Anfang gut. Alles gut.

Die futuristische Oper Sieg über die Sonne wurde 1913 im Petersburger Luna Park Theater uraufgeführt und suchte „auf Grundlagen von Wort, Malerei und Musik ein Kollektivwerk (zu) schaffen“. Ihre Autoren, die Dichter Welimir Chlebnikov und Alexeij Krutschonych, der Komponist und Maler Michail Matjuschin und der Maler Kasimir Malewitsch wollten mit der Oper ein »antiharmonisches« Werk gegen den Duktus ihrer Zeit konstruieren. Ihre Zeit war das zaristische Russland zwischen industrieller Modernisierung und bäuerlicher Leibeigenschaft nach den ersten Revolutionsversuchen im Jahr 1905.

Während die italienischen Futuristen eine Maschinerie affirmierten und gegen die Menschen in Stellung brachten, die schon vor dem Ersten Weltkrieg in Europa sichtbar und erfahrbar war, ging der russische Futurismus von einer Idee der Zukunft aus, die nur durch eine grundlegende Dekonstruktion der kaum industrialisierten Gegenwart Ausgangspunkte einer möglichen Zukünftigkeit vorstellen wollte.

 

Anfang Gut. Alles Gut. ist das Langzeitprojekt einer stetig wachsenden Gruppe von rund 40 internationalen KünstlerInnen, MusikerInnen, ArchitektInnen und AutorInnen, die diese Fäden der Vergangenheit aufgreift und anhand von Aktualisierungen in der Gegenwart realisiert und problematisiert: Seit 2008 arbeiten die Beteiligten unter Rückgriff auf den historischen Text und die Dokumentationen seiner Aufführungen und Rezeptionen daran, über Formate nachzudenken, das fast hundert Jahre alte Material in zeitgenössische Formen zu übersetzen und in die Gegenwart zu ziehen.

 

Während einer einmonatigen Serie von Installationen, Performances, Konzerten, Screenings und Diskussionen im Mai 2011 entstanden im basso (Berln) Teilaktualisierungen, die von Juli bis Oktober 2011 in einer Ausstellung in der KUB Arena Bregenz gezeigt werden. Gemeinsam gilt es den Beteiligten die mögliche aktuelle Relevanz des russischen Futurismus in der Gegenwart in seinen Chancen und Gefahren zu erschließen.

 

Antragsteller/in Kerstin Stakemeier

Veranstaltungstermin 3. Mai - 29. Mai 2011

Veranstaltungsort basso, Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen KUB Arena, Kunsthaus Bregenz

Internetseiten www.anfanggutallesgut.netwww.kunsthaus-breg...elcome00.htm

Ben-Wagin-Ausstellung

Anlässlich seines 81. Geburtstages feiert das Museum für Naturkunde Ben Wagin, das Berliner Original, den bekannten Künstler und Baumpaten, mit einer außergewöhnlichen Ausstellung. Es erwartet den Besucher eine Retrospektive über das Werk Wagins, über den Vater der Bastion Das Parlament der Bäume im Regierungsviertel und Aktionen wie Die Sonnenboten. Neben dem Lebenswerk des Künstlers wird in dem neu restaurierten Ausstellungssaal unter Einbezug der Besucher das prozesshafte Entstehen einer Ausstellung mitzuerleben sein, die eine neue Sicht aller Dinge offenbart: Eine Welt der Elemente, die sich über das Quartett von Feuer – Wasser – Luft – Erde hinwegsetzt und nach dem Ureigensten jeglicher Substanz sucht. Hierzu sprengt Ben Wagin die Begrenztheit des Raumes, bricht dabei in die freie Natur aus und lädt zugleich zu einer Erkundung seiner Gedanken im gesamten Hause ein, das den Interpretationen des Künstlers den wissenschaftlichen Nährboden liefert. Die direkte Einbindung des Besuchers in die Kunst und die Forschung erzeugt ein Aufeinandertreffen von Natur, Kunst, Mensch und Wissenschaft.

Antragsteller/in Museum für Naturkunde

Veranstaltungstermin 29. März bis 31. Juli 2011

Veranstaltungsort Museum für Naturkunde

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Die Ausstellung wurde mit finanzieller Unterstützung durch den Hauptstadtkulturfonds realisiert. Außerdem danken wir: Lusido Kressmann-Zschach Foundation, Theaterwerkstatt Melchiorsgrund, Weichardt Brot GmbH und Baumpaten e.V.

Internetseiten www.naturkundemuseum-berlin.de

Pressestimmen

Björn Melhus - Live Action Hero

Seit Neil Postman ist das Phänomen der Medialisierung durch das Eindringen von Fernsehen, Film und Videoclip als Kommunikations- und Erfahrungsersatz analysiert worden. Der Mensch hat sich in einen passiven Konsumenten medialer Massenware verwandelt. Er unterscheidet kaum noch zwischen Unterhaltung, Traum, Trauma und Information. Vierundzwanzig Stunden am Tag werden in globalen TV-Programmen Fertigbedeutungen gereicht. Das Erleben der realen Welt scheint überflüssig geworden zu sein.

