Am Ende vom langen Jammer: Non Standart Cities / Tangoformat

An der Schnittstelle der Bezirke Prenzlauer Berg, Friedrichshain und Lichtenberg liegt das 50 Hektar große Gelände des ehemaligen Zentralvieh- und Schlachthofes Berlin. Ein Filetstück Berliner Geschichte, fünfmal größer als die bebaute Fläche des Potsdamer Platzes, das sich im Würgegriff zwischen Denkmalschutz, Investorenlogik, Verwaltungsprozessen, stagnierender Wirtschaftslage und leeren Berliner Kassen befindet.

 

Mit der Veranstaltungsreihe „Das Ende vom Langen Jammer...“ machte das Stadtkunstprojekt urban dialogues von August bis Oktober 2004 dieses Areal zum Schauplatz einer ortsbezogenen künstlerischen Auseinandersetzung, die mit der finanziellen Unterstützung duch den Hauptstadtkulturfonds realisiert werden konnte.

 

In zwei aufeinanderfolgenden Veranstaltungsreihen wurden einerseits die Historie des Ortes, aber auch sein gegenwärtiges und zukünftiges Potenzial für urbane Entwicklung zum Gegenstand einer künstlerischen Auseinandersetzung.

 

Der Zusammenhang zwischen der Ästhetik des Tangos und der Lebens-und Arbeitswelt von Mensch und Tier rund um die Schlachthöfe der Jahrhundertwende wurde in der Ausstellung TANGOFORMAT – Körper/Einsatz/Tango durch den langjährigen Berliner Tangoaktivisten Fredi Gutzler und den Installationskünstler Stefan Horn aufgezeigt. In einer begehbaren Installation wurden performative Elemente in Form von Publikumsbefragungen, thematisch passenden Lesungen, einer Filmreihe und langen Tangonächten im Ambiente der Rinderauktionshalle miteinander verwoben. Dieses unkonventionelle Ausstellungskonzept, das vom 20.8. bis 12.9.2004 zu sehen war, fand großen Publikumszulauf in Berlin, der zweitgrößten Tangometropole der Welt.

 

Die von dem jungen dänischen Kunsthistoriker und Videokünstler Johan Holten kuratierte Gruppenausstellung Non Standard Cities - Künstler über Städte präsentierte vom 18.9. bis 17.10.2004 dreizehn Beiträge internationaler und Berliner Künstler, die sich mit Städtbauprojekten der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit auseinandersetzten. Die Rinderauktionshalle wurde dabei temporär zu einem Laboratorium für alternative urbane Konzepte. Die Ausstellung, die auch im Rahmenprogramm des Art Forums Berlin präsentiert wurde, hatte das Scheitern des planerischen Ansatzes von Stadtentwicklungsprojekten in Berlin zum Ausgangspunkt.

Antragsteller/in Urban Dialogues e.V.

Veranstaltungstermin 20. August - 17. Oktober 2004

Veranstaltungsort Alter Schlachthof Berlin-Prenzlauer Berg

Förderbetrag 68.000 €

Internetseiten www.urbandialogues.de

Architektur und Film

Das Festival "Architektur und Film" in der Brotfabrik hatte die Schnittstelle von Architektur und Film zum Thema. Die enge Verflechtung dieser Disziplinen geht auf die Tatsache zurück, dass die Architektur mit ihrer räumlichen Organisation in der Struktur des Filmes wiedergefunden werden kann. Architektur schafft Räume und bietet Blickwinkel, die durch die Linse der Kamera erst geschaffen, erstmalig aufgedeckt, collagiert oder zerstört werden. Diesem Phänomen wurde in einem Festivalprogramm nachgegangen, das in drei thematische Blöcke sowie ein Special (New York) gegliedert war: Kon-Struktion (von der Schaffung neuer Räume), Re-Struktion (von der Umdeutung vertrauter Räume), De-Struktion (von der Zerstörung bekannter Räume).

 

Antragsteller/in Glashaus e.V.

Veranstaltungstermin 3. Juni - 13. Juni 2004

Veranstaltungsort Glashaus

Förderbetrag 35.000 €

Internetseiten www.brotfabrik-berlin.deinfo@brotfabrik-berlin.de