters in Deutschland, Dr. Werner Baumann und des Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit

 

 

Die Inszenierung

 

Der Dichter Robert Walser (1878-1956), der zu den wichtigsten Autoren des letzten Jahrhunderts gehört, verfasste zwischen 1926 und 1933 auf hunderten von losen Zetteln, Briefumschlägen und Visitenkarten in winziger Schrift Prosastücke, Gedichte und dramatische Szenen: die Mikrogramme, die erst vor kurzem nach 19jähriger Entzifferung durch Bernhard Echte und Werner Morlang veröffentlicht wurden.

 

Der Regisseur Christian Bertram präsentiert nun zum ersten Mal mit einem deutsch-schweizerischen Ensemble einen Zyklus von 16 Dramoletten und Minidramen als ein Welttheater im Kleinen.

Es spielen Astrid Gorvin, David Imhoof, Christina Kraft, Tilmar Kuhn, Dominik Stein, Kaspar Weiss und Sabine Werner. Gisela Pestalozza entwarf die Kostüme, der Architekt Max Dudler den Walser-Kubus. Hans Peter Kuhn komponierte die Musik, Boris Kahnert schuf ein farbenfrohes Licht.

 

Zeitalter und Epochen verdichten sich zu einer Parabel des Lebens und der Kunst. Man begegnet den für Walser typischen, sonderbaren und abenteuerlichen Geschöpfen: Marta im Park, dem Zimmermädchen im Hotel, einer zum Hungern verurteilten Chinesin, Lizzy aus Missouri, dem Lächler, Irma und ihrem Retter im Grunewald, Napoleon im Liebestaumel, Lady und Lord in London, Casanova in Venedig. Es sind Kabinett-stücke, die an Bilder der Kleinmeister in der Malerei, an das italienische Maskenspiel oder an den amerikanischen Vaudeville erinnern. Alles unterliegt einer uneigentlichen Bestimmung, ist wie es ist - nur ein klein wenig anders. Tragisches wandelt sich in Aberwitzig-Komisches und Beglückendes, Traum und Wirklichkeit durchdringen sich. Beiläufige Ereignisse werden zum Gegenstand unbeschwerten Experimentierens. Das "kleine Welttheater" ist ein weiterer Beleg für die praktische Philosophie Robert Walsers, ein Plädoyer für die Kraft des Zarten und eine Ästhetik des Offenen.

Das mehrjährige Projekt wird auch 2006 im Jubiläumsjahr zum 50. Todestag Robert Walsers gespielt.

 

Aufführungen 2005:

14. - 24. April Berlin - Probebühne Cuvrystraße

6. - 8. Mai Zürich - Theater an der Sihl

10. + 11. Mai Biel (Solothurn, CH) - Städtebundtheater Biel-Solothurn

Antragsteller/in MAHAGONNY Theater Kunst Kulturarbeit Berlin e.V.

Veranstaltungstermin nächste Aufführungen in der Schweiz: 12. - 17. Juli 2006 Dritter Herisauer Robert Walser-Sommer, Psychiatrisches Zentrum Herisau, Krombachkapelle

Veranstaltungsort Berlin, Zürich, Biel, Herisau

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Hauptstadtkulturfonds Berlin; Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung; Fonds Darstellende Künste, Bonn; Stanley Thomas Johnson Stiftung, Bern; Ernst-Göhner-Stiftung, Zürich; Familien-Vontobel-Stiftung, Zürich; Lotterie- und Totofonds der Stadt Solothurn (SoKultur) und Schweizerische Botschaft in Deutschland

Internetseiten www.mikrogramme.de

Samtmanns Familienabend - 5 Jahre später

1999: Eine Hamburger Familie, ein Theaterstück.

Fünf Jahre später dokumentieren Nicola Unger und

Regina Wenig erneut das Leben der Familie F. Sie

führen Interviews und zeichnen diese mit dem

MD-Recorder auf: Wie haben sich Wünsche, Ängste und Sehnsüchte der

einzelnen Familienmitglieder verändert? Was hat eine Familie in Deutschland 2005 zu sagen?

 

Familie F lebt bei Hamburg in einem Haus mit Garten;

Mutter und Vater sind berufstätig, die vier Kinder

zwischen 7 und 19 Jahren alt; Gipsy heißt ihr Hund.

 

"Ob wir wollen oder nicht, wir haben alle Familie. Sie ist der Ort, der mich als erster mit Liebe und Schmerz in Berührung bringt."

