ALMANCI - 50 JAHRE SCHEINEHE

Festival

 

ALMANCI – 50 JAHRE SCHEINEHE

Theater/Performance/Film/M​usik/Literatur

 

31. August – 31. Oktober 2011

Mit dem Theaterfestival ALMANCI! – 50 JAHRE SCHEINEHE feiert und reflektiert das Ballhaus Naunynstraße zum Auftakt der Spielzeit 2011/2012 das 50-jährige Jubiläum des Anwerbeabkommens mit der Türkei.

 

Eröffnet wird das Festival am 31. August mit Lukas Langhoffs Inszenierung PAUSCHALREISE – DIE 1. GENERATION, mit der er nach den großen Erfolgen von FERIENLAGER – die 3. Generation und KLASSENTREFFEN – die 2. Generation seine Generationen-Trilogie vervollständigt. In einem Land, das auch nach fünfzig Jahren noch die eigene Anwesenheit als Problem zu empfinden scheint, wird man nicht heimisch. Doch auch an den längst verlassenen Ort der Kindheit gibt es kein zurück. Die Pioniere der ersten Generation kehren in einer ihrer hunderttausend letzten Viertelstunden beidem den Rücken und verlegen gemäß Prinzip Hoffnung die wirkliche Genesis ans Ende: Sie errichten mit der dritten Generation das verlorene Reich Mu. Alle drei Stücke in Folge sind im Rahmen von Almancı! zum ersten und letzten Mal in der Langen Nacht der Generationen zu erleben (3. und 4. September).

 

Die Berliner Erstaufführung des Stückes PERIKIZI von Emine Sevgi Özdamar am 27. September ist ein weiterer Höhepunkt des Festivals. Die Geschichte eines jungen Mädchens aus Istanbul, das auf der Suche nach Freiheit und Selbstverwirklichung in Deutschland in eine Wunderwelt zwischen düsteren Realitäten und märchenhaften Illusionen gerät, wird von Michael Ronen als surreale Begegnung mit Charakteren und Ereignissen aus der deutsch-türkischen Migrationsgeschichte inszeniert.

 

Mit dem Theater-Parcours Kahvehane: Turkish Delight - German Fright?* startete Shermin Langhoff 2008 in ihre Neuausrichtung des Ballhauses als postmigrantisches Theater. Sechs der migrantischen und „ent-grenzten“ Performances und Installationen in türkischen Kaffeehäusern in Kreuzberg werden nun unter dem Titel Kahvehane Reloaded von Tunçay Kulaoglu neu aufgelegt (21. bis 25. September).

 

Almanci! präsentiert mit Lö Bal Almanya, dem ultimativen musikalischen Schauspiel über 50 Jahre Arbeitsmigration, und mit Verrücktes Blut zwei Arbeiten des Regisseurs Nurkan Erpulat. Außerdem Die Schwäne vom Schlachthof und Der Besuch, zwei Geschichten von Hakan Savas Mican, die sich mit Mauern in Berlin und in den Köpfen intensiv beschäftigen. Micans dritte Arbeit am Ballhaus, das Stück Schnee, basiert auf Motiven des gleichnamigen Romans von Nobelpreisträger Orhan Pamuk. Die Inszenierung übersetzt den Stoff in die deutsche Gegenwart und thematisiert mit den Mitteln des türkischen Romanciers brennende Fragen unserer Zeit.

 

Das Festival wird begleitet von Reihen zu Film, Musik und Literatur: Deniz Utlu und Oliver Kontny präsentieren mit Vibrationshintergrund** literarische Erinnerungen und Fortschreibungen, Tunçay Kulaoglu wirft 50 Filme aus 50 Jahren gegen die Leinwände und im Musikprogramm laden u. a. Imran Ayata und Bülent Kullukcu mit Ask, Mark ve Ölüm*** zu einer musikalischen Reise durch die Jahrzehnte der Arbeit und Revolten ein. Renommierte und wieder- und neuentdeckte AutorInnen und FilmemacherInnen sind an den Abenden der Reihen eingeladen, um mit dem Publikum auf Vergangenheit und Zukunft zu blicken.

 

* Zitat: Deniz Göktürk **Zitat: Selim Özdogan ***Zitat: Band Ideal

Antragsteller/in Kultursprünge e.V,

Veranstaltungstermin 31. August bis 31. Oktober 2011

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstraße

Förderbetrag 120.000 €

Kooperationen Eiszeit-Kino

Internetseiten www.ballhausnaunyn...3;trasse.de/

Pressestimmen

Bodenprobe Kasachstan

"Bodenprobe Kasachstan" macht sich mit dokumentarischen Mitteln auf die Suche nach Öl. Seit März 2010 castet Stefan Kaegi und sein Team Ich-Erzähler des Öls. Einige dieser Biographien lassen sich zu einer Kette verknüpfen, die den Pipelines entlang zurück unter die Erde von Kasachstan führen.

 

Mit dabei sind ein pensionierter russlanddeutscher Tanklastwagenfahrer und leidenschaftlicher Chorsänger; ein ostdeutscher Tiefbohringenieur, der nicht nur im Irak und Texas, sondern auch in Kasachstan nach Öl bohrte; ein junger

Kasache, der in Deutschland mit Erdöl und Solarzellen handelt; eine Hannoveranerin, die bei Baikonur aufwuchs, von wo aus Gagarin in den Kosmos startete sowie eine Kosmetikerin und Bankfachfrau, die während des tadschikischen Bürgerkriegs in Duschanbe aufwuchs und in Deutschland Coyote Ugly tanzt. Über CinemaScope-Botschaften steigen sie zurück in die beinahe vergessene Landschaft und begegnen ihren fernen Verwandten.

 

In „Bodenprobe Kasachstan“ steigen 5 Performer über CinemaScope-Botschaften zurück in die beinahe vergessene kasachische Landschaft und begegnen ihren fernen Verwandten. So entsteht ein Theaterabend als Kasachstansimulation, in

dem Menschen in russischer und deutscher Sprache die Routen der Steppe besingen: den Weg ihres Lebens, des Erdöls und der Macht.

Mit deutschen, englischen und russischen Untertiteln.

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 27.April 2011, 29.April bis 3.Mai 2011

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 80.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Rimini Apparat und HAU / Hebbel am Ufer Berlin. In Koproduktion mit dem Schauspiel Hannover, Wiener Festwochen, Goethe-Institut Almaty, Le Maillon - Théâtre de Strasbourg / Scène Européenne, Territory Festival 2011 und BIT Teatergarasjen. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.dewww.rimini-protokoll.de

Das Grundgesetz

Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen und von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinigten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben. Die Deutschen haben in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands vollendet. Damit gilt das Grundgesetz für das gesamte deutsche Volk.

 

„Das Grundgesetz“ macht den Theaterraum zum Versuchslabor; die Idee vom „Menschen“ als Einheit wird in seine juridischen Bestandteile zerlegt. Ist unser Körper ein biologischer Rohstoff, der erst durch die Ausstattung mit Rechten und Pflichten zur Einheit Person und zum Menschen geformt wird? In „Das Grundgesetz“ ist der Theaterraum ein Rechtsraum. Gesetze sind um und in uns. Mit ihnen wird der Beginn unseres Menschseins bestimmt und unser Aufwachsen, unsere Erziehung, unsere Bildung geregelt. Gesetze definieren die Bedingungen unseres Arbeitens und unserer Gesundheit, sie finden sich in dem, was wir essen und trinken, sie durchweben unsere Kleidung ebenso wie unsere sozialen Beziehungen. Gesetze schaffen das Gerüst unseres Alltags, bilden den Rahmen, innerhalb dessen wir alt werden und mit ihnen wird der Zeitpunkt unseres Todes erklärt. Gesetze sind grundsätzlich.

 

Vier Performer untersuchen ihre Körper und ihre Persönlichkeiten auf ihre juridischen Bedingungen hin: Was ist das Verhältnis zwischen diesen Körpern und dem Recht? Welche Gesetze sind in der Sprache anwesend, wenn die Darsteller zum Publikum sprechen? Wo arbeiten Gesetze mit, wenn der Zuschauer sich durch die Erzählungen der Darsteller ein Bild von ihnen zusammenzusetzen versucht?