 

Auf den künstlerischen Schultern von Nam June Paik und Bruce Nauman gelingt es Melhus, den Bezug zwischen Massenmedien und Zeitgenossen im frühen 21. Jahrhundert zu hinterfragen und durch eigene Filme Antworten zu liefern. Wie kein anderer arbeitet er die Absurdität des Mediums TV und Kino heraus und kommentiert deren Wirkung auf die Zeitgenossen. Als einer der international angesehensten Videokünstler seiner Generation lebt Björn Melhus (*1966) seit 1987 in Berlin. Stipendien haben den Künstler mit norwegischem Pass mehrfach in die USA und andere Teile der Welt geführt. Konzipiert, gedreht und produziert wurden fast alle seine Werke aber an der Spree. "Live Action Hero" zeigt Beispiele aus dem bisherigen Gesamtwerk von 1991 bis 2011. Sämtliche Videos und Videoinstallationen der Ausstellung werden zum ersten Mal in einer Berliner Institution gemeinsam vorgestellt.

Antragsteller/in Haus am Waldsee e.V.

Veranstaltungstermin 11. Februar bis 10. April 2011

Veranstaltungsort Haus am Waldsee

Förderbetrag 50.000 €

Internetseiten www.hausamwaldsee.de

Chicks on Speed - Cultural Workship Now!

Mit CULTURAL WORKSHIP NOW! präsentieren die CHICKS ON SPEED zum ersten Mal in Deutschland großflächig ihre Arbeit – von den Anfängen in den 90er Jahren bis zur Gegenwart. CHICKS ON SPEED sind Pionierinnen der interdisziplinären Künste: sie verwischen die Grenzen von Kunst, Mode, Musik, Technologie und Performances und bündeln diese Formen zu neuem Ganzen.

Der Kunstraum Kreuzberg wird zum Headquarter, zum Arbeits- und Begegnungsraum diverser Künstler, um die Weichen für die kulturelle Produktion der Zukunft zu stellen. Dabei steht neben der Ausstellung konkreter Objekte, Installationen und Video-Arbeiten auch die Präsentation und Produktion neuer Performances im Fokus.

Das CULTURAL WORKSHIP ist eine Kunst-Arche-Noah, die den Geist der Warhol´schen Factory atmet und den gemeinsamen Exzess-Prozess huldigt.

CHICKS ON SPEED sind das elektrisierende Zentrum für ihre Devise von ART, MUSIC, FASHION, ACTION! In den 15 Jahren seit der Gründung des Kollektives sind die intensiven Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern fester Bestandteil der künstlerischen Praxis der Gruppe. Diese fluktuierende Struktur bildet sich auch in der Ausstellung CULTURAL WORKSHIP NOW! ab: langfristige Wegbegleiterinnen wie A.L. Steiner, Kathi Glas, Douglas Gordon, Deborah Schamoni und Anat Ben-David sind ebenso vertreten wie temporäre Kooperationspartner beispielsweise Jeremy Scott und Karl Lagerfeld. Zum Kosmos der CHICKS ON SPEED gehören neben diesen alten Hasen auch Künstlerinnen wie Kroot Juurak, Vladimir Karaleev, Johnny Dogday, Christophe Coppins, Max Kibardin, Bifacco, Alex Posada and Hangar.org, Nadine Jessen, Juliana Solmsdorf, Sophie von Hellermann, Australian Tapestry Workshop, Boris Edelstein Modul8, Jasmina Machina, u.a.

Antragsteller/in Chicks on Speed und Kunstraum Kreuzberg

Veranstaltungstermin 10. September bis 23. Oktober 2011

Veranstaltungsort Kunstraum Kreuzberg Bethanien

Förderbetrag 60.000 €

Internetseiten www.chicksonspeed.comwww.kunstraumkreuzberg.de

Pressestimmen

Cyprien Gaillard. The Recovery of Discovery

„Nun zur Hauptsache! Wie kommt alles nach Berlin?“

Carl Humann, September 1878

 

Die Erhaltung eines Monuments scheint auch immer seine Zerstörung zu beinhalten. Um städtische Architekturen, Kulturdenkmäler und Reliquien zu bewahren, erfolgt nicht selten ihre Überführung an andere Orte. Diese urbanen Verschiebungen lassen die Idee einer autonomen Geografie oder Archäologie verschwinden. Der Transfer ändert nicht nur die Geschichte des Ursprungsortes, sondern führt auch zu einer brachialen Umdeutung des vor der Zerstörung Bewahrten.

 

Für seine Ausstellung in den KW Institute for Contemporary Art schafft Cyprien Gaillard (*1980) eine neue, raumgreifende Arbeit, die erst durch die aktive Missachtung ihrer Form die Komplexität ihrer Bezüge aufzeigt. Gleich einer öffentlichen Amnesie, verloren in der ausweglosen Interaktion mit dem Monument, wird die sukzessive Zerstörung zu einer Ästhetik desWiderstands.

Antragsteller/in Kunst-Werke Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 27. März bis 22. Mai 2011

Veranstaltungsort KW Institute for Contemporary Art

Förderbetrag 90.000 €

Internetseiten www.kw-berlin.de

Pressestimmen

Der Stand der Bilder. Die Medienpioniere Zbigniew Rybczynski und Gábor Bódy

Eröffnung 27.10 um 19.30 Uhr

 

Die Ausstellung »Der Stand der Bilder« würdigt mit Zbigniew Rybczynski (*1949) und Gábor Bódy (1946-1985) zwei Medienpioniere aus Polen und Ungarn, die eine herausragende Bedeutung für die Bild-Avantgarde der letzten Jahrzehnte gespielt haben.

