Algorithmen

ALGORITHMEN

Eine biographische Formelsammlung

Wer hier im Raum sieht dir ähnlich? Wer verdient am besten? Wer ist wohl intelligenter als du? Hebst oder senkst du den Altersdurchschnitt?

 

Der moderne Mensch wird in seinen Lebensumständen, seinem Konsum- und Sozialverhalten permanent bewertet, klassifiziert und sortiert. Uns alle gibt es auch als Profile aus algorithmisch verwertbaren Datensätzen. In Algorithmen hebt Turbo Pascal diese Logik aus dem Dunkel der Rechenzentren ins Licht der Bühne: Performer und Zuschauer werden zu Objekten und Zeugen unterschiedlicher Sortiervorgänge. Es entsteht ein Publikumsprozessor, in dem die algorithmischen Grundkomponenten Vergleich, Mustererkennung, Gruppenbildung, Auswahl und Entschluss unaufhörlich vor sich gehen.

Antragsteller/in Turbo Pascal

Veranstaltungstermin 19. bis 21. März 2015, je 20 h - 20. März 2015, 10 h

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 9.000 € Wiederaufnahme

Kooperationen Sopheinsaele

Internetseiten turbopascal.infosophiensaele.com

Pressestimmen

Gernot Wöltjen

Gernot Wöltjen

Blow Boys Blow

Mit BLOW BOYS BLOW feiern Dennis Deter und seine Crew die traditionsreiche Verbindung von Seemännern und Theaterwelt: Seit vor vielen Jahren Matrosen auf den Bühnen der Welt als Techniker eingesetzt wurden, gab es eine enge Verbindung zwischen Schauspielhäusern und Segelschiffen. Die Seemänner wussten nicht nur geschickt über der Bühne und zwischen den Lichtern zu agieren, feste Knoten zu knüpfen und Vorhänge auszubessern, sie brachten auch ihren Aberglauben, ihre Begriffe und Traditionen in die Theater. In einer stürmischen Show setzen sich sieben Performer mit inbrünstigem Gesang gegen alle Widerstände durch und halten das Schiff auf Kurs, bis der letzte Vorhang fällt.

Antragsteller/in Dennis Deter

Veranstaltungstermin 11. bis 14. Februar 2016

Veranstaltungsort Tanzfabrik Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen BLOW BOYS BLOW ist eine Produktion von Dennis Deter in Koproduktion mit Tanzfabrik Berlin, Platform 0090 und artblau Tanzwerkstatt Braunschweig. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und des Landes Niedersachsen. Mit freundlicher Unterstützung von PACT Zollverein Essen und Kunstencentrum BUDA Kortrijk.

Internetseiten determueller.com

Chuck Morris

Chuck Morris lädt ein in einen Kreis. Finsternis.

Hier weht ein Wind, der Liebe und Schauder mit sich bringt.

dmm dmm. dmm dmm. dmm dmm. Alleine. Zu zweit. Zusammen.

 

In seiner vierten Arbeit bleibt Chuck Morris dem Duo-Sein treu.

Das Duo ist ein état, ein Modus, eine spezifische Art der Hingabe.

Hier geschehen Dinge, die wird keine alleine gemacht haben können.

Schwesterliche Tarantel. Tentakel in alle Richtungen.

 

Chuck Morris wird zusammen bleiben. 2getha. 4evva. ∞ Darum übt das Duo,

übt seine Beziehung in Symmetrie, geteilter Einsamkeit, als Task Force Unit.

BOO! Unaufgeregt. Flach. Sagenhaft.

 

Wenn Chuck Morris das Duo feiert, lässt es sich auch auf seinen Exorzimus ein.

Dieses Ritual verleibt sich das Material vorangehender Arbeiten genüsslich ein.

Die Katze aus dem Sack lassen: Eins. Zwei Drei. Alle guten Geister frei.

Antragsteller/in Chuck Morris | Luisa Grass

Veranstaltungstermin 17., 18., 19. und 20. Feburar 2016

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Südpol Luzern, Gessnerallee Zürich, Sophiensaele Berlin, Dansehallerne Kopenhagen, BoraBora Arhus

Internetseiten www.chuck-morris.org

Pressestimmen

Caroline Palla

Caroline Palla

Collective Jumps

In ihrer Arbeit "Collective Jumps" setzt sich Isabelle Schad mit der Utopie der Gemeinschaftsbildung im Tanz auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Künstler Laurent Goldring untersucht die Choreografin mit einer Gruppe von 16 Tänzern, welche Möglichkeiten sich in der Beziehung zwischen Form und Freiheit ergeben. Kann die Herstellung eines unendlichen, vereinten, monströsen Körpers ein Ort des kulturellen Widerstands sein? Im Rahmen der Werkschau "On Visibility and Amplifications" wird “Collective Jumps” in zwei Versionen präsentiert, als Bühnenstück und erstmals auch als Installation.