Antragsteller/in Boris Nikitin

Veranstaltungstermin 20. bis 23. Oktober 2011

Veranstaltungsort HAU 3

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer, Kaserne Basel

Die blauen Augen von Terence Hill

Bud Spencer und Terence Hill sind wieder da. In den billigen Western-Kulissen eines Freizeitparks für Arbeitslose drehen sie ihren neuen Streifen. Dabei gilt wie gehabt: Prügeln, saufen, Bohnen fressen!

Zwanzig Jahre nach dem VHS-Genuss im Kinderzimmer lassen wir die Antihelden unserer Kindheit noch mal antreten, um gewieft großen Schurken und fiesen Bürokraten das Handwerk zu legen. Dem Standard von sozialverträglicher Unterversorgung und Überproduktion setzen wir den Entwurf einer anderen Welt entgegen. Unsere H4 World ist offen für solidarische Tricksereien und nachhaltige Verschwendung, für arkadisches Nichtstun und eine rastlos flexible Sozialität. Bud Spencers wirbelnde Fäuste machen es vor.

In einer Zeit, in der nur die verschwenden dürfen, die schon immer zu viel hatten, werfen Spencer und Hill virtuos alles über den Haufen. Aber sind die Western-Helden noch dagegen, oder ist ihr parasitäres Joint Venture von Superarm und Superreich bloß eine weitere Säule der neoliberal-flexiblen Wirtschaftsordnung?

Von: Jörg Albrecht (Text), Susanne Berthold (Regieassistenz), Matthias Grübel (Musik), Nina Hofstötter (Produktion), Janna Horstmann (Schauspiel), Katja Kettner (Produktion), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Katharina Oberegger (Ausstattungsassistenz), Caspar Pichner (Ausstattung), Ian Purnell (Video), Wilma Renfordt (Dramaturgie), Oliver Szewc (Technische Leitung), Sebastian Thiers (Schauspiel), Mathias Znidarec (Schauspiel)

 

Antragsteller/in copy & waste GbR, Steffen Klewar

Veranstaltungstermin 12., 14., 15. und 16. Oktober 2011, 20.00 Uhr (Voraufführungen beim Steirischen Herbst, Graz: 7./8./9. Oktober)

Veranstaltungsort HAU 3, Tempelhofer Ufer 10, 10963 Berlin

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Koproduktion: steirischer herbst, HAU (Berlin), Theaterhaus Jena & uniT (Graz) Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und den Regierenden Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten

Internetseiten www.copyandwaste.de

Pressestimmen

Endstation Ewige Heimat

In einer Gartenlaube am ehemaligen Rand Westberlins verbringen Stella und Leif ein einfaches, aber glückliches Leben. Ihr kleiner Kosmos besteht aus Rabatten und Gemüsebeeten, aus Musik und selbst erfundenen Spielen. Für etwas ist in diesem Lebensentwurf kein Platz: die Vergangenheit. Diese aber spaziert just in Leifs und Stellas Leben, als nach der Ossi-Schwester auch noch der Wessi-Bruder in der Kleingartenkolonie „Ewige Heimat“ auftaucht.

Maybritt, Stellas Schwester aus Magdeburg, trägt ihr privates ostdeutsches Trauma in die Laube: Der Vater hatte die DDR und seine Familie vor der Wende verlassen – mit der jüngeren Tochter Stella. Maybritt hat in Berlin einen Neuanfang gemacht, aber weder verläuft ihre Jobsuche erfolgreich, noch konnte sie, die Zurückgelassene, ihrer kleinen Schwester das Auseinanderbrechen der Familie je ganz verzeihen. Für Stella dagegen ist dieses Kapitel ihrer Vergangenheit sorgsam hinter den Dornenranken einer Märchengeschichte verborgen und das von Maybritt gesuchte Gespräch um die Flucht des Vaters in den Westen unerwünscht.

Doch wirklich aus dem Lot gerät das Zusammenleben erst, als ein weiterer unerwarteter Gast auftaucht: Leifs großer Bruder Ernst Theodor. Im Gepäck die Geschichte der nicht nur an Tradition reichen westdeutschen Adelsfamilie „vorm Walde“, inklusive Porzellanmanufaktur – was Leif seiner Stella stets sorgsam verschwiegen hat. Was zunächst wie ein Kurzbesuch beim kleinen Bruder, dem Revoluzzer der Familie, aussieht, wird zur einwöchigen Belagerung. Maybritt ergreift die Chance und nistet sich ebenfalls ein. Aber vier sind eindeutig zwei zu viel. Und als Stella Ernst-Theodors Geheimnis entdeckt, eskaliert das schöne Laubenleben.

 

Das Team rund um Regisseurin Nicole Oder ("Arabboy", "ArabQueen" u.a.) hat in einer sechswöchigen Probenzeit auf Basis von Improvisationen und Recherchen den Stücktext entwickelt.

 

Von und mit: Peter Becker, Katrin Hansmeier, Johann Jürgens, Barbara Wurster

 

Regie: Nicole Oder

Bühne: Franziska Bornkamm

Kostüme und Ausstattungassistenz: Shir Levanon

Sounddesign: Heiko Schnurpel

Dramaturgie: Elisabeth Tropper

Lichtdesign: Manfred Arlt

Regieassistenz: Marie-Christin Rissinger

Regiehospitanz: Hoda El-Sharkawy

Dramaturgiehospitanz: Veronika Gräwe

Ausstattungshospitanz: Angeliki Manthou

Ton: Bastian Essinger, Jens Kilz

Licht: Alexander Knobbe

Antragsteller/in Freunde des Heimathafen Neukölln e.V.

Veranstaltungstermin 20. August 2011, 20:30 Uhr 21., 26., 28. August und 31. August 2011, 1., 2., 3., 7. und 9. September 2011, 20:30 Uhr

Veranstaltungsort Heimathafen Neukölln, Berlin

Förderbetrag 30.000 €

Internetseiten www.heimathafen-ne...nEwigeHeimat

Hate Radio

Als am 6. April 1994 das Flugzeug des ruandischen Präsidenten kurz vor der Landung von zwei Raketen getroffen wurde, war dies das Startsignal für den grausamsten Genozid seit dem Ende des Kalten Kriegs. In den Monaten April, Mai und Juni 1994 wurden in dem zentralafrikanischen Staat schätzungsweise eine Million Angehörige der Tutsi-Minderheit und Tausende gemäßigter Hutu ermordet.

Hätte man ein einfaches und wirkungsvolles Ziel gesucht, um den Genozid in Ruanda zu verhindern, schrieb der US-amerikanische Journalist Philip Gourevitch, wäre der Radiosender RTLM ein guter Anfang gewesen. Mit unbeschreiblichem Zynismus hatten die Mitarbeiter des populären Senders den Völkermord seit Monaten wie eine Werbekampagne vorbereitet. Das Programm bestand aus Pop-Musik, packenden Sportreportagen, politischen Pamphleten und an Verachtung nicht zu überbietenden Mordaufrufen. Die Grooves der neuesten kongolesischen Bands und aggressivste Rassenkunde vereinten sich hier auf wenigen Quadratmetern zu einem düsteren Laboratorium rassistischer Ideologie. Nach Voraufführungen am Kigali Memorial Centre lässt das IIPM den Sender RTLM in originalgetreu nachgebauten Kulissen in Berlin wieder live auf Sendung gehen - auf der Bühne stehen Überlebende des Genozids.

Antragsteller/in International Institute of Political Murder | Milo Rau

Veranstaltungstermin 1. bis 4. März 2012 1. bis 4. Dezember 2011

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen HATE RADIO ist eine Koproduktion des IIPM Berlin/Zürich mit dem Hauptstadtkulturfonds Berlin, dem Migros-Kulturprozent Schweiz, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, dem Kulturamt St. Gallen, dem Kunsthaus Bregenz, der Ernst Göhner Stiftung, dem HAU Berlin, dem Schlachthaus Theater Bern, der Beursschouwburg Brüssel, dem migros museum Zürich, der Kaserne Basel, dem Südpol Luzern, dem Verbrecher Verlag Berlin, dem Kigali Genocide Memorial Centre. Mit der Unterstützung von kulturelles.bl Basel, Amt für Kultur Luzern, dem Goethe-Institut Brüssel, dem Goethe-Institut Johannesburg, Brussels Airlines, Spacial Solutions, der Commission Nationale de Lutte contre le Génocide (CNLG), dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED), Contact FM Kigali und IBUKA Rwanda (Dachorganisation der Opferverbände des Genozids in Ruanda), der Hochschule der Künste Bern (HKB), Friede Springer Stiftung. Medienpartnerschaften: taz - die tageszeitung, tip Berlin, rbb inforadio

Internetseiten www.hateradio.infowww.international-institute.de

Pressestimmen

Kokon

WILMA AUST befindet sich in Untersuchungshaft. Die Anklage lautet Sterbehilfe. Niemand kann

verstehen, warum die Krankenpflegerin dem Drängen des vollständig gelähmten Patienten nachgegeben hat.

