ARABESK

Arabesk-selbsterfüllende Prophezeiung

Serpilosch ist eine gebürtige Deutsche mit türkischem Elternhaus. In ihren Verhaltens-, Liebes-, und Denkmustern ist sie eine bemerkenswert deutsche Vorzeigeputzfrau, die als Hobby mit der deutschen Syntax jongliert und sich darüber beschwert, dass kaum noch jemand die deutsche Sprache wirklich beherrscht.

Um ihr Persönlichkeits- und Berufsprofilingskonzept zu optimieren, scheut sie keine Investition.

In der Vielfältigkeit ihrer zahlreichen Identitäten (Mann/Frau, deutsch/türkisch, homosexuell/heterosexuell) chaotisch verstrickt, fällt sie immer wieder in das von ihr gehasste Dilemma der Konzeptlosigkeit.

Knursel ist eine im Erwachsenenalter eingewanderte türkische Putzfrau, die in der Dialektik der beiden Mentalitäten hin- und her-, mal schaukelnd mal wackelnd, die Synthese der Integration

zu erreichen sucht. Ihr orientalischer Größenwahn und arabeske Schicksalserlegenheit kommen ihr jedes Mal in die Quere. Verzweifelt wendet sie sich an Serpilosch, um sich im Deutschtum coachen zu lassen.

 

Während Serpilosch Knursel coacht, konzeptionell (deutsch) zu denken, merkt sie nicht,

wie das mediterrane Temperament von Knursel auf sie abfärbt.

Knursel ihrerseits kombiniert ihre orientalisch heißblütige Mentalität mit einer konzeptionellen Denkart, um Serpilosch interkulturellen Ansprüchen zu genügen.

Als Ergebnis des gegenseitigen Coachings wird Serpilosch als Lenny Krähwitz und Knursel als Kebap-Girl 007 wiedergeboren. Durch die neu erworbenen Identitäten nehmen neue

Beziehungs-, Lebens- und Liebesthemen ihren verheerenden Lauf.

Wie das Schicksal es will, verliebt sich Lenny auf einer türkischen Hochzeit in eine religiös verschleierte Frau. Nun muss das Kebap-Girl 007 Lenny geschickt durch diesen heiklen Konflikt navigieren, damit es nicht zur kulturellen Identitätseskalation kommt.

Am Ende müssen schließlich beide erkennen, dass sie Früchte eines bi-kulturellen Baums sind, zufällig entstanden und unbemerkt gewachsen auf dem interkulturellen Feuchtbiotop Deutschland.

 

Antragsteller/in Die Bodenkosmetikerinnen

Veranstaltungstermin 10. - 29 März 2004

Veranstaltungsort Theater Zerbrochenes Fenster

Förderbetrag 26.000 €

Internetseiten www.diebodenkosmetik.de

Demokratie

Das Stück erzählt von der Kanzlerschaft Willy Brandts, von dem Kampf um die Ostpolitik während des Kalten Krieges und von der Geheimdienstaffäre, die zum Rücktritt des Kanzlers führte. Seine Hauptpersonen sind Brandt selbst und sein heimlicher Gegenspieler Günter Guillaume. Aber darüber hinaus geht es, wie der Titel des Dramas verspricht, um die Grundprobleme der Demokratie, die Machtspiele, Widersprüche und Intrigen im inneren Kreis der regierenden Parteien. Dementsprechend treten Personen wie Herbert Wehner, Helmut Schmidt, Hans-Dietrich Genscher und Horst Ehmke auf, daneben Geheimdienstleute aus West und Ost. So entsteht ein äußerst spannendes Bild von den politischen Auseinandersetzungen in der Zeit zwischen 1969 und 1974. Für den Autor Michael Frayn war die Arbeit an DEMOKRATIE eine Herzensangelegenheit. Frayn entwirft eine Art Choreographie des politischen Handelns, nicht mit den Mitteln des Guckkastentheaters, sondern mit Hilfe einer rapiden Abfolge von wechselnden Konstellationen. Man könnte dabei auch an die Schnitttechnik des Films denken; aber Frayn treibt keinen Hollywood-Aufwand, sondern kommt mit einer Ökonomie aus, die der Kunst der Schauspieler und der Regie vertraut. Mit Peter Striebeck, Tilo Nest, Boris Aljinovic, László I. Kish, Thomas Hodina, Günter Barton, Michael Hanemann, Ulrich Kuhlmann, Matthias Günther und Wolfgang Häntsch.

