"...and pulled out their hair"

Choreografie und Kostüme: Jeremy Wade

Mit: Zackes Brustik, Joris Camelin, Leo Renneke, Anja Sielaff, Marysia Stokłosa

Musik: Adam Linson

Dramaturgie: Susanne Foellmer

Lichtdesign: Fabian Bleisch

 

„and pulled out their hair“ ist ein Stück für fünf Performer von Jeremy Wade, der damit nach dem erfolgreichen Gastspiel seines preisgekrönten Duetts „Glory“ im Frühjahr 2006 nun sein erstes Stück in Berlin erarbeitet. „and pulled out their hair“ thematisiert Konflikte von Individuen, die im Kreuzfeuer gruppendynamischer Prozesse versuchen, ihre Sehnsüchte und Begierden unter Kontrolle zu halten. Dazu bedient es sich der Mittel der Groteske. Ziel ist die Kreation einer kinetischen emotionalen Skulptur.

 

Mit Unterstützung von: Tanzfabrik Berlin, Springdance, Performance Space 122 und fabrik Potsdam/Tanzplan Potsdam: „Artists in Residence - Lehr- und Forschungsprogramm Zeitgenössischer Tanz der fabrik Potsdam“ findet im Rahmen von Tanzplan Deutschland statt. Tanzplan Deutschland ist ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes.

 

GASTSPIEL: 19. und 20. April 2007, SPRINGDANCE Festival

Antragsteller/in Jeremy Wade

Veranstaltungstermin 23. bis 25. Februar 2007

Veranstaltungsort HAU DREI

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer

100 Prozent Berlin

Seit 100 Jahren ist das Hebbel-Theater eine Schaubühne für Stücke, in denen der Einzelne im Verhältnis zu seinem Verbund gezeigt wird. Die Bühne des Hebbel-Theaters war immer auch eine Bühne des besonderen Einzelschicksals, mit dem sich das Publikum auseinandersetzen konnte. Das Publikum repräsentierte die Gesellschaft, der Schauspieler den Einzelnen.

 

Auf der politischen Bühne und ihren medialen Spielorten sind es Zahlen, die die Welt bedeuten, ist Gesellschaft ein flirrendes Gebilde aus gezählten, geschätzten, errechneten und repräsentativen Werten.

 

„100 Prozent Berlin“ lädt 100 Berliner auf die Bühne:

 

Wer aber sind diese 100 Berliner? Wie entsteht ein Querschnitt durch die Gesellschaft und wie kann er sich „darstellen“? Entgegen anderer Rimini Protokoll Projekte, in denen ein groß angelegtes Casting der Arbeit vorausgeht, wird für „100 Prozent Berlin“ nur ein einziger Mensch gecastet.

 

Diese Person schlägt einen weiteren Teilnehmer aus ihrem Bekanntenkreis vor, diese einen weiteren, bis die 100 Berliner, also „100 Prozent Berlin“, beisammen sind. Diese Kettenreaktion wird durch ein Raster von Suchkriterien gesteuert, das in Auseinandersetzung mit Erhebungen des Amtes für Statistik Berlin Brandenburg entstanden ist: Jedes dazukommende Glied in der Kette muss Auskunft über Geschlecht, Alter, Familienstand, Nationalität und die Art des Einkommens geben. Entsprechend der Berliner Verhältnisse in diesen Kategorien wird die Suche nach einem neuen Glied der Kette zum Ende hin also immer anspruchsvoller.

 

„100 Prozent Berlin“ - eine Ansammlung, die eine Stadt ist, eine Gruppe, die sich erst wahrzunehmen beginnt, ein Chor, der noch nie geübt hat, ein unmögliches Gebilde mit vielen Gesichtern stellt sich zu immer neuen Gruppenbildern zusammen. Gruppenbilder als flüchtige Portraits von Zugehörigkeit. Als Familienersatz oder Kleinstverein. Nach Alter oder Wohnsitz, nach Geschlecht, politischer Gesinnung, bevorzugten Eckkneipen, Verkehrsmitteln, Brotaufstrichen, Dramatikern sortiert und dann, nach und nach, als Stimmenmeer, als geometrischer Körper auf 100 Quadratmetern Bühne...

 

Unter www.hundertprozentberlin.de kann der aktuelle Stand der Kettenreaktion nachverfolgt werden.

Antragsteller/in Rimini Protokoll

Veranstaltungstermin 1. bis 3. Februar 2008

Veranstaltungsort Hebbel Theater (HAU 1)

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen in Koproduktion mit dem Hebbel am Ufer

Internetseiten www.hundertprozentberlin.de

Arbeit (Definition 2.1)

Arbeit (Definition 2.1) zeichnet die Forschungen des Berlin n@work auf. Praktische Anwendungen des Kompostierens führen über Untersuchungen zur Flagellantion in das Herausprügeln von Produkten, PR Abteilungen und Managern aus den Körpern der Performer. In den Diskussionen der Geschäftspartner um Solidarität, subversives Potential und Qualitätsmassstäbe verwandeln sich die Performer in eine Bande lädierter Zombies. Die Umsetzung von Geschäftsideen vollzieht sich in einer Herde weidender Lamas. Teile des Bühnenbilds wurden von sehr berühmten Architekten entworfen und bilden die neuen mobilen Geschäftsräume der Gruppe.

 

Berlin n@work: Jörn J. Burmester, Janine Eisenächer, Florian Feigl, Nicolas Galeazzi, Joy Harder

Gast: Otmar Wagner

 

Berlin n@work ist ein Zusammenschluss Berliner Performancekünstler, gegründet als Teil des transnationalen @work-Netzwerks, dem darstellende Künstler, Performer, Gewerkschafter, Wissenschaftler und arbeitende Menschen in derzeit sechs europäischen Ländern angehören. Seit 2005 recherchiert das Berlin n@work im Rahmen der europäischen Performance- und Theaterrecherche @work Aspekte von Arbeit im 21. Jahrhundert.

Antragsteller/in Berlin n@work

Veranstaltungstermin 23., 24., 29., 30. Juni 2007

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen Teatermaskinen (SWE), Teaterkunst (DK), Reality Research Center (FIN), The Red Room (GB), Theaterhaus Mitte (Berlin), Sophiensaele (Berlin), gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und der Europäischen Kommission/Kultur 2000

Internetseiten www.atworknetwork.org

Foto: Nicolas Y Galeazzi

Ausschnitt: Foto: Nicolas Y. Galeazzi

Begeben Sie Sich

Warum verläuft diese Situation so und nicht anders? Was spielen Ursache und Wirkung für eine Rolle und was bedeutet Zufall und Glück in diesem Zusammenhang? Wie wird der Verlauf einer Situation durch das Schicksal bestimmt?

„Begeben Sie Sich“ ist der dritte Teil der Tanzhörspiel-Trilogie der MS Schrittmacher, konzipiert von ihrem Leiter Martin Stiefermann. Der Autor Matthias Wittekindt, der für den Text des ersten Teils „Das Lewskow-Manuskript“ den Kurt Lasswitz Preis 2006 erhielt, hat sich, wie schon bei den beiden ersten Teilen, an Ciceros Werk (De Fato) orientiert. „Zufall“ und „Schicksal“ sind die zentralen Motive, die den Zuschauer auf seinem Gang durch die interdisziplinäre Installation, einem Labyrinth aus Raum und Zeit, begegnen und ihn im Spiel von Wiederholung und Veränderung auffordern, sich dem Geschehen gegenüber immer wieder neu zu positionieren. Über Funk-Kopfhörer erhält der Besucher Fragmente von drei Geschichten, die der Volksbühnen-Schauspieler Bernhard Schütz einspricht. Das Publikum hat die Möglichkeit das Akustische mit den visuellen Eindrücken aus Bildern, Videos und Tanz, zu einer eigenen Geschichte zu verdichten.

Mit „Begeben Sie sich“ setzt MS Schrittmacher ihre Arbeit über veränderte Formen der Wahrnehmung fort und arbeitet dabei zusammen mit dem Hörspielregisseur Alexander Schumacher, dem Videokünstler Andreas J. Etter, sowie dem bildenden Künstler Dieter Mammel, der eigens für diese Produktion seine Holzschnittserie „Mimikry“ erweitert. Das Projekt vereint somit nicht nur die unterschiedlichsten Medien, sondern bietet darüber hinaus auch Einblicke in die verschiedenen Zugriffe der Künste auf das zentrale Motiv des Schicksalhaften.

 

Antragsteller/in MS Schrittmacher Martin Stiefermann

Veranstaltungstermin URAUFFÜHRUNG: 04. August 2007 um 18.00 und 20.00 Uhr 4., 5., 7., 8, 10., 11., 12., 14., 15., 17., 18. August 2007, jeweils um 18.00 und 20.00 Uhr und 19. August 16.00+18.00 Uh

Veranstaltungsort Akademie der Künste am Pariser Platz Black Box

Förderbetrag 60.000,-€

Kooperationen Akademie der Künste

Internetseiten www.msschrittmacher.de

Begeben Sie Sich Foto: Andreas J. Etter

Begeben Sie Sich Foto: Andreas J. Etter

Begeben Sie Sich Foto: Andreas J. Etter

Captain Berlin versus Hitler

Captain Berlin versus Hitler - Trash gegen Trauma

Superhelden wie der jüngst verstorbene Captain America nehmen schon in Bildheftchen aus den 40er Jahren den Kampf mit Ungestalten wie Adolf Hitler auf. In den 70er Jahren kommt es in den Comics zu einem wilden Genre-Mix zwischen Kriegs-, Horror- und Heldencomics. In "Team-Ups", das sind haarsträubende Storys mit reichhaltigem Personal, treten verzerrte Schreckgestalten des Zeitgeschehens gegen Horrorfiguren wie Frankenstein und Dracula oder kostümierte Superhelden an. Wie hätte es wohl ausgesehen, wenn man auch hier zu Lande einen ehrenwerten deutschen Superhelden erfunden hätte? Wäre eine "Erlösung durch Trash" für das traumatisierte deutsche Volk möglich gewesen wie sie beispielsweise in der amerikanischen (Captain America) oder japanischen (Godzilla) Trivialkultur funktioniert hat?

Spezialist auf dem Gebiet der monströsen Jugend- und Trivialkultur ist der Regisseur diverser Arthouse-Horrorfilme, Hörspielmacher und Filmkritiker Jörg Buttgereit (Nekromantik, Der Todesking). Sein für den WDR 2006 produziertes Hörspiel „Captain Berlin vs Dracula“ adaptiert Buttgereit unter dem Titel „Captain Berlin versus Hitler“ für die Theaterbühne als Jahrmarkt des historischen Schauderkitzels (Bühne: Claus Rudolf Amler, Spezialeffekte: Hannes Heiner/ deadchickens):

Das Hirn Adolf Hitlers hat überlebt. Die wahnsinnige Nazidoktorin Helga von Blitzen engagiert den Herrscher über Leben und Tod: Dracula höchstpersönlich (Adolfo Assor). Er soll mit seinem Biss teutonisches Menschenmaterial wiederbeleben. Als Lohn ist die jungfräuliche Maria - die Tochter Captain Berlins (Sandra Steffl) - auserkoren. Superheld Captain Berlin (Jürg Plüss) sieht sich nun beiden Ungestalten gegenüber. Er will Hitler schon seit den 40er Jahren eliminieren und muss zunächst seine Tochter Maria aus den Klauen des Vampirs befreien.