 

Um mildernde Umstände zu erwirken, versucht ihr Anwalt ihre schicksalhafte Biographie zu nutzen und sie vor Gericht als Opfer darzustellen. Doch Wilma wehrt sich gegen diese vereinfachte Sichtweise auf ihre Tat.

 

Mit Annina Butterworth, Katrin Hansmeier, Axel Schrick, Igor Maier,

Sophias Stimme: Anja Beatrice Kaul

Regie: Sylke Enders

Dramaturgie: Nicole Oder

Ausstattung Kerstin Eichner

Sound: Heiko Schnurpel

Antragsteller/in Sylke Enders

Veranstaltungstermin 14., 15., 16., 20., 21., 22., 23., 26., 27. und 28. Oktober 2011, 20:30 Uhr

Veranstaltungsort Studio Heimathafen Neukölln

Förderbetrag 28.000 €

Internetseiten www.heimathafen-ne....de/?q=Kokon

Pressestimmen

Madame Bovary. Ein Sittenbild aus der Provinz

"Ihr habt mich nie verstanden! Ihr kennt nicht das Ideal romantischer Naturen, zu dem mittelmäßige Herzen nie gelangen!"

 

Emma Bovary hat vor allem eines: Sehnsucht. Sie träumt von erfüllten Leidenschaften, Luxus und dem, was sie für das "echte" Leben hält. Gelangweilt in ihrer Ehe, flüchtet sie sich in Liebschaften, die sich bald als nicht weniger banal entpuppen. Welche Rolle Emma auch annimmt, das Leben fühlt sich nicht wahrhaftig an. Ernüchtert und ruiniert weist ihr am Ende einzig der Suizid einen Weg aus der Unzulänglichkeit ihrer Alltagsrealität.

 

Das so genannte Phänomen des Bovarismus, dieses fatale Missverhältnis zwischen Wirklichkeit und Wunschbild, ist jedoch keinesfalls nur schwindsüchtigen Damen des 19. Jahrhunderts vorbehalten.

Es ist gut möglich, dass Emma Bovary heute in Detmold lebt, in Stuttgart Sindelfingen oder mitten in Berlin. Denn die Provinz lauert überall und es scheint so, als hätten wir gelernt, mit unseren unerfüllten Sehnsüchten gut zu leben.

Aber was spielt sich hinter den pastelligen Fassaden ab, neben Familienidylle und aufgeklärter Emanzipiertheit? Soll das hier schon alles gewesen sein? Und was ist, wenn das Geld mal alle ist?

 

In ihrer Bühnenfassung von Flauberts Roman lassen die Autorin DANIELA DRÖSCHER und der Regisseur CHRISTIAN WEISE INGA BUSCH als Emma Bovary zwischen Anmaßung, Depression und Kaufrausch taumeln. Als irre Komödie entspinnt sich ein "Sittenbild" vom Prenzlauer Berg über Hausgeburten, Kindererziehung und Erbschaftssteuerrecht, aber auch über die Frage, was passiert, wenn einen die Teilnahme an einem imaginären Leben das wirkliche Leben kostet.

 

mit SEBASTIAN ARRANZ, HANNES BENECKE, INGA BUSCH, JENS DOHLE, ALEXANDER MARIA SCHMIDT, CORNELIUS SCHWALM, CATHERINE STOYAN, VERENA UNBEHAUN

 

Regie CHRISTIAN WEISE Text DANIELA DRÖSCHER, CHRISTIAN WEISE Bühne CONSTANZE KÜMMEL Kostüme ANDY BESUCH Musik JENS DOHLE Dramaturgie MARIA VIKTORIA LINKE Licht VOLKER M. SCHMIDT Ton KATHARINA ADLER Regieassistenz GINA HENKEL Bühnenbildassistenz ROBERT KRAATZ Kostümassistenz JULIA REDER Produktion DANIEL SCHRADER / BALLHAUS OST

 

EINE PRODUKTION VON CHRISTIAN WEISE IN KOOPERATION MIT DEM BALLHAUS OST

 

GEFÖRDERT DURCH DEN HAUPTSTADTKULTURFONDS

 

AUFFÜHRUNGSRECHTE BEI SCHAEFERSPHILIPPEN THEATER UND MEDIEN, KÖLN

Antragsteller/in Christian Weise

Veranstaltungstermin 7. September 2011, 20:00 Uhr bis 17. September 2011 9. / 10. / 11. / 14. / 15. / 16. / 17. September 2011, jeweils 20:00 Uhr

Veranstaltungsort Ballhaus Ost

Förderbetrag 65.000 €

Internetseiten www.ballhausost.de

monochrom's ISS: In space no one can hear you complain about your job

2011 lässt MONOCHROM einen alten Menschheitstraum wahr werden: Eine international besetzte Impro-Reality-Sitcom, die das erste Jahr auf der International Space Station schildert.

Wie lebt und arbeitet es sich unter den besonderen Bedingungen und Beeinträchtigungen einer Raumstation, unter Schwerelosigkeit und der Diktatur des Funktionalen? Was tun, wenn jeder Handgriff gleich 150.000 Dollar kostet? Schwerelosigkeit, Platzmangel und komplexe Protokolle zeichnen sich eher durch Beschränkung aus, als neue Erfahrungsräume à la Star Trek aufzuschließen.

 

Die Abenteuer auf der ISS ähneln dem abgeschlossenen Mikrokosmos einer Sitcom und haben in erster Linie mit der Aufrechterhaltung des gruppenkommunikativen Status Quo und der gemeinsamen Eingeschlossenheit zu tun.

Die internationale Kooperation, die sich in der multinationalen Zusammensetzung der Mannschaft widerspiegelt, stößt dabei an Grenzen des interkulturellen Austausches. Zugleich wiederholen sich irdische Grundprobleme des Zusammenlebens auf der Mikrobühne einer Raumstation. Hieran wird deutlich, dass technologischer Fortschritt allein keine grundlegenden Veränderungen bewirken kann, solange die sozialen Beziehungen davon nicht fundamental umgestülpt werden.

 

mit FRANZ ABLINGER, ROLAND GRATZER, JOHANNES GRENZFURTHNER, GEOFF PINFIELD, JEFF RICKETTS, MACIEJ SALAMON, CLAIRE TUDELA

 

Regie, Drehbuch, Konzept JOHANNES GRENZFURTHNER Konzept, Mitarbeit ROLAND GRATZER Dramaturgie, Drehbuch FRANK A. SCHNEIDER Produktion, Konzept GÜNTHER FRIESINGER Bühne, Technische Leitung FRANZ ABLINGER

 

EINE KOPRODUKTION VON MONOCHROM MIT DER GARAGE X WIEN UND DEM BALLHAUS OST

 

GEFÖRDERT DURCH DEN HAUPTSTADTKULTURFONDS UND DIE KULTURABTEILUNG DER STADT WIEN (MA 7)