»Ich bin ein Experte für das Bild«. Zbigniew Rybczynski interessieren die technischen und wissenschaftlichen Grundlagen der Bildproduktion genauso wie die künstlerischen Fragen an Film, Fotografie und Malerei. Die „Perspective Box“, eine Rauminstallation mit drei unterschiedlichen von Rybczynski entwickelten Binokularen, ist nicht nur eine heutige Antwort auf die Perspektivforschung der Renaissance, sie vermitteln dem Besucher auch seine wissenschaftliche Herangehensweise und spielt mit optischer Wahrnehmung. Darüber hinaus werden in der Ausstellung neben seinen wichtigsten Film- und Videoarbeiten - darunter die kinematographische Miniatur „Tango“, für die er 1980 einen Oscar gewann - zahlreiche Zeichnungen zu sehen sein, in denen er die elektronisch geschaffenen Bilder minutiös vorbereitet hat. Sie bieten einen einzigartigen Einblick in die Entstehung der von ihm erdachten Bildwelten. Extremes Experiment und populäres Video sind keine Gegensätze bei ihm.

Auf andere Weise hat Gábor Bódy die technischen Möglichkeiten der Bilderfindung reflektiert und in bahnbrechenden Arbeiten umgesetzt. Er stellt die neuen Medien in eine Tradition der poetischen Praxis. Seine Filme und Videos sind audiovisuelle Literatur. Neben Recherchematerial und Ausschnitten seiner wichtigsten Filme werden zahlreiche seiner Videos in der Ausstellung präsentiert, wie der ›Lyric-clip‹ „Novalis:Walzer“ von 1985, in dem Bódy Novalis´ Gedicht in die Sprache der neuen Medien übersetzt. Sein Video-Statement zum Kalten Krieg „Gespräche zwischen Ost und West“ (1978/1982) zeigt ihn mit dem Künstlerkollegen Marcel Odenbach schweigend nebeneinander sitzen.

Beide Künstler sind sich nie begegnet. Durch die gemeinsame Ausstellung entsteht ein Kontinent der Bildforschung, auf dem beide Pioniere nun erstmals aufeinandertreffen.

 

Kuratoren: Piotr Krajewski, WRO Art Center, Wroclaw und

Miklós Peternák, C3 Center for Culture & Communication Foundation, Budapest

Konzeptentwicklung: Siegfried Zielinski, Universität der Künste, Berlin,

Mitglied der Akademie der Künste

 

Das Collegium Hungaricum Berlin zeigt während der Ausstellung an seiner Medienfassade eine multimediale Installation aus Videos der beiden Künstler.

Antragsteller/in Akademie der Künste

Veranstaltungstermin 28. Oktober 2011 bis 1. Januar 2012

Veranstaltungsort Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Halle 2, 10557 Berlin

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen Die Ausstellung findet statt im Rahmen des Themenschwerpunkts "Blickwechsel", einem Projekt der Akademie der Künste und des Polnischen Instituts Berlin anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Polens 2011. In Kooperation mit WRO Art Center, Wroclaw; Collegium Hungaricum Berlin; C³ Center for Culture & Communication Foundation, Budapest; ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe Mit freundlicher Unterstützung von Hauptstadtkulturfonds, Berlin; Ministry of Culture and National Heritage of the Republic of Poland; Adam Mickiewicz Institut, Warschau; Stadt Wroclaw; Ministry of National Resources, Budapest; National Cultural Fund (of Hungary), Hungarian National Film Archive, Hungarian Television Archive

Internetseiten www.adk.de/de/proj...ienkunst.htm

EVA BESNYÖ Fotografin 1910-2003 - Budapest.Berlin.Amsterdam

EVA BESNYÖ Fotografin 1910 - 2003: Budapest – Berlin – Amsterdam

DAS VERBORGENE MUSEUM zu Gast in der Berlinischen Galerie

 

Eva Besnyö (1910 -2003) bekam im Frühjahr 1929, sie war 19 Jahre alt und im ersten Lehrjahr bei dem Budapester Fotografen József Pécsi, das Fotobuch „Die Welt ist schön“ mit 100 Aufnahmen des neusachlichen Fotografen Albert Renger-Patzsch geschenkt. Seine Aufnahmen von Pflanzen und Tieren, Landschaften und Industriebauten eröffneten ihr eine ganz neue Art die Welt zu sehen: „Noch nie habe ich die Welt aus solcher Nähe gesehen … Es gab mir eine komplett neue Perspektive … Renger-Patzsch isolierte Teile von einem Ganzen, bildete ein Detail ab und zeigte davon die Schönheit“.

1930 entscheidet sich Eva Besnyö nach Berlin zu gehen. Paris ist passé, du musst nach Berlin, hatte der ungarische Maler und Fotograf, György Kepes, die junge Eva Besnyö überredet. Ihr Vater hätte es lieber gesehen, wenn sie nach Paris gegangen wäre.

Besnyös Fotografien, die zwischen Herbst 1930 und Spätsommer 1932 in Berlin entstanden sind, zeugen von einem überwältigenden Können der jungen Fotografin. Sie hat die Menschen auf der Straße beobachtet, den Passanten und spielenden Kindern galt ihre Empathie. In den Sommerferien war sie bei der Familie in Ungarn am Balaton oder im Sommerhaus in Mátyásföld in der Nähe von Budapest; zu den Aufnahmen, die hier entstanden sind, gehört auch der „Junge mit Cello“, das Bild des heimatlosen Tramps, das sie in der ganzen Welt bekannt gemacht hat. 1932 verlässt Eva Besnyö wegen der wachsenden antisemitischen Ausschreitungen von Seiten der Nationalsozialisten Berlin in Richtung Amsterdam.