 

Antragsteller/in Renaissance-Theater

Veranstaltungstermin 1. Mai - 23. Juni 2004

Veranstaltungsort Renaissance-Theater

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.renaissance-theater.deinfo@renaissance-theater.de

Der Fall Schreber

Was wird mit Gott wenn ich tot bin? Der Fall des Senatspräsidenten Daniel Paul Schreber gehört zu den klassischen Fällen der Psychoanalyse – vor der Psychoanalyse. Seine zu Beginn des 20. Jhs. erschienenen "Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken" sind ein viel zitiertes Selbstzeugnis eines Paranoikers. Gebaut wird ausgehend von Schrebers Plädoyer eine gehende und begehbare Gehirninstallation. Schrebers Gehirn wird an historischer Stelle neben präparierten Gehirnen und einer aktuellen Psychiatrieausstellung auferstehen.

 

Regie & Konzept: André Erlen, Dramaturgie & Konzept › Klaus

Fehling, Installation & Konzept › Matthias Böttger & Max Schu-

macher, Ausstattung › Miriam Möller, Musik & Sound › Augusto

Valente, Licht › Thomas Schmidt, Graphik & Video › Hiroko Tanahashi

Mit › Monika Barth, Heidrun Grote, Bernd Rehse, André Erlen.

Antragsteller/in André Erlen

Veranstaltungstermin 24. - 29. April 2005

Veranstaltungsort Medizinhistorisches Museum der Charité

Förderbetrag 25.000 €

Internetseiten www.posttheater.comwww.sophiensaele.com

Eine Nacht Weniger

Carmelo Bene: Kulturell bin ich kein Italiener, sondern Araber.

Jean Narboni: Aber Süditalien ist arabisch...

Carmelo Bene: Also dann bin ich doch Italiener.

 

1968 verliess der grosse ikonoklastische Theatermacher Carmelo Bene das Theater und wandte sich ausschliesslich dem Film zu. Für die nächsten fünf Jahren machte Bene fünf Spielfilme, die visuell und akustisch als die auffallendsten ihrer Zeit gelten ( u.a. Salome und Un amleto di meno/Ein Hamlet weniger). 1973, erschöpft von seiner anstrengenden Art Filme zu machen, gab Bene den Film auf und kehrte zum Theater züruck. Benes Film - und Theaterarbeit ist in Frankreich und Italien legendär, in Deutschland aber fast gar nicht bekannt. Dank Gilles Deleuzes Aufsatzes, wurden Benes theoretische Prinzipien in all ihrer Vielfalt wahrgenommen. So bewundernswert respektlos wie Bene mit seinen Stoffen umgegangen ist, versucht CHEAP, Bene - und besonders Elemente aus seinen Filmen - zu benutzen.Wichtig für CHEAP sind Benes Verwendung von Playback und deplatzierten Stimmen durch Verstärker und Mikrophone sowie seine kritische Subtraktion der traditionellen Elemente klassicher Dramaturgie, um andere dramatische, ästhetische, und politische Möglichkeiten zu erwecken. In dem oben genannten Zitat spielt Bene mit der Geschichte von Austausch und Konflikt zwischen Italien und den arabischen Ländern, was sich für uns auf die Beziehungen zwischen Europa und dem Orient erweitert. Aus diesem Grund greift CHEAP auf die lange Geschichte von Sammlungen, Übersetzungen, Rückübersetzungen, Bearbeitungen, und vor allem, Zensur der Tausend und eine Nacht—eine Geschichte von Begegnung und (Miß)verständnis, die in ihrer jetztigen Relevanz genauso spannend ist, wie die Erzählungen Scheherzades selbst. CHEAP, die Künstlergruppe die 2002 u.a. den queeren CHEAP Klub veranstaltet hat, mischt in ihren Performances Politik, klassische Hollywood Musicals, Pop Musik und vergessene Avantgarde Elemente. Von/Mit: Dragan Asler, Tim Blue, Daniel Hendrickson, Christoph Kalkowski, Joseph Lippok, Zazie de Paris, Susanne Sachße, Angelika Sautter, Marc Siegel, Nina Thorwart, William Wheeler, und Goor Zankl. In Zusammenhang mit einer Filmreihe in Kino Arsenal/Freunde der deutschen Kinemathek.