Antragsteller/in monochrom / Günther Friesinger

Veranstaltungstermin 23. Juni 2011 (Berlinpremiere) und 24. / 25. Juni 2011

Veranstaltungsort Ballhaus Ost, Pappelallee 15, 10437 Berlin

Förderbetrag 45.000 €

Kooperationen Ballhaus Ost, Berlin Garage X, Wien

Internetseiten www.monochrom.at/isswww.ballhausost.dewww.garage-x.at

NO LIMITS Internationales Theaterfestival Berlin

Mehr als 200 behinderte und nicht behinderte Künstler aus Europa und Übersee zeigen beim internationalen Theaterfestival NO LIMITS ungewöhnliche Kunst von den Rändern der Gesellschaft und jenseits unserer üblichen Weltwahrnehmung. *** [Eröffnung] Das legendäre Back to Back Theatre aus Australien zeigt mit „Food Court“ auf der Bühne des Hebbel-Theaters eine atemberaubende Achterbahnfahrt aus Bildern und Klängen, live begleitet von der australischen Kultband The Necks [HAU 1, 10. und 11. November]. *** [Berliner Szene] Das Ostberliner Theater RambaZamba zeigt seinen Publikumsrenner „Weiberrevue“ in neuer XL-Version – mit mehr Schauspielern, mehr Musikern und noch mehr Liedern [Theater RambaZamba, 11. und 12. November]. * Das Westberliner Theater Thikwa zeigt als Jubiläumsinszenierung zum 20jährigen Bestehen den „Sommernachtstraum“ [Theater Thikwa / F40, 11. und 12. November]. *** [Super Belgium] Theater Stap aus Antwerpen und das Jugendtheaterprojekt Kaaiman zeigen mit „Poppemie“ einen bildstarken Theaterabend über Lebensträume und einen unerfüllbaren Kinderwunsch [Ballhaus Ost, 12. November], und mit „Geen wonder dat ik ween“ einen Liederabend über die Einsamkeit und die Sehnsucht nach bedingungsloser Freundschaft [Ballhaus Ost, 13. November]. * Der Lütticher Clownszirkus Cirque Ouïlle! zeigt hinreißend dämliche und umwerfend charmante Clowns mit Down Syndrom [Theater RambaZamba, 13. November]. * Und die Ausstellung Super Belgium zeigt bildnerische Arbeiten und Filme aus der belgischen Outsider Art Szene [Theater RambaZamba, 12.-20. November]. *** [Freunde & Verwandte] Studierende der ZHdK Zürich zeigen mit „Ibsen, die Sau“ ihr ekstatisches Produkt aus einer Woche Workshop mit Herbert Fritsch - eine höchst vergnügliche Vorstudie zu seiner Theatertreffen-Inszenierung von Ibsens "Nora" [Theater RambaZamba, 13. November]. * Das Teatr Osmego Dnia (im letzten Jahr zusammen mit Theater RambaZamba in „Der Frieden“ nach Aristophanes zu sehen) zeigt mit „Portiernia“ politisches Bildertheater zur polnischen Gesellschaft im Postsozialismus [Ballhaus Ost, 16. November]. *** [Panorama] Mit dem Dresdner Club der anders begabten Bürger geht es in bester Volkstheatermanier auf den „Herzrummel“ [Theater RambaZamba, 14. November]. * Das Südtiroler Teatro la Ribalta / Theatraki beschäftigt sich in bewegenden Bildern mit der Geschichte und der gespenstischen Gegenwart von Eugenik und Euthanasie [Ballhaus Ost, 15. November]. * Die Kurzfilmnacht Best of Look&Roll 2011 zeigt Herz und Verstand bewegende Filme aus aller Welt über das Leben mit Einschränkungen, speziellen Bedürfnissen und besonderen Fähigkeiten [Theater RambaZamba, 15. November]. * Mit „Dame un segundo“ von Danza Mobile aus Sevilla [Kesselhaus, 17. November] und „Desafinado“ von Dançando com a Diferença aus Madeira [Kesselhaus, 18. November] sind die beiden wichtigsten Vertreter der inklusiven Tanzszene Spaniens und Portugals mit ihren jüngsten Produktionen und zum ersten Mal in Berlin zu sehen. * Die französische Compagnie Création Ephémère zeigt in „Variations Antigone“ die Geschichte von Antigone als bewegendes Musik-Theater über unsere Handlungsfreiheit und die Notwendigkeit der Revolte [Theater RambaZamba, 19. und 20. November]. *** [Gipfeltreffen] In einer ungewöhnlichen Konzertnacht treffen die schrägen Schweizer Königinnen von Les Reines Prochaines auf das belgische Musikprojekt The Choolers [Ballhaus Ost, 12. November]. * In einer Kunstaktion mit Ausstellung erkundet Anne Tismer in „Lomé in Leuchtfarben und als Marshmellow“ nicht nur zusammen mit Schauspielern aus Togo, sondern auch von Theater Thikwa die Geschichte Togolesischer Stoffe und die Geschichten, die diese erzählen [Kunstraum am Flutgraben, 16., 17., 19. und 20. November]. * Anne Tismer, Berman Depri Dörr, Das Helmi, Mezzanin Theater, Monster Truck, Oper Dynamo West, Praxis Dr. Zander, RATTEN 07, Theater HORA und Theater RambaZamba entwickeln in „Das Prinzip Struwwelpeter“ aus den zehn Episoden des Kinderbuchklassikers „Der Struwwelpeter“ zehn halbstündige Theaterskizzen [Theater RambaZamba, 16.-18. November]. * Zum Struwwelpeter-Auftakt spielen The Tiger Lillies noch einmal Lieder aus ihrem Theaterwelthit „Shockheaded Peter“ sowie weitere „nasty songs“ [Kesselhaus, 15. November]. * Als Festivaleigenproduktion präsentieren Das Helmi und Theater RambaZamba gemeinsam Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ als begehbare, von Schaumstoffpuppen bevölkerte Pappstadt-Installation [Ballhaus Ost, 19. und 20. November]. Und die Ein-Mann-„Bedroom Band“ von Brian Morrow (Das Helmi) sowie das auf Spielzeuginstrumenten arbeitende Orchestre Miniature in the Park geben in dieser Pappstadt exklusive Konzerte. *** [Rahmenprogramm] Ein Festivalblogprojekt begleitet das Festival mit Aufführungsbeschreibungen, Hintergrundberichten und Essays. * Und das zweitägige Symposium „Die Neoprofis“ beschreibt Positionen zum Darsteller heute am Beispiel des behinderten Schauspielers, Performers, Tänzers [Kleisthaus, 11. und 12. November]. *** Das alles findet sich ausführlich beschrieben auf dieser Festival-Homepage www.no-limits-festival.de

Antragsteller/in Lebenshilfe Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur behinderter Menschen mbH

Veranstaltungstermin 10. bis 20. November 2011

Veranstaltungsort HAU 1 Stresemannstr. 29, 10963 Berlin-Kreuzberg; Kleisthaus Mauerstr. 53, 10117 Berlin-Mitte; Theater Thikwa / F40 Fidicinstr. 40, 10965 Berlin-Kreuzberg; Theater RambaZamba & No Limits Lounge / Kulturbrauerei Zugang Knaackstr. 97, 10435 Berlin-Prenzlauer

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen HAU Hebbel am Ufer; Kesselhaus/Kulturbrauerei; Theater RambaZamba; Ballhaus Ost; Kleisthaus; Theater Thikwa; Flutgraben; Lebenshilfe Berlin; VIA; NBW; Medienpartner: die tageszeitung / taz

Internetseiten www.no-limits-festival.de

Pressestimmen

ONKELZ

„Böhse Onkelz“ gegründet 1980 - aufgelöst 2005. Jeder hat eine Meinung über die Onkelz, doch keiner kennt sie. Fans und Hasser befeuern Geschichten um die Band, die als frühe Punks „Türken raus“ geschrien haben. In den Texten finden sich Territorialgeschichten aus Deutschland. Türken und Punks haben sich nicht nur in Frankfurt geprügelt. Die Linken haben sich die Punks der Szene gekrallt, die Rechten haben versucht die Skins zu fesseln. In den 80ern mutierten die vier zu Skinheads, die hässliche Punk-Musik mit rechten Texten machten. Wie radikal waren die Onkelz? Fight the Power. Public Enemy. Was bewirkt Extremismus in der Musik? In welchem Fahrwasser bewegt man sich als Onkelz Fan?

24. Juni 1991. „Böhse Onkelz“ spielen im „Huxleys Neue Welt“ Berlin. Der Platz ist voller Keller-Asseln, Ratten und Antifa. Yigit und Bruder stehen der Band als linke Demonstranten gegenüber. „Onkelz“ lotet aus, wo rechts aufhört und links beginnt.

 

Mit Danny Bruder, Tamer Yigit, VIRUZ und Gästen.