 

Unterstützt durch einen Kreis um die Malerin Charley Toorop, den Filmemacher Joris Ivens und den Designer Gerrit Rietveld, erfuhr Besnyö, inzwischen verheiratet mit dem Kameramann John Fernhout, schon bald öffentliches Ansehen als Fotografin. Eine Einzelausstellung 1933 in der international renommierten Kunst-Galerie Van Lier machte sie mit einem Schlag in den Niederlanden bekannt. Einen weiteren Durchbruch erlebte Besnyö daraufhin mit Portraitaufnahmen und mit ihrer Architekturfotografie: die Übertragung der Idee des funktionalistischen Neuen Bauens in das Neue Sehen.

In der zweiten Hälfte der 30er Jahre engagierte sich Besnyö intensiv kulturpolitisch wie z.B. 1936 bei der Anti-Olympiade-Ausstellung „D-O-O-D“ (De Olympiade onder Diktatuur); im Jahr darauf, 1937, kuratierte sie im Stedelijk Museum Amsterdam die internationale Ausstellung „foto`37“.

Der Einmarsch der deutschen Truppen im Mai 1940 bedeutete für die Jüdin Eva Besnyö sich im Untergrund versteckt zu halten. In den Nachkriegsjahren von einer humanistisch geprägten Weltanschauung angezogen, waren ihre Fotografien geradezu stilbildend für den Neorealismus und wie geschaffen für die moralisch intendierte Ausstellung „Family of Man“ (1955).

Den klassischen Konflikt der Frauen zwischen Erziehung und Beruf hat die Mutter zweier Kinder als Zerreißprobe am eigenen Leibe erlebt. Folgerichtig wurde Besnyö während der 70er Jahre zur Aktivistin der niederländischen Frauenbewegung "Dolle Mina", setzte sich öffentlich für Gleichberechtigung ein und dokumentierte mit der Kamera Demonstrationen und Straßenproteste.

Die erste Retrospektive in Deutschland mit 140 Vintages macht das Publikum mit Leben und Werk der überzeugten Weltbürgerin und Grande Dame der niederländischen Fotografie bekannt.

Begleitpublikation:

BECKERS, Marion; MOORTGAT, Elisabeth [Hrsg.]: Eva Besnyö 190-2003. Budapest-

Berlin-Amsterdam. Katalogbuch zur Ausstellung in Berlin, DAS VERBORGENE MUSEUM zu Gast in der Berlinischen Galerie-Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur, 248 S.

ISBN 978-3-7774-4141-2, München: Hirmer, 2011

 

Antragsteller/in Das Verborgene Museum e.V.

Veranstaltungstermin Eröffnung 27.10.2011 Ausstellung 28.10.2011 - 27.02.2012

Veranstaltungsort Berlinische Galerie - Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Berlinische Galerie

Internetseiten www.dasverborgenemuseum.dewww.berlinischegalerie.de

Pressestimmen

Fritz Eschen

C/O Berlin präsentiert vom 14. Mai 2011 bis 26. Juni 2011 die Ausstellung „Fritz Eschen . Berlin unterm Notdach“. Eschen, geboren 1900 in Berlin, ist einer der bedeutendsten deutschen Reportage- und Porträtfotografen. Er erkundet das Leben und Überleben im zerstörten Berlin seit 1945 und lässt keinen Bereich des öffentlichen Lebens aus. Er dokumentiert Enttrümmerung und Wiederaufbau, Kriegsversehrte und Arbeitende, jedoch auch das aufblühende Kulturleben, Künstler, Flaneure, Liebende und immer wieder spielende Kinder als die eigentlichen Herren der Stadt. Seine Fotografien sind wichtige zeithistorische Dokumente frei von jeglichem Pathos und Dogmatismus und eben aufgrund ihrer unspektakulären Motive einzigartig. In Kooperation mit der Deutschen Fotothek werden in der Ausstellung erstmals Neuabzüge von ca. 120 Negativen der bis heute in Vergessenheit geratenen Bilder gezeigt.

 

Antragsteller/in C/O Berlin

Veranstaltungstermin 7. Mai bis 26. Juni 2011

Veranstaltungsort C/O Berlin

Förderbetrag 27.993 €

Kooperationen Deutsche Fotothek Dresden Lehmstedtverlag

Internetseiten www.co-berlin.com

Olympia - antik und modern

s. 2012

Antragsteller/in KBB - Berliner Festspiele - Martin-Gropius-Bau

Veranstaltungstermin 31. August 2012 bis 7. Januar 2013

Veranstaltungsort Martin-Gropius-Bau

Förderbetrag 100.000 € 2011 150.000 € 2012

ortsgespräche. stadt - migration - geschichte: vom Halleschen zum Frankfurter Tor

ortsgespräche

stadt - migration - geschichte: vom halleschen zum frankfurter tor

 

Stadtgeschichte ist Migrationsgeschichte, vielstimmig und vielschichtig. Sie handelt von Menschen. Und sie handelt von Plätzen, Häusern und Straßen, die die Menschen vielfältig nutzen und verändern.

 

In der Ausstellung „ortsgespräche“ kommen ganz unterschiedliche Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg zu Wort, auch jene, deren Stimmen oft überhört werden. Sie erzählen persönliche Geschichten von kleinen und großen Orten, ihrer Gegenwart und Vergangenheit: von den Auseinandersetzungen um den Görlitzer Park, dort, wo früher ein Bahnhof war; von der Oberbaum-City, wo das Narva-Werk bis in die 1990er Jahre Glühlampen produzierte; von der ersten eigenen Wohnung in Berlin, vom Lieblingscafé, von besetzten Häusern, politischen Treffpunkten und Orten, die Menschen ohne Aufenthaltsstatus verwehrt sind.

 

Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile. In der zweiten Etage werden sechs Orte des Bezirks ausführlich vorgestellt. Die Besucher und Besucherinnen erfahren, wie Einheimische und Zugereiste diese Orte verändert haben. Neben Fotos, Dokumenten und Objekten machen Hör- und Filmstationen die stadtgeschichtliche und individuelle Bedeutung dieser Orte sichtbar.