 

"Der Körper dieser Gruppe besteht aus Vielen. Wir widmen uns Praktiken, die gemeinschaftsbildend sind, nicht individualisierend. Wir verstehen diese Praktiken als Weg. Sie sind biologischer, zellulärer, energetischer Natur. Wir verstehen Freiheit im Verhältnis zu Form. Form, die aus inneren Prozessen und ihren Rhythmen entsteht. Rhythmus schafft demnach die Form. Das Vielfältige, Subjektive. Und Variation, gerade innerhalb von Wiederholung. Wir verstehen Freiheit als das Wesen des Glücks. Wir suchen nach Gleichwertigkeit in der Bewegung und nach dem Ende von Hierarchie zwischen Körperteilen. Beziehungen zwischen Körperteilen verstehen wir wie Beziehungen zwischen den Performern innerhalb der Gruppe. Wir borgen uns Raumzeichnungen, Formationen und Fassungen aus dem Volkstanz und brechen gleichzeitig dessen Codes, damit die Substanz dahinter aufscheint. Wir beziehen Widerstand auf Fragen des Rhythmus und Protest auf Fragen der Organisation.

Kann ein end-loser, vereinigter, monströser Körper einer Gruppe zum Ort des Widerstandes werden?"

Antragsteller/in Isabelle Schad

Veranstaltungstermin 6. und 7. Mai 2015., 19:00–20:30 h und 21:30–22:00 h Installation 9. und 10. Mai 2015, 20:30 h

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer Berlin

Förderbetrag 12.000 € Wiederaufnahme

Kooperationen Koproduktion: Hebbel am Ufer, Kooperation: Goethe Institut Nigeria, Goethe Institut Warschau, Art Stations Foundation Poznan, HZT Berlin (Hochschulübergreifendes Zentrum Tanz Berlin)

Internetseiten www.isabelle-schad.netwww.hebbel-am-ufer.de/

Laurent Goldring

Laurent Goldring

Laurent Goldring

COME TOGETHER

 

Warum wird das Andersartige nicht als Bereicherung empfunden, sondern lässt soziale Widerstände entstehen? Insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen wird Abgrenzung und Einrichtung der Wohlfühlzone schier zwingend notwendig, um den täglichen Eindrücken und Einflüssen Herr zu werden. Die persönliche Landkarte verzeichnet Orte von individuellen Interessen und Menschen mit gleichen Vorlieben, vom selben gesellschaftlichen Stand und ähnlicher Bildung. Selten verlassen wir die eingefahrenen Wege oder begegnen Menschen mit einem anderen Hintergrund als dem eigenen. Lassen sich die Angewohnheiten, die sich im Laufe unserer Sozialisation gebildet haben, entkrusten und unsere Kontaktstellen auffrischen? Können die eigenen Scheuklappen auf die soziale Umwelt abgelegt oder zumindest um ein paar Grad verschoben werden? In welchem Verhältnis stehen Sprache und Körperlichkeit zu Nähe und Begegnung?

 

Ziel ist es, neue Begegnungen zu schaffen und Erinnerungen an vergangene Begegnungen nachzuspüren, die einem im Laufe des Lebens unterlaufen sind und begleitet haben, sich dabei mit dem eigenen störenden Filter beschäftigen, der mithilft, dass wir eine Kontakt-Glocke bilden. Dazu sind Martin Clausen und Kollegen an vertraute aber auch fremde, ungewöhnliche Orte gegangen, sind selbst Menschen in einem engeren Sinn begegnet und haben Treffen arrangiert zwischen Menschen ganz unterschiedlicher Kontexte.

 

Nach „Don’t hope” und „Gespräch haben / Ohne Worte” setzen sich die Performer*innen Martin Clausen, Rahel Savoldelli und Peter Trabner und die Musiker Mario Schulte, Doc Schoko und Harald Wissler in ihrer dritten Arbeit am HAU Hebbel am Ufer auf ihre unnachahmlich komisch-poetische Art und Weise mit der menschlichen Kommunikation abseits eigener Kontaktgewohnheiten auseinander. „Come Together“ ist eine pastellfarbene Choreografie von Nähe, Miteinander und gemeinsamem Unterwegssein, zu der sich Texte der belauschten Welten, der eigenen Lebensrealität und die Songs der Musiker und ihre Lieder mit gedichteten Texten gesellen. Ob tüchtig, unempathisch, neureich oder unbelehrbar – die Dialoge bilden einen fruchtbaren Nährboden, aus dem moderne Zivilisationsanalysen nur so sprießen.

