Designmai Symposium "Blueprints of Tomorrow"

Dieses Jahr wird geprägt von der Präsenz einer Persönlichkeit, der sich niemand entziehen kann. Ein gigantischer, auf offizieller Ebene installierter Scheinwerfer richtet sich auf sie und präsentiert uns stolz die gesamte Bandbreite der Be-, Aus- und Durchleuchtungskunst. Mal grell die bisher gut verborgenen Details hervorhebend, vermag er im nächsten Moment weichzeichnend alle harten Konturen zu verwischen, spielt zwischendurch mit der Idee der Erleuchtung, nicht ohne sich gelegentlich sogar an der Andeutung eines Heiligenscheins zu versuchen. Die Person, die 2005 auf allen Kanälen gewürdigt wird, heißt Albert Einstein. Vor genau 100 Jahren hat der berühmte Physiker seine Spezielle Relativitätstheorie vorgelegt und damit das Weltbild – und nicht nur das der Physik – revolutioniert.

 

Mit Einsteins Infragestellung scheinbar unveränderbarer Faktoren wie Raum und Zeit und den daraus resultierenden Erkenntnissen wurde eine Blaupause der Zukunft geschaffen: ein Bauplan für weitere Gedankenexperimente, die innerhalb sämtlicher Disziplinen ein ganzes Spektrum unvorhersehbarer Möglichkeiten zugelassen haben und es weiterhin tun – in den Naturwissenschaften ebenso wie in der Philosophie, der Bildenden und Darstellenden Kunst, und nicht zuletzt in Architektur und Design.

 

Die Frage nach der Entstehung und den Konsequenzen solcher zukunftsprägender Blaupausen hat den DESIGNMAI (Berlin) und das Einstein Forum (Potsdam) in diesem Jahr dazu bewogen, gemeinsam das SYMPOSIUM „Blueprints of Tomorrow“ zu veranstalten. Im Rahmen des Auditoriums werden am 6. und 7. Mai Perspektiven aus der Gestaltung und der Kunst, den Geistes- und Naturwissenschaften, der Wirtschaft und den Medien zusammengeführt, um sich einer zentralen Fragestellung zu widmen: Welche Chancen, Risiken und somit auch Verantwortungen erwachsen aus dem menschlichen Bedürfnis, mit der Realisierung von Visionen die Zukunft gestalten zu wollen? Im Lichtkegel des Designmai stehen die Designer als Impulsgeber von morgen. Dabei gilt herauszufinden, bis zu welchem Punkt Designer sich von den Verheißungen einer selbst entworfenen Zukunft blenden lassen und wie viel Verantwortung sie bereit sind, dafür zu übernehmen.

 

Veranstaltungsort des SYMPOSIUMS sind die Edison-Höfe, in denen 1884 der glamouröse Aufstieg des elektrischen Glühlichts seinen Anfang nahm. Das SYMPOSIUM fungiert dabei als ein temporäres Panoptikum gegenwärtiger Visionen, die sowohl die kreative Gestaltung der Umwelt, des Lebens und der Arbeit als auch die des menschlichen Körpers umfassen.

 

Im Vorfeld stand die Frage nach der künftigen Bedeutung, die der Kreativität und Gestaltungskompetenz in den Systemen der Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zuteil wird. Wie würde sich eine Ökonomie der Kreativität darstellen? Welches sind die neuen Instrumente der gestalterischen Einflussnahme? Welche Denk- und Handlungsschemata der unterschiedlichen Systeme und Disziplinen können im Hinblick auf das menschliche Streben nach Fortschritt in Wechselwirkung treten? Fragen der Kontrolle und strategischen Nutzung von Kreativität gehen dabei einher mit der kritischen Hinterfragung alternativer Arbeits- und Ausbildungsstrukturen, die mehr Gestaltungsinitiative des Einzelnen voraussetzen und somit auch dessen Einfluss und Autonomie erhöhen können. „Wichtig ist“, so Einstein, „dass man nicht aufhört zu fragen“.

 

Einstein war ein genialer Gestalter, weil er frei genug dachte, um die vorhandenen Parameter und Ressourcen einer Neudefinition zu unterziehen und in eine Form und Beziehung zueinander zu bringen, die den Anforderungen und natürlichen Regeln der modernen Welt entsprachen. Dass derlei Gestaltungsprozesse oftmals von nicht unproblematischen Folgen überschattet werden, erhöht die Notwendigkeit nach fortlaufender kritischer Auseinandersetzung mit dem Thema Design. Gnadenlos grelles Licht ist gefragt.

 

Inga Wellmann ist Geschäftsführerin des Einstein Forums, Potsdam. Das Einstein Forum wurde 1993 als Stiftung des Öffentlichen Rechts gegründet. Den Geist des Nobelpreisträgers hält das Einstein Forum wach, indem es die besten Denker unserer Zeit dazu einlädt, gemeinsam das zu tun, was der Universalist Einstein noch in einer Person verband: über die Grenzen hinweg mit neuen Ideen zu experimentieren.

