Autoreverse.solo for 11 men

Elf Männer begeben sich in einer choreographischen Installation auf die Suche nach dem, was Mann sein könnte, immer an den Rändern dessen, was das Geschlecht markiert. "Wann ist ein Mann ein Mann?" Gibt es typische Bewegungsweisen im großen Pool der Genderkonstruktionen? In dieser Bewegungsstudie können Geschlechterdifferenzen durch körperliche Eingrenzung deutlicher hervortreten. Oder auch in die Irre führen.

 

Antragsteller/in Elettra de Salvo

Veranstaltungstermin 15. und 17. - 22. August 2004

Veranstaltungsort DOCK 11

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.dock11-berlin.de

Vollendung Kioskshop Berlin

Der Berliner Künstler H. N. Semjon konfrontiert mit seinem Projekt "KioskShop berlin" (KSb) im neuen Galerienviertel MitteNord den Einzelhandel und die Kunstwelt auf einzigartige Weise.

Seit seiner Eröffnung im Oktober 2001 haben sich rund 5000 Besucher im KSb eingefunden.

 

Die auf Dauer angelegte Installation simuliert einerseits einen kleinen Kiezladen, andererseits spielt das Kunstwerk mit den Wahrnehmungen und löst Reflexionen über die Warenwelt und deren Vertrieb aus.

Im Mittelpunkt des begehbaren Kunstwerkes sollen über 2.000 "Product Sculptures" stehen. Es sind mit gebleichtem Bienenwachs überarbeitete Produktpackungen samt Inhalt: Brandt Zwieback, Ariel-Waschmittel, Coca-Cola-Dosen, Zeitungen und Zeitschriften, Süßigkeiten, Zigaretten und vieles mehr. Wie in einem Geschäft sind sie seriell in dafür entworfenen und gebauten Ladenmöbeln aufgestellt. Die malerisch weißen und fremd wirkenden Produktskulpturen, das minimalistische Design der weißen Möbel und der hell erleuchtete Raum schaffen Distanz und transzendieren das wohlbekannte Ladenambiente in eine andere Wahrnehmungs- und Erkenntnisebene. Wie vor einem Gemälde wird Abstand vom Betrachter gefordert und gleichzeitig Neugier geweckt. Die Installation ist als Work-in-progress angelegt. Wie ein wirklicher Laden wird sie ständig durch neue ›Produkte‹ ergänzt werden, die auch zu erwerben sind.

 

Das sich erweiternde Projekt von "KioskShop berlin" - nämlich "KioskShop berlin goes ..." - zeichnet den globalisierten Wirtschaftsgedanken in Zusammenhang mit der Kunst nach. KSb hat neben seinem Muttershop eine mobile Filialkonstruktion als Zitat geschaffen.

Diese Filialkonstruktion ist bereits an drei Punkten in Deutschland temporär gezeigt worden: auf dem Art Forum Berlin (2002), im Kulturkiosk Kanzler, München (05/2004) und im Hotel Ku'Damm 101, Berlin (07/2004). Dieser Prozeß soll in Zukunft eine internationale Dimension erhalten. Metropolen wie New York, Moskau und Rom sind anvisiert.

"KSb goes ..." ist die Versinnbildlichung eines wirtschaftlichen Wachstumsprozesses, der uns allen präsent ist: die Ästhetik und das eigene Wirtschaftskonzept globalisieren sich und interagieren in diesem Fall mit der jeweiligen Landeskultur. Dabei ist KSb gleichzeitig ein Botschafter deutscher zeitgenössischer Kunst und vernetzt ästhetische Konzepte über Grenzen hinweg. Parallel zu den internationalen Installationen soll das Geschehen per Webcam im "Mutterhaus" sowie auf der homepage übertragen werden.

 

Dem "KioskShop berlin" ist ein Multiple-Raum angeschlossen, in dem Editionsarbeiten und zukünftig "KioskShop"-Souvenirs (Poster, Postkarten, T-Shirts etc.) angeboten werden, um zum Überleben des Kunstwerkes beizutragen. Im Idealfall soll es sich durch künstlerisch unternehmerisches Handeln selbst am Leben erhalten.

 

Mitarbeit: Henrik Müller und Sven Mündner KSb, KioskShop

Antragsteller/in Kioskshop Berlin

Veranstaltungstermin Dezember 2004

Veranstaltungsort Schröderstr. 1, 10115 Berlin

Förderbetrag 15.000 €

Internetseiten www.kioskshopberlin.de