David Nash - Retrospektive

In Zusammenarbeit mit dem Gerhard-Marcks Haus in Bremen stellt die Stiftung für Bildhauerei erstmals in Deutschland das Werk des britischen Künstlers und Holz-Bildhauers David Nash retrospektiv vor und widmet diesem Künstler die große Jahresausstellung der Stiftung.

Antragsteller/in Stiftung für Bildhauerei

Veranstaltungstermin 25. Januar - 21. März 2004

Veranstaltungsort Georg-Kolbe-Museum

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.faktorkunst.de/stiftungstiftung-bildhauer...ktorkunst.de

Félix González-Torres und die Formulierung von Kunst der 90er

Anlässlich des 10. Todestages Felix Gonzalez-Torres präsentiert das RealismusStudio der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst eine umfangreiche Retrospektive im Hamburger Bahnhof. Der Künstler wurde seit 1988 von dem RealismusStudio in insgesamt fünf Ausstellungen (davon zwei Einzelausstellungen) vorgestellt. Die Ausstellung „Felix Gonzalez-Torres und die Formulierung der Kunst der 90er Jahre“ konzentriert sich auf die semitemporären und reproduzierbaren Werke des Künstlers sowie auf eine Auswahl seines fotografischen Schaffens.

Felix Gonzalez-Torres war einer der bedeutendsten Künstler Amerikas der 1990er Jahre. Seine scharfe Beobachtungsgabe der gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Situation und sein Vermögen diese komplexen Sachverhalte in unspektakuläre Formen zu übersetzen, sind charakteristisch für sein Werk. Ästhetisch ausgefeilt und sozial provokativ, entwickelte er minimalistische Strategien und fügte diesen persönliche, soziale und politische Bedeutung hinzu. Mit seiner Arbeit leistete Felix Gonzalez-Torres in den 90er Jahren einen wichtigen Beitrag zur kritischen Rezeption desM inimalismus und der Konzeptkunst als politisch motivierte Kunstformen.

Das Prinzip, über die Begrenzungen des traditionellen Kunstraums hinaus künstlerisch tätig zu sein, war elementarer Bestandteil seiner Arbeiten. Dies zeigte sich zum Beispiel in den billboard Projekten im öffentlichen Raum, bei denen er sich subversiv ästhetischer Marketingstrategien bedient und dabei Fragen von „privat“ und „öffentlich“ zur Diskussion stellt.

Das Auslöschen von Geschichte, die Effizienz des politischen Systems, Geschlechterfragen und Homosexualität, die Allgegenwart von Ideologie und der Aids-Krise kulminieren in Felix Gonzalez-Torres künstlerischem Schaffen und Handeln. Die inhaltliche und formale Offenheit seiner Objekte und Fotografien steht seinen politischen Statements und privaten Erfahrungen gegenüber. Er überlässt es den BetrachterInnen seine Arbeiten so zu interpretieren wie sie es wollen, wissend, dass diese Auslegungen abhängig sind von ihrem kulturellen und sozialpolitischen Kontext.

Felix Gonzalez-Torres fordert die RezipientInnen auf sein Werk aktiv mitzugestalten und stellt somit die Unantastbarkeit des Kunstwerkes in Frage. Arbeiten wie die stacks (Papierstapel) und candy spills (Bonbonschüttungen) entfalten erst ihre ganze Bedeutung und Funktion, indem man sich ihrer bedient. Blätter und Poster können nach Hause getragen, Bonbons verzehrt werden Dieses Konzept ist die Konsequenz einer Werkikonografie, die immer Verlust, Vergänglichkeit, Erinnerung und Tod als Motive einschließt. Die Tatsache, dass im Laufe der Ausstellung die Werke vor den Augen ihrer BetrachterInnen verschwinden, assoziiert die Endlichkeit menschlicher Existenz.

Antragsteller/in Neue Gesellschaft für Bildende Kunst e.V.