 

Antragsteller/in CHEAP Gbr

Veranstaltungstermin 13. - 20. Januar 2005

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 47.000 €

Internetseiten www.hebbel-theater.deinfo@hebbel-am-ufer.de

Erlaube, Fremdling, dass ich dich berühre

Bühnenwerk für 1 Mimen, 2 Instrumentalensembles, Videoprojektionen und CD-Zuspiele

Antragsteller/in Iris ter Schiphorst

Veranstaltungstermin Uraufführung im Festspielhaus Hellerau/Dresden 15. Mai 2004 Geplante Uraufführung in Berlin: 2006

Förderbetrag 24.000 €

GHOST MACHINE - Ein Videowalk

Janet Cardiff und George Bures Miller GHOST MACHINE - ein Videowalk

 

„Ich möchte, dass Sie mit mir gehen... schwenken Sie die Kamera in diese Richtung, folgen Sie dem Bild, so dass wir zusammen bleiben können.“ Während die entkörperte Stimme fortfährt, einem verführerisch ins Ohr zu sprechen, wird sie von einem dichten Mix aus Stimmen und Sounds begleitet, die sich mit den Geräuschen des Ortes vermischen: Leute, die vorbeigehen, eine Frau, die ganz in der Nähe spricht, ein Performer auf der Bühne, Sänger auf den Rängen.

 

Janet Cardiff und George Bures Miller entwickeln eigens für das HAU 1 einen Videowalk: Jeder Zuschauer erhält eine kleine Videokamera und Kopfhörer und hört einen vielstimmigen Soundtrack, während er auf der Kamera den Videobildern eines Rundgangs durch das Theater folgt. Alle Bilder und Sounds ähneln der Umgebung, in der sich das Publikum befindet – Realitäten vermischen sich. Gänge, Nebenräume, Bühne und Hinterbühne des Theaters sind für die Zuschauer erlebbar – tatsächlich und in Gestalt von Videobildern.

Die Künstler, deren Arbeitsweise an die von Filmregisseuren erinnert, erreichen diesen Grad an cineastischer Komplexität durch die lebensechten Aufnahmen eines Kunstkopfmikrophons. Abgespielt per Kopfhörer hören sich die Sounds wie live an. Man hört die Schritte eines Verfolgers so, dass man sich umdrehen und schauen möchte, wer dort ist. „Physical Cinema“ wurde ihre Arbeit mal genannt.

Die kanadischen Künstler Janet Cardiff and George Bures Miller erhielten 2001 bei der Biennale von Venedig den Spezialpreis der Jury für ihre Installation “The Paradise Institute”, in welcher durch Geräusch- und Bild-Collagen die Grenzen zwischen Film und Betrachter verwischt werden. Ihre Audio-Walks u.a. für das MOMA, das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschcihte Münster, das San Francisco Museum of Modern Art und der „London Walk“ für Artangel haben ihren sensationellen Ruf in der Kunstszene nachhaltig geprägt.

Antragsteller/in Hebbel Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 9. - 20. Februar 2005 4. - 12. Mai 2005 1. - 3. Dezember 2005

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer HAU 1

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Canada Council for the Arts Berlin Film Festival

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Heavenly BENTO - kulinarisch-mediale Theater Performance und Installation

Installation und Performance im Museum für Kommunikation Berlin

 

Heavenly Bento ist ein Projekt von post theater unter der künstlerischen Leitung von Hiroko Tanahashi. Das Stück erzählt die Geschichte zweier japanischer Visionäre und ihre Pioniertätigkeit in Unterhaltungselektronik. 30 Zuschauer nehmen als Gäste an einem 'himmlischen' Dinner teil, das die beiden Japaner im Jenseits einnehmen, und bei dem sie die Erfolge und Brüche in ihrer Karriere sich gegenseitig nocheinmal in Erinnerung führen.