 

Performance: Martin Clausen, Rahel Savoldelli, Peter Trabner

Musik: Doc Schoko, Mario Schulte, Harald Wissler

Raum: Ivan Bazak – Karpatentheater

Licht: Benjamin Schälike

Kostüme: Lisa Kentner & Malena Modéer

Konzept & Regie: Martin Clausen

Mitarbeit: Javier Aléman, Philip Ellermann, Werner Waas, Mirko Winkel, Tereza-Tetiana Yakovyna

Presse & Produktion: björn & björn

 

 

 

 

 

Antragsteller/in Martin Clausen und Kollegen

Veranstaltungstermin 26. bis 29. Februar 2016, 19 Uhr

Veranstaltungsort HAU3 Hebbel am Ufer

Förderbetrag 54.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Martin Clausen und Kollegen in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.dewww.mclausenundkollegen.com

El Dschihad

Werden wir manipuliert? Deutsche Rapper, die sich mit Propagandavideos aus Syrien melden. Angst vor Anschlägen, Angst vor Rückkehrern, Angst vor IS... oder doch alles Medienhype? Der Begriff „Dschihad“ taucht immer wieder auf, ohne dass wirklich jemand weiß, was damit genau gemeint ist. Für die einen ist Dschihad die alltägliche Bemühung, ein gottgefälliges Leben zu führen, für die anderen der bewaffnete Kampf gegen Ungläubige.

 

Kaum bekannt ist, dass im Ersten Weltkrieg die Idee des Dschihad in Deutschland mit ebenso großen Hoffnungen begleitet wurde, wie man sie 100 Jahre später als gefährlich einstuft. Dschihad made in Germany?

 

Das Deutsche Reich sah im Dschihad die Geheimwaffe gegen England und Frankreich. 1914 versuchte Kaiser Wilhelm, mit dem Aufruf zum „Heiligen Krieg“ gegen die Kolonialmächte die „ganze mohammedanische Welt zum wilden Aufstand zu entflammen“. Ein deutscher Geheimdienst machte Propaganda im Namen des Pan-Islamismus, plante Attentate, Sprengstoffanschläge, Umstürze und Sabotageakte. Muslimische Kriegsgefangene sollten im „Halbmondlager“ im Berliner Umland zum Dschihad aufgewiegelt werden. Mit den Mudschahidun führte die westliche Welt in den 1980er Jahren schließlich einen Stellvertreterkrieg gegen die Rote Armee in Afghanistan. Die Geschichte zeigt, dass im „Heiligen Krieg“ von heute islamische und westliche Strategien ineinander greifen.

 

Sind wir die Erben dieser Politik? Wie wird Dschihad heute instrumentalisiert, wer hat ein Interesse daran und wie funktioniert die Rekrutierungsmaschinerie?

 

Ein Performance-Team um die deutsch-irakische Theatermacherin Claudia Basrawi begibt sich auf eine Recherche-Mission zur Untersuchung von Propaganda und Rekrutierungen im Namen des Dschihad. Eine politisch-persönliche Erkundung zwischen gestern und heute, zwischen Bagdad und Berlin.

 

Regie: Claudia Basrawi Bühne und Kostüm: Patricia Talacko Video: Rebecca Riedel

Musik: Gina D’Orio Mit: Elmira Bahrami, Claudia Basrawi, Erdinç Güler, Mario Mentrup, Rahel Savoldelli

 

Antragsteller/in Claudia Basrawi

Veranstaltungstermin 1., 2., 4., 5., 7. und 8. September 2015

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstraße

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen 400 asa

Internetseiten www.ballhausnaunynstrasse.de

Pressestimmen

© Lena Obst

© Lena Obst

Exodus

Eine Dänisch-Schweizerische Familie reist nach Sizilien. Sie erreichen ein Heim im sizilianischen Hinterland mit dem Namen “Mondo Nuevo”. Hier erholen sich neun Nigerianer von einer Bootsfahrt und warten auf ihre weitere Reisedokumente. Die nordeuropäischen Gäste und die Heimbewohner erzählen sich Geschichten von Hollywood, singen in endlicher Freundschaft und schlagen die Zeit tot mit Tischtennis. Das blonde Kleinkind spielt mit einer Badesandale.

 

“Exodus” ist ein Performance-Konzert von und mit Familie Liebmann-Schmidt. Ihre „Ballade der neuen Europäer“ geht von realen Begegnungen, erzählten Geschichten und Liedern aus, verweben diese aber durch Fiktionalisierung und Komposition zu einer Erzählung, die weit über das Dokument hinausgeht. Inspiriert von mittelalterlichem Bänkelgesang, auf der Melodie der dänischen Ballade “Kongebørnene”, berichtet das Lied “vom Tal nebenan” – das ist so weit weg, das der Zuhörer dem vertrauen muss, was gesungen wird.

 

 

Konzept & performance: Andreas Liebmann & Cecilie Ullerup Schmidt 

Bühne & Kostüme: Manuel Gerst

Musik: Matthias Meppelink 

Licht: Annegret Schalke 

Dramaturgie: Tanja Diers 

Produktion: Annett Hardegen

In Koproduktion mit Sort/Hvid Kopenhagen, Vierte Welt Berlin, Skogen Göteborg, Fabriktheater Zürich und Nordwind Festival. 