Antragsteller/in Regina Wenig und Nicola Unger

Veranstaltungstermin 12. - 15. Mai 2005

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.sophiensaele.de

Superposition. Eine Wissensgesellschaft

Alles, was wir kennen, ist aus dem selben Stoff gewebt. Die Finsternis des Alls, Affe und Gerät, Adam, Eva, Erde, Du und ich. Kleine Unterschiede der Energie machen Formen, Farben und Gerüche. Dabei mussten viele Dinge in ganz bestimmter Reihenfolge über lange Zeiträume geschehen, damit wir so klug werden konnten, dies auch verstehen zu wollen. Was ist in uns, das wissen möchte? Wir erkennen und vergessen in einem Augenblick. Fünf Tafeln des Wissens, fünf kalibrierte Köpfe, immer wieder fünf Minuten kostbare Zeit. Theater vom Wunder des Lebens und seinem groben Instrument: dem Menschen.

 

Regie › LajosTalamonti

Ausstattung › Kathie Maurer

Licht/Ton › Peter Goehler,

Dramaturgie › Jan Linders

Produktionsleitung › Claudia Jansen

 

Mit › Martin Clausen, Denis Fischer, Ruth Geiersberger, Jörg Petzold, Jörg Schiebe

Antragsteller/in Was ist das Produktionen / Generalsekretariat für Genauigkeit und Seele, Lajos Talamonti

Veranstaltungstermin 9. - 12. Februar und 26. - 29. April 2006

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen In Zusammenarbeit mit dem Helmholtz – Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt Universität Berlin und der Stadt für Wirtschaft, Wissenschaft und Medien Adlershof

Internetseiten www.sophiensaele.com

TUSCH 2005

Partnerschaft zwischen Berliner Bühnen und Schulen

 

TUSCH eröffnet Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Zugang zu Theater als Kunstform und Kunstbetrieb und erweckt in ihnen "Theaterbegeisterung für das ganze Leben".

 

TUSCH ist ein Partnerschaftsprojekt zwischen 22 Berliner Bühnen und 33 Schulen. Es hat zum Ziel, junge Menschen aktiv in künstlerische Abläufe und konzeptionelle Prozesse der Theater- und Opernhäuser einzubinden und durch das unmittelbare Erleben und Erproben künstlerische, soziale und kognitive Kompetenzen heranzubilden.

 

TUSCH leistet mit dem Medium Theater einen wichtigen Beitrag zur ästhetischen Bildung. Gestärkt werden öffentliche Handlungsmöglichkeiten, welche einerseits die Partizipation am kulturellen Leben der Stadt befördern und anderseits Raum für Kreativität und Phantasie lassen.

 

TUSCH zeigt den jungen Menschen, dass Theater eine Alternative (nicht Konkurrenz) zu Film, Fernsehen und PC darstellt, weil es lebendig, dialogisch, streitbar und spielerisch ist.

 

TUSCH macht andererseits die Berliner Bühnen neugierig auf die Ansichten, Meinungen, Interessen und Erfahrungen der jungen Menschen. In der intensiven Begegnung mit Schülerinnen und Schülern bekommen sie einen Zugang zu jungen Sichtweisen und kritischen Standpunkten, aus denen Impulse für die eigenen Inszenierungsprozesse und Spielplangestaltungen erwachsen.

 

Ausgehend von dem Grundgedanken, dass ein dauerhaftes, intensives Interesse für das Bühnengeschehen am besten über einen sehr engen Kontakt zwischen einem Theater und einer Schule entstehen kann, werden Partnerschaften über mehrere Jahre geschlossen. In der dauerhaften Kooperation werden den Kindern und Jugendlichen das künstlerische Medium und dessen spezifische Gestaltungsweisen begreifbar gemacht. Theater - also der Ort, die Menschen und ihre gemeinsamen Produkte - wird zu einer Einheit und in dem Bewusstsein der jungen Menschen zu einer ganzheitlichen Erfahrung, die viele Bereiche des Lebens prägt.

 

Neben der Partnerschaftsgemeinschaft zwischen einer Schule und einem Theater bietet das Projekt auch umfangreiche Ansätze und Möglichkeiten, damit alle Schulen und Theater untereinander in Kontakt treten und sich eine stadtweite Interessenplattform zum Austausch von Erfahrungen im Theaterbereich bildet. Statt miteinander in Konkurrenz zu treten, bündeln alle Theater ihre Angebote in gemeinsamen Programmen und Theatertagen, so dass einzigartige Synergien zwischen den schulischen und kulturellen Einrichtungen entstehen.