Antragsteller/in Hiroko Tanahashi

Veranstaltungstermin 18. - 22. August 2004

Veranstaltungsort Museum für Kommunikation Berlin

Förderbetrag 20.000 €

Kooperationen Biennale Bonn Singapore Art Festival

Helden!

Die Inszenierung „Helden!“ ist als theatrales Triptychon konzipiert - drei künstlerisch und formal heterogene Teile, die sich in ihrer Frage nach dem männlichen Helden inhaltlich ergänzen und reflektieren. Im Teil 1 stellen neun Theater-, Film-, Oper - und Tanzregisseurinnen in 3 x 3 Monologen – nach „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ von D. F. Wallace - den wertelosen „Helden im Bett“ vor: Als Repräsentanten der westlichen Mittelklassegesellschaft, die zynisch und eloquent ihre männliche Rolle behaupten. „Mein Defizit ist mein Kapital!“ Die Videoinstallation des zweiten Teils collagiert im subversiven Akt des Found Footage TV- und Filmbilder und präsentiert heutige „Helden im Bild“, Idole des Medienzeitalters. Neun Krieger als Prototypen des klassischen Helden kämpfen im dritten und letzten Teil des theatralen Tryptichons um die Macht. Schillers Wallenstein, Hebbel´s Nibelungen, Shakespeares Könige, Kleist´s Prinz von Homburg, Müllers Macbeth und Homers trojanische Helden begegnen sich auf ein und demselben Schlachtfeld, das alle Kriege der Geschichte in sich vereint. Die „Helden der Schlacht“ erscheinen als Stereotype des maskulinen Selbst. Die Aufführungsserie „Helden!“ wird von einem interdisziplinären Helden-Festival begleitet. Gesamtleitung/Regie Helden der Schlacht: Marianne Wendt Dramaturgie/Produktions- und Festivalleitung: Birgit Lengers Idee/Konzeption: „Alina&Alicia Productions“ Helden im Bett/Helden der Schlacht:Jan Baake, Klaus Hänscheid, Torsten Junge, Stephane Lalloz, Jens Eulenberger, Samir Osman, Manolo Palma, Matthias Scherwenikas, Herbert Schöberl Regie Helden im Bett: 9 Theater-, Tanz-, Oper- und Filmregisseurinnen: Corinna Bethge, Amina Gusner, Elina Finkel, Simona Furlani, Maren-Kea Freese, Heidi Mottl, Vera Nolte, Nathalie Percillier, Isabelle Stever

 

Antragsteller/in Marianne Wendt

Veranstaltungstermin 21. - 31. Juli 2005

Veranstaltungsort Theaterdiscounter

Förderbetrag 28.000 €

Internetseiten www.theaterdiscounter.deinfo@theaterdiscounter.de

Lunaris

nach dem Roman „Frieden auf Erden“ von Stanislaw Lem

 

In einer Zeit, in der man Menschen nicht von Maschinen unterscheiden kann und sich Menschen in Sendlinge versetzen können, von ihnen aber gar nicht zu unterscheiden sind; in einer Zeit, in der die Rüstungsindustrie nicht mehr finanziert werden kann, weshalb die Waffensysteme auf den Mond exportiert werden, wo man sie ihrer autonomen Evolution überlässt; in einer Zeit, in der Action und Philosophie zu einem homogenen Ganzen geworden sind; in einer Zeit also, die bald kommen wird, begeben sich fünf tollkühne Menschen auf eine ebenso haarsträubende wie -spaltende Expedition durch verselbständigte Systeme und geheime Forschungsstationen, werden von Agenten und Neurochirurgen gejagt und jonglieren mit getrennten Gehirnhalbkugeln, um zu retten, was noch zu retten ist.