 

Antragsteller/in Kathrin Veser

Veranstaltungstermin 10., 11., 13. und 14. November 2007, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort HAU 1

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Hebbel am Ufer

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Grafik: Rainer Engel

CHEAP BLACKY

CHEAP BLACKY

in englischer und deutscher Sprache

 

Regie: Bruce LaBruce

Raum: Christophe Chemin

Kostüm: Rick Owens

mit Dragan Ašler, John Blue, Tim Blue, Christophe Chemin, Vaginal Davis, Daniel Hendrickson, Assaf Hochman, Anna Mülter, Tan Binh Nguyen, Susanne Sachsse, Marc Siegel

 

Ich weiß nicht, woher die Idee für Blacky eigentlich kam und was am Ende tatsächlich dabei herauskommen wird. Ich habe noch nie Theater gemacht und arbeite daher völlig ohne Netz und doppelten Boden. Aber dieses Theaterprojekt bot den idealen Vorwand für eine weitere Zusammenarbeit mit Susanne Sachsse, die in meinem Film „The Raspberry Reich“ (2004) mitgespielt hat, und mit ihrer schrägen Theatertruppe CHEAP. Zu dieser Gruppe von Exilanten und Außenseitern gehört Vaginal Davis, ausgewanderter Drag-Star aus Amerika, die in mehreren meiner Filme aufgetreten ist und mich Susanne Sachsse damals vorgestellt hat. Nehmen wir noch den unglaublichen Künstler und Filmemacher Christophe Chemin dazu, dann haben wir die Runde komplett, die inzwischen als „The Blackies“ bekannt ist.

Alles was danach folgte, ging von Fassbinders unbeachtetem Klassiker „Whity“ (1971) aus und rückte drei weitere Filme in den Blick: John Hustons „Spiegelbild im goldnen Auge“ (1967), Joseph Loseys „Boom“ (1968) und Pasolinis „Teorema“ (1968). Alle diese Filme entstanden in einer Epoche großer politischer, sozialer und sexueller Umwälzungen, einer Ära der Desillusionierung über den Status quo und einer Zeit, in der man das finale Aufbegehren der letzten aus den repressiven und selbstzufriedenen Fünfzigern und Sechzigern noch verbliebenen Unschuld erleben konnte. Schon immer hat mich dieser historische Augenblick im Kino angezogen, in dem alte Formen und erzählerische Gepflogenheiten aufgelöst und verbrauchte Mythen entkräftet und entmystifiziert wurden.

Nach dem Durcharbeiten und Vergleichen der Texte begannen sich bestimmte Muster herauszukristallisieren. In jedem dieser Werke wird der, wie es die Mutter in „Teorema“ ausdrückt, „Kult des Familienlebens“ von einem Eindringling, einem Fremden, einem Blender angegriffen, gespalten oder beeinträchtigt. In jeder Geschichte erfährt die Kernfamilie eine Krise, die zu einer Art sexueller und/oder spiritueller Transformation der Familienmitglieder führt. Und jeder Text ist durchflochten von dem Kräftespiel zwischen Dominanz und Unterwerfung, das den Beziehungen von Klasse und Rasse inhärent ist. Der Modus operandi von „Cheap Blacky“ ist es, diese Texte zu vermengen, um ihren wesentlichen Kern herauszuarbeiten und sie im symbolischen Gewand verschiedener Darstellungsformen wiederzugeben, die mich reizen: filmische Traditionen, Slapstick, Burleske, Varieté, Modern Dance, der Film-Soundtrack, Avantgarde-Performance und guter, alter Exhibitionismus. Ich hoffe, das Publikum wird seinen Spaß daran haben.

Bruce LaBruce, Toronto 2007

 

 

Antragsteller/in CHEAP GbR

Veranstaltungstermin 12., 15., 16. und 17. November 2007 um 20.00 Uhr.

Veranstaltungsort HAU 2, Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin

Förderbetrag 40.000 €

Kooperationen Eine Produktion von CHEAP, in Koproduktion mit dem Hebbel am Ufer Berlin, Kampnagel Hamburg und dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich.

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Fotos: Christophe Chemin

Der Gipfel der Integration / Der kleine Muck ganz unten

Ein streng genommenes Einbürgerungswochenende

mit Filmen, Diskussionen, Videoschnipsel, Konzerten, Performances und Theater

von und mit Schorsch Kamerun und Andreas Fanizadeh

 

Lässt sich die Identität eines Menschen auf eine einzige kulturelle oder ethnische Zugehörigkeit reduzieren? Der „Gipfel der Integration“, den die Volksbühne am 19. und 20. Mai veranstaltet, steht für das Gegenteil. Jeder Mensch gehört immer einer Vielzahl von Gruppen an, kann gänzlich widerspruchsfrei etwa deutscher Bürger türkischer Herkunft mit armenischen Vorfahren, Christ, Veganer, Physiker, Lyriker, Feminist, heterosexuell, Verfechter der Rechte von Schwulen und Lesben, Heiligendamm-Protestierer und fest davon überzeugt sein, dass es außerirdische Wesen gibt, mit denen man sich unbedingt verständigen sollte (vorzugsweise auf englisch).

 

Aus der Überzeugung heraus, dass multiple Zugehörigkeiten die Regel und nicht die Ausnahme sind, veranstalten der Musiker und Theaterregisseur Schorsch Kamerun und der Publizist Andreas Fanizadeh den „Gipfel der Integration“ als ein streng genommenes Einbürgerungswochenende, in dem Diskussionen, Musik, Film und Performances zusammen kommen.

 

So erzählt der Autor Günter Wallraff, was er vor zwanzig Jahren erlebte, als er sich, als Türke Ali verkleidet, „Ganz Unten“ in die finsteren Tiefen der Wirtschaft begab. Den kritischen Vergleich mit den heutigen Erfahrungen der „Zweitgeneratiönler“ übernehmen Imran Ayata, Schriftsteller und PR-Berater, Neco Çelik, Streetworker und Theaterregisseur, sowie Kadriye Cigir, Managerin eines internationalen Wellnessunternehmens.

 

Mit Performances, Filmvorträgen und Gesprächsrunden werden die Themen Migration und Integration untersucht. Videoschnipselexperte Jürgen Kuttner widmet sich dem komplexen System der DDR-Völkerfreundschaft anhand von Videos aus dem DDR-Fernsehen. Der Kreuzberger Kiezexperte Tamer Yigit präsentiert typische Eckensteher und interviewt seine Kopftuch tragende Mutter. Die Forschungsgruppe Transit Migration untersucht die turbulenten Ränder Europas und widerlegt gängige Stereotypen.

 

Auch musikalisch geht es turbulent zu. Eine Desintegrationsgala im Großen Haus feiern am 19. Mai die Bands Kommando Sonne-nmilch aus Hamburg, K.I.Z. aus Kreuzberg, Gustav (aus Wien), Dial-DJ Carsten Jost und den internationalen Stars von Jahcoozi (London, Tel Aviv, Berlin) - danach wird weitergefeiert in der Discothèque Grenzenlos.

 

Als Höhepunkt des Filmprogramms zum „Einbürgerungswochenende“ hat am 20. Mai „Kurz davor ist es passiert“ Premiere, ein eigenwilliger Film von Anja Salomonowitz zur Lebensrealität von illegalisierten Migrantinnen. Schorsch Kamerun steht für den korrekten Ablauf aller Veranstaltungen und interpretiert zusammen mit dem Lotus-Ensemble (Hanoi/Berlin) westliche Protestsongs. Großes Finale: Kameruns neueste Produktion, die Überprüfungsrevue „Der kleine Muck ganz unten“.

Antragsteller/in Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Veranstaltungstermin 19. und 20. Mai 2007

Veranstaltungsort Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Förderbetrag 70.000 €

Internetseiten www.volksbuehne-be...lan/?reihe=9

DER RÄUBER HOTZENPLOTZ

Der Räuber Hotzenplotz

von Otfried Preußler

 

Eine Koproduktion von Showcase Beat Le Mot

mit dem THEATER AN DER PARKAUE und dem FFT Düsseldorf

 

Räuber Hotzenplotz mit den sieben Messern und der Pfefferpistole hat Großmutters Kaffeemühle gestohlen. Weil Wachtmeister Dimpfelmoser notorisch im Dunkeln tappt, machen sich Kasperl und Seppel auf Räuberjagd. Dabei geraten sie in Hotzenplotz' Fänge und müssen sich mit dem großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann herumschlagen.

 

Die Kasperlegeschichten um den RÄUBER HOTZENPLOTZ sind Klassiker, die seit mehr als vierzig Jahren von Kindern auf der ganzen Welt gelesen werden. Inspiriert sind sie von einer Urform des Theaters, der Commedia dell'Arte. Und so bringt die Hamburger Performancegruppe Showcase Beat Le Mot RÄUBER HOTZENPLOTZ nach seinem jüngsten Ausflug auf die Kinoleinwand nun wieder dorthin zurück, wo er hingehört: Ins Theater! In ihrer Inszenierung setzen sie auf alle Mittel, die das Theater zu bieten hat. Mit Musik, Spiel und Zauberei erfinden sie ungeahnte Möglichkeiten, die Hotzenplotz-Abenteuer zu erzählen.

 

Die Performancegruppe Showcase Beat Le Mot arbeitet nach Produktionen für die Volksbühne, das Podewil und das HAU (Berlin), SpielArt (München), EXPO 2000 (Hannover), FFT (Düsseldorf) und zahlreichen europäischen Gastspielen nun zum ersten Mal für ein Kinderpublikum. Showcase Beat Le Mot, die selbst auf der Bühne stehen, verbinden in ihren Arbeiten die verschiedensten Genres, Materialien und Texte zu einem sinnlichen und humorvollen Theaterereignis. Theorie steht neben Pop, Deklamation neben Aktion und zwischendrin gibt's was zu essen.

 

Regie/ Bühne/Kostüme und Musik: Showcase Beat Le Mot

 

Karten: Tel.: 030/55 77 52 52 oder besucherservice@parkaue.de

 

Preise: Erwachsene: 11 EUR (Premiere 12 EUR),

ermäßigt: 9 EUR, Kinder bis 12 Jahre: 7 EUR, 3-Euro-Tickets, Parkaue-Karte: 50% Ermäßigung.