 

In der dritten Etage erzählen Menschen von ihren persönlichen Orten im Bezirk. Anhand eines begehbaren Stadtplans und ausgerüstet mit einem deutsch-/englisch-sprachigen Audioguide können sich die Besucherinnen und Besucher auf eine Stadtführung begeben.

 

Kuratiert wurde die Schau von Frauke Miera und Lorraine Bluche, unterstützt von einem Beirat aus politisch, kulturell oder sozial engagierten Einwohnerinnen und Einwohnern des Bezirks sowie vielen interessierten Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Gefördert wird das Projekt vom Hauptstadtkulturfonds sowie aus dem Zweckertrag der Lotterie „PS-Sparen und Gewinnen“. Kooperationspartner ist das Stadtmuseum Berlin.

 

Ausstellungseröffnung: Samstag, 28. Januar 2012 ab 18:00 Uhr

in der Langen Nacht der Museen

19:00 Uhr Begrüßung

Monika Herrmann, Bezirksstadträtin für Bildung und Kultur

Günter Piening, Beauftragter für Integration und Migration

des Landes Berlin

Es sprechen: Riza Baran, Bezirksverordnetenvorsteher a.D.,

Vorsitzender des Vereins zur Erforschung und Darstellung

der Geschichte Kreuzbergs e.V.

Feyzullah Yesilkaya, Beiratsmitglied

Dr. Frauke Miera und Dr. Lorraine Bluche, Kuratorinnen

und weitere Projektbeteiligte

Moderation: Gülsah Stapel, Beiratsmitglied

20:00 Uhr Moderierte Führung mit dem Xberg-Tag-Team in der Ausstellung und Empfang

ab 21:00 Uhr Skarabäus, OrientalSka aus Kreuzberg

ab 22.30 Uhr Party mit DJ Zigan Aldi, Balkan-Beats-Orient-Latin-Mix

 

Laufzeit: 29. Januar 2012 bis Ende 2013

 

 

Antragsteller/in Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin I Bezirksmuseum

Veranstaltungstermin 29. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013

Veranstaltungsort Bezirksmuseum Friedrichshain-Kreuzberg, Adalbertstraße 95 A, 10999 Berlin

Förderbetrag 150.000 € (2011) 75.000 € (2010)

Kooperationen Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds und aus Lotteriemitteln PS Sparen und Gewinnen, unterstützt vom Stadtmuseum Berlin sowie vom Verein zur Erforschung und Darstellung der Geschichte Kreuzbergs e.V.

Internetseiten www.kreuzbergmuseum.de

In der Audioetage

In der Ausstellung "ortsgespräche"

Seeing is believing

Adel Abdessemed, Abbas Akhavan, Kenneth Anger, Nadim Asfar, Taysir Batniji, Adam Broomberg und Oliver Chanarin, Paul Chan, Zeyad Dajani, Anita Di Bianco, Joana Hadjithomas und Khalil Joreige, Khaled Hourani, Iman Issa, Alfredo Jaar, Nedim Kufi, Iñigo Manglano-Ovalle, Gianni Motti, Adrian Paci, Walid Sadek, Taryn Simon, Sean Snyder, Hito Steyerl, Akram Zaatari

 

Die Bilder eines Terroranschlages können live verfolgt werden und gehen innerhalb von Sekunden um die Welt. Im UN-Sicherheitsrat wird ein Wandteppich mit Guernica-Motiv verhüllt, um bald darauf ein Satellitenfoto als zentrales Argument in der Legitimierung eines Krieges zu präsentieren. Bilder einer Exekution werden live ins Weiße Haus übertragen, doch kein Foto gelangt an die Öffentlichkeit.

Rasant und unmittelbar verbreiten sich Bilder; sie erscheinen als einzige Zeugnisse, die uns ein Ereignis glaubhaft und erfahrbar machen können. Seeing is believing – und dennoch übersteigen Bilder unsere Vorstellungskraft sowie unseren Glauben an die Wirklichkeit. Die Erkenntnis, dass Bilder nicht einfach Repräsentanten außermedialer Wirklichkeit sind, sondern eigene Realitäten erschaffen, ist mittlerweile integraler Bestandteil zeitgenössischer Bildkompetenz. Die visuelle Gegenwärtigkeit politischer Ereignisse, die Politisierung von Bildern sowie die unkontrollierbare Geschwindigkeit ihrer Verbreitung haben in der gegenwärtigen Kunst zu einem konzentrierten Nachdenken über Macht und Status des Bildes geführt.

 

Die Gruppenausstellung Seeing is believing zeigt Arbeiten, die diesen medialen Bildern dennoch Bilder entgegensetzen. Im Zentrum der Ausstellung in den KW Institute for Contemporary Art in Berlin steht die künstlerische Reflexion über das Bild selbst, über die Medien und Kontexte, die sie hervorbringen, und den Umgang mit dem Bild in Politik und Gesellschaft. Dabei ist die doppelte Repräsentation häufig die konzeptuelle Voraussetzung der Werke – eine Genese von Bildern, die wiederum auf bereits existierende Bilder verweisen. Vorherrschende Wahrnehmungs- und Repräsentationsregime sowie die dem Bild eingeschriebene symbolische oder manipulative Kraft werden in den Arbeiten reflektiert, überhöht, gänzlich negiert oder ad absurdum geführt: Ein Foto, das zur Legitimation eines Krieges diente, nimmt reale Formen an (Iñigo Manglano-Ovalle). Ein Nachrichtensender zeigt Bilder eines ungezwungenen und scherzenden amerikanischen Präsidenten unmittelbar vor seiner weltweit ausgestrahlten Kriegserklärung (Gianni Motti). Die Kamera tastet sich an den Wänden einer Wohnung entlang, im Hintergrund erklingt Madonna, jenseits dieses geschlossenen Raums ist Krieg (Nadim Asfar). Der letzte Film vor Verschleppung und Verschwinden eines Menschen wird zum abstrakten Raum der Vorstellung von Krieg und Leben (Joana Hadjithomas und Khalil Joreige).