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, den Regierdenden Bürgermeister - Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten Berlin,

Antragsteller/in Cecilie Ullerup Schmidt

Veranstaltungstermin 1., 2., 4. und 5. Dezember 2015

Veranstaltungsort Sophiensaele/ Kampnagel / NordwindFestival

Förderbetrag 34.000 €

Kooperationen In Koproduktion mit Sort/Hvid Kopenhagen, Vierte Welt Berlin, Skogen Göteborg, Fabriktheater Zürich und Nordwind Festival. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds, den Regierdenden Bürgermeister - Senatskanzlei Kulturelle Angelegenheiten Berlin.

Foto © Cecilie Ullerup Schmidt, Andreas Liebmann

Gritty Glamour

Gritty Glamour nimmt uns mit in die Berliner Nacht und zwar in den Backstage-Bereich eines Kreuzberger Clubs. Während einer Soli-Veranstaltung bereiten sich vier Künstler*innen auf ihren Auftritt vor: Maria Sumak, Elektro-Goldstimme und Königin des Nachtlebens; Blue Collar, Rapper/Musiker und Poet; Molina Puig, Tänzer wie It-Girl und Greta Dietrich, Grande Dame des West-Berliner Drag-Chanson. Während jeweils eine*r der Performer*innen auf der Bühne steht, ändern sich die Konstellationen und Beziehungen der Darsteller*innen hinter der Bühne. Während sie warten, spielen sie sich Geschichten aus ihrem Leben vor und setzen sich mit ihrem Verständnis von Community, Sex, Liebe, Diaspora, Familie und dem Verhältnis zwischen ihrer Alltags- und Bühnenpersona auseinander.

 

Alle Darsteller*innen sind Künstler*innen und Persönlichkeiten aus dem Berliner Nachtleben. Das Stück stellt die Frage nach der Sichtbarkeit von queeren postmigrantischen Künstler*innen und danach, welche Rolle rassistische Zuschreibungen in einer weiß dominierten queeren Szene spielen. Die verschiedenen künstlerischen Ausdrucks- und Sichtweisen der Künstler*innen werden in einem Performanceabend zelebriert, in Dialog zueinander gesetzt und fiktionalisiert. Ausgehend von Interviews werden die eigenen Erfahrungen und Geschichten, die jede*r mit sich bringt, auf die Bühne gebracht und so ein Teil des Lebens der Protagonist*innen in Berlin reflektiert. Ein Leben in widersprüchlichen Welten, oft in unmittelbarer Nähe zum Prekären, in der das Austesten von Grenzen, von Sexualität zur Norm gehört und das Selbst jedes einzelnen Individuums ständig aufs Neue ausgehandelt wird. Die Darsteller*innen schlüpfen in Rollen der jeweils anderen, eignen sich deren Identitäten an – und handeln ebenso in einer interdisziplinären Auseinandersetzung mit Musik, Text, Video und Tanz auch die Form des Bühnengeschehens immer wieder neu aus.

Antragsteller/in Kultursprünge im Ballhaus Naunynstraße gemeinnützige GmbH

Veranstaltungstermin 7., 9. bis 11. und 13. und 14. März 2015, 20 Uhr

Veranstaltungsort Ballhaus Naunynstraße

Förderbetrag 40.000 €

Internetseiten www.ballhausnaunynstrasse.de

© Wagner Carvalho

© Lena Obst

© Lena Obst

Mount Olympus

„Mount Olympus“

to glorify the cult of tragedy

(a 24h performance)

 

Uraufführung

 

Selbst für den großen Grenzenüberschreiter Jan Fabre ist das ein Ausnahmeprojekt: 24 Stunden lang tanzen, spielen, schwitzen, lieben, leiden, schlafen, träumen sich 30 Performer aus vier Generationen durch die Mythen der Griechischen Antike. Ganz wie damals in Athen wird Theater zum Ausnahmezustand, zum politischen Raum, zu einer beinahe spirituellen Zeit-Reise für Darsteller und Publikum gleichermaßen. Fabre trägt den Zuschauer in einem Bilderstrom durch eine Choreografie zwischen Wachen und Schlafen, Traum und Realität. Dabei begegnen einem Medea, Antigone, Dionysos und andere Heroen in all ihrer Triebhaftigkeit und Archaik.

 

Der belgische Bildende Künstler, Theaterregisseur und Autor Jan Fabre ist seit 30 Jahren eine der wichtigsten Figuren der internationalen Kunst- und Theaterwelt. Zeit und Zeitexzesse waren schon häufig sein Thema: Sein achtstündiger Abend „This is theatre like it was to be expected and foreseen“ brachte 1982 „echten Schmerz, echte Müdigkeit“ auf die Bühne und revolutionierte das Theater. „Mount Olympus“ erlebt bei Foreign Affairs nach zehnmonatiger Probenzeit seine Uraufführung und vereint alle Aspekte seiner bisherigen Arbeit.