 

Medienkontakt: Sabine Hertwig, Tel. 030/55 77 52-44 oder presse@parkaue.de

 

Antragsteller/in Showcase Beat Le Mot

Veranstaltungstermin 30. Juni 2008, 1., ,2. 3. Juli 2008, jeweils 10.00 Uhr, Bühne 3 30. Juni, 1., 2. und 3. Juli 2008, jeweisl 10.00 Uhr Bühne 3 2., 3., 4., 5. Oktober 2007, 10., 11. 12. Dezember 2007 21. bis 23. August 2007, 25. bsi 27. Juni, 9. bis 13. Juli 2007, 9. März 2007, 11 Uhr, 10. und 11. März 2007 jeweils 11.00 Uhr und 16.00 Uhr, 12. März 2007, 10.00 Uhr 1. Februar 2007, 10 Uhr-Premiere, 2., 3., 4., 13. bis 16. Februar 2007,

Veranstaltungsort Theater an der Parkaue, Junges Staatstheater Berlin, Parkaue 29, 10367 Berlin

Förderbetrag 24.000 €

Kooperationen Der Räuber Hotzenplotz ist eine Koproduktion von Showcase Beat Le Mot mit dem THEATER AN DER PARKAUE und dem FFT Düsseldorf.

Internetseiten www.parkaue.de

Pressestimmen

Der Räuber Hotzenplotz, Foto: Christian Brachwitz

Die Erde - eine gute Wohnung.

Sechs Berliner Siedlungen des Reformwohnungsbaus im frühen 20. Jahrhundert sind gerade auf die Anwärterliste des UNESCO-Weltkulturerbes gerückt. Ihr hohes architektonisches Niveau und die Neuentwicklung experimenteller sozialer Wohnformen sind beispielhafte Leistungen der städtebaulichen Moderne. Die Hufeisensiedlung des Architekten Bruno Taut in Britz/Neukölln ist eine von ihnen – und Spielort des Theaterprojekts „Die Erde – eine gute Wohnung“, das die britischen Architekten und Regisseure Ewan Forster und Christopher Heighes nach Tauts „architektonischer Symphonie“ DER WELTBAUMEISTER entwickelt haben.

 

In „Der Weltbaumeister“ aus dem Jahr 1919, nur sechs Jahre vor seinen Entwürfen für das Hufeisen entstanden, stellt Taut seine architektonischen Prinzipien dar: In 29 handgezeich¬neten Skizzen werden die Geburt, der Zerfall und die Wiederentstehung einer puren, architektonischen Form beschrieben. Für „Die Erde – eine gute Wohnung“ gestalten Forster & Heighes den zentralen Gartenbereich und den Teich der Anlage mit verschiedenen schwimmenden Elementen sowie einer Großleinwand, um Tauts Schauspiel mit seinem „proletarischen Auditorium“ zusammen zu führen.

Gemeinsam mit sechs Schauspielern und mittels Filmeinspielungen (Regie: Tapio Snellman und Christian Grou von „neutral“) beleuchtet „Die Erde – eine gute Wohnung“ Tauts besondere Architekturphilosophie und gibt einen historischen Einblick in den Wandel der Hufeisensiedlung, von ihren Anfängen als Experiment einer visionären Wohnform bis zu ihrem gegenwärtigen Imagewechsel als Markt internationaler Investoren. Das Projekt – für den Zeitraum zwischen Dämmerung und Dunkelheit konzipiert – versteht sich als Würdigung der politischen und spirituellen Kräfte, aus denen heraus die Siedlung vor mehr als 75 Jahren entstand.

 

Die Künstler Ewan Forster und Christopher Heighes haben mit ihren Installationen und Performances in den vergangenen 15 Jahren die Grenzen ortsspezifischer Kunst in Gro߬britannien neu definiert. Dieses Projekt ist ihre erste große Arbeit außerhalb Großbritanniens. Tapio Snellman und Christian Grou, die international unter dem Namen „neutral“ arbeiten, gelten als führend in der digitalen Darstellung moderner städtischer Erfahrung.

 

 

Antragsteller/in Hebbel-Theater Berlin GmbH

Veranstaltungstermin 7., 8. und 9. September, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort Hufeisensiedlung in Berlin-Neukölln, Höhe Fritz-Reuter-Allee 46, U7 Parchimer Allee

Förderbetrag 45.000 €

Internetseiten www.hebbel-am-ufer.de

Sebastian Bolesch

Sebastian Bolesch

Sebastian Bolesch

Empty rooms, completely furnished (AT)

„Sie logieren in einem rosaroten, mehrstöckigen Neubau neben einem großen Strommast und einem Lagerplatz. Luxuriös kann man das Zimmer nicht gerade nennen, auch wenn es eine eigene Dusche hat: zwölf Quadratmeter, zwei Betten, Schrank, Tisch, Stühle; außerdem haben sie auch im Hausflur Tageslicht, womit sie besser dran sind als ihre Stockwerks-Kollegen ein paar Schritte weiter. Italiener, Portugiesen, Deutsche und ein Somalier, zählt Heyduck auf. Den Fernseher haben sie von zu Hause mitgebracht. Alle drei Wochen fahren sie die 840 Kilometer aus der Schweiz nach Magdeburg. Heyducks Sohn ist mittlerweile auf die Welt gekommen.“

(Cornelia von Wrangel - FAZ - Jetzt sind auch die Deutschen Gastarbeiter - 11/04)

 

Abwanderung und Leerstand, Weggehen und Zurückkehren, Rausch und Ernüchterung sind die Themen des Projekts EMPTY ROOMS / COMPLETELY FURNISHED des Theaterhaus Weimar, das im Theater Hebbel am Ufer produziert und im Herbst 2007 uraufgeführt wird. Die Perspektive des deutschen Ostens spielt dabei eine besondere Rolle.

Die 89er Wende ist eigentlich nicht vorbei. Sie hat bloß den Westen des Landes mitgerissen. Was im Osten hart erarbeitete Ernüchterung ist, dehnt sich nun auf den Westen des Landes aus. Die Abwanderung der Bevölkerung nach Über- oder in Richtung Bodensee lässt leere Räume zurück - vollständig eingerichtet mit dem Mobiliar von Abschiedsszenen, scheiternden Aufbrüchen, nicht eingestandener Enden, der entzauberten Rückkehr und dem fremd gewordenen Eigenen.

EMPTY ROOMS / COMPLETELY FURNISHED geht den Geschichten von Menschen an unschlüssigen Orten nach. Das Projekt verfolgt das Leben in den standardlosen Unterkünften der Saisonarbeiter, die oft zurück bleibenden Familien in den entleerten Lebenszusammenhängen, die Schicksale von Auswanderern und Rückkehrern der letzten Dekade, prekären Existenzen in den Verwerfungen ökonomisch gründender Veränderungen.

Die auf konkreten Recherchen, Interviews und Filmaufnahmen (Juni bis September 2007) basierenden und von dem Autor Janek Müller bearbeiteten Texte werden in Beziehung gesetzt zur Geschichte der Auswanderungsbewegung aus Deutschland im Verlauf des 19. Jahrhunderts. Die Auseinandersetzung wird dabei zugespitzt auf die Goldgräberstädte Alaskas, in denen sich Ende des 19. Jahrhunderts die Idee des neuen Kapitals – der Rausch - manifestierte. 1896 gegründet, hatte die Goldgräbermetropole Dawson City als die Hauptstadt des Glücks 2 Jahre später schon 40000 Bewohner. „Der grösste Teil derselben wohnt in Zelten“ – schrieb der Berliner A. Beathke, der 1998 nach Alaska aufbrach. Vom Goldrausch ausgenüchtert, ging die Stadt in Windeseile unter. Das Ergebnis der Glücksversprechen und der Selbstsuggestion war die Überproduktion von Verlierern. Auch in der deutschen Provinz werden gegenwärtig alle Zelte abgebrochen.

Mit dem Projekt EMPTY ROOMS ... wandert nach den abgewanderten Menschen der Raum selbst aus und wird am Theater Hebbel am Ufer oder auf dem Platz vor dem Theater für 5 Tage neu errichtet. Die Rauminstallation wird von dem jungen Berliner Künstler Peter Wächtler entwickelt. 3 Frauen und 2 Männer, Weggehende und Wiederkehrende, gehen in miteinander verschränkten und collagierten Erzählsträngen den absurden Verrichtungen des Abschiednehmens, der Auflösung der Haushalte, der Pflege des Verlorenen nach, diskutieren die eigenen Aufbrüche ins Ungewisse und die Projektionen der ewig Übrigbleibenden auf die haltlose Vorstellung des Glücks als Rausch.

Die Erfahrung einer schleichenden Ortlosigkeit unter der Perspektive des deutschen Ostens haben Janek Müller, Susann Maria Hempel und Olaf Helbing als Produktionsteam bereits mehrfach betrachtet; zuletzt in der Bearbeitung von Gustave Flaubert „Akteure des Verschwindens“ beim Festival „Politik im Freien Theater 2006“ und dem Projekt „Hunde“ im HAU, von „Theater der Zeit“ als „ eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit den Biografien der, wenn man so will, letzten DDR-Generation“ (Christine Wahl) gelobt.

 

Antragsteller/in Initiative Theaterhaus Weimar

Veranstaltungstermin Juni bis November 2007

Veranstaltungsort HAU

Förderbetrag 40.000 €

Internetseiten www.theaterhaus-weimar.de

Familienalbum

 

"Das Performance-Kollektiv She She Pop beschäftigt sich in ihrer neuen Produktion mit dem monströsen Thema Familie. Lebensentwurf und Erblast, Klotz am Bein und letzte Bastion gegen die neoliberale Einsamkeit die Familie ist etwas, woraus wir uns ständig befreien müssen, um gleich wieder danach zu suchen.

Das Medium, in dem die Kleinfamilie ebenso dreist wie erfolgreich und unablässig für sich wirbt, ist das gemeine Gruppenfoto. Furchtlos schlagen die PerformerInnen das persönliche und kollektive Familienalbum auf und stellen fest: die Bilder lügen nicht! Sie stellen uns bloß. Und graben sich dabei in unsere innersten Bildarchive über die Welt und wie sie funktioniert. Als AutorInnen, FotografInnen und Familienmitglieder wollen sich She She Pop dagegen ästhetisch zur Wehr setzen, das Szenario neu beschreiben und alles was war leugnen.