 

Diese Inszenierung wurde mit dem Friedrich-Luft-Preis 2004 ausgezeichnet.

 

Anja Gronau hat im letzten Jahr mit ihrer „Trilogie der klassischen Mädchen“ (Käthe, Johanna, Grete) auf sich aufmerksam gemacht und den 1. Preis beim Internationalen Mono-Drama-Festival „Thespis“ gewonnen.

Antragsteller/in Anja Gronau

Veranstaltungstermin 18. - 20. und 22. - 24. März 2005

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 47.000 €

Kooperationen Fonds Darstellende Künste

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

MACHT FRAUEN GLAUBEN - Maria Stuart

Die Regisseurin Katrin Hentschel (HAMLETbüro Zwei e.V.) inszeniert mit Schillers MARIA STUART im entkernten Palast noch einmal exemplarisch: den Kampf um den Platz im Zentrum der Macht - in der leeren Mitte Berlins.

Antragsteller/in HAMLETbüro Zwei e.V.

Veranstaltungstermin 19. - 27. November 2004

Veranstaltungsort Palast der Republik

Förderbetrag 74.000 €

Internetseiten www.mariastuart-im...rrepublik.de

Maria Stuart

"Ein Totentanz zwischen den Buchdeckeln des Dramas "Maria Stuart". Zeit und Raum sind aus den Fugen, der Tod tanzt durch die Szenen, ermächtigt sich der Stückfiguren, reißt sie ins Rampenlicht und verlässt sie wieder. So werden Erinnerungsfetzen, Begebenheiten sichtbar, der Text der Aufklärung ist ein Rudiment, unsere Zeit sampelt eine eigene Sicht auf die Geschehnisse, aus der Ferne ist nichts wie es war. Machtanspruch, Leidenschaften, Glaubenskriege sind ewige Spiele. In unserem Totentanz ist Maria Symbol, Heilige, Werbewand, Puppe, ein Medienereignis. Menschen verschreiben sich dem Phänomen Maria ganz oder bekämpfen es total. Der Totentanz geht durch die Zeit und wir werfen mit diesem Theaterabend einen kurzen Blick auf ihn."

Astrid Griesbach

Antragsteller/in Theater des Lachens, Astrid Griesbach

Veranstaltungstermin 18. - 28. November 2004

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Internetseiten www.buscheundmans.de

No Wonder

4 Personen unter sich, abgestürzt, gestrandet in einer nicht näher definierten Umgebung. Ist dies der Garten, den sie so lange gesucht haben? Jetzt setzt die Verwandlung ein, zu Heldinnen. Superheldinnen. Und die Angst und mit ihr die Dekonstruktion ihres Innersten. Was macht eine gewöhnliche Frau zu einer Superheldin? Welche Parameter sind hier gültig? Hingebung? Emotionalität? Intuition? Poesie? Oder die höchste Form der Omnipotenz: der Selbstmord?

 

NO WONDER ist die zweite Zusammenarbeit der Argentinierinnen Constanza Macras und Lisi Estaras, die in NO WONDER auf die Suche nach den Geschlechterrollen im Superlativ von den 70er Jahren bis heute gehen.

Koproduktion von Dorky Park, Hebbel am Ufer und Théâtre Le Maillon, Straßburg, gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds

Antragsteller/in CONSTANZA MACRAS / DORKYPARK

Veranstaltungstermin 26.-28. April 2006 20.-22. August 2005

Veranstaltungsort HAU 1

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.dorkypark.org

(C): Paul Keller

Schneewittchen - von Robert Walser

Robert Walser treibt in „Schneewittchen“ ein abgründiges Spiel

mit dem Grimm’schen Märchen: Nach den verschiedenen Mord-

versuchen, nach dem Tod durch den vergifteten Apfel begegnen

sich Schneewittchen und die Königin wieder. Im Märchen kommt

Schneewittchen nicht mehr zu Wort, bei Walser ist das anders.

An der Seite des fremden Prinzen und des Jägers lässt er beide in Rededuellen aufeinander los. Das scheinbar Vertraute wird unter Walsers Blick immer brüchiger und fremder.