 

Antragsteller/in Tamer Yigit

Veranstaltungstermin Premiere: 27. Juni 2011, 20.00 Uhr 29., 30. Juni, 1. und 2. Juli 2011, je 20.00 Uhr

Veranstaltungsort HAU2 - Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin

Förderbetrag 40.500 €

Kooperationen Hebbel am Ufer

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.dewww.fidanfilm.com

Pressestimmen

Reality Kills. Kriegsbilder im Comic und auf der Bühne.

REALITY KILLS

Kriegsbilder im Comic und auf der Bühne

20. - 26. März 2011 im Gorki Studio Berlin

 

Die Kriege des 21. Jahrhunderts erreichen uns als Spektakel für den Wähler im Fernsehsessel. Doch die Opfer sind real. Wie ist eine angemessene Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt möglich? Was steckt hinter den medialen Kriegsbildern?

In einer bildbeherrschten Zeit, in der Montage jeden Film und Photoshop jede Fotografie als zuverlässiges Zeugnis eines Augenblicks fragwürdig werden lässt, erfährt das gezeichnete Bild des Comics, indem es spielerisch auf seine eigene Unzulänglichkeit verweist, ebenso eine Bedeutungsveränderung in der öffentlichen Wahrnehmung wie das Theater, das als Ort unmittelbarer Gegenwärtigkeit, den Rezipienten jeden Abend aufs Neue die reale Herstellung einer Behauptung erleben lässt. Comic und Theater machen immer wieder augenscheinlich, dass was wir Geschichte oder Wirklichkeit nennen, immer ein Konstrukt ist. Zugleich ermöglicht gerade die ihnen eigene Verfremdung, subjektiven Realitäten näher zu kommen, als es eine Fernsehübertragung oder ein Artikel vermögen. Bieten also diese Kunstformen das angemessene Forum für einen differenzierten alternativen Kriegsdiskurs? Wie lassen sich die Grausamkeiten und Schmerzen, die den Kampf des Menschen mit dem Menschen begleiten, überhaupt in Worte und Bilder übersetzen? Comic und Theater im Hinblick auf den täglich wachsenden Bildfundus des Krieges zusammenzudenken, ist Ziel dieses Projektes. Das Maxim Gorki Theater Berlin hat Comic-Zeichner, Autoren, Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner, Schauspieler und Musiker eingeladen, im Rahmen gemeinsamer Probenarbeiten, Werkstätten und Gesprächsrunden das Darstellungsspektrum von Gewalt in beiden Künsten zu reflektieren und neue Formen des interdisziplinären Austauschs zu entwickeln. Die Ergebnisse werden vom 20. bis zum 26. März 2011 im Maxim Gorki Theater Berlin präsentiert.

 

 

Emmanuel Guibert

ALANS KRIEG. DIE ERINNERUNGEN DES GI ALAN COPE

Nach dem Comic "Alans Krieg" von Emmanuel Guibert, erschienen in der Edition Moderne.

„Als ich achtzehn wurde, sagte Uncle Sam, ich solle eine Uniform anziehen und gegen einen Typ namens Adolf kämpfen. Das tat ich dann.“ An einem Morgen im Dezember 1941 trägt der Teenager Alan Cope in Pasadena, Kalifornien, Zeitungen aus. Die Schlagzeile: „Pearl Harbor bombed by Japs“. Drei Monate später ist Cope in der US Army. An seinem 20. Geburtstag, im Februar 1945, landet er im französischen Le Havre. Auf ihn wartet ein Panzer, ein Krieg und das unbekannte Europa. Mit Anfang 70 gab Alan Cope seine Erlebnisse dem Comic-Künstler Emmanuel Guibert fünf Jahre lang zu Protokoll. Es sind sehr einfache und alltägliche Erfahrungen: die Eingliederung in das Militär, die Begegnungen mit Menschen oder das Kennenlernen der europäischen Sprachen und Kulturen. Durch diese kleinen Anekdoten schimmert zwar stets ein historisches Licht. Es bleibt aber eine Geschichte, die jemand von sich erzählt – nicht die Geschichte, die etwas über jemanden erzählt. Emmanuel Guibert entwarf zu den Erzählungen Copes einen Comic. Vorsichtig, aber deutlich skizziert er die bildliche Biographie eines Menschen, der ihm sein Leben als Vermächtnis hinterließ.

Mit: Hauke Heumann und Simon Zagermann. Regie: Sascha Hargesheimer, Ausstattung: Susanne Scheerer, Dramaturgie: Cornelius Puschke.

Premiere am 20. März 2011 im Gorki Studio Berlin

Weitere Vorstellung am 25. März 2011

 

 

EIN DRAMATISCHER LIVE-COMIC

von Ekat Cordes, Philipp Löhle und Henrik Schrat

In einem gemeinsamen Arbeitsprozess loten der Dramatiker Philipp Löhle und der Regisseur Ekat Cordes mit dem Comiczeichner Henrik Schrat das ästhetische Potential, das ein Zusammentreffen von Theater und Comic freisetzen kann, aus und versuchen das Beste beider Welten nutzbar zu machen.

Mit: Maria Walser und Jörg Kleemann.

Von: Ekat Cordes, Philipp Löhle, Henrik Schrat. Dramaturgie: Nele Weber.

Premiere am 26. März 2011 im Gorki Studio Berlin

 

 

Minidramenmarathon

MAKE LOVE, NOT WAR – EINE PROPAGANDAMASSNAHME

Was passiert, wenn man dreimal je einen Dramatiker, einen Comiczeichner, einen Regisseur und ein bis zwei Schauspielern zur Fraternisierung aufruft und ihnen zwei Tage lang eine Theaterprobebühne, Zeichenmaterial, mobile Bühnenbildelemente und ein paar Requisiten überlässt? Drei intermediale Auseinandersetzungen in grafischtheatralen Minidramen-lectureperformances.

Mit: Jörg Kleemann, Horst Kotterba, Matti Krause u.a. Regie: Jorinde Dröse, Sophie Domenz; Dominic Friedel. Texte: Anne Habermehl, Nora Mansmann, Mario Salazar. Comic-Kollektiv: Sharmila Banerjee, Aisha Franz, Paul Paetzel (The Treasure Fleet). Kostüme: Anna Bergemann und Thomas Maché.

Grundraum: Anna Bergemann. Dramaturgie: Cornelius Puschke/Nina Rühmeier.

Premiere am 24. März 2011 im Gorki Studio Berlin

 

 

ComicContainer

EXPORTIERTE KRIEGSSCHAUPLÄTZE

Das Maxim Gorki Theater hat Künstler und Künstlerkollektive dazu aufgerufen, Frachtcontainer zu dreidimensionalen begeh- und bespielbaren Comicpanels umzudeuten. Handlung statt Handel! Unter dem Motto EXPORTIERTE KRIEGSSCHAUPLÄTZE werden die gestalteten Container mit den großen Schlachten der Dramengeschichte, intimen Kampfszenen des Alltags oder Feldzügen gegen die innere Immobilität beladen.

Mit: Hannes Niepold, Hamed Eshrat, copy&waste, KULTURMASSNAHMEN.

 

ComicContainer / Hannes Niepold

DSCHIHAD

Mediale Kriegsbilder sind allgegenwärtig. Sie werden weitergesponnen zu aberwitzigen Horrorszenarien mit denen Politik gemacht wird. Der Überwachungsstaat wird mit Angst beglaubigt. Einschnitte in die Privatsphäre werden leichthin im Namen der Sicherheit hingenommen. Hannes Niepold hat ein Simultan-3-D-Bild entworfen, das Ängste vor dem jederzeit und überall drohenden Dschihad in gebündelter Übertreibung und -lagerung präsentiert.

Ab 20. März 2011 auf dem MGT-Parkplatz

 

ComicContainer / Hamed Eshrat

KALEIDOSKOP

Ein Kaleidoskop, das Kriegsbilder zerlegt, doppelt, neu zusammensetzt. Sie als psychotische, bewegte und absurd bunte Bilder dekonstruiert. Montage ist das vorherrschende Stil-, Beglaubigungs- und Kunstmittel in den Medien, das erst entlarvt werden muss, bevor sich drauf verlassen werden darf. Hamed Eshrat hat ein Kaleidoskop für die Box vor dem MGT entworfen mit dem Sie mediale Kriegsbilder hinterfragen können.