 

Für die nötigen Ruhepausen stehen Liegen im Foyer und Zelte im Garten bereit, müde Körper können zudem mithilfe griechischer Popgymnastik wieder aktiviert werden. Im Rangfoyer schließt die „Kleine Mythenschule“ Wissenslücken, eine Bar wird zu jeder Zeit geöffnet sein.

Antragsteller/in KBB - Berliner Festspiele

Veranstaltungstermin 27. bis 28. Juni 2015

Veranstaltungsort Haus der Berliner Festspiele

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Produktion: Troubleyn / Jan Fabre Koproduktion: Berliner Festspiele / Foreign Affairs, Concertgebouw Brugge, Julidans 2015 Amsterdam, Festival Internacional de Teatro de Buenos Aires, Romaeuropa. Mit Unterstützung der Stadt Antwerpen und Angelos, Antwerpen.

Internetseiten https://www.berlin...l_122269.php

Gustav Koenigs © Phil Griffin

REGIE 2

In Regie (2014) übergab Monster Truck die Macht über das Bühnengeschehen an drei Menschen mit Down Syndrom – und sorgte damit für heiße Diskussionen über die Themen Verantwortung, Autor_innenschaft und die Produktionslogik(en) der Institution Theater. In Regie 2 treibt die Künstler_innengruppe das Prinzip der Übertragung künstlerischer Verantwortung an Andere auf die Spitze: In einem großen Spektakel voller Emotionen, berauschender Musik und bombastischer Effekte entsteht ein Theater, das auf seinem Höhepunkt vor Energie explodiert und sich unwiderruflich selbst auflöst!

Antragsteller/in Monster Truck | Ina Vera

Veranstaltungstermin 12., 13., 14. und 15. November 2015

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen No Limits Festival

Internetseiten www.monstertrucker.de

Foto: Florian Krauss

Road Movie

Raus aus dem heißen Beton an die fantastischen Ränder der Stadt! Wo sonst Filmklassiker wie Dirty Dancing und Blockbuster à la Mad Max laufen, inszeniert bigNOTWENDIGKEIT ein Live-Hörspiel, das von Abenteuerlust, Freundschaft und Lebensschmerz erzählt: Zwei Frauen brechen auf zu einem ungewissen Road Trip Richtung Osten. Im Autoradio hören sie die geisterhafte Stimme des King of Rock'n'Roll.

bigNOTWENDIGKEIT erobert mit quietschenden Reifen einen besonderen Sehnsuchtort: das Autokino. Mit einem Text der Autorin Esther Becker im Gepäck und eigens komponierten Songs von Jens Friebe im Autoradio und der Jodelqueen Doreen Kutzke aus Kreuzberg auf dem Beifahrersitz wird der anachronistische Charme des Autokinos erlebbar. Die Zuschauer*Innen sitzen in ihren Autos, folgen der Story stilecht über das Autoradio und lassen ihr Road Movie im Kopf entstehen. Augen zu, Film ab!

Performance: Doreen Kutzke, Anna-Katharina Müller, Andri Schenardi | Konzept / Regie: bigNOTWENDIGKEIT - Anna K. Becker, Katharina Bischoff | Text: Esther Becker | Songs: Jens Friebe | Sounds: Alice Ferl | Tontechnik: Hans Narva | Raumgestaltung: Ina Vera | Licht: Minna Heikkilä | Technische Leitung / Video: Felix Grimm | Projektassistenz: Lisanne Grotz | Hospitanz: Clara Probst | Foto: Florian Krauß |Grafik: Sarah Parsons | Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro.

Antragsteller/in bigNOTWENDIGKEIT

Veranstaltungstermin 15., 16., 19. Juli 2015

Veranstaltungsort Autokino Berlin *Das Original*

Förderbetrag 60.000 €

Kooperationen Eine Produktion von bigNOTWENDIGKEIT in Kooperation mit Theaterdiscounter Berlin. Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds in Zusammenarbeit mit dem Autokino Berlin *Das Original*. Mit freundlicher Unterstützung von CiteeCar.

Internetseiten www.bignotwendigkeit.comwww.theaterdiscounter.de

(c) Florian Krauss

The Empire Strikes Back: Kingdom of the Synthetic

Das Raumschiff ist gelandet. Vorsichtig tastend betreten die Neuankömmlinge die terra incognita und nehmen sie für sich ein. Jeder auf seine Weise oder doch gemeinsam? Spätestens seit der Mondlandung ist der Weltraum fruchtbarer, zum Greifen naher Boden für menschliche Utopien geworden. War es bei Thomas Morus noch eine Insel in unbekannten Gewässern, so lösten fremde Planeten das Bild ab: Heimat für Sehnsüchte und Wünsche, Zufluchtsort und Gegenentwurf zu sozialen Missständen und gesellschaftlichen Problemfeldern. Doch wie weit reicht die menschliche Vorstellungskraft, um sich von vertrauten Konventionen und gesellschaftlichen Strukturen zu lösen?

