EPIDEMIC nach Lars von Trier

Mit: Ingolf Müller-Beck, Effi Rabsilber, Lars Rudolph, Tilo Werner, Juliane Werner, und Posaunenchorus.

 

Regie: Sebastian Baumgarten

Komposition / musikalische Leitung:

Ari Benjamin Meyers

Text / Dramaturgie: Ralf Fiedler

Bühne: Thilo Reuther

Kostüme: Valerie von Stillfried.

 

Eine Künstlergruppe lebt und arbeitet an einem zurückgezogenen Ort, um die Kräfte auf den Arbeitsprozess zu konzentrieren. In einer kritischen Phase wird mit dem Filmscript „Epidemic“ experimentiert. In diesem minimalistischen Trier-Film recherchieren zwei Drehbuchautoren auf der Suche nach einem Stoff die Geschichte des Dr. J. Mesmer, der eine Seuche bekämpfen will, tatsächlich aber deren Erreger selbst verbreitet. Sie erfinden den Namen eines Virus, „Wag-Tann“, nach Richard Wagners „Tannhäuser“, und weil Deutschland als mythische Landschaft, böse und erhaben, immer mehr Raum gewinnt. Als Gebiet beschleunigter industrieller Produktion und gleichzeitiger Verseuchung spielt Deutschland die Rolle eines Faszinosums. Während die Künstler ihre Idee verfolgen, bricht eine reale Epidemie aus. Verschiedenartige Symptome und Veränderungen treten hervor. Bei einem Hypnose-Versuch treten beide Sphären, Realität und Kunst, miteinander in Kontakt.

 

Das Medium für das Virus ist die Musik. Wagners „Tannhäuser“ als musikalisches Material unterliegt kompositorisch wie performativ einem Prozess der Transformation. Das Virus verändert, zerfrisst, durchlöchert den Gegensatz von Komposition und Ausführung, desgleichen auf der Ebene der Erzählung die Trennung von Plan und Realisation, von Denken und Realität.

 

Die Erzählerstimme in Triers Film beschreibt präzise diesen Prozess: „Ein vom Schicksal bestimmtes Zusammentreffen kann in seinem Wesen oft so unheimlich und fantastisch sein, dass man versucht ist, scheinbar logische, jedoch eigentlich haltlose Schlüsse zu ziehen. Im Laufe von fünf Tagen wurde das Manuskript von Epidemic innerhalb und außerhalb dieses Appartements geschaffen und niedergeschrieben. Die Tatsache, dass eine wirkliche Epidemie während dieser fünf Tage immer näher kam und dass ihr schrecklicher Ausbruch mit der Fertigstellung des Drehbuches zusammen fiel, ist eines dieser Zusammentreffen.“

Antragsteller/in PERFORMART, Klaus Dörr

Veranstaltungstermin 23. - 27. Juli 2004

Veranstaltungsort HAU 1

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen Fonds Darstellende Künste Europäisches Zentrum der Künste Hellerau

Internetseiten www.performart.de