Ab 20. März 2011 vor dem MGT

 

ComicContainer copy&waste

BARBARELLASTRIP

Auf in die Problemzonen! Ins Aerobic-Studio und in die dunkle Stadt Sogo, an die Front, nach Vietnam, Afghanistan, in den urbanen Einzelkampf. Jane Fonda [spärlich bekleidet] ist Barbarella ist Hanoi-Jane ist Karl-Theodor zu Guttenberg*, unermüdlich im Einsatz für knackige Rundungen, ein friedliches Universum und die Optimierung ihrer selbst. Aus der Ur-Tiefe des provinziellen Raums kommend [Kalifornien oder Franken] trainiert sie Körper, Kriege und Identitäten so lange, bis sie auch ungeschminkt ganz authentisch aussehen. Im art-biz! Im love-biz! Im war-biz! Und auch Du kannst Dich fit machen! Komm in unseren Container, vor unseren Screen, zu unserem Workout und: Nimm die Dinge selbst in die Hand, bei unserem kleinen Crashkurs für Rekruten im Stadtraum des 21. Jahrhunderts! Also: Seien Sie einfach, wie Sie sind, und Sie werden so sein wie ich! Alright? Are you ready? [CLAP] Yeah. Let‘s go!



* Mehr Monarchie wagen!

Mit: Janna Horstman und Steffen Klewar.

Regie: Steffen Klewar; Text: Jörg Albrecht; Musik: Matthias Grübel; Bühne: Caspar Pichner; Video: Joachim Weber; Dramaturgie: Wilma Renfordt.

Am 21., 23., 25. und 26. März 2011 auf dem MGT-Parkplatz

 

ComicContainer / Kulturmassnahmen

DIALOGANNAHME

Kriege lauern nicht nur zwischen verfeindeten Ländern, sondern auch im täglichen Zwischeneinander mit Kollegen, dem Ehepartner oder flüchtigen Bekannten. Allerdings vermeiden wir oft - bewußt oder unbewußt - Konfliktsituationen, die außer Kontrolle geraten könnten. Ist das gut? Die Gruppe Kulturmassnahmen (KM) findet: nicht immer; und lädt Besucher zur nachträglichen Eskalation ein. Gab es in der jüngeren Vergangenheit einen Dialog, dessen Verlauf Sie gerne anders gesteuert hätten? Waren Sie in Situation XY zu hart oder zu weich? Wo haben Sie Empörung um des lieben Friedens willen unterdrückt? In der DIALOGANNAHME wird Ihr verbaler Konflikt in einem Gespräch mit KM sorgfältig rekonstruiert, um anschließend gemeinsam retuschiert zu werden. Aus der geänderten Gesprächsversion erstellt KM eine Eskalationszeichnung, welche fortan im Annahmeraum aushängt. Die Annahme von Dialogen findet auf dem Parkplatz des MGT im Container DIALOGANNAHME statt.

Vom 24. bis 26 März

 

 

VISIOTHEK EXTRA und COMIC-KARAOKE

Die sequenziellen Bilder von Comics werden immer wieder zu Zeichentrickfilmen (Animated Cartoons) ergänzt. Das Ensemble des MGT Berlin erweckt Meilensteine der Zeichentrickfilmgeschichte bahnbrechende Comicverfilmungen in spontaner Lesart vor den Augen des Publikums zum Leben.

Leitung: Johann Kuithan; Ausstattung: Vera Koch.

Am 21. und 23. März 2011 im Gorki Studio Berlin

 

 

BILDERfolge Comic-Lesung I-V

In Kooperation mit dem avant verlag werden aktuelle Comics teils von den Autoren und Zeichnern selbst, teils in szenischen Lesungen von Schauspielern dem interessierten Publikum präsentiert.

 

BILDERfolge I:

Ulrich Scheel. DIE SECHS SCHÜSSE VON PHILADELPHIA (szenische Lesung)

Das sommerliche Ferienleben einer Dorfclique in Philadelphia (Brandenburg) in den 1980er Jahren erfährt eine unerwartete Wendung, als die Jugendlichen zufällig einen Weltkriegsrevolver entdecken: Die Waffe nimmt sofort einen zentralen Platz in ihrem Leben ein und bestimmt deren Zeit des Heranwachsens und der sexuellen Neugier - bis sie letztlich zu dem Zweck eingesetzt wird, für den sie ursprünglich geschaffen wurde.

Mit: Hilke Altefrohne und Gunnar Teuber.

Leitung: Nele Weber; Comicautor: Ulrich Scheel; Ausstattung: Anna Bergemann; Musik: Richard Kretschmar.

Am 21. März 2011 im Gorki Studio Berlin

 

BILDERfolge II:

Ulli Lust. HEUTE IST DER LETZTE TAG VOM REST DEINES LEBENS

Ein autobiographischer Comic über eine zweimonatige Reise der siebzehnjährigen Ulli und ihrer nymphomanischen Freundin Edi ohne Geld und ohne Papiere von Wien über die Alpen nach Verona, Rom und Neapel bis nach Sizilien. Die beiden Punk-Mädchen treffen auf Junkies, Straßenmaler, italienische Machos, Nachwuchs-Mafiosi und ausgewachsene Capos. Ulli wird bald klar, dass ihr schlichtes Beharren auf den elementarsten Persönlichkeitsrechten angesichts archaischer Wertvorstellungen wie kaum zu bändigender Brunst einem Grabenkrieg unter Dauerbeschuss gleicht.

Es liest: Ulli Lust.

Am 22. März 2011 im Foyer des MGT

 

BILDERfolge III:

Nikolai S. Maslov. SIBERIA (szenische Lesung)

Rückblickend beschreibt der Autor Nikolai S. Maslov in Siberia seinen Lebensweg. Er erzählt vom Aufwachsen in der kargen sibirischen Landschaft, von seinen Soldatenjahren, der folgenden kurzen Zeit auf der Kunsthochschule bis hin zur Familiengründung. Es ist Maslovs Comic-Debüt an dem er drei Jahre gearbeitet hat. Mit eindringlichen wie einfachen Bleichstiftskizzen zeichnet er sein Leben auf. Erschienen ist der Comic bei Soft Skull Press.

Mit: Thomas Anzenhofer.

Leitung: Juri Morasch; Ausstattung: Viera Kucera.

Am 23. März 2011 im Gorki Studio Berlin

 

BILDERfolge III:

Peter van Dongen. RAMPOKAN

Peter van Dongen - Kind einer chinesisch-indonesischen Mutter - hat vor dem Hintergrund seiner eigenen Familienbiografie einen Comic über längst vergessene niederländische Kolonialpolitik gezeichnet: Es geht um den indonesischen Unabhängigkeitskrieg, der von 1945 bis 1949 zwischen dem heutigen Indonesien und den Niederlanden stattgefunden hat. Während dieses Konflikts kehrt der Kolonialsoldat Johan Knevel in seine ehemalige Heimat Indonesien zurück und findet sich zwischen den Fronten wieder.

Es liest auf englischer Sprache: Peter van Dongen.

Am 24. März 2011 im Foyer des MGT

 

BILDERfolge V:

Simon Schwartz. DRÜBEN!

In seinem Debüt „drüben!“ erzählt der junge Zeichner und Autor Simon Schwartz von der schwierigen Entscheidung seiner Eltern, Anfang der 1980er Jahre die DDR für immer zu verlassen. Damit opponieren beide nicht nur gegen die allgegenwärtige Diktatur des Arbeiter- und Bauernstaates, sondern zwangsläufig auch gegen Teile ihrer eigenen Familien und ihrer Herkunft. Simon Schwartz verknüpft in seiner Erzählung ein wichtiges Kapitel der jüngeren deutschen Vergangenheit mit seiner eigenen persönlichen Geschichte. Es liest: Simon Schwartz.