 

FAMILIENALBUM ist eine Familienfeier mit Foto-Session, ein verzweifeltes Bekenntnis zu der neurotische Brutstätte unserer Gesellschaft und ein Abgesang auf alle Verwandtschaft zu den Klängen einer fast vergessenen Hausmusik. "

Antragsteller/in She She Pop - Fanni Halmburger

Veranstaltungstermin 8.,9.,10., und 13.bis 15. März 2008

Veranstaltungsort HAU 2

Förderbetrag 50.000 €

Kooperationen HAU Berlin, FFT Düsseldorf

Internetseiten www.sheshepop.de

Fight Club a.k.a. Chorus Klein

Eine Massen-Theater-Choreographie für 48 Performer basierend auf dem Roman von Chuck Palahniuk und den Methoden von Rudolf von Laban unter der künstlerischen Leitung von Matthias Böttger (raumtaktik, Berlin) und Edvin Liveric (TRAFIK, Zagreb) In Chuck Palahniuks berühmten Roman geht es um die Formation einer sozialen Gruppierung, einer Sub-Kultur. Das Kultbuch ist eine Kritik der zeitgenössischen, globalisierten, neo-liberalen Dienstleistungsgesellschaft. Aus Service-Kräften werden subversive Elemente. Aus vereinzelten und vereinsamten Individuen werden Team-Player, weil ihnen ihre Arbeit keinen Lebenssinn vermittelt. Beide, der Roman und seine Verfilmung von David Fincher, dienen als Ausgangspunkt für die De- und Rekonstruktion der sozialen Prozesse in der Performance “Fight Club a.k.a. Chorus Klein”. Dabei werden Form und Inhalt einander nähergebracht. Die Methoden des fiktionalen Fight Clubs werden auf den Probenprozess und die Arbeitsweise des Performance-Projektes übertragen. Dazu arbeitet ein professionelles Team mit über 40 Laien aus dem Dienstleistungssektor – unter anderem Angestellten von Ver.di. Die Spannungen der Darsteller in ihren täglichen Auseinandersetzungen mit Serviceberufen, entfremdeten Arbeitsbedingungen und ihren Wünschen werden gemeinsam reflektiert und zu Material für die Performance transformiert.Die Form des Tanzchores basiert dabei auf den Methoden von Rudolf von Laban – der via Ana Maletic auch der Begründer des modernen Tanzes in Kroatien war. Die deutsch-kroatische künstlerische Doppelleitung des Projektes reflektiert somit das gemeinsame choreographie-historische Erbe und passt es einer zeitgenössischen Performance an der Masse und Individuum und Anonymität und Berühmtheit. Die Warholschen “15 Minutes of Fame” werden auf 1 Minute pro Darsteller reduziert. Eine Anfangs leere Bühne füllt sich im Minutentakt mit Performern, die je nur eine Minute haben, bevor sie mit dem ständig wachsenden Chor verschmelzen. Der Chor gewinnt an Macht und Volumen – das Individuum verliert sie. Die Bühne wird zu einem Tableau von 48 Körpern. Die Choreographie, also die Bewegung des Chorus, finden nur punktuell statt – dann folgen sie den Ideen von Laban. Dazwischen bilden die Performer mit ihren Körpern eine Art Architektur. Außer dieser Bühneninstallation aus Menschen gibt es kein weiteres Bühnenbild, keine Requisiten – und nur minimales Kostüm. Neben den Laien sind auch professionelle Tänzer in der Performergruppe. Sie leiten jeweils die Momente, an denen die unbewegten Bilder bewegt werden. Grundsätzlich ist das Projekt an dem Begriff der Choreographie im historischen Sinne interessiert: Wie bewegt sich eine Gruppe auf der Bühne, wie agiert sie, wer ist der Chorege, welche Civitas repräsentiert sie? In der griechischen Antike war der Chor die Repräsentation des Bürgertums, des Volkes, der Öffentlichkeit – auf der Bühne. Mit diesem Konzept spielt der “Chorus Klein”. Welche Dimensionen kommen der Öffentlichkeit zu? Wann ist eine Subkultur eine “Leitkultur”? Wann wird eine “Bewegung” im politischen Sinne problematisch für die, die ihr nicht angehören?Die Performance findet zwischen Zentrum und Vorstadt, in einer post-industriellen Brache statt. Diesen hat das Team auf dem Gelände des Clubs Maria am Ufer (am Ostbahnhof) in Berlin gefunden. Das ehemalige Lager beherbergt nun einen der wichtigsten Off-Kulturorte der Stadt. Um ihn herum “gentrifiziert” sich das Areal mit dem Radialystem-Theaterkomplex, dem Energieforum oder der Anschütz-Halle. Das “Media Spree” Stadtplanungskonzept ist schon in vielen Teilen verwirklicht. Diese Spannung aus Verfall und Zukunft ist nicht eine Referenz an die Orte der filmischen Vorlage. Kultur und Dienstleistungsberufe treffen sich hier. Die Aufführungen auf dem Areal von Maria am Ufer sind für Mai 2007 geplant. Das Projekt findet außerdem mit anderen Performern in Kroatien statt (nicht Teil der beantragten Förderung).

Antragsteller/in Mario Stumpfe

Veranstaltungstermin Mai 2007

Veranstaltungsort Maria am Ostbahnhof

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.artkrise.de

JANCLOD!

In seinem neuen Solo JANCLOD! beschäftigt sich Jochen Roller mit dem Karate-Champion und Schauspieler Jean-Claude Van Damme. Die Biografie des ehemaligen Balletttänzers aus Brüssel, der nach Hollywood ging, um als ‚Muscles from Brussels’ bislang mehr als 900 Menschen vor der Kamera zusammenzuschlagen, dient dem Berliner Choreografen als Ausgangspunkt, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Tanzen und Kämpfen zu untersuchen. Ein zentraler Fokus der Arbeit ist dabei die Erfahrung von Schmerz als gleichsam Lust und Last, sowie der Kreislauf von Ekstase und Askese. Durch Bewegungssequenzen, mit collagierten Texten und in choreografierten Filmbildern schlüpft Jochen Roller in die Haut von Van Damme, um als dieser Funktionen des zeitgenössischen Tanzes und das Wesen des Kampfes miteinander in Beziehung zu setzen. Das Solo ist nach being christina aguilera und Warum ich nicht Johann Kresnik heiße. der dritte Teil der Serie ‚dancing other people’s life’, in der sich Roller das Bewegungsmaterial Fremder aneignet, um den identitätsstiftenden Charakter von Bewegung zu ergründen.

 

„I am the Fred Astaire of Karate!“ (Jean-Claude Van Damme)

 

Konzept/Choreografie/Performance: Jochen Roller

Additional Choreography: Jean-Claude Van Damme

Set: Darryll Roller

Technische Leitung/Lichtdesign: Marek Lamprecht

Produktionsleitung: DepArtment / Harriet Lesch, Katharina von Wilcke

 

Antragsteller/in Jochen Roller

Veranstaltungstermin Premiere: 29. Mai 2008 weitere Vorstellungen: 30./31. Mai und 1. Juni 2008

Veranstaltungsort Sophiensaele Berlin

Förderbetrag 25.000 €

Kooperationen Eine Produktion von Jochen Roller und DepArtment in Koproduktion mit Sophiensaele Berlin und Kampnagel Hamburg. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds der Bundesrepublik Deutschland. Gefördert von der Kulturbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg.

Internetseiten www.jochenroller.dewww.sophiensaele.com

NAPOLEON D.

post theater [new york / berlin / tokyo] 
präsentiert

NAPOLEON D.

Eine Show über Männer, Pop, Provinz und das Internet. Mit Tanz. Und Video.


 

Der Held eines High-School Films (“Napoleon Dynamite”) lernt von einer Video-Kassette einen Tanz, den er in seiner Provinz-Schule aufführt. Diese bizarre, poppige, seltsame und surreale Szene haben über 10 Millionen Menschen auf YouTube gesehen. Unter ihnen waren auch Christoph Winkler, Martin Clausen (TwoFish), Mathieu Burner & Nabih Amaraoui (Amaraouiburnerproject), Clint Lutes und Nir de Volff (Total Brutal).
 post theater hat diese fünf Berliner Choreographen eingeladen, aus dem YouTube-Clip eine zeitgenössische Tanz-Performance zu machen.
Die Medienkünstler Hiroko Tanahashi und Yoann Trellu verwirren die Choreographen. Alexander Schröder führt durch den Abend. Die Zuschauer wählen ihren Favoriten...


 

Antragsteller/in Dock 11

Veranstaltungstermin Premiere: 24. April, 2008, 20:30 Uhr - jeden Montag, bis auf Widerruf Weitere Vorstellungen: 25. / 26. / 27. / 28. April, 5. / 12. / 19. / 28. Mai… jeweils um 20:30 Uhr ;und jeden weiteren Montag bis auf Widerruf

Veranstaltungsort Dock 11 - Kastanienallee 79 - 10435 Berlin

Förderbetrag 20.000 €

Internetseiten www.posttheater.com/napoleonDwww.dock11-berlin.de

Radiovisionen - 250 Jahre Radio

Radiovisionen

250 Jahre Radio

 

Radiovisionen blicken zurück auf die Anfänge und in eine fiktive Zukunft des Mediums: Wie hört sich Radio in 150 Jahren an? In welcher Form wird man Radio überhaupt noch “hören". Welche Chancen, welche Gefahren bringt das Radio der Zukunft mit sich? Vier Uraufführungen geben denkbar unterschiedliche Antworten: Der Komponist Mario Verandi, das Team Anna Friz und Emmanuel Madan, crew members der c-base und BBM, die “Beobachter der Bediener von Maschinen”, laden mit ihren Entwürfen zwischen Performance, Installation und interaktivem Environment in die Zeit um das Jahr 2150 ein. Radiovisionen sind Science Fiction. Präsentiert werden die Radiovisionen in der Zeit vom 5. bis zum 31. Oktober 2007 jeweils freitags und samstags im Kubus des TESLA. Gespräche, Vorträge, Präsentationen und eine Ausstellung bilden das Rahmenprogramm: Dienstags diskutieren die Künstler ihre Auftragsarbeiten, mittwochs stellt radiotesla weitere Visionen des Radios vor, und jeweils samstags um halb elf gibt es im Nachtklub Gelegenheit zur großen Geste im kleinen Rahmen. Frieder Butzmann, Elisabeth Zimmermann, Radioqualia und Ken Jebsen werden den Radiovisionen mit ihren Interventionen neue Perspektiven eröffnen. Während des gesamten Zeitraums bietet eine Ausstellung des Masterstudiengangs Ausstellungs- und Museumsdesign der FH Joanneum Graz einen Einstieg in die Archäologie des Mediums Radio.

 

 

Programmübersicht

 

Fr, Sa

05. + 06.10.

20:30

 

Radiovision 01: Mario Verandi: Paranormal Radio

 

2150: Leben gestaltet sich als hedonistischer und leichtfertiger Alltag auf der stetigen Suche nach Vergnügungen und dem nächsten Kick. Kulturelle und intellektuelle Aktivitäten sind selten, Politik oder soziale Fragen für die meisten Menschen uninteressant.

Die Unterhaltungsindustrie bestimmt den Kurs der überwiegend in städtischen Ballungsräumen lebenden Menschen. Nachdem sie mit ihren Formaten immer tiefer in die Hirne der Konsumenten eingedrungen ist, und ihre Botschaften durch stetig höhere Auflösungen auch in den letzten Nanoritzen abgelegt hat, wandte sich der Trend in jüngster Zeit ganz anderen Inhalten zu: Neuester Hype ist der PSC, der Paranormal Signal Catcher: die Stimmen der Toten als Musik. Mittels PSC können Stimmen im Äther aufgespürt und zu akustischen Signalen transformiert werden. Darüber hinaus lassen sich auch Signale von Objekten natürlichen Ursprungs hörbar machen - aus unbekannten Dimensionen von Bäumen, Steinen oder Flüssen, jenseits aller bekannten Frequenzspektren.