Veranstaltungstermin 1. Oktober 2006 - 9. Januar 2007

Veranstaltungsort Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.ngbk.dewww.hamburgerbahnhof.de

Fun Palace of the Republic - Urbane Kommunikationsräume für das 21. Jahrhundert

Der vom britischen Architekten Cedric Price entworfene Fun Palace von 1961 war eine radikal neue Vision für urbane Kommunikationsräume, ohne die später realisierte Gebäude wie das Centre Pompidou in Paris undenkbar gewesen wären. Price schlug vor, die aus dem 19. Jahrhundert ererbten Kulturinstitutionen wie Theater, Museum und Universität neu in einer temporären und für alle offenen Großstruktur zu kombinieren. Die Architektur dieses Laboratoriums war kein fertiges Objekt, sondern eine sich immerfort wandelnde Struktur, die auf die Erfordernisse der sich verändernden Nutzungen reagiert. Das Konzept des Fun Palace nehmen wir als Ausgangspunkt für ein Nachdenken und Brainstorming über mögliche mittel- und langfristige Perspektiven von Schlossplatz und Palast der Republik in Berlin. Welche Kommunikationsräume braucht unsere Gesellschaft? Welche Antworten werden hierzu gegenwärtig in Asien, Afrika, Amerika oder Osteuropa gefunden? Welche der im Rahmen von Volkspalast getesteten Programme und Konzepte können langfristig eine Rolle für diesen Ort spielen? Was sind mögliche Zukünfte des Ortes?

 

Kuratoren: Philipp Misselwitz, Hans-Ulrich Obrist, Philipp Ostwald, Stefan Rethfeld

 

Antragsteller/in Stefan Rethfeld

Veranstaltungstermin 16. - 17. Oktober 2004

Veranstaltungsort ehem. Palast der Republik

Förderbetrag 39.500 €

Internetseiten www.volkspalast.com

Fun Palace of the Republik, Oktober 2004 im Palast der Republik

Homeless

Milovan Markovic

HOMELESS BERLIN 2006

Transfigurative Malerei im öffentlichen Raum (Checkpoint Charlie) und in der

Galerie Kai Hilgemann

 

Freitag, 28. April

17 Uhr: Enthüllung des Portraits "Peter Scheller" in der Zimmerstrasse 89,

Checkpoint Charlie (PVC-Banner, 12m x 24m).

18 - 22 Uhr: Ausstellungseröffnung in der Galerie.

 

Ausstellungsdauer:

28. April - 10. Juni

 

Öffnungszeiten

Dienstag - Samstag, 11 - 18 Uhr

Sonntag 30. April, 11 - 18 Uhr

 

Homeless Berlin besteht aus einer Serie transfigurativer Portraits obdachloser Männer in Berlin. Neben einer Grossinstallation (PVC-Banner, 12m x 24m) am Checkpoint Charlie werden acht einzelne Bilder (Pigment auf Leinen, 250x86 cm), Druck-Editionen, Videointerviews und Photos in der Galerie Kai Hilgemann präsentiert.

 

Sie leben unsichtbar unter Brücken und in U-Bahnschächten und bauen ihre Hütten auf Brachflächen und Hinterhöfen ­ die Obdachlosen Berlins. Der Künstler Milovan Markovic hat sie aufgesucht, interviewt und gemalt. So entstand eine Serie eindrucksvoller Portraits, die nicht nur über den Lebensweg der Männer Auskunft geben, sondern auch über ihr sozio-kulturelle Umfeld. Beide Elemente einzufangen in einem intensiven Portrait ist das Ziel Markovic' Arbeiten. Aus dem transkribierten Lebensbericht des obdachlosen Mannes wird eine Textpassage ausgewählt, die die Persönlichkeit des Menschen, die Umstände seines Scheiterns und den Einfluss der Kultur und Gesellschaft des Landes erfasst. Mit Pigmentfarben auf Leinen aufgetragen, werden die Texte zu transfigurativen Portraits unsichtbarer Menschen moderner Großstädte. Auf einem Banner im Herzen der Stadt präsentiert, erzählt das Portrait von einem anderen Leben und hinterfragt dabei die Funktionsweisen und Repräsentationsmechanismen unserer Gesellschaft. So unterschiedlich, wie die persönlichen Lebensgeschichten der Portraitierten sind, so sehr ähnelt sich ihre Präsenz innerhalb des sozialen Gefüges der Städte: Sie sind unsichtbar. Ökonomisch spielen sie keine relevante Rolle und sind daher gesellschaftlich nicht vertreten. Während die Erfolgreichen im Großformat tausendfach von den Häusern und Werbeflächen der Metropolen strahlen und dabei die Fahne der kapitalistischen Produktions- und Verwertungsgesellschaft tragen, finden die Gescheiterten dieser Gesellschaft keine Beachtung.