Am 25. März 2011 im Foyer des MGT

 

 

PODIUMSDISKUSSIONEN

Gesprächsrunden mit Comiczeichnern und -autoren, Regisseuren, Bühnenbildnern, Wissenschaftlern, Journalisten und anderen Experten geben Gelegenheit über die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksmitteln, ihre Spezifika in der Handhabung und Wirkung sowie das Potential dieses spartenübergreifenden künstlerischen Austausches nachzudenken. Moderation: Lars von Törne (Journalist, Tagesspiegel)

Die Themen:

 

I. WAR P(R)OP - Mobilisierung vs. Subversion

Superman ist Kriegsveteran. Von 1942 bis 1945 kämpfte er auf Seiten der Alliierten Armeen gegen die Achsenmächte. Die Titelseiten der Comic-Hefte jener Jahre zeigen ihn Hitler am Kragen schüttelnd oder Mussolini mit Torten bewerfend. Die regelmäßige Versorgung der Truppen mit diesen Heften wurde sichergestellt. Sie erfreuten sich großer Beliebtheit. Die Vereinnahmung populärer Kultur durch die herrschenden Klassen ist so alt wie der Konflikt zwischen staatstragender und subversiver Kunst, so alt wie die Kunst selbst. Wie kritisch kann die Abbildung von Krieg noch sein in Zeiten, in denen die Glorifizierung des Krieges über eine schonungslose Darstellung seiner Brutalität funktioniert? Wie weit ist die ästhetische Unterwanderung fortgeschritten und welche Gegenstrategien lassen sich finden?

Mit: Andreas Platthaus (Journalist (FAZ) und Autor u.a. von „Die 101 wichtigsten Fragen. Comics und Mangas“); Sascha Hargesheimer (Regisseur von „Alans Krieg“) und Prof. Dr. Jan Lazardzig (Theaterhistoriker, FU Berlin).

Am 21. März 2011 im Foyer des MGT

 

II. KRIEG IM SELBSTVERSUCH - Embedded Cartoonism

Im Jahr 2008 erregte eine neue Art Film die Aufmerksamkeit der Kinobesucher und -kritiker: „Waltz with Bashir“, in dem der Comiczeichner, Autor und Regisseur Ari Folman von seinen Erfahrungen als junger israelischer Soldat während des ersten Libanonkrieges erzählt, war der erste animierte Dokumentarfilm, der international Beachtung fand. Folman stellte sich damit in eine noch kurze Traditionskette von Comicautoren, für die die gezeichnete Geschichte nicht allein Transporteur einer Erzählung ist, sondern ein Medium, dessen ihm eigener, Distanz schaffender, Verfremdungseffekt das Erzählen eines traumatisierenden biografischen Momentes überhaupt erst ermöglicht. Folman war der erste, der diese Entwicklung vom Comic auf den Zeichentrickfilm übertrug. Damit erweiterte er zugleich das Spektrum des Dokumentarfilms. Denn das animierte Bild bekennt sich mit großer Ehrlichkeit zur Subjektivität aller Realitätswahrnehmung genauso wie zum Artifiziellen aller Abbildung im Zeitalter der technischen Manipulierbarkeit. Ist (narrative) Kunst in einer fragmentierten Welt also zum verlässlichsten Vermittler politischer Ereignisse, zum angemessensten Archivar kollektiver Erinnerung geworden? In welchem Verhältnis stehen Kriegserfahrung und Ausdrucksmittel zueinander? Ein Blick in das Gesicht der Kriegsdokumentation.

Mit: Prof. Dr. Gerhard Paul (Historiker (Universität Flensburg) und Autor u.a. von „Bilder des Krieges – Krieg der Bilder“) und Prof. Dr. Albrecht Riethmüller (Musikwissenschaftler, Leiter des Forschungsprojektes „Entfesselte Affekte zwischen Wort, Geste und Ton im Zeichentrickfilm“ an der FU Berlin) u.a.

Am 22. März 2011 im Foyer des MGT

 

III. MAMA, I KILLED A MAN - Sekundärerfahrungen und ihre Folgen

Comics galten in Deutschland lange als Schund. Nach Meinung der Öffentlichkeit führten sie verrohend in eine „Urwelt primitiver Bilder und Symbole“ zurück, wie Rolf Dieter Brinkmann in seinem Roman „keiner weiß mehr“ schreibt, wendeten sich an einen Analphabetismus des Geistes. Heute hat sich der Comic als eigenständige und ernstzunehmende Kunstform hierzulande genauso durchgesetzt wie zuvor schon in den frankophonen Ländern, Italien oder den USA. An die Stelle des jugendgefährdenden Comics sind in der kulturpessimistischen Wahrnehmung Computerspiele und Internetpornografie getreten. Unverändert bleibt damit, dass Medien die Macht zugesprochen wird, die geistige Entwicklung ihrer Rezipienten zu beeinflussen, ihre emotionale Welt zu formen. So wird mit unverminderter Vehemenz, im Geiste der aristotelischen Poetik, eine Diskussion um die Wirkung von Sekundärerfahrungen geführt, in die zunehmend auch neurowissenschaftliche Erkenntnisse einfließen. Wie nehmen wir wahr und in welcher Weise verändern uns unsere Wahrnehmungen? Wie bewertet und verarbeitet das menschliche Hirn Bilder fiktiver Gewalt? Und haben diese Erkenntnisse Einfluss auf die Praxis der Kunstproduktion? Wie funktioniert die Sprache des Comics? Wie liest man Comics richtig? Die Gesprächsrunde soll den Zuschauern einen Überblick über den aktuellen Stand der Debatte vermitteln.

Mit: Prof. Dr. Dietrich Grünewald (Professor für Kunstwissenschaft und Kunstdidaktik an der Universität Koblenz-Landau und Autor von u.a. „Vom Umgang mit Comics“) (angefragt) und Kai Pfeiffer (Comiczeichner) u.a.

Am 25. März 2011 im Foyer des MGT

 

IV. FORM FOLLOWS FUNCTION - Comic im Theater

Wie können die Mittel des Comics im Theater aufgenommen werden? In welcher Weise können sie die Darstellungsmöglichkeiten im Theater bereichern und erweitern? Der Comic hat sich in den vergangnen Jahren zum ernsthaften Reportagemedium entwickelt. Damit erfährt das Spektrum der bildhaften Auseinandersetzung mit Gewalt eine wesentliche Erweiterung. Einerseits erzeugt die Abstraktheit des Comics eine Distanz, die es dem Betrachter ermöglicht, mit der dargestellten Brutalität umzugehen, andererseits lässt ihn die deutliche Subjektivität der Darstellung, an das schwierige und oftmals unzugängliche Thema näher heranrücken. Die Übersetzung dieses Effektes für die Bühne soll diskutiert werden.

Mit: Jorinde Dröse (MGT-Hausregisseurin und Teilnehmerin am Minidramenmarathon), Hamed Eshart (Grafiker, Comiczeichner und installiert das Kaleidoskop in der Box) und Mario Salazar (Autor und Teilnehmer am Minidramenmarathon).

Am 26. März 2011 im Foyer des MGT

 

 

Ausstellung im Foyer des MGT

KRIEGSDOKUMENTATION ALS COMIC

Wie entsteht eine Kriegsdokumentation in Comicform? Wie wird recherchiert, vorbereitet und ausgewählt? Welche konzeptuelle Arbeit steht dem Vorhaben voran? Im Rahmen der Ausstellung soll der Entstehungsprozess von Kriegsdokumentationen transparent gemacht werden. Anhand von Objekten wie Fotos, Notizen, Unterlagen zur konzeptuellen Vorbereitung und ersten Skizzen wird der komplexe Entstehungsprozess eines dokumentarischen Comics bis hin zum fertigen Buch anschaulich gemacht. Der Comic als seriöses journalistisches und dokumentarisches Format wird vorgestellt. Im Zentrum der Ausstellung sollen drei Arbeiten stehen, die in jeweils sehr unterschiedlicher Weise mit Thema und Format umgehen:

Der Berliner Comiczeichner Reinhardt Kleist hat für das SZ-Magazin eine Bilddokumentation zum Thema „Völkermord“ u.a. anhand der NS-Biographien von John Demjanjuk und Erich Steidtmann gezeichnet. Die Skizzen, Vorarbeiten bis hin zu den Ergebnissen werden ausgestellt.

Ebenfalls werden mit freundlicher Unterstützung von edition moderne die Druckfahnen von Joe Saccos „Bosnien“ – ein Comic über die Stadt Goražde, die Sacco ab 1995 mehrmals besucht hat und die im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 heftig umkämpft wurde - und von Emmanuel Guiberts Comic „Alans Krieg“ zu sehen sein, der bereits zu Anfang der Comic-Theater-Tage eine theatralische Umsetzung im Gorki Studio erfährt.