Der PSC wurde vor allem in den Städten in Form von „Radiorooms“ auf den Markt geworfen, mit voneinander unabhängigen Hörbereichen und in einer Mischung aus Nachtclub und Kabarett. Von den Konsumenten wird PSC als "Neues Radio" gefeiert.

 

Special Guest: Rechenzentrum

Mit freundlicher Unterstützung von WHD - Sound Solutions.

 

 

Sa

06.10.

22:30

 

Radiovisionen Nachtklub

Frieder Butzmann: "Frequenz Nullnummernull - Festvortrag vor, hinter und nach dem Radio."

 

Nach 250 Jahren Abstrahlung elektromagnetischer Wellen, kommen ganz neue radioethische Fragen auf die Radiohörer zu: Vor dem Radio verharren, hinter dem Radio verstecken, heimlich das Radio öffnen und Kurzschlüsse erzeugen, einen faradayschen Overall anlegen, die Ohren ausstechen, die Augen bis zum synästhetischen Hören übersensibilisieren, die Ohren verschließen, den ganzen Tag Radio gucken, die Radiomoderatoren mehrfach klonen...

 

www.friederbutzmann.de

 

 

Di

09.10.

20:30

 

Radiovision 01 im Gespräch: Mario Verandi

 

Im Zuge der Entwicklung seines Konzeptes verwies Mario Verandi immer wieder auf seinen Wunsch, “Paranormal Radio” als Metapher für die spezifische Qualität des Radios einzusetzen: Radio als das akusmatische Medium, das vom Sichtbaren allein das Hörbare wiedergibt und darüber hinaus auch unsichtbare Phänomene "übertragen" kann. Bei der stetig fortschreitenden Visualisierung unserer Gegenwart könnte genau darin die Existenz einer Art Radio auch noch im Jahr 2150 begründet werden.

 

www.marioverandi.de

 

 

Mi

10.10.

20:30

 

radiotesla: Visionen

 

Kate Donovan & Ryan McFadyen:

Stereo Personas: Predictions & expeditions in post-radiophonics.

 

Donovan und McFadyen grübeln über ihre umstrittene Ausstellung "Katherine und Catherine - die grössten Klang-Ikonen, die jemals ignoriert wurden" und bieten profunde Einblicke in die beklagenswert sperrigen Werke dieser unerhörten Genies an. Seltene Radioschnipsel, pionierhafte Tonkunstexperimente und bislang verschollen geglaubtes Archivmaterial machen den heutigen Abend zu einem echten Muss für den seriösen Klangkenner.

 

Mit großzügiger Unterstützung des Berlin Institute of Pleasant Days.

 

 

Fr, Sa

12. + 13.10.

20:30

 

Radiovision 02: Anna Friz, Emmanuel Madan: The Joy Channel

 

Ursprünglich wurde die Übertragungstechnik von Emotionen über Radiofrequenzen als psychiatrische Heim-Fernbehandlung für depressive Langzeitpatienten entwickelt. Wegen ihres Unterhaltungspotentials nutzen 2157 jedoch auch Sender wie JoyChannel®, MuchRageTM, Sexx Madd und SoSorry diese Technologie. Allerdings hat das uneingeschränkte Angebot intensiver und unwiderstehlicher Gefühle bei vielen Hörern zu ernsthafter Abhängigkeit geführt. Dabei ist die kommerzielle Emo-Sendung nicht der einzige, gefühlte Inhalt, der sich Mitte des 22. Jahrhunderts im Radiospektrum finden lässt: Durch die post-katastrophische Stille vermüllter, ehemals urbaner Räume irrend, haben sich kleine Gruppen von Fern-Empathen gebildet. Ohne Empfangs- oder Sendegeräte zu benutzen, haben sie die Fähigkeit entwickelt, einander - auch über immer weitere Entfernungen – zu fühlen. Als das Konzernmonopol JoyChannel® von Küste zu Küste live auf Sendung geht, wird diese Entwicklung kurzerhand unterbrochen...

 

Mit freundlicher Unterstützung von Conseil des Arts et des Lettres Québec und Canada Council for the Arts.

 

Sa

13.10.

22:30

 

Radiovisionen Nachtklub

Elisabeth Zimmermann: Radioräume...

 

Kunst arbeitet mit Räumen im engsten und weitesten Sinne, mit deren Schaffung, Nutzung und Ausdehnung, mit emotionalen, teils unzugänglichen, für uns nicht hörbaren oder weit entfernten Räumen. Mit kaum mehr messbaren Dimensionen, die bestenfalls mithilfe der Phantasie als Räume gelten können: Wie weit kann ein transdimensionaler Sprung führen, und wie fühlt er sich an?

 

www.kunstradio.at

 

 

Di

16.10.

20:30

 

Radiovision 02 im Gespräch: Anna Friz, Emmanuel Madan

 

"Sie fühlen sich niedergeschlagen? Dann schalten Sie unseren allseits beliebten JoyChannel® zur kleinen Verstärkung ihrer Glückseligkeit ein. Sollten Sie sich schuldig fühlen, wissen aber nicht wie? Dann ist der SoSorry Sender das Richtige für Sie. Holen Sie sich noch heute ihr Hi-Zenith-Radio-Set: "Wählen Sie sich ein" in die natürliche Kraft menschlicher Gefühle: "echter, wahrer, stärker als je zuvor!" Die kanadischen Radio- und Klangkünstler Anna Friz und Emmanuel Madan beraten Sie gern.

 

www.theuser.org

 

Mi

17.10.

20:30

 

radiotesla: Visionen

 

Philip K. Dick: Träumen Androiden

BR 1999

 

Nexus 5, die neuesten Androiden der Firma Rosen, sind hochintelligent, extrem flexibel und verblüffend menschenähnlich. So menschenähnlich, dass sie den Mars-Kolonisten nicht mehr als Haus- und Industriesklaven dienen wollen, sondern auf der Erde eine respektable bürgerliche Existenz als Kriminalinspektor oder Opernsängerin anstreben. Und jeden niederschießen, der sie auf ihrem Weg in die Freiheit aufhalten will. Rick Deckard muss das von Berufs wegen tun. Bisher war Rick immer noch ein wenig schneller und flexibler als die rebellischen Androiden - bis er auf Rachael trifft, die Luxusausführung der weiblichen Nexus-5-Modelle.

 

 

Fr, Sa

19. + 20.10.

20:30

 

Radiovision 03: c-base: die gnuten abend show bei tesla berlin

 

Um eine Bestandsaufnahme der Radiogeschichte und ihrer Implicationen auf gesellschaftliche Zusammenhänge zu gewährleisten, verwendet die “Gnuten Abend Show” die neuartige PSR-Technologie (PataSonic Revocery, alt-dt.: patasonische Bergung). In einer Livepräsentation wird sich zunächst eine Sonde mit sehr hoher Geschwindigkeit von der Erde entfernen. Mit ihrer Hilfe können Wellen (sowohl akustische als auch Funkwellen) eingefangen werden. Das Grundprincip beruht darauf, dass diese durch die Überschreitung der Wellenausbreitungsgeschwindigkeit archiviert werden können. Die somit gesammelten Daten werden nun zu einer Unterhaltungsshow aus zukünftiger Gegenwart und Vergangenheit verwoben. "Die Gnuten Abend Show" nimmt Anlauf auf: 250 Jahre Radio - wie konnte es dazu kommen? Entlang des Szenarios, das bereits zum Prolog der Radiovisionen vorgestellt wurde, erfolgt im weiteren Verlauf des Abends eine Duplication der “Gnuten Abend Show” vom 20.10.2147. Denn tatsächlich wurde eine Zeitkapsel gefunden, die Reliquarien aus 250 Jahren Radio enthält. Exemplarisch werden vier dieser Artefacte vorgestellt: die “one million neuro brain show” (ein unglaublich populäres Format aus der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts), die “macbethsuite” (eine historisch materialistische Reconstruction jüngeren Datums), “Der Start der Rakete” (Weltpremiere dieses einmaligen historischen Documents!) und schliesslich ein Conglomerat aus Momenten der Geschichte des Widerstands gegen das geistige Eigentum (Arbeitstitel). All dies in einer anti-materiellen Gala mit original Sternenmoderationsinstanz, zwielichtigen Hologrammen und illustren Gästen.

In Cooperation mit dem Club der Polnischen Versager.

 

 

Sa

20.10.

22:30

 

Radiovisionen Nachtklub:

Radioqualia: "From Polar Radio to Solar Wind"

 

Radioqualia präsentiert eine Klangperformance mit Material von “Radio Astronomy”, einer Installation und Radiostation, die aus dem Weltraum empfangene Radiowellen ausstrahlt. Darüber hinaus werden Aufnahmen von Sonnenwinden am Rand der Erdatmosphäre mit extrem niedrigen Frequenzen zu hören sein, die im Januar 2007 in der Antarktis entstanden sind. www.radioqualia.net

 

Di

23.10.

20:30

Klub

 

Radiovision 03 im Gespräch: c-base crew members Die c-base ist ein gemeinnütziger Verein in Berlin, der sich der Zukunftsforschung und Visionsverwicklung verschrieben hat. Die Mehrung des Wissens um Software, Hardware, Netzwerke, soziale und mathematische Algorithmen sind Leitmotiv und Leidenschaft zugleich.

www.c-base.org

 

Mi

24.10.

20:30

 

 

radiotesla: Visionen - Grenzen

 

Kai Grehn, Carsten Nicolai: Messages for 2099

HR/Deutschlandfunk 2007

 

Zwei Jahre lang haben Kai Grehn und Carsten Nicolai Botschaften aufgezeichnet, um sie als akustische "Flaschenpost" ans Ende des 21. Jahrhunderts zu senden. Wenn diese geöffnet wird, werden die beiden Künstler wie auch der Großteil der Zeitgenossen, die eben noch ihre Botschaft in die Zukunft schickten, voraussichtlich nicht mehr am Leben sein: Die Zukunft ist hier, heute – genau genommen direkt hinter uns. "Messages for 2099" wurde auf Acetat-Platten geschnitten und am 10.02.2007 in der Deutschen Nationalbibliothek Frankfurt/M öffentlich aufgeführt. Zugleich fand die Ursendung live im Radio statt. Im Anschluss wurden die Acetat-Platten in einer versiegelten Archivierungsbox der Deutschen Nationalbibliothek übergeben - mit der Vorgabe, sie im Jahr 2099 ebenda wieder zur Aufführung zu bringen. Kai Grehn erinnert sich.

www.kaigrehn.de www.raster-noton.de

 

Fr, Sa

26. + 27.10.

20:30

 

Radiovision 04: BBM: Mental Radio Ein Gruppen-Experiment

Massenhypnose, "braincontrol", Fernlenkung der Bevölkerung, "voice to skull"-Übertragung von unhörbaren Botschaften: das klingt nach Verschwörungstheorie, nach "paranoidem Radio". Doch es gibt eine solide wissenschaftliche Basis für solches Unterfangen: "Mood Management", die Verhaltenssteuerung von Menschen durch Menschen, ist so alt, wie das Sozialsystem selbst. Dank Nanotechnologie und Pharmakologie findet der Eingriff mittlerweile auf dem Level der Bausteine des Lebens selbst statt. Im Rahmen der Radiovisionen haben Zuschauer Gelegenheit, mit internationalen Experten an einem Gruppenexperiment zur humanoiden Telekontrolle teilzunehmen.