Markovic dreht diese Politik der Repräsentation um. Durch seine Portaits obdachloser Männer erhebt er den seiner sozialen Stellung beraubten Mensch zur Ikone und stellt ihn den allgegenwärtigen Prototypen der Erfolgsgesellschaft gegenüber.

 

Antragsteller/in Milovan Markovic

Veranstaltungstermin 28. April - 10. Juni 2006

Veranstaltungsort Galerie Kai Hilgemann

Förderbetrag 40.000 €

Jetzt und zehn Jahre davor

Eine Ausstellung zu Verhältnissen von Kulturproduktion und Stadtentwicklung

 

Rekonstruktionen von Art Club 2000, Botschaft e.V., Freies Fach / An Architektur, Trap, Octavian Trauttmansdorff

 

Arbeiten und Materialien von Charlie Ahearn und Jane Dickson, Gary Azon, Juliet Bashore, Gretchen Bender, Mike Bidlo, Jim C, Tseng Kwong Chi, George Condo, Arch Connelly, Martha Cooper, Friesenwall 120, Day Gleeson und Dennis Thomas, Archives of Group Material, Becky Howland, Vereinigte Varben Wawavox/K77, KuLe/Mount Warning, Louise Lawler, Mark Morrisroe, Kembra Pfahler, Sonic Youth, Philip Taaffe und Thiery Cheverny, Martin Wong.

 

Filme von Charlie Ahearn, David Blair und Mike Bidlo, Ellen Cooper und Kiki Smith, Vivienne Dick, Amos Poe, Yvonne Rainer, Tommy Turner und David Wojnarowicz, zusammengestellt von Katrin Pesch.

 

present just past. metal-sculptures and photography ecetera mit Rupert Altenburger, Dirk Bell, Bernadette Corporation, Clegg & Guttmann, Alexander Dammeyer, Martin Eberle, Sergej Jensen, Annette Kelm, Jutta Koether, Frank B. Lyte, Michaela Meise, Johannes Peschken und Wolfram Kühn, Jänis M. Pohl, Juliane Solmsdorf, Josef Strau, Wolfgang Tillmans, Suse Weber, Amelie von Wulffen und Henning Bohl.

 

Comparative Studies von Bernadette Corporation, Endre Aalrust, Janne Lervik und Andreas Dalen, Gardar Einarsson und Matias Faldbakken, Reverend Jen Miller, Nils Norman und Stephan Dillemuth, Carissa Rodriguez und Jodi Busby.

 

Die Ausstellung wird von Axel John Wieder, Gertrud Berlin und Josef Strau organisiert.

 

Das New Yorker East Village in den frühen Achziger Jahren und Berlin-Mitte etwa zehn Jahren später wurden innerhalb kürzester Zeit zu international bedeutenden Orten für die Kulturproduktion und den Kunsthandel umgebaut und aufgewertet. Die Ausstellung Jetzt und zehn Jahre davor untersucht diese Entwicklungen aus der Perspektive künstlerischer Debatten. Sie reflektiert die politische Bedeutung dieser stadträumlichen Veränderungen und ihre diskursive Dimension im Verhältnis von Kunstproduktion und Stadtentwicklung.