 

 

Drama light

OFFENES ATELIER

Das Comic-Kollektiv Drama light entwirft auf dem Lichttisch ganz eigene Superhelden-Fantasien. Live schichten die Zeichner ihre Skizzen übereinander - ein bewegtes Helden-Panorama entsteht. Auch Sie können sich heldenhaft verwandeln - neben Batman und Wonder Woman stehen Superman und Andere überlebensgroß zum Schnappschuss bereit.

Mit: Christian Gralingen, Claudia Kaase, Sina Möhring, Julia Ochsenhirt, Felix Pestemer, Stephan Ueding & Mira Voigt.

Am 21., 25. und 26. März im Studiofoyer

 

 

Aktionisten

MODERN KICK ASS

Inspiriert vom Superheldencomic „Kick Ass“ zeigen die Aktionisten – der Jugendklub des MGT – innerhalb einer szenisch-musikalischen Choreografie ihre eigene Übersetzung eines Comichelden in eine moderne Alltagswelt.

Mit: Anna Carolina Freiheit, Julia Jendroßek, Sophia Krüger, Toni Luka, Joanna Mandalian, Stephanie Richter, Marie Scharf, Nina Völsch.

Leitung: Jelka Likus, Sophia Keil, Richard Kretschmar, Nele Weber, Julia Zimmermann.

Am 21., 25. und 26. März 2011 auf dem MGT-Parkplatz

 

 

Comic-Jugendwettbewerb

HELDEN AUF URLAUB

Im Rahmen der Comic-Theater-Tage REALITY KILLS sind wir auf der Suche nach den Superhelden des modernen Alltags. Wie kaum ein anderes Medium hat der Comic sich seine Helden geschaffen. Übermenschliche Kämpfer für die – meist – gerechte Sache, die sich mal in alltäglichen, mal in weltenbedrohenden Konfliktsituationen bewähren müssen und, von einem Abenteuer ins andere stürzend, am Ende niemals mehr als ein paar Schrammen und immer den Triumph davontragen. Was aber macht Clark Kent, wenn Superman nicht mehr gebraucht wird? Und womit verbringen die Fantastic Four ihre Tage auf einem Planeten ohne Not? Das MGT Berlin lädt junge Zeichner zwischen 12 und 18 Jahren ein, ihre ganz persönliche Vision einer Welt zu zeichnen, in der nimmermüde Superhelden sich endlich den wirklich wichtigen Dingen zuwenden können – oder einfach mal die Beine hochlegen. Alle eingesendeten Arbeiten werden während der Comic-Theater-Tage vom 20. bis 26. März 2011 im Foyer des MGT ausgestellt. Drei, der von einer Jury ausgewählten Arbeiten, werden in einer Buchpublikation abgedruckt.

Antragsteller/in Maxim Gorki Theater / Armin Petras

Veranstaltungstermin 20. bis 26. März 2011

Veranstaltungsort Maxim Gorki Theater

Förderbetrag 60.000 €

Internetseiten www.gorki.de

Pressestimmen

Spielplan Deutschland

Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater und alle Stücke, die an diesem Abend in sämtlichen Theatern öffentlicher Trägerschaft zwischen Aachen und Zittau zu sehen sind, werden Ihnen gezeigt. Die Schauspieler und Musiker springen von Genre zu Genre, Stadt zu Stadt, Inszenierung zu Inszenierung. Das ist Spielplan Deutschland! Die einzigartige Bühnensimultanschau macht es möglich, alle Theatervorstellungen Deutschlands eines Abends gleichzeitig zu sehen und den bundesweiten Kampf um den Kultur- und Bildungsauftrag der Theater hautnah mitzuerleben. Tagesaktuell!

 

Spielplan Deutschland ist Bühnenshow und Evaluierungssystem, das sich mit Faszination dem Status Quo des viel gescholtenen und viel gepriesenen deutschen Theatersystem annähert. Wie ist der Zustand des Theaters in Deutschland? Welche gesellschaftlichen Entwicklungen werden thematisiert und mitgestaltet? Spielzeitmottos aus den Spielzeitheften der Stadt- und Staatstheater werden auf ihre Einlösbarkeit und ihren Realitätsbezug vor Ort überprüft, neue Dramatik und Stückentwicklungen vorgestellt und zu einem neuen Bühnengeschehen verdichtet

 

Die Theaterhymne Spielplan Deutschland lässt an jedem Aufführungstag eine andere kulturelle Wirklichkeit zwischen Aachen und Zittau wahr werden. Keine noch so ausgefeilte Reiseplanung hilft dieser Erfahrung in Echtzeit beizuwohnen. Einzig Spielplan Deutschland kann den Zuschauern den Ist-Zustand der deutschen Kulturnation vermitteln. Eine einzigartige Momentaufnahme – „Uff. Wahnsinn!“ (Peter Laudenbach / Stadtmagazin tip – Berlin)

 

Mit:

Anette Daughardt / Armin Köstler / Jaron Löwenberg / Mareile Metzner / Jennifer Sabel / Sven Tjaben Musik Markus Reschtneftki / Hanne Pilgrim

 

Von:

Anne Verena Freybott / Heike Pelchen / Georg Scharegg

 

Produktionsleitung:

Michael Müller

 

Presse:

Yven Augustin / Kerstin Böttcher

 

Grafik:

Christiane Patic /Elvira Barriga

 

Assistenz:

Maria Maier

Antragsteller/in Anne Verena Freybott / Theaterdisocunter

Veranstaltungstermin 28., 29. und 30. Oktober und 19. und 20. Dezember 2011 Frankfurt (Landungsbrücken) 04. / 05. November 2011 Schwerin (Staatstheater) 17. November 2011 Rostock (Volkstheater) 19. November 2011 Leipzig (Schaubühne Lindenfels) 30. November / 01. Dezember 2011 Hamburg (Schauspielhaus) 09. / 10. Dezember 2011 Tübingen (Landestheater)16. Dezember 2011

Veranstaltungsort Theaterdiscounter Berlin u.a.

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Eine Produktion des: Theaterdiscounter Berlin In Kooperation mit: Schaubühne Lindenfels Leipzig / Landungsbrücken Frankfurt / Volkstheater Rostock / Schauspielhaus Hamburg / Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin / Landestheater Tübingen Mit freundlicher Unterstützung durch: Hauptstadtkulturfonds Berlin / BHF-Bank Stiftung / NPN – Nationales Performance Netzwerk / Rusch-Stiftung Medienpartner: Theater der Zeit / taz – die tageszeitung / zitty Berlin / der Freitag

Internetseiten www.spielplandeutschland.dewww.theaterdiscounter.de

turn the page

bigNOTWENDIGKEIT pusten den Goldstaub von Buchdeckeln & Zelluloid und inszenieren die Selbst-Inszenierung. In turn the page begegnen sich ein trauriger Weltstar, ein verschämter Intellektueller, ein glamouröser Revolutionär, eine Tagebuchschreiberin, die nicht nur Luft schaufeln will und ein gefeierter Schriftsteller, den es niemals gab. Sie stimmen Erzählungen an, zeichnen Spuren nach und verdichten die auto-bio-graphischen Fiktionen ihrer Selbst...

 

Ein Stück von bigNOTWENDIGKEIT (Anna K. Becker & Katharina Bischoff)

Von und mit: Esther Becker, Rosario Bona, Anna-Katharina Müller, Sahar Rahimi & Marcel Schwald

Musik & Sound: Wolfram Sander & Alice Ferl // Bühne: Silke Bauer // Licht: Minna Heikkilä // Choreographie: Vincent Bozek // Dramaturgische Mitarbeit Recherchephase: Harald Wolff

Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro

Antragsteller/in bigNOTWENDIGKEIT

Veranstaltungstermin 18., 19. und 20. November 2011

Veranstaltungsort Theaterdiscounter Berlin

Förderbetrag 24.000 €

Kooperationen Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin, Stadt Zürich Kultur und Kultur Kanton Zürich. Mit freundlicher Unterstützung durch das Bundeshaus zu Wiedikon, das Deutsche Tagebucharchiv e.V. und das Theaterhaus Berlin Mitte.

Internetseiten www.bignotwendigkeit.comwww.theaterdiscounter.de