Antragsteller/in Transform - Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 6. + 7. Mai 2005

Veranstaltungsort Edison-Höfe

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.designmai.de/2...05/symposium

Import Export. Wege des Kulturtransfers zwischen Indien und Deutschland, Österreich

*Import Export

Kulturtransfer zwischen Indien und Deutschland, Österreich

Symposium, Filmreihe, Ausstellung, Musik

 

Indien und das deutschsprachige Europa verbindet eine lange Geschichte von wechselseitigen Zuschreibungen und Phantasmen. Import Export initiiert einen Polylog, der die politischen Dimensionen des Kulturtransfers ebenso thematisiert wie die kulturellen Implikationen von Wirtschaftsbeziehungen und Wissenstransfer. Nach den beiden ersten Stationen in Bombay und Wien spannt sich nun in Berlin eine imaginäre Leinwand auf und thematisiert jene kaleidoskopartigen Projektionsflächen, die das Verhältnis zwischen den beiden Kulturkreisen charakterisieren.

 

Schwerpunktthema des Berliner *Symposiums *ist die Repräsentation indischer Diaspora in Deutschland, von den anti-britischen Koalitionen der indischen Unabhängigkeitsbewegung mit dem deutschen NS-Regime, bis zur Identitätssuche von Indern der zweiten Generation in virtuellen Räumen wie "theinder.net". Aus der Perspektive der Globalisierung werden aktuelle Entwicklungen im Verhältnis zwischen Indien und Deutschland untersucht - Verschiebungen im NGO-Sektor genau wie im Einflussbereich der Weltmärkte, deren Zentren sich gen Süden verschieben.

 

Indien und Filmindien, Europa und Filmeuropa: zwischen diesen Welten ist das *Filmprogramm *angesiedelt. Indien hat westliche Filmschaffende seit der frühen Stummfilmzeit als Schauplatz, Kulisse und Sehnsuchtsort inspiriert. Und auch im indischen Kino spielt “der Westen” eine wichtige Rolle: als romantischer Fluchtpunkt für Liebende, als kultureller Ursprung des Sittenverfalls, als Inspirationsquelle für Remakes à la Bollywood. Die Filmreihe zeigt eine Auswahl von Klassikern, Kultfilmen und eine dokumentarische Ausgrabung. Desweiteren werden die drei Film-Essays, die im Rahmen von Import Export entstanden sind, in Deutschland erstaufgeführt. Zu jedem Film wird es eine Einführung geben.

 

Import Export ist ein Gemeinschaftsprojekt der Werkleitz Gesellschaft e.V. in Halle/Saale, Majlis in Bombay, DeEgo in Wien und dem Haus der Kulturen der Welt in Berlin. KuratorInnen Berlin Chapter: Merle Kröger und Dorothee Wenner

 

gefördert durch ECCP und EU

 

 

Detaillierte Programminformationen unter

 

Antragsteller/in Haus der Kulturen der Welt

Veranstaltungstermin 11. - 14. August 2005 Berlin 19. - 22. Mai 2005 Wien 25. - 27. März 2005 Bombay

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 80.400 €

Kooperationen Werkleitz Gesellschaft e.V. in Halle/Saale; Majlis, Bombay; DeEgo, Wien; Haus der Kulturen der Welt, Berlin

Internetseiten www.im-export.net

SaraySosyal / Is (My) Home (Is) My Castle

"Das Schloss lag nicht in Berlin, Berlin war das Schloss" W. J. Siedler

 

.....oder anders gesagt: was für ein Berlin wäre das, welches sich mit einem Schloß identifizieren müsste?

 

In sozialen Brennpunkten wie dem Neuen Kreuzberger Zentrum (NKZ) am Kottbusser Tor stellt sich diese Frage mit besonderem Nachdruck. Das Projekt SARAYSOSYAL (türk. Sozialschloß) setzt sich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung und dem symbolischen Wert von herrschaftlicher Repräsentationsarchitektur und modernen, sozialen Wohnburgen auseinander. Warum hat die alte Herrschaftsarchitektur Konjunktur und wird durchweg positiv, die Betonästhetik der Moderne überwiegend negativ wahrgenommen?

 

Mit umfangreichen künstlerischen Interventionen untersucht SARAYSOSYAL das Spannungsfeld polarisierender Ästhetik im gesellschaftspolitischen Raum. SARAYSOSYAL geht der Frage nach, ob ein Durchbrechen der Wahrnehmungsmuster möglich ist und in den Prozess der Symbolentstehung eingegriffen werden kann.

Antragsteller/in Berliner Club für Semiotik, Medien und Kulturtechnik, Matthias Ott

Veranstaltungstermin 7. - 30 April 2005

Veranstaltungsort Neues Zentrum Kreuzberg

Förderbetrag 28.000 €

Internetseiten www.saraysosyal.de