 

Solche Aufwertungsprozesse von Stadtvierteln werden als Gentrification bezeichnet. In der Regel durch eine bohemistische Nutzung vorbereitet, sind sie von der Vertreibung bisheriger BewohnerInnen und einer intensiven Kapitalisierung des Raumes gekennzeichnet.

 

Die Ausstellung Jetzt und zehn Jahre davor versammelt künstlerische, architektonische und aktivistische Arbeiten und Projekte, die sozialräumliche Veränderungen durch Aufwertungsprozesse reflektieren.

 

Die Ausstellung spannt sich über drei methodische Felder. Ein historischer Teil dokumentiert dynamische Phasen der Gentrifizierung mit zentralen Projekten, künstlerischen Arbeiten und Materialien. Ein zweiter Teil setzt sich mit dem Phänomen des Gerade-Vergangenen auseinander. Er präsentiert Metallskulpturen, die das Erscheinungsbild Berlins in einer Phase noch offener Eigentumsfragen bestimmt hatten - zusammengesetzt aus leicht verfügbaren, nicht mehr verwendeten Resten aus privatem und industriellem Gebrauch. Die Präsentation wird mit zeitgenössischen künstlerischen Arbeiten kontextualisiert.

 

Ein dritter Teil – Comparative Studies – versucht die regionalen und identitären Konstruktionen von Boheme und Stadt in ein Verhältnis zu opaken, selbstorganisierten und kollektiven Produktionen zu setzen.

Antragsteller/in Axel John Wieder / pro qm

Veranstaltungstermin 27. November 2004 - 9. Januar 2005

Veranstaltungsort KW Institute for Contemporary Art

Förderbetrag 80.000 €

Internetseiten www.kw-berlin.de

Katharina Sieverding - Close Up

Am 1. Oktober 2005 eröffnen die KW Institute for Contemporary Art Katharina Sieverding: Close up. Close up wurde bis Ende Februar diesen Jahres im P.S.1\MoMA gezeigt und war die erste umfassende Einzelausstellung der Künstlerin in New York. Vom 2. Oktober bis 27. November 2005 wird sie in veränderter und durch Arbeiten im Außenraum ergänzter Form in den KW präsentiert.

 

Die 1944 in Prag geborene Katharina Sieverding hat mit ihrem Werk wesentlich zur Erweiterung des Kunstbegriffs beigetragen und ist durch die beispiellose Konsequenz mit der sie ihr fotografisch, zum Teil extrem vergrössertes und auf vielfältige Weise manipuliertes Porträt seit den 1960er Jahren einsetzt, international bekannt geworden. Darüber hinaus war ihre Arbeit immer wieder (erinnert sei an die in Zusammenarbeit mit den KW durchgeführte Plakat-Aktion Deutschland wird Deutscher im Jahr 1995) Auslöser für Reflexionen über die gesellschaftliche, politische, soziale und kulturelle Gegenwart. Katharina Sieverding ist überzeugt, dass politisches Engagement eine wesentliche Verantwortung zeitgenössischer künstlerischer Praxis ist und, dass künstlerische Praxis die Aufgabe hat, vielschichtige Positionen zu entwickeln, die die beschleunigten Prozesse der Gegenwart nicht nur abbilden, sondern auch kritisch hinterfragen.

 

Die Ausstellung Close up gibt die einmalige Möglichkeit den kinematographischen Aspekt in Sieverdings Arbeit zu sehen. In diesem Zusammenhang seien beispielhaft die großformatigen Selbstportraits wie Transformer (1973/74), der Stauffenberg-Block (1969) oder Die Sonne um Mitternacht schauen (1973) genannt. Damit bietet die Ausstellung einen umfassenden Überblick ihrer Arbeit vom Ende der 1960 Jahre bis heute. Neben einigen ihrer bedeutendsten fotografischen, seriellen Installationen werden frühe Filme wie China, September – Oktober 1978 Beijing, Yanan, Xian, Luoyang (1978 von Klaus Mettig/Katharina Sieverding) präsentiert. Darüber hinaus wird Katharina Sieverding in einem kuratierten Archivraum den Besucherinnen und Besuchern eine umfassende Dokumentation ihrer eigenen Arbeit im Kontext des politischen und sozialen Klimas der 1960er und 1970er Jahre zur Verfügung stellen.

