23 summerdays (for John Cage)

Performance: Nicolai Reher / Claudia Splitt (Video)

 

Konzeption / Raum / Video / Tonband: Jörg Laue

Text: Jörg Laue / Nicolai Reher

Künstlerische Mitarbeit: Esther Ernst

Klangregie: Hans-Friedrich Bormann

 

 

John Cages zehnter Todestag und sein neunzigster Geburtstag fielen in das Jahr 2002 und markierten - etwa zufällig? - eine fixe 23-tägige Zeitklammer im vergangenen Sommer. Während dieser Zeit hat die LOSE COMBO umfangreiches Bild- und Tonmaterial gesammelt, aus dem jetzt - in angemessenem Abstand - 23 summerdays entsteht: eine Verkettung visueller und akustischer Zufälle für John Cage. Kein Zufall ist es natürlich, dass die 23 Musiker des ENSEMBLE RESONANZ ausgerechnet Cages 23-minütige Zeitklammern-Komposition TWENTY-THREE für Streicherensemble (1988) spielen, während sie völlig vereinzelt in einer weitverzweigten labyrinthischen Installation aus schallschluckender Steinwolle sitzen, einander kaum hören und sich überhaupt nicht sehen. Unterdessen fragen zwei Performer, was z.B. ein Badeausflug und eine Opernpremiere mit der Biographie John Cages zu tun haben könnten, und ob Zeitklammern nicht erst in der Erinnerung flexibel werden.

 

Produktion: LOSE COMBO / Ensemble Resonanz / staatsbankberlin

Antragsteller/in Lose Combo, Jörg Laue

Veranstaltungstermin Premiere: 26. März 2003

Veranstaltungsort Staatsbank

Förderbetrag 70.000 €

DNA in Concert - Der Fluss der genetischen Information

In der Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern entsteht eine erlebbare audiovisuelle Darstellung des Lebensprozesses im zellulären Netzwerk, welchen man als die entscheidende Vorraussetzung für unsere biologische Existenz ansehen kann.

 

Das Projekt verbindet musikalische Forschung mit modernster wissenschaftlicher Forschung und nutzt die sich daraus ergebenden Synergien.

 

"DNA in Concert" hat den Anspruch, einerseits Musik interessierten Menschen in einem exakten und präzisen Klangerlebnis einen intuitiven Zugang zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Grundlagen von Leben zu vermitteln. Andererseits möchte das Projekt auch dem oftmals an Musik interessierten Wissenschaftler und Mediziner eine akustische Repräsentation der Zellvorgänge bereitstellen. Visualisierungen kommen bei "DNA in concert" als Laser- oder Videoprojektionen stets kongruent zur Musik zum Einsatz, werden als zweite ästhetische Ebene wirksam, und bieten als visuelle Landkarte eine Orientierungshilfe für die jeweils musikalisch dargestellten Zellprozesse.

 

Die zum Teil beweglichen Musiker und die um das Publikum verorteten Lautsprecher erzeugen eine Klangperspektive, die dem Hörer hilft, sich in Mitten des Geschehens zu befinden, welches den Fluss der genetischen Information klanglich repräsentiert.

 

Der Autor geht davon aus, dass das Begreifen dieser Bedingungen unserer Existenz nicht nur medizinisch sehr hilfreich ist, sondern auch bei entsprechender Vermittlung ein Schlüssel für die Selbstrealisation des Menschen sein kann, indem er sich seine permanente Selbsterschaffung vergegenwärtigt. Das Prinzip der DNA hat sich über Jahrmillionen bewährt. Das Projekt möchte hier auch den Blick auf die Vollkommenheit und das Potential der uns innewohnenden Lebensprozesse lenken als Gegengewicht zu der gleichzeitigen defizitären Bedürftigkeit des Menschen.

 

Wissenschaftliche Inhalte werden mit Präzision exakt in ein ästhetisches Erlebnis formuliert und kommuniziert und erhalten eine für die Informationsgesellschaft adäquate Vermittlungsform. Die Einheit von Wissenschaft und Kunst als Gesamterlebnis versorgt uns bei "DNA-in-Concert" mit den benötigten metaphorischen Verknüpfungen und unterstützt uns somit auf dem Weg zur entstehenden Wissensgesellschaft, die zukünftigen Herausforderungen gerecht werden kann.

Antragsteller/in Pythagoras Strings, Thilo Krigar

Veranstaltungstermin 28. und 29. Mai 2005

Veranstaltungsort tesla (im Podewil'schen Palais)

Förderbetrag 14.000 €

Internetseiten www.dna-in-concert.de