Dr. Margarete Vöhringer, Zentrum für Literaturforschung Berlin, gilt als Koryphäe für die Frühzeit der russischen Versuche zur Massenhypnose, die im ›Psycho-Neurologischen Institut‹ des Pawlow-Konkurrenten Wladimir Bechterew stattfanden. Wladimir Velminski, Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik, Berlin hat sich eingehend mit Gehirn-Strahlen, Suggestion und ihrer sozialen Bedeutung befasst. Prof. Wolfgang Pircher, Philosoph, Universität Wien, hat über Jahrzehnte im Feld der Kybernetik alle erdenklichen Aspekte von Verhaltensprogrammierung erforscht und sich mit dem umfassenden Begriff von "Polizey" auseinandergesetzt. Dr. Sabine Flach, Zentrum für Literaturforschung Berlin, forscht über "Kunst als Wissenschaft" und ist eine ausgewiesene Kennerin der Gedankenexperimente von Hippolyte Baraduc, der um 1896 sogenannte "Psychoicons", Visualisierungsmethoden von Denkvorgängen erfunden hat. Jörg Sellerbeck, Betreiber der Raumkulinarik.de, hat sich über Jahre mit "informierter Nahrung", Verhaltenssteuerung durch Nahrungsaufnahme und essbaren Chips, sowie Nanotechnologie und "endogenem Design" beschäftigt. Reiner Schümer, Geschäftsführer der PROVIS GmbH Bremen, wird die Produktpalette seiner Firma vorstellen, die sich auf Herstellung und Vertrieb so genannter Provokations- und Irritationsobjekte spezialisiert hat. Moderation: Olaf Arndt und Janneke Schönenbach, Künstlergruppe BBM

 

www.bbm.de

 

 

Sa

27.10.

22:30

 

Radiovisionen Nachtklub:

Ken Jebsen live

 

Ken Jebsen kommt aus der Zukunft, heißt dort eigentlich Citizen Kane und gewann im Jahr 6322 u.Z. eine Zeitreise. Er entschied sich für den Abschnitt um das 21. Jahrhundert, da die Welt seinerzeit kurz vor der Kippe stand und "Tittytainment" als "das" effektivste Mittel galt, die Massen im Griff zu behalten und das Schamgefühl der Superreichen, international gesehen, negativ reziprok zu den täglich verhungernden Kindern auf dem Globus stand.

 

www.kenfm.de

 

 

Di

30.10.

20:30

 

Radiovisionen im Gespräch 04: BBM

 

Die "Beobachter der Bediener von Maschinen" haben sich künstlerischen Inszenierungen verschrieben, deren Gegenstand eine fundierte Technik- und Kapitalismuskritik ist. Dabei ist es die Überzeugung der Gruppe, dass Relevanz nur erreicht werden kann, wenn stets erneuerte Kenntnisse über die tatsächlich wirkungsmächtigen Kontexte dieser Gesellschaft bestehen.

 

 

Mi

31.10.

20:30

 

radiotesla: Visionen – Bonus Track

 

Abschlussgespräch: Radio? Visionen? Zukunft?

 

Unmittelbar im Anschluss an die Radiovisionen und zum Abschluss des Monatsthemas "Visionen" zieht radiotesla Bilanz. Das Projekt Radiovisionen verstand sich von Anfang an als Versuch, die Zukunft des Radios über die aktuellen Diskussionen um Digitalisierung und Verpodkastung hinaus zu denken. Anstatt zu überlegen, an welche technischen Standards sich das Medium anpassen muss, sollten vier Visionen dazu einladen, in offener Weise zu formulieren, was Radio in Zukunft überhaupt bedeuten kann. Der Radiomacher Marold Langer-Philippsen im Gespräch mit den Kuratoren der Radiovisionen.

 

Fr

05.10.

19:30

 

Ausstellungseröffnung

code 1723.97 - auf sburs skalnreitr

 

Weitere Öffnungszeiten:

 

Di bis Sa

06. - 27.10.

18:00 - 22:00

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Ein Projekt des Masterstudiengangs Ausstellungs- und Museumsdesign 2006, FH Joanneum Graz, Österreich

Konzept: Marlies Rahm, Nicole Troesch

 

sprache sein hier inspirieren von rededeutsch, REDESIGNDEUTSCHLAND, und fon ultradoitsh fon ze do rock.

 

 

Realisierung: Martina Groß, Andreas Hagelüken, Séamus O’Donnell, Moritz von Rappard und Johannes Wilms.

 

Eintritt Radiovisionen: Radiovisionen 01 - 04 Fr+Sa: 10 / 5 Euro

Alle anderen Veranstaltungen: Eintritt frei

 

Karten an der Abendkasse +49 (0) 30. 24749-777 Vorbestellungen unter kasse@tesla-berlin.de

 

Presse: PR-Netzwerk

fon: 030 - 61 65 11 55

fax: 030 - 61 65 11 57

gh@pr-netzwerk.net

www.pr-netzwerk.net

 

Produktion: Ulrike Kneitschel

fon: 030 - 24 74 9-785

produktion@tesla-berlin.de

 

TESLA Medien > Kunst < Labor

Podewils´sches Palais

Klosterstraße 68, 10179 Berlin

Telefon: 030. 247 49.700

www.tesla-berlin.de

Antragsteller/in Andreas Hagelüken / TESLA Berlin

Veranstaltungstermin 5. bis 31. Oktober 2007 jeden fr + sa 20:30 radiovision 1-4 jeden sa 22:30 nachtklub jeden di 20:30 radiovision im gespräch jeden mi 20:30 radiotesla

Veranstaltungsort TESLA, medien >kunst< labor, TESLA Berlin e.V., Klosterstr. 68, 10179 Berlin

Förderbetrag 65.000 €

Kooperationen Radiovisionen ist ein Projekt von TESLA Berlin e.V. und wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds. Es entsteht in Zusammenarbeit mit c-base e.V., dem Deutschen Rundfunkarchiv, FH Joanneum Graz, ORF Kunstradio Wien und SWR2 ars acustica, sowie mit Unterstützung von Canada Council for the Arts, Conseil des Arts et des Lettres Québec, Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur, Goon-Magazine, Maison d´Ailleurs, RBB Kulturradio, RBB Radioeins, TAZ, WHD Sound Solutions.

Internetseiten www.tesla-berlin.dewww.radiovisionen.de

Risikoathleten

„Risikoathleten“

 

Der Mut zum Absprung wird heute in allen Lebensbereichen gefordert. Solche Sprünge müssen wohl kalkuliert sein – denn wie viele Misserfolge, wie viel Mittelmäßigkeit, wie viele harte Aufschläge in Folge kann ein Mensch aushalten? Der Skispringer ist Experte auf diesem Gebiet; sein Sprung ins Bodenlose die gelungene Mischung aus Mut, Disziplin, unermüdlichem Training, Kraft, Konzentration und dem Glück des Augenblicks – eine Kunstform. Für „Risikoathleten“ arbeitet mamouchi mit Schauspielern und Skispringern zusammen. Auf der Folie der Sportdisziplin wird die gesellschaftliche Dimension waghalsiger Entscheidungen gespiegelt, die im geglückten Falle zu persönlichen Bestleistungen, im unglücklichen zur schmerzhaften Katastrophe führen können.

 

Antragsteller/in mamouchi

Veranstaltungstermin Do, 19. April 2007 (Premiere), 20h Fr, 20.04. - So, 22.04.2007, 20h, S0, 29.04. + Mo, 30.04.2007, 20h

Veranstaltungsort Sophiensaele

Förderbetrag 35.000 €

Kooperationen Sophiensaele und Theater Freiburg

Internetseiten www.mamouchi.de

mamouchi

Schwarzmarkt für Nützliches Wissen und Nicht-Wissen

SCHWARZMARKT | BLACKMARKET

für nützliches Wissen und Nicht-Wissen

"Routen und Orte der Mobilitätspioniere und -funktionäre", 10. März 2007, HAU 2

 

 

EINTRITT FREI! HÖREN SIE SCHWARZRADIO! BUCHEN SIE EINEN EXPERTEN AB 3 € !

 

Es entsteht eine Berliner Enzyklopädie in der das Thema Mobilität aufgesplittert, verspiegelt und halluziniert wird. Erzählungen, Theorien, Dokumentationen und Mythen finden Eingang in diese Sammlung. Mobilität wird in ihre aktuellen Deutungszusammenhänge gestellt wie die verschiedenen Migrations- und Zuwanderungssysteme, einem neuen Nomadismus und hybride großstädtische Lebensformen. Der Schwarzmarkt erzählt von jenen Protagonisten, die regelmäßig nationale Grenzen überschreiten, Territorien, Jobs, Lebensstile durchqueren und hinter sich lassen, die sich mutig dem staatlichen Ordnungswillen der Verortung entziehen oder auch als ortlose, transitorische Existenzen genau den Forderungen der Internationalisierung globaler Arbeitsmärkte entsprechen - die nomadisierenden Autisten der Mobilitätselite. Erzählt wird auch von den Kontrollen und der Abwehr, die die Mobilitätskultur begleiten, wenn man die falsche Person am falschen Ort ist. Unterschiedlichste Muster, Figuren, Typen und Phänomene des Mobilen finden Eingang in die erzählte Enzyklopädie dieser Nacht. An Einzeltischen sitzen 100 Experten, die einen Ausschnitt ihres Wissens anbieten, der sich in 30 Minuten erzählen und erlernen lässt.

 

BUCHEN SIE EINEN EXPERTEN ZUM DIALOG FÜR EINE _ STUNDE: Sie können aus insgesamt 240 Expertenangeboten an diesem Abend wählen.

 

CHECK-IN ab19:00 Uhr: Der Eintritt ist frei! Es ist durchgehend geöffnet. Sie haben zu jeder halben Stunde fortlaufend die Möglichkeit sich zur jeweils neuen Runden einzubuchen.

 

SCHWARZRADIO: Sie können ausgewählte Dialoge zwischen Experten und Klienten über Kopfhörer im SCHWARZRADIO verfolgen. Auf 6 Kanälen.