 

Die Ausstellung wird von Alanna Heiss, Direktorin des P.S.1\MoMA mit Amy Smith Stewart, Kuratorin des P.S.1\MoMA und Daniel Marzona, freier Kurator, kuratiert und ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit der KW Institute for Contemporary Art mit dem P.S.1\MoMA, New York.

 

Anlässlich der Ausstellung ist ein von Klaus Biesenbach herausgegebener Katalog erschienen, der auf über 550 Seiten mit mehr als 400 ganzseitigen farbigen Abbildungen eindrucksvoll die frühen Bildfindungen von Katharina Sieverding vorstellt. Er enthält u.a. Beiträge von Norman Bryson, Sabeth Buchmann, Katja Diefenbach, Alanna Heiss, Brian O´Doherty und Abigail Solomon.

Preis in den KW: 39,95 Euro

Der Katalog verdankt sich der grosszügigen Unterstützung durch die Kunststiftung Nordrhein Westfalen, Düsseldorf.

Antragsteller/in Kunst-Werke Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 2. Oktober - 27. November 2005

Veranstaltungsort KW Berlin

Förderbetrag 225.400 €

Kooperationen Close Up wurde durch die großzügige Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds Berlin, sowie von Rosa und Gilberto Sandretto und Julia Stoschek ermöglicht.

Internetseiten www.kw-berlin.de

Künstler-Lounges auf dem ART FORUM BERLIN 2004

Auf dem ART FORUM BERLIN 2004 wurden vier Installationen von vier internationalen KünstlerInnen geschaffen, die begehbare Kunstwerke/Räume waren und zugleich als Ruhezonen oder Kommunikationsorte dienten. Ziel war es, Künstlern und Künstlerinnen die Möglichkeit zu bieten, großzügige und ungewöhnliche Raumkonzepte zu verwirklichen, die über die Ausstellungsmöglichkeiten einer Galerie oder eines Messestandes hinausgehen und den besonderen Reiz ortspezifischer Projekte einem breiten internationalen Fachpublikum und allen Kunstliebhabern vermitteln.

 

Antragsteller/in EAP European Art Projects

Veranstaltungstermin 18. - 22. September 2004

Veranstaltungsort ART-FORUM Berlin, Deutschlandhalle

Förderbetrag 27.000 €

Internetseiten www.messe-berlin.deinfo@art-forum-berlin.de

MAKROSKOP

MAKROSKOP wurde als interaktive Bild-Klang-Installation von den Künstlern Boris Hars-Tschachotin und Hannes Nehls entwickelt und wird im Museum für Fotografie erstmals ausgestellt. MAKROSKOP präsentiert sich dem Besucher in Form einer Spirale, die als geschwungenes Band weit in den Raum des Kaisersaals greift.

Die Installationsarchitektur orientiert sich in ihrer formalen Gestaltung an Modellen aus der Naturwissenschaft. Ihre Spiralform provoziert Assoziationen mit der geometrischen Struktur der Doppelhelix, die als Modell der DNA zum Symbol der Genforschung wurde. Der Installationskörper setzt sich aus einzeln verspannten, vom Zentrum nach außen hin sich vergrößernden Bildfeldern zusammen und zieht den Betrachter ins Innere, einem Wirbelwind gleich, der aus feinsten Asche- und Staubpartikeln geformt ist.