 

In Science-fiction-Klassikern der Film- und Literaturgeschichte tobt der bekannte Krieg zwischen ungleichen Gesellschaftsformen, Völkern mit unterschiedlichen phänotypischen Merkmalen, zwischen Humanoiden und Maschinen - gemeinsam ist ihnen das Ziel der Unterwerfung und Dominierung des vermeintlich Anderen. Wenn der Jazzmusiker Sun Ra in den 1950er Jahren den „Space“ zum Ort der Befreiung für alle Afroamerikaner erklärte, die auf der Erde das Trauma der Versklavung erlebt hatten, so kann dies retrospektiv als Geburtsstunde des Afro-Futurismus, als Science-Fiction aus der Perspektive der Diaspora gelten. Ein polarisierender Gegenentwurf zu vorherrschenden, imperialen Bildern der privilegierten, weißen Gesellschaft, wie sie sich beispielsweise in den SciFi-Ikonen „Star Wars“ oder „Planet der Affen“ manifestiert.

 

Das indifferente Denken von Differenz, die Zuschreibungspraxis in der Matrix von Eigenem und Fremden der Gegenwart und der ungewissen Zukunft wird in der Performance „The Empire strikes back“ mit den Mitteln der Popkultur einer kritischen Revision unterzogen.

 

Ariel Efraim Ashbel and friends bedienen sich aus dem breiten Spektrum der Menschheitsgeschichte: Beispiele für Denkweisen und Innenansichten reichen von der Hippie-Kultur bis zum italienischen Faschismus und stehen Pate für den schonungslosen Blick auf die mehr oder wenigen feinen Unterschiede unseres Denkens. „The Empire strikes back“ lässt im reduzierten schwarzen Setting des Bühnenraums ein dystopisches Kaleidoskop der irdischen Kulturgeschichte entstehen. Statt Laserschwert greift der israelische Regisseur zur Bilderkanone und überflutet den Theaterraum mit Referenzen der Menschheitsgeschichte. Wie wurde früher über Konzepte von Rasse und Identität als Strategie einer exklusiven Identitätspolitik gedacht? Wie schreiben sich diese Denkbilder als scheinbar unabwendbare Kausalkette in Gegenwart und Zukunft fort?

 

„The Empire Strikes Back“ ist die heftige Fortsetzung des Stücks „All White People Look The Same To Me“, mit dem die international besetzte Truppe vor zwei Jahren im HAU3 debütierte. In einer überbordenden, hybriden Revue überwinden Ariel Efraim Ashbel and friends die Tyrannei des Subjekts, legen den Blick auf das gewalttätige Vermächtnis des „Humanismus“ frei und erklären der Identitätspolitik den Krieg.

 

 

Regie: Ariel Efraim Ashbel Recherche und Konzept: Romm Lewkowicz Von und mit: Santiago Blaum, Jessica Gadani, Tamara Saphir, Tatiana Saphir, Jan-Sebastian Šuba und Gästen Musikalische Leitung: Yoni Silver Technologie und Technische Leitung: Yair Reshef Head of Visuals: Alona Rodeh Kostüme: Sandra Fink Licht: Andreas Harder Outside Eye:Stefanie Wenner Regieassistenz: Joseph Wegmann Produktionshospitanz: Daniel Sauermilch Produktion & Presse: björn & björn

 

 

Antragsteller/in Ariel Efraim Ashbel

Veranstaltungstermin 30. Juni bis 4. Juli 2015, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer / HAU3

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Ariel Efraim Ashbel and friends in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer (Berlin), Kampnagel (Hamburg), FFT (Düsseldorf). Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Internetseiten dasimperiumschlaeg....tumblr.com/

Foto: © Dorothea Tuch

Foto: © Dorothea Tuch

Foto: © Dorothea Tuch

The Power of Powerlessness

Mit Jérôme Bel, Ivo Dimchev, Vlatka Horvat, Emke Idema, Edit Kaldor, Jorge León, Tiago Rodrigues, musiktheater bruit! / Houseclub, Susan Neiman, Zachary Oberzan, STO Union / Nadia Ross, David Weber-Krebs u.a.

 

Macht ist ein relationaler Begriff. Sie wird vor allem immer dann sichtbar, wenn Beziehungen asymmetrisch sind. Den Mächtigen und Machtausübenden stehen Menschen gegenüber, die sich ausgeliefert und ohnmächtig fühlen. In der heutigen Zeit kann man aber auch den Eindruck gewinnen, dass sich die Art und Weise, wie Macht ausgeübt wird, in den letzten zehn Jahren grundlegend verändert hat. Spätestens seit den Anschlägen auf das World Trade Center und dem Kollaps der Finanzmärkte ist ‘Sicherheit’ zur alles entscheidenden Maxime politischer und ökonomischer Entscheidungen avanciert. Unser Alltag ist von Kontrollsystemen durchdrungen, während die Politik nur noch als ohnmächtiger Verwalter von Tatsachen auftritt, die von immer weniger durchschaubaren globalen Geldströmen geschaffen werden. Können wir in einer solchen Welt selbstbestimmt leben und handeln?