 

Inszenierung › Thorsten Lensing & Jan Hein,

Bühne › Klaus Ebeling

Kostüme › Annette Guther

Musik › Willi Kellers

Mit › Martina Krauel, Ursina Lardi, Francesca Lardi, Matthias Habich, Willi Kellers, Alexander Speck

Antragsteller/in Thorsten Lensing, Theater T 1

Veranstaltungstermin 26. - 28. August 2005 Zürich, Theater am Neumarkt: 21. - 23. Oktober 2005

Veranstaltungsort Theater Pumpenhaus

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen Eine Koproduktion von Theater T 1, Sophiensæle Berlin, Theater am Neumarkt, Zürich und Theater im Pumpenhaus, Münster. Realisiert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin, des Kulturamts der Stadt Münster und der Stadt und des Kantons Zürich. Mit freundlicher Genehmigung der Robert Walser-Stiftung Zürich.

Internetseiten www.sophiensaele.de

Wilde Schafsjagd

 

Bearbeitung: Ulf Otto & Felicitas Zürcher | Regie: Ulf Otto | Bühne:

Michel Schaltenbrand | Kostüme: Nina Hartmann | Musikalische Leitung: Jens Stoll | Choreografie: Diane Busuttil | Lichtdesign: Peter Meier | Produktionsleitung: Claudia Jansen

 

Mit: Bettina Hoppe, Godehard Giese, Anita Vulesica, Sebastian Suba,

Diane Busuttil

 

Eine Produktion von Ulf Otto und Sophiensæle. Gefördert durch den

Hauptstadtkulturfonds und den Fonds Darstellende Künste e.V.

 

"Es gibt, grob gesagt, zwei Arten von Menschen: mittelmäßige Realisten und mittelmäßige Träumer."

 

Der Ich-Erzähler in Murakamis Roman gehört zu den letzteren. In größtmöglicher Passivität widmet er sich den Riten des Alltäglichen und spürt einem diffusen Verlustgefühl nach, das er allerdings nicht einmal näher benennen kann. Er ist weder zufrieden mit seinem Leben, noch ist er es nicht. Kurz vor seinem 30. Geburtstag bricht ein merkwürdiger Auftrag in seine Agonie: der Sekretär des mächtigsten Mannes Japans schickt ihn auf eine Suche, deren Sinn und Zweck nur schwer durchschaubar ist und die den Verlust aller Sicherheiten mit sich bringt. Er hat ein Schaf zu finden, dessen Wille die Machtstrukturen des ganzen Landes zu lenken scheint. In seiner Gleichmütigkeit fügt er sich und startet eine Reise, die für ihn zur Katharsis wird. Ein elegisch-komisches Abenteuer, begleitet von der Frau mit den unglaublich schönen Ohren, dem Schafmann und anderen liebenswürdigen Gestalten.

 

Ulf Otto, geb. 1975 in Hamburg, studierte Philosophie und Theaterwissenschaft in London, Berlin und Toronto. Er hospitierte u.a. an der Berliner Schaubühne und arbeitete als Dramaturg in Frankfurt/Oder und am bat-Studiotheater Berlin. Von 2001 bis 2003 war er als Regieassistent am Maxim-Gorki-Theater engagiert. Seit 1999 entstehen eigene Regiearbeiten, zuletzt: "Amazonenmutationen" (TUSCH/Gorki Studio, 2003), "Die Spinne und Ich" (Sophiensæle Außer Atem, 2004), "Nach der Möwe" (TUSCH/Sophiensæle, 2004), "Kohlhaaskomplex0.41" (Sophiensæle, 2004), "Pardon wird nicht gegeben" (Sophiensæle/Zürich 2004), "Kohlhaaskomplex0.42" (Rohkunstbau 2004), "Ein Vorposten des Fortschritts" (Theater Aachen, 2004), Verdis "Macbeth" (Neuköllner Oper 2004).

Antragsteller/in Ulf Otto

Veranstaltungstermin 18. - 27. März 2005

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 38.000 €