 

SPRACHEN im Schwarzmarkt: armenisch, bosnisch, deutsch, englisch, farsi, französisch, griechisch, italienisch, koreanisch, kroatisch, plattdeutsch, polnisch, romanes, rumänisch, russisch, schweizerdeutsch, serbisch, spanisch, tschechisch, türkisch, ungarisch

 

SCHWARZMARKT-Experten u.a.: Veronika Ahrendt-Rojahn (Rechtsanwältin), Thomas Arslan (Filmemacher), Imran Ayata (Kommunikationsberater/ Schriftsteller), Dirk Baecker (Soziologe), Garip Bali (Sozialarbeiter), Miraz Bezar (Filmemacher), Manuela Bojad_ijev (Mitglied von Ultra-red/Kanak Attak), Neco Çelik (Regisseur), Sun-ju Choi (Filmemacherin), Bora _osi_ (Autor), Andreas Fanizadeh (Hrg./ Verleger Die Beute/ ID Verlag), Adrienne Goehler (Kultursenatorin a.D., Kuratorin), Jesko Fezer (Architekt und Mitbetreiber von pro qm), Michael Heitz (diaphanes), Ipek Ipekcio_lu (DJ/ Aktivistin), Erden Kosova (Kurator), Stefan Lanz (Autor und Herausgeber metroZones), Rudolf zur Lippe (Philosophie der Lebensformen), Nicol Ljubi_ (Schriftsteller), Wolf Dieter Narr (Aktivist), Marion von Osten (Künstlerin, Kuratorin), Serpil Pak (Psychotherapeutin/Bodenkosmetikerin), Uwe Rada (Autor), Petra Rosenberg (Vorsitzende Landesverband Deutsche Sinti und Roma Berlin-Brandenburg), Teodora Taba_ki (Journalistin/ b_books), István Vörös (Poet), Joseph Weizenbaum (Computerwissenschaftler), Michael Willenbücher (kanak attak), Joseph Vogl (Literaturwissenschaftler), Traudl Vorbrodt (Stationäre Jugendhilfe und Mitglied der Härtefallkomission), Koray Y_lmaz-Günay (Gladt e.v.)

 

PARTY ab ca. 24:00 Uhr: DANCE THE MOBILITY! mit DJ Imran Ayata

 

Konzept/ Raum: Hannah Hurtzig

Projektleitung: Anja Lindner

Co-Kurator: Vojin Sa_a Vukadinovi_

Projektassistenz: Anna Mareike Holtz

Praktikum Bühne: Lena Weiß

Technische Leitung: Ingo Ruggenthaler Filmdokumentation: Marc Aschenbrenner, Tom Kimmig Interviews: Sladja Blazan

 

 

 

SCHWARZMARKT | BLACKMARKET

für nützliches Wissen und Nicht-Wissen

It’s a Bird! It’s a Plane! It’s Superman…17. und 18. November 2006, HAU 1

Amerikanische Nahaufnahmen in 440 Dialogen

Eine Installation mit 150 Experten von Hannah Hurtzig

 

Der SCHWARZMARKT versteht sich als Recherche über das Lernen und Verlernen und etabliert einen temporären Schau- und Produktionsraum, in dem erzählerische Formate der Wissensvermittlung ausprobiert und präsentiert werden. Die Installation imitiert bekannte Orte der Wissensvermittlung wie das Archiv und den Lesesaal, kombiniert mit Kommunikations-situationen, wie sie vom Markt, der Börse, von Beratungs- und Dienstleistungsgesprächen bekannt sind.

Im Schwarzmarkt können Sie einen Experten für eine halbe Stunde zum Privatdialog buchen, oder Sie beobachten und verfolgen das Geschehen auf den 6 Kanälen im SCHWARZRADIO. Jeder Schwarzmarkt präsentiert ein anderes Thema.

 

Das Bild, das wir von Amerika haben ist: zu groß. Zu groß sind nicht nur die Dimensionen des Landes, die Vielfalt seiner Bewohner, Gepflogenheiten und Institutionen, zu groß sind auch die Vorurteile, ein vermeintliches und oft ungeprüftes Wissen über ein Land, das uns gleichzeitig zu nah und zu fern ist. Der Schwarzmarkt zersplittert das Panoramabild in 400 Wissenspartikel, die die Besucher und Klienten sich selbst wieder zusammensetzen können. Es geht weniger um

ein neues Amerika-Bild, sondern um Ansichten einer Lebensform, die selbst immer wieder die Tendenz hat, sich unscharf — mythisch, sprachlos, selbstbezogen — darzustellen.

 

Buchung

Buchen Sie einen Experten für eine halbe Stunde zu einem privaten Dialog für 3 €. Sie können aus insgesamt 400 Expertenangeboten an diesen beiden Abenden wählen. Fast alle Gespräche können sowohl auf deutsch, wie auf englisch gebucht werden.

 

Check-In

Der Check-in öffnet schon ab 18.30 und ist durchgehend geöffnet. Sie haben zu jeder halben Stunde fortlaufend die Möglichkeit sich zur jeweils neuen Runde einzubuchen.

 

SCHWARZRADIO

Sie können ausgewählte Dialoge zwischen Experten und Klienten über Kopfhörer im SCHWARZRADIO verfolgen. Das Schwarzradio bietet Dialoge auf 6 Kanälen an (deutsch/englisch)

 

 

Konzept und Bühne: Hannah Hurtzig

Projektleitung: Gunda Zeeb

Projektassistenz: Anja Lindner

Technische Leitung: Ingo Ruggenthaler

Interviewer: Ronald Düker, Stefanie Peter, Siegmar Zacharias

Projekthospitanz: Mareike Holtz, Juliane Männel

 

Antragsteller/in Hannah Hurtzig

Veranstaltungstermin Sonnabend, 10. März 2007, 19.00 bis 24.00 Uhr Freitag, 17. November, 19.30 bis 23.00 Uhr Sonnabend, 18. November, 19.30 bis 23.00 Uhr

Veranstaltungsort HAU ZWEI, Hallesches Ufer 32, 10963 Berlin

Förderbetrag 100.000 Euro

Kooperationen HAU Berlin

Internetseiten www.mobileacademy-berlin.com

Scratch Neuköllnb, Part 2

Der Bezirk Neukölln, in denen mehr Migranten als Einheimische leben, zählt zu den sozialen Brennpunkten Berlins. Seit Jahren wird versucht, die dort herrschenden Probleme zu verdrängen oder zu verschweigen. Die Pariser Vorortunruhen im Jahr 2005 allerdings haben auch in Berlin den Blick auf problembehaftete Bezirke wie Neukölln gelenkt.Basierend auf den Erfahrungen, die Constanza Macras im Jahr 2003 mit ihrer am HAU1 Berlin entstandenen Produktion „Scratch Neukölln“ gesammelt hat, will die Tänzerin und Choreographin in „Scratch Neukölln Part II“ den mittlerweile jugendlichen Neuköllnern erneut ein Forum bieten. Nicht mehr aus dem Blickwinkel von Kindern, sondern aus der Perspektive junger Erwachsener sollen sie von dem ihnen seither Widerfahrenen berichten: Von den Hoffnungen und Schwierigkeit des Erwachsenwerdens. Von tagtäglicherduldeter Diskriminierung. Vom Wunsch nach Anpassung und den Problemen, die dieser Wunsch mit sich bringt. Zu den wesentlichen Erfahrungen der Adoleszenz zählt die Herausbildung einer geschlechtlichen Identität. Genau auf diese soll das Augenmerk der Produktion gerichtet werden. Im Fokus steht dabei vor allem die Entwicklungvon jungen Frauen, da diese meist deutlich mehr Beschränkungen unterliegen als ihre männlichen Altergenossen. Zugleich soll thematisiert werden, wie sich weibliche und männliche Entwürfe von Körper und Geschlecht zueinander verhalten. Gefragt werden soll demnach, wie Jugendliche mit Migrationshintergund während ihrer Pubertät mit demvielschichtigen Gefühl der Fremdheit umgehen. Konzeptuell rekurriert die Produktion auf den Dokumentarcharakter von Filmen wie „Rize“ oder „Madhot Ballroom“, die Tanz als ein soziales und pädagogisches Phänomen begreifen. Hierzu vereint die Produktion auf der Bühne drei Musiker, neun Jugendliche und drei Tänzer von Dorky Park. Zugrunde gelegt werden soll ein einfaches Regelwerk, das den Jugendlichen einerseits einen Rahmen vorgibt, ihren Ausdruckswillen andererseits aber nicht zu sehr beschränkt. Denn „Scratch Neukölln Part II“ soll den Jugendlichen einen Raum zur Gestaltung und Entfaltung bietet, den ihnen ihre derzeitige gesellschaftliche und soziale Situation vorenthält.

Antragsteller/in Dorky Park GbR, Constanza Macras

Veranstaltungstermin Frühjahr 2007

Veranstaltungsort Hebbel am Ufer , HAU 1

Förderbetrag 70.000 €

Kooperationen Kampnagel Hamburg, Hebbel am Ufer

Internetseiten www.dorkypark.org

Stadttheater

Die Sophiensaele blicken auf eine lange Tradition zurück, Theater- und Performanceprojekte außerhalb der Säle ortsspezifisch zu realisieren: da waren die Projekte in der ehemaligen Staatsbank oder Constanza Macras’ legendäres ‚Back to the Present’ im Kaufhaus Jahndorf, Lunatics Produktion mit ‚Westflug’ im Flughafen Tempelhof und natürlich zwei Jahre die Zwischennutzung im Palast der Republik ‚Volkspalast‘.

Mit dem Projekt ‚Stadttheater’ stellen wir Ihnen eine Reihe von internationalen Theaterkünstlern vor, die sich den Berliner Stadtraum für ihre Inszenierungen aneignen.

Lotte van den Berg, die im vergangenen Jahr mit ‚Stillen’ eine äußerst berührende Produktion über die Bedürftigkeit von Körpern inszenierte, fand für ‚Braakland’ eine weite Industriebrache mitten in der Stadt, in der sie neun Gestalten gnadenlos zugrunde gehen lässt. Das Publikum wird mit Shuttlebussen von den Sophiensælen zum Aufführungsort gebracht, der im Vorfeld nicht bekannt gegeben wird – das Retourticket natürlich inklusive!

Sowohl in ‚Nicht einmal Hundescheiße’ des Grazer Ensembles ‚Theater im Bahnhof’ als auch in ‚FUNNYSORRY JESUS’ der norwegischen Performancelegende Baktruppen wird der Blick aus Häusern heraus auf die Straße inszeniert. Während Baktruppen die Bibel in ihren wesentlichsten Zügen auf der Rosa-Luxemburg-Straße spielen, sitzen die Zuschauer im Schaufenster der Showroom Galerie und sehen dem Treiben in der Stadtkulisse zu. Das Theater im Bahnhof hingegen lenkt den Blick der Zuschauer aus dem ersten Stock eines Hauses am Kreuzberger Oranienplatz auf dem die Schauspielerinnen ihre Visionen von guter Unterhaltung entfalten.

 

„Urban Space“ – Project

The Sophiensaele theatre looks back on a long tradition of staging theatre- and performance projects at site-specific venues outside of the „Saele“ : There were the projects of the former „Staatsbank“ or Constanza Macra´s legendary showing of „Back to the Present“ at Kaufhaus Jahndorf, lunatic´s „Westflug“ that was staged at the airport Tempelhof and – of course – two years of temporary use practices inside the Palace of the Republic.

We are now presenting with our „Urban Space“-project international theatre artists who are adopting urban spaces of Berlin for their productions.