 

Mit der Veranstaltungsreihe “The Power of Powerlessness” möchte das HAU Hebbel am Ufer dem weitverbreiteten Phänomen der Machtlosigkeit auf die Spur kommen. Mit den Mitteln des Theaters sucht das Festival nach neuen Perspektiven, die Machtlosigkeit nicht nur als Schwäche betrachten, sondern auch als Ausgangspunkt für Strategien der Selbstermächtigung.

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 4. bis 25. Juni 2015

Veranstaltungsort HAU1 und HAU3

Förderbetrag 190.000 €

Kooperationen Institut Francais Deutschland - Bureau Du Théatre et de la Dance; House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Pressestimmen

STO Union/Nadia Ross: What Happened to the Seeker" Foto: Sto Uinon/Nadia Ross

Zachary Oberzan: Tell Me Love is Real Foto: Manu Bloemen

Vlatka Horvat: 15th Extrordinary Congress: Berlin Foto: Vlatka Horvat

To Like or Not To Like

Jede Bewegung im digitalisierten Alltag erzeugt Daten. Aus der Analyse dieser Datenschatten lassen sich immer weitreichendere Rückschlüsse auf das menschliche Verhalten ziehen. Allein über die Auswertung von Facebook-Likes kann mit hoher Zuverlässigkeit auf persönliche Eigenschaften geschlossen werden, wie z.B. Geschlecht, Alter, ethnische Zugehörigkeit, politische Ausrichtung: Big Data weiß mehr über Dich als Du selbst.

In To Like or Not To Like wird Big Data zu einem Theaterspiel. Im Laufe der Aufführung entsteht mithilfe der ZuschauerInnen und einem selbst geschriebenen Computerprogramm eine Datensammlung, die jeden Abend neu ist: eine Little Big Data. Was kann Little Big Data über uns erzählen? Wie viel Daten-Ich steckt in meinem gefühlten Ich? Interrobang inszeniert einen partizipativen Trip in das Territorium des digitalen Kontrollverlusts. Neugier, Voyeurismus und Narzissmus einer digitalisierten Like-Kultur werden ebenso auf den Prüfstand gestellt wie eine Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die gerade erst anfängt, die Möglichkeiten und Risiken einer immer umfassenderen Digitalisierung des Alltags wahrzunehmen.

 

Von und mit: Till Müller-Klug, Lajos Talamonti, Nina Tecklenburg | Dramaturgie: Kaja Jakstat | Datenbankprogrammierung und Telefoninstallation: Georg Werner | Videodesign, Sounddesign und Programmierung: Florian Fischer | Musik: Joscha Eickel | Bühne und Kostüm: Sandra Fox | Produktionsleitung: ehrliche arbeit - freies Kulturbüro | Hospitanz: Anja Schneidereit | Übersetzung (englische Version): Daniel Brunet | Foto: Michael Bennett.

 

Eine Koproduktion von Interrobang mit Schauspiel Leipzig und SOPHIENSÆLE. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

 

Antragsteller/in Interrobang

Veranstaltungstermin 23. / 24. / 28. / 29. / 30. Oktober 2015

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 55.000 €

Kooperationen Schauspiel Leipzig, Sophiensaele

Internetseiten www.interrobang-pe...formance.com

(c) Michael Bennett

TOXIK

Im neuen Spiel von machina eX ist zunächst alles so, wie es oftmals scheint: Ein Mann ist tot, und einer von auswärts ist es gewesen. Die Republik ist von dem Fall kein bisschen geschockt. Parallelen zu anderen Verbrechen sind rein zufällig, alle Schlussfolgerungen längst gezogen. In dieser albtraumhaften Welt bleiben die Wahrheiten bequem, solange die zwölf Spieler nichts anderes beweisen können. Für “TOXIK” arbeitet das Gametheater-Kollektiv erstmals mit dem Spieleautor Martin Ganteföhr zusammen, der sich mit poetischen und innovativen Adventures einen Namen gemacht hat.