Antragsteller/in Kunst-Werke Berlin e.V.

Veranstaltungstermin 11. September bis 13. November 2011

Veranstaltungsort KW Institute for Contemporary Art

Förderbetrag 120.000 €

Internetseiten www.kw-berlin.de

The World Is Not Fair - Die Große Weltausstellung 2012

Unter ironischer Bezugnahme auf die Tradition der „Expos“, die seit mehr als 160 Jahren weltweit an wechselnden Schauplätzen ausgerichtet werden, steht vom 1. bis 24. Juni ein Ausstellungsparcours

mit 15 Pavillons zur Erkundung bereit. Diese Pavillons verstehen sich nicht als Agenten der Markenbildung von Nationalstaaten, sondern als Orte eines höchst subjektiven Nachdenkens über die Welt mit den Mitteln der Kunst.

Über die Grenzen kultureller Disziplinen hinweg suchen Theatermacher, Performer, Bildende Künstler, Filmemacher und Architekten die Auseinandersetzung mit Ideen, Systemen, Phänomenen, über die noch die entlegensten Kulturen miteinander verbunden sind.

Schauplatz des Geschehens ist der ehemalige Flughafen Tempelhof. Mit seiner ungeheuren Ausdehnung und seiner wechselhaften Geschichte als ehemaliger Exerzierplatz, als Bühne früher Luftfahrtexperimente, als Stützpunkt für den Luftkrieg der Nazis und als historische Bühne der Luftbrücke zwischen Berlin und Westdeutschland ist das Gelände der ideale Ort für dieses Vorhaben.

In den letzten Jahren wurden leidenschaftliche Diskussion um die künftige Nutzung des Tempelhofer Feldes geführt. Mit seiner Entscheidung für diese Spielstätte lädt „The World Is Not Fair – Die Große Weltausstellung 2012“ auch zum Nachdenken über einen reflektierten Umgang mit öffentlichen Räumen und die

Zukunft dieser Stadt ein.

In einer Architektur, die an die havarierten Reaktorblöcke in Fukushima gemahnt, nähert sich der Regisseur Toshiki Okada (Yokohama) in einer Sprache reduzierter Gesten und knapper Worte der Abstraktheit

und der Unermesslichkeit katastrophischer Ereignisse (siehe Foto). Hans-Werner Kroesinger (Berlin), einer der führenden Vertreter des Dokumentartheaters, konzipiert in einem Antennengebäude eine belebte Klanginstallation. Sie beschäftigt sich mit der militärischen Nutzung und der Geschichte der Zwangsarbeit auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof.

Die Künstlerin Tracey Rose (Johannesburg) inszeniert mit Hilfe von Laiendarstellern eine Seifenoper. Als Bühnenbild dient ihr die überdimensionierte Nachbildung eines Schwarzweißfernsehers der Marke Blaupunkt, der ihrer Familie in Südafrika zu Zeiten der Apartheid einen Zugang zum Weltgeschehen eröffnete.

Der Filmemacher Harun Farocki (Berlin) erkundet die Rolle von Computeranimationen für prognostische Dienstleistungen. Es geht um die globalen Kreisläufe von Luft, Feuer und Wasser –und das Verlangen nach der Beherrschbarkeit einer Welt, in der sich zukünftige Ereignisse immer schwerer vorhersagen lassen.

Das Architektenkollektiv Umschichten (Stuttgart) baut aus vorgefundenen Materialien ein Festivalzentrum. Es soll den Ausstellungsbesuchern als Ort der Begegnung und des Austauschs dienen. Hier wird auch ein umfangreiches Begleitprogramm präsentiert.

 

Antragsteller/in Hebbel am Ufer und raumlaborberlin

Veranstaltungstermin 1. Juni bis 24. Juni 2012 - Do/Fr 16-22 Uhr - Sa/So 14-22 Uhr

Veranstaltungsort Tempelhofer Park/ ehem. Flughafen Tempelhof

Förderbetrag 250.000 €

Kooperationen "The World Is Not Fair - Die Große Weltausstellung 2012" ist eine gemeinsame Produktion von Hebbel am Ufer und raumlaborberlin. Sie wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Schering Stiftung. Das Projekt entsteht in Kooperation mit Grün Berlin GmbH und IGA Berlin 2017.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Ulrike Ottinger: FloatingFood

Eröffnung 07.09.2011 | 19 h

 

Eine Inszenierung, die das ganze Haus verwandelt. Ulrike Ottinger, die Filmemacherin, Fotografin und Weltensammlerin, gestaltet hier erstmalig eine Collage aus vier Jahrzehnten ihres künstlerischen Schaffens: „Wasser und Essen sind elementarer Natur für die Menschheit. Wo also anfangen, diese in sämtliche Bereiche unseres physischen und geistigen Lebens mäandernden Dinge zu begreifen? Mich den Dingen, ihrer Natur, ihren ureigensten Bedingungen anzuverwandeln, gleichsam mitzufließen, dies war schon immer mein künstlerisches Prinzip.“