Antragsteller/in Sophiensæle GmbH

Veranstaltungstermin 21. Juni bis 1. Juli 2007

Veranstaltungsort Außenspielstätten in Berlin

Förderbetrag 100.000 €

Kooperationen Stadttheater wird gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds, des Norwegian ArtsCouncil und der Niederländischen Regierung im Rahmen des Projektes Dutch, Dance & Drama @ DE. Mit freundlicher Unterstützung von Dr.-Ing. Manfred Semmer R.T. Rasmus Berlin.Inc Theater im Bahnhof: "Nicht einmal Hundescheiße" Eine Produktion von Theater im Bahnhof im Auftrag des Steirischen Herbst 2005, Theaterland Steiermark Preis 2006. Baktruppen: "FunnySorry Jesus" Eine Produktion von Baktruppen. Compagnie Dakar/Lotte van den Berg: "Braakland" Eine Produktion von Compagnie Dakar mit Toneelhuis Antwerpen.

Internetseiten www.sophiensaele.com

Baktruppen "FunnySorry Jesus" © Karl Henrik Nymo

Compagnie Dakar/Lotte van den Berg "Braakland" © Sanne Peper

Ausschnitt: Theater am Bahnhof "Nicht einmal Hundescheiße" c) TiB

Tag und Nacht – das künstlerische Kraftwerk Dick Raaijmakers – Scheitern lernen

Scheitern Lernen I Het Leren Mislukken

 

Seit den 1960er Jahren werden Künstler,

Theaterleute, Komponisten und Musiker von den

Performances, Kompositionen und Installationen

des niederländischen Universalkünstlers Dick

Raaijmakers inspiriert. Ihnen gemeinsam ist die

Faszination für unabsehbare Resultate aus

unlösbaren Aufgabenstellungen. Neben einer

dokumentarischen Ausstellung präsentieren

Kollegen, Freunde und Schüler des großen Pioniers

künstlerische Produktionen mit einem Hang zum

Unmöglichen und Unvorhersehbaren.

 

Dick Raaijmakers (*1930) ist einer der

bedeutendsten niederländischen Komponisten,

Künstler und Theatermacher des 20. Jahrhunderts.

Als junger Künstler arbeitete er im

elektro-akustischen Labor Natlab bei Phillips in

Eindhoven. 1957 veröffentlichte er dort als Kid

Baltan seine ersten Stücke populärer

elektronischer Musik. In Den Haag gründete

Raaijmakers 1963 mit Jan Boerman ein Studio für

elektronische Musik am Königlichen Konservatorium

in Den Haag ein, wo er bis vor wenigen Jahren

unterrichtete. Sein vielfältiges Werk umfasst

Musikstücke, Musiktheater und Performances ebenso

wie Installationen. Von Anfang an ging Dick

Raaijmakers unkonventionelle Wege. In seinem

Oeuvre spiegelt sich seine Faszination für neue

Techniken und für die komischen Augenblicke des

Missgeschicks wider.

 

TESLA lädt von Raaijmakers beeinflusste Künstler

ein, um am ersten November-Wochenende (1.-3.

November) ihre Arbeiten mit Hang zum Unmöglichen

und Unvorhersehbaren vorzustellen. Die

begleitende Ausstellung dokumentiert Raaijmakers

Werk mit Beiträgen von Babeth van Loo, aus den

Archiven von V2 Rotterdam, Nederlands Archief

voor Beeld & Geluid, ArtScience, Koninklijk

Conservatorium Den Haag, und wurde von Anne

Wellmer kuratiert.

 

 

Do

01.11.

19:00

 

ZUKUNFTSMUSIKBAR

 

Anfang 2008 wird bei V2 in Rotterdam eine

Monographie über Leben und Werk Dick Raaijmakers

erscheinen, das von Arjen Mulder und Joke Brouwer

herausgegeben wird. Arjen Mulder stellt das

buchprojekt vor. Anschließend folgt ein Gespräch

mit dem Raaijmakers-Mitstreiter Paul Koek und

Gilius van Bergeijk.

 

20:30

 

Gilius van Bergeijk 6 pianoinstallaties

 

6 Methoden, PianistInnen das Leben schwer zu

machen. 6 Probleme und 6 Lösungen der radikalen

"Haagse School" der 60er Jahre. Mit Gilius van

Bergeijk und den niederländischen Pianistinnen

Post & Mulder.

 

Mara van Vlijmen / Paul Koek / Veenfabriek Kleine Mechanica van de Open Vorm

 

Sie trägt einen langen schwierigen Text von Dick

Raaijmakers vor, während Er auf einem Tisch

geometrische Formen herumschiebt. Die Poesie und

der Humor liegen im Detail.

 

Veenfabriek Tooverfluit

 

Der Theatermacher und Musiker Paul Koek,

langjähriger Regisseur bei Theatergroep

Hollandia, bringt mit seiner Theatergruppe De

Veenfabriek ein Sirenenorchester nach Berlin.

 

Dick Raaijmakers pianoforte

 

Ein Konzertflügel wird der Kunst geopfert, nicht

ganz im Stile Nam June Paiks. Für 2 PianistInnen

und 1 MikrophonistIn.

 

 

Fr

02.11.

19:00

 

ZUKUNFTSMUSIKBAR

 

Gespräch über das Scheitern mit Siegmar Zacharias und Jens Brand.

 

20:30

 

SXS Enterprise fear_lab - eine Multi-Media-Performance

 

fear_lab ist ein Live-Film auf der Leinwand und

im eigenen Kopf. In Anlehnung an die Ästhetik von

Psychothrillern wird die Phantasie des Publikums

zum Hauptdarsteller.

 

Jens Brand new methods for circular breathing, #3 / player piano & piano player

 

Das Publikum betrachtet eine Pianistin, die ein

mysteriöses Problem bearbeitet, von dem mit etwas

Glück und etwas Pech "Musik" übrig bleibt. Die

Ursachen des Problems sind das Klavier, die nie

wirklich vergangene Musik und das vergangene ich.

 

BMB con. featuring carsten stabenow Neue Arbeit

 

Die anarchischen Performance-Künstler aus den

Niederlanden treten mit einem Berliner Gast auf.

Sie zeigen eine Performance, "die von Dick

Raaijmakers hätte sein können".

 

 

Sa

03.11.

19:00

 

ZUKUNFTSMUSIKBAR

 

Horst Rickels lecture/performance - Ein workshop

über das Prinzip der Instabilität.

 

20:30

 

Marion de Laat tweeling

 

Marion de Laat spielt ein Duo mit ihrem 15 Jahre

jüngeren Ebenbild: eine audiovisuelle

Entdeckungsreise in die Welt des Akkordeons.

 

Hans W. Koch computers as musical instruments

 

Unkonventionelle Mittel und Wege, Laptops zu

bespielen und sie zum Klingen zu bringen.

 

Florentijn Boddendijk - FLORENTINTIN

 

Wie ein Barpianist spielt Florentijn Boddendijk

Jazz-Klassiker, die er aus Fragmenten von alten

Aufnahmen zu neuen Kompositionen arrangiert.

 

Edwin van der Heide solo performance

 

Die Magie von Edwin van der Heides Arbeiten liegt

in der starken Kombination von technischem

Wissen und ästhetischem Vorstellungsvermögen.

 

TRES blackout concert # 23

 

Was bleibt, wenn im Kubus nach und nach der Strom

abgeschaltet wird? Was entsteht, wenn ein Gerät

nach dem anderen aufhört zu summen?

 

täglich:

 

Zukunftsmusikbar - mit Musik aus einer längst vergangenen Zukunft

Frühe elektronische Pop-Musik, Musik aus Science

Fiction Filmen, viele Experimente und noch mehr

Klischees von elektronisch generierten

Klangwelten.

Präsentiert von Remco Schuurbiers und Florentijn Boddendijk.

 

01.11. - 02.12.

Di bis So

18:00 - 23:00

 

Dokumentar-Austellung: Dick Raaijmakers

 

Seit den 50er Jahren hat Raaijmakers wie kaum ein

anderer die niederländische Kunst-, Theater- und

Musikwelt mitgestaltet. Konsequent hat er sich

stets neu erfunden. Er ist Mitbegründer von STEIM

in Amsterdam, und der Gründungsvater der

"(Tweede) Haagse School", ursprünglich eine

Gruppe von Komponisten, die dem Fluxus nahe

standen.

 

Raaijmakers provoziert und läßt sich provozieren.

Viele seiner Arbeiten sind Reaktionen auf

Ereignisse oder auf die Werke anderer. Zufälle,

die zu Stürzen führen, setzt er um in poetisch

verlangsamte Bilder; in Anlehnung an die

Chronomatografien von Étienne-Jules Marey gelingt

es Raaijmakers mit Hilfe von Maschinen, schnelle

Bewegungsabläufe unendlich verlangsamt

darzustellen und damit die Zeit beinahe still

stehen zu lassen.

 

Raaijmakers wurde 1930 in Maastricht geboren. Als

junger Mann arbeitete er bei Philips in

Eindhoven, wo er die "erste elektronische

Popmusik" herausbrachte. In den 60er Jahren

richtete Dick Raaijmakers das erste elektronische

Studio am Koninklijk Conservatorium in Den Haag

ein, wo er bis in die 90er Komposition

unterrichtete. Seit den 70er Jahren entwickelte

Raaijmakers Klanginstallationen, Performances,

Musiktheaterwerke und Ausstellungskonzepte.

 

Mit Beiträgen von Babeth van loo, aus den

archiven von V2 Rotterdam, Nederlands Archief

voor Beeld & Geluid, ArtScience, Koninklijk

Conservatorium Den Haag. Mit Dank an Joke Brouwer

(V2). Co-kuratiert von Anne Wellmer.

 

Kuratiert von Anne Wellmer

 

Produktion Ulrike Kneitschel

Co-Produktion Christian Wolf

 

produktion@tesla-berlin.de

+49 0)30 24749 785

 

Presse PR Netzwerk

Annette Schäfer, Gudrun Herz

 

gh@pr-netzwerk.net

+49 (0)30 61 651155

 

Tickets ab 18:00

kasse@tesla-berlin.de

+49 (0)30 24749 700 oder 777

Antragsteller/in TESLA Berlin e.V.

Veranstaltungstermin Do 01., 2. und 3. November 2007 19:00 Uhr | 20:30 Uhr 1. November bis 2. Dezember 2007 Di-So 18:00-23:00 Austellung: Dick Raaijmakers

Veranstaltungsort TESLA, medien >kunst< labor, TESLA Berlin e.V., Klosterstr. 68, 10179 Berlin

Förderbetrag 30.000 €

Kooperationen Gefördert von Hauptstadtkulturfonds Mit freundlicher Unterstützung von Fonds voor Amateurkunst en Podiumkunsten, Mondriaan Stichting, Botschaft des Königreichs der Niederlande, Gaudeamus. Mit Dank an V2, Interfaculty ArtScience, Koninklijk Conservatorium Den Haag, Nederlands Instituut voor Beeld en Geluid. In Kooperation mit Stichting Barooni, Roland Spekle

Internetseiten www.tesla-berlin.de