Ihre narrative Aufladung erhält die Installation durch die projizierten und aufeinander abgestimmten Bild-Ton-Sequenzen. Thematisch greifen sie das Leben und Wirken des russischen Mikrobiologen und gesellschaftlichen Visionärs Sergej Tschachotin (1883-1973) auf. Im Spannungsfeld von Wissenschaft und Gesellschaft, von politischem Engagement und schicksalhaften biografischen Verstrickungen spiegelt dessen Lebensweg in seiner Vielseitigkeit und Verwicklung, Widersprüchlichkeit und Zerrissenheit essentielle Zusammenhänge des 20. Jahrhunderts.

Den visuellen Nukleus bilden Fotografien aus dem privaten Bildarchiv Sergej Tschachotins. Die digital bearbeiteten Panoramen, Fragmente und Collagen werden im MAKROSKOP verdichtet und ermöglichen dem Betrachter ein spielerisches Arrangieren und Fokussieren der für Tschachotins Lebensweg zentralen Themen Wissenschaft, Politik und Familie. Das MAKROSKOP wird hierbei zu einem schwebenden Leuchttisch, auf dem sich die Bildfelder so assoziativ wie dynamisch zusammenführen lassen. Das eigens entwickelte Sensorsystem (Matt Karau) und die visuelle Programmierung (Gregor Blahak) ermöglichen es dem Betrachter, durch die Berührung der leuchtenden Skulpturoberfläche die Bilder zu verändern, um sie so individuell zu schichten und zu vertiefen. Dem Bildfluss in das Zentrum der Spirale folgend, kann er die Dichte der aufblitzenden Zusammenhänge neu ausloten und beeinflussen. Individuum und Familienbande, Masse und Macht, Erkenntnis und Verblendung, Forscherdrang, Sehnsucht, Zerrissenheit, Flucht und Neuanfang – Wirbelwinde (VFX: Andreas Schuster) verbinden die einzelnen semantischen Felder, leiten über und fungieren als visuelle Blende. Analog zur architektonischen und bildlichen Gestaltung arbeitet auch die Klang-Ebene (zeitblom/pure) fragmentarisch und assoziativ. Im Zusammenspiel aus Bild, Ton und Betrachter entsteht ein interaktiver Erlebnisraum, in dem sich die Spuren einer fast in Vergessenheit geratenen Biografie zu einem audiovisuellen Psychogramm des 20. Jahrhunderts verdichten lassen.

Eine begleitende Fotoausstellung mit Bildern aus dem Nachlass Sergej Tschachotins ergänzt die Installation.

 

Antragsteller/in Boris Hars-Tschachotin

Veranstaltungstermin 4. Februar bis 23. April 2006

Veranstaltungsort Museum für Fotografie Berlin

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen Schering Stiftung Staatliche Museen zu Berlin

Internetseiten www.makroskop.org

Sophie Calle - Retrospektive

Vom 10. September 2004 bis zum 13. Dezember 2004 wurde im Martin-Gropius-Bau in Berlin als erste Station in Deutschland die Retrospektive der 1953 in Paris geborenen Künstlerin Sophie Calle, einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart, gezeigt. Die Ausstellung verband auf einzigartige Weise die Präsentation älterer Arbeiten, die in den 70er und 80er Jahren entstanden sind, mit neuen, eigens für das Centre Pompidou entstandenen bzw. produzierten Arbeiten. Sie umfasste einen Zeitraum von mehr als 25 Jahren und war die erste umfassende Werkschau der Künstlerin in Deutschland. Sophie Calle ist zugleich Fotografin, Schriftstellerin, Detektivin und Soziologin. Bereits im Jahr 2002 wurde sie mit dem Spektrum-Preis der Stiftung Niedersachsen ausgezeichnet. Charakteristisch für die Arbeiten der Künstlerin ist die Assoziation von Text und Bild bzw. Fotografie und Schrift. Veranstaltet von den Berliner Festspielen.

 

Antragsteller/in Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin GmbH - Berliner Festspiele

Veranstaltungstermin 10. September - 13. Dezember 2004

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 230.000 €

Internetseiten www.kbberlin.dewww.gropiusbau.depost@gropiusbau.be...estspiele.de

Synapsen 2005

In der Videoinstallation SYNAPSEN 2005 thematisiert Knoefel die Fragen nach der weiblichen Identität.