 

Auf Wasserwegen und durch fiktive wie reale Welten spannt sich der gestalterische Bogen von der Antike bis in die Gegenwart: Das beginnt schon im Foyer, wo ein Wasserbassin, der Zisterne von Istanbul nachempfunden, spielerisch an den Seehandel zwischen Asien und Europa erinnert. Mit Sequenzen aus ihren Filmen wie „Taiga“, „Johanna d’Arc of Mongolia“ oder „China. Die Künste – Der Alltag“ macht Ulrike Ottinger den Dreiklang von Wasser, Speisen und Ritual plastisch. Stehende und bewegte Bilder führen auf eine Reise durch Garküchen, Häfen, Märkte, Tempel, zum mongolischen Schlachtritual und mexikanischen Opferaltar. In allegorischen Installationen entsteht eine Landschaft voller Sinnlichkeit mit Fabelwesen und Figuren aus dem einzigartigen Universum Ulrike Ottingers, die in diesem Jahr den Hannah-Höch-Preis erhält.

 

Ulrike Ottinger ist vor allem durch ihre Filme, aber auch durch ihre Fotoarbeiten international bekannt geworden. Sie war mit ihren Arbeiten an großen Kunstausstellungen wie der „Biennale di Venezia“ (1980), der „documenta“ (1997/2002) und der „Berlin Biennale“ (2004/2010) beteiligt. Einzelausstellungen und Retrospektiven fanden u. a. im Museum of Modern Art (2000), dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid (2004) und im Centre Pompidou (2010) statt.

 

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation im Verlag der Buchhandlung Walther König.

 

„Floating Food“ ist Teil der Asien-Pazifik-Wochen 2011.

 

Die Asien-Pazifik-Wochen werden unterstützt durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Das Haus der Kulturen der Welt konzipiert und koordiniert das Kulturprogramm der Asien-Pazifik-Wochen Berlin 2011.

 

 

Antragsteller/in KBB - Haus der Kulturen der Welt

Veranstaltungstermin 8. September bis 30. Oktober 2011

Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen „Floating Food“ ist Teil der Asien-Pazifik-Wochen 2011. Die Asien-Pazifik-Wochen werden unterstützt durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin. Das Haus der Kulturen der Welt konzipiert und koordiniert das Kulturprogramm der Asien-Pazifik-Wochen Berlin 2011. Die Ausstellung „Floating Food“ und die Welturaufführung von „Unter Schnee“ werden gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. In Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum / Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und der Sammlung Goetz, München; unterstützt durch Color Textil.

Internetseiten hkw.de/floating_food

Pressestimmen

Unheimlich Vertraut - Bilder vom Terror

Bilder besitzen eine gewaltige Macht. Sie halten nicht nur den entscheidenden Moment fest, sondern beeinflussen den öffentlichen Diskurs und fordern zu Reflexion und Reaktion heraus. Besonders nach Katastrophen und traumatischen Ereignissen lässt sich die Omnipräsenz der Bilder verorten. Bilder vom Terror haben eine enorme, nachhaltige Wirkung, der wir uns kaum entziehen können. Einige wenige Bilder werden zu Ikonen, zu medialen Archetypen. Sie brennen sich tief in unser kollektives Gedächtnis ein, werden uns „unheimlich vertraut“. Terrorbilder sind jedoch nicht nur Abbildungen, die ein Ereignis dokumentieren. In der modernen Mediengesellschaft ist die Fotografie ebenso Waffe wie Ziel, und von der Reproduktion der Tat im Bild zum Bild als Tat ist es nur ein kurzer Weg. Die mediale Wirklichkeit entspricht nicht immer der Realität. Medienbilder besitzen sogar die Fähigkeit, selbst Realität zu erzeugen. Die Ausstellung entsteht anlässlich des 10. Jahrestages des 11. September 2001 und wurde von Felix Hoffmann für C/O Berlin kuratiert. Es werden ca. 200 Arbeiten aus dem Bildarchiv des SPIEGEL sowie von rund 30 Künstlern gezeigt. Die historischen Eckpfeiler bilden die Ereignisse von München 1972 sowie New York 2001.

Antragsteller/in C/O Berlin

Veranstaltungstermin 10. September bis 4. Dezember 2011

Veranstaltungsort C/O Berlin, Oranienburger Str. 35/36, 10117 Berlin

Förderbetrag 90.000 €

Kooperationen HKF, Philip Morris GmbH, Embassy of the United States, Pro Helvetia

Internetseiten www.co-berlin.com

Pressestimmen

Von den Nazis verfemte Komponisten: verdrängt, vertrieben, ermordet

Erstmals in Deutschland widmet sich eine Ausstellung ausschließlich der im Nationalsozialismus verfemten Komponisten. Die Sonderausstellung „Von den Nazis verfemte Komponisten: verdrängt, vertrieben, ermordet“ beginnt am 26.01.2011 mit einem Gesprächsabend und der Vorstellung des Projektes „Museo Nazionale della Shoah“ in Rom. Sie läuft bis Jahresende bei freiem Eintritt. Die begleitende monatliche Konzertreihe mit Musik der verfemten Komponisten startet am 14.02.2011 mit einem Sonderkonzert zum 50. Todestag des Komponisten Werner Richard Heymann. Viele weitere Konzerte finden sich regelmäßig aktualisiert auf der Webseite: www.holocaust-denkmal-berlin.de

Antragsteller/in Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V

Veranstaltungstermin Ganzjährig bis zum 31. Dezember 2011 | Öffnungszeiten: täglich 11-16 Uhr.