 

 

 

Die TUSCH-Theater

 

Deutsches Theater/ Kammerspiele DT; Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz; Schaubühne am Lehniner Platz; Maxim Gorki Theater; Berliner Ensemble; Theater an der Parkaue; Vaganten Bühne; Tribüne; theater 89; Komische Oper; Grips Theater; theater strahl; Schaubude Puppentheater Berlin; Neuköllner Oper; Theater des Westens; die Gorillas-Impro-Theater; Hebbel am Ufer HAU 1 HAU 2 HAU 3; Friends of Italian Opera; sophiensaele; Staatsoper Unter den Linden; Deutsche Oper Berlin; Hans Wurst Nachfahren, Dock 11

Antragsteller/in JugendKulturService GmbH

Veranstaltungstermin Februar - Juni 2005

Veranstaltungsort PUMPE sowie diverse Berliner Theater u. Operhäuser

Förderbetrag 28.000 €

Internetseiten www.tusch-berlin.de

Vabanque - Ein Stück mit deutschen und polnischen Bankräubern über 70

Auf der Bank lagert im Übermaß was vielen mangelt: Geld. Im Kapitalismus ist Geld die Maßeinheit für Glück. Während sich heute alte Menschen den Vorwurf gefallen lassen müssen, Zeit und Geld im Überfluss zu besitzen, rumoren die „Alten von morgen“ im Bewusstsein der Gesellschaft: Viel Zeit werden sie haben, aber wenig Geld. In Vabanque greifen acht Senioren zur magischen Abkürzung und sichern sich ihre Zukunft mit einem Bankraub. Vabanque spitzt die Fragen nach dem Wert und Visionen des Alters zu. Die sozialen Desperados der Zukunft werden zu Experten und Heldenfiguren.

Das Stück basiert auf einer Interviewrecherche mit Menschen zwischen 4 und 98 Jahren und Texten der Autoren Olga Tokarczuk und Raphael Urweider.

 

Sandra Strunz (35), Regiestudium in Hamburg, freie Produktionen an der Kampnagelfabrik Hamburg und in der Kaserne Basel, Inszenierungen u.a. am Schauspiel Frankfurt, Schauspielhaus Hamburg, Staatstheater Stuttgart, Schauspiel Hannover.

 

Viola Hasselberg (35), Studium der angewandeten Kultur- und Theaterwissenschaften in Hildesheim, Stipendium des DAAD in Krakau, als Schauspielerin beteiligt an deutsch-polnischen Theater-Koproduktionen, journalistische Arbeiten in Polen und Deutschland, Dramaturgin am Luzerner Theater und z.Zt. am schauspielhannover.

 

Olga Tokarczuk, (40), studierte Psychologie und ist die populärste Autorin ihrer Generation in Polen. Sie gewann mehrfach den begehrten Nike-Preis, von vier Romanen wurden zwei ins Deutsche übersetzt („Ur und andere Zeiten“ und zuletzt „Taghaus, Nachthaus“). Tokarczuk schreibt in der Tradition von Bruno Schulz und Franz Kafka, ihr Stil wurde als magischer Realismus bezeichnet. Mit einem DAAD Stipendium war sie anderthalb Jahre zu Gast in Berlin. Grenzbeziehungen haben sie immer interessiert, Tokarczuk lebt in einem kleinen Dorf im Sudetenland im letzten Haus vor der Grenze.

 

Eine Koproduktion von schauspielhannover, Sophiensaele Berlin, Wroclawski Teatr Wspólczesny und DepArtment. Realisiert aus Mittel des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Adam Mickiewicz Instituts und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Antragsteller/in Viola Hasselberg und Sandra Strunz

Veranstaltungstermin 16. - 26. Juni 2005

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 70.000 €

Internetseiten www.sophiensaele.com

WMF. Wiedersehen macht Freude.

Seit 12 Monaten haben sie jeden Menschen, dem sie mehr als einmal begegnet sind, befragt, wo er ist, wenn er außer sich ist, wenn er neben sich steht, wenn er sich nicht ganz bei sich fühlt. Nun ist die Kapazitätsgrenze der Festplatte erreicht. "WMF. Wiedersehen macht Freude" ist die Präsentation ihrer Sammlung selbstvergessener Orte: Ein Sprechtheaterstück für 12 Schauspieler, 12 Tische, sowie einen 12 Spur Audio Sequenzer.

Antragsteller/in Stefanie Lorey und Bjoern Auftrag

Veranstaltungstermin 21. Juni - 26. Juni 2005

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 35.000 €

Internetseiten www.hebbel-theater.de