 

Woraus speist sich das Bild der Frau? Wie sehr ist es durch die Gesellschaft beeinflußt? Wie sehen Frauen sich selbst? Welche historischen Vorbilder sind heute noch präsent? Wie sehen Ideal- und Angstbilder aus?

 

 

 

Die Ausstellung der Videoarbeit wird realisiert aus den Mitteln des Hauptstadtkulturfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Kulturbüro Sophien, Hörmann KG und Kernholz GmbH

Antragsteller/in York Knoefel

Veranstaltungstermin 14. April - 8. Mai 2005

Veranstaltungsort St. Johannes Evangelist Kirche

Förderbetrag 70.000 €

Internetseiten www.derknoefel.de

Xu Bing in Berlin: Square Word Calligraphy Computer Font Project und Landscripts

„Die Grenzen der Sprache als Kommunikationsform, unsere Fähigkeit, verbal und nonverbal zu kommunizieren, die Rolle der Kunst als Kommunikation sowie die kulturellen Konnotationen von Sprache und Kunst" sind das Thema von Xu Bing, einem der renommiertesten zeitgenössischen chinesischen Künstler.

 

Nach der am 1. August beendeten umfassenden Ausstellung „Xu Bing in Berlin: Sprachräume" können jetzt bis Mitte November noch einige bedeutende Werke im Raum für Neue Kunst weiterhin präsentiert werden. In Xu Bings „Square Word Calligraphy" werden die leicht veränderten lateinischen Buchstaben eines Wortes auf der Fläche eines Quadrates komponiert, so dass das Wort auf den ersten Blick einem chinesischen Schriftzeichen ähnelt. Die hierauf basierende interaktive Computer-Installation „Square Word Calligraphy: Computer Font Project" erlaubt es den Besuchern nachzuvollziehen, wie zwei vollkommen unterschiedliche Schreibsysteme auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden.

Ebenfalls noch zu sehen ist die Serie von fünf „Landscripts", großformatigen Landschaftsdarstellungen, die der Künstler eigens für die Berliner Ausstellung geschaffen hat und die Landschaftsmalerei und Schriftkunst auf einer neuen Ebene vereinen.

Nicht zuletzt werden vier Bände des „Book from the Sky" präsentiert, die das Museum dank einer großzügigen Spende für das Museum erwerben konnte. Sie sind Teil jener Installation, für die Xu Bing annähernd 4000 Zeichen erfand, die auf den ersten Blick chinesischen Schriftzeichen ähneln, sich bei näherer Betrachtung jedoch als Phantasiegebilde ohne semantische Bedeutung entpuppen.

 

Xu Bing wurde 1955 in Chongqing, VR China, geboren, wuchs in Peking auf und absolvierte ebendort die Fakultät für Graphik der Zentralen Kunsthochschule. 1990 nahm er ein Angebot der University of Madison in Wisconsin an und ließ sich in den Vereinigten Staaten nieder. Xu Bing wurden 1999 der MacArthur Award der John D. and Catherine T. MacArthur Foundation, 2003 der Asian Culture Award der Stadt Fukuoka (Japan) und im März diesen Jahres der hochdotierte neue Kunstpreis Artes Mundi verliehen. Seine Arbeiten waren weltweit in zahlreichen Galerien und Museen zu sehen, u.a. 2001 in der Arthur M. Sackler Gallery der Smithsonian Institution in Washington.

Antragsteller/in Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst e.V.

Veranstaltungstermin 27. Mai - 1. August 2004

Veranstaltungsort Museum für Ostasiatische Kunst

Förderbetrag 135.000 €

Kooperationen American Academy Berlin Deutsche Gesellschaft für Ostasiatische Kunst

Internetseiten xubing.comwww.smb.spk-berlin.de