Veranstaltungsort Ausstellungs-Pavillon (1. Etage), Cora-Berliner-Straße 2 – direkt ggü. Eingang „Ort der Information“ (rote Treppe)

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen "musica reanimata" - Förderverein zur Wiederentdeckung NS- verfolgter Komponisten und ihrer Werke"

Internetseiten www.holocaust-denk...al-berlin.dewww.raum-der-namen.de

Pressestimmen

Von mehr als einer Welt - Die Künste der Aufklärung!

Von mehr als einer Welt - Die Künste der Aufklärung

 

Eine Ausstellung der Kunstbibliothek der Staatliche Museen zu Berlin

mit Unterstützung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

 

Die europäische Aufklärung hat als Epoche der Literatur und Philosophie Weltgeschichte geschrieben. Ihre Bedeutung für die Bildende Kunst wird dagegen häufig übersehen. Zu Unrecht, denn die Aufklärung entdeckte in der Kunst eine Kraft, die unsere Welt verändern kann, indem sie neue Welten schafft. Dieser revolutionäre Gedanke steht im Mittelpunkt der

Ausstellung Von mehr als einer Welt. Sie ist inspiriert von der Spekulation der Aufklärer, dass unser Kosmos nur ein Universum von vielen ist, und trägt den Titel eines Buches, das wie kein anderes die Imagination der Aufklärer beflügelt hat: Jean-Jacques Fontenelles

Gespräche von Mehr als einer Welt.

Die Ausstellung entführt den Besucher auf eine abenteuerliche Reise durch die Bilder-Welten der Aufklärung. Sie beginnt mit den fremdartigen Bewohnern der Gestirne, führt in das Reich der Anatomie und in die Tabuzonen des menschlichen Körpers, in die Welt der frühen Massenmedien und in die Ateliers der Künstler, die davon träumten, künstliches Leben zu erschaffen. Das "Zeitalter der Vernunft" zeigt sich in völlig neuem Licht - als ein Jahrhundert zukunftsweisender Inspirationen nicht nur für Philosophie und Literatur, sondern auch für die Kunst. Das Spektrum reicht von der Idee einer abstrakten Kunst über die Geburt des Vampir-Mythos bis hin zur Vision der letzten Tage der Menschheit. Im

Mittelpunkt der Ausstellung stehen die einzigartigen Museums- und Buchsammlungen der Kunstbibliothek. Weitere wertvolle Leihgabe kommen aus der Gemäldegalerie, dem Kupferstichkabinett und der Staatsbibliothek. Zur Ausstellung veranstaltet die Kunstbibliothek ein Vortragsprogramm, das unkonventionelle Perspektiven auf die Bilderwelten der Epoche der Aufklärung öffnet. Darüber hinaus erscheint ein Katalog

mit spektakulären Bildern eines Jahrhunderts, das darauf wartet, neu entdeckt zu werden.

Antragsteller/in Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Veranstaltungstermin 10. Mai bis 5. August 2012

Veranstaltungsort Kulturforum am Potsdamer Platz

Förderbetrag 50.000 € 2011 100.000 € 2012

Internetseiten www.smb.museum/kun...gaufklaerung

Nicolas de Largillière Der Bildhauer René Frémin in seinem Atelier, um 1713 Öl auf Leinwand, 135,5 x 109,5 cm Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie

Top and Tail, 1777 Kupferstich, koloriert, 38,5 x 28,7 cm Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Bernard Le Bovier de Fontenelle Entretiens sur la Pluralité des Mondes, Paris 1762 Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, Abteilung Historische Drucke

William Engelen - Music Box

Unter dem Titel „Music Box“ widmet das Haus am Waldsee dem niederländischen Künstler-Komponisten William Engelen (*1964 in Weert) eine erste Einzelausstellung in Berlin.

 

Schokoladenriegel, Staubsaugertüteninhalte, Gummibäume, Tagebücher, Magenknurren oder Wetterdaten bilden die Parameter der Kompositionen von William Engelen. Wenn der niederländische Künstler und Komponist seine Partituren in Form von grafischen Notationen entwirft, geht sein Werk meist von kulturellen Erinnerungen unterschiedlicher Wahrnehmungsebenen aus.

 

Sein Werk pendelt zwischen bildender Kunst, Architektur und Musik, Ausstellung und Performance, Installation, Skulptur und Komposition. Es entstehen temporäre musikalische Mischformen, die durch ihre besondere Ortsgebundenheit kaum reproduzierbar und meist vergänglich sind. Vor den Augen des Publikums findet eine Vereinigung des Unvereinbaren, von Statik und Dynamik, Dasein und Vergehen, Raum und Zeit statt.

 

„Music Box“ wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler für das Haus am Waldsee entwickelt, um den Besuchern nicht nur einen Einblick in das Experimentierfeld von William Engelen heute zu ermöglichen, sondern auch die innovative Kraft zwischen Komposition und Installation, zwischen Tönen und Räumen seines Werkes seit den 90er Jahren nachvollziehen zu können.

Die Ausstellung stellt das gesamte Spektrum des Werkes dar. So werden unterschiedliche Medien, wie grafische Partituren als visuelle Musik mit Audiobeispielen, Skulpturen, Modelle

und Klanginstallationen zu erleben sein.

 

Antragsteller/in Haus am Waldsee e.V.

Veranstaltungstermin 10. September bis 6. November 2011

Veranstaltungsort Haus am Waldsee

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Schering Stiftung, Mondriaan Stiftung, Niederländische Botschaft Medienkooperationen: rbb kulturradio, taz - die tageszeitung

Internetseiten www.hausamwaldsee.de