Antragsteller/in machina eX GbR

Veranstaltungstermin 7. Oktober 2015, 9. bis 11., 13. bis 17. und 19. bis 21. Oktober 2015

Veranstaltungsort HAU 3 Hebbel am Ufer, Tempelhofer Ufer10, 10963 Berlin

Förderbetrag 75.000 €

Internetseiten machinaex.de/project/toxik/

Copyright: Mathias Prinz

Copyright: Mathias Prinz

Copyright: Mathias Prinz

Copyright: Mathias Prinz

Copyright: Mathias Prinz

WARPOP MIXTAKE FAKEBOOK VOLXFUCK PEACE OFF: 'Schland of Confusion

Deutschland today: Das Volk geht auf die Straße und schreit „Wir“. Fragt sich nur: Wer oder was ist das? Die Einwohner, die Eingeborenen oder einfach: wir alle? Alle haben Angst, die einen vor Terror und dem Islam, die anderen vor Krieg und den USA. Oder vor Wladimir Putin. Und vor Kondensstreifen am Himmel. 'Schland of Confusion – auf jedes Sommermärchen folgt ein deutscher Herbst, ein Friedenswinter, ein Völkerfrühling. Doch davon geht die Welt nicht unter, genauso wenig wie 1984, 1999 oder 2012. Kein Big Brother, kein Millenium Bug, kein Ende des Maya-Kalendars, kein Licht am Ende des Tunnels. Die Party geht weiter, auch ohne uns. andcompany&Co. schreddern ihre Mixtapes, löschen ihre Profile und liken die Bombe: Back to 'No Future!', War is Pop, Freedom Selbstausbeutung, Ignoranz Identity. Angst is your enemy. ANGER IS AN ENERGY!

Antragsteller/in andcompany&Co.

Veranstaltungstermin 11. bis 14. Dezember 2015, 14. bis 16. Januar 2016

Veranstaltungsort HAU Hebbel am Ufer HAU 3

Förderbetrag 95.000 €

Kooperationen HAU Hebbel am Ufer, FFT Düsseldorf, Ringlokschuppen Ruhr, Theater im Pumpenhaus Münster

Internetseiten www.andco.de/jquer...amp;id=10040www.hebbel-am-ufer...fusion/2208/

(c) Kathrin Krottenthaler

© Hila Flashkes

Zucker I: PINOCCHIO

Mit „Zucker I: PINOCCHIO“ baut bösediva einen Gegenentwurf zu Walt Disneys Diktatur des Zuckerglücks. Für diese performative Installation erschließt die Künstlergruppe einen gigantischen unterirdischen, von der Stadt Berlin als Leichenhalle gebauten Raum im Stadtteil Wedding. Die Leichenhalle: ein Ort der Verwandlung ehemals lebendiger Körper, ein Ort der Verwesung. Pinocchio: eine Geschichte von der Verwandlung von Holz in Menschenfleisch. Zucker: die Verwandlung von Droge in Glück.

 

Die Geschichte von Pinocchio ist 133 Jahre alt. Sie ist nicht süß. Die Holzpuppe, die ein richtiger Junge werden soll, hungert, verliert die Füße, wird aufgehängt. Der Schrecken hat kein Ende. Walt Disney hat für seinen Zeichentrickfilmklassiker von 1940 tonnenweise Zucker auf diese Grausamkeiten gekippt. Zucker macht die Kinder froh, formbar und fett. Zucker macht alles gut. Disney hat eindeutige Niedlichkeitsverhältnisse hergestellt, endgültiges Kindchenschema. Und dann war Ruhe im Karton! In seinem Pinocchioland herrschen klare Verhältnisse, drogeninduziert.

 

Im Alten Krematorium Wedding, in bösedivas Negation von Disneyland, entsteht ein Raum, der sich fünf Tage lang ständig wandelt. Installation, Performance, Musik und Video zielen auf die Einbindung der konfabulierenden Besucherinnen und Besucher ab. Wenn Zucker plötzlich auch eklig schmecken kann, wenn die Dinge mehr als eine Bedeutung haben dürfen, kann das auch befreiend sein. Alle Projekte von bösediva handeln von Freiheit, auch von der Freiheit des Blicks der Betrachterinnen und Betrachter, die ermächtigt werden, aus einem Angebot von Bildern und Informationen ihre eigene Auswahl zu treffen.

 

„Zucker I: PINOCCHIO“ ist der erste Teil eines auf drei Teile angelegten Zucker-Projekts von bösediva, das Hirnchemie, Himmel und Hölle zum Thema macht. Und die Farbe Weiß.

 

Konzept Robin Detje, Elisa Duca Performer Elisa Duca, Jochen Stechmann, Robin Detje Komposition Neele Hülcker Nase Sonja Alhäuser Dramaturgie John McKiernan Kostüm Lea Girod Produktionsleitung Katja Kettner Technische Leitung Benni Schröter Bauten Bodo Herrmann Ton Adriano Angiolini Assistenz Chris Möller Hospitanz Julian E. Schnorr Pressearbeit Kerstin Böttcher, Kai Kreuzmüller

 

Antragsteller/in Robin Detje

Veranstaltungstermin 28. Mai 2015, 19-23 Uhr ERÖFFNUNG 29. Mai bis 1. Juni 2015, 18-22 Uhr

Veranstaltungsort Altes Krematorium Wedding, Gerichtstraße 35, Eingang Adolfstraße, 13347 Berlin

Förderbetrag 49.000 €

Kooperationen In Koproduktion mit PATHOS München.

Internetseiten zucker1-pinocchio.tumblr.com/